Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Ludwigshafen am Rhein (Kreisfreie Stadt, Rheinland-Pfalz)
Jüdische Geschichte / Synagoge

Hinweis: aktuelle Mitteilungen der "Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz K.d.ö.R. siehe unter www.jkgrp.de   
Zur Erinnerungsarbeit vor Ort siehe auch die Seite www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de 


Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
- siehe auf einer Textseite zu Ludwigshafen
(interner Link)   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
   
In Ludwigshafen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. 
  
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich wie folgt: 1845 14 jüdische Einwohner (in zwei Familien), 1850 91, 1855 107, 1871 181, 1875 200, 1880 210, 1885 271, 1895 401, 1900 505, 1905 608, 1910 754.

Offizielles Gründungsjahr der Gemeinde war 1855.      
  
Die Integration der jüdischen Einwohner im allgemeinen Leben der Stadt war im Blick auf die aus der näheren und weiteren Umgebung der Stadt zuziehenden Familien völlig unproblematisch. Bereits 1860 wurde ein jüdischer Einwohner in den Gemeinderat gewählt. Jüdische Einwohner eröffneten zahlreiche Gewerbebetriebe und Fabriken in der Stadt. Schwieriger war teilweise die Integration der nach Ludwigshafen zuziehenden relativ vielen osteuropäischen Juden.  
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde insbesondere eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule (von 1856 bis 1870 eine Israelitische Elementarschule) und einen Friedhof. Ein israelitischer Elementarlehrer wurde seit 1856 angestellt.  
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Unteroffizier Dr. Max Goldstein (geb. 11.5.1883 Maßbach, gef. 14.9.1916), Gefreiter Ludwig Heilbronner (geb. 18.6.1885 Ludwigshafen, gef. 28.2.1916), Karl Jakob (geb. 19.5.1892 Ludwigshafen, gef. 24.12.1915), Hugo Kälbermann (geb. 9.2.1884 Großeicholzheim, gef. 1.9.1917), Moritz Katz (geb. 11.10.1886 Gießen, gef. 11.7.1916), Offz.St. Karl Mann (geb. 23.10.1881 Ludwigshafen, gef. 5.4.1915), Arthur Mayer (geb. 23.11.1886 Landau, gef. 22.5.1916), Arthur Mayer (geb. 2.7.1891 Ludwigshafen, gef. 17.2.1917), Gefreiter Julius Mayer (geb. 29.5.1883 in Fußgönheim, gef. 17.6.1917), Oskar Oberdorfer (geb. 13.2.1888 Landau, gef. 11.5.1918), Robert Samson Rauner (geb. 20.4.1899, gef. 23.10.1918), Vizefeldwebel Eugen Scharff (geb. 18.12.1882 Freisbach, gef. 17.3.1917), Robert Scharff (geb. 27.10.1884, gef. 14.5.1915), Karl Kurt Stern (geb. 13.8.1894 Siegelsbach, gef. 24.5.1916), Richard Weilheimer (geb. 7.10.1891 Ludwigshafen, gef. 3.9.1916).
 
In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg vergrößerte sich die jüdische Einwohnerschaft Ludwigshafens nochmals sehr stark durch Zuwanderung aus osteuropäischen Ländern.     
   
1925, als zur Gemeinde 1.211 Personen gehörten (1,3 % der Gesamteinwohnerschaft von etwa 100.000 Einwohnern), waren die Gemeindevorsteher Kommerzienrat M. Wolff (Maxstraße 30), Bernhard Jakob, Benno Strauß, Gustav Thalheimer, Moses Gimbel und Salomon Wetzler. Als Lehrer und Kantor war Oberstudienlehrer Salomon Wetzler in der Gemeinde tätig (wohnt Maxstraße 58), als Synagogendiener Emanuel Hirsch, als Schochet J. Jakob. An der Religionsschule der Gemeinde erhielten 81 Kinder ihren Religionsunterricht; an den öffentlichen Schulen wurde gleichfalls Religionsunterricht erteilt. An jüdischen Vereinen gab es insbesondere den Israelitischen Lokalarmenverein (1924 unter Leitung von Kommerzienrat M. Wolff mit 130 Mitgliedern, 1932 unter Leitung von Moritz Gimbel, Bismarckstraße), den Israelitischen Krankenunterstützungsverein (gegründet 1857; 1924/32 unter Leitung von Bernhard Jakob, Ludwigstraße 5 mit 40 Mitgliedern, 1932 90 Mitglieder; Zwecke und Arbeitsgebiete: Unterstützung Hilfsbedürftiger, Bestattungswesen ), den Israelitischen Frauenverein (1924 unter Leitung von Rosa Gimbel mit 80 Mitgliedern, 1932 unter Vorsitz von Emma Loew, Jägerstraße 14 mit etwa 150 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsbereiche: Unterstützung Hilfsbedürftiger und Kranker; Unterkunft für Frauen und Mädchen), die Ortsstelle des Central-Vereins (1932 unter Vorsitz von Rechtsanwalt Dr. Weiler, Oggersheimer Str. 12), der Jüdische Kulturverein (1932 unter Vorsitz von R. Wolff, Maxstraße 30) und eine Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (1932 unter Vorsitz von Adolf Grombacher, Ludwigstraße 10). An Stiftungen gab es vor allem die Arthur und Käthe Netterstiftung (1932 unter Vorsitz von Bernhard Jakob, Ludwigstraße 5; Zweck und Arbeitsgebiet: Beschenkung hilfsbedürftiger Kinder zu Chanukkah). Die Gemeinde unterhielt ein Cheder (Lernstube, Heinigstraße 36); der Jüdische Kultusverein hatte eine Bibliothek für die Gemeinde eingerichtet (Maxstraße 58). 1932 gab es zur Koordinierung der Wohlfahrtspflege eine Örtliche Zentrale für jüdische Wohlfahrtspflege unter Vorsitz von Emma Loeb (Jägerstraße 14).  
1924 gehörten auch drei in Oggersheim lebende jüdische Personen zur Gemeinde in Ludwigshafen. 1925 schloss sich die Synagogengemeinde Rheingönheim der Ludwigshafener Gemeinde an.  
   
