Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Rehlingen mit Büren, Fremersdorf, Itzbach und Siersdorf
(Gemeinde Rehlingen-Siersburg, Kreis Saarlouis) 
und Beckingen (Kreis Merzig-Wadern)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen 
bulletErinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
bulletLinks und Literatur   

          

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde            
    
In Rehlingen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 1721 war nach einem herzoglich-lothringischen Edikt ein jüdischer Haushalt am Ort zugelassen. Im letzten Viertel des 18. Jahrhundert gab es zwei jüdische Familien am Ort.   

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1808 23 jüdische Einwohner, 1895 35. 

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und (vermutlich) ein rituelles Bad. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden in Dillingen beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Mitte des 19. Jahrhunderts wird als Lehrer Jonas Braunschweig genannt. 
 
Die jüdische Gemeinde ("Synagogengemeinde") hatte zu keiner Zeit den Status einer öffentlich-rechtlichen Körperschaft (Anträge 1879 und 1901 in dieser Richtung waren erfolglos). Noch bis 1937 blieb die Gemeinde ein privatrechtlicher Verein. Doch nannte sich die Gemeinde seit 1902  "israelitische Gemeinde Rehlingen" (siehe Ausschreibungen der Lehrerstelle von 1902 und 1903 im Unterschied zu den Ausschreibungen 1900 und 1901).    
  
Zur Gemeinde gehörten bereits 1863 auch die in den umliegenden Orten Beckingen, Büren, Fremersdorf und Itzbach lebenden jüdischen Personen. 1913 wird auch die Gemeinde Siersdorf als zur Synagogengemeinde Rehlingen gehörend genannt. Damals gehörte Fremersdorf nicht mehr dazu.     
   
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Isidor Kasel (geb. 1.8.1887 in Rehlingen, gef. 15.7.1918).     
   
Um 1924
, als zur Gemeinde noch etwa 40 Personen gehörten, war Gemeindevorsteher F. Kasel.  
  
Nach 1933
ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1935 wurden nur noch 14 jüdische Einwohner gezählt. 
       
Von den in Rehlingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Isidor Alexander (1871), Johanna Borg geb. Alexander (1893), Rosa Hanau geb. Alexander (1875), Josef Emil Isaac (1880), Josef Israel (1882). 
  
Aus Beckingen sind umgekommen: Herbert Bernard (1906), Franziska Veronika Kasel (1888), Pauline Kasel geb. Bernard (1863), Berta Moses geb. Bernard (1896).      Aus Fremersdorf sind umgekommen: Leon Isaac (1894), Johanna Marx (1900).  
Aus Siersdorf ist umgekommen: Abraham Michel (1875).  
  
Seit Mai 2010 wurden in Rehlingen-Siersburg "Stolpersteine" zur Erinnerung an die in der NS-Zeit Umgekommenen verlegt.  
    
    
    
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1900 / 1901 / 1902 / 1903   

Rehlingen Israelit 30081900.jpg (38396 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. August 1900: "Die Synagogen-Gemeinde Rehlingen a. Saar sucht per sofort einen tüchtigen unverheirateten Religionslehrer und Vorbeter. Ausländer bleiben unberücksichtigt.  
Der Vorstand: Ferdinand Kasel."   
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. September 1901: "Kantor und Lehrer zum baldigen Eintritt, eventuell schon vor den Feiertagen gesucht. Gehalt nach Übereinkunft und Leistungen. Offerten beliebe man zu richten an 
Meier Alexander
, Vorstand der Synagogengemeinde Rehlingen a.d. Saar."  
 
Rehlingen Israelit 16011902.jpg (65286 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Januar 1902: "Die hiesige Gemeinde sucht einen tüchtigen Chasan, Lehrer und Schochet und wollen diejenigen, die sich um die Stelle bewerben wollen, an den Unterzeichneten sich wenden. Nur junge Leute, die nicht sind, werden bevorzugt. Reisekosten werden vergütet.  
Der Vorstand der israelitischen Gemeinde
Otto Kasel, Rehlingen a.d. Saar."    
 
Rehlingen Israelit 05031903.jpg (64190 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. März 1903: "Die hiesige israelitische Gemeinde sucht einen jungen, seminaristisch ausgebildeten Vorbeter und Religionslehrer und ist die Stelle sofort anzutreten. Bewerbende wollen sich gefälligst an den unterzeichneten Vorstand wenden. Reisespesen werden vergütet. Gehalt nach Übereinkunft. 
Otto Kasel, 
Vorstand der israelitischen Gemeinde Rehlingen.
Kreis Saarlouis a.d. Saar."      

