Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Butzweiler (Gemeinde Newel) mit Ralingen an der Sauer und -Edingen sowie Kordel 
(VG Trier-Land, Kreis Trier-Saarburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:  

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen     
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen  
bulletLinks und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
    
In Butzweiler bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1753 jüdische Personen am Ort genannt. Ihre Zahl blieb zunächst gering, sodass es erst Mitte des 19. Jahrhunderts zur Bildung einer eigenständigen jüdischen Gemeinde am Ort kam: 1846 erfolgt die teilweise Trennung von der Gemeinde in Aach, wohin die jüdischen Einwohner in Butzweiler bis dahin gehört hatten. Mit der Einweihung der neuen Synagoge 1892 erfolgte die endgültige Trennung von Aach.
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1808 13 jüdische Einwohner (darunter 3 erwachsene Männer), 1833 33, 1843 49, 1860 Höchstzahl mit 93 Personen, 1889 70, 1895 71, 1896 66 (in 13 Familien), 1898 (vermutlich zusammen mit den Teilgemeinden) 129 (in 26 Haushaltungen), 1899 (vermutlich wieder ohne Teilgemeinden) 74 (in 13 Haushaltungen). Die Angaben aus den 1890er-Jahren nach dem "Statistischen Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes".
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine (private) Religionsschule, ein rituelles Bad und (seit 1865) ein auf einer Anhöhe am östlichen Ortsrand gelegener Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war zeitweise ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (s.u. Ausschreibungen der Stelle in den 1890er-Jahren). 1898 wird als Religionslehrer J. Ziegler genannt, 1899 M. Hirsch, 1905 Lehrer Salomon. 1895 erhielten 10 Kinder der Gemeinde Religionsunterricht, 1898 8 Kinder, 1899 11, 1905 18 (10 Jungen, 8 Mädchen). Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk in Trier
   
Von den Gemeindevorstehern ist bekannt (jeweils nach Ausgaben des "Statistischen Jahrbuches des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes'): um 1889 Karl Lorig, um 1892 Jakob Lorig, um 1894/95 Michael (Michel) Kaufmann und Karl Lorig, um 1896 Karl Lorig und M. Nußbaum, 1897 Michael Kaufmann, 1897 R. Kaufmann und Jakob Lorig, 1898/99 L. Nußbaum und Karl Lorig, 1905 Leo Lorig.
 
Die Gemeinde hatte einen Wohltätigkeitsverein (1898/99 unter Leitung von H. Lorig und M. Nußbaum).
  
Von den jüdischen Kriegsteilnehmern im Ersten Weltkrieg wurde Gustav Kaufmann (Gefreiter bei der Feldluftschifferabteilung 30, vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Feldluftschiffer, Sohn der Witwe von Michel Kaufmann) mit dem Eisernen Kreuz (EK II) ausgezeichnet ("Israelitisches Familienblatt" vom 19.7.1917 S. 29). Auch Samuel Lorig (Sohn des Karl Lorig) erhielt das EK II ("Israelitisches Familienblatt" vom 13.6.1918 S. 24).    
        
Um 1924, als etwa 60 Personen zur jüdischen Gemeinde gehörten (10 % von insgesamt etwa 600 Einwohnern), waren die beiden Vorsteher der Gemeinde Josef Lorig und K. Kaufmann. Zur jüdischen Gemeinde Butzweiler gehörten damals auch die in Kordel (Familie Levy), Ralingen und Edingen (Familie Joseph) lebenden jüdischen Personen. In Kordel bestand seit 1900 ein eigener jüdischer Friedhof.   
    
Nach 1933
ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 50 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. 1938 lebten noch 32 jüdische Personen in Butzweiler. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute und Ortsbewohner geschändet, ihre Inneneinrichtung zerstört (s.u.). Jüdische Wohnungen wurden überfallen und verwüstet; der jüdische Friedhof zerstört. Im Mai 1939 waren noch 16 jüdische Personen in Butzweiler, von denen die meisten in der Folgezeit nach Trier verzogen. Die letzten fünf jüdischen Einwohner wurden aus Butzweiler im Februar 1943 deportiert. Allein aus Trier wurden weitere 19 aus Butzweiler stammende jüdische Personen deportiert.  
        
