Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Böblingen (Kreisstadt)
Jüdische Geschichte 

Übersicht:

Zur jüdischen Geschichte in Böblingen  
Berichte aus der jüdischen Geschichte in Böblingen   
Berichte zu einzelnen jüdischen Personen und Gewerbebetrieben 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur jüdischen Geschichte in Böblingen       
  
In Böblingen lebten einige Juden im Mittelalter und seit der Mitte des 19. Jahrhunderts. 
  
Im Mittelalter kam es möglicherweise zur Gründung einer jüdischen Gemeinde, doch ist von Einrichtungen einer solchen Gemeinde nichts bekannt. Vor 1643 gab es in der Stadt eine "Judengasse" die an die mittelalterliche Ansiedlung erinnerte (Lage unbekannt). In Lagerbüchern von 1523 und 1587 wird ein "Judenacker" in der "Zelg Northalden" genannt (genaue Lage nicht mehr bekannt)
  
Seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts sind wenige jüdische Personen / Familien in Böblingen zugezogen, ohne dass es zur Bildung einer jüdischen Gemeinde gekommen ist. Nach den Ergebnissen der Volkszählungen wurden in Böblingen erfasst: bis 1844 keine jüdischen Einwohner, 1846 und 1858 je sieben, 1864 vier, 1867 drei, 1875 drei, 1880 ein jüdischer Einwohner, 1890 und 1895 je vier, 1900 zwei, 1905 vier, 1910 und 1925 je drei, 1933 zwei. 
 
Die jüdischen Einwohner Böblingens gehörten zur Synagogengemeinde in Stuttgart. In Böblingen verstorbene jüdische Personen wurden gleichfalls in Stuttgart beigesetzt. Im israelitischen Teil des Pragfriedhofes wurden beigesetzt: Gustav Bodenheimer (Kaufmann, Inhaber der Zigarrenfabrik Böblingen, wohnhaft in Stuttgart, gest. 1910), Jakob Krailsheimer (Kaufmann, Teilhaber der Stuttgarter Firma Moritz Krailsheimer und Sohn, Baumwollwarenfabrikation und En-Gros-Geschäft, gest. 1893 in Böblingen), Ludwig Maier (s.u., gest. 1919), Lyon Sussmann s.u., gest. 1935).        
   
Zwei Textilfirmen waren im 19./20. Jahrhundert in jüdischem Besitz, vor allem die Mechanische Trikotweberei Ludwig Maier & Sohn (Firma des Büstenhalters "Hautana" im Industrieareal zwischen Bahnhof und Altstadt, bis 1939). Sie wurde 1867 in Stuttgart-Wangen gegründet von Ludwig Maier, dem Sohn des Stuttgarter Rabbiners Dr. Josef von Maier, und 1884 - nach dem Bau der Gäubahn - nach Böblingen verlegt. Ludwig Maier lebte mit seiner Familie in Stuttgart (verheiratet mit Rosalie geb. Israel); er starb im Juni 1919. Die Trikotwarenfabrik in Böblingen erlangte unter Leitung von Lyon Sussmann (geb. 1843 in Tauberbischofsheim, seit 1878 Teilhaber in der Firma von Ludwig Mayer, gest. 1935) Weltruhm. 1913, als die Firma mehr als 300 Beschäftigte hatte, wurde Sussmann Ehrenbürger Böblingens. Sussmann war verheiratet mit Jeanette geb. Israel (1850-1928). Er schuf in Böblingen vorbildliche Sozialeinrichtungen (erster Böblinger Kindergarten in der Langen Straße) und wohltätige Stiftungen. Er starb am 8. Februar 1935. Zu seinem 50. Todestag im Februar 1985 wurde von der Stadt Böblingen ein Kranz an seinem Grab im Pragfriedhof niedergelegt. In Böblingen erinnern an ihn die Lyon-Sussmann-Straße und an seine Firma die "Hautana-Passage", "Hautana-Parkhaus", "Hautana-Wohnanlage".   
    
