Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Sickenhofen (Stadt Babenhausen, Kreis Darmstadt-Dieburg) 
Jüdischer Friedhof
      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde          
    
Siehe Seite zur Synagoge in Sickenhofen (interner Link) 
   
   
Zur Geschichte des Friedhofes           
    
Der jüdische Friedhof in Sickenhofen wurde in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts angelegt. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1741. Insgesamt sind noch 139 Grabsteine erhalten. Der jüngste ist aus dem Jahr 1937. Der Friedhof wurde in der NS-Zeit und auch nach 1945 mehrfach geschändet (schwere Verwüstung im Jahr 1983). Dies erklärt wohl die Richtungsänderung der jüngsten Grabsteine. Auf dem Friedhof wurde auch die Toten der jüdischen Gemeinde Hergershausen, teilweise auch aus Groß-Zimmern beigesetzt.   
   
Während des Zweiten Weltkrieges wurden auf dem Friedhof auch (nichtjüdische) Kriegsgefangene beigesetzt, der Franzose Mahalika und vier unbekannte Kriegsgefangene. 
   
 

Dokumentation des Friedhofes  
Hinweis: Nach dem Verzeichnis der durch die "Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen" bearbeiteten hessischen Friedhöfe ergibt sich für den Friedhof in Sickenhofen die Zahl von 139 vorhandenen Grabsteinen aus der festgestellten Belegzeit von 1741 bis 1939. Siehe landesgeschichtliches Informationssystem Hessen - Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde in Marburg: Dokumentation der jüdischen Friedhöfe in Hessen - Online zugänglich  
 
Führungen über den Friedhof  
Der Heimat- und Geschichtsverein Babenhausen bietet alljährlich meist nur eine Führung über einen der beiden jüdischen Friedhöfe in der Stadt an. Die nächste ist daher noch nicht terminiert. Der Verein hat aber zahlreiche weitere Veranstaltungen und Führungen zur Geschichte und Kultur der Stadt im Programm, das unter www.hgv-babenhausen.de einzusehen ist

   
   
Lage des Friedhofes   

    
Östlich des Dorfes inmitten von Feldern (an den hochgewachsenen Eichen und der Ziegelstein-Umfassungsmauer erkennbar).  
    
    
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)    
   

Größere Kartenansicht  

    
    
Fotos    

Der Friedhof im Frühjahr 2009
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.3.2009)  

 
Sickenhofen Friedhof 923.jpg (122721 Byte) Sickenhofen Friedhof 924.jpg (75612 Byte) Sickenhofen Friedhof 922.jpg (111236 Byte)
Das Eingangstor 
  
Hinweistafeln 
  
Die Grabsteine von Abraham Götz III und
 Hannchen Götz aus Hergershausen erhielten
 Anfang des 20. Jahrhunderts eine
 zusätzliche liegende Platte mit Namen
    
     
Sickenhofen Friedhof 920.jpg (118469 Byte) Sickenhofen Friedhof 919.jpg (96806 Byte) Sickenhofen Friedhof 913.jpg (119620 Byte)
Teilansichten des älteren Friedhofsteiles - 
Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert  
     
Sickenhofen Friedhof 911.jpg (122410 Byte) Sickenhofen Friedhof 912.jpg (129739 Byte) Sickenhofen Friedhof 910.jpg (107709 Byte)
Blick über die älteste Fläche des Friedhofes  alter Grabstein von 1757/58 (5518)     
     
Sickenhofen Friedhof 914.jpg (87313 Byte) Sickenhofen Friedhof 915.jpg (75546 Byte)   
Grabstein für einen Baal Tokea (Schofarbläser) aus Hergershausen (H"H), gestorben am
  Erew Rosch Chodesch Elul 5584 = 24. August 1824 und beigesetzt am 1. Elul 5584  = 25. August 1824. 
  
