Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

     
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
    

Delmenhorst (Stadt Delmenhorst, Niedersachsen) 
mit Ganderkesee (Kreis Oldenburg) 
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht: 

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Einzelne Presseberichte    
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
    
In Delmenhorst bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40 und wiederum seit 1997.   
 
Im Mittelalter lassen sich noch keine jüdischen Einwohner nachweisen, obwohl sich die Grafen von Oldenburg-Delmenhorst 1371 das Recht vorbehielten, Juden in der Stadt aufzunehmen. 
  
Die Entstehung der jüdischen Gemeinde geht in die Zeit der dänischen Landesherrschaft Ende des 17. Jahrhunderts zurück: 1695 erwarb Levin Lazarus aus Bückeburg einen dänischen Schutzbrief. Erst langsam vermehrte sich (nach 1711) die Zahl der jüdischen Haushalte auf schließlich drei im Jahr 1730. 1775 waren es - gegen den ständigen Widerstand des Magistrats - vier jüdische Haushaltungen in der Stadt, 1788 wieder drei. Ende des 18. Jahrhunderts (1793) wurden 20 jüdische Einwohner gezählt. 
  
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1811 34 (von insgesamt 1.569 Einwohnern), 1827 34 (in vier Haushalten), 1846 32 (von 1.810), 1861 31 (von 2.916), 1867 67 (1,9 % von 3.507), 1875 118 (2,5 % von 4.800), 1910 124 (von 22.516). 1830 wird die Gemeinde von Landrabbiner Hirsch als "größtenteils nicht unbegütert" beschrieben. Ende des 19. Jahrhunderts vergrößerte sich die Zahl der jüdischen Einwohner durch Zuzug von "Ostjuden", die in der Delmenhorster Industrie Arbeit fanden.  
  
Zur jüdischen Gemeinde Delmenhorst gehörten auch die in Ganderkesee wohnenden jüdischen Personen. Hier wurden gezählt: 1815 3 jüdische Einwohner (Familie Alexander), 1837 11, 1855 6, 1885 10, 1905 12, 1925 11, 1933 2. 
 
Gemeindevorsteher waren u.a. der Schlachter Isaak Jacob Schwabe (1891 bis 1906) sowie der Schlachter und Viehhändler Emil Alexander (1906 bis 1921). 

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine Israelitische Volksschule (seit 1894 staatlich anerkannte Elementarschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter, teilweise wohl auch als Schochet tätig war (nicht nach der Ausschreibung 1848/49). Die Gemeinde gehörte zum Landesrabbinat Oldenburg. Unter den Lehrern werden u.a. genannt: Lehrer Jakob Heyersberg (bis 1894), Lehrer L. Weinberg (1894 bis 1909), Lehrer Alexander Freund (1909 bis 1937).  
 
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Feldwebel Semmy Engländer (geb. 1883 in Delmenhorst, gef. 1918), Hugo Meyer (geb. 1896 in Delmenhorst, geb. 1918), Unteroffizier Lothar Müller (geb. 1892 in Delmenhorst, gest. 1916). Außerdem ist gefallen: Ernst Meyer (geb. 1888 in Demenhorst, vor 1914 in Bremen wohnhaft, gef. 1917). An Hugo Meyer und Lothar Müller erinnern Gedenkinschriften auf dem jüdischen Friedhof in Delmenhorst.     
 
Um 1924 gehörten 182 Personen zur jüdischen Gemeinde (von insgesamt 24.669 Einwohnern). Damals war D. Eichholz aus Delmenhorst Mitglied im Jüdischen Landesgemeinderat des Freistaates Oldenburg. 1932 wurden 197 Gemeindeglieder gezählt. Gemeindevorsteher war Siegfried Auerhahn (Lange Straße 72). Als Lehrer und Kantor war Alexander Freund in der Gemeinde tätig (wohnte im Synagogengebäude Cramerstraße 20). Er war Leiter der privaten Israelitischen Volksschule der Gemeinde, an der im Schuljahr 1932/33 zehn Kinder unterrichtet wurden. Weitere 18 Kinder erhielten hier ihren Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen gab es: die Chewra Gemilus Chassodim (gegründet 1922; 1932 unter Vorsitz von Moritz Goldschmidt [Bahnhofstraße] mit 30 Mitgliedern; Zwecke und Arbeitsgebiet: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Krankenpflege und Bestattungswesen; die Chewra (1932 unter Vorsitz von M. Driels [Mühlenstraße]; Zweck und Arbeitsgebiet: Wohltätigkeit; der Jüdische Frauenverein (gegründet 1904; 1932 unter Vorsitz von Frau Kuflik [Schulstraße 7]; Zweck und Arbeitsgebiet: Wohltätigkeit. Als Mitglied des Jüdischen Landesgemeinderates im Freistaat Oldenburg wird 1932 M. Lippmann aus Delmenhorst genannt.       
 
