Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Innsbruck (Tirol, Österreich) 
Alter und neuer jüdischer Friedhof
      

Innsbruck Lit 016.jpg (15915 Byte)Hinweis auf eine Publikation zum jüdischen Friedhof (erschienen 2010): 
Thomas Albrich (Hrsg.): Judenbichl. Die jüdischen Friedhöfe in Innsbruck. 

Aus dem Inhalt:
Thomas Albrich: Vom Judenbichl bis zum Westfriedhof: die jüdischen Begräbnisstätten in Innsbruck.
Michael Guggenberger: Der alte jüdische Friedhof am Judenbichl
Martin Achrainer: Die jüdische Abteilung am städtischen Friedhof in Innsbruck 1864–1945
Niko Hofinger: Die jüdische Abteilung am Westfriedhof in Innsbruck nach 1945
Ada Rinderer: Judenbühel – alter jüdischer Friedhof
Martin Achrainer: Alphabetisches Verzeichnis der jüdischen Beerdigungen in Innsbruck 1790-2002. 
Erschienen im Haymon-Verlag. Innsbruck 2010. ISBN: 978-3-85218-637-5. Umfang: 208 Seiten. Preis: EUR 19.90. SFR 33.90.
Bestellmöglichkeit über die Website des Haymon-Verlages.

    
Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe  
Pläne  
Fotos   
Der alte Friedhof - "Judenbühel" / Judenbichl   
Der neue Friedhof innerhalb des Westfriedhofes  
Links und Literatur   

     

Zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe 
(erstellt unter Mitarbeit von Niko Hofinger, Innsbruck)       
    
Der er alte jüdische Friedhof der Stadt liegt wenige hundert Meter östlich des Alpenzoos am südwestlichen Abhang des "Judenbühels". Hier wurden möglicherweise schon im 15. Jahrhundert, spätestens seit dem frühen 16. Jahrhundert Beisetzungen vorgenommen. 1598 bekam der damals in Innsbruck ansässige Jude Samuel May von der Erzherzogin Anna Katharina die Erlaubnis, seine Nachkommen auf dem Bühel unterhalb des Schlosses Weiherburg, wo "der Juden alte Grabstätte war", beerdigen zu lassen. Erzherzog Leopold gewährte nach einer Urkunde vom 26. November 1626 diese Vergünstigung auch weiterhin ("perpetuierlich") den beiden Söhnen des Marx May. 

Im 19. Jahrhundert galt der Friedhof nach den Worten des jüdischen Gemeindegliedes Wilhelm Dannhauser als "eine sehr unwürdige Stätte, die im Winter fast unzugänglich war". Im Februar 1861 und wiederholt im März 1863 wurde der Friedhof zweimal geschändet; sämtliche Grabsteine wurden umgeworfen ("von den Gräbern gerissen"), teilweise zerstört. Damals bat die neu entstandene israelitische Gemeinde die Behörden um Anlage eines eigenen Friedhof. Die Zeitschrift "Der Israelit" berichtete in ihrer Ausgabe am 6. März 1861
:  

Innsbruck Israelit 06031861.jpg (57675 Byte)"Innsbruck, 19. Februar (1861). Der israelitische Friedhof ist neuerdings arg verwüstet worden, man hat fast alle Denkmale umgestürzt, und die Marmorplatten zerschlagen. Das ist ein Seitenstück zum protestantischen Gottesacker, den man im vorigen Sommer zum Anbau von Gemüse benützte. Soll vielleicht damit die Gleichberechtigung der Religionen eingeleitet werden?"

