Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Bauerbach (Stadt Bretten, Landkreis Karlsruhe) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer    
Zur Geschichte des Betsaales/der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde             
   
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zum Bistum Speyer gehörenden Bauerbach bestand eine jüdische Gemeinde bis 1894. Ihre Entstehung geht in das 18. Jahrhundert zurück. Erstmals werden 1714 Juden am Ort genannt. 
  
Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1825 mit 67 und um 1871 mit 65 Personen erreicht. Danach ging die Zahl schnell zurück. 1880 lebten nur noch 19, 1895 12 jüdische Einwohner in Bauerbach. Ab 1900 wurde keiner mehr gezählt. 

An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde ein kleines Gemeindezentrum mit einem Betsaal/Synagoge (s.u.), einer jüdische Schule und einem rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war im 19. Jahrhundert zeitweise ein jüdischer Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Flehingen beigesetzt. Seit 1827 gehörte die Gemeinde zum Bezirksrabbinat Bretten. Ihren Lebensunterhalt verdienten die Bauerbacher Juden überwiegend als Viehhändler, mehrere waren Metzger. 
   
Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde in Bauerbach, zu der in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch die Gochsheimer Juden gehörten, wurden die hier noch lebenden Juden der Synagogengemeinde in Flehingen zugeteilt.  
  
An ehemaligen jüdischen Wohnhäusern sind bekannt (bis um 1890 bis 1895 von jüdischen Familien bewohnt): Schäfer Jakob Lichtenberger (Bürgerstraße 29), Handelsmann Löbaser (Bürgerstraße 53), Handelsmann Ferdinand Wertheimer (Brunnenstraße 10), Kaufmann und Handelsmann Salomon Wertheimer (Bürgerstraße 63), Handelsmann Moses Wertheimer (Pfriemenstraße 2). 
  
Von den in Bauerbach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): aus den Familien Wertheimer: Klara Sara Glück geb. Wertheimer (1865), Jette Löwenthal geb. Wertheimer (1873), Bertha Wertheimer (1871), Heinrich Wertheimer (1863), Isak Wertheimer (1867), Jacob Heinrich Wertheimer (1866), Leopold Wertheimer (1870), Raphael Wertheimer (1870), Thekla Wertheimer (1876). 
    
Hinweis: es gab auch eine jüdische Gemeinde in Bauerbach in Thüringen; es kann zu Verwechslungen der beiden Orte kommen.  
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde             
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des jüdischen Lehrer, Vorbeters und Schochet (1838 / 1840 / 1842 / 1843 ( 1848 / 1850 / 1852)      

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1838 S. 365 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Bretten. Vakante israelitische Schulstelle. Bei der israelitischen Gemeinde Bauerbach ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 70 Gulden nebst freier Kost und Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. 
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage der Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen sich bei der Bezirks-Synagoge Bretten zu melden. 
Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirks-Rabbiner zur Bewerbung zugelassen werden.
Bretten, den 19. April 1838. Großherzogliche Bezirks-Synagoge."                     
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1840 S. 721 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Bei der israelitischen Gemeinde Bauerbach ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 70 Gulden nebst freier Kost und Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage der Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen sich bei der Bezirks-Synagoge Bretten zu melden. Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirks-Rabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."    
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 20. August 1842 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Bretten. [Dienstantrag]. Bei der israelitischen Gemeinde Bauerbach ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 130 fl., sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Brettem zu melden.  
Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden." 
Bretten, den 13. August 1842. Die Bezirkssynagoge."  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom  4. März 1843 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Bretten. [Dienstantrag.] Bei der israelitischen Gemeinde Bauerbach ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 140 fl., sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Bretten zu melden.  Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden. 
Bretten, den 12. Februar 1843. Großherzogliche Bezirkssynagoge." 
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 29. Juli 1843  (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Bretten. [Dienstantrag.] In diesseiteigem Bezirke sind folgende Dienste erledigt: 
1) Bei der israelitischen Gemeinde zu Bauerbach, die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 160 fl. sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist: 
2) Bei der israelitischen Gemeinde zu Gochsheim die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 50 fl. nebst freier Wohnung und Kost, sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist - 
  und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Bretten zu melden.  Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden." 
Bretten, den 24. Juli 1843. Großherzogliche Bezirkssynagoge."   
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 23. Januar 1847 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen.
[Bekanntmachung.]. Bei der israelitischen Gemeinde Bauerbach ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 135 fl. sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Bretten zu melden.  Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden."     
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 17. Februar 1847 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): " Bei der israelitischen Gemeinde Bauerbach ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 1 50 fl., sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Bretten zu melden.  Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden."   
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 1. März 1848 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen.
[Bekanntmachung.]. Bei der israelitischen Gemeinde Bauerbach ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 1 50 fl. sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Bretten zu melden.  
Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden."    
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 29. August 1849 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die mit einem festen Gehalte von 150 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind, sowie dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Bauerbach, Synagogenbezirks Bretten, ist zu besetzen. 
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Bretten sich zu melden. 
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- oder Rabbinatskandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden." 

