Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Übersicht der Jahrestagungen   

Die Jahrestagung 2005 in Hohenems 

Hohenems Jahrestagung 106.jpg (60344 Byte)Die Jahrestagung 2005 der Alemannia Judaica fand am 12./13. März 2005 in Hohenems (Vorarlberg/Österreich) statt. Die Tagung wurde organisiert und gestaltet durch das Jüdische Museum Hohenems.

Fotos von der Jahrestagung siehe am Ende dieser Seite

  
Protokoll der Jahrestagung 2005 von "Alemannia Judaica"

Tagungsort: Jüdisches Museum, Hohenems     
   
Tagungsteilnehmer (ohne akademische Titel):    

Eva-Maria Hesche, Patrick Gleffe, Hanno Loewy (Tagungsleitung), Helmut Schlatter, Birgit Sohler (Jüdisches Museum Hohenems)   

Tiberio Cataneo-Grasse, Hanna Fexer, Carola Grasse (Verein für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen e.V.) 

Gerhard Dümchen, Ines Meister, Christiane Walesch-Schneller (Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach e.V.)  

Martina Eberspächer (Ausstellungsmacherin, Stuttgart)  

Rolf Emmerich (Laupheim) 

Eva Grabherr (Dornbirn)  

Joachim Hahn (Plochingen)  

Heidi Holecek, Sibylle Höschele, Daniel Meynen (Freundeskreis Synagoge Sulzburg)  

Frowald Gil Hüttenmeister (Tübingen)  

Klaus Illi (Ostfildern)

Utz Jeggle (Tübingen)  

Werner Kessl (Arbeitskreis Ehemalige Synagoge Rottweil)  

Robert Krais (Deutsch-Israelischer Arbeitskreis Südlicher Oberrhein)  

Silvester Lechner und Christof Maihoefer (Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm e.V.)  

Charlotte und Heinz Mayenberger (Jüdisches Leben in Buchau) 

Hanna und Werner Meyer-Moses (Bremgarten, Schweiz)  

Monika Müller, Uwe Schellinger (Freiburg)  

Michael Nathanson (Förderverein Ehemalige Synagoge Kippenheim) 

Gerhard Naser (Freiburg)

Heinrich Nuhn (Geschichtswerkstatt Rotenburg a.d. Fulda, Förderverein Ehemaliges Jüdisches Ritualbad Rotenburg a.d. Fulda)  

Konrad Pflug (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Gedenkstättenarbeit) 

Karen Roth-Krauthammer (Jüdisches Museum der Schweiz, Basel) 

Karlheinz Rueß (Stadtarchiv Göppingen, Jüdisches Museum Göppingen-Jebenhausen) 

Heike Schmieder-Wasmuth und Beate Steg-Bayer (Förderverein Bürgerhaus Gailingen) 

Benigna Schönhagen (Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben)  

Uri Tänzer (New Jersey, Enkel von Rabbiner Aron Tänzer, Hohenems-Göppingen)  

Ulrike Baumgärtner, Martin Ulmer (Geschichtswerkstatt Tübingen e.V.)  

Kurzfristig entschuldigt (u.a. schwierige Straßenverhältnisse): Johannes Ghiraldin (Ehemalige Synagoge Wenkheim), Günter Boll (Breisach), Monica Kingreen (Fritz Bauer Institut, Frankfurt am Main) und Dorothee Lottmann-Kaeseler (Verein Aktives Museum Wiesbaden), Monika Thormählen (Blaues Haus Breisach), Brigitte und Helmut Gabeli sowie Klaus Schubert (Gesprächskreis ehemalige Synagoge Haigerloch).
Mehrere Mitglieder und Freunde von Alemannia Judaica haben sich entschuldigt, weil sie auf Grund anderweitiger Verpflichtungen an diesem Wochenende bei der Jahrestagung nicht teilnehmen konnte. Auf eine Auflistung der Namen der verhinderten und entschuldigten Personen wird hier jedoch verzichtet. 
   
