Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Übersicht über die Friedhöfe im Elsass 
     

Cronenbourg / Strasbourg (Kronenburg) (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass) 
Cimetière juif / Jüdischer Friedhof 
sowie Friedhof der Adath Jisrael 

  
Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe      
   
Der Zentralfriedhof in Cronenbourg  
  
Der jüdische Friedhof in Cronenbourg ist bis zur Gegenwart der zentrale Friedhof der israelitischen Gemeinde von Strasbourg. Nachdem der 1801 angelegte Friedhof in Koenigshoffen Anfang des 20. Jahrhunderts mit etwa 4.000 Gräbern voll belegt war, konnten in Cronenbourg Grundstücke zur Anlage eines neuen Friedhofes erworben werden.  
  
Plan der Anlage des Friedhofes (1907 / 1908)        

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 1. Februar 1907: "Straßburg im Elsass. Durch landesherrliche Verordnung ist die Anlegung eines israelitischen Friedhofes im Banne der Stadt Straßburg, Untergemarkung Königshofen - Kronenburg, neben dem Hauptfriedhof, als im öffentlichen Nutzen liegend, für dringend erklärt worden".          
 
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom  19. Juni 1908: "Straßburg. Da der bisherige jüdische Friedhof nahezu angefüllt ist und die Kaufabschlüsse des Geländes zur Anlegung des neuen Friedhofes perfekt sind, erließ die israelitische Kultusgemeinde eine Bekanntmachung, dass nunmehr zur Anlegung des neuen Friedhofes geschritten wird."       

      
Protest der Einwohner Kronenburgs gegen die Anlage eines neuen jüdischen Friedhofes (1908)      

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 3. Juli 1908: "Straßburg. Die Zeitungen veröffentlichen einen Protest der Einwohner Kronenburgs gegen die Anlage des neuen israelitischen Friedhofes in ihrer Gemarkung, der davon ausgeht, dass der Zentralfriedhof und der Militärfriedhof bereits in ihrem Gebiete seien und daher bei einer Epidemie eine Verschleppung derselben nach Kronenburg stattfinden könne. Da das Bezirkspräsidium die Anlegung des israelitischen Friedhofes bereits genehmigt hat, so dürfte der Protest trotz seiner mehr als tausend Unterschriften wirkungslos bleiben."          

   
Im Oktober 1910 wurde der neue Friedhof eingeweiht. Über die Einweihung des Friedhofes liegen zwei Berichte vor: 

Kronenburg AZJ 21101910.jpg (72445 Byte)Die "Allgemeine Zeitung des Judentums" berichtete in ihrer Ausgabe vom 21. Oktober 1910: "Straßburg u.E., 14. Oktober. Die hiesige jüdische Gemeinde hat ihren neuen Friedhof in Kronenburg eingeweiht. Oberrabbiner Ury hielt die Weiherede, in der er auf die Geschichte des Friedhofes zu sprechen kam. Nach ihm richtete Rabbiner Dr. Marx nochmals ernste Worte an die zahlreiche versammelte Zuhörerschaft, wie sie der feierlichen Stätte des Todes angemessen sind. Die Anlagen sind sehr geräumig. Es ist Raum für 3.200 Erwachsene und 300 Kinder. Der eingezäunte Teil umfasst bloß die Hälfte des ganzen Komplexes und wird ungefähr 30 bis 40 Jahre ausreichen. Die Eingangshalle ist sehr praktisch und einfach gehalten. In den Seitenhalle befinden sich die Leichenhalle, die Leichenwaschhalle. Ebenso ist die große Halle geräumig genug, um 400 Personen aufzunehmen. Es ist eine Wohnung für den Friedhofverwalter vorhanden. Die gesamte würdige Anlage, ein Muster wahrer Friedhofeskunst macht den Erbauern, den Architekten Wolf und Falk, alle Ehre." 
   
Kronenburg FrfIsrFambl 14101910.jpg (54721 Byte)Bericht im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 14. Oktober 1910: "Straßburg. An 250 Personen hatten sich zur Einweihung des neuen Friedhofs, der sich in der Kronenburger Gemarkung befindet, eingefunden. Es sprachen Oberrabbiner Dr. Ury und Rabbiner Dr. Marx. Nach dem Einweihungsakt fand eine Besichtigung statt. Eine Neuerung ist die Einrichtung, dass als Ersatz für die Leichenwärter den aufgebahrten Leichen Ringe an die Finger gesteckt werden, die mit einer Klingelanlage in Verbindung gesetzt sind, sodass bei der geringsten Bewegung etwaiger Scheintoter sofort der Wächter alarmiert wird. Eine Neuerung ist auch die aus Marmor gefertigte, auf Kurbeln drehbare Waschbahre."