   
1873
konnte im unmittelbaren Anschluss an den Innsbrucker Westfriedhofes ein neuer jüdischer Friedhof angelegt werden. Die Kosten für die Anlegung übernahm die Stadt, zumal die jüdischen Gemeindeglieder schon einige Jahre die gewöhnliche Friedhofsteuer an die Stadt bezahlt hatten. Die letzte Beisetzung auf dem "Judenbühel" sei Ende der 1860er-Jahre vorgenommen worden. Ein "alter vornehmer Herr aus dem heutigen Dannhauser-Palais in der Straße der Sudetendeutschen" sei damals "mit großem Prunk auf dem Judenbühel begraben (worden). Man führte damals die toten Juden mit Wagen bis zum 'Badhaus' und von dort trug man sie auf einem ziemlich schmalen, schlechten Feldweg zum Friedhof, was zur Winterszeit manch hartes Stück Arbeit kostete" (Zitat abgedruckt im Amtsblatt der Stadt Innsbruck vom 25. Mai 1938, dabei wird ein Hugo Klein von 1923 zitiert). 
 
In den Jahren nach der Anlage des israelitischen Friedhofes am Westfriedhof wurden Gräber vom Judenbühel teilweise auf den neuen Friedhof überführt. Anfang November 1880 wurde die alten Umfassungsmauer am alten jüdischen Friedhof niedergerissen und der Boden eingeebnet. 
 
Im neuen israelitischen Friedhof sind alle seitherigen Epochen der neueren jüdischen Geschichte Innsbrucks nachlesbar. Hierzu gehört auch die Friedhofschändung 1961 während des "Eichmann-Prozesses", als zwei Medizinstudenten, Mitglieder der "Burschenschaft" Brixia bzw. Suevia, zahlreiche Grabsteine umwarfen. 
 
Auch die Auflösung eines großen Teiles des Friedhofes 1981 um Zuge der Erweiterung des Südringes der Stadt gehört zu den traurigen Kapiteln in der jüdischen Friedhofsgeschichte in Innsbruck. Seitdem hat der Friedhof sein in den Jahrzehnten der Belegung gewachsenes Gepräge verloren und ist zu einer schwer übersichtlichen Ansammlung von Grab- und Gedenkstätten geworden.  
 
Nach Grabungen im Bereich des alten Friedhofes auf dem "Judenbühel" 2007 konnten der Verlauf der alten Umfassungsmauer bestimmt und der Friedhof in der Folgezeit durch mit Davidsternen versehene Metallplatten an Stelle der früheren Umfassungsmauer markiert werden. Seitdem weisen auch Hinweistafel auf den Standort des Friedhofes hin.       
  
  
Pläne
(als pdf-Dateien; Quelle: www.innsbruck.at)  
   

Fotos           

    
Der alte Friedhof - "Judenbühel" / "Judenbichl"   

Der alte Friedhof im Frühjahr 2007
(Foto oben links: Hahn; Mitte und rechts: Niko Hofinger, Innsbruck, 
Aufnahmedatum März 2007)  

 
Innsbruck Friedhof a102.jpg (67557 Byte) Innsbruck Friedhof a220.jpg (137028 Byte) Innsbruck Friedhof a221.jpg (115281 Byte)
Hinweisschild für 
den "Judenbühel"
Das Friedhofsgelände, wie es sich nach der Abräumung der Grabsteine 
über Jahrzehnte präsentierte
        

Der alte Friedhof im Frühjahr 2009 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 2.6.2009)  

  
Innsbruck Friedhof 09100.jpg (98871 Byte) Innsbruck Friedhof 09102.jpg (97797 Byte) Innsbruck Friedhof 09104.jpg (82224 Byte)
Hinweistafeln für den "Judenbühel" 
(nicht für den jüdischen Friedhof)
Hinweistafeln zum alten jüdischen Friedhof; auf den linken Foto zugleich Hinweistafel
 für den vom Friedhof nur wenig entfernten Innsbrucker "Alpenzoo"  
        
Innsbruck Friedhof 09101.jpg (131092 Byte) Innsbruck Friedhof 09103.jpg (125658 Byte) Innsbruck Friedhof 09105.jpg (111807 Byte)
Blick auf den Friedhof von der 
Hochfläche des "Judenbühels"
Blick auf die an Stelle der früheren Umfassungsmauer 
errichteten Metallplatten
     