   
Samstag, 12. März 2005 - Programm (nicht Protokoll) der Veranstaltung:   
   
15.15 Uhr: Begrüßung der Teilnehmer durch Hanno Loewy, Leiter des Jüdischen Museums Hohenems   
   
15.30 Uhr: Führung durch die Ausstellungen im Jüdischen Museum Hohenems:  
a) Ausstellung zum 100. Jahrestag des Erscheinens des Buches "Juden in Hohenems" und zum 100. Jahrestag der Gründung der Vorarlberger Landesbibliothek: "Aron Tänzer. Rabbiner, Forscher, Sammler und liebevoller Pedant
b) Ausstellung zu Bartholomäus Schnell. Raufbold, freier Künstler und Pionier des Buchdrucks in Vorarlberg".   
   
18 Uhr: Empfang der TeilnehmerInnen durch den Bürgermeister der Stadt Hohenems Richard Amann   
  
19.30 Uhr: Aron Tänzer und die Ordnung des Fortschritts. Geschichtswahrnehmung und Historizität eines "deutschen Juden" aus Leidenschaft. 
Eine Podiumsdiskussion mit Dr. Eva Grabherr (Dornbirn), Dr. Karl-Heinz Rueß (Göppingen), Mag. Eva-Maria Hesche (Jüdisches Museum Hohenems), Patrick Gleffe (Jüdisches Museum Hohenems) und Uri Tänzer (New Jersey).  
   
22.00 Uhr Ausklang in der Gaststätte "Engelburg".   
    
    
13. März 2005 - Die Jahrestagung von "Alemannia Judaica".         
   
08.30 Uhr: Führung durch den Jüdischen Friedhof in Hohenems.  
   
10.00 Uhr Tagungsbeginn: Hanno Loewy und Joachim Hahn (als Mitorganisator von AJ) begrüßen die Tagungsteilnehmer.   
   
10.15 Uhr – 17.00 Berichte der Tagungsteilnehmer, unterbrochen durch Pause, Mittagspause (Mittagessen und Führung durch das jüdische Hohenems mit Besichtigung der ehemaligen Synagoge)
Folgende Berichte wurden gegeben; teilweise schlossen sich hierzu Gesprächsrunden an.    
   
1. Carola Grasse berichtet über die Aktivitäten und Projekte des "Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingens":
Im Museum wurden im vergangenen Jahr etwa 1.400 Besucher gezählt. Vom Verein wurden 30 Führungen durchgeführt. Zu diesen Führungen gehörten: Museumsbesuch und Rundgang durch die Stadt mit Eindrücken vom gegenwärtigen jüdischen Leben (es gab auch Führungen für Schülergruppen aus Israel). Die Arbeit des Vereins geschieht in enger Zusammenarbeit mit jüdischer Gemeinde und städtischem Kulturamt (auch regelmäßig gemeinsame Veranstaltungen). Wichtig ist dem Verein die Kooperation mit Schulen und mit dem Synagogenverein Kippenheim. Insgesamt ist eine sehr gute Entwicklung und eine große Resonanz auf die Arbeit festzustellen. Neu ist die Homepage des Vereins (www.juedisches-museum-emmendingen.de)  in deutsch/englisch/russisch, geplant sind eventuell noch französische und italienische Seiten.
Die jüdische Gemeinde Emmendingen konnte ihr 10jähriges Bestehen feiern. In der Alten Synagoge von Emmendingen wurde ein Gemeindesaal vor kurzem fertiggestellt (für Veranstaltungen mit etwa 100 Personen). Die Arbeit in Emmendingen wurde Anfang März im Südwestfernsehen dargestellt. Die DD "Ausgerechnet Deutschland" kann beim Verein bezogen werden. Ein Museumsführer des Landkreises Emmendingen ist neu erschienen, in dem auch das jüdische Museum dargestellt wird. Nach wie vor finanziert sich der Verein ausschließlich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge. 
Derzeitige Planungen: Das Museum soll vor allem durch eine Darstellung der gegenwärtigen Gemeinde weiterentwickelt werden.

