Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Flörsheim-Dalsheim (VG Monsheim, Landkreis Alzey-Worms) 
Jüdischer Friedhof

       

Zur jüdischen Geschichte in Dalsheim        
    
In Dalsheim lassen sich wenige jüdische Bewohner nur im 18. Jahrhundert nachweisen. 1500 wird erstmals ein "Judenhaus" am Ort genannt. Um 1722 und 1743 lebten mehrere jüdische Familien in der Stadt. Auch bis 1936 lebte vorübergehend eine jüdische Familie in Dalsheim.  
  
  
Zur Geschichte des Friedhofes        
   
Der jüdische Friedhof in Dalsheim wurde bereits im 16. Jahrhundert (1579) angelegt. Danach wurde er bis in die 1930er-Jahre von den jüdischen Gemeinden der Umgebung belegt (bis um 1800 z.B. von den Juden aus Heppenheim a.d. Wiese, bis in die 1930er-Jahre u.a. aus Hohensülzen, Kriegsheim, Monsheim und Nieder-Flörsheim). Es sind etwa 150 Grabsteine erhalten. Die Friedhofsfläche umfasst 17,58 ar. Der Friedhof ist einer der besterhaltenen und sehenswertesten Friedhöfe in Rheinhessen.   
   
   

Lage des Friedhofes
 
   
Der Friedhof liegt vor der nördlichen Stadtmauer an der Straße "Am Pfarrgarten".
  
  
Link zu den Google-Maps   
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)  
  

Größere Kartenansicht  
     
     
     
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 3.8.2005)  

Dalsheim Friedhof 117.jpg (45239 Byte) Dalsheim Friedhof 116.jpg (68994 Byte) Dalsheim Friedhof 114.jpg (74632 Byte)
Der Weg zum Friedhof ist 
mehrfach ausgeschildert
Blick auf das Gebäude mit
 dem Leichenwagen
Eingangstor
zum Friedhof
     
Dalsheim Friedhof 106.jpg (79741 Byte) Dalsheim Friedhof 105.jpg (92197 Byte) Dalsheim Friedhof 102.jpg (85990 Byte)
Im ältesten Friedhofsteil; rechts Blick zur Stadtmauer und einer der Kirchen des Ortes  Vermutlich einer der ältesten 
erhaltenen Grabsteine 
 
   
Dalsheim Friedhof 113.jpg (85052 Byte) Dalsheim Friedhof 110.jpg (77702 Byte) Dalsheim Friedhof 111.jpg (58425 Byte)
Grabsteine aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts  Grabstein für Chaim, Sohn des Naftali 
aus Wachenheim, gest. Mittwoch, 22. Kislew
 5594 (4. Dezember 1833) 
  
   
Dalsheim Friedhof 103.jpg (80840 Byte) Dalsheim Friedhof 101.jpg (85158 Byte) Dalsheim Friedhof 104.jpg (85444 Byte)
Umgestürzte Steine - Spuren einer Schändung?  Blick über Grabsteine aus der 
2. Hälfte des 19. Jahrhunderts 
 
   
Dalsheim Friedhof 108.jpg (82023 Byte) Dalsheim Friedhof 112.jpg (85344 Byte) Dalsheim Friedhof 109.jpg (75841 Byte)
Grabsteine der 1920er-/1930er-Jahre 
im Eingangsbereich: die schwarzen
 Basaltsteine für Heinrich und Rebekka
 Goldschmidt  
 Grabstein in der vorderen Reihe links 
für David Krautkopf (gest. 1927) und 
Bina geb. Karlsberg (gest. 1936)  
Grabstein für Sara Krämer geb. Mayer
 (1857-1941) mit Gedenkinschrift für die
 in Auschwitz ermordeten Jenny Mayer 
geb. Krämer, David Mayer und 
Lothar Mayer aus Nieder-Flörsheim 
 
    
     
Dalsheim Friedhof 100.jpg (44477 Byte) Dalsheim Friedhof 115.jpg (52845 Byte) Dalsheim Friedhof 107.jpg (81781 Byte)
Nach unten gerichtete Rose als 
Zeichen der Liebe und Trauer 
Engelsgestalt mit 
abgeschlagenen Armen 
Reste von Grabsteinen und 
Grabsteinsockeln am Eingang  

   
   