1932 waren die Gemeindevorsteher Prof. Josef Koburger (1. Vors., Lißstraße 152), Adolf Grombacher (2. Vors. Ludwigstraße 10) und Nathan Strauß (Schatzmeister, Wordestraße 10a). Als Lehrer war inzwischen Josef Jacob angestellt (Schillerstraße 43), als Kantor war weiterhin Salomon Wetzler tätig. Im Schuljahr 1931/32 erhielten insgesamt 170 Kinder der Gemeinde Religionsunterricht.           
   
Nach 1933 ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder (1933: 1.070 Personen) auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Bis 1. Januar 1937 war die Zahl der jüdischen Einwohner - obwohl noch Familien aus kleineren Landgemeinden zugezogen waren - auf 772 zurückgegangen. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge in Brand gesteckt, jüdische Wohnungen und Geschäfte überfallen, teilweise völlig demoliert, jüdische Männer in das Konzentrationslager Dachau verschleppt. Jüdische Frauen und Kinder wurden über den Rhein nach Mannheim verbracht mit der Mahnung, nie wieder nach Ludwigshafen zurückzukehren. Zwei Wochen später konnten sie zurückkehren. Ab Mai 1939 wurden die verbliebenen jüdischen Einwohner in sog. "Judenhäuser" einquartiert. Die letzten 183 jüdischen Einwohner wurden am 22. Oktober 1940 in das Konzentrationslager Gurs in Südfrankreich verbracht.     
          
