Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Horb B013.jpg (33290 Byte)

 

Förderstiftung "Jüdischer Betsaal Horb" -
Die Restaurierung des Hauses 
mit dem früheren Betsaal 2004 - 2013 

(Eine Initiative des Träger- und Fördervereins
Ehemalige Synagoge Rexingen)
(Freudenstädter Str. 16, 72160 Horb-Rexingen)


       
   
Übersicht: 

Die Geschichte des jüdischen Betsaals 
Ende 2004: Pläne für eine zukünftige Nutzung  
Aufruf zur Unterstützung des Projektes: Ihre Hilfe wird gebraucht  
Stand der Arbeiten im September 2011  
Stand der Arbeiten im März 2012 
Stand der Arbeiten im September 2012    
Links und Literatur  

     

Horb Synagoge 151.jpg (54974 Byte)Die Geschichte des jüdischen Betsaals
(weitere Informationen siehe Seite zur Synagoge Horb
  
Von 1903 bis 1938 war hier der Betsaal für die Horber Juden untergebracht. Die jüdische Gemeinde hatte das Stockwerk im Hochparterre im Wohnhaus des Viehhändlers Louis Schwarz gemietet. In den Lebenserinnerungen von Fritz Frank, der 1886 in Horb geboren wurde und 1935 nach Palästina emigrierte, findet man die einzig uns bekannte Beschreibung des Betsaals:

"Aus etwa 30 Familien bestehend, besaß die kleine jüdische Gemeinde Horb nichts, was sich gleichwertig an Größe und Schönheit einer Kirche gegenüberstellen ließ. Ihre Synagoge, das sind zwei ineinandergehende Stuben über dem Stall des Viehhändler Schwarz. Das Gemuhe mischt sich mit dem Gottesdienst, ohne dass dies von den Betern, die mit dem Vieh sozusagen groß geworden sind, als Störung empfunden oder überhaupt wahrgenommen wird. Der Männersaal hat zur Einrichtung den Schrank mit den Torarollen an der Ostwand, das Betpult mit einer samtenen Decke und zehn Stuhlreihen. Rechts und links vom Betpult ist je eine schmale Bank für die Kinder, die auf diese Weise unter dem Auge gehalten werden und nicht stören. der Frauensaal daneben, mit einem türbreiten Durchbruch, gibt den Blick frei auf Betpult, Vorbeter und Toraschrank. Einfache Stuhlreihen sind auch hier die ganze Ausstattung."
  
Die jüdische Gemeinde in Horb wuchs Anfang des 20. Jahrhunderts stark an. Der Sitz des Rabbiners, der bis 1911 in Mühringen war, wurde 1913 nach Horb verlegt. Damit wurde auch der gedachten zukünftigen Bedeutung der Horber Gemeinde für das ganze Rabbinat Rechnung getragen. Die jüdische Gemeinde bemühte sich, eine eigene Synagoge zu bauen. Die Machtergreifung der Nationalsozialisten verhinderte die Verwirklichung dieser Pläne.
Der Betsaal wurde in der Pogromnacht am 9. November 1938 von SA-Männern verwüstet, die Einrichtung auf der Straße verbrannt. Das Haus selbst wurde nicht angezündet, wahrscheinlich weil es sich zu der Zeit im Besitz der christlichen Familie Diesch befand. Der geschändete Betsaal wurde in der Folgezeit in zwei Wohnungen aufgeteilt, es wurden Zwischenwände eingebaut, die Außentreppe zum Betsaal wurde abgerissen und die Eingangstür zugemauert. Heute erinnern nur noch die Gedenktafel und die auffällig großen Fenster an die frühere Nutzung.  
   
