Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zusammenstellung: Jüdische KZ-Friedhöfe in Baden-Württemberg  

     

Tailfingen (Gemeinde Gäufelden, Kreis Böblingen) 
beziehungsweise Hailfingen (Stadt Rottenburg am Neckar, Kreis Tübingen)
KZ-Friedhof in Tailfingen
(erstellt unter Mitarbeit von Volker Mall) 
   
Hinweis: Die KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen hat eine eigene Website: www.kz-gedenkstaette-hailfingen-tailfingen.de 

    
Übersicht:  

Zur Geschichte des Außenkommandos Hailfingen des KZ Natzweiler/Elsaß   
Zur Geschichte der Gedenkstätte und der Ausstellung 
Fotos der Gedenkstätte und der Ausstellung    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte    
Zur Geschichte des KZ-Friedhofes in Tailfingen        
Fotos des Friedhofes  
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte des Außenkommandos Hailfingen des KZ Natzweiler/Elsaß   
       
Auf den Gemarkungen (Gäufelden-)Tailfingen, (Rottenburg-)Hailfingen und Bondorf bestand von 1938 bis 1945 ein Nachtjägerflugplatz. Zur Instandsetzung und Erweiterung des Flugplatzes war ihm von November 1944 bis zur Evakuierung Februar 1945 ein Außenkommando des Konzentrationslagers Natzweiler/Elsaß angeschlossen. Hierher wurden aus dem Konzentrationslager Stutthof bei Danzig insgesamt 601 jüdische Häftlinge verlegt, die zur Zwangsarbeit unter katastrophalen Arbeits- und Lebensbedingungen verpflichtet waren. Die Häftlinge waren in einer Flugzeughalle auf dem Flugplatz untergebracht. Zur Arbeit gehörten der Bau und die Ausbesserung der Start- und Landebahn, Straßen- und Gleisbau, die Errichtung von Hallen sowie die Arbeit in nahegelegenen Steinbrüchen. Die Häftlinge schliefen in einer umzäunten Flugzeughalle. Es gab unzulängliche sanitäre Einrichtungen und keine ärztliche Versorgung. Die meisten Häftlinge starben an den Folgen der schweren Arbeit, der Unterernährung, der Kälte und an Krankheiten. Nachgewiesen ist der Tod von 189 Häftlingen. Die Toten wurden anfangs ins Krematorium nach Reutlingen gebracht, später auf dem Flughafengelände verscharrt.
 
Mit der Auflösung des Lagers im Februar 1945 war der Leidensweg der teilweise todkranken beziehungsweise als arbeitsfähig eingestuften Häftlinge nicht zu Ende. In Vaihingen/Enz (wohin noch während der KZ-Zeit 111 der Häftlinge verbracht wurden), Dautmergen (wohin Mitte Februar 1945 der größte Teil von etwa 100 Gefangenen überstellt wurden), Allach, Bergen-Belsen und auf den verlustreichen Todesmärschen (insbesondere Richtung Dachau) starb in den letzten Kriegswochen eine unbekannte Zahl der Männer, die Hailfingen/Tailfingen überlebt hatten. Das Schicksal von vielen Häftlingen ist bis heute ungeklärt. Nur zu etwa 130 Überlebenden liegen Informationen vor. 
  
Nach Kriegsende wurden aus einem Massengrab im Bereich des Konzentrationslagers Hailfingen/Tailfingen 74 Leichen geborgen und auf dem örtlichen Friedhof in Tailfingen beigesetzt (siehe unten). 
   
Alle Gebäude des ehemaligen KZ-Geländes wurden in den Jahren nach 1945 abgeräumt; einzelne Spuren sind noch erkennbar. Das Gelände steht inzwischen unter Denkmalschutz. Die Start- und Landebahn ist als "Geschützter Grünbestand" ausgewiesen und mit Wald bedeckt. 
  
Link zum Beitrag von Volker Mall /Harald Roth: Das KZ Außenlager auf dem Nachtjägerflug Hailfingen / Tailfingen 
  english (Translation by Christof Baumann): Volker Mall / Harald Roth: The KZ-Außenlager (subcamp) at the Night-Fighter Airbase Hailfingen / Tailfingen 
    
    
Eingestellt 2014/16: 
-   Volker Mall / Harald Roth: Die Häftlinge des KZ Außenlagers Hailfingen / Tailfingen. Daten und Porträts aller Häftlinge (Stand März 2014)  
    Teil I A bis K (pdf-Datei)    Teil II L bis Z (pdf-Datei)  
-   Volker Mall / Ulrich Eisele: Verbrechen blieben ungesühnt. Der Verantwortliche fürs KZ Hailfingen-Tailfingen (sc. Anton von Schönberger) wurde nie aufgespürt.  
    Artikel in: Schwäbisches Tagblatt (Regional Rottenburg und Umgebung) vom 6. April 2016. Als pdf-Datei eingestellt.    
   
   
   
   
Tailfingen Ausstellung 181.jpg (30530 Byte)
Zur Geschichte der Gedenkstätte und der Ausstellung  
 
Bis zur Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Konzentrationslagers Hailfingen/Taiflingen war es ein weiter Weg. Nachdem 1978 eine erste Publikation über das KZ-Außenlager erschienen war, folgten ab 1982 erste Aktivitäten und Veranstaltungen. Daraufhin stellte Gerhard Bialas aus Tübingen  am 12. Mai 1985 am Ende der Landebahn eine provisorische Gedenktafel auf und mahnte an, dass es Zeit wäre, dieses Provisorium durch ein von öffentlicher Seite errichtetes Mahnmal zu  ersetzen. Am 1. September 1982, dem Antikriegstag, organisierte der SPD-Ortsverein Oberes Gäu  die erste Veranstaltung, die das Lager thematisierte. Die räumliche Nähe der Qualen und des Unrechts vor ca. 45 Jahren waren für Studenten, Freunde und Interessierte um Professor Utz Jeggle die Motivation, ein sichtbares Zeichen des Geschehens zu fordern. In Tübingen gründete sich deshalb Ende 1985 der "Förderverein zur Errichtung eines Mahnmals für die Opfer des Konzentrationslagers Hailfingen/Tailfingen". Es folgten Anträge im Rottenburger Gemeinderat und im Tübinger Kreistag, Versammlungen, Veranstaltungen, Briefe, Versuche mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. 
1986 wurde auf dem Tailfinger Friedhof von der Gemeinde Rottenburg, der Gemeinde Gäufelden und der Israelitischen Religionsgemeinschaft Württembergs ein Gedenkstein enthüllt mit der Inschrift: "Den Opfern des Dritten Reiches zum Gedenken…" (siehe unten). Auf ein Mahnmal musste man noch 24 weitere Jahre warten. 
Einziger öffentlicher Hinweis war bis 2010 die vom Förderverein 1987 errichtete Informationstafel am Ende der Landebahn.  
  
2007
beschloss die Gemeinde Gäufelden die Errichtung einer Dauerausstellung im Rathaus Tailfingen und die Stadt Rothenburg am Neckar die Errichtung eines Mahnmals auf dem Flugplatzgelände. Am 6. Juni 2010 wurden die Dauerausstellung im Rathaus Tailfingen und die Gedenkstätte KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen eingeweiht.  
    
Die KZ Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen am westlichen Ende der ehemaligen Start- und Landebahn wurde von der Stadt Rottenburg am Neckar und der Gemeinde Gäufelden geschaffen. Mit einem Mahnmal des Ellwanger Künstlers Rudolf Kurz wird seit 2010 an die 600 KZ-Insassen erinnert.   

Gedanken zur künstlerischen Gestaltung der KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen. Prof. Dr. Karl-Josef Kuschel (Universität Tübingen) nach Gesprächen mit dem Künstler Rudolf Kurz (Ellwangen): als jpg-Datei eingestellt (bitte anklicken).   
Flyer der KZ-Gedenkstätte Hailfingen - Tailfingen (als pdf-Datei eingestellt) 
Einladung zur Einweihung des Dokumentationszentrums im Rathaus in Tailfingen sowie des Mahnmals auf dem ehemaligen Flugplatzgelände in Hailfingen (als pdf-Datei eingestellt)     
Bericht von Willibald Ruscheinski im "Schwäbischen Tagblatt" zur Einweihung der Gedenkstätte vom 6. Juni 2010 (pdf-Datei)            

  
  
Fotos der Gedenkstätte und der Ausstellung  
(Fotos: Hahn; alle Fotos erstellt am Tag der Einweihung - 6. Juni 2010)       

Im Bereich der Gedenkstätte
die seit 1986 vorhandene 
Hinweistafel 
Hailfingen Gedenkstaette 178.jpg (149655 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 177.jpg (112546 Byte) Hailfingen Tafel 1987.jpg (90766 Byte)
  Neben der seit 1986 am westlichen Ende der ehemaligen Start- und Landebahn vorhandenen
 Hinweistafel wurde die neue Gedenkstätte angelegt  
     
Die Feier zur Einweihung der
Gedenkstätte am 6. Juni 2010 
Hailfingen Gedenkstaette 182.jpg (138446 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 179.jpg (133945 Byte)
    Zahlreiche Interessierte waren der Einladung gefolgt 
      
Hailfingen Gedenkstaette 180.jpg (56589 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 181.jpg (56891 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 176.jpg (124716 Byte)
Mordechai Ciechanower - Überlebender 
des Lagers spricht und singt jiddische 
und hebräische Lied 
Landesrabbiner Netanel Wurmser bei seiner
 Ansprache, die vom Gebet des Psalms 16 und
 dem Totengebet (Kaddisch) umrahmt war  
An dem durch den Künstler Rudolf Kurz
 (Ellwangen) gestalteten Mahnmal 
   
        
Hailfingen Gedenkstaette 171.jpg (108172 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 175.jpg (104047 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 172.jpg (100703 Byte)
Blick auf die Skulptur von über 15.000 Stäben aus Aluminium, dahinter die Beton-Wand. Gedanken zur künstlerischen Gestaltung.  
     
Namen der KZ-Häftlinge 
auf dem Mahnmal  
Hailfingen Gedenkstaette 173.jpg (98712 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 174.jpg (84580 Byte)
     
       
Erläuterungen für Besucher 
der Gedenkstätte 
Hailfingen Gedenkstaette 170.jpg (134277 Byte) Hailfingen Gedenkstaette 183.jpg (95982 Byte)
  Hinweistafel  Neuer Lageplan  
     
     
Die Ausstellung im 
Rathaus Tailfingen 
Tailfingen Ausstellung 170.jpg (89745 Byte) Tailfingen Ausstellung 171.jpg (89628 Byte)
  Das Rathaus Tailfingen, in dem sich im
 Erdgeschoss die Ausstellung befindet  
Hinweistafel am Rathaus  
  
     
Tailfingen Ausstellung 180.jpg (79929 Byte) Tailfingen Ausstellung 172.jpg (87678 Byte) Tailfingen Ausstellung 177.jpg (87090 Byte)
Eingang zur Ausstellung mit Hinweistafel  Zeitschiene vom Beginn der NS-Zeit bis zur Einrichtung der Gedenkstätte 2010 
     
Tailfingen Ausstellung 174.jpg (81802 Byte) Tailfingen Ausstellung 175.jpg (80964 Byte) Tailfingen Ausstellung 176.jpg (81449 Byte)
     Schilderungen von überlebenden KZ-Häftlingen über Monitore 
        
Tailfingen Ausstellung 173.jpg (87008 Byte) Tailfingen Ausstellung 178.jpg (82352 Byte) Tailfingen Ausstellung 179.jpg (87361 Byte)
US-Luftbild des Bereiches Hailfingen - Tailfingen
 mit dem Flughafen und dem Lager im April 1945  
Aus der Geschichte der Bemühungen 
um die Einrichtung einer Gedenkstätte
Nummerngedenkbuch mit den Namen 
der 600 Häftlinge  
       

   
   
   
Lage der Gedenkstätte am Ende der heute bewaldeten ehemaligen Startbahn 
   
Link zu den Google-Maps - Markierung der Lage der Gedenkstätte durch den grünen Pfeil:    
   

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Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

Januar 2011: Zum Holocaust-Gedenktag besucht der evangelische Landesbischof D. Frank-Otfried July die Gedenkstätte  
Hailfingen-Tailfingen 012011a.jpg (123814 Byte)Foto links: Kranz des Landesbischofs am Mahnmal.  
Pressemitteilung der Evangelischen Landeskirche Württemberg (Dan Peter) vom 28. Januar 2011 (Artikel): 
"Wir können nur nach Morgen sehen, wenn wir das Gestern nicht vergessen"
Landesbischof Frank O. July gedachte der Opfer des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen
Stuttgart/ Gäufelden/ Rottenburg.
"Die Menschen müssen den Anfängen wehren, wenn andere ausgegrenzt werden", sagte Landesbischof Frank Otfried July gestern, 27. Januar, an der KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen. Der Bischof hatte am internationalen Holocaust-Gedenktag die Gedenkstätte besucht. Ein Gedenkstein erinnert an die Namen aller dort Inhaftierten. 'Wo Namen sind, geht es um den Einzelnen und seine Lebensgeschichte' so der Bischof, sie würden damit der Vergessenheit entrissen.
Das KZ Hailfingen/Tailfingen war ein bei Gäufelden-Tailfingen gelegenes Außenlager des Konzentrationslagers Natzweiler/Struthof im Elsass. Zwischen November 1944 und Februar 1945 waren dort 600 Juden inhaftiert, von denen mindestens 186 starben. Die Aufgabe der KZ-Häftlinge bestand in erster Linie darin, den Nachtjägerflugplatz Hailfingen auszubauen.
Mitte Februar 1945 wurden mit dem Näherrücken der Alliierten die Bauarbeiten abgebrochen und der Platz geräumt. Ein Häftlingstransport ging nach Vaihingen/Enz. Mindestens 48 der 111 Häftlinge, die am 13. Februar 1945 dorthin transportiert wurden, starben. Ein letzter Transport verließ Hailfingen am 14. Februar 1945. Die bis dahin in Hailfingen gebliebenen 296 Häftlinge wurden nach Dautmergen deportiert; von ihnen starben dort nachweislich neun. Ein Gedenkstein auf dem Tailfinger Friedhof erinnert an Häftlinge, die man 1945 in einem Massengrab auf dem Flugplatz gefunden hatte. Sie wurden auf den Friedhof überführt.
Nach Angaben der Verantwortlichen haben mehr als 1.500 Interessierte die Gedenkstätte seit ihrer Eröffnung im Juni 2010 besucht. In Hailfingen erinnern zudem Tafeln und ein Gedenkpfad an das Lager. Oberhalb des Dokumentationsraumes in Tailfingen gibt es einen Seminarraum vor allem für Schulklassen, der von der lokalen Sektion 'Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.' eingerichtet wurde."  

   

Juli 2013: Rückblick auf eine Ausstellung: Porträts und Glückwunschkarten im KZ Erzingen  
Erzingen Ausstellung Juli 2013.jpg (183453 Byte)  Ausstellung in der Zehntscheuer Gäufelden-Tailfingen vom 4. bis 14.7.2013
Von August 1944 bis Februar 1945 fertigten Häftlinge im KZ Erzingen bei Balingen, einem der sog. Wüstelager, Zeichnungen und Porträts an zu Geburtstagen von Mithäftlingen, zu Festen des Jahresendes und als Dank für Hilfe von außerhalb. 
Die besonderen personellen Konstellationen, die diese einmaligen, außergewöhnlichen Kleinkunstwerke ermöglichten, die Menschen, die an diesen Interaktionen beteiligt waren, die Texte und Bilder selbst sowie deren Bedeutung für die Situation dieser Gefangenen des KZ werden in dieser Ausstellung vorgestellt und im Heft 3 der Veröffentlichungen der KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen e.V., das gleichzeitig als Ausstellungskatalog dient, 
untersucht und kommentiert.
Die Porträts, die von den drei wichtigsten Funktionshäftlingen im Lager gemacht wurden, sind von größter Intensität und sie geben ein viel intensiveres Abbild dieser Männer, als es je ein Foto hätte liefern können.
Sie werden ergänzt durch zahlreiche Glückwunschkarten zu Geburtstagen oder Festtagen, die als Zeichen der gegenseitigen Solidarität und Wertschätzung entstanden, und die viele versteckte Informationen über den Lageralltag enthalten.
Die meisten Karten sind sehr humorvoll und spiegeln den Überlebenswillen und die Überlebensstrategien der Häftlinge wider. Es sind kleine Kunstwerke der Menschlichkeit, die belegen, dass Funktionshäftlinge nicht in jedem Fall Handlager des NS-Regimes waren, sondern auch Lebensretter und Lebenserhalter sein konnten.
Immo Opfermann (Schömberg) hat über viele Jahre diese Karten, Porträts und Dokumente gesammelt und er hat jetzt deren Präsentation in dieser Ausstellung eingerichtet.
Die Ausstellungseröffnung war am Donnerstag, 4.7. 2013 um 19 Uhr.
Begrüßung: Bürgermeister Johannes Buchter, Einführung: Immo Opfermann, Musikalische Umrahmung: Birgit Kipfer und Volker Mall.
Veranstalter: Gemeinde Gäufelden, KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen, Gegen Vergessen-Für Demokratie.    