Von den in Butzweiler geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hedwig Ackermann geb. Lorig (1911), Karoline Daniel geb. Kaufmann (1863), Elisabeth (Elise) Fränkel geb. Levy (1889), Rosa Heymann geb. Lorig (), Sophie Hermann geb. Lorig (1895), Frieda Josef geb. Kaufmann (1893), Rosa Kahn geb. Lorig (1892), Selma Kallmann geb. Kaufmann (1890), Moritz Kaufmann (1901), Raphael Kaufmann (1865), Berta Levy  geb. Kaufmann (1870), Betty Levy geb. Kaufmann (1909), Eva Levy (1887), Josef Levy (1884), Marga Levy (1926), Rosa Levy geb. Kaufmann (1896), Sigmund Levy (1892), Alexander Lorig (1860), Arthur Lorig (1928), Bertha Lorig geb. Levy (1864), Cillie (Cilly) Lorig (1923), Esther Lorig geb. Michel (1873), Gustav Lorig (1897), Herta Lorig (1926), Josef Lorig (1863), Karl Lorig (1908), Leo Lorig (1895), Leopold Lorig (1892), Louis Lorig (), Salomon Lorig (1879), Sibilla (Sybilla) Lorig geb. Lorig (1906), Simon Lorig (1881), Adelheid (Adele) Nussbaum (1863 oder 1868), Frieda Nussbaum (1906), Guste Nussbaum (1899), Hermann Nussbaum (1866), Hermann Nussbaum (1868), Johanna Nussbaum (1884), Josef Nussbaum (1858), Max Nussbaum (1910), Samuel Nussbaum (1892), Simon Nussbaum (1887), Ida Schwartz (1890), Teresia Schwarz geb. Lorig (1889), Israel Simon (1881), Amalia Mathilde Simon geb. Lorig (1857), Karoline Voß geb. Nussbaum (1869), Berta Wolff geb. Lorig (1895).  
  
Aus Edingen sind umgekommen: Adolf Joseph (1876), Frieda Joseph geb. Kaufmann (1893), Gertrud Joseph (1927), Karl Joseph (1884), Therese Joseph (1922), Rosa Kahn geb. Joseph (1882), Sara Mayer ().  
Aus Kordel sind umgekommen: Max Leininger (Levy, 1887), Bertha Levy (1885), Josef Levy (1890), Selma Levy (1897).  
Aus Ralingen ist umgekommen: Else (Elsa) Rosina Joseph (1912)   
        
        
        
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
        
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1891 / 1892 / 1895 / 1896 / 1897 / 1898 

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. Dezember 1891: "In der israelitischen Gemeinde zu Butzweiler ist die Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schächters womöglich gleich zu besetzen. Jährliches Gehalt bei freier Kost und Wohnung 300 Mark nebst den üblichen Nebeneinkünften. Meldungen und Zeugnisse sind bei dem Unterzeichneten einzureichen.
Trier, den 35. Dezember 1891.  Oberrabbiner Dr. Bassfreund."   
 
Butzweiler Israelit 21111892.jpg (42049 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. November 1892: "Wir suchen per sofort einen unverheirateten Religionslehrer, Vorbeter und Schochet. Gehalt 300 Mark und Nebenverdienste, sowie freie Wohnung und Kost. Bewerber wollen sich melden bei dem
Vorstand Jakob Lorig, in Butzweiler bei Cordel, Regierungsbezirk Trier." 
 