    
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde     
Zum Tod von Fanny Israel (1900)
  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1900: "Rehlingen, Kreis Saarlouis. Am 7. Tamus (= 4. Juli 1900) verschied hier nach längerem Leiden Frau Fanny Israel im Alter von 45 Jahren. Eine wackere Frau im wahren sinne des Wortes ist mit ihr aus diesem Leben geschieden. Sie erfreute sich allgemeiner Achtung, ihr Wohl tun gegen Arme war groß. Ihr Andenken wird ein gesegnetes bleiben. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."   

    
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Anzeige des Manufakturwaren- und Konfektionsgeschäftes J. Alexander (1902)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Oktober 1902: 
"Für mein Manufakturwaren- und Konfektionsgeschäft suche zu baldigem Eintritt einen 
Lehrling
 
und ein Lehrmädchen mit guten Schulkenntnissen.  
J. Alexander,
Rehlingen a. Saar."       

  
  
  
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagogen     
    
In Rehlingen gab es einen Betsaal mindestens seit 1856. Eine Synagoge wird seit 1857 genannt. Es handelte sich um einen etwa 10 m langes und 7 m breites Gebäude mit einem Satteldach, dessen Äußeres von Rundbogenfenstern geprägt war. Im Inneren gab es eine Frauenempore. Der Betsaal war durch ein flaches Tonnengewölbe abgeschlossen. 
    
Nach 1933 wurde die Synagoge nur noch wenig genutzt. 1936 wird sie als aufgegeben bezeichnet. Bereits vor 1938 wurde das Gebäude als "Warenbezugslager" verwendet. Nach 1950 wurde es zu einem zweigeschossigen Wohnhaus umgebaut. 
   
1986 wurde die ehemalige Synagoge abgebrochen.   
  
  
Standort der Synagoge:    Brückenstraße 34         
  
  
Fotos:  

  Es sind noch keine Fotos zur jüdischen Geschichte in Rehlingen vorhanden.   
     

     
     
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

April 2011: In Rehlingen werden "Stolpersteine" verlegt  
Pressemitteilung vom 7. April 2011: "Rehlingen-Siersburg: Gemeinde erhält neue "Stolpersteine"
In Rehlingen-Siersburg werden heute zehn weitere "Stolpersteine" in die Gehsteige eingelassen. Sie gehen auf eine Anregung des Kölner Künstlers Günther Demnig zurück. Er will mit den zehn mal zehn Zentimeter großen Messingplatten an die Schicksale früherer Mitbürger erinnern, die während des Nationalsozialismus verfolgt und ermordet wurden.
Die "Stolpersteine" werden vor den letzten Wohnstätten der Opfer angebracht. Bereits im März vergangenen Jahres wurden in der Gemeinde zehn "Stolpersteine" verlegt."    
Weitere Informationen: Website www.stolpersteine-rehlingen-siersburg.de    
 
Video zur Verlegung von "Stolpersteinen" in Rehlingen-Siersburg - eingestellt bei youtube.com    
  
 
August 2017: Eine Gedenkstätte zur Erinnerung an die Opfer von Gurs wird von Jugendlichen errichtet   
Dazu Artikel in der "Jüdischen Allgemeinen" vom 24. August 2017: "Siersburg. Erinnerung an die Opfer von Gurs. Elf Jugendliche aus Europa und Lateinamerika errichten Gedenkstätte
Inmitten eines großen Davidsterns steht ein kleines weißes Rosenbäumchen. Elf jugendliche Teilnehmer eines internationalen Workshops aus Russland, der Ukraine, Serbien, Deutschland, Italien, Spanien und Mexiko haben diesen Platz gestaltet – ein Mahnmal in Siersburg in Form eines Magen David. Von Steinquadern eingefasste Schienen symbolisieren die Transporte in die Vernichtungslager. Sechs Felsbrocken stehen ebenso für die sechs Opfer wie für die sechs Zacken des Davidsterns oder die sechs amerikanischen Eichenbäumchen..."  
Link zum Artikel      
 
