Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Süßen (Kreis Göppingen)
Jüdische Geschichte 

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Einwohner  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Einwohner 
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Dokumente aus dem Gemeindearchiv       
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Einwohner  
   
In Süßen zogen nach 1900 wenige jüdische Familien zu. 1905 übersiedelte die Fa. Mechanische Weberei Gebr. Ottenheimer nach Süßen. Die Teilhaber Max und Alfred Ottenheimer wohnten weiter in Göppingen, die Hauptniederlassung der Firma war in Süßen. 
  
Bis nach 1933 bestanden an Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Familien/Personen: die bereits genannte Mechanische Weberei Gebr. Ottenheimer, Inhaber Max und Alfred Ottenheimer (Firma in Süßen, Fabrikstraße, bis Juli 1938 Ottenheimerstraße genannt); Viehhandlungen Louis und Leopold Lang. 
 
Einrichtungen der jüdischen Familien gab es am Ort nicht. Die jüdischen Einwohner Süßens gehörten zur jüdischen Gemeinde in Göppingen. 
 
Bei der Volkszählung 1933 wurden 12 jüdische Einwohner in Süßen gezählt. Diese waren: Lazarus genannt Louis Lang mit seiner Frau Pauline geb. Baer (gestorben 22.11.1935 in Tübingen) und den vier Kindern: Regine Ingeborg, Henriette, Joseph Kurt und Siegfried, außerdem der Viehhändler Leopold Lang mit seiner Frau Eva geb. Liffmann und den Kindern Manfred, Hugo und Ruth sowie der Knecht Falk Sahm. Nach 1933 sind zugezogen: der Kaufmann Walter Zeimann am 2.5.1936 von Frankfurt am Main nach Süßen (umgekommen am 20.11.1938 in Prittlbach bei Dachau); die Familie Baer am 27.8.1939 aus Rodalben/Rheinpfalz (der Händler Alfred Baer mit seiner Frau Hermine geb. Lang und den Kindern Hans, Werner und Siegfried): diese Familie wurde evakuiert, da Rodalben im Bereich des damaligen Westwalls lag und fand Unterkunft bei ihren Verwandten (Familie Lang); die Familie des Kaufmanns Alfred Metzger mit seiner Frau Eugenie geb. Bär und dem Sohn Rudolf (auch aus Rodalben/Rheinpfalz evakuiert); am 24.2.1941 zog die Hausfrau Fanny Lang geb. Landau nach Eheschließung mit dem Witwer Lazarus genannt Louis Lang nach Süßen zu.      
  
Von den in Süßen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hermine Baer geb. Lang (1894), Fanny Landau (1894), Eva Lang geb. Liffmann (1896), Kurt Lang (1894), Leopold Lang (1895), Louis Lazarus Lang (1893), Eugenie Metzger (1881), Rudolf Metzger (1922), Eleonore (Ellinore) Plaut geb. Samuel (1894), Walter Zeimann (1885).      
   
Am Marktbrunnen in Süßen (1981 errichtet) erinnert eine Figurengruppe an die aus Süßen verschleppten jüdischen Personen. Nach den Familien Ottenheimer und Lang wurden Straßen im Neubaugebiet "Geigenwiesen" benannt.     
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Einwohner        
    
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Anzeige der "Mechanischen Weberei Süßen" (1926)    

Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 1. Januar 1926: 
"Mechanische Weberei Süßen. Gebrüder Ottenheimer A.G. Süßen bei Göppingen. 
Mechanische Baumwollweberei. Färberei und Ausrüstungsanstalt. 
Spezialitäten: Gewebe für die Berufskleiderfabrikation, die Schuhindustrie, die Lederwarenindustrie usw."   

    
75-jähriges Geschäftsjubiläum der Mechanischen Weberei Süßen (1929)      

Artikel in der "Gemeindezeitung für die Israelitischen Gemeinden Württembergs" vom 16. Dezember 1929: 
"Süßen. Die Mechanische Weberei Süßen, Gebrüder Ottenheimer A.-G., hat kürzlich ihr 75-jähriges Geschäftsjubiläum gefeiert."                        

      
    
 
Dokumente aus dem Gemeindearchiv  
Über die "Abschiebung der Juden ins Reichskommissariat Ostland" (1941)   

Suessen Dok 1941.jpg (140876 Byte)"Abschiebung der Juden ins Reichskommissariat Ostland. 
Am 28. November 1941 sind folgende Juden in Reichskommissariat Ostland ausgewandert:  
es folgen die Namen von 13 jüdischen Einwohnern.
 
Süßen ist nun judenfrei!"   

  
Über die "Entjudung von Süßen" (1941)   

Suessen Dok 1941a.jpg (168465 Byte) "Niederschrift über die Beratungen mit den Gemeinderäten und Entschließungen des Bürgermeisters - vom 5.12.1941: 
§ 173 Entjudung von Süßen. 
Die bei der Gemeinde im Gebäude Nr. 45 der Hindenburgstraße wohnenden Juden sind durch eine Anordnung der Geheimen Staatspolizei Stuttgart am 18. November 1941 in das Reichskommissariat Ostland abgeschoben worden. Am 28. November 1941 haben sie Süßen mit Sack und Pack verlassen. Die zurückgelassenen Möbel sind dem Reich zugefallen und werden demnächst öffentlich verkauft. Damit sind die Wohnungen und die Scheuer freigeworden. Um die Wohnungen haben sich etwa 10 Familien beworben..."   

      
      
      
Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 11.5.2010)  

Der Marktbrunnen 
in der Ortsmitte
Suessen Ort 180.jpg (105453 Byte) Suessen Ort 181.jpg (97875 Byte)
  Blick auf den unweit des Rathauses
 stehenden Marktbrunnen von 1981
Die Figurengruppe, die an die Verhaftung und
 Deportation der jüdischen Einwohner erinnert
     
     
Straßenbezeichnungen Suessen Ort 182.jpg (114757 Byte)    
  Der "Ottenheimer-Weg" und der
 "Familie-Lang-Weg" erinnern an zwei 
jüdische Familien am Ort
 
      
     

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Oktober 1989: Besuch ehemaliger jüdischer Einwohner in Süßen   
Suessen PA 1989a.jpg (188854 Byte)Artikel in der "Neuen Württembergischen Zeitung" vom 14. Oktober 1989: 
"Vergangenheit nicht vergessen. Ehemalige jüdische Mitbürger waren zu Gast in Süßen

Zum Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken."         
 
1991: Einweihung eines Gedenksteines im Friedhof Stiegelwiesen    
Suessen PA 1991a.jpg (260295 Byte)Artikel von Joa Schmid in der "Neuen Württembergischen Zeitung" vom 1. August 1991: 
"Gedenkstein im Friedhof Stiegelwiesen enthüllt. Zu Ehren der ermordeten Süßener Juden
Ehepaar Hugo und Inge Lang aus den USA nahm an der Feier teil.  
Süssen. An das furchtbare Schicksal der ehemaligen jüdischen Mitbürger der Gemeinde Süßen während der Naziherrschaft erinnerte der stellvertretende Bürgermeister Karl Müller anlässlich einer Feierstunde vor der Aussegnungshalle des Friedhofes Stiegelwiesen, bei der ein Gedenkstein zu Ehren der jüdischen Opfer des Dritten Reiches enthüllt wurde..." 
Zum weiteren Lesen des Artikels bitte Textabbildung anklicken.   
 


    
Links und Literatur

Links:

Website der Gemeinde Süßen    

Literatur:  

Jakob Toury: Jüdische Textilunternehmer. 1984 passim.  

    
      

                   
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Stand: 03. Januar 2016