Von den in Ludwigshafen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Emma Abeles geb. Hochstetter (1894), Ludwig Abeles (1883), Hortense Adler geb. Blüm (1876), Karl Allstadt (1867), Elsa Baum (1887), Abraham Baumwollspinner (1880), Erna Baumwollspinner (1909), Jan Pinkas Baumwollspinner (1894), Ernestine Baer geb. Allstadt (1871), Alice Paula Berg geb. Haas (1896), Paula Berg geb. Dellheim (1891), Willi Berg (1889), David Bergmann (1905), Ester Bergman geb. Singer (1907), Sara Bergman geb. Perlman (1874), Adolf Bergmann (1932), Betty Bergmann (1931), Esther Bergmann geb. Rubin (1908), Lina Bergmann (1921), Manasse Bergmann (1874), Max Bergmann (1931), Netti Bergmann (1929), Oskar Bergmann (1923), Oskar Bergmann (1934), Regina Bergmann geb. Schiefeldrim (1882), Sally Bergmann (1932), Salomon Bergmann (1908), Schewach Bergmann (1882), Betty Bermann geb. Kann (1897), Ernst Bermann (1888), Lore Bermann (1925), Susanne (Suse) Bermann (1927), Eva Chawa Bicz geb. Friedmann (1898), Samuel (Szmul) Bicz (1886), Rudolf Bindel (1902), Izrael Birnberg (1913), Josef Birnberg (1921), Albert Blüm (1897), Max Blüm (1887), Alfons Blum (1905), David Blum (1897), Ludwig Blum (1873), Hedwig Bodenheimer geb. Fränkel (1886), Hermann Bodenheimer (1885), Anna Dziza geb. Kaufmann (1880), Helene Dziza geb. Obstfeld (1909), Salomon Dziza (1880), Amalia Ebel (1922), Estera Elvira Ebel (1914), Helene Ebel (1917), Moses Ebel (1883), Ryfka Ebel (1886), Hermann Eckales (1865), Ella (Elisabeth) Einstein geb. Gern (1885), Adolf Elend (1923), Naftali Elend (1889), Rebeka Elend (1928), August Elikann (1875), David Camill Elikann (1877), Eugen Elikann (1872), Eugen Elikann (1884), Markus Elikann (1879), Walter Emanuel (1908), Paul Eppstein (1902), Clara Estlein geb. Lipschütz (1885), Mirjam Estlein (1929), Else (Elisabeth) Faas geb. Blumenstiel (1893), Bernhard Faas (1914), Emanuel Fass (1889), Rosa Fass (1913), Ryfka Fass geb. Bertram (1883), Sara Fass (1921), Scheindla Fass geb. Weichselbaum (1891), Süssel Schneur Fass (1885), Lina Felsen geb. Blau (1890), Abraham Felsen-Poller (1872), Paul Felsen-Poller (1934), Israel Maier Ferber (1877), Etie Fisch geb. Rosenkranz (1886), Jakob Fisch (1876), Selma Fisch (1925), Mathilde Fischer geb. Marx (1880), Cilli Freimann geb. Bergmann (1919), Dawid Freireich (1889), Martha Gärnter (1891), Eva Gans (1882), Artur Gern (1884), Eugen Gerstle (1875), Hedwig Gerstle (1887), Clara Goldberg geb. Allstadt (1868), Estera Else Goldmann-Fass (1910), Adolf Goldschmidt (1884), Wilhelm Franz Josef Goldschmidt (1914), Abraham Alfred Gorbitz (1923), Clara Greilsamer geb. Rosenbaum (1890), Max Greilsamer (1877), Richard Greilsamer (1924), Adolf Grombacher (1880), Mina Grübel geb. Wenk (1882), Babette Grünebaum geb. Sohn (1878), Berta Haas geb. Hirsch  (1868), Benjamin Hack (1892), Moses Leib Händler (1858), Oskar Händler (1909), Johanna Hammel (1898), Ernestine Heinemann geb. Goldschmidt (1874), Hilmar Heinemann (1904), Marianne Elsa Hemmerdinger geb. Bacher (1870), Emil Herz (1878), Emma Herz (1871), Herta Herz geb. Lustig (1871), Mathilde Heymann geb. Bermann (1885), Abraham Hinberg-Merl (1927), Aron Hinberg-Merl (1896), Berta Hinberg-Merl geb. Elend (1895), Jeshua A. Hinberg-Merl (1923), Naftali Hinberg-Merl (1922), Eugenie Hirsch geb. Steiermann (1880), Friederike Hirsch (1888), Heinrich Hirsch (1874), Johanna Hirsch geb. Karlsberg (1882), Kurt Hirsch (1901), Lina Helene Hirsch (1877), Max Markus Hirsch (1876), Pauline Hirsch geb. Dreifuss (1881), Hannchen Hoffmann (1920), Mathilde Hoffmann (1911), Irma Hofmann geb. Levi (1903), Laura Hofmann geb. Schnürmann (1875), Baruch Horendreksler (1888), Ida Horendreksler geb. Wermut (1886), Mina Horendreksler (1913), Frieda (Friedel) Horwitz (1923), Betty Idstein geb. Wolf (1863), Chaja Szyja Inger geb. Dorner (1890), Jakob Inger (1922), Jehoschua Inger (1888), Max Inger (1918), Oskar Inger (1888), Emma Jankelowitz geb. Heilbronner (1879), Flora Kahn geb. Marx (1880), Frieda Kahn (1895), Hans Kahn (1926), Leopold Kahn (1882), Lina Kahn (1864), Lucie Kahn geb. Sheims (1888), Paula Kahn geb. Weil (1882), Siegfried Kahn (1885), Walter Kahn (1922), Hedwig Kann (1904), Luisa Kann geb. Berg (1864), Sara Kanzenberg (1881), Josef Katz (1870), Lore Katz (1924), Marianne Katz geb. Simon (1886), Thekla Katz (1881), Meier Kaufman (1889), Berta Kern geb. Preis (1877), Meyer Hersch Kimmelmann (1900), Charlotte Kirschbaum geb. Hirsch (1912), Lothar Artur Kirschbaum (1899), Max Kirschbaum (181), Rosa Kling geb. Strauß (1861), Hermann Hirsch Klugmann (1914), Nathan Klugmann (1875), Melanie Koburger geb. Weil (1874), Golda Kokotek (1912), Moritz Kokotek (1875), Rosa Kototek (1906), Sofie Sura Chana Kokotek geb. Kruk (1883), Henriette Kramer (1874), Sarah Leanda Sascha Krausz geb. Isaak (1907), Ludwig Kullmann (1855), Martha Kullmann (1894), Berel Kupfer (1883), Bernhard Lampels (1880), Ester Lampels geb. Mehl (1879), Makzym Lampels (1921), Flora Langstädter geb. Teutsch (1890), Heinz Justinus Isidor Langstädter (1921), Siegfried Langstädter (1887), Ethel Lina Lederberger geb. Kudler (1890), Judith Lederberger (1931), Gustav Lefo (1865), Isidor Lefor (1881), Margarete Lefor geb. Kahn (1893), Babette Lehmann (1865), Blandine (Blondine) Lehmann geb. Herz (1877), Alma Anna Levi (1880), Hirsch Linker (1904), Isidor Levi (1894), Alma Anna Levy (Levi, 1880), Feiga Süsel Linker geb. Löfelholz (1901), Guste Linker (1904), Isaak Efraim Linker (1934), Josef Linker (1930), Norbert Linker (1931), Paula Linker (1933), Salka Sara Linker (1928), Werner Lion (1925), Elsa Löb (1879), Eugen Loeb (1875), Frieda Löb geb. Preiss (1866), Kathi Loeb geb. Levite (1883), Ruth Löb (1921), Walter Löb (1925), Ernst Löw (1907), Hugo Loew (1883), Toni Löw geb. Mandel (1891), Gertrud Magath geb. Staun (1897), Hermann Magath (1881), Klaus Magath (1927), Fanny Mann (1878), Amanda Marx (1881), Ella Marx (1901), Hugo Marx (1883), Hede Mayer geb. Danziger (1884), Hugo Mayer (1862), Ralph Isaak Mayer (1914), Rosa (Reisle) Mazet geb. Kantorowicz (1885), Hermann Hirsch Meisel (1869), Jenny Mendel geb. Marx (1867), Rosa (Rosalie) Metzger (1879), Henriette Meyer (1868), Lina Meyer geb. Blumenthal (1875), Moritz Meyer (1870), Arthur Emanuel Michel (1935), Erwin Michel (1936), Lilli Elisabeth Michel (1927), Mathilde Mohr geb. Katz (1877), Theresi Moos geb. Sondheimer (1874), Daniel Morgenthau (1881), Moritz Neuburger (1868), Selma Neumark geb. Mauser (1877), Albert Neumond (1868), Lotte Neumond (1922), Ludwig Neumond (1881), Debora H. Nord geb. Händler (1881), Elise Oehlbert (1873), Marianne Oehlbert (1922), Max Pfahler (1924), Edith Pfeiffer geb. Woythaler (1908), Siegfried Pfeiffer (1908), Beatrice Pineles (1928), German Pinkus (1940), Lothar Pinkus (1909), Hildegard (Hilde) Platt geb. Mazet (1910), Dawid B. Rajgrodsky (1886), Helene R. Rajgrodsky geb. Fass (1881), Curt (Kurt) Rauner (1897), Herta Rauner (1908), Julius Rauner (1905), Karoline Rauner geb. Simon (1863), Theresia Rauner geb. Schloss (1902), Betti Dora Regenbogen (1927), Dina Regenbogen geb. Singer (1898), Esther M. Regenbogen (1935), Heinrich Regenbogen (1938), Israel Regenbogen (1929), Josef Juda Regenbogen (1929), Emma Maria Rehbock geb. Jakob (1889), Isaak Elazar Reinhold (1901), Paul Reinhold (1924), Cölestine Reis geb. Neuhäuser (1876), Frieda Rojhrodka (1919), Sabine Rosenbaum (1855), Abraham Rosenblum (1896), Chaja Anna Rosenblum geb. Seidenberg (1883), Edgar Rosenfeld (1917), Walter Rosenzweig (1905), Florentine Mathilde Rothschild (1873), Henriette Julchen Rothschild (1875), Sally Rothschild (1897), Rosa Rubin geb. Bergmann (1913), Lotte (Liselotte) Alice Sauer geb. Schettmar (1903), Eugenie Schaps (179), Karoline Scharff geb. Ehrlich (1882), Ludwig Scharff (1878), Sophie Scharff geb. Rosenfeld (1879), Theodor Scharff (1876), Rosa Schloß (1881), Kurt Schmidt (1896), Marie Regina Schuster geb. Meyer (1890), Mathilde Seelig (1880), Fany Sessig geb. Grübel (1904), Rudolf Silberschlag (1920), Frieda Silberstein geb. Mann (1873), Emil Simon (1883), Hans Walter Simon (1900), Ernestine Simons geb. Blum (1893), Adolf Abraham Singer (1925), Bernard Singer (1894), Ernestine (Erna, Ester) Singer geb. Mendel (1898), Felicitas Singer (1930), Rachel (Recha) Singer (1928), Friedrich Sommer (1908), Betti (Betty) Spielmann (1924), Sara Spielmann geb. Fertig (1896), Ernst Steckelmacher (1881), Luise Steinhardt geb. Marx (1881), Johanna Sternlieb (1886), Chaja Stieglitz (1887), Erna Stieglitz (1814), Josef Stieglitz (1877), Regina Stieglitz (1923), Berta Stiel (1924), Mirjam Stiel (1926), Oskar Stiel (1919), Gittel Stiel-Zwickler geb. Turner (1883), Ida Straaß geb. Trautmann (1865), Berta Strauss geb. Löw (1874), Heinrich Strauss (1876), Ilse Lise Herta Strauss (1920), Julius Strauss (1878), Therese (Theresia, Thesy) Strauss geb. Gern (1890), Faige Sztrum geb. Hermann (1893), Chaim Karl Tauber (1911), Eisig Tauber (1883), Gusta Tauber geb. Rappaport (1882), Herman Tauber (1922), Beate (Beatrice, Beatrix) Türkheimer geb. Kaufmann (1905), Gregor (Gregoire) Türkheimer (1897), Günter (Günther Alfred Gaston) Türkheimer (1935), Lily (Lilli) Türkheimer (1929), Leo Turkheimer (1903), Rosa Wahrhaftig geb. Stemmer (1910), Martha Wald geb. Kling (1890), Cäsar Waldbott (1886), Jakob Waldbott (1882), Johanna Waldbott (1887), Artur Wallenstein (1898), Horst Wallenstein (1933), Hedwig Walter geb. Mayer (1890), Anna Wander geb. Zarnowiecka (1905), Szczepan Zelman Weichselbaum (1902), Elisabeth Weil geb. Schwarz (1886), Elsbeth Weil (1880), Emilie Weil (1878), Emma Weil geb. Weil (1880), Eugenie Weil (1875), Flora Weil (1891), Heinrich Weil (1875), Lina Weil (1872), Lisbeth Weil (1886), Manfred Weil (1926), Victor Weil (1871), David Weiler (1879), Ernestine Weiler geb. Löb (1878), Berta Weilheimer geb. Wolf (1857), Flora Weilheimer geb. Rosenblatt (1894), Karl Weilheimer (1886), Lilly Weilheimer geb. Wetzler (1902), Ludwig Weilheimer (1885), Maximilian Weilheimer (1887), Paula Weilheimer (1888), Robert Weilheimer (1900), Sigmund Weilheimer (1884), Walburga (Wally) Weilheimer (1892), Channa Weinreb (1867), Eva Weinreb geb. Rothbaum (1867), Isidor Weinreb (1905), Lina Weinreb (1893), Emil Wenk (1879), Lydia Wenk geb. Neuberger (1887), Therese Wetzlar geb. Joseph (1869), Max Winter (1889), Abraham Wolf (1869), Jetta Wolf geb. Rosenkranz (1888), Albert Wolff (1884), Amalie Wolff geb. David (1875), Eugen Wolff (1873), Eugen Zivi (1882), Lina Elisabeth (Lisa) Zivi geb. Karlebach (1890).         