Januar 2020: Die Gedenkstätte wird zerstört 
Anmerkung: Zum Polizeibericht  https://www.sol.de/blaulicht-saarland/Rehlingen-Siersburg-Unbekannte-beschaedigen-Gedenkstaette-fuer-juedische-Buerger-Staatsschutz-ermittelt,442496 
Täter gesucht. Es werden Zeugen gesucht, die "zwischen Dienstagabend (28.1.2020, 17.00 Uhr) und dem Morgen des 29.1. verdächtige Personen oder Fahrzeuge in der Nähe des Friedhofs oder andere Auffälligkeiten bemerkt haben. Hinweise an den Kriminaldauerdienst unter der Rufnummer (0681)962-2133 oder jede andere Polizeidienststelle.
Artikel von Nicole Bastong und Dietmar Klostermann in der "Saarbrücker Zeitung" vom 29. Januar 2020: "Angriff auf Mahnmal für verschleppte Juden in Rehlingen-Siersburg : Unbekannte schänden Holocaust-Mahnmal
Siersburg.
Zwei Tage nach dem Auschwitz-Gedenktag haben Unbekannte in Rehlingen-Siersburg die Gedenkstätte für die deportierten Juden angegriffen.
Die weißen Rosen liegen zertrampelt am Boden, die jungen Eichen sind abgeknickt: Tief betroffen zeigen der Siersburger Ortsvorsteher, Umweltminister Reinhold Jost (SPD), und die Beigeordneten der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, Joshua Pawlak und Andreas Hoffmann, die Zerstörung am Mahnmal zum Gedenken der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus in Siersburg. In der Nacht zum Mittwoch ist das Mahnmal auf dem Friedhof an der Siersburger Kirche St. Martin geschändet worden. Der materielle Schaden ist nicht immens, aber der symbolische Charakter dieser Tat, kurz nach dem Gedenktag am 75. Jahrestag der Befreiung des KZ Auschwitz, wiegt schwer. 'Das ist für uns mehr als ein Mahnmal, es ist Symbol für die Erinnerungsarbeit unserer Gemeinde in den letzten Jahren und Jahrzehnten', sagte Jost der SZ. Dieser Erinnerungsort soll den Siersburger Opfern der NS-Zeit 'wieder einen Namen und ein Gesicht geben', erklärte Jost. Für ihn steht fest: 'Hier sollte ein Bekenntnis zerstört werden, für das unsere Gemeinde eintritt.' Die Schäden seien am Morgen von einer Nachbarin entdeckt worden, wie Werner Klemm von der AG Stolpersteine Rehlingen-Siersburg und Mitglied der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Erinnerungsarbeit der SZ sagte. Aus der Gemeinde seien am 22. Oktober 1940 sechs Juden nach Gurs verschleppt worden, 'Drei starben dort vermutlich an Typhus wegen der unzureichenden Hygiene im Lager, einer wurde später in Auschwitz ermordet, zwei konnten entkommen', berichtete Klemm. Eine Siersburger Jüdin, die im Oktober 1940 noch nicht aus der Evakuierung in Thüringen zurück war, sei 1942 im Vernichtungslager Auschwitz von den Nazis ermordet worden. 'Heute lebt in der Gemeinde kein Jude mehr', sagte Klemm.
Polizisten sicherten am Mittwoch Spuren. Konkrete Hinweise auf Täter gebe es nicht, aber ein antisemitischer Hintergrund liege nahe, erklärte Polizeisprecher Stephan Laßotta: Auch eine Belohnung in Höhe von 2000 Euro hat die Gemeinde ausgesetzt.
Das Mahnmal für die jüdischen Holocaust-Opfer aus Siersburg wurde 2017 errichtet, Jugendliche aus zehn Ländern halfen dabei mit, wie Klemm sagte. Es besteht aus einem Davidstern aus Bahnschienen, sechs US-Eichen und einem Rosenstock. Sechs Findlinge aus den Pyrenäen, die aus der Nähe von Gurs stammen, stehen für die Siersburger Opfer. Der Stacheldraht um die Rosen und die Erde, in die sie gepflanzt sind, stammen auch aus Gurs. Beschafft hatte sie Alt-Bürgermeister Martin Silvanus (SPD). 'Gerade die Rosen haben wir gepflanzt als Zeichen der Hoffnung, dass sich solche Taten nie wiederholen', sagte er. Seit Jahrzehnten beschäftigt sich die Gemeinde Rehlingen-Siersburg mit der Aufarbeitung der NS-Zeit und dem Schicksal ihrer jüdischen Mitbürger. Klemm sprach mit zahlreichen Zeitzeugen, Schüler der nach einem jüdischen Mitbürger benannten Lothar-Kahn-Gemeinschaftsschule beteiligten sich, recherchierten die Biografien der Opfer und verlegten Stolpersteine. Die Gemeinde wolle den Gedenkort schnellstmöglichst wieder herrichten und rufe am heutigen Donnerstag, 30. Januar um 17 Uhr, zu einer Mahnwache am Gedenkort auf, sagte Pawlak.
Der Vorsitzende der LAG Erinnerungsarbeit Frank-Matthias Hofmann schrieb an Klemm, dass die frevelhafte Tat bei der LAG 'Empörung und Abscheu' hervorgerufen habe. 'Für solche Taten darf es keine Akzeptanz in unserer Gesellschaft geben, die Täter müssen gefunden und bestraft werden', so Hofmann. Die Täter würdigten das lobenswerte ehrenamtliche Engagement der AG Stolpersteine herab und Teile der Arbeit Klemms sollten offenbar zunichte gemacht werden. 'Ich bin aber sicher, dies wird nicht gelingen, und denke, dass die meisten in Rehlingen-Siersburg unsere Abscheu über das Geschehene teilen', so Hofmann. Der Saar-Antisemitismus-Beauftragte Professor Roland Rixecker (SPD) sagte, er befürchte, dass es einen 'Zusammenhang zwischen dem Auschwitz-Gedenktag und den Motiven der Täter' gebe. 2019 sei nach dem Auschwitz-Gedenktag der Kranz an den Gedenkstätte Gestapolager Neue Bremm in Saarbrücken zertreten worden." 
Link zum Artikel   
 