Presseberichte zum Friedhof      

März 2007: Eine Restauration des Friedhofes ist geplant        
Artikel von Ulrike Schäfer in der "Wormser Zeitung" vom 3. März 2007: 
"Inschriften für Nachwelt erhalten -
Jüdischer Friedhof in Flörsheim-Dalsheim soll restauriert werden / Studenten als Übersetzer. Jüdischer Friedhof in Flörsheim-Dalsheim soll restauriert werden / Studenten als Übersetzer. 
FLÖRSHEIM-DALSHEIM. Der jüdische Friedhof von Flörsheim-Dalsheim gilt als einer der besterhaltenen und sehenswertesten in Rheinhessen. Doch wie überall sind auch hier Steine so tief ins Erdreich eingesunken, dass sie kaum noch zu sehen sind, bemoost und von Efeu überwuchert, umgefallen und zerbrochen, zum Teil einfach auf die Seite geräumt, und oft sind die Inschriften auf den Grabmälern aufgrund der fortschreitenden Verwitterung nicht mehr lesbar. Im 18. Jahrhundert waren sie noch alle in Hebräisch abgefasst, die jüngeren Steine, in Material und Form kaum mehr von den christlichen Gräbern zu unterscheiden, tragen deutsche Inschriften. Sogar ein Engel hält hier Wacht.
Die Grabsteine geben nicht nur Auskunft über die Herkunft der Toten, die aus dem Umkreis stammen, sondern oft auch über ihr Schicksal. Einer gehört einem hochdekorierten Mann, der im Ersten Weltkrieg für sein deutsches Vaterland gefallen ist. Die letzte Tote, die hier begraben wurde, war eine Sara Krämer, geborene Mayer: Auf ihrem Grabstein wird auch der in Polen verbliebenen Verwandten gedacht mit dem Nachsatz: "Von den Nazis in Auschwitz ermordet." 
Als Staatssekretär Professor Dr. Siegfried Englert vom Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau mit der SPD-Landtagsabgeordneten Kathrin Anklam-Trapp, VG-Bürgermeister Ralph Bothe (SPD) und Ortsbürgermeister Volker Henn (FWG) Mitte Januar den Friedhof besuchte, registrierte er mit Bedauern den Zustand der alten Grabmäler und machte spontan den Vorschlag, sie nach Rücksprache mit dem Eigentümer, der jüdischen Gemeinde Mainz, zu fotografieren und die hebräischen Inschriften übersetzen zu lassen, um sie der Nachwelt zu erhalten. Das gelte übrigens auch für die Friedhöfe in Osthofen, Abenheim und Alsheim, ergänzte er bei einem Telefonat. "In zehn Jahren ist es vielleicht zu spät dazu", sagte er. 
Stella Schindler-Siegreich, die Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, freute sich über diese Initialzündung, liegt ihr doch viel daran, dass das Andenken der Toten durch eine behutsame Pflege der Grabstätten bewahrt wird. Schon im September vergangenen Jahres hatte sie vor Ort ein Gespräch mit Volker Henn wegen des Allgemeinzustands des Friedhofs geführt, denn die Ortsgemeinde, die für die Instandhaltung zuständig ist, wollte sich rückversichern, dass sie bei Restaurierungsmaßnahmen keine jüdischen Begräbnissitten verletzt. Schindler-Siegreich konnte den Bürgermeister dahingehend aufklären, dass Grabsteine möglichst auf ihrem ursprünglichen Platz erhalten werden sollten und dass die Inschriften wieder in einen leserlichen Zustand versetzt werden dürfen.
Während die Gemeinde mittlerweile einen Steinmetz mit einem Voranschlag für die Restaurierungskosten betraut hat und damit schon ein wichtiger Schritt getan wurde, ist die Erfassung und Übersetzung der Inschriften nicht so einfach zu bewerkstelligen. Zwar kann man die Steine einzeln fotografieren und damit die Texte erst mal sichern, aber Fachleute, die das Hebräische eindeutig entziffern können, zumal auch lokale und historische Besonderheiten eine Rolle spielen dürften, sind eher spärlich gesät und kosten natürlich auch Geld. Staatssekretär Englert regte an, Studenten der Hebraistik an das Thema zu setzen, und sagte dafür auch Unterstützung zu. Die Studenten müssten allerdings erst gefunden werden. Der Wormser Historiker Dr. Fritz Reuter, der mit der Materie eng vertraut ist, empfahl darüber hinaus, die Grabplätze nach Möglichkeit kartieren zu lassen. Verbandsbürgermeister Bothe hat sich unterdessen mit der Aufsichtsbehörde in Verbindung gesetzt, um grünes Licht für weitere Aktivitäten zu bekommen: "Wir müssen hier etwas tun." Dass der jüdische Friedhof in Dalsheim, an der malerischen Fleckenmauer gelegen, auch für Touristen anziehend ist, ist ein Motiv, warum dringendes Handeln angesagt ist. Das andere ist nicht minder wichtig: Die Steine und Quittel auf einigen Grabsteinen zeigen, dass noch immer Menschen hierher kommen, um der Toten zu gedenken.       

     
     
     
Film bei YouTube zum jüdischen Friedhof in Dalsheim (April 2008):  
   
  

     
    

Links und Literatur  

Links:  

Website der Gemeinde Flörsheim-Dalsheim   
Website der VG Monsheim  

Literatur:  

Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Bd. I S. 113. 

   
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 17. Juni 2015