  

Herbst 2014: 70 Jahre KZ Hailfingen - Tailfingen - Einladung zu einer Veranstaltungsreihe  
Hailfingen Einladung Herbst 2014.jpg (251385 Byte) Aus Anlass des 70. Jahrestages der Ankunft der ersten Häftlinge in das KZ Hailfingen / Tailfingen fand vom 16. bis 19. November 2014 eine Veranstaltungsreihe statt. 
Für nähere Information bitte Einladung / Programm links anklicken.    

   

Juni 2015: 5 Jahre Gedenkstätte KZ Hailfingen - Tailfingen   
Hailfingen-Tailfingen FS.jpg (231196 Byte) Aus Anlass des 5. Jahrestages des Bestehens der Gedenkstätte Hailfingen - Tailfingen fanden mehrere Veranstaltungen statt. Dazu ist eine Festschrift erschienen (als pdf-Datei eingestellt).  

Eine eindrückliche Veranstaltungen war dazu in der Nagolder Stadtkirche mit dem Bericht des Holocaust-Überlebenden Mordechai Ciechanower. 
Dazu erschien am 1. Juli 2015 ein Bericht im Schwarzwälder Boten: "Ergreifende Geste der Versöhnung".    
 
Januar 2017: Veranstaltungen mit dem ehemaligen KZ-Häftling Mordechai Ciechanower    
Anmerkung von Volker Mall, KZ-Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen e.V.: der Holocaust-Überlebende Mordechai Ciechanower, inzwischen 92 Jahre alt, kommt Ende Januar erneut ins Gäu. Er wird verschiedenen Zeitzeugengespräche führen, zur Gedenkfeier am 27.1. im Landtag gehen, in Straßburg bei der Vorführung des Films "Der Dachdecker von Birkenau" dabei sein usw. Am Sonntag, den 29.1. um 17 Uhr kommt er in die Kirche in Tailfingen. Es ist die 50. Veranstaltung in der Sonntagsreihe (2 Tage nach dem Holocaustgedenktag):     
Hinweis (eingestellt am 12.1.2017: der Vortrag musste auf Grund einer Erkrankung des Referenten  entfallen)  
Tailfingen M Ciechanower.jpg (25313 Byte)Wohin soll ich gehen? Mordechai Ciechanower erzählt
am Sonntag, den 29. Januar um 17 Uhr in der evangelischen Kirche Gäufelden-Tailfingen
Wohin soll ich gehen? ist der Titel eines 1940 entstandenen jiddischen Liedes. 
Viele KZ-Häftlinge wussten nicht, wohin sie nach der Befreiung gehen sollten, auch Hailfinger Häftlinge. Mindestens 50 von ihnen, meist Juden aus dem Baltikum, Polen und Ungarn, kamen in sogenannte DP-Camps, wo sie – wieder im Lager – teilweise bis zu 5 Jahren bleiben mussten, bevor sie z.B. in die USA und nach Israel auswandern konnten.
Das war auch Mordechai Ciechanowers Schicksal. Er kam von Hailfingen nach Dautmergen und von dort nach Bergen-Belsen, wo er am 15. April 1945 befreit wurde. Im DP-Lager Feldafing traf er seinen Vater wieder. Auf abenteuerliche Weise kam er – zeitweilig als britischer Soldat verkleidet – über Bari nach Ägypten und schließlich nach Palästina. Der 92-jährige Mordechai Ciechanower, der entscheidend zur Errichtung der KZ-Gedenkstätte Hailfingen /Tailfingen beitrug und uns schon mehrfach besuchte, ist vom 27. Januar bis zum 1. Februar wieder im Gäu.
Eine Veranstaltung der evangelischen Kirchengemeinde Tailfingen, des Vereins KZ Gedenkstätte Hailfingen/Tailfingen und der Sektion Böblingen-Herrenberg-Tübingen von Gegen Vergessen/Für Demokratie e.V. 
Eintritt frei. Die Veranstaltung - es ist die 50. in der Veranstaltungsreihe der Gedenkstätte - wird musikalisch umrahmt von Adelheid Mehnert-Mall (Orgel) und Volker Mall (Gesang).   

