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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg

Emmendingen (Kreisstadt
/ Baden-Württemberg)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge nach 1945
Wichtiger Hinweis:
Besuchen Sie bitte für aktuelle Informationen direkt die Website der Jüdischen
Gemeinde Emmendingen www.juedgemem.de
Vergleiche (interne Links) Seite
zur jüdischen Geschichte Emmendingens (bis 1940)
Seite zum jüdischen Museum in
Emmendingen
Seite zum alten
jüdischen Friedhof Emmendingen
Seite zum neuen
jüdischen Friedhof Emmendingen
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde und des Betsaals/der Synagoge nach 1945
(das Foto oben zeigt das Glasfenster im neu renovierten
Gemeindesaal in der alten Synagoge Kirchstraße 11, seit 2006: Simon-Veit-Haus)
1978 siedelte sich eine jüdische Familie in Emmendingen
an. Durch den Zuzug jüdischer Emigranten seit der Zeit um 1990 aus der
ehemaligen Sowjetunion kam es am 12. Februar 1995 zur Neubegründung einer
jüdischen Gemeinde in Emmendingen. Dem Festakt der Gemeindegründung wohnten
neben Ignaz Bubis s.A. (Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland)
zahlreiche Repräsentanten des politischen, religiösen und öffentlichen Lebens
bei. Damals zählte die jüdische Gemeinde Emmendingen 74 Mitglieder, die in den
beiden Landkreisen Emmendingen und Ortenaukreis lebten. Die Gemeinde
vergrößert sich rasch auf rund 300 Mitglieder (Anfang 2006), darunter
etwa 60 Kinder und Jugendliche.
Diese neue Gemeinde mietete für ihre Gottesdienste zunächst
einmal monatlich einen Saal von der Stadt.
1999 wurde das Gebäude Kirchstraße
11 der jüdischen Gemeinde zurückerstattet. Seitdem befinden sich in ihm Büros
und die Bücherei der Gemeinde. Für den Betsaal/Synagoge und das Gemeindezentrum der
Gemeinde konnte ein Gebäude in der Stadt angemietet werden.
Im September 1999 wurden die Integrationsbemühungen der
Jüdischen Gemeinde Emmendingen mit der Überreichung des Karl-Kübel-Preises
für beispielhafte Familieninitiativen in religiösen Gemeinden in der
Frankfurter Paulskirche gewürdigt. Der Aufbau der Jüdischen Gemeinde
Emmendingen, Lebenswerk des Ehepaars Teschemacher, findet bundesweit
Anerkennung.
Regelmäßige Gottesdienste am Sabbat und an allen
jüdischen Feiertagen, jüdische Feste, vielfältige Gruppenaktivitäten und
ehrenamtlich geleistete Sozialarbeit prägen das Leben der jungen jüdischen Gemeinde
Emmendingen.
Das
Gebäude Kirchstraße 11 wurde im Februar 2006 nach dem langjährigen
Gemeindevorsteher Simon Veit (1880 bis 1930 Vorsteher der Gemeinde, 1940 nach
Gurs verschleppt und ermordet) Simon Veit-Haus benannt (siehe Artikel
links aus der Badischen Zeitung vom 14. Februar 2006) mit Foto: "Ute
Teschemacher, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde, enthüllt die Gedenk- und
Ehrentafel am Simon-Veit-Haus" |
Seit 2011 hat die Jüdische Gemeinde
Emmendingen mit Rabbiner Moshe Navon einen eigenen Rabbiner. Er ist seit
2012 fest angestellt in der Gemeinde.
Fotos
Einzelne Presseberichte
| Februar
2010:
15 Jahre jüdische Gemeinde in Emmendingen |
Foto
links von Markus Zimmermann-Duerkop: Wolfgang Fuhl, der Vorsitzende des Oberrats (Mitte) überreichte Vorstand und Geschäftsführung
ein Gemälde
Artikel von Markus Zimmermann-Duerkop in der "Badischen Zeitung"
vom 22. Februar 2010 (Artikel):
"15 Jahre Jüdische Gemeinde Emmendingen - Den Menschen eine Heimat gegeben
"Sie haben den Menschen eine Heimat gegeben, was eine Behörde mit noch so viel Mitteln und Personen nicht kann", würdigte Landrat Hanno Hurth die Aufbauarbeit der jüdischen Gemeinde Emmendingen anlässlich des Empfangs zum 15-jährigen Bestehen am Sonntag in der Steinhalle.
Jüdische Tradition werde durch die Gemeinde mit Leben erfüllt, zur Bereicherung des Lebens für die Mitglieder und die Menschen im Landkreis und der Ortenau.