Innsbruck Friedhof 09109.jpg (120634 Byte) Innsbruck Friedhof 09106.jpg (126457 Byte) Innsbruck Friedhof 09107.jpg (82946 Byte)
Blick auf die (abgeräumte) Fläche 
des alten jüdischen Friedhofes
Drei der umgebenden Metallplatten 
(mit "Davidsternen")
     
    Innsbruck Friedhof 09108.jpg (107364 Byte)    
    Markierung des früheren Zugangs zum 
Friedhof durch die Metalltür
   
        
Einweihung der Gedenkstätte "Alter jüdischer Friedhof" am 16. Juli 2009
(Fotos erhalten von Niko Hofinger, Innsbruck) 
  
Innsbruck Friedhof a275.jpg (67550 Byte) Innsbruck Friedhof a276.jpg (93516 Byte) Innsbruck Friedhof a277.jpg (101171 Byte)
Links die Hinweistafel mit der Inschrift: "Alter jüdischer Friedhof. Hier, am Judenbühel, befand sich der alte jüdische Friedhof. Er wurde bereits im Mittelalter oberhalb der Landstraße angelegt und im 17. Jahrhundert erweitert. 1864 gab es die letzte Bestattung. Seither finden die Begräbnisse im jüdischen Teil des Innsbrucker Westfriedhofs statt. Die genaue Lage der Umfassungsmauer des in Vergessenheit geratenen Beerdigungsplatzes wurde 2007/08 durch archäologische Grabungen erforscht und nachgewiesen. Mauerverlauf und Eingangssituation sind durch die architektonisch neu gestaltete Umfriedung aus Stahlplatten erkennbar gemacht; die Westseite ist nicht mehr vorhanden. Der auf Anregung von Altbischof Reinhold Stecher nun wieder sichtbare alte Friedhof verweist auf die frühen Wurzeln jüdischer Geschichte in Tirol und Innsbruck." 

   

Bericht vom 16. Juli 2009 bei www.tirol.orf.at: Artikel  http://tirol.orf.at/stories/375713/   
Judenbühel wird zur Gedenkstätte geweiht
In Innsbruck wird am Donnerstag die Gedenkstätte am früheren Jüdischen Friedhof in der Nähe des Alpenzoos eingeweiht. Im 19. Jahrhundert war er aufgelassen worden. Historiker haben die Restmauern entdeckt.  
Jüdische Geschichte soll sichtbar werden. Die Gedenkstätte am sogenannten Judenbühel soll frühe Wurzeln jüdischer Geschichte in Tirol wieder sichtbar machen. Schon im Mittelalter ist die jüdische Beerdigungsstätte dort angelegt worden - ausgegrenzt, weit außerhalb der damaligen Stadt, wie die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Esther Fritsch erklärt. Im Winter war der alte Jüdische Friedhof kaum zugänglich.  
Nach Schließung in Vergessenheit geraten. In den Jahren 1861 und 1863 wurde der Friedhof zweimal geschändet. Die israelitische Kultusgemeinde hat daraufhin um einen neuen Friedhof angesucht. Die neue jüdische Beerdigungsstätte ist beim Innsbrucker Westfriedhof entstanden. Der Friedhof am Judenbühel geriet in Vergessenheit. Historiker und Archäologen haben die Umrahmungsmauern wieder aufgespürt und erst durch Grabungen in den letzten Jahren konnte die genaue Lage wieder festgestellt werden. Der alte Mauerverlauf wird jetzt durch eine neu gestaltete Umfriedung aus Stahlplatten nachempfunden.
Prominente Teilnahme der Feierlichkeiten. Bei der Feier am Donnerstag um 16 Uhr wird Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg die neue Gedenkstätte segnen. Auch Altbischof Stecher und Diözesanbischof Manfred Scheuer nehmen an der Zeremonie teil.
Nach der Begrüßung durch die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde für Tirol und Vorarlberg, Esther Fritsch, werden die
Innsbrucker Bürgermeisterin Hilde Zach und Landtagspräsident Herwig van Staa Grußworte überbringen.  