Ludwigshafen Ged 810.jpg (95094 Byte)Zum Gedenken an die Deportation nach Gurs befindet sich im Hof der Maxschule in Ludwigshafen eine Gedenktafel mit dem Text: "Zum Gedenken an die Deportation von jüdischen Mitbürgern am 22.10.1940 in das Konzentrationslager Gurs Südfrankreich".  (Foto: Michael Ohmsen, Fotoseiten zu Ludwigshafen
  
In der Stadt wurden in den vergangenen Jahren (erstmals am 22. November 2007) durch den Künstler und Initiator des Stolperstein-Projekts Gunter Demnig mehrfach sog. "Stolpersteine" zur Erinnerung an Einzelschicksale verlegt (siehe Beispiele unten). Bis November 2016 wurden insgesamt 200 "Stolpersteine" in Ludwigshafen und seinen Stadtteilen verlegt, davon 21 in 2016. Die nächste Verlegung ist für den Herbst 2017 geplant. Informationen in der Website www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de sowie im Online-Gedenkbuch www.erinnerungen-bewahren.de.  
Artikel im morgenweb.de vom 10. Mai 2014: "Gedenken: Verlegung am Dienstag. 21 neue Stolpersteine".      
Ludwigshafen Maxschule 128.jpg (115990 Byte)Links: die Gedenktafel im Hof der Maxschule in Ludwigshafen (Text siehe oben)
(Foto: Michael Ohmsen)   
 
Zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar 2012 wurde ein neues Mahnmal für die Opfer der nationalsozialistischen Diktatur und der Deportation in die Vernichtungslager auf dem Rathausplatz enthüllt. Die Tafel zeigt die damals Entfernung von Ludwigshafen nach Gurs: 1168 km auf dem Schienenweg. Das einem Hinweisschild ähnelnde Mahnmal steht neben der Gedenkstele für die Deportation der Sinti und Roma vor dem Rathaus.  

