Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Schmalkalden (Kreis Schmalkalden-Meiningen) 
Jüdische Friedhöfe

   
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde      
    
Siehe Seite zur Synagoge in Schmalkalden (interner Link)  
    
    
Zur Geschichte der Friedhöfe      
   
Der alte Friedhof     

Der alte jüdische Friedhof ("Totenhof") wurde 1604 unmittelbar vor dem Osttor der Altstadt angelegt. Auf ihm wurden bis um 1895 Beisetzungen vorgenommen. Die Friedhofsfläche umfasst 10,39 ar. Eine mächtige, unter Naturschutz stehende Eiche könnte gleichzeitig mit der Anlegung des Friedhofes gepflanzt worden sein. Im Schatten dieser Eiche standen bis 1962 noch zahlreiche, teils verwitterte Grabmale. 
   
Im Zusammenhang mit der Stadterweiterung wurde in den 1960er-Jahren das Friedhofsgelände eingeebnet, zu 60 Prozent versiegelt und als Parkplatz zweckentfremdet. 106 Grabsteine (die ältesten aus dem 17. Jahrhundert) wurden auf den neuen jüdischen Friedhof verbracht. Das Friedