Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zusammenstellung: Jüdische KZ-Friedhöfe in Baden-Württemberg 
   


Der Tunnel unter dem Engelberg, in dem der Rüstungsbetrieb untergebracht war 
(Quelle: KZ-Gedenkstätteninitiative e.V. Leonberg)
   


Leonberg (Kreis Böblingen)
KZ-Friedhof innerhalb des städtischen Friedhofes Seestraße
und Mahnmal Blosenberg  
  

Zur Geschichte des KZ Leonberg und des Friedhofes        
   
In Leonberg bestand seit April 1944 ein Außenkommando des Konzentrationslagers Natzweiler/Elsass. Die Zwangsarbeiter arbeiteten vor allem in dem zu einer Rüstungsfabrik umgebauten Autobahntunnel unter dem Engelberg (Herstellung von Tragflächen des Düsenjägers Me 262 für die Firma Messerschmitt AG). Zur Unterbringung der Arbeitskräfte wurde in unmittelbarer Nähe zum Tunnel zunächst das "alte Lager", ein Holzbarackenlager, eingerichtet. Es befand sich im heutigen Wohngebiet zwischen der Seestraße, Schleiermacherstraße, Oberer Birkenweg und oberer Römerstraße (die heutige Fliederstrasse entspricht einer der damaligen Lagerstraßen). Ab dem Spätsommer 1944 wurde das "neue Lager" auf dem Gelände des heutigen Altenzentrums "Samariterstift" in der Seestraße 56-80 erbaut (die Grundmauern mehrerer heutiger Gebäude sind teilweise mit denen des "neuen Lagers" identisch, insbesondere Haus 74). Die Höchstbelegungsstärke wurde Ende Januar 1945 mit etwa 3200 KZ-Häftlingen erreicht. Insgesamt waren im letzten Kriegsjahr zwischen 3500 und 4000 Häftlinge aus 24 Nationen im KZ Leonberg. Unter ihnen waren vermutlich mehr als 1000 jüdische Männer (nachzuweisen mindestens 689). Auf Grund der katastrophalen Lebens- und Arbeitsbedingungen starben viele der Häftlinge. Nur ein Teil der Namen der Toten ist bekannt. Diese wurden vor allem in Massengräbern auf dem Blosenberg (hier heute "Mahnmal Blosenberg") beigesetzt. Viele Häftlinge starben unmittelbar nach ihrer Abschiebung aus Leonberg z.B. im Sterbelager Vaihingen an der Enz. Bis zu einem Drittel der 2700 Häftlinge, die im April 1945 auf den Todesmarsch in Richtung Bayern geschickt wurden, können unterwegs umgekommen sein.  
     
1953 wurden 373 Leichen aus den KZ-Massengräbern auf dem Blosenberg geborgen. Die exhumierten Toten wurden teils in ihre Heimatländer überführt (36), teils auf den Städtischen Friedhof Leonberg in der Seestraße umgebettet. Das Mahnmal auf dem Friedhof erinnert an die "Söhne vieler Völker Europas... Opfer der Gewaltherrschaft in dunkler Zeit. Ihr Tod mahnt uns alle, das Rechte zu tun, dem Unrecht zu wehren und Gott in seinen Geschöpfen zu ehren."   
    
Auf einem "Weg der Erinnerung" kann man die Spuren des KZ Leonberg in Erinnerung rufen. Seit dem 8. Mai 2005 gehört zu diesem "Weg der Erinnerung" eine große Namenswand, auf der die bisher bekannten Namen von 2.892 KZ-Häftlingen sowie 16 Gestapohäftlingen und (Ost-)Zwangsarbeitern festgehalten sind. 
  