Sulzburg Ausstellung 01.jpg (29266 Byte)2. Aus Sulzburg ("Freundeskreis Ehemalige Synagoge Sulzburg e.V.") berichten Sibylle Höschele und Daniel Meynen:
S. Höschele: In der "Historischen Arbeitsgruppe" des Freundeskreises sind sieben Personen dabei, die Geschichte der Sulzburger Juden (vor allem 20. Jahrhundert) zu recherchieren. Dabei werden Fotodokumente, Pläne mit Eintragung der jüdischen Häuser, Stammbäume usw.  gesammelt. Im Herbst 2004 wurde hierzu eine Ausstellung gezeigt ("Auf jüdischen Spuren durch Sulzburg", siehe Faltprospekt links), zu der 600-700 Besucher kamen. Nicht nur Auswärtige, sondern auch sehr viele Sulzburger zeigten großes Interesse. Die Ausstellung hatte ein gutes Echo. Ab dem 9. Mai 2005 wird sie im Regierungspräsidium in Freiburg zu sehen sein (Eröffnung 9. Mai, 14 Uhr im Foyer des Regierungspräsidiums). Diese Ausstellung kann (evtl. auch nur in Teilen) ausgeliehen werden. Kontakt über Sibylle Höschele (Mail). In Bälde wird ein neues Buch von Bernd Michaelis zur "Geschichte der Juden in Sulzburg" erscheinen.
D. Meynen berichtet davon, dass zufällig ein weiterer jüdischer Friedhof entdeckt wurde. Auf einem alten Bergwerksplan fand sich ein Vorgängerfriedhof des bestehenden Friedhofes, etwa 150 m stadteinwärts. Der alte Friedhof wurde bereits um 1577 aufgegeben. In der NS-Zeit wurde der Platz als Schießplatz verwendet. Es sind keine Spuren erhalten.  
   

  

  

  

3. Gil Hüttenmeister berichtet von verschiedenen Aktivitäten:
a) In Haigerloch wurde die Synagoge restauriert und inzwischen als Museum eingerichtet. Eine Volldokumentation des Haigerlocher Friedhofes wird erstellt.
Hegenheim Buch 01.jpg (22195 Byte)b) Aus dem Elsass ist u.a. zu berichten, dass die Dokumentation des Friedhofes in Hegenheim erschienen ist (siehe Fotos links) mit einer beiliegenden CD, auf der sich alle Daten und ein Plan befinden. Weitere Friedhofsdokumentationen sind geplant (Rosenwiller!). In Straßburg wurden weitere mittelalterliche Grabsteine entdeckt.
Die Funde der Genisa aus Bergheim bei Colmar wurden von ihm ausgewertet; sie datieren bis ins 16. Jahrhundert zurück.
c) Eine Volldokumentation des Friedhofes Kuppenheim wurde von ihm erstellt, da bislang an keine Publikation gedacht ist, können Informationen direkt bei ihm erfragt werden.
c) In Tschechien arbeitet er mit Gruppen von Aktion Sühnezeichen auf jüdischen Friedhöfen.  

  

  

   

4. Klaus Illi (Ostfildern) berichtet über seine künstlerischen Arbeiten (Ideen, Werke und Installationen,  u.a. in ehemaligen Synagogen). Er arbeitet viel mit israelischen Künstlern zusammen. Ein großes Thema spielt das Thema Atmung.
Anmerkung des Protokollanten: Wer sich mehr über die Arbeiten von Klaus Illi informieren will: bei einer "Google"-Suche "Klaus Illi" eingeben.  
   
5. Robert Krais (Ettenheim) vom Deutsch-Israelischen Arbeitskreis Südlicher Oberrhein berichtet:
a) über das Projekt "Erinnern und Begegnen". Am 23. Oktober 2005 wird die endgültige Grundsteinlegung in Neckarzimmern sein (Internet siehe www.mahnmal-projekt.de). 50 Gruppen bringen sich nach derzeitigem Stand mit Beiträgen ein.
b) An Publikationen erschien u.a. von Karl Günther: Das Mohelbuch des Heinrich Epstein aus Kenzingen. 2003.
c) Im Blick auf den 65. Jahrestag der Deportation nach Gurs werden die Kontakte zu Zeitzeugen nochmals intensiv angestrebt. 
d) In Kippenheim gibt es seit acht Jahren Bemühungen, die dortige Schule nach Inge Auerbacher zu benennen. Der Antrag der Schulleitung wurde jedoch zweimal vom Gemeinderat abgelehnt.  
  