   
   
   
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge           
   
Spätestens seit Ende des 18. Jahrhunderts war ein Betsaal vorhanden. Um 1820 diskutierten die damals sieben jüdischen Familien in der Gemeinde lebhaft um die Frage, ob man sich weiterhin "mit der alten Einrichtung begnügen" oder ob man "alles neu aufgebaut" haben wollte. Die freilich "unerschwinglichen Kosten" für einen Neubau schreckten dann doch die meisten von Planungen in dieser Richtung ab, zumal es nicht nur um eine neue Synagoge, sondern zugleich um die Errichtung eines heizbaren rituellen Bades ging. Das neue Bad schien auch vordringlicher zu sein, den alten Betsaal konnte man durchaus noch auf bestimmte Zeit beibehalten. Dem Bezirksamt Bretten lag freilich daran, beide Vorhaben zu verwirklichen. Man schätzte die Kosten für einen neuen Betsaal auf 600 Gulden, für das Bad 75 Gulden. Im Laufe der folgenden Jahre scheint sich dann doch eine Mehrheit in der Gemeinde für die Neueinrichtung eines Betsaales durchgesetzt zu haben, die Kosten sollten durch eine Umlage auf alle, einschließlich der in Gochsheim lebenden und der Bauerbacher Gemeinde zugeteilten Gemeindeglieder verteilt werden. Ob dann auch tatsächlich ein neuer Betsaal gebaut worden ist, geht aus den Akten von 1820-1827 nicht hervor.  
         