  
  
Die Lage des KZ-Friedhofes und des Mahnmales   

Lage des KZ-Friedhofes innerhalb des städtischen Friedhofes siehe Stadtplan Leonberg
links anklicken, weiter zum Stadtplan und unter "Behörden und öffentliche Einrichtungen" 
"Friedhof, Leonberg" anklicken; 
zum Mahnmal auch links anklicken, über Stadtplan zum Straßenverzeichnis und 
dort "Blosenbergstraße" anklicken

      
      
Fotos von Spuren des KZ Leonberg und des KZ-Friedhofes im städtischen Friedhof:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 12.10.2003)

Einige Spuren des 
KZ Leonberg 
Leonberg Gedenkstaette 157.jpg (69970 Byte) Leonberg Gedenkstaette 157a.jpg (268877 Byte) Leonberg Gedenkstaette 158.jpg (69875 Byte)
  Blick zum früheren Autobahntunnel unter 
dem Engelberg, in dem 1944/45 der
 Rüstungsbetrieb untergebracht war 
  
Station 4 des "Weges der Erinnerung" hält 
an der Ecke Seestraße/Römerstraße die
 Erinnerung wach zum dortigen Eingangstor
 zum "alten Lager".
     
Leonberg Gedenkstaette 154.jpg (75859 Byte) Leonberg Gedenkstaette 155.jpg (73447 Byte) Leonberg Gedenkstaette 156.jpg (52450 Byte)
Station 2 des "Weges der Erinnerung" erinnert an das "neue Lager" an der Seestraße, auf dessen Grundmauern einige Gebäude 
des heutigen Samariterstifts gebaut wurden.
 
Mahnmal auf 
dem Blosenberg  
Leonberg Gedenkstaette 152.jpg (92201 Byte) Leonberg Gedenkstaette 153.jpg (68518 Byte)
   Station 6 des Weges der Erinnerung ist das Mahnmal auf dem Blosenberg, 
auf dem Platz des früheren Massengrabes, wo die Gebeine von 
373 Umgekommen exhumiert wurden.
     
   Leonberg Gedenkstaette 151.jpg (105021 Byte) Leonberg Gedenkstaette 150.jpg (75974 Byte)
   Blick über den Blosenberg   Hinweistafel 6 des Weges der Erinnerung
     
Leonberg Gedenkstaette 150a.jpg (185496 Byte) Leonberg Friedhof 150.jpg (75524 Byte) Leonberg Friedhof 151.jpg (57180 Byte) Leonberg Friedhof 152.jpg (85399 Byte)
Eingang zum städtischen Friedhof Seestraße,
 links Hinweistafel 1 des Weges der Erinnerung 
Der Gedenkstein für die hierher
 umgebetteten KZ-Häftlinge 
Blick über das Grabfeld der KZ-Häftlinge 
im städtischen Friedhof Seestraße 

   
     

Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Leonberg  
Website der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg   


Literatur
(Auswahl der verwendeten Literatur):   

Joachim Baur/Birgit Wörner (Hg.): Konzentrationslager und Zwangsarbeit in Leonberg. Geschichtswerkstatt Leonberg (= Beiträge zur Stadtgeschichte Bd. 8, hg. vom Stadtarchiv Leonberg). Leonberg 2001.
Coen Rood: "Wenn ich es nicht erzählen kann, muss ich weinen". Als Zwangsarbeiter in der Rüstungsindustrie. Fischertaschenbuch 15017, Frankfurt am Main 2002.
Renate Stäbler/Monica Mather: Schwierigkeiten des Erinnerns. Über den Umgang der Leonberger mit dem KZ nach 1945. In: Aus Schönbuch und Gäu. Heft 1. 2003.
Eberhard Röhm/Wolfgang Schiele: Auf den Spuren von KZ und Zwangsarbeit in Leonberg. Hg. von der Stadt Leonberg/Stadtarchiv und der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V. Leonberg 2003.
Leonberg Lit04.jpg (50119 Byte)Stationen auf dem "Weg der Erinnerung". Das KZ-Außenlager Leonberg 1944-1945. Hg. von der KZ-Gedenkstätteninitiative Leonberg e.V. aus Anlass der Einweihung der KZ-Gedenkstätte in Gestalt einer Namenswand vor dem alten Engelbergtunnel am 8. Mai 2005, 60 Jahre nach der Befreiung vom Nationalsozialismus.   

    
     

                   
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Stand: 25. September 2015