   
   
   
Zur Geschichte des KZ-Friedhofes in Tailfingen               
   
Anfang Juni 1945 wurden unter Aufsicht der französischen Militärverwaltung die Toten eines Massengrabes am Flugplatzgelände geborgen. Männer und Frauen aus Tailfingen, Hailfingen, Oberndorf und Bondorf mussten die Toten ausgraben und in Särge legen. Die Einwohnerschaft von Hailfingen und Bondorf, aber auch aus anderen Ortschaften wurde zum Flugplatzgelände geführt und mit den exhumierten KZ-Häftlingen konfrontiert. Ein französischer Soldat erläuterte den Gruppen von etwa 50 Personen, wie die Toten vermutlich ums Leben gekommen waren: einige waren lebendig begraben worden, einige andere trugen Strangulationsspuren durch Erhängen oder Erwürgen. Am Sonntag, 3. Juni 1945 wurden die Särge auf mehrere Militärlastwagen geladen und im Trauerzug, begleitet von einer militärischen Ehrenwache, durch den Ort zum Tailfinger Friedhof gefahren. Die Bevölkerung hatte zur Ehrung der Toten Spalier zu stehen.   
  
1986 ist die Grabstätte auf dem Tailfinger Friedhof neu gestaltet und mit Gedenksteinen versehen worden
.   
   
   
Lage des Friedhofes  
   
Innerhalb des Ortsfriedhofes in Tailfingen   
  
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)   
   

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Fotos des Friedhofes
 

2. Juni 1945: Die Toten des
 Massengrabes werden geborgen
(Quelle Wein usw. s. Lit. S. 150-151)
Tailfingen Friedhof 098.jpg (50434 Byte) Tailfingen Friedhof 099.jpg (53930 Byte)
           
           
Der KZ-Friedhof innerhalb des Tailfinger Ortsfriedhofes 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.2.2008)
Tailfingen Friedhof 105.jpg (97892 Byte)
    "Hier ruhen 72 unbekannte KZ-Häftlinge" 
- Inschrift des Holzkreuzes  
     
Tailfingen Friedhof 106.jpg (121444 Byte) Tailfingen Friedhof 104.jpg (122421 Byte) Tailfingen Friedhof 103.jpg (113964 Byte)
Blick auf das mit einer Hecke eingefriedete Gräberfeld 
 
Tailfingen Friedhof 102.jpg (101566 Byte) Tailfingen Friedhof 101.jpg (99082 Byte) Tailfingen Friedhof 100.jpg (80278 Byte)
"Den Opfern des 3. Reiches 
zum Gedenken - den Lebenden 
zur Mahnung" 
Hebräisches und deutsches Zitat aus 
Psalm 1,6: "Denn der Herr kennt den 
Weg der Gerechten. Doch der Weg der
 Sünder führt in den Abgrund."  
Namentlicher Grab-/Gedenkstein 
für Ignaz (Jizchak ben Jaakow) Klein
(1895-1945) 
      
      
Hailfingen Tafel 021.jpg (232913 Byte) Hailfingen Tafel 020.jpg (290374 Byte) Hailfingen Tafel 120.jpg (39741 Byte)
 Gedenkstein mit Inschrift und Namen: "Hier ruhen 73 jüdische Männer, die unter 
der NS-Gewaltherrschaft im KZ-Außenlager Hailfingen/Taiflingen vom 30.12.1944 
bis 10.2.1945 zu Tode kamen" (Fotos: Johannes Kuhn)  
Namentlicher Grab-/Gedenkstein 
für Izak Abramovitz (1898-1945) 
(Foto: Johannes Kuhn)  
     

   
     

Links und Literatur  

Links:  

Website der Gemeinde Gäufelden 
Website der Stadt Rottenburg am Neckar  mit Seite zu Hailfingen und Nennung des KZ-Außenkommandos  
Wikipedia-Artikel zum KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen    
YouTube - Dokumentarfilm   
Website der KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen    

Literatur:  

Tailfingen Lit 010.jpg (35079 Byte)Dorothee Wein / Volker Mall / Harald Roth: Spuren von Auschwitz ins Gäu. Das KZ-Außenlager Hailfingen / Tailfingen. Hg. vom Verein Gegen Vergessen für Demokratie e.V. Sektion Böblingen / Herrenberg / Tübingen. Markstein Verlag für Kultur- und Wirtschaftsgeschichte. Filderstadt 2007. ISBN 13 978-3-935129-31-2.  Das Buch enthält weitere Literaturangaben. 
 