Anzeige in "Der Israelit" vom 28. Mai 1895: "Wir suchen einen Religionslehrer, Chasan und Schochet zum baldigen Eintritt. Gehalt 300 Mark pro Jahr bei freier Station nebst Nebenverdiensten.
Offerten erbitte an Karl Lorig, Israel. Vorsteher zu Butzweiler bei Trier."   
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. Januar 1896: "Die hiesige Religionslehrer Chasan- & Schochet-Stelle ist per sofort zu besetzen. Fixes Gehalt 300 Mark bei freier Station und Nebenverdiensten.
Unverheiratete Bewerber mögen sich wenden an den Vorstand (129
Karl Lorig, Butzweiler bei Cordel."  
 
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Februar 1897: "Die israelitische Gemeinde dahier sucht einen Chasan, Schochet und Religionslehrer. Gehalt dreihundertfünfzig Mark jährlich, nebst freier Station und Nebeneinkünfte. Reflektanten wollen sich an den Vorsteher Michael Kaufmann, Butzweiler (Bez. Trier) wenden."    
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. März 1897: "Wir suchen einen Cantor, Schochet und Religionslehrer. Gehalt 800 Mark jährlich, nebst Nebeneinkünften. Ledige Bewerber wollen etwaige Zeugnisse an Vorstand der israelitischen Gemeinde
Herrn Michel Kaufmann in Butzweiler, einsenden."    
  
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. November 1898: "Die israelitische Gemeinde in Butzweiler, Kreis Trier, sucht einen Chasen, Schochet und Religionslehrer. Jahresgehalt 600 Mark, nebst Nebenverdienst. Bewerber wollen ihre Offerten nebst Zeugnissen an Karl Lorig, Vorsteher der israelitischen Gemeinde zu Butzweiler senden. (6598"  

     
    
Aus dem jüdischen Gemeindeleben 
Vorsteher Karl Lorig macht Werbung für Etrogim usw. aus Triest (1889)   

Anzeige in der "Israelitischen Wochenschrift für die religiösen und sozialen Belange des Judentums" Nr. 20 1889: "(Jiddisch:) Verlangen Sie ein Freies Blatt über Etrogim, Lulawim und Hadasim vom allgemein als reell bekannten Großhandlungshause Samuel Rotter in Triest-
Novak, 3. September 1889: Wir hoffen, dass Sie uns auch heuer, wie im Vorjahre der Fall war, reell bedienen werden. Gebrüder Salzer.
Basel, 4. September 1889: Indem ich voriges Jahr mit Ihrer Sendung zufrieden war, bestelle ich jetzt wieder. David Neumann, Synagogendiener.
Butzweiler, 2. September 1889. Indem wir das vorige Jahr mit Ihrer Sendung zufrieden waren, so veranlasst uns Ihre prompte vorjährige Lieferung auch in diesem Jahre wieder bei Ihnen zu bestellen. Hochachtungsvoll zeichnet Karl Lorig, Vorsteher."    
Anmerkung: - über die Bedeutung von Etrog, Lulav und Hadassim beim Laubhüttenfest siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Etrog 
- Novak: tschechische Stadt Nováky vgl. https://de.wikipedia.org/wiki/Nováky 

   
(Schon ein) Problem Ende der 1920er-Jahre: es wird spät geheiratet - exemplarisch an Butzweiler dargestellt (1929)    