1933 lebten 163 jüdische Personen in Delmenhorst (von insgesamt 31.978 Einwohnern).
In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Von den Personen, denen eine Auswanderung gelang, konnten sich 34 in die USA retten, 24 nach Süd. und Mittelamerika, acht nach Südafrika, je sieben nach Großbritannien und Palästina. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt (s.u.). Die Fenster des letzten jüdischen Geschäftes wurden eingeschlagen. Fast alle jüdischen Männer aus Delmenhorst und Ganderkesee wurden verhaftet und in das Gerichtsgefängnis verbracht; von hier aus wurden sie in das KZ Sachsenhausen nördlich von Berlin verschleppt. Josef König ist im November 1939 im KZ Buchenwald umgekommen. Mitte 1939 wurden nur noch 36 jüdische Einwohner gezählt, Ende des Jahres noch 21. Die letzten jüdischen Einwohner mussten die Stadt im Zusammenhang mit der "Evakuierung" der Juden des Oldenburger Landes und Ostfrieslands im April 1940 verlassen. 
  
Von den in Delmenhorst geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Adolf Alexander (1901), Philipp Fritz Alexander (1864), Bertram (Benjamin) Bandel (1908), Berta Bandel (), Perle (Perel) Bandel geb. Langsam (1876), Rosa Baum geb. Alexander (1899), Hedwig ter Berg (1933), Herta ter Berg geb. Wolff (1909), Isaak ter Berg (1894), Sigmund ter Berg (1930), Ella Berndt geb. Schwabe (1883), Betty (Betti) Birk geb. Rosenbaum (1876), Ida Blank (1863), Ludwig Iwan Bloch (1876), Adolf Cohen (1923), Clara Cohen (), Ernst (Ernest) Cohen (1885), Helmut Cohen (1913), Ida Cohen geb. de Haas (1917), Else (Elsa) Eichholz geb. Haas (1901), Fritz Eichholz (1900), Mathilde Eichholz geb. Alexander (1876), Rahel Eichholz van der Wyk (1881), Siegmund (Sigmund) Funk (1896), Arthur (Artur) Frank (1874), Georg Frank (1897), Leonhard Frank (1873), Regine (Regina) Frank geb. Meyer (1866), Johanne Goldschmidt (), Moritz Goldschmidt (1885), Siegmund Simon Richard Goldschmidt (1887), Wilhelmine (Minna) Goldschmidt geb. Sternberg (1891), Selma Gottschalk geb. Frank (1872), Lina Grün geb. Grün (1906), Arthur de Haas (1910), Bernhard de Haas (1919), Bernhardine de Haas geb. Heyersberg (1881), Hans Siegfried Haas (1926), Iwan de Haas (1877), Jenny de Haas (1923), Klara de Haas (), Leo Haas (1898), Moritz de Haas (1920), Sigmund de Haas (1914), Sophie de Haas (), Mathilde Heger geb. Leeuwarden (1881), Nathan Heinrich Heger (1876), Cäcilie Ina Hes (1881), Wilhelm (Willi) Hilkowitz (1912), Marianne Hirschtick geb. Driels (1889), Moses Leonhard Hirschtik (1885), Lily Ingberg geb. Brand (1910), Frieda Jonassohn geb. Alexander (1866), Bernard (Bernhard) König (1937), Frieda König geb. Brettler (1897), Josef König (1895), Melanie König (1934), Hirsch Hermann Naftali Kuflik (1877), Sofie (Sophie) Kugmann geb. Enghaider (1875), Elsje de Lewie (1863), Ella (Elsa) Lewin (1906), Ida Lewin geb. Hamlet (1878), Hanny Hena Cywia Cyrli Manesbaum geb. Bandel (1895), Rebecca Marcus (1874), Helene Meyer geb. Bloch (1881), Meta Meyer (1890), Paula Meyer geb. Mayer (1881), Henriette Noach geb. Rosenberg (1872), Else Ollendorff geb. Frank (1878), Emilie Palm geb. Anspacher (1885), Iwan Reyersbach (1868), Georg Rosenberg (1893), Leopold Rosenberg (1924), Amalie Rosenfeld geb. Fink (1883), Samuel Rosenfeld (1883), Mathilde Rothschild geb. Rosenbaum (1885), Gertrude Samuel geb. Gellhorn (1878), Julius Samuel (1878), Klara Seligmann geb. de Haas (1922), Siegbert Seligmann (1897), Bertha Silber (1908), Bertha (Berta) Simons geb. Bandel (1911), Fischel Steinbruch (1887), Frieda Steinbruch geb. Neuer (1890), Otto Wallach (1890), Selma Wallach geb. Kaufmann (1890). 
Ein großer Teil der genannten Namen (68 der in den 1930er-Jahren in Delmenhorst wohnhaften Personen) wird auf der Gedenktafel am jüdischen Friedhof genannt.  
   