Das Buch ist zum Preis von 12,00 € nur noch erhältlich bei der Sprecherin der Sektion Böblingen-Herrenberg-Tübingen im Verein Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V. (www.gegen-vergessen.de):      
Birgit Kipfer  Krebsbachstr. 34  71116 Gärtringen  Tel.: 07034/929683  Fax 07034/929685   E-Mail  bzw. kipfer.rohrau[et]t-online.de  

    

Hailfingen Lit 1110.jpg (86532 Byte)Volker Mall / Harald Roth: "Jeder Mensch hat einen Namen" - Gedenkbuch für die 600 jüdischen Häftlinge des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen. Berlin 2009. 

    

Hailfingen Lit 1101.jpg (150382 Byte)David A. Adler: Froim – der Junge aus dem Warschauer Ghetto
Illustrationen von Karen Ritz
Hrsg.: Gegen Vergessen-Für Demokratie e.V., Sektion Böblingen-Herrenberg-Tübingen
Übersetzung: Birgit und Heribert Kipfer - Bearbeitung: Volker Mall und Harald Roth
Berlin, Metropol 2011
(Englisches Original: David A. Adler, Karen Ritz: "Child of the Warsaw Ghetto", 
Holiday House, USA 1995, ISBN 0-8234-1160-5). Preis 12,- €.

Dieses Kinder- und Jugendbuch enthält in kindgerechter Sprache, illustriert mit fein gezeichneten Bildern, die authentische Kindheitsgeschichte von Erwin/Froim Baum. Erwin Baum wurde am 15. April 1926 als jüngstes von sieben Kindern einer armen Familie in Warschau geboren. Nachdem sein Vater gestorben war, wurde er 1939 in das Waisenhaus von Janus Korczak gebracht. Im Oktober 1940 musste er mit seiner Familie ins Warschauer Ghetto und wurde Ende 1942 nach Auschwitz transportiert. Im Herbst 1944 kam er über Stutthof in das KZ-Außenlager Hailfingen. In Dachau wurde er von den Amerikanern befreit. 1948 nach Israel ausgewandert ging er 1951 nach Kanada und später in die USA.
Die Sektion Böblingen/Herrenberg/Tübingen von Gegen Vergessen-Für Demokratie erforscht seit mehr als zehn Jahren die Geschichte des KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen. Inzwischen ist durch die Arbeit von GV/FD eine Gedenkstätte (Gäufelden-Tailfingen, Landkreis Böblingen) und ein Mahnmal (Rottenburg-Hailfingen, Landkreis Tübingen) entstanden. Seit der Eröffnung im Juni 2010 gab es über 3000 Besucher und über 40 Schulklassen. Jugend-Guides wurden ausgebildet, die Jugendgruppen und Schulklassen über die regionalen Geschichte im Nationalsozialismus und die Verbrechen "vor der Haustür" unterrichten. 
David Abraham Adler (geboren 10.4.1947 in New York City) hat über 200 Kinderbücher und Bücher für Jugendliche geschrieben, darunter die Serien "Cam Jansen" und "Picture Book of..." und einige Bücher über den Holocaust, darunter z.B. A Hero and the Holocaust: The Story of Janusz and His Children und zusammen mit Karen Ritz A Picture Book of Anne Frank.
Die Illustratorin Karen Ritz hat über 45 Kinderbücher illustriert. Sie lebt in St. Paul, Minnesota.
Infos: http://www.kz-gedenkstaette-hailfingen-tailfingen.de/php/kzht.ar.ju.bau.php 
  
Hailfingen Lit H02.jpg (143212 Byte)Harald Roth / Volker Mall: La promesse est tenue ... Nach 65 Jahren des Schweigens
Recherchen und Begegnungen – Auf der Suche nach Überlebenden und Angehörigen des 
KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen
Schriftenreihe des Vereins 
KZ Gedenkstätte Hailfingen • Tailfingen e. V.
Heft 2  Horb 2012  68 S.  50 Abb. (sw).  
Preis: € 4,- (nicht einzeln lieferbar, in der Gedenkstätte erhältlich) 

   

Volker Mall: Das KZ-Außenlager Hailfingen / Tailfingen. Erinnerungsmale aus den Jahren zwischen 1945 und 2012 - die Wiederaneignung einer verdrängten Geschichte. In: Schwäbische Heimat  2012/4 S. 461-467.  
     