  

Abbildungen in der oberen Zeile aus einem Informationsblatt des 
Förder- und Trägervereins "Ehemalige Synagoge Rexingen"
  
Horb B016.jpg (156131 Byte) Horb B018.jpg (106902 Byte) Horb B017.jpg (108456 Byte)
Bebauungsplan 
aus dem Jahr 1939 
Die Umbaupläne von 1939. Es wurden
 Zwischenwände in den geschändeten Betsaal
 eingebaut. Die Tür an der Vorderfront 
wurde zugemauert (Veränderungen rot) 
Detail einer Luftbildaufnahme 
aus dem Jahre 1964. Sie zeigt die 
Bebauung, wie sie schon 1938 bestand
  
 
        
Horb B011.jpg (52324 Byte) Horb B010.jpg (45752 Byte) Horb B012.jpg (63479 Byte)
Der vordere Raum (linkes Bild) der drei aus dem ehemaligen Männerbereich entstandenen
 Räume. Rechts des Fensters befand sich vermutlich der Toraschrein. Das Bild rechts zeigt
 den hinteren der drei aus dem ehemaligen Männerbereich entstandenen Räume.
Der mittlere der drei aus dem 
ehemaligen Betsaal 
entstandenen Räume 
   
Fotos aus dem Artikel "Auf der Suche 
nach dem Betsaal" in: Südwest Presse
 Extra" vom 2.9.2005
Horb B020.jpg (54048 Byte) Links: Mit Hilfe von Sondagen will der
 Restaurator Wilhelm Glaser herausfinden, 
wie der Betsaal vor 1939 beispielsweise in
 Sachen Farbe ausgesehen hat.

   
   
Ende 2004: Pläne für eine zukünftige Nutzung          
  
Ende 2004 wurde das Gebäude von vier Mitgliedern des Rexinger Synagogenvereins gekauft, um es für eine öffentliche Nutzung zu erschließen. Der Betsaal soll als Gedenk- und Begegnungsort der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, ein Museum zur Geschichte des Rabbinats Horb-Mühringen soll dort seinen Platz finden. Außerdem bietet sich der Betsaal durch seine Nähe zum Gymnasium als Ort an, wo Geschichte an einem authentischen Ort gelernt werden kann.
Es ist geplant, eine Förderstiftung "jüdischer Betsaal Horb" unter dem Dach des Träger- und Fördervereins Ehemalige Synagoge Rexingen zu bilden. Sobald die Förderstiftung gegründet ist (wahrscheinlich bis Ende 2005), werden weitere Gründungsstifter gesucht. Privatpersonen können mit einem Betrag ab 1.000 € und Institutionen ab 2.000 € als Gründungsstifter dieses Projekt mittragen. Daneben wird sich die Förderstiftung über jede Spende freuen, die der Renovierung des ehemaligen jüdischen Betsaales zugute kommt.
   
Horb B015.jpg (78231 Byte)In den kommenden Jahren soll das ganze Gebäude in Abstimmung mit den Denkmalbehörden grundlegend renoviert werden. Für den Betsaal konnte der Dießener Restaurator Wilhelm Glaser gewonnen werden, der ein Konzept für die Renovierung des ehemaligen Betsaal entwickelt.
Neben der Begegnungs- und Gedenkstätte Jüdischer Betsaal wird das Gebäude vier attraktive Wohnungen erhalten, die als Wohneigentum erworben werden können.


    
   
Aufruf zur Unterstützung des Projektes: Ihre Hilfe wird gebraucht!   

Horb B022.jpg (60707 Byte)Das Rabbinat Mühringen/Horb war Anfang des 19. Jahrhunderts das flächenmäßig und von der Personenzahl größte Rabbinat in Württemberg. Seine Ausdehnung erstreckt sich von Wankheim bei Tübingen über die jüdischen Gemeinden um Horb bis nach Rottweil. Bedeutende Rabbinerpersönlichkeiten waren für die jüdischen Gemeinden des Rabbinats Mühringen/Horb verantwortlich. Jüdische Lehrer leisteten ihren Beitrag zum kulturelle Leben. Jüdische Kaufleute und Viehhändler spielten im wirtschaftlichen Leben eine wichtige Rolle. Für die jüdischen Familien war die Gegend am Oberen Neckar Heimat.  
 
Bis heute gibt es keinen Ort, wo die Geschichte dieses großen Rabbinats und seiner Menschen in seiner Gesamtheit dargestellt wird. Mit dem ehemaligen jüdischen Betsaal ist nun eine Räumlichkeit vorhanden, wo dies geleistet werden kann - an einem Ort, an dem sich der Sitz des Rabbiners und das Zentrum des Rabbinats befand.  
  