6. Konrad Pflug gibt den Tod von Heinz M. Bleicher (Gerlingen) am 9. März 2005 bekannt, der sich in vielfältiger Weise im christlich-jüdischen Bereich engagierte. U.a. war Bleicher entscheidend mitbeteiligt bei der Erhaltung und Renovierung der ehemaligen Synagoge Freudental.
(vgl. den Presseartikel der Stadt Stuttgart).
Die Anwesenden würdigen die Arbeit von Heinz M. Bleicher durch eine Schweigeminute und sprechen sich dafür aus, mit einer Kondolenzkarte Frau Bleicher zu grüßen.   
   
7. Christof Maihoefer (Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm) gibt zwei Berichte:
a) über den Stand seiner Forschungen zur jüdischen Buchmalerei im späten Mittelalter und der Ausmalung einer mittelalterlichen Nische im Judenhof, insbesondere im Blick auf Engelsdarstellungen in dieser Zeit. 
Vgl. hierzu einen Bericht, den der Protokollant am 29.10.2004 von Silvester Lechner erhielt (Artikel von Dagmar Königsdorfer in der Neuen Ulmer Zeitung)
b) Einen Bericht über seine Forschungen zu den jüdischen Displaced Persons in Ulm ("Trümmersuche"). 
Hierzu konnten zahlreiche Bild- und Textdokumente gefunden und in einer Sammlung zusammengetragen werden, darunter viele Originalmaterialien, jiddische Zeitungen, Zeitzeugenberichte. Zu den Forschungen gehört eine genauere Klärung von Grabstätten der DPs auf dem jüdischen Friedhof in Ulm. Christof Maihoefer möchte 2006 eine Ausstellung über DPs zeigen, die vom Nassau-Institute erstellt wurde. Diese Ausstellung könnte auch noch an anderen Orten gezeigt werden, wer Interesse hat, möge sich bei Christof Maihoefer melden (E-Mail). Maihoefer hofft, dass im Zusammenhang mit der Ausstellung ein Einladungsprogramm für ehemalige DPs verwirklicht werden kann.  
   
8. Hanno Loewy berichtet über die Arbeit des Jüdischen Museums Hohenems und anstehende Veränderungen:
Nach einer kritischen Zeit Ende des 1990er-Jahre (u.a. immer weniger Besucher) ging es mit der Arbeit des Museums wieder aufwärts (2003 5.500 Besucher, 2004 10.000 Besucher). Die Konsolidierungsphase ist abgeschlossen. Derzeit liegt ein Schwerpunkt bei der Entwicklung von inhaltlichen Visionen für die Arbeit des Hauses. Dazu soll gehören: eine stärkere Beschäftigung mit der jüdischen Gegenwart sowie mit der Situation der Juden im Dreiländereck Schweiz/Österreich/Deutschland und mit aktuellen Fragestellungen (Migration usw.). Langfristig wird eine neue Gestaltung des Museums angestrebt. Im oberen Stock findet sich seit 14 Jahren eine provisorische Ausstellung, die neu gemacht werden sollte. In den vergangenen Jahren wurden auch zahlreiche neue Dokumente gesammelt, von denen viele in einer neuen Ausstellung zugänglich gemacht werden sollen. Die neue Ausstellung soll 2007 eröffnet werden. Auch die Museumsdidaktik soll weiterentwickelt werden. Der Eingangsbereich wird eine Veränderung erfahren und freundlicher, einladender werden. Bisher erfordert das Hereinkommen ist Haus noch "viel Mut". Ein erster Schritt ist mit der Einrichtung eines Cafés getan.  
Eine wichtige Veränderung in der Arbeit des Museums ist, dass das Haus wieder für jüdische Familien im Gebiet des Vorarlbergs ein Mittelpunkt geworden ist. Regelmäßig treffen sich hier jüdische Kinder und erhalten Religionsunterricht.  
  