1933 lebten nach dem Ergebnis der Volkszählung zwei jüdische Personen in Böblingen (vermutlich das Ehepaar Hans Kahn und Bertha Kahn). 
  
   
Von den in Böblingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen ist in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Berta Kahn geb. Bauernfreund (1889).     
   
   
   
Berichte aus der jüdischen Geschichte in Böblingen      
     
Berichte zu einzelnen jüdischen Personen und Gewerbebetrieben          
 
Über die Mechanische Trikotweberei Stuttgart - Ludwig Maier & Co., A.G., Böblingen (1931)      

Artikel in der "Gemeindezeitung für die Israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. Dezember 1931:     
Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken.     

      
Zum 90. Geburtstag von Lyon Sussmann (1933)      
   

Artikel in der "Gemeindezeitung für die Israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 1. November 1933:    
Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken       

  
Zum Tod von Lyon Sussmann (1935)      

Artikel in der "Gemeindezeitung für die Israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Februar 1935:     
Zum Lesen bitte Textabbildung anklicken      

     
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     

Geburtsanzeige für einen Sohn von Adolf Kahn und Hedy geb. Löwenstein (1923)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom  25. Januar 1923: 
"Die - Gott sei gepriesen - glückliche Geburt eines gesunden Knaben zeigen hocherfreut an  
Adolf Kahn und Frau Hedy geb. Löwenstein
Böblingen bei Stuttgart, 18. Januar."          

     
Anzeige der Mechanischen Trikotweberei Ludwig Maier & Co. (1924)    

Boeblingen CV-Ztg 17041924.jpg (103002 Byte)Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift der "Central-Vereins" vom 17. April 1924:
"Sanitas-Elastica. D
ie elegante, hygienische Unterkleidung für Herren Damen und Kinder. 
Mechanische Trikotweberei Stuttgart Ludwig Maier & Co. A.-G. in Böblingen".    

        
        
  
     

Fotos

(Quelle: zur Firma Hautana: Stadtarchiv Böblingen; Website www.zeitreise-bb.de; Fotos der Grabsteine: Hahn, Aufnahmen um 1990)    

Erinnerungen an die 
Firma Hautana in Böblingen
Boeblingen Fa Hautana 010.jpg (87193 Byte) Boeblingen Fa Hautana 011.jpg (93471 Byte)
    Die Werksanlagen der Böblinger Firma
 Hautana auf einem Firmenprospekt (1924)
Lyon Sussmann an seinem 85. Geburtstag (1928)
 im Kreis der Belegschaft seiner Firma
       
Werbung für den 
"Hautana"-Büstenhalter (1932)  
Boeblingen Fa Hautana 012.jpg (39721 Byte)
   Die Hersteller des "Hautana"-Büstenhalters werden gemeinsam für das Produkt: sowohl 
die (gleichfalls jüdische) Firma S. Lindauer & Co. (Korsettfabrik, Stuttgart-Cannstatt) 
wie auch die Mechanische Trikotweberei Ludwig Maier & Co. A.G. in Böblingen  
       
 Grabsteine im Israelitischen Teil 
des Pragfriedhofes in Stuttgart  
Boeblingen PFr 151.jpg (105840 Byte)  Boeblingen PFr 150.jpg (139221 Byte) 
    Grabmal für Familie 
Ludwig Maier  
 Grabmal für Lyon Sussmann (1843-1935) und
 Jeanette Sussmann geb. Israel (1850-1928)  
        

      
      
Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Böblingen    

Literatur:  

Jacob Toury Jüdische Textilunternehmer... 1984. S. 192, 199-201.259.    
Joachim Hahn (unter Mitarbeit von Richard Klotz und Hermann Ziegler): Pragfriedhof, israelitischer Teil. Reihe: Friedhöfe in Stuttgart Bd. 3 (bzw. Reihe: Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart Bd. 57). Stuttgart 1992. 268 S. ISBN 3-608-91618-0. 

  
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 31. Oktober 2015