Aus der "Jüdischen Rundschau" vom 4. Juni 1929: Zitat aus einem Artikel über "Die preußischen Klein-Gemeinden. Enquete des Bevölkerungspolitischen Ausschusses des Preußischen Landesverbandes..."
"Eine Beobachtung bietet auch für die Fachleute eine große Überraschung: nicht nur in der Stadt, sondern gerade auf dem Lande und in der Kleinstadt, ja gerade hier, wird erst spät geheiratet. Diese späte Eheschließung betrifft nicht nur die Männer, sondern auch in hohem Maße die Mädchen. Vor dem 25. Jahr gibt es überhaupt fast keine Männer und nur in wenigen Ausnahmen Jüdinnen, die heiraten. Im Alter von 25 bis 30 Jahren waren von jüdischen Männern 72,5 %, also etwa drei Viertel, unverheiratet (auf dem Lande: 75,6 %), mit 30 bis 35 Jahren noch 42 % (in den Kleingemeinden bis 200 Juden: 41 %). Verwitwete und Geschiedene wurden den Verheirateten zugerechnet. Einige Beispiele: In Butzweiler ist von 14 Mädchen im Alter von 32 bis 35 Jahren kein einziges verheiratet, von den acht Männern einer. In Gelsenkirchen unter 25 nur zwei. In Rhaunen (Rheinprovinz) ist von 10 Juden und Jüdinnen im Alter von 20 bis 35 Jahren kein einziger verheiratet. Die Beispiele lassen sich vervielfachen. In Wittlich wurden unter 37 Personen von 20 bis 35 Jahren keine einzige verheiratet angetroffen. Von allen 63 weiblichen Personen über 20 Jahren waren 36 ledig.
Die Auswirkung der verspäteten Eheschließung muss noch in Erscheinung treten..."   

   
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Verlobungsanzeige von Erna Aach und Leo Lorig (1936) 

Anmerkung: Leo und Erna Lorig konnten in die USA emigrieren, wo Leo 1977 und Erna 1981 verstorben sind.  

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 20. Februar 1936: "Ihre Verlobung geben bekannt
Erna Aach   -   Leo Lorig  

Trier Maarstraße 45  -  Butzweiler bei Trier
Im Februar 1936."   
 
Grab/Grabstein für Leo Urig (15. Februar 1900 - 5. Dezember 1977) und seine Frau Erna (22. Juni 1907 - 2. Mai 1981) im  Cedar Park Cemetery
Paramus, Bergen County, New Jersey, USA.
Quelle für das Foto: https://de.findagrave.com/memorial/283558864/leo-lorig und https://de.findagrave.com/memorial/283558865/erna-lorig 

 
Verlobungsanzeige von Hedwig Lorig und Siegfried Ackermann (1937) 

Anmerkung:  Siegfried Ackermann (geb. 2. Oktober 1902 in Weyer, wurde in der NS-Zeit nach der Deportation am 25. Juli 1942 im Vernichtungslager Majdanek ermordet).
Gedenkbuch des Bundesarchives: zu Siegfried Ackermann https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de829458 und zu Hedwig geb. Lorig https://apps.bundesarchiv.de/gedenkbuch/de829407  

Anzeige im "Israelitischen Familienblatt" vom 19. August 1937:
"Hedwig Lorig     -     Siegfried Ackermann   
Verlobte  
Butzweiler (Trier)   -   Weyer (bei St. Goarshausen) 
 
Siegfried und Hedwig Ackermann waren vor ihrer Deportation inhaftiert im Zwangsarbeitslager in Friedrichssegen an der Lahn  https://de.wikipedia.org/wiki/Grube_Friedrichssegen  
Auf dem dortigen Denkmal stehen ihre Namen (Foto: Wikimedia Commons).
Links die Namen von Siegfried und Hedwig Ackermann auf dem Denkmal in Friedrichssegen an der Lahn. 

    
     
     
Zur Geschichte der Synagoge        
   
Zunächst besuchten die in Butzweiler lebenden jüdischen Personen die Synagoge in Aach. 1846 wurde ein Betraum (Synagoge) im Gebäude Am Urteilsgarten 1 eingerichtet.  
     
1892 konnte eine neue Synagoge mit einer angebauten Religionsschule erstellt werden. Sie wurde von Maurermeister Schergen aus Beßlich erstellt. Es handelte es sich um ein aus Sandsteinbruchmauerwerk erstelltes Gebäude mit dem Ostgiebel zum Ramsteiner Weg. Durch die Rundfenster und Rundbogenfenster war es als kultisches Gebäude erkennbar. In dem an der nordwestlichen Ecke angebauten Schulhaus befand sich neben dem Schulraum auch ein Lehrerzimmer. Der Betsaal wurde von einem Tonnengewölbe abgeschlossen. Eine Treppe links des Eingang führte zur Frauenempore, die sich entlang der West- und der Südwand befand.
   