7. Christiane Walesch-Schneller berichtet vom "Blauen Haus" Breisach bzw. den Aktivitäten des Fördervereins Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach e.V.
Christiane Walesch-Schneller überbringt zunächst Grüße des leider erkrankten Günter Boll. Nach den Publikationen des Fördervereins, zuletzt "Zone 30. Rückkehr aus dem Exil" soll nun die Geschichte der 250 Juden, die 1933 noch in Breisach lebten, geschrieben werden. Im Haus selbst konnte beim Europäischen Tag der Jüdischen Kultur 2004 die Bibliothek vorgestellt werden. Im Haus selbst trifft sich einmal im Monat eine kleine Gruppe von jüdischen Emigranten zu einem Schabbatgottesdienst im früheren Betsaal. Über Gerhard Dümchen besteht Kontakt zu Aktion Sühnezeichen. Dadurch wird das Projekt der Sommerlager in Breisach-Mackenheim fortgeführt. Die Arbeiten im Friedhof Mackenheim sind mit dem Oberrabbinat Strasbourg abgesprochen. Die Finanzierung der Arbeit des Blauen Hauses macht insgesamt einige Schwierigkeiten; Schulden sind noch abzuzahlen. Immerhin gibt es in den USA einen Unterstützungsverein.
Geismar.jpg (10922 Byte) Für 2006 ist eine besondere Veranstaltung im Freilichttheater Breisach geplant. Zwei jüdische Choreografen aus den USA, darunter Aviva Geismar (Foto links; deren Vorfahren auf Breisach stammen) arbeiten an einer Darbietung: "Dances for the Blue House - Tänze für das Blaue Haus". Auch in Schulen in Breisach und Umgebung sind nach Möglichkeit Vorführungen geplant.
Christiane Walesch-Schneller weist auf eine Veranstaltung mit Prof. Dan Bar-On hin, dem Verfasser des Buches "Die Last des Schweigens. Gespräche mit Kindern von NS-Tätern" (vgl. Seite im Internet): 27. Juni 2005 in Freiburg.
Ein weiterer Hinweis erfolgt im Blick auf eine aufgefundene Liste mit den Namen von 733 badischen Juden, die im Oktober 1940 nicht deportiert wurden.  
  
8. Benigna Schönhagen berichtet aus Augsburg (Jüdisches Kulturmuseum):
Das Jüdische Kulturmuseum wird 20 Jahre alt. Nach mancherlei Schwierigkeiten wird es auch um das Museum ruhiger. Die inzwischen etwa 2.000 Mitglieder umfassende jüdische Gemeinde Augsburg hat in Dr. Henry Brandt einen neuen Rabbiner. Das Museum hat derzeit über 20.000 Besucher pro Jahr durch Schulgruppen und andere Gruppen. Im Jahresprogramm wurde der Europäische Tag der Jüdischen Kultur sehr gut angenommen. 2004 machten zehn Orte im Bereich Bayrisch Schwaben mit. In der vergangenen Zeit gab es große Anstrengungen, Mittel für die Modernisierung des Museums aufzubringen. Inzwischen gibt es Zusagen, sodass das Museum im September geschlossen und im Frühjahr 2006 neu eröffnet werden kann. Die Neukonzeption sieht vor, dass der Schwerpunkt nicht mehr fast ausschließlich im religiösen Bereich liegt. Historische Zusammenhänge sollen vom Mittelalter bis zum 20. Jahrhundert dargestellt werden (Schwerpunkt im 20. Jahrhundert). Auch die neue Gemeinde wird in der Darstellung ihren Platz finden. Zugleich sollen auch die anderen Synagogen usw.-Initiativen in Bayrisch Schwaben mit einbezogen werden. Benigna Schönhagen schlägt vor, nach Eröffnung des neuen Museums das Jahrestreffen von Alemannia Judaica 2007 in Augsburg zu machen.  
  
9. Heinrich Nuhn berichtet von der "Arbeitsgruppe Spurensuche Rotenburg an der Fulda" sowie vom dortigen Förderkreises "Ehemaliges Ritualbad Rotenburg an der Fulda - Gedenk- und Begegnungsstätte".
Die Aktivitäten in Rotenburg wurden im vergangenen Jahr in der Öffentlichkeit stärker wahrgenommen. Auch in der Jüdischen Allgemeinen und in der Frankfurter Zeitung wurde berichtet.  
   