     
Sickenhofen Friedhof 900.jpg (85631 Byte) Sickenhofen Friedhof 905.jpg (108893 Byte) Sickenhofen Friedhof 904.jpg (94708 Byte)
Blick über das vom Eingang aus gesehene 
hinter Grabfeld (Erweiterungsfläche des
 Friedhofes) mit den Gräbern bis in 
die 1930er-Jahre  
Grabstein links für Emma Kahn geb. Kahn
 (1857-1920), rechts davon für Anna Strauss
 geb. Levi
von Hergershausen (1861-1919,
 gest. 9. Kislew 5680)  
Grabstein Mitte für Jeanette Ehrmann 
geb. Siegel
aus Hergershausen (1854-1930),
 rechts dahinter für Daniel Kahn 
(1862-1929)  
     
Sickenhofen Friedhof 902.jpg (78778 Byte) Sickenhofen Friedhof 903.jpg (135209 Byte) Sickenhofen Friedhof 909.jpg (101827 Byte)
In der Mitte Grabstein für Fanny Siegel 
aus Hergershausen 
(1863-1932) 
Grabstein für Babette Siegel geb. Fränkel
 (1857-1930) und Moses Siegel I. 
(1857-1931)  
Grabstein links für Salomon Siegel I. von
 Hergershausen (gest. 25. Ijjar 5673 = 1. Juni
 1913) und für Jakob Frank (gest. 1912)  
     
Sickenhofen Friedhof 907.jpg (113771 Byte) Sickenhofen Friedhof 906.jpg (92795 Byte) Sickenhofen Friedhof 908.jpg (106830 Byte)
Grabstein für Joseph Fuld I. 
von Sickenhofen (gest. 1907)  
Grabstein für Lehrer Bernhard Ehrmann 
aus Hergershausen (1857-1909)  
Grabstein für Hirsch Götz von Groß-Zimmern
 (gest. 3. Tammus 5667 = 15. Juni 1907)  
     
   Sickenhofen Friedhof 901.jpg (110369 Byte)   
  Grabstein für Rosa Zimmer (Rosa Bat Issachar)
 aus Groß-Zimmern (1863-1936)
  
     

Der Friedhof im Sommer 2006 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 18.6.2006)  

 
Sickenhofen Friedhof 227.jpg (76558 Byte) Sickenhofen Friedhof 225.jpg (122739 Byte) Sickenhofen Friedhof 226.jpg (80493 Byte)
Blick auf den Friedhof; der Kirchturm 
von Sickenhofen im Hintergrund 
Das Eingangstor  Tafeln 
am Eingangstor  
 
     
Sickenhofen Friedhof 223.jpg (137720 Byte) Sickenhofen Friedhof 224.jpg (121317 Byte) Sickenhofen Friedhof 222.jpg (134488 Byte)
Teilansichten des Friedhofes  
  
Sickenhofen Friedhof 220.jpg (145648 Byte) Sickenhofen Friedhof 221.jpg (87102 Byte)   
       

   
   
Friedhofschändung Mai/Juni 2010   

Pressemitteilung des Polizeipräsidiums Südhessen vom 7. Juni 2010:    
Hakenkreuze auf jüdischem Friedhof in Sickenhofen
Babenhausen-Sickenhofen
(ots) - Gemeindemitarbeiter haben am Montag Hakenkreuze auf dem jüdischen Friedhof in Sickenhofen entdeckt und sofort die Polizei alarmiert. Die Kriminalpolizei in Darmstadt ermittelt jetzt gegen Unbekannt wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen und Sachbeschädigung. Die Hakenkreuze wurden auf fünf verschiedenen Grabsteinen im Zentrum des Friedhofs sowie an einer Innenmauer mit grauer Farbe aufgesprüht. Der mögliche Tatzeitraum kann bis zu vier Wochen zurückreichen. Es gibt bisher keine konkreten Anhaltspunkte, die zu der Identifizierung der Täter führen. Hinweise werden an die Polizei, Telefon 06151 - 9690, erbeten.  