Es ist eine kulturelle Aufgabe der großen Kreisstadt Horb und des Landkreises Freudenstadt, die jüdische Geschichte seiner Gemeinden zu dokumentieren und zu bewahren, wie es an vielen anderen Orten mit jüdischer Vergangenheit geschieht. Für die Bewältigung dieser Aufgabe wird bürgerschaftliches Engagement benötigt und es werden Köpfe und Hände gebracht, die mithelfen wollen und sich einbringen können.
   

Horb B014.jpg (11735 Byte)Dafür sollten Sie mit uns Kontakt aufnehmen unter Tel. 07451/620689 (Barbara Staudacher und Heinz Högerle) oder an unseren Verein schreiben: 

Träger- und Förderverein Ehemalige Synagoge Rexingen
, Priorbergstraße 7, 72160 Horb-Dettingen E-Mail
Vereinskonto
: Raiffeisenbank Horb  Konto Nr. 73 801 003  BLZ 600 697 98.

  
  
Stand der Arbeiten im September 2011 
(Foto: Heinz Högerle, Aufnahmedatum 4.9.2011)   

Horb ETJK 2011 012.jpg (123044 Byte)
Die Außenrestaurierung des Gebäudes ist gut vorangeschritten  

  
  
Stand der Arbeiten im März 2012 
  
(nach einem Artikel von Peter Morlok im "Schwarzwälder Boten" vom 16. März 2012, Link zum Artikel): "Für die Finanzierung der Inneneinrichtung fehlen 35.000 Euro... Restaurierung des alten Jüdischen Betsaales in Horb... Die Wohnungen im Obergeschoss sind fertig.... Im Betsaal selbst muss aber noch viel getan werden. So wolle man aktuell den Holzestrich entfernen, und freiwillige Helfer wären jederzeit willkommen. Ein Freiwilliger wurde besonders erwähnt. Peter Zimmermann erhielt für seine ehrenamtliche Arbeit im Objekt einen Riesenapplaus. Über 200.000 Euro habe man bereits für den Erhalt des Gebäudes gesammelt.  Für die Finanzierung der Inneneinrichtung fehlen weitere 35.000 Euro, die man irgendwie zusammenbringen muss, berichtete Heinz Högerle und nun sind kreative Lösungsansätze gefragt, wie man das Geld in die Vereinskasse bekommt. Am 1. und 2. September, dem europäischen Gedenktag der jüdischen Kultur, soll der Betsaal erstmals – inoffiziell – offen stehen und am 9. September soll er dann offiziell eröffnet werden, so die aktuelle Planung zu diesem besonderen Objekt."    
  
  
Stand der Arbeiten im September 2012 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 1.9.2012)    

Horb Synagoge 12020.jpg (147743 Byte) Horb Synagoge 12021.jpg (89321 Byte) Horb Synagoge 12022.jpg (133039 Byte)
Das Gebäude mit dem früheren Betsaal steht 
am heutigen "Dr.-Abraham-Schweitzer-Platz" 
Blick auf das 
Gebäude von Osten
Im Bereich eines früheren Hauseinganges 
befand sich seit dem Umbau zum 
Betsaal der Toraschrein
  Das Foto oben in hoher Auflösung  
     
Horb Synagoge 12023.jpg (119428 Byte) Horb Synagoge 12024.jpg (112007 Byte) Horb Synagoge 12028.jpg (135442 Byte)
Blick zum Ihlinger Tor  Markant: die abgeschrägte Fassade  Blick auf dem früheren Betsaal zum Ihlinger Tor
     
Horb Synagoge 12029.jpg (97532 Byte) Horb Synagoge 12030.jpg (94429 Byte) Horb Synagoge 12026.jpg (88572 Byte)
Im früheren Betsaal, rechts der Bereich der Frauen   Früherer Bereich der Frauen 
Das Foto oben in hoher Auflösung   Das Foto oben in hoher Auflösung    
     
Horb Synagoge 12027.jpg (84262 Byte) Horb Synagoge 12025.jpg (97986 Byte) Horb Synagoge 12031.jpg (127272 Byte)
Blick vom früheren Bereich der 
in den Betsaal der Männer 
Menorah - siebenarmiger Leuchter
vermutlich auf einer früheren jüdischen
 Gemeinde / Familie der Umgebung    
In der Stadt gibt es Hinweistafel zum 
"Ehem. jüd. Betsaal" 
     