"Jüdisches Leben ist heute aus Emmendingen nicht mehr wegzudenken", freute sich die Vorsitzende Ute Teschemacher über die Wertschätzung für die Gemeinde durch den Besuch zahlreicher, renommierter Gäste. Dass dies nicht immer so war, rief Landrat Hurth in Erinnerung, denn die Israelitische Landesgemeinde Baden hatte noch 1954 das Haus der alten Synagoge an die Stadt verkauft, da nicht damit gerechnet wurde, dass Juden wieder ansässig würden. Fünf waren es dann doch, als 1988 im Vorfeld des Besuchs von ehemaligen jüdischen Mitbürgern eine breite Diskussion über den Gedenktafeltext für die in der Pogromnacht zerstörte Synagoge entfacht wurde. "Dem damaligen BZ-Redaktionsleiter Gerhard Kiefer gebührt noch heute ein Orden dafür", so Klaus Teschemacher. Es sei für Deutschland einmalig, dass auf einer solchen Tafel die Bürger der Stadt als Täter benannt werden.
Gemeindezentrum als nachträgliches Geburtstagsgeschenk. Geschäftsführer Teschemacher erinnerte an die spannungsgeladene Gründungszeit der Gemeinde. "Es ging auch um Machtpolitik im Oberrat der Israeliten Badens", so dessen Vorsitzende Wolfgang Fuhl. Eine Phase, über die man sich schämen müssen und in der unsinnig Geld verbraten worden sei. Was die Emmendinger Gemeinde "im Prinzip mittellos" mit Willen und Durchsetzungskraft geschaffen habe, verdiene höchsten Respekt. Zumal aus der Emmendinger Gemeinde seit Jahren auch Mitglieder des Vorstandes des Oberrats kommen. Fuhl würdigte die Vielfalt des Gemeindelebens, erinnerte aber auch an die Verpflichtung zur Solidarität mit anderen Gemeinden. Als Geburtstagsgeschenk stellte er in Aussicht, dass es bis zum Gedenktag an die Deportation am 21. Oktober gelingen könne, die Gemeinde von ihren Schulden zu befreien und ihr das Gemeindezentrum an der Landvogtei zu übergeben. Zugleich warnte Fuhl davor, "den erschreckend wachsenden Antisemitismus in Europa nicht wahrnehmen zu wollen und dabei auf dem rechten, aber auch auf dem radikalislamischen Auge blind zu sein".
An die gemeinsamen Wurzeln erinnerte Yilmaz Ceylan. "Man muss sich vor unserer Religion nicht fürchten", betonte der Immam der Emmendinger Muslime und betonte den interreligiösen Dialog vor Ort. Miteinander reden, sich besuchen, biete die Möglichkeit des Kennen Lernens und bereite den Boden für ein friedliches, gesegnetes Miteinander.
Pfarrer Georg Metzger erinnerte daran, dass die Gemeinde vielen Juden aus den Sowjetrepubliken ihre "Glaubensheimat zurückgegeben hat". Mit der Gründung der Gemeinde sei eine schmerzende Lücke geschlossen worden, so der Pfarrer der evangelischen Stadtkirche. "Die jüdische Gemeinde ist eine Bereicherung für alle", betonte für die Katholiken Kooperator Michael
Teipel.
"Das Jubiläum ist ein Grund zur Freude", so Landesrabbiner Benjamin Soussan. Er erinnerte an den aktuellen Freudenmonat Adar und wünschte eine erfüllte Zukunft – "ad mea ve’esrim" – bis zum vollkommenen Alter von 120. "Froh und dankbar sei sie für das Aufblühen jüdischen Lebens", betonte Carola Grasse. Die Vorsitzende des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur versprach zugleich, die Gemeinde auch zukünftig nach Kräften zu unterstützen.
"Die Wiedergründung war ein Pflänzchen der Hoffnung", erinnerte Oberbürgermeister Stefan Schlatterer. Dass es die jüdische Gemeinde, die noch in diesem Jahr erstmals wieder eine Hochzeit nach traditionellen Ritus feiern kann, wieder gibt, sei eine Freude und eine soziale, kulturelle und religiöse Bereicherung für die Stadt.
"Es waren nicht wir allein, die jüdische Gemeinde ist, was die Mitglieder aus ihr gemacht haben", dankte Klaus Teschemacher für die vielfach angestimmte Würdigung des Engagements seiner Frau Ute und von ihm selbst. Und dennoch bleibt, da waren sich alle Festredner einig: Ohne das Ehepaar Teschemacher gebe es die Gemeinde nicht." |
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| Mai
2011:
Aus der Arbeit der Gemeinde und des Vereins für
jüdische Geschichte und Kultur
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Artikel von Markus Zimmermann in der "Badischen Zeitung"
vom 27. Mai 2011 (Artikel): "'Der Zuschuss der Stadt sichert die
Existenz'
Bilanz des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur: mehr Besucher im Museum / 2016 wird die Gemeinde 300 Jahre alt.