10. Rolf Emmerich berichtet aus Laupheim: 
a) Das "Museum zur Geschichte von Christen und Juden" im Schloss Großlaupheim wird derzeit weiter ausgebaut. Weitere Zimmer werden eingerichtet.
b) Die Schalom-Tage werden auch dieses Jahr wieder durchgeführt.
c) Aktuell ist ein Gedenkbuch-Projekt, an dem 20 Personen mitarbeiten. Dabei werden jüdische Personen dargestellt mit Bildmaterialien usw. 
d) Am 28./29. April werden zum 6. Mal wieder die jährlichen Laupheimer Gespräche stattfinden. Diesjähriges Thema "Umgang mit der Erinnerung im deutschen Südwesten".  
  
11a. Michael Nathanson berichtet aus Kippenheim:
a) Es wurden weitere "Stolpersteine" in Kippenheim verlegt. Dies ist hier auf Initiative der politischen Gemeinde geschehen.
b) Der Gemeinderat beschloss in nichtöffentlicher Sitzung, dass der Name der Grundschule nicht nach Inge Auerbacher benannt werden soll.
11b. Uwe Schellinger berichtet anhand eines ausgeteilten Informationsblattes über "Wissenschaftliche Projekte des Fördervereins Ehemalige Synagoge Kippenheim e.V."
zu den Projekten gehört: a) Die Sicherung und Erschließung des sogenannten "Höfer-Fundes" (Dokumente aus der Familie Weil", b) Die Sicherung und Erschließung der Schmieheimer Genisa"; c) Die Sicherung und Erschließung der 'Kippenheimer Genisa', d) Die Architektonische und baugeschichtliche Beschreibung der ehemaligen Kippenheimer Mikwe, e) die Erarbeitung einer ständigen Ausstellung/Dokumentation zur Geschichte des Ortenauer Judentums. 
Anmerkung: Über einen Teil dieser Projekte siehe nähere Informationen.  
  
12. Konrad Pflug (Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, Gedenkstättenarbeit) informiert:
a) Zum Europäischen Tag der jüdischen Kultur im September 2005 sollten möglichst bald die Anmeldungen erfolgen. Es ist noch unklar, ob in derselben Weise wie meist in der Vergangenheit das Elsass mit dabei ist, weil die ursprüngliche Beteiligung des departementalen Tourismusbüros leider nicht mehr fortgeführt wird. Verantwortlich zeichnet dort nun B'nai B'rith Hirschler in Strasbourg.
b) Es gibt Planungen der B'nai B'rith Luxemburg und anderer Organisationen, eine "Europäische Straße der jüdischen Kultur" ("European Route of Jewish Heritage") zu realisieren. Konrad Pflug meint, dass im Blick auf Orte in Deutschland zunächst der Zentralrat der Juden zu fragen sei. Ehemalige Synagogen und Gedenkstätten könnten eventuell auf eigene Initiative mit aufgenommen werden. Eine entsprechende Anfrage erfolgt nochmals.
c) Am 20. März 2005 um 11 Uhr gibt es in Stuttgart eine Veranstaltung mit Salomon Korn betr. des Nordbahnhofgleises. Vgl. zur Thematik Artikel im Amtsblatt der Stadt Stuttgart. 
d) In diesem Jahr werden Gedenkveranstaltungen zum 65. Jahrestag der Deportation nach Gurs sein. Die Federführung für die zentralen Veranstaltungen liegt bei der Israelitischen Religionsgemeinschaft in Baden. Evtl. organisiert die GCJZ Mannheim eine Reise zur Feier in Gurs (42./43. KW. Gedenkfeier ist am 23.10.2005).
e) Konrad Pflug regt an, dass zur Verbreiterung der Basis der Treffen auch die Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit (GCJZ) im Bereich der Alemannia Judaica informiert werden könnten.  
   
13. Heike Schmieder-Wasmuth und Beate Steg-Mayer berichten aus Gailingen (Förderverein Bürgerhaus Gailingen) und Konstanz:
Der Förderverein in Gailingen besteht nun 8 Jahre und umfasst 100 Mitglieder.  
   