 
Weitere Pressemitteilungen   

September 2017: Führung über den jüdischen Friedhof in Sickenhofen 
Artikel von Klaus Holdefeht im main-echo vom 15. September 2017: "Aus grauem Morgen in die Sonne. 
Friedhöfe: Heimatforscher Georg Wittenberger erklärt die jüdische Begräbnisstätte bei Sickenhofen
Babenhausen.
'Das ist das passende Licht, um einen Friedhof zu besuchen', sagt einer der Teilnehmer an der Führung, die der Gewerbeverein Babenhausen in Zusammenarbeit mit dem Heimat- und Geschichtsverein und dessen Vorsitzenden Georg Wittenberger an diesem frühnebligen Vormittag anbietet. Start ist im Grauen, manche mit der jüdischen Begräbnisstätte bei Sickenhofen verbundenen Facetten der Geschichte sind finster, und am Ende ist das Dutzend Teilnehmer merklich froh, die Sonne zu spüren.
Großes Fachwissen- Wittenberger hat ein großes Fachwissen, hat zusammen mit dem inzwischen verstorbenen Klaus Lötzsch ein Buch über die 'Juden in Babenhausen' herausgegeben (Babenhausen 1988, vergriffen und nur antiquarisch erhältlich). Er erläutert zunächst, dass es im Altkreis Dieburg vier jüdische Friedhöfe gibt - in Groß-Bieberau, Dieburg, zwei sogar im heutigen Babenhausen. Zum Verständnis stellt er klar, dass die heutigen Stadtteile Hergershausen und Sickenhofen einst zum Einflussbereich des in Dieburg ansässigen Adelsgeschlechts der Groschlags gehörten und die jüdischen Gemeinden in diesen Dörfern - die Juden machten dort zeitweise über 20 Prozent der Bevölkerung aus - entwickelten sich unabhängig von der Babenhäuser Gemeinde. Die war deutlich ärmer, was, wie Wittenberger erläutert, auch daran sichtbar wird, dass der dortige Friedhof an der Potsdamer Straße lediglich von einer Hecke umfasst wird, während die Begräbnisstätte bei Sickenhofen von einer gelblichen Ziegelsteinmauer geschützt wird. Der auf einer Sanddüne leicht erhöht angelegte Friedhof besteht aus 139 Gräbern, das älteste von 1743, das jüngste von 1937, und ist in drei historische Bereiche gegliedert, deren ältester von einem Eichenhain beschattet wird. Der Heimatforscher erläutert, dass es um die Restaurierung dieser Denkmal-Mauer vor Jahrzehnten politische Konflikte gegeben hat. Kein jüdischer Friedhof ist ohne solche historische Bezüge, und die ganz schmerzhaften weisen in Richtung Nazizeit und Antisemitismus. In Sickenhofen und Hergershausen gab es auch Synagogen, einer der Teilnehmer ist nebenan aufgewachsen und beschreibt die Fensterläden aus Blech, mit denen die Juden das Gebäude vor den Übergriffen der Antisemiten zu schützen suchten.
Mehrfach geschändet. Die Begräbnisstätte der Juden bei Sickenhofen ist mehrfach geschändet worden, und zum Abschluss, dann schon unter einer gnädigen Sonne, zeigt Wittenberger ein Foto von den massiven, offensichtlich antisemitisch motivierten Zerstörungen - im Jahr 1983. Es waren nicht die letzten: Auf der Webpage  www.alemannia-judaica.de steht eine Polizeimeldung zu Hakenkreuz-Schmierereien im Jahr 2010.    
Link zum Artikel   

   
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Babenhausen  
Zur Seite über die Synagoge in Sickenhofen (interner Link)  

Literatur:       

Hartmut Heinemann: Die jüdischen Friedhöfe im Landkreis Darmstadt-Dieburg. In: L'chajim S. 133-134.
Babenhausen Lit 140.jpg (44459 Byte)Klaus Lötzsch und Georg Wittenberger (Hrsg.): Die Juden von Babenhausen. Beiträge zur Geschichte der jüdischen Gemeinden von Babenhausen, Langstadt, Sickenhofen und Hergershausen. Hrsg. im Auftrag des Heimat- und Geschichtsvereins Babenhausen. Babenhausen einst und jetzt, Beiheft 1. Babenhausen 1988. 
Denkzeichen. Von Alsbach bis Zwingenberg. Orte von Widerstand und Verfolgung. Gedenkstätten und Erinnerungsinitiativen in Südhessen und Umgebung. Redaktion: Renate Dreesen, Initiative 'Gedenkort Güterbahnhof Darmstadt". 2005. S. 87-88. 

    
     

                   
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Stand: 05. Januar 2018