   
Nach 1945: Erst infolge des Zuzuges jüdischer Familien / Personen aus der ehemaligen Sowjetunion (GUS-Staaten) in den 1990er-Staaten nahm die Zahl der jüdischen Einwohner so zu, dass am 24. August 1997 wiederum eine jüdische Gemeinde gegründet werden konnte ("Jüdische Gemeinde Delmenhorst e.V."). Die Gemeinde gehört dem Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Niedersachsen K.d.ö.R. an und hatte 2000 160, 2007 194, 2011 175 Mitglieder. Die Vorsitzenden der Gemeinde sind derzeit (2014) Pedro Becerra (1. Vors.) und Gennadiy Fish (2. Vors.); als Rabbiner ist Rabbiner Alter für die Gemeinde zuständig. Ein jüdisches Gemeindezentrum mit Synagoge befindet sich in der Louisenstraße 34. Die Gemeinde hat eine Bibliothek; an besonderen Gruppen in der Gemeinde gibt es das Theater-Ensemble "Schalom" und einen Seniorentreff.  
    
    
    
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / (Schochet) 1848/49   

Delmenhorst AZJ 28081848.jpg (64496 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 28. August 1848: "(Oldenburg). Die Stelle eines Lehrers und Kantors bei der israelitischen Gemeinde in Delmenhorst, Großherzogtum Oldenburg, ist erledigt, und kann zum Herbste oder spätestens im Frühjahr wiederbesetzt werden. Ertrag 60 Thlr. jährlich bei völlig freier Station. Es sind nur einige Kinder zu unterrichten und braucht der Lehrer die Schächterfunktion nicht zu versehen. Portofreie Anmeldungen mit Hinzufügung genügender Qualifikationszeugnisse entweder an den Vorstand der Gemeinde oder an den Unterzeichneten. 
B. Wechsler,
Landrabbiner."     
   
Delmenhorst AZJ 22011849.jpg (41628 Byte)Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 22. Januar 1849: "Die Stelle eines Lehrers und Kantors bei der israelitischen Gemeinde in Delmenhorst - Herzogtum Oldenburg - ist noch immer erledigt. Es sind nur wenige Kinder zu unterrichten. Anmeldungen bei dem Vorstand der dortigen Gemeinde oder an den Unterzeichneten sind portofrei einzusenden. 
Wechsler
, Landrabbiner."    

    
Goldene Hochzeit des pensionierten Lehrers Jakob Heyersberg (1903)    
Anmerkung: auf dem jüdischen Friedhof in Delmenhorst findet sich das Grab von Rahel Heyersberg geb. Schwabe (1815-1903) und Jakob Heyersberg (1823-1915). Somit ist Rahel Heyersberg wenige Monate nach der Feier der Goldenen Hochzeit gestorben.      

Delmenhorst Israelit 18061903.jpg (75863 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Juni 1903: "Delmenhorst (Oldenburg). Der seit neun Jahren pensionierte jüdische Lehrer J. Heyersberg dahier feierte unter allgemeiner Beteiligung aller Kreise das Fest seiner Goldenen Hochzeit. Herr Landrabbiner Dr. Mannheimer aus Oldenburg war persönlich anwesend und überreichte dem Jubelpaare im Auftrage Seiner königlichen Hoheit des Großherzogs die Ehejubiläumsmedaille. Alsdann hielt Herr Vorsteher J. Schwabe eine Ansprache und übergab ebenfalls ein Geschenk der Gemeinde. Hierauf richtete der jetzige Lehrer L. Weinberg, als Nachfolger des Jubilars, einige herzliche Worte an seinen Kollegen, welcher sehr gerührt dankte.  
Die ganze Straße war zu Ehren des alten Paares beflaggt und die Feier machte auf alle Anwesenden einen tiefen ergreifenden Eindruck."      