    

Innsbruck Friedhof 2009010.jpg (108897 Byte)Foto links:  Vbgm. DI Eugen Sprenger, GRin Sigrid Marinell, Präsidentin Dr. Esther Fritsch, Bgm. Hilde Zach, GRin Angela Eberl u. Lt.-Vizepräs. Gabi Schiessling.   
Artikel vom 16. Juli 2009 auf der Website der Stadt Innsbruck (Artikel): 
Gedenkstätte am Judenbühel feierlich eingeweiht. 
(RMS) Am Judenbühel, östlich des Alpenzoos, wurde am 16. Juli feierlich eine Gedenkstätte von Oberrabbiner Prof. Paul Chaim Eisenberg eingeweiht, die an den alten jüdischen Friedhof erinnern soll. Bürgermeisterin Hilde Zach lobte in ihren Grußworten die gute Zusammenarbeit mit der Israelitischen Kultusgemeinde: "Es ist eine große Freude, dass mit der Gedenkstätte ein würdiges Andenken an die verstorbenen jüdischen Bürger Innsbrucks entstand." Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa drückte seine Freude über die Errichtung dieser Gedenkstätte aus: "Mit der Gestaltung dieses Platzes wird das Gedenken an die jüdische Geschichte in Tirol in der Öffentlichkeit vermehrt sichtbar." Entstanden ist der jüdische Friedhof bereits vor vielen Jahrhunderten – seine Existenz ist seit 1503 mit der ersten Erwähnung nachgewiesen. Die letzte Bestattung fand am Judenbühel im Jahre 1864 statt. Seither wird der jüdische Teil des Westfriedhofs als Begräbnisstätte der Gemeinde genützt – dorthin wurden auch die alten Grabsteine vom Judenbühel überführt. Die Architekten Ada und Reinhard Rinderer aus Dornbirn gestalteten nun die neue Gedenkstätte, die auf Anregung von Altbischof Dr. Reinhold Stecher errichtet wurde. Der neu gestaltete Judenbühel wurde so nicht nur als Ort der Einkehr und Besinnung reaktiviert, er zeigt auf die lange Geschichte und die frühen Wurzeln des Judentums in Tirol. Neben Bürgermeisterin Hilde Zach und Landtagspräsident DDr. Herwig van Staa konnten weiters u.a. Oberrabbiner Prof. Paul Chaim Eisenberg, Bischof Dr. Manfred Scheuer, Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde Dr. Esther Fritsch, Landtagsvizepräsidentin Gabi Schiessling, Altbürgermeister Romuald Niescher, Vizebürgermeister DI Eugen Sprenger, Vizebürgermeisterin Mag.a Christine Oppitz-Plörer, und die Gemeinderäte Angela Eberl, Sigrid Marinell und Hermann Weiskopf begrüßt werden. Musikalisch wurde die Feierstunde von Nikolaus Walch vom Orchester des Tiroler Landestheaters umrahmt."

  

Kurzes Video von der Einweihung bei YouTube.  

       
       
Der neue Friedhof innerhalb des Westfriedhofes      

Der neue Friedhof im Frühjahr 2009 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 2.6.2009) 

   
Innsbruck Friedhof 09225.jpg (102122 Byte) Innsbruck Friedhof 09202.jpg (76635 Byte) Innsbruck Friedhof 09227.jpg (80702 Byte)
Eingang zum neuen Friedhof 
im Westfriedhof 
Grabsteine entlang der Mauer im Eingangsbereich: Foto links für die Familie des 
Kaufmanns Josef Schenkel (links), Alexander und Ida Schwarz (Mitte), Henriette Adler 
geb. Löwy und Heinrich Friedländer (rechts); Foto rechts Grabstätte der Familie Schindler
   