     
     
Ludwigshafen Synagoge 055.jpg (116863 Byte)Nach 1945 / Gegenwart:  Die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz K.d.ö.R. (Sitz in Speyer, Informationen) hat in Ludwigshafen ein jüdisches Gemeindezentrum in der Zollhofstraße 4 eingerichtet (Foto links von Michael Ohmsen). 
Aktuelle Mitteilungen siehe die Website der Jüdischen Kultusgemeinde der Rheinpfalz   www.jkgrp.de/
    
  
  
  
  
Zur Geschichte der Synagoge     
    
Ein erster Betraum wurde nach 1855 in einem angemieteten Zimmer im sogenannten "Brugschen Haus" in der Ludwigsstraße 4a eingerichtet. Wenig später wurde eine Synagoge im zweiten Stock des Hintergebäudes im Stadthaus eingerichtet.
 
Auch die Synagoge im Stadthaus war als Provisorium gedacht. Die Gemeinde bemühte sich um den Bau einer Synagoge. Zunächst hätte man dafür gerne einen Platz gegenüber der 1858 bis 1862 im Bau befindlichen katholischen Kirche St. Ludwig an der Ecke Bismarckplatz/Wredestraße gehabt. Doch wurde dies behördlicher nicht genehmigt. Mit Kaufvertrag vom 8. November 1863 konnte die jüdische Gemeinde die 1854 erbaute bisherige Simultankirche in der Kaiser-Wilhelm-Straße 34 für 2.000 Gulden erwerben. Sie stand nach der Einweihung der Kirche St. Ludwig (im August 1862) und der neuen evangelischen Kirche (im November 1864) leer. 1865 wurde die Kirche innerhalb weniger Monate in eine Synagoge umgebaut und am 26./27. Mai 1865 von Bezirksrabbiner Dr. Grünebaum feierlich eingeweiht. Im festlichen Zug wurden die geweihten Torarollen vom provisorischen Betsaal im Stadthaus zur neuen Synagoge gebracht.  
  
1871 wurde die Synagoge erstmals renoviert und erweitert. Auf Grund der weiter steigenden Zahl der jüdischen Einwohner in der Stadt plante die Gemeinde bereits um 1880 einen Neubau, der jedoch nicht verwirklicht wurde. 1882 erfolgte stattdessen eine weitere Renovierung. 1889 wurde ein Harmonium aufgestellt. Auch die 1894 von Bezirksbaumeister Lipps erstellten Erweiterungspläne, die eine Doppelturmfassade mit byzantinisierenden Elementen vorsah, wurden nicht verwirklicht. 
 
1902/03 konnte endlich der überfällige größere Umbau verwirklicht werden. Architekt und Bauleiter war Viktor Lindner aus Mannheim. Nach dem Umbau gab es 150 Plätze für die Männer, 70 für die Frauen auf der Empore. Am 10. September 1903 war die Wiedereinweihung der Synagoge.        
        
Einweihung der neuen Synagoge (1903) 

Ludwigshafen AZJ 18091903.jpg (55461 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 18. September 1903: "Eine ganze Reihe neue oder renovierte Synagogen wurde in diesen Tagen festlich eingeweiht. Leider fehlt es uns an Raum, um über jedes Fest einzeln zu berichten. Wir müssen uns daher damit begnügen, hier kurz zu registrieren, dass in Brandenburg a.H. die neu renovierte Synagoge durch eine Predigt der Herrn Rabbiner Dr. Ackermann eingeweiht wurde. In Bernstadt in Schlesien vollzog Rabbiner Dr. Rosenthal – Breslau diesen Weiheakt, in Ludwigshafen Rabbiner Dr. Salvendi – Dürkheim."   
   
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 11. September 1903: "Ludwigshafen. Die Weihe der renovierten Synagoge der hiesigen israelitischen Gemeinde wurde gestern Abend mit einem um 6 Uhr begonnenen Festgottesdienst vollzogen. Mit Gesang des Synagogenchors eingeleitet, wurden sodann die Torarollen etc. von den Gemeindeältesten in die Lade gebracht und danach hielt Bezirksrabbiner Dr. Adolf Salvendi - Dürkheim die Weiherede. Er knüpfte an den beredtesten der Propheten, Jesajas, an und betonte die Würde des Gotteshauses als einer Stätte, an welcher der Glückliche im Gebet den Dank gegen Gott Ausdruck geben, der Bedrückte sich in der Not an seinen Gott wenden soll, einer Pflegestätte regen geistig-religiösen Lebens. Der Redner dankte der opferwilligen Gemeinde und ihrem Vorstande für die Herstellung des schönen Gotteshauses und ermahnte die Gemeinde zu festem Zusammenhalt und zu gottgefälligem Tun. Der Gottesdienst, der nach Beendigung der Weiherede des Rabbiners, vom Kantor Wetzler weiter geführt wurde, schloss mit Gesang des Synagogenchors."  