14. Martin Ulmer von der Geschichtswerkstatt Tübingen berichtet über:
a) die Resonanz auf den bei der letzten Jahrestagung gezeigten Film "Wege der Tübinger Juden - Eine Spurensuche". Der Film lief acht Wochen lang im Kino in Tübingen (auch gesonderte Schülerveranstaltungen). Die Geschichtswerkstatt erhielt hierfür einen Preis der Stadt Tübingen für bürgerschaftliches Engagement. Eine Kopie kann bei Martin Ulmer bestellt werden.
b) Martin Ulmer erzählt über den Fortgang des auch bei der letztjährigen Jahresversammlung vorgestellten Yad Vashem-Projektes - Freiwilligenarbeit in Stadt- und Kreisarchiven. In verschiedenen Orten (Haigerloch, Mühringen, Rexingen, Rottweil u.a.m.) hat diese Arbeit begonnen. Wenn Interesse am Mitmachen besteht, kann man immer einstiegen. Nähere Informationen bei Martin Ulmer: E-Mail   
   
15. Silvester Lechner (Dokumentationszentrum Oberer Kuhberg Ulm) berichtet von verschiedenen Veranstaltungen in Ulm: 
u.a. am 27. Januar 2005: "Als der Sport nationalsozialistisch wurde - Die Vertreibung jüdischer und sozialistischer Sportler aus dem Ulmer Sportgeschehen 1933". Infos   
   
16. Werner Kessl gibt einen Einblick in die Aktivitäten des Arbeitskreises Ehemalige Synagoge Rottweil und die Situation der jüdischen Gemeinde Rottweil und Umgebung.
Zur Gemeinde gehören inzwischen etwa 180 Personen in Rottweil, Villingen-Schwenningen, Tuttlingen und jeweiliger Umgebung.  
   
17. Charlotte Mayenberger berichtet aus Bad Buchau.
Etwa 25 Führungen waren von ihr auf den Spuren der jüdischen Geschichte in Buchau im vergangenen Jahr durchzuführen, darunter Schulklassen. Es gibt auch ein Ferienprogramm für Kinder zu dieser Thematik. Die Veranstaltung im Rahmen des Europäischen Tages der jüdischen Kultur war gut besucht, gleichfalls die Veranstaltung zum 9./10. November.   
   
Für die Jahrestagung 2006 wurden zwei Vorschläge gemacht: nach schon länger bestehendem Wunsch in "Richtung Elsass", genannt werden: Breisach, Musée du Bucheneck in Soultz. Die Breisacher werden gebeten, sich mit Fredy Raphael in Verbindung zu setzen, um Möglichkeiten zu erörtern. Der andere Vorschlag ist Kippenheim. In den nächsten Wochen sollte nach Möglichkeit ein konkreter Vorschlag für einen der vorgeschlagenen Orte ausgearbeitet werden. 

Ende der Tagung: 17 Uhr.  
   
    
Fotos von der Jahrestagung:

Samstag, 12.3.: Ankunft / Begrüßung / 
Führung durch das Museum
 
Hohenems Jahrestagung 140.jpg (40570 Byte) Hohenems Jahrestagung 129.jpg (35580 Byte) Hohenems Jahrestagung 127.jpg (35482 Byte)
Das neue Café des Museums wird 
von den Tagungsteilnehmern eingeweiht
Hanno Loewy bei der Führung 
durch das Museum
     
Hohenems Jahrestagung 130.jpg (36477 Byte) Hohenems Jahrestagung 131.jpg (37557 Byte) Hohenems Jahrestagung 135.jpg (37516 Byte)
Während der Führung durch das Museum  
 
Hohenems Jahrestagung 132.jpg (26485 Byte) Hohenems Jahrestagung 128.jpg (40585 Byte) Hohenems Jahrestagung 133.jpg (38701 Byte)
Interessantes im Museum: links Hebräischer Druck aus Isny (1542)  Das frühere Uhrwerk der Synagoge 
   
Hohenems Jahrestagung 134.jpg (39610 Byte) Hohenems Jahrestagung 138.jpg (35968 Byte) Hohenems Jahrestagung 139.jpg (43701 Byte)
Nach der Führung im Museum: Empfang durch Bürgermeister Richard Amann  Kleiner Imbiss zwischendurch 
   
Abendveranstaltung zu Rabbiner Aron Tänzer  
Hohenems Jahrestagung 142.jpg (40354 Byte) Hohenems Jahrestagung 145.jpg (38598 Byte) Hohenems Jahrestagung 143.jpg (34277 Byte)
Von links: Uri Tänzer, Karl-Heinz Rueß,
 Bürgermeister Amann und Frau
Von links: Patrick Gleffe, Eva Grabherr, Hanno Loewy,
 Uri Tänzer, Karl-Heinz Rueß
Vortrag Eva Grabherr  
  