      

   

Rückblick: einige Veranstaltungen in 2013      
Ausstellung "Die Nachbarn werden weggebracht" - vom 9. Dezember 2012 bis 31. März 2013 im Jüdischen Betsaal Horb  
Die Ausstellung ist jeweils samstags und sonntags, 14.00 bis 18.00 Uhr im Jüdischen Betsaal Horb, beim Ihlinger Tor, Fürstabt-Gerbert-Str. 2 zu sehen. Gruppentermine außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Absprache möglich (Tel. 07451/620689).    
Weitere Informationen siehe ein eingestellter Flyer (pdf-Datei).     
Bericht über die Ausstellungseröffnung in der "Neckar-Chronik" vom 12. Dezember 2012: "Die Ausstellung 'Die Nachbarn werden weggebracht' wurde am Sonntag im Jüdischen Betsaal eröffnet..." Link zum Artikel         
 
Gedenkstättenfahrt mit dem "Gedenkstättenverbund Gäu-Neckar-Alb e.V." nach Polen vom 24. bis 31. Mai 2013  
"Von Warschau nach Krakau"  

Weitere Informationen siehe eingestellte pdf-Datei     
 
Hebräischkurs Mittelstufe I mit Dr. Zahava Neuberger-Keller vom 25. bis 29. August 2013 in der ehemaligen Synagoge in Rexingen 
Weitere Informationen siehe eingestellte pdf-Datei        

 

2014: Ausstellung zum Ersten Weltkrieg im Jüdischen Betsaal Horb    
Horb Dr Rosenfeld 010.jpg (133769 Byte) "Mein Herz gab ich dem Vaterland"
Datum: Ab 18.05.2014
Zeit: Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 im Museum Jüdischer Betsaal in Horb 

Über vier Jahre wütete der Erste Weltkrieg und hinterließ Verheerungen und Opferzahlen in bis dahin ungekanntem Ausmaß. Zurück blieb eine "verlorene Generation", traumatisiert durch die Kriegserlebnisse im Schützengraben, konfrontiert mit Leid, Verlust und Elend an der "Heimatfront". 
Die Ausstellung zeigt in einem lokalen Teil besonders das Schicksal jüdischer Soldaten aus Horb, Rexingen, Mühringen, Nordstetten und Mühlen. Wer waren die Männer, die für Kaiser und Vaterland in den Krieg zogen und wie war ihr weiteres Schicksal?
Der Rexinger Fliegerleutnant Joseph Zürndorfer schrieb in seinem Testament: "Ich bin als Deutscher ins Feld gezogen, um mein bedrängtes Vaterland zu schützen. Aber auch als Jude, um die volle Gleichberechtigung meiner Glaubensbrüder zu erstreiten."
Anhand von Biografien, Feldpostbriefen, Fotos, Tagebuchauszügen, von Schlagzeilen und Anzeigen in der Horber Presse vermittelt dieser Teil die besondere Tragik dieses Krieges und seiner Folgen für die jüdischen Bürger.
In einem allgemeinen Teil, der von der Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg erstellt wurde, wird mit zeitgenössischen Bildern und Zeugnissen der Kriegsalltag der Menschen gezeigt. Dabei werden besonders das Erleben und die Perspektive von Kindern und Jugendlichen im Krieg dargestellt.
Die Ausstellung "Mein Herz gab ich dem Vaterland" ist jeden Samstag und Sonntag von 14.00 bis 18.00 Uhr geöffnet. Museum Jüdischer Betsaal Horb, Fürstabt-Gerbert-Straße 2, beim Ihlinger Tor in Horb am Neckar. Eintritt frei. Anmeldung für Gruppen auch unter der Woche über verlagsbuero@t-online.de 
Weitere Informationen: Gruppen und Schulklassen nach Vereinbarung. Kontakt über Tel. 0 74 51 / 62 06 89.  

  
  
 
Links:  

Seite zur ehemaligen Synagoge/Betsaal in Horb (interner Link)   
Seite zum jüdischen Friedhof in Horb (interner Link)   
Seite zur ehemaligen Synagoge in Rexingen (interner Link)   
Seite zur ehemaligen Synagoge in Mühringen (interner Link)   

    

     

 

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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 20. Februar 2017