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
    
Anzeige der Frau von Wolf Meyer (1901)       

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. Januar 1901: "Gesuch. Für meinen bürgerlichen Haushalt bestehend aus 5 Personen, suche ich per 1. Mai ein tüchtiges Mädchen, die kochen und alle Hausarbeit versteht. Frau Wolf Meyer, Delmenhorst bei Bremen."      

  
      
 
     
Zur Geschichte der Synagoge      
    
Zunächst fanden die Gottesdienste in den jüdischen Wohnhäusern statt, bis 1838 im Haus der Familie Heydemann in der Langen Straße. Diese Familie war seit 1768 in Delmenhorst ansässig geworden.  
 
1838 richtete die jüdische Gemeinde in der Gartenstraße 2 eine Synagoge mit Betsaal, Schulraum und Lehrerwohnung ein. Im Jahr zuvor (1837) war hierzu das Hausgrundstück Gartenstraße 2 gekauft. Das hier stehende Haus wurde für die Zwecke der jüdischen Gemeinde umgebaut und vergrößert. Die Gemeinde erhielt zu den Baukosten von 885 Rtlr. einen Zuschuss vom Großherzog über 150 Rtlr. Die Einweihung im September 1838 nahm Landrabbiner Samson Raphael Hirsch aus Oldenburg vor. 
  
Die Einweihung der Synagoge (1838)  

Delmenhorst AZJ 08111838.jpg (150422 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. November 1838: "Delmenhorst, 23. September (1838) (Privat-Mitteilung, verspätet). Unsere kleine Gemeinde unternahm es mit Unterstützung Seiner königlichen Hoheit des Großherzogs eine neue Synagoge mit Schullokal und Lehrerwohnung zu erbauen. In der Woche Ki tawo (die auf den Schabbat mit der Toralesung Ki tabo = 5. Mose 26,1-29,8 folgende Toralesung, das was die Woche nach dem 8. September 1838) war der Bau vollendet, und wir luden unseren verehrten Land-Rabbinen, den durch seine Schriften rühmlichst bekannten Ben Usiel (Hirsch) zur Einweihung ein. Auch ein zahlreiches christliches Publikum, worunter die beiden Ortsgeistlichen und der Magistrat, welcher Letzterer zu allen edlen Unternehmungen hilfreiche Hand bietet, fand sich in der Synagoge ein. Der Herr Land-Rabbine gewährte uns durch zwei Predigten einen geistigen Genuss, welcher uns lange in Erinnerung bleiben wird. Die erste, die Einweihungspredigt, welche die Auseinandersetzungen der Synagogen-Benennungen: Beit HaKnesset (Haus der Versammlung), Beit Tefila (Haus des Gebetes), Beit H' (Haus Gottes) zum Inhalt hatte, regte alle Zuhörer tief an. Fast noch tieferen Eindruck macht die zweite Predigt - 'die Synagoge eine Schule für das Leben' - am Morgengottesdienste des Sabbats. Wahrhaften Enthusiasmus weckte sie in uns, und man muss wohl bemerken, dass der Redner nicht allein Worte des Herzens zum Herzen spricht, sondern er predigt erbauend und richtet alle erbauend auf. Alles Gute und Edle betätigt er mit den größten Opfern im eigenen Leben. - 
Was unsere Stellung gegen die Gesellschaft betrifft, so ist sie sehr vorteilhaft. Von oben herab werden wir gleich den übrigen Konfessionen behandelt, und es gereicht unserm erlauchten Fürsten zum größten Ruhme, dass ihm die Angelegenheit aller seiner Untertanen ohne Unterschied am Herzen liegen, Neulich erst wurde ein jüdischer Feldwebel zum Landgerichtskopisten ernannt. In unserer Stadt ist vollends der Religionshass, woran manches Land noch laboriert, geschwunden, und es dürfte nicht leicht etwas Erhebliches vorfallen, woran Juden und Christen nicht gleich Anteil nähmen.  J.J. Schwabe, Gemeinde-Vorsteher".    

Bis in die 1920er-Jahre wurde die Synagoge als Zentrum des religiösen Lebens in der Stadt genutzt, bis die Gemeinde 1924 beschloss, eine neue Synagoge zu bauen. Der Wunsch, eine neue Synagoge zu erstellen, war freilich schon um die Jahrhundertwende aufgekommen. Man sammelte hierzu Gelder an, die jedoch durch den Krieg (Kriegsanleihen) und die Inflation wertlos wurden. Als sich nach der Inflationszeit die wirtschaftlichen Verhältnisse langsam besserten, erneuerte die Gemeinde ihren Beschluss, eine neue Synagoge zu erstellen.   
  