  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SS-Männer und Nationalsozialisten aufgebrochen. Wertvolle Gegenstände wurden "beschlagnahmt", andere Teile der Inneneinrichtung und der Ritualien wurden auf einem Haufen geworfen, der angezündet wurde. Dabei brannte das Gebäude völlig aus. Die Feuerwehr musste sich auf den Schatz der Nachbargebäude beschränken. Auch der Gemeindesaal im Anbau wurde angezündet und niedergebrannt. Die Brandruine wurde abgebrochen. Das Grundstück ging im März 1939 für 7.500 RM an die politische Gemeinde. Am 1. November 1941 erwarb der NSZ-Westmark-Verlag (Verlag der amtlichen Tageszeitung der NSDAP Gau Westmark). 
  
Nach 1945 erfolgte die Rückübertragung des Grundstückes an die Jüdische Kultusgemeinde der Rheinpfalz. Nach Abschluss des Restitutionsverfahrens wurde das unbebaute Grundstück 1951 für 18.270 Mark an die Rheinpfalz Verlags- und Druckerei GmbH verkauft, die hier ein neues Verlagsgebäude errichtete. 1973 wurde eine Gedenktafel an dem Gebäude angebracht.        
   
Inschrift der Gedenktafel (Foto siehe unten): "Hier stand die Synagoge der jüdischen Gemeinde. Sie wurde am 26. Mai 1865 eingeweiht und in der Nacht vom 9. zum 10. November 1938 durch verbrecherische Intoleranz des Nationalsozialismus zerstört. Die Untat mahnt, Terror und Unmenschlichkeit für immer zu verbannen."  
   
   
Adresse/Standort der Synagoge:    Kaiser-Wilhelm-Straße 34    
  
  
Weiterer Betsaal / Synagoge  
  
Von einem weiteren Betsaal erfährt man in einem Bericht von 1930, als der Verein Machsike Hadass in Ludwigshafen eine neue Torarolle für sein Lehrhaus (Bet HaMidrasch) feierlich eingeweiht hat. Der Betsaal des Vereins - wie auch das Vereinslokal - befand sich in der Kaiser-Wilhelm-Straße 49.  Er hatte insgesamt 30 Sitzplätze für Männer und Frauen und enthielt neben dem Toraschrein ein Podium mit Vorbeterpult (Angaben nach Minor/Ruf s.Lit. S. 50)  
  
Einweihung einer neuen Torarolle im Betsaal des ostjüdischen Vereins Machsike Hadass (1930)  

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Mai 1930: "Ludwigshafen am Rhein, 26. Mai (1930). Im Bet HaMidrasch (Lehrhaus) des Vereins Machsikei HaDat fand gestern unter Teilnahme der ganzen jüdischen Einwohnerschaft die Einweihung einer neuen Torarolle statt. In der Begrüßungsansprache des Herrn Katz hob dieser den Opfersinn jedes einzelnen Mitgliedes hervor, dankte auch dem erschienenen Synagogenrat für deren Unterstützung und ermahnte zum Schluss die Anwesenden, im Sinne der Tora zum Wohle des gesamten Judentums zu wirken. In der darauf folgenden Rede des Herrn Dajan S. Eberstark hob dieser den vor allen Dingen notwendigen Frieden hervor, um ein gedeihliches Zusammenarbeiten der Gemeinde zu erzielen. Die Mizwo (religiöses Gebot) des 'schreibet euch auf...' (vgl. 5. Mose 31,19) wurde dann von jedem EInzelnen ausgeübt. Herr Professor Dr. Koburger, Vorsitzender des Synagogenrates der Israelitischen Kultusgemeinde, versuche die Brücke zwischen Ost- und Westjudentum in der gemeinsamen Treue zur Tora zu zeigen. Die würdige Feier wurde von Herrn Oberkantor Eppstein verschönt. Er brachte mehrere Psalmen und Gebete zu Gehör. Das Festessen, bei dem viel Worte der Tora gesprochen wurden, vereinigte dann alle Teilnehmer bis zu den frühen Morgenstunden."   

   
   
Fotos 
(Landesamt s.Lit. S. 237-238; neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 22.06.2008)   

Die Synagoge um 1880  Ludwigshafen Synagoge 190.jpg (73839 Byte) Ludwigshafen Synagoge 191.jpg (57785 Byte)
  Die Synagoge um 1880 
     
Die Synagoge 
nach dem Umbau 1903 
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  Die Synagoge nach dem Umbau (1903)
     
Innenansicht  Ludwigshafen Synagoge 197.jpg (69499 Byte) Ludwigshafen Synagoge 196.jpg (74506 Byte)
  Innenansicht der Synagoge - Blick zum Toraschrein
   

Die Synagoge am 10. November 1938, nach dem Novemberpogrom 

 
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Ansicht der ausgebrannten Synagoge von der Kaiser-Wilhelm-Straße Ansicht der zerstörten Synagoge vom Garten
     
Der Synagogenstandort 
im Juni 2008
Ludwigshafen Synagoge 150.jpg (92278 Byte) Ludwigshafen Synagoge 152.jpg (86505 Byte)
  Die Gedenktafel  Blick auf das auf dem Grundstück 
der ehemaligen Synagoge stehende 
Gebäude der "Rheinpfalz"
 
     

Weitere Erinnerungen in der Stadt

   
Ludwigshafen Stadt 151.jpg (64574 Byte)  Ludwigshafen Gurs-Schild 010.jpg (120063 Byte)    
   Gedenktafel für Hermann Sinsheimer
 (1883-1950) am Haus Ludwigstraße 51
Erinnerung an die Deportation nach Gurs
 (Foto: M. Ohmsen, in hoher Auflösung
 
       

Denkmal für Markus Sternlieb 
(Fotos: Michael Ohmsen - Fotos in hoher Auflösung im Fotoalbum von M. Ohmsen)  

  
Ludwigshafen Sternlieb D.jpg (93203 Byte) Ludwigshafen Sternlieb Db.jpg (101062 Byte) Ludwigshafen Sternlieb Da.jpg (116184 Byte)