Mit der Belegung dieses neuen Friedhofes wurde 1911 begonnen. Der Friedhof wird bis zur Gegenwart belegt. Inzwischen wurden etwa 6.500 Gräber angelegt. Er wird betreut durch das Consistoire israélite du Bas-Rhin.   
  
Am 12. April 2002 und wiederum in der Nacht vom 26. auf den 27. Januar 2010 wurde der Friedhof geschändet, wobei zahlreiche Grabsteine mit Hakenkreuzen besprüht wurden.  
  
Auf dem Friedhof befinden sich mehrere Denkmale. Eines, das von den Architekten Lucien Crombach und E. Picard gestaltet und im Jahr 1951 eingeweiht wurde, enthält die Namen von 840 jüdischen Personen aus der jüdischen Gemeinde von Straßburg, die in der NS-Zeit deportiert und ermordet wurden. Ein weiteres Mahnmal wurde im September 1955 eingeweiht (neu im Dezember 2005) und erinnert an 86 Juden aus dem KZ Natzwiller-Struthof, die auf Grund von medizinischen Experimenten umgekommen sind. In der Trauerhalle des Friedhofes findet sich eine Gedenktafel mit den Namen der aus der orthodoxen jüdischen Gemeinde Adath Israel deportiert und ermordeten Gemeindemitglieder. 
  
  
Der Friedhof der Gemeinde Adath Israel  
 
Bereits im 19. Jahrhundert wurde ein Friedhof der orthodox-jüdischen Gemeinde Adath Israel an der heutigen Rue Jean-Pierre Clause angelegt.  
  
  
Lage der Friedhöfe      
 
-  Cronenbourg, 3 route d'Oberhausbergen   
-  Cronenbourg, 5 rue Jean-Pierre Clause (Friedhof der Adath Israel)  
   
  
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)    

Größere Kartenansicht      

    
    
Fotos 

Der jüdische Zentralfriedhof in Cronenbourg im Frühjahr 2004 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 28.5.2004)  
 
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Die Gebäude am Eingang
 zum Friedhof  
Unweit des Eingangs die Gedenkstätte für die in der NS-Zeit ermordeten 
Straßburger Juden  
   
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Grab- und Gedenkstein für 
umgekommene KZ-Häftlinge aus 
dem KZ Natzweiler-Struthof  
Schlichte Grabsteinplatten für 
Personen, die 1943/45 hier 
beigesetzt wurden  
Gedenkinschrift auf einem Grabstein
 für ermordete Familienmitglieder  
  
      
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Auffallend große Grabanlage für 
Angehörige der Familie Blum 
  
Im älteren Teil des Friedhofes. Vorne 
ein Sarkophag-Grabstein; im Hintergrund
 die Eingangsgebäude des Friedhofes
 (Trauerhalle)
"Gott hat gegeben, Gott hat 
genommen, der Name Gottes sei 
gepriesen in Ewigkeit" 
    
     
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Grabstein für Abraham Bloch 
aus Rheinbischofsheim (1850-1921) 
  
Grabstein für Henry Levy (1831-1937),
 Vice President du Consistoire Israelite 
du Bas-Rhin 
Eine der deutschen Grabinschriften: für 
Karl Heymann, gest. 1912: "Wenn Liebe
 könnte Wunder tun, und Tränen Tote 
wecken, so würde dich gewiss nicht hier 
die kühle Erde decken"  
   
     
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Teilansichten des Friedhofes
  
Cronenbourg Cimetiere 100.jpg (59055 Byte) Cronenbourg Cimetiere 105.jpg (74106 Byte) Cronenbourg Cimetiere 107.jpg (78444 Byte)
Teilansicht im 
neuen Teil  
Selten auf jüdischen Friedhöfen: 
Portrait auf Grabstein  
Moderner Grabstein mit 
Getreidehalmen und Davidstern  
     
Cronenbourg Cimetiere 111.jpg (63271 Byte) Cronenbourg Cimetiere 116.jpg (83533 Byte) Cronenbourg Cimetiere 101.jpg (77022 Byte)
Künstlerisch modern gestalteter Grabstein   Neue Grabsteine mit "segnenden Händen" der Kohanim  
   
Cronenbourg Cimetiere 110.jpg (66625 Byte) Cronenbourg Cimetiere 106.jpg (73323 Byte)  
Neuestes Gräberfeld   Neuere Gräber (2003/04)    

   
    

Links und Literatur  

Links:  

Profanation de tombes au Cimetière israélite de Cronenbourg (27 janvier avril 2010 / 12 avril 2002) 
Wikipedia-Artikel Cimetière israélite de Cronenbourg      

Literatur:  

 

   
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 29. Mai 2016