     
Innsbruck Friedhof 09203.jpg (109237 Byte) Innsbruck Friedhof 09226.jpg (75708 Byte) Innsbruck Friedhof 09229.jpg (104508 Byte)
Auffallend: das Grabmal von Bankdirektor Max Stern und Gattin Ricka geb. Stern 
mit einer antikisierenden Frauenfigur vor einer Säule aus weißem Marmor 
Grabstein vorne links für Kaufmann 
Sigmund Abeles (1854-1923)
     
Innsbruck Friedhof 09224.jpg (87729 Byte) Innsbruck Friedhof 09223.jpg (101409 Byte) Innsbruck Friedhof 09221.jpg (106724 Byte)
Denkmal "Den Gefallenen im Weltkriege 1914 - 1918 gewidmet. Die Chewra Kadischa -
 'Verein für fromme und wohltätige Werke der Israelitischen Kultusgemeinde Innsbruck" 
Grabstein links für Karl Löwy (1865-1918 
mit Nennung von sechs im KZ ermordeten
 Familienangehörigen; rechts davon für
 Kaufmann Karl Fuchs (1870-1933)
   
     
Innsbruck Friedhof 09214.jpg (113193 Byte) Innsbruck Friedhof 09220.jpg (103037 Byte) Innsbruck Friedhof 09219.jpg (110492 Byte)
Blick über den Friedhof von der 
dem Eingang gegenüberliegenden
 Seite 
Grabstein links für Kaufmann 
Otto Grünmands (gest. 1915), rechts 
für Fanny Mayer geb. Bauer (1910) 
mit Gedenkinschriften
Grabstätte für Angehörige 
der Familie Brüll 
  
     
     
Innsbruck Friedhof 09218.jpg (92333 Byte) Innsbruck Friedhof 09217.jpg (92428 Byte) Innsbruck Friedhof 09216.jpg (104817 Byte)
Grabstein für Landesrabbiner 
Dr. Josef Link (1879-1932) 
Grabstein für Jakob Justmann (gest. 1944 
als Opfer der Gestapo) und Gedenkinschrift
 für Sofia Justman geb. Silberberg 
(ermordet 1942 in Treblinka)
 
  
        
Innsbruck Friedhof 09200.jpg (103947 Byte) Innsbruck Friedhof 09201.jpg (101810 Byte) Innsbruck Friedhof 09215.jpg (109378 Byte)
Denkmal für die in der NS-Zeit ermordeten Juden mit der hebräischen und deutschen
 Gedenkinschrift "Zum Andenken an die Opfer des Nationalsozialismus 1938-1945" und 
"Zum Gedenken an alle Tiroler Juden, die ihr Leben für Kiddusch Haschem (= Heiligung
 des Gottesnamens, gemeint als Märtyrer) lassen mussten."  
Neuere Gräber  
  
  
     
Innsbruck Friedhof 09228.jpg (102903 Byte) Innsbruck Friedhof 09213.jpg (111257 Byte) Innsbruck Friedhof 09212.jpg (109678 Byte)
 Fotos links: Hinweisstein "Israelitischer Soldatenfriedhof 1914 - 1918 und politische Opfer
 1938-1945"; Foto rechts: Gräber von im Ersten Weltkrieg in Tirol gefallenen jüdischen 
Soldaten aus allen Teilen der Monarchie  
In der Mitte eines der neuesten 
Gräber von 2008 (mit Holzschild)
  
        
Innsbruck Friedhof 09210.jpg (115117 Byte) Innsbruck Friedhof 09204.jpg (101930 Byte) Innsbruck Friedhof 09205.jpg (106850 Byte)
Grabstein in der Mitte für Bankdirektor 
Julius Stern (1849-1921) und Lina Stern
 (1843-1928)
Grabstein vorne links für Familie Smetana,
 kleiner Stein vorne rechts für 
Dr. med. Bella Broch
  
      
Innsbruck Friedhof 09206.jpg (114106 Byte) Innsbruck Friedhof 09211.jpg (107534 Byte)  
Grabstein für Prof. Ernst Beschinsky
 (1902-1987), Präsident der Israelitischen
 Kultusgemeinde in Tirol und Vorarlberg
 1975-1987; auf dem Grabstein finden 
sich kleine Steine von Besuchern.   
Weitgehend hebräisch beschrifteter Grabstein
 Osias Ziegler aus Gieszanow (gemeint
 Cieszanów im polnischen Karpatenvorland); 
der Verstorbene wurde 2007 nach 
Jerusalem überführt.
 