Die Gemeinde beschließt den Neubau einer Synagoge (1924)  

Delmenhorst Israelit 27111924.jpg (40866 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. November 1924: "Delmenhorst, 6. November (1924). Hier wurde der Bau einer neuen Synagoge beschlossen. Die jetzige Synagoge ist im Jahre 1838 errichtet worden. Seitdem hat sich die Anzahl der Gemeindemitglieder verzehnfacht, wodurch der Neubau eine dringende Notwendigkeit wurde. Durch günstigeren Verkauf eines Grundstückes ist die Gemeinde in den Besitz eines erheblichen Teiles der Bausumme gelangt."    

1927 konnte die jüdische Gemeinde ein 10,92 ar großes Grundstück an der Cramerstraße erwerben. Das Grundstück der alten Synagoge samt dem Gebäude wurde an die Stadt verkauft. Die neue Synagoge wurde nach einem Entwurf des Architekten Hemmelskamp erstellt. Der letzte Gottesdienst in der alten Synagoge war am 1. September 1928, die Einweihung der neuen Synagoge durch Landesrabbiner de Haas am 2. September 1928.   
  
Die Einweihung der neuen Synagoge (1928)  

Delmenhorst Juedlib Ztg 14091928.jpg (55598 Byte)Artikel in der "Jüdisch-liberalen Zeitung" vom 14. September 1928: "Delmenhorst (Synagogenweihe). Die israelitische Gemeinde hat bekanntlich das alte baufällig Gotteshaus an der Gartenstraße verkauft  und die Bürgerhoffsche Besitzung an der Kramerstraße erworben. Im Garten hat sie eine neue Synagoge errichten lassen. Sonnabend abend wurde in feierlichem Gottesdienste von der alten Synagoge Abschied genommen, die alten Torarollen ausgegraben und ins neue Gotteshaus gebracht. Am Sonntag war dann die Einweihung der neuen Synagoge. Die Gemeinde war stark vertreten, ferner nahmen teil die Vertreter der städtischen Körperschaften, die Geistlichkeit, die Lehrerschaft usw. Oberbürgermeister Königer überbrachte die Wünsche der Stadt."  
Hinweis: ein ausführlicherer Bericht zur Einweihung aus dem "Delmenhorster Kreisblatt" vom 4. September 1928 wird in dem Beitrag von Enno Meyer S. 33-34 zitiert. 

Nach Einweihung der neuen Synagoge richtete die Stadt Delmenhorst im Gebäude der alten Synagoge eine Krankenstube ein. Später wurde das Gebäude noch als Geschäfts- und Lagerhaus verwendet, bis es 1972 abgebrochen worden ist. 
 
Das Aufkommen der Weltwirtschaftskrise von 1929 traf auch die jüdischen Gewerbetreibenden in Delmenhorst schwer. Dadurch konnte die jüdische Gemeinde alsbald die Bauschulden nicht mehr zurückzahlen. Im Juli 1933 drohte die Zwangsversteigerung des Synagogengrundstücks, die jedoch - unter anderem durch Unterstützung der jüdischen Gemeinde Bremen - nochmals abgewendet werden konnte. 
 
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute und andere Nationalsozialisten angezündet und ist ausgebrannt. Die Brandruine wurde zunächst der Landessparkasse in Oldenburg (als dem Gläubiger des Gebäudes) zugesprochen, die sie 1940 an eine Privatperson verkaufte. Von dieser wurde unter Verwendung der erhaltenen Mauern der Synagoge ein Wohnhaus auf dem Grundstück erstellt. 
 
Im März 1949 wurde der Synagogenbrand von 1938 vor dem Oldenburger Schwurgericht verhandelt. Die beiden Angeklagten wurden auf Grund der auffallenden Gedächtnislücken der Zeugen freigesprochen. Es hieß, dass die eigentlich Schuldigen am Synagogengrand inzwischen gefallen, vermisst oder nicht in Gefangenschaft waren. 
 
Das ehemalige Synagogengebäude und das daneben liegende ehemalige jüdische Schulhaus sind bis zur Gegenwart als Wohnhaus erhalten. Eine Hinweistafel wurde 1993 auf Initiative des Freundes- und Förderkreises der jüdischen Gemeinde aufgestellt. Am 25. Juni 2014 wurde eine neue Gedenktafel am Standort der Synagoge eingeweiht. Die Gedenktafel wurde durch den Architekten Johannes Lukowitz entworfen.     
  
