Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Endingen am Kaiserstuhl (Kreis Emmendingen)
Jüdische Geschichte / Synagoge 
  

Zur Geschichte jüdischer Bewohner       
   
In Endingen lebten Juden im Mittelalter und im 19./20. Jahrhundert. 
  
Im Mittelalter werden erstmals 1313 Juden am Ort genannt (1348/49 Judenverfolgung; danach neue Niederlassung, 1470 Ausweisung wegen angeblichen Ritualmords). Vermutlich kam es im Mittelalter zur Bildung einer Gemeinde, wenngleich über Einrichtungen wie Synagoge oder Friedhof nichts bekannt ist. 
   
Das mittelalterliche Wohngebiet konzentrierte sich auf die "Judengasse", ein Teil der heutigen Hauptstraße  zwischen Riegeler Straße (Riegeler Tor) und der Dielenmarkt- und Lehnhofstraße.  An ihrem Ende (Ecke Dielenmarktstraße) lag der "Judenbrunnen" und ein ehemaliges "Judenhaus", in dem angeblich der Ritualmord 1462 verübt worden war, woran bis 1834 Gemälde an der Hauswand erinnerten. In Zusammenhang mit dem angeblichen Ritualmord gab es noch weitere Erinnerungen: 

Endingen StPeter 010.jpg (74215 Byte)Bis 1967 waren in der Pfarrkirche St. Peter (Foto links; Quelle: www.endingen.de) die Relikte der "unschuldigen Kinder" und ihrer Eltern aufbewahrt. Auf einer 1714 gegossenen und erhaltenen Glocke der Peterskirche ("Kindlisglocke") sind auf einem Relief kopflose Kinderleichname festgehalten. An die unter Folterqualen geständigen und dann umgebrachten Juden (1470) erinnern noch die Fluren "Judenbuck" (westlich von Endingen, wo sie verbrannt wurden) und das naheliegende "Judenloch"
   
    
Nach 1863 konnten sich jüdische Personen in Endingen wieder niederlassen. Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich wie folgt: 1864 1, 1871 6, 1875 14, 1880 28, 1885 24, 1890 38, 1895 Höchstzahl mit 43 Personen, 1900 32, 1905 27, 1910 16, 1925 7. Die in Endingen leben jüdischen Personen gehörten zur Synagogengemeinde in Eichstetten
      
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Gewerbe- und Handelsbetrieben im Besitz jüdischer Familien / Einzelpersonen sind bekannt: Strickwaren- und Wäschegeschäft Rosalie Blum (Hauptstraße 63), Konfektions- und Wäschegeschäft Siegfried Hauser (Marktplatz 19). 
    
Von den in Endingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Julius Blum (1883), Siegfried Hauser (1881), Jakob Maier (1894).  Der Name des im KZ umgekommenen Siegfried Hauser findet sich seit 1967 auch auf dem Ehrenmal für die Toten von 1933 bis 1945 an der Nordwand des Turmes der St.-Martins-Kirche.
   
   
   
Aus der jüdischen Geschichte des Mittelalters   
Hinweis auf einen Beitrag von Rabbiner Dr. Adolf Lewin (Freiburg)   

Beitrag in der "Monatsschrift zur Wissenschaft und Geschichte des Judentums" 1906 S. 316: Der Beitrag kann online gelesen werden über www.compactmemory.de    

  
  
   

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Endingen   

Literatur:      

Germania Judaica II,1 S. 209-210;  III,1 S.300-302.  
Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 73-74.  
Karl Kurrus: Die unschuldigen Kinder von Endingen – sog. Christenmord 1462 und Judenverbrennung 1470, in: Schau-ins-Land 83 (1965) S. 3-16. 
Link: Seite zur Erinnerung an Karl Kurrus   
Michael Longerich: Judenverfolgungen in Baden im 14. Jahrhundert am Beispiel von Breisach, Endingen, Freiburg und Waldkirch, in: s’Eige zeige". Jahrbuch des Landeskreises Emmendingen 4/1990 S. 33-46. Link.   

              

      

                   
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Stand: 23. Februar 2013