Als 1856 der Großherzogliche Bezirksbauinspektor aus Bruchsal den Bauerbacher Betsaal besuchte, war er über die dortigen Zustände hell entsetzt. Er schrieb am 22. August 1856 einen ausführlichen Bericht an das Bezirksamt in Bretten über das "Lokal, in welchem die israelitische Gemeinde in Bauerbach ihren Gottesdienst abhält und das sie quasi ‚Synagoge’ nennen". Dieses Lokal befände sich in einem "höchst verwahrlosten Zustande [...], sodass man es für alles, nur für kein Gotteshaus betrachten kann". Schon der Weg zur Synagoge sei eine Zumutung: an einem großen Dunghaufen müsse man vorbei, der Platz vor dem Eingang zum Betsaal sei voll vom Schmutz und Kot des Geflügels. Im Betsaal habe es keinen rechten Bodenbelag mehr, stattdessen würden verfaulte Brotstücke auf dem Boden liegen. Durch die Spalten der noch etwas befestigten Teile des Bodens würde man eine stinkende Flüssigkeit sehen, die wohl von der Jauche des danebenliegenden Hofes stammen würde. Die Feuchtigkeit im Betsaal sei so groß, dass die inneren Seiten der Fensterbänke "mit grünem Geflechte" bewachsen seien. Immerhin erfährt man vom Bauinspektor auch mehr über die damalige Größe und Einrichtung des Saales, der früher als Wohnung genutzt worden sei. Er war 7,5 m lang, 3,9 m breit und 2,46 m hoch (die in Fuß gemachten Angaben wurden umgerechnet). Eine hölzerne Gitterwand trennte den Betsaal der Männer von der "Frauenschule". Drei Fenster gingen zur Straße, eines zum Hof. Ansonsten dienten zur Erhellung mehrere Deckenleuchter, die die Decke bereits geschwärzt hätten, was aber bei dem niedrigen Raum unvermeidlich sei. Die Stühle würden ohne Ordnung im Raum herumstehen. Der israelitischen Gemeinde gehöre nur die Hälfte des Hauses. Die andere Hälfte sei im Besitz von zwei christlichen Eigentümern. Über dem Betsaal sei noch eine Wohnung, zur der eine "zerbrechliche Stiege" vom Vorplatz aus führen würde. Im Gespräch mit den Vertretern der jüdischen Gemeinde räumten auch sie gegenüber dem Bauinspektor ein, dass es einiger Reparaturen bedürfe, um den Betsaal zu erneuern. Die Behörden drängten auf Grund dieser Zustände auf eine baldige Verbesserung der Zustände in Bauerbach. Vermutlich sind auch einige Reparaturen im Betsaal durchgeführt worden, dennoch ging es wieder grundsätzlich um die Frage nach dem Neubau einer Synagoge. Ein Grundstück war bald gefunden. Vor wenigen Jahren war das Haus des Kaufmannes Wertheimer abgebrannt. Die jüdische Gemeinde kaufte 1859 für 490 Gulden sein Grundstück, um auf diesem eine Synagoge bauen zu können. Man rechnete mit einem Aufwand von 5.000 bis 6.000 Gulden für den Neubau, die man freilich so schnell nicht aufbringen konnte. Im Briefverkehr mit den Behörden konnte man eine Frist bis spätestens August 1870 erhalten. Dann jedoch müsste das frühere Grundstück Wertheimer neu bebaut werden. Dieser Neubau ist jedoch auf Grund der in den 1870er-Jahren schnell zurückgehenden Zahl der jüdischen Einwohner Bauerbachs nicht mehr verwirklicht worden.  
      
Das Haus des alten Betsaales ist erhalten. 1890 wurde das Gebäude verkauft und wird seitdem als Wohnhaus genützt (Bürgerstraße 48). Um 1890 ist auch das vor der Synagoge befindliche "Judenbrünnle" verdolt worden.
    
    
    
Fotos 
Historische Fotos: 

Historische Fotos sind nicht bekannt, eventuelle Hinweise bitte an
den Webmaster, E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite

   
Fotos nach 1945/Gegenwart:   

Bauliche Veränderungen des 
Synagogengebäudes nach 1900
 (Quelle: Arch.-Büro Säubert - Gersbach - www.sbert.de)   
Bauerbach Synagoge 1601.jpg (25482 Byte) Bauerbach Synagoge 1602.jpg (29728 Byte)
  Zustand des Synagogengebäudes vor 1900    Zustand des Synagogengebäudes 2014  
     
Fotos um 1985 
(Fotos: Hahn) 
     
Bauerbach Synagoge 002.jpg (51188 Byte) Bauerbach Synagoge 003.jpg (81086 Byte) Bauerbach Synagoge 001.jpg (69877 Byte)
Der Eingang  Ehemaliges jüdisches Gemeindezentrum in Bauerbach 
       
      
Fotos 2003:
(Fotos: Hahn)
Bauerbach Synagoge 151.jpg (62948 Byte) Bauerbach Synagoge 150.jpg (44411 Byte)
     

     
      

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Bretten   

Literatur:  

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 86.
Otto und Willy Bickel: Bauerbach. Vom Reichsdorf zum Brettener Stadtteil 1978. S. 188.253-254.304-305.
Jürgen Stude: Geschichte der Juden im Landkreis Karlsruhe. 1990.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.  

   

                   
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Stand: 26. Juni 2016