Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

   
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zu den Synagogen in Baden-Württemberg 


Rosenberg (Neckar-Odenwald-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge      
  

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen    
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde            
    
In Rosenberg bestand eine jüdische Gemeinde bis 1888. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts zurück. 
  
Nach 1850 bildeten die Gemeinden Sindolsheim und Rosenberg eine gemeinsame Gemeinde.   
 
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge bzw. einen Betsaal, eine Schule und ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter tätig war (siehe Ausschreibungen von 1836 bis 1838 unten). Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts gab es einen gemeinsamen Lehrer für Sindolsheim und Rosenberg. Der letzte Vorbeter dürfte Abraham Ohnhaus gewesen sein, der 1870 per Anzeige auf der Suche nach einer neuen Stelle war (siehe unten).    
  
Die höchste Zahl jüdischer Einwohner wurde um 1832 mit 74 Personen erreicht. 
  
Die Gemeinde wurde 1827 dem Rabbinatsbezirk Merchingen zugeteilt. 
   
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ging die Zahl der jüdischen Einwanderer schnell zurück. 1875 wurden noch 25 jüdische Einwohner gezählt, vor 1900 sind die letzten von hier verzogen.   
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer     
 
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers und Vorsängers (1835 / 1837 / 1838)     

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1835 S. 1028  (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Erledigte Stelle. Bei der israelitischen Gemeinde zu Rosenberg ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 36 Gulden nebst freier Kost und Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. 
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen sich bei der Bezirks-Synagoge Schmieheim zu melden. 
Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirks-Rabbiner zur Bewerbung zugelassen werden. 
Merchingen, den 7. Dezember 1835. Großherzogliche Bezirks-Synagoge."     
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1837 S. 544 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Erledigte Stelle. 
Bei der israelitischen Gemeinde in Rosenberg ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 40 Gulden nebst freier Kost und Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. 
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage der Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen sich bei der Bezirks-Synagoge zu melden. 
Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirks-Rabbiner zur Bewerbung zugelassen werden.
Merchingen, den 8. Juni 1837. Großherzogliche Bezirks-Synagoge."  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" von 1838 S. 566 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen):  "Erledigte Stelle. 
Bei der israelitischen Gemeinde in Rosenberg ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 40 Gulden, nebst freier Kost und Wohnung sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. 
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage der Rezeptionsurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen sich bei der Bezirks-Synagoge zu melden. 
Auch wird bemerkt, dass im Falle weder Schulkandidaten noch Rabbinatskandidaten sich melden, andere inländische Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirks-Rabbiner zur Bewerbung zugelassen werden.
Merchingen, den 13. Juli 1838. Großherzogliche Bezirks-Synagoge."   

        
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers und Vorsängers 1852 / 1854 / 1855 (für Sindolsheim und Rosenberg) 
    

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 20. November 1847 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen.
[Bekanntmachung.]. Bei der israelitischen Gemeinde Sindolsheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 135 fl., nebst freier Wohnung, sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Bödigheim zu melden.  
Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden."    
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 6. November 1852  (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen
Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Sindolsheim und Rosenberg, Synagogenbezirks Merchingen, ist zu besetzen.  
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Merchingen sich zu melden. Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- oder Rabbinats-Kandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."   
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 3. Juni 1854 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Schule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Sindolsheim und Rosenberg ist zu besetzen.  
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Rabbinats bei der Bezirkssynagoge Merchingen sich zu melden. 
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- oder Rabbinats-Kandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 16. Juni 1855 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen. 
Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Sindolsheim und Rosenberg ist zu besetzen.  
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Rabbinats bei der Bezirkssynagoge Merchingen sich zu melden. 
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- oder Rabbinats-Kandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."   

 
Lehrer und Vorsänger Abraham Ohnhaus sucht eine neue Stelle (1870)   

Rosenberg Israelit 22061870.jpg (57600 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. Juni 1870: "Der Unterzeichnete, 50 Jahre alt, früher Lehrer, (seit ungefähr 20 Jahren versieht er hier die Vorsängerstelle), beabsichtigt an einer größeren Synagoge eine Synagogendienerstelle zu übernehmen, wobei er, wenn erforderlich auch den Wochengottesdienst versehen könnte, da derselbe ein sehr gutes Organ besitzt. Auf dem Lande kann der Unterzeichnete eine Verwendung in seinem Fache als Vorsänger nicht finden, da er nicht Schochet ist.  
Rosenberg, Amt Adelsheim, Großherzogtum Baden. Abraham Ohnhaus."  

  
  
  
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge       
    
Über den Standort einer Synagoge oder eines Betsaales ist am Ort nichts mehr bekannt. Auch in den Akten zur Auflösung der Gemeinde am 12. Juli 1888 ist nicht von einer Synagoge die Rede. Nach 1888 besuchten die jüdischen Bewohner die Gottesdienste in Sindolsheim (evtl. auch bereits einige Zeit zuvor).    
   
   
          

Links und Literatur  

Links:  

Website der Gemeinde Rosenberg  

Literatur:  

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 249.  

    

                     
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge  

        

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 13. Juni 2013