Das Denkmal für den ehemaligen Stadtoberbaudirektor der Stadt Ludwigshafen Markus Sternlieb wurde im September 2002 eingeweiht. Markus Sternlieb ist 1877 im rumänischen Braila geboren. Er ließ sich in München und Darmstadt zum Architekten ausbilden. Von 1905 bis 1932 war er in der Stadtverwaltung in Ludwigshafen tätig. Er starb im Oktober 1934 in Ludwigshafen und wurde im israelitischen Friedhof der Stadt beigesetzt.     
Wikipedia-Artikel zu Markus Sternlieb  
Beitrag von Walter Braun: Markus Sternlieb - Ein genialer Architekt und Wegbereitet der Bauhausidee in Ludwigshafen a.Rh. (in der Website der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit - Pfalz) 
Seite zu Markus Sternlieb sowie Seite zur Friedrich-Ebert-Siedlung in der Website des Wilhelm-von-Humboldt-Gymnasium Ludwigshafen    

        

    
    
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

Februar/März 2009: "Stolpersteine" in Ludwigshafen 
Bericht im "Mannheimer Morgen" vom 25. Februar 2009 (zum Artikel) über die für März 2009 geplante Verlegung  
"Gedenken: Spendenaufruf für Verlege-Aktion am 26. März - Stolpersteine suchen Paten 
Weitere 33 Stolpersteine werden am 26. März an sieben Orten in Ludwigshafen verlegt. Für einige dieser Stolpersteine fehlen nach Angaben von Hans-Uwe Daumann, Vorsitzender der Initiative Lokale Agenda 21, noch Spender. Viele Schüler sind mit den Vorbereitungen für die Veranstaltung beschäftigt. Sie recherchieren die Lebensgeschichte der Opfer des Nationalsozialismus, an deren Leidensgeschichte jeweils ein Stolperstein erinnert. Die Steine werden in den Boden eingelassen und sollen Passanten im übertragenen Wortsinn "zum Stolpern" bringen und sie auf das Schicksal der deportierten jüdischen Ludwigshafener aufmerksam machen. Ein Stolperstein kostet 95 Euro. Wer diesen Betrag nicht aufbringt, kann auch Teilsummen spenden..."   
Weitere Informationen zu den "Stolpersteinen in Ludwigshafen" siehe die Website www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de/ 
 Ludwigshafen Bismarck 108.jpg (115270 Byte) Ludwigshafen Bismarck 38.jpg (92325 Byte) Ludwigshafen Bismarck 38a.jpg (103245 Byte) Ludwigshafen Carl-Bosch 174.jpg (96810 Byte) Ludwigshafen Jaeger 9.jpg (134568 Byte) Ludwigshafen Mundenheimer 245.jpg (99761 Byte) Ludwigshafen Pfalzgrafen 67.jpg (86064 Byte) Ludwigshafen Goethe 15.jpg (89478 Byte)
Oben: "Stolpersteine in Ludwigshafen" - eine kleine Auswahl fotografiert von Michael Ohmsen. 
Link zu den Fotoseiten von Michael Ohmsen mit zahlreichen Fotos von "Stolpersteine" in hoher Auflösung  
    
     
April 2011: Weitere Verlegung von "Stolpersteinen"   siehe die aktuellen Informationen auf der 
Website http://www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de/  
 
November 2012: Gedenken an die Zerstörung der Synagoge 1938    
Artikel in den metropolnews.info am 10. November 2012: "'Toleranz in Verantwortung leben' – Gedenkveranstaltungen zur Erinnerung an die Reichspogromnacht.  
Ludwigshafen. In der Nacht vom 9. Auf den 10. November 1938 brannte auch in Ludwigshafen die Synagoge, wurden auch hier jüdische Geschäfte zerstört und jüdische Bürgerinnen und Bürger auf entmenschte Weise vom blinden Hass des willenlosen Mobs rücksichtslos getroffen. Anlässlich eines Gedenkgottesdienstes in der Melanchthonkirche zitierte OB Dr. Eva Lohse aus Dokumenten des Stadtarchivs..."  
Link zum Artikel      
 
Juni 2013: Gedenktafel für Edith Leffmann   
Ludwigshafen Gedenktafel Leffmann 010.jpg (193600 Byte)(Foto links von Michael Ohmsen; Text aus www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de) "Gedenkplakette für Edith Leffmann
Am 13. Juni 2013 wurde eine Gedenktafel vor dem Anwesen in der Carl-Friedrich-Gauß-Straße 6 im Ludwigshafener Stadtteil Hemshof angebracht, in dem die Kinderärztin Dr. Edith Leffmann in den 1950er Jahren praktiziert hat. Das Vorhaben, das von vielen Menschen im Hemshof und in der Stadt getragen wurde, war 2012 Thema im Ortsbeirat auf Antrag der Grünen. Die CDU hatte daraufhin beantragt, dass das Stadtarchiv ein Gutachten über das Wirken Leffmanns erstellt. Darin wurde sowohl ihr humanitäres Wirken als auch ihre Mitgliedschaft in der KPD beleuchtet und eine Gedenktafel befürwortet. 
Seit Jahren beschäftigen wir uns im Arbeitskreis "Ludwigshafen setzt Stolpersteine" mit den Leben von Edith Leffmann, dem "Engel vom Hemshof". Leffmann, Jüdin und Kommunistin, konnte aus Köln und Gurs vor den Nazis fliehen und kämpfte im Widerstand in Frankreich und Deutschland. Ihre Familie wurde von den Schergen des Dritten Reichs ermordet. Nach dem Krieg wirkte sie als Kinderärztin im Ludwigshafener Stadtteil Hemshof. Am 14. März 2012 wurden Stolpersteine für Edith Leffmann und ihre Familie in Köln - von wo sie deportiert wurden oder flohen - gesetzt. Dieses Vorhaben haben wir aktiv unterstützt. Da gemäß der Definition des Stolpersteine-Initiators Gunter Demnig ein Stolperstein für Edith Leffmann in Ludwigshafen nicht in Frage kam, haben wir eine andere Form der Würdigung ihrer Person gesucht und gefordert."  
 