     
Innsbruck Friedhof 09207.jpg (112811 Byte) Innsbruck Friedhof 09208.jpg (102623 Byte) Innsbruck Friedhof 09209.jpg (81865 Byte)
Im Zuge der Erweiterung des Südringes 1981 mussten zahlreiche Gräber aufgelassen bzw. umgebettet werden – die auf einer Bronzetafel an der Südmauer verzeichneten Namen erinnern daran. Genannt werden mit Sterbejahr: Abraham Abend 1923, Flora Adler 1905, Johann Adler 1899, Julius Bauer 1934, Mathilde Bauer 1889, Zacharias Bethelhaim 1926, Maria Breuer 1904, Adolf Ehrlich 1917, Rosa Ellinger 1929, Eugen Engel 1925, Alois Ernst 1906, Alois Ernst 1905, Gutmann Ernst 1907, Marie Ernst 1911, Johanna Fischer 1919, David Friedmann 1856, Moritz Friedmann 1888, Motel Gingold (1920), Selma Gingold (1920), Josef Glattstein (1908), Friedrich Götzl (1886), Samuel Grad (1907), Emma Häfler (1924), Karl Häfler (1935), Moritz Häfler (1936),  Mordok Halsmann (1928), Franz Hermann (1903), Jakob Hicking (1918), Ilia Hirschowitz (1924), David Jakobsohn (1923), Anna Katscher (1925), Helene Klein (1926), Daniel Knapp (1966), Johanna Kohn (1917), Moritz Kohn (1924), Paul Kornmehl (1935), Rudolf Krieser (1931), Julius Kürschner (1930), Emilie Lothar (1935), Josef Mamma (1938), Julie Mamma (1920), Paul Mandowsky (1907), Leo de Mayo (1932), Leopold Mittelmann (1905), Dr. Moritz Mittler (1923), Ernst Neruda (1929), Anveha Nussbaum (1940), Hans Ornstein (191a7), Hermann Ornstein (1925), Josefine Pick (1922), Rudolf Pollak (1924), David Preuhs (1886), Julie Preuhs (1887), Hedwig Rado (1915), Ilka Rold (1938), Johann Rold (1938), Dr. Josef-Joachim Rold (1932), Isidor Rothziegel (1924), Heinrich Samek (1904), Heinrich Sass (1930), Isidor Schacherl (1929), Anna Scharf (1934), Jeremias Schindler (1936), Rosa Schohsberg (1917), Leopold Schottilz (1905), Siegmund Siegert (1917), Hermann Singer (1912), Rudolf Stern (1907), Emil Sternitz (1922), Bertha Tapezierer (1882), Paul Voltär (1914), Gisela Weiner (1929), Rosa Weiner (1924), Hans Zellenka (1928), Pepina Zellenka (1949).    
     

Der neue Friedhof im Frühjahr 2004 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 24.5.2004)  

  
Innsbruck Friedhof n106.jpg (91768 Byte) Innsbruck Friedhof n107.jpg (74754 Byte) Innsbruck Friedhof 011.jpg (136890 Byte)*
Teilansichten des Friedhofes  
 
Innsbruck Friedhof n104.jpg (110197 Byte) Innsbruck Friedhof n103.jpg (72595 Byte) Innsbruck Friedhof n101.jpg (74513 Byte)
Gräber von im Ersten Weltkrieg in Tirol
 gefallenen jüdischen Soldaten aus allen 
Teilen der Monarchie  
Engelsfigur  Grabstein von dem aus Krakau 
stammenden "Flüchtling" 
Chaim Stern (1909-1945)  
  