     
Hohenems Jahrestagung 137.jpg (29320 Byte) Hohenems Jahrestagung 141.jpg (26614 Byte) Hohenems Jahrestagung 144.jpg (45535 Byte)
Vortrag Karl-Heinz Rueß  Vortrag Uri Tänzer  Aufmerksame Zuhörer 
      
Sonntag,13.3. Führung über den 
jüdischen Friedhof Hohenems
Hohenems Jahrestagung 117.jpg (45741 Byte) Hohenems Jahrestagung 126.jpg (48735 Byte)
  Begrüßung durch Hanno Loewy   
     
Hohenems Jahrestagung 112.jpg (45939 Byte) Hohenems Jahrestagung 124.jpg (40092 Byte) Hohenems Jahrestagung 114.jpg (47429 Byte)
Einführung in die Geschichte des Friedhofes durch Johannes Inama  Blick zur Friedhofshalle
     
Hohenems Jahrestagung 125.jpg (52237 Byte) Hohenems Jahrestagung 120.jpg (51622 Byte) Hohenems Jahrestagung 121.jpg (64557 Byte)
Rechts: Gil Hüttenmeister Während der Führung
   
Hohenems Jahrestagung 123.jpg (49596 Byte) Hohenems Jahrestagung 118.jpg (38973 Byte) Hohenems Jahrestagung 119.jpg (43588 Byte)
An der Mauer im Vordergrund Gedenktafel für die
 in der NS-Zeit ermordeten Hohenemser Juden
Grab von Benjamin Bernheim 
aus Buchau 
Charlotte Mayenberger 
und Karl-Heinz Rueß 
     
Hohenems Jahrestagung 115.jpg (53153 Byte) Hohenems Jahrestagung 122.jpg (52914 Byte) Hohenems Jahrestagung 116.jpg (32611 Byte)
Blick über den eingeschneiten Friedhof   Eine der neuesten Grabstätten: Grab von Prof. Erik Weltsch
     
Nach dem Mittagessen
Hohenems Synagoge 221.jpg (36057 Byte) Hohenems Jahrestagung 110.jpg (30822 Byte) Hohenems Jahrestagung 103.jpg (37874 Byte)
Die renovierte Hohenemser Synagoge, siehe auch
 die Seite bei Alemannia Judaica zur Synagoge Hohenems
In der ehemaligen Synagoge
 
   
Hohenems Jahrestagung 111.jpg (48495 Byte) Hohenems Jahrestagung 100.jpg (46075 Byte) Hohenems Jahrestagung 104.jpg (49249 Byte)
Die frühere "Israelitengasse"   Vor der Renovierung: eines der früheren "Judenhäuser" in der Israelitengasse mit Spur der Mesusa
   
Hohenems Jahrestagung 105.jpg (51324 Byte) Hohenems Jahrestagung 101.jpg (73532 Byte) Hohenems Jahrestagung 146.jpg (61435 Byte)
Gedenktafel am Geburtshaus von Salomon Sulzer Ehemalige jüdische Schule, daneben die Mikwe
   
Hohenems Jahrestagung 148.jpg (47330 Byte) Hohenems Jahrestagung 102.jpg (33469 Byte) Hohenems Jahrestagung 149.jpg (37837 Byte)
Das "Elkan-Haus", Schweizer Str. 35 mit hebräischer Inschrift
 
Hohenems Jahrestagung 147.jpg (54211 Byte) Hohenems Jahrestagung 106.jpg (60344 Byte)    
Ehemalige jüdische Wohnhäuser, in der Mitte das frühere Haus des Vorsängers Gruppenbild (nicht alle Teilnehmer waren anwesend)    
     
Hohenems Jahrestagung 107.jpg (35318 Byte) Hohenems Jahrestagung 108.jpg (49278 Byte) Hohenems Jahrestagung 109.jpg (42344 Byte)
Bis 17 Uhr: weitere Berichtsrunde im Museum

    

  

   

 

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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 30. April 2016