Hailfingen Lit 23298821_23298821_xl.jpg (26135 Byte)ders.:  Die Häftlinge des KZ-Außenlagers Hailfingen/Tailfingen, Daten und Porträts aller Häftlinge. Hrsg.: GV/FD, Sektion Böblingen/Herrenberg/Tübingen und KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen e.V.. Herrenberg 2014.  
(BoD-Nr.: 1118852) 420 Seiten, 13,99 €. Im Buchhandel und im Internet.
Hinweis: als E-Book mit dem Titel für den Vertrieb in folgenden E-Book-Shops freigegeben (ISBN 9783738663624) und dort zum Verkaufspreis von 7.49 €.erhältlich: 
Apple iBookstore   Bei Apple iTunes können Sie die Vorschau für Ihr Buch über den folgenden Link ansehen, sobald es im iBookstore verfügbar ist: http://itunes.apple.com/de/book/isbn9783738663624 
Amazon Kindle-Shop auf amazon.de.  Bei eBook.de können Sie die Vorschau für Ihr Buch über den folgenden Link ansehen, sobald es verfügbar ist: http://www.libri.de/shop/action/productDetails?id=9783738663624   

   
Filme:   

Dokumentarfilm von Lucy McCauley "Facing the Nazi Era. Conversations in Southern Germany" 
Deutschland/ USA 2011, 66 Minuten, freigegeben ab 12 Jahren

Die Mehrzahl der amerikanischen Bevölkerung hat nur wenig Ahnung davon, in welcher Weise und in welchem Umfang sich die Deutschen mit der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Wird das Thema in einem amerikanischen Film behandelt, so dominieren meist Stereotype das Bild der Deutschen. Über die Entbehrungen, die sie durch zerbombte Städte, Vertreibung und Flucht erleiden mussten oder etwa über Vergewaltigungen deutscher Frauen und Mädchen durch die Besatzungsmächte seien nur wenige Amerikaner informiert. Dies wollte Lucy McCauley aus Dallas ändern. Die 50jährige Schriftstellerin interessiert sich immer schon für Vergangenheitsbewältigung, seit sie erfahren hat, dass ihre Vorfahren in den Südstaaten Sklaven hielten. Bei einem Besuch der Stadt Tübingen gemeinsam mit ihrem Mann wurde Lucy McCauley auf das ehemalige KZ-Außenlager Hailfingen-Tailfingen aufmerksam und die Idee zu einem Dokumentarfilm war geboren. Darin stellt die Filmemacherin Menschen der Region vor, die die Nazi-Vergangenheit thematisieren und aufarbeiten. McCauley macht hier vor allem das Leid auf deutscher Seite deutlich: das der Flüchtlinge und Vertriebenen und das der jungen Soldaten, denen der Krieg die Jugend stahl. Und sie stellt die 2006 gegründete und inzwischen florierende jüdische Gemeinde "Bustan Shalom" in Tübingen vor. Auf diese Weise schaffte sie es, das Bild der Amerikaner vom Deutschen aufzuweichen und sie nachdenklich zu machen. "So kennen wir die Deutschen nicht", sollen viele von ihnen nach dem Film gesagt haben.
"Facing the Nazi Era" – auf Deutsch "Konfrontiert mit der Nazi-Zeit – Gespräche in Süddeutschland" war im Dezember 2011 der Auftakt zu einer gemeinsamen Veranstaltungsreihe der KZ-Gedenkstätte Hailfingen-Tailfingen und des Vereins "Gegen Vergessen – Für Demokratie" und sorgte beim Vancouver Jewish Film Festival für Aufsehen. 
Mehr darüber: http://www.kinowaldhorn.de/cms/index.php/component/content/article/8-aktuelle-filme/120-facingthenaziera 
Zu beziehen über E-Mail an lamccauley@aol.com 
Preis: 15 Euro incl. Porto und Verpackung    
    
Hinweis auf den Film von Johannes Kuhn "Der Dachdecker von Birkenau". Im Mittelpunkt steht die Geschichte von Mordechai Ciechanower, der nach anderthalb Jahren in Auschwitz zeitweise in Hailfingen / Tailfingen als KZ-Häftling war. http://der-dachdecker-von-birkenau.de/  
  

    
     

                   
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Stand: 21. März 2017