EMMENDINGEN. Der 27. Oktober 2010 wird in der Geschichte des Vereins für jüdische Geschichte und Kultur Emmendingen ein Markstein sein. "Die Entscheidung des Gemeinderats, dem Verein unbefristet einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 2000 Euro zu gewähren, sichert nachhaltig unsere Existenz", erklärte Kassenführerin Andrea Dietrich im Rahmen der Mitgliederversammlung am vergangenen Mittwoch.
Wie lebensnotwendig die regelmäßige Unterstützung ist, belegte die Rechnerin anhand der Zahlen des Jahresberichts für 2010. Im vergangenen Jahr wies die Kasse ohne diese Finanzspritze ein Minus von knapp 950 Euro aus, die Zahlungsfähigkeit war nur aufgrund eines Überbrückungskredits, den Mitglieder bereitstellten, gewährleistet. "Es ist seit Jahren so, dass wir immer wieder nur aufgrund außergewöhnlicher Zuwendungen die Kosten decken konnten", erläuterte Dietrich. Die Mitgliedsbeiträge, die sich aufgrund von neuen Mitgliedern auf 2130 Euro beliefen, seien noch nicht einmal ausreichend, um die Ausgaben für den Betrieb des Museums (2807 Euro) zu decken. "Die wunderbare Entscheidung des Gemeinderats ist nicht vom Himmel gefallen, es steckt intensive Lobbyarbeit dahinter", sagte die Vorsitzende Carola
Grasse.
Steigende Besucherzahlen belegen zugleich das rege Interesse an dem Museum. 2054 Besucher und etwa nochmals rund 350 Gäste bei Kulturveranstaltungen waren gezählt worden. 21 Führungen für Erwachsene und 38 Führungen für Kinder und Jugendliche, vielfach in enger Kooperation mit der jüdischen Gemeinde, die mit Führungen durch Synagoge und/oder auf dem Friedhof ergänzt, fanden statt. "Entscheidend ist insbesondere beim Zustandekommen der Führungen für Schüler der persönliche Kontakt zu Lehrern oder Schulen", berichtete Grasse. Ein Ziel sei es, diese Kontakte zu intensivieren.
"Weil die Freiburger Gemeinde offensichtlich aktuell nicht dazu in der Lage ist, kommen Besucher vermehrt zu uns", erklärte Klaus Teschemacher zu Führungen in der Synagoge. Vielfach gebe es zudem private Anfragen, insbesondere von internationalen Gästen, die auch das Museum sehen wollen. Die Möglichkeit zum Blick auf jüdisches Leben der Vergangenheit und Gegenwart habe positive Wirkung auf das Stadtmarketing, weshalb der Verein auch bei der Plattform Stadtmarketing mitarbeitet und sich mit anderen auf der Badenmesse in Freiburg präsentieren möchte.
Intensiviert wurde das Angebot an Vorträgen, Seminaren, Lesungen und Konzerten. Immer in Zusammenarbeit mit der jüdischen Gemeinde, dem jüdischen Lehrhaus und dem Fachbereich Kultur der Stadt. Angeregt wurde, möglichst einmal im Jahr eine größere Veranstaltung, wie die früheren jüdischen Feste oder die israelische Nacht zu organisieren. "Allein können wir das nicht", sagte Grasse. Der Vorstand, der in allen Ämtern bestätigt wurde, sei am Rande der Belastbarkeit.
2016 jährt sich die Gründung der jüdischen Gemeinde zum 300. Mal, brachte Teschemacher frühzeitig ein Jubiläum ins Gespräch, das entsprechend gefeiert werden sollte.
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| April
2012: Über Rabbiner Moshe Navon -
erster Rabbiner der jüdischen Gemeinde |
Artikel von Gerhard
Walser in der "Badischen Zeitung" (Lokalausgabe) vom 10. April
2012: "Moshe Navon - erster Rabbiner der Jüdischen Gemeinde.
Seit wenigen Wochen ist es amtlich: Mit Moshe Navon hat die Jüdische
Gemeinde Emmendingen nach Ablauf der halbjährigen Probezeit den ersten
Rabbiner in ihrer bald 300-jährigen Geschichte..."
Link
zum Artikel |
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Links und Literatur
Links:
Literatur zur jüdischen Geschichte Emmendingens: vgl. die auf der vorigen
Seite angegebene Literatur, insbesondere:
 | Carola Grasse/ Helmut R. Merz/ Christa Rutz: Jüdisches
Leben in Emmendingen. Orte, Schauplätze, Spuren. Reihe: Orte jüdischer
Kultur. Haigerloch 2001. |

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