Oktober 2015: Verlegung von 13 weiteren "Stolpersteinen" in Ludwigshafen     
Ludwigshafen RhPf 17102015.jpg (394970 Byte) Links: Artikel in der "Rhein-Pfalz" vom 17. Oktober 2015: "Gegen das Vergessen..."  
Hinweis: es wurden am 13. Oktober 2015 Gedenksteine verlegt u.a. in der Grünerstraße 7 (Familie Neubauer, vier Steine), Arnulfstraße 29a (Familie Kahn, drei Steine), in Rheingönheim Hauptstraße 228 (Max Blüm), in Friesenheim Erzbergerstraße 100 (Familie Schuster, vier Steine).   
Weitere Informationen siehe www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de  
 
Dezember 2016: Rückblick auf die Stolpersteine-Gedenkarbeit 2016   
Artikel in "Metropolregion Rhein-Neckar-News" vom 2. Dezember 2016: "Ludwigshafen - 2016 ein ereignisreiches Jahr für die Stolpersteine-Gedenkarbeit  
Link zum Artikel     
 
November 2017: Verlegung von Stolpersteinen vor dem Amtsgericht Ludwigshafen    
Am 11. November 2017 wurden 16 Stolpersteine für verfolgte jüdische Justizangehörige und Rechtsanwälte vor der Eingangstreppe des Amtsgerichts Ludwigshafen verlegt. Die Stolpersteine wurden verlegt für Amtsgerichtsrat Dr. Ludwig Lehmann, Justizinspektor Heinrich Michel, Rechtsanwalt Walter Fendrich, Rechtsanwalt Hilmar Heinemann, Rechtsanwalt Dr. Emil Herz, Rechtsanwalt Dr. Leopold Kahn, Rechtsanwalt Dr. Karl Koburger-Reiß, Rechtsanwalt Dr. Heinrich Mayer, Rechtsanwalt Dr. Ludwig Mayer, Rechtsanwalt Richard Müller, Rechtsanwalt Dr. Ludwig Neumond, Rechtsanwalt Dr. Fritz Rothschild, Rechtsanwalt Dr. Heinrich Strauß, Rechtsanwalt Friedrich-Wilhelm Wagner, Rechtsanwalt Dr. Ludwig Weil, Rechtsanwalt Dr. Fritz Weiß.      
Einladung zur Veranstaltung   -  Pressebericht in der "Rheinpfalz" vom 13. November 2017.  

  
   

Links und Literatur

Links: 

Website der Stadt Ludwigshafen  
Website des Ernst-Bloch-Zentrums der Stadt Ludwigshafen am Rhein    
Website www.ludwigshafen-setzt-stolpersteine.de/  

Literatur:  

Ludwigshafen Lit 020.jpg (51691 Byte)Ulrike Minor/Peter Ruf: Juden in Ludwigshafen. Ludwigshafen am Rhein 1992 (Veröffentlichungen des Stadtarchivs Ludwigshafen am Rhein Band 15). 
Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005. S.        .
Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 236-238 (mit weiteren Literaturangaben). 
Einige Fotos und Informationen zur jüdischen Geschichte der Stadt auch im nachfolgenden Band: 
Helmut Fiedler: Only Lu'! Geschichten und Anekdoten aus dem alten Ludwigshafen, Band 2. 2009. Wartberg-Verlag www.wartberg-verlag.de  
Hier: Abschnitt "Das dunkelste Kapitel der Stadtgeschichte" S. 44-47; Abschnitt zu Marcus Sternlieb S. 48-49. 

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Ludwigshafen Palatinate.  The Jewish settlement developed with the growth of the city from the mid-19th century and its integration was faciliated by the liberal, free atmosphere chararacteristic of a modern town. The first Jew was already elected to the municipal council in 1860, nine years before the unrestricted franchise was granted to the Jews in Bavaria. Jews received the salt concession and opened factories manufacturing chemicals and processing wool, coffee, and vinegar. Most Jews engaged in trade. A synagogue was dedicated in 1865 in a building which had previously served both the Catholic and Protestant communities as a place of worship. A Jewish elementary school existed from 1856 until 1870, when the municipality established a nondenominational school. The Jewish population rose from 107 in 1855 to 608 in 1905. Jews from the east began to arrive at that time and by 1931 the Jewish population was 1.400 (with 45 % foreign nationals, mostly from the east). In the Weimar Republic, 69 % of the Jews continued to engage in trade; 15 % were in crafts and industry; 15 % in services; and 53 % of the city's lawyers were Jews. There were also 13 Jewish doctors and six Jewish dentists. A quarter of the larger stores in the center of the city were Jewish-owned. In June 1933, about four months after the Nazi rise to power, there wer 1.070 Jews (total 107.344) in Ludwigshafen. Jewish businessmen were targeted for economic boycott, Jewish officials were fired from municipal employment, and Jewish doctors were banned from public employment. In 1935-36, the process of 'Aryanization' of Jewish property intensified. In January 1938, only 660 Jews remained and in October 1938, all Polish nationals were expelled from the city. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was set on fire, Jewish homes were destroyed, Jewish men were sent to the Dachau concentration camp, and Jewish women and children were rowed across the Rhine to Mannheim with a warning never to return to the city. Two weeks later they had to leave Mannheim by order of the Gestapo an dmost returned. From May 1939 on, the remaining Jews were moved to 'Jewish houses'. The last 183 were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. A total of 239 Jews from Ludwigshafen perished in the Holocaust.
In 1973, 60 Jews were living in the city.     
      
       

                   
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Stand: 17. November 2017