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA-Leute aus Trier und Ortsbewohner überfallen. Die Synagogentür wurde aufgebrochen, der Innenraum zerstört. Bänke wurden von der Empore hintergeworfen, eine Torarolle wurde auf der Straße ausgerollt. Nach 1945 wurde das Gebäude unterschiedlich verwendet, bis es schließlich zu einem Wohnhaus umgebaut worden ist. Seit 1988 befindet sich eine Gedenktafel an Straßenseite.  
    
    
Adresse/Standort der Synagoge:   Ramsteiner Weg 15  
     

     
Fotos
(Farbfotos: Hahn, Aufnahmedatum April 2006, Foto vor Umbau: Landesamt s. Lit. S. 289)

Alter Betsaal Butzweiler Synagoge 110.jpg (73129 Byte)   
   Der Betsaal von 1846 befand sich im
 Gebäude Am Urteilsgarten 1
  
        
Historisches Foto der Synagoge  
   Historische Ansichtskarte von Butzweiler mit der Synagoge und einer Ansicht der Handlung von Moses Levy
(die Karte wurde 2018 bei einer Auktion entdeckt; konnte jedoch vom Webmaster leider nicht ersteigert werden) 
     
Das Synagogengebäude
nach 1945
Butzweiler Synagoge 100.jpg (110771 Byte)  
    Das ehemalige Synagogengebäude 
vor dem Umbau
    
     
Butzweiler Synagoge 111.jpg (64146 Byte) Butzweiler Synagoge 113.jpg (50001 Byte) Butzweiler Synagoge 112.jpg (76379 Byte)
Das ehemalige Synagogengebäude 2006 - als Wohnhaus genutzt Gedenktafel an der Straßenseite
   
     
Andernorts entdeckt - im 
jüdischen Friedhof in Luxemburg 
Louxemburg Friedhof Oberheimbach 12116a.jpg (143458 Byte) Louxemburg Friedhof Oberheimbach 12116.jpg (111418 Byte)
  Grabstein für Louis Seckler (geb. 1872 in Oberheimbach, gest. 1923 in Luxemburg)
 und Fanny Nussbaum (geb. 1873 in Butzweiler, gest. 1947 in Luxemburg)
     
     

  
   

Links und Literatur 

Links:  

bulletWebsite der Gemeinde Newel  mit Seite zum Heimatverein Butzweiler  
bulletWebsite des Heimatvereins Butzweiler  
bulletSeite zur jüdischen Geschichte in Butzweiler - Kulturdatenbank der Region Trier 
ebd. Seite zur Synagoge 1      ebd. Seite zur Synagoge 2     

Literatur:  

bulletLandesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 289-290 (mit weiteren Literaturangaben).
bulletKlaus Pauli: Butzweiler und die Juden. Hrsg. Heimatverein Butzweiler 1988. 
bulletKlaus Pauli / Robert Reichard / Thomas Heidenblut: Synagogen im Landkreis Trier-Saarburg. 2000. 
bulletWilli Körtels: Die jüdische Schule in der Region Trier. Hrsg. Förderverein Synagoge Könen e.V. 2011. Online zugänglich (pdf-Datei).  

    
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Butzweiler  Rhineland. The first Jew is mentioned in 1753. A cemetery was opened in 1846 and the community reached a peak population of 93 in 1860, with a Jew sitting ob the village council. A synagogue was consecrated in 1892. In June 1933, the Jewish population was 49. On Kristallnacht (9-10 November 1938), SA forces and local residents wrecked the synagogue and Jewish houses and desecrated the cemetery. On the following night, the Jewish residents were driven toward Luxembourg, but as they were not allowed to cross the border, they returned. In May 1939, 16 Jews remained, may of them moving to Trier. The last five Jews were deported in February 1943. About 19 Jews from Butzweiler were deported from Trier.     
           
           

                   
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Stand: 17. Dezember 2025