Januar 2020: Zahlreiche Bürgerproteste gegen die Schändung der Gedenkstätte 
Artikel in der "Saarbrücker Zeitung" vom 30. Januar 2020: "Nach Anschlag auf Gedenkstätte für deportierte Juden: Bürger protestieren in Siersburg gegen Antisemitismus
Siersburg/Saarbrücken/Berlin
Nach der Schändung der Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Terrors der Nationalsozialisten in Siersburg durch unbekannte Täter in der Nacht zu Mittwoch (die SZ berichtete) sind am Donnerstagnachmittag rund 200 Bürger zu einer Mahnwache am Tatort zusammengekommen.
Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) bezeichnete die Tat als 'abscheulich'. Er erklärte in einer Mitteilung, die Schändung der Gedenkstätte sei 'umso bitterer in diesen Tagen, in denen wir an die Befreiung von Auschwitz vor 75 Jahren erinnern'. Orte des Gedenkens wiesen nicht nur in die Vergangenheit. Sie seien Mahnmal für die Zukunft, erklärte Maas, in dessen Wahlkreis die Gedenkstätte liegt. 'Aus der Erinnerung erwächst unsere Verantwortung für die Zukunft', betonte Maas. Wenn Antisemitismus wieder auf dem Vormarsch sei, dann müssten sich die Bürger dem entschlossen entgegenstellen. Die Einladung zur Mahnwache an der Gedenkstätte zeige: 'Die große Mehrheit der Menschen in Siersburg steht ein für Verständigung und Toleranz. Das ist ein wichtiges Zeichen.' Der SPD-Fraktionschef im Saar-Landtag, Ulrich Commerçon, erklärte zu der Schändung: 'Antisemitismus ist ein Verbrechen.' Was in Siersburg geschehen sei, müsse 'uns alle aufrütteln'. Gedenkstätten seien Symbole der Erinnerungskultur. 'Sie geben den Opfern der Nazis Ort, Namen und Gesicht', betonte Maas. Der Angriff auf jüdische Grab- und Gedenkstätten sei auch ein Angriff auf jüdisches Leben in Deutschland. Auch der Antisemitismusbeauftragte Roland Rixecker (SPD), der Chef der Landesarbeitsgemeinschaft Erinnerungsarbeit Frank-Matthias Hofmann und der Siersburger Ortsvorsteher, Umweltminister Reinhold Jost (SPD), hatten die Schändung verurteilt."
Link zum Artikel  

    
     

Links und Literatur

Links:

bulletWebsite der Gemeinde Rehlingen-Siersburg     
bulletWebsite www.stolpersteine-rehlingen-siersburg.de    

Literatur:    

bulletEva Tigmann: "Was geschah am 9. November 1938?" - Eine Dokumentation über die Verbrechen an der jüdischen Bevölkerung im Saarland im November 1938. Eine Veröffentlichung des Adolf-Bender-Zentrums St. Wendel. 1998.
bulletLandesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 450 (mit weiteren Literaturangaben). 
bulletHans Peter Klauck: Jüdisches Leben in der Stadt und im Landkreis Saarlouis 1680 - 1940. 956 S. Saarlouis 2016. ISBN 10: 3933926653  ISBN-13: 978-393396654       Preis: 44 € zuzüglich Porto und Verpackung.  
Bestellungen an: Vereinigung für die Heimatkunde im Landkreis Saarlouis e.V.   Kreisarchiv Saarlouis   Postfach 1840  66718 Saarlouis Tel.: 0-6831-444425   E-Mail (heimatkunde[et]vfh-saarlouis.de)  
Hinweis: Der Autor Hans Peter Klauck arbeitet seit Jahren an einer Dokumentation aller jüdischen Mitbürger von ihrem ersten Auftreten im Landkreis und der Stadt bis zur letzten Deportation durch die Nazis am 22. Oktober 1940. Im Buch werden 12.483 jüdische Bewohner des Landeskreises dokumentiert mit sehr vielen historischen Fotos und Dokumenten. Die jüdischen Geschäfte und Gewerbe in den einzelnen Orten des Kreises sind ausführlich beschrieben.   

  
n.e.     

                   
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Stand: 15. Oktober 2013