     
Innsbruck Friedhof n111.jpg (77828 Byte) Innsbruck Friedhof n115.jpg (86506 Byte) Innsbruck Friedhof n113.jpg (74696 Byte)
Grabmal von Max Stern – eine antikisierende
 Frauenfigur vor einer Säule aus
 weißem Marmor 
Grabstein für Landesrabbiner
 Dr. Josef Link  
Grabstein von Otto Grünmandl mit 
einer Reliefdarstellung im Jugendstil 
     
     
Innsbruck Friedhof n105.jpg (95393 Byte) Innsbruck Friedhof n116.jpg (66265 Byte) Innsbruck Friedhof n117.jpg (87747 Byte)
Grabmal von Wilhelm Dannhauser, dem 
Gründer der Innsbrucker Kultusgemeinde
Grabmal für Leib Weinfeld mit Symbol 
der segnenden Hände der Kohanim
Grabmal für Prof. Ernst Beschinsky (1902-1987),
 Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde 
in Tirol und Vorarlberg 1975-1987
   
     
Innsbruck Friedhof n102.jpg (73389 Byte) Innsbruck Friedhof n100.jpg (76442 Byte) Innsbruck Friedhof n110.jpg (59613 Byte)
Grabmal für David Janaszewicz, der als
 Anführer einer polnischen Widerstandsgruppe
 von der Gestapo hingerichtet wurde
Grabstein von Rose Fürstin von Lubomirska
 geb. Rosenberg (gest. 1961)
Grabstein von Adolf Smetana (1862-1933),
 Johann Smetana (1902-1966) und 
Alice Smetana (1905-1967)
 
     
Innsbruck Friedhof n108.jpg (89427 Byte) Innsbruck Friedhof n114.jpg (67827 Byte) Innsbruck Friedhof n112.jpg (85483 Byte)
Grabstätte für Angehörige 
der Familie Brüll 
Auf dem Grabstein von Karl Löwy 
(1865-1918) sind sechs Angehörige als 
Opfer des Holocaust vermerkt. 
Gedenktafel für die in der NS-Zeit 
ermordeten Juden. 
      
        

      
       

Links und Literatur

Links:  

Link zur Israelitischen Kultusgemeinde Innsbruck  
Link zur Seite über die Synagoge in Innsbruck (interner Link)   
Informationen zum jüdischen Friedhof in Innsbruck auf der Seite von www.erinnern.at: hier anklicken 
Stadtrundfahrt auf den Spuren der jüdischen Geschichte Innsbrucks in der NS-Zeit: hier anklicken  
Projekt am Abendgymnasium Innsbruck mit Seite zum jüdischen Friedhof in Innsbruck   

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 377; III,1 S. 583-584.
Konrad Fischnaler: Innsbrucker Chronik. Band II 1930 S. 66. 
Maria-Luise Stainer: Die Judengemeinde in Innsbruck. Hausarbeit im Fach Geschichte 1973. 
Thomas Albrich (Hrsg.): "Wir lebten wie sie ...". Jüdische Lebensgeschichten aus Tirol und Vorarlberg, Innsbruck 1999 (384 S.). Hierin Beitrag von Ingrid Böhler: Der "Landesrabbiner". Dr. Josef Link und seine Familie. S. 27-52. 
Weitere Literatur: hier anklicken     
Verschiedene Beiträge zu Innsbruck in "DAVID" Jüdische Kulturzeitschrift. Ausgabe Pessach 5775 27. Jahrgang Nr. 104 April 2015: 
Ada und Reinhard Rinderer: Projekt "Judenbichl". Einfriedung des ehemaligen Jüdischen Friedhofs Judenbühel, Innsbruck S. 10-11.  
http://www.davidkultur.at   Heft 104 online: http://www.davidkultur.at/ausgabe.php?ausg=104     

      

     
       

 

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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 19. April 2015