Adressen/Standorte der Synagogen  
bis 1838 im Haus der Familie Heydemann, das am 1906 erfolgten Durchbruch für die Bahnhofstraße von der Langen Straße stand
1838 bis 1928 Gartenstraße 2 
ab 1928 Cramerstraße 20a           
    
    
Fotos
(Quelle: Abbildungen teilweise übernommen aus www.synagogen.info)  

Historische Fotos der 1928 
eingeweihten Synagoge
 
 Delmenhorst Synagoge 140.jpg (30979 Byte)  Delmenhorst Synagoge 141.jpg (20287 Byte)
   Quelle: Die Synagogen des 
Oldenburger Landes 1988 S. 35. 
Quelle: United States Holocaust 
Memorial Museum - www.ushmm.org  
     
 Virtuelle Rekonstruktion 
der Synagoge
 
 Delmenhorst Synagoge 161.jpg (71913 Byte) Delmenhorst Synagoge 160.jpg (98546 Byte) 
  Virtuelle Rekonstruktion der Synagoge (Außenansicht und Innenraum) durch das 
Center of Jewish Art / Vladimir Levin - Jerusalem  
     
 Das ehemalige Synagogengebäude heute     
 Delmenhorst Synagoge 170.jpg (56659 Byte)  Delmenhorst Synagoge 151.jpg (31301 Byte) Delmenhorst Synagoge 150.jpg (31953 Byte) 
 Das ehemalige Synagogengebäude heute - Fotos aus www.synagogen.info      Hinweistafel zur Erinnerung 
an die Synagoge
   
     

   
   
Einzelne Presseberichte
   

April 2007: In Delmenhorst werden "Stolpersteine" verlegt  
Anmerkung: Von 2006 bis 2008 wurden insgesamt 37 Stolpersteine in Delmenhorst verlegt.   
Artikel in der Nordwestzeitung online vom 19. April 2007: "GEDENKEN. 'Es gibt kein zugeschlagenes Geschichtsbuch'
Elf neue Stolpersteine erinnern an Delmenhorster Opfer des Holocaust
DELMENHORST
/BT - 'Das Grauen des Holocaust geschah auch in Delmenhorst.' Mit diesen Worten leitete Norbert Boese, Vorsitzender des Freundes- und Förderkreises der Jüdischen Gemeinde Delmenhorst, gestern die feierliche Verlegung der elf neuen Stolpersteine ein.
Die Gedenktafeln aus Messing erinnern an Mitglieder von drei jüdischen Familien, die Opfer der NS-Diktatur wurden. Zum Gedenken an die Familie Ter Berg (Dwoberger Straße 104), an die Familie Cohen (Mühlenstraße 86) und an die Familie Wallach (Düsternortstraße 121) ließ der Kölner Bildhauer und Initiator des bundesweiten Kunstprojektes, Gunter Demnig, die Stolpersteine vor den ehemaligen Wohnhäusern der Familien in den Fußweg ein. Anwesend waren Verwandte der Opfer, Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, Vertreter der Stadt sowie Schüler der Berufsbildenden Schule.
'Es gibt kein zugeschlagenes Geschichtsbuch', mahnte Boese, 'wir wollen, dass unser Land sich erinnert.' Außerdem seien die Steine ein 'Versprechen der Stadt', dass sich die damaligen Zustände nicht wiederholen. Nach dem vergangenen Sommer ist dies die zweite Stolperstein-Aktion in Delmenhorst. Über 11 000 Stolpersteine sind bisher in Deutschland und Österreich verlegt worden. 'Das Projekt geht weiter, das Interesse ist so groß', sagt Demnig."   
 
Juli 2012: Synagogen-Führung für Kinder und Jugendliche  
Artikel von Tordis Stefan im "Weser-Kurier" vom 18. Juli 2012: "Bei einer Synagogen-Führung lernen Kinder und Jugendliche Brauchtümer und Symbolik kennen - Ein Ausflug in den jüdischen Glauben...."  
Link zum Artikel        
 
Juni 2014: Neue Gedenktafel am Synagogenplatz in der Cramerstraße  
Pressemitteilung Nr. 288/14 der Stadt Delmenhorst vom 16. Juni 2014: "Enthüllung neuer Gedenktafel an der Cramerstraße
Am Mittwoch, 25. Juni, um 14 Uhr lädt Oberbürgermeister Patrick de La Lanne zu einer Feierstunde ins Rathaus, großer Sitzungssaal, anlässlich der Enthüllung und Einweihung einer neuen Gedenktafel am Standort der ehemaligen jüdischen Synagoge an der Cramerstraße.
Seit 1993 erinnert eine seinerzeit auf Initiative des Freundes- und Förderkreises der Jüdischen Gemeinde aufgestellte Gedenktafel an die 1938 in der Pogromnacht zerstörte Synagoge. Diese mittlerweile nicht mehr zeitgemäße Tafel wird nun nach zweijähriger Planungs- und Bauzeit durch ein künstlerisch gestaltetes Gedenkobjekt ersetzt.
Die Planung übernahm honorarfrei der Diplom-Architekt und Kunstschaffende Johannes Lukowitz. Für die Umsetzung fanden sich, wie bereits beim Bau eines Chanukka-Leuchters einige Jahre zuvor, Lehrer und Schüler des Fachbereiches Metallbau der Berufsbildenden Schulen II.
Im Anschluss wird die neue Gedenktafel nach einem gemeinsamen Gang zur Cramerstraße am Standort der ehemaligen Synagoge feierlich enthüllt."  
 
Artikel von Maximilian Müller in NWZ-online vom 26. Juni 2014: "NS-Verbrechen. Gedenktafel wider das Vergessen
Einweihung nach zweijähriger Arbeit – Werk soll an Pogromnacht erinnern
Der Architekt Johannes Lukowitz hat die Gedenktafel entworfen. Am Mittwochnachmittag wurde sie eingeweiht..."
Link zum Artikel  
   
Weiterer Artikel von Stephen Kraut im "Weser-Kurier" vom 25. Juni 2014: "Helfer arbeiteten an Objekt, das an frühere Synagoge erinnert - Eine neue Tafel gegen das Vergessen
Delmenhorst. Um die alte, in den Augen vieler Beteiligten zu schlichte Gedenktafel an der Cramerstraße abzulösen, wurde in zweijähriger Arbeit ein neues Objekt entwickelt, das an die ehemalige Synagoge erinnert, die in der Reichspogromnacht zerstört wurde. Am Mittwoch erfolgte die feierliche Einweihung..."  
Link zum Artikel
        
 
April 2016: Ein Modell der Delmenhorster Synagoge kommt in das Nordwestdeutsche Museum für IndustrieKultur  
Artikel von Lennart Bonk in der "Osnabrücker Zeitung" vom 22. April 2016: "Erinnerung an zerstörtes Gebetshaus. Neues Modell der Delmenhorster Synagoge präsentiert
Delmenhorst.
Ein Modell der beim Novemberpogrom im Jahr 1938 zerstörten Delmenhorster Synagoge erhält einen Platz im Stadtmuseum. Darüber freut sich nicht nur die Jüdische Gemeinde.
Zusammen mit der Jüdischen Gemeinde in Delmenhorst sowie dem Freundes- und Förderkreis der Jüdischen Gemeinde hat das Delmenhorster Stadtmuseum am Freitagmorgen ein Modell der ehemaligen Synagoge in der Cramerstraße offiziell vorgestellt. Die Nachbildung des damaligen jüdischen Gebetshauses ist im Maßstab 1:50 im Themenbereich Nationalsozialismus des Stadtmuseums untergebracht.
Freude über das Modell. Bereits vor vier Jahren hat der Förderkreis der Jüdischen Gemeinde mit der Entwicklung der Nachbildung der Synagoge begonnen. Auf der Grundlage von Fotos und originalen Bauzeichnungen aus dem Stadtarchiv rekonstruierte der Architekt Dieter Evers das Gebäude, das während der Novemberpogrome 1938 zerstört wurde. 'Wir sind froh über das Synagogen-Modell. Es hat einen wichtigen Platz im Stadtmuseum', meinte Dr. Norbert Boese, Vorsitzender des Förderkreises. Mithilfe des Fördervereins der Jüdischen Gemeinde wurde das Modell-Projekt finanziert. Auch Pedro Becerra, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde in Delmenhorst, ist von dem Synagogen-Nachbau begeistert und hofft auf weitere Zusammenarbeit mit dem Stadtmuseum.
Ausstellungsbereich soll neu gestaltet werden. Denn mit der Installation des Synagogen-Modells leitet das Stadtmuseum Delmenhorst den ersten Schritt für weitere Veränderungen im Ausstellungsbereich ein. Insbesondere den Bereich über den Nationalsozialismus in Delmenhorst möchte Museumspädagogin Gerda Hartmann weiterentwickeln. Denn mit der pädagogischen Vermittlung der Ausstellungsinhalte war die Museumspädagogin zuletzt unzufrieden. 'Es wurden NS-Uniformen und Abzeichen dekorativ eingebracht, blieben aber unkommentiert. So etwas muss didaktisch erklärt werden', sagte Hartmann. In den kommenden Monaten soll der NS-Ausstellungsbereich inhaltlich neugestaltet werden.
75 jüdische Delmenhorster in Konzentrationslager ermordet. Dabei soll verstärkt auf die Lebensgeschichten der 75 Delmenhorster Juden eingegangen werden, die unter dem Nazi-Regime in den Konzentrationslagern ermordet wurden."  
Link zum Artikel     Website des Nordwestdeutschen Museums für IndustrieKultur    
Artikel von Annika Lütje im "Delmenhorster Kurier" vom 23. April 2016: "Delmenhorst. Synagogenmodell bekommt Platz im Stadtmuseum...
Link zum Artikel  
Artikel in NWZ-online vom 23. April 2016: "Synagogenmodell soll an Jüdisches Gemeindeleben erinnern..."  
Link zum Artikel    
 
November 2016: "Protest gegen die AfD - Gedenkfeier zur Reichspogromnacht in Delmenhorst abgebrochen"  
Artikel von Frederik Grabbe in der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom 9. November 2016: "Protest gegen die AfD. Gedenkfeier zur Reichspogromnacht in Delmenhorst abgebrochen
Delmenhorst.
Die Gedenkfeier zur Erinnerung an die Reichspogromnacht im Delmenhorster Rathaus ist am Mittwochnachmittag abgebrochen und nach draußen verlegt worden. Grund war die Anwesenheit einiger AfD-Mitglieder.
Zum ersten Mal in der Geschichte der Erinnerung an die Novemberpogrome im Dritten Reich ist die Gedenkfeier nicht im Rathaus verlaufen, sondern vor das Rathaus verlegt worden. „Dieses Jahr wollen wir nicht im Ratssaal gedenken, dieses Jahr sind Rechtspopulisten unter uns“, sagte der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde, Pedro Benjamin Becerra, zu Beginn der Feierstunde, und meinte damit Vertreter der AfD. Becerra lud das Publikum stattdessen zur Feierstunde vor dem Rathaus ein... "  
Link zum Artikel        

  
   
Links und Literatur   

Links: 

Website der Stadt Delmenhorst  
Website des Zentralrates der Juden in Deutschland mit Seite zur jüdischen Gemeinde Delmenhorst  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Delmenhorst (interner Link)    

Literatur:  

Enno Meyer: Geschichte der Delmenhorster Juden 1695-1945. Oldenburg 1985.     
Berne Literatur 010.jpg (66315 Byte)ders.: Die Synagoge in Delmenhorst. In: ders. (Hrsg.): Die Synagogen des Oldenburger Landes. Oldenburg 1988. S. 30-40.   
Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen (Hrsg. von Herbert Obenaus in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel). Bd. I Göttingen 2005 S. 455-464 (Abschnitt zu Delmenhorst von Werner Meiners).   
Hier finden sich S. 463-464 weitere Literaturangaben.  
Textauszug zu Delmenhorst über eine pdf-Datei
   

     
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Delmenhorst, Oldenburg. Jews first settled there in 1695, during the period of Danish rule. In 1827, they numbered 34 (2 % of the total). The community also had a few members in Ganderkesee and built a synagogue in 1838. As a new industrial center, Delmenhorst grew rapidly and the Jewish population increased to 118 (1875). By 1910, however, the 124 Jews living there mostly eked out a livelihood and constituted only 0,5 % of the inhabitants. Iwan Bloch (1872-1922), an eminent dermatologist, medical historian, and one of the first to engage in the scientific study of sex, was born in Delmenhorst. After Worldwar I, the community had a Central Union (C.V.) branch and numbered 182 at its height in 1924. A large synagogue was built in 1928 only to be burnt down by the Nazis on Kristallnacht (9-10 November 1938). About 105 Jews succeeded in emigrating, primarily to the United States (41), Latin America (24), and Palestine (11). At least 75 died in the Holocaust. A Jewish community established by emigrants from the former Soviet Union numbered around 160 in 2000.  
  
     

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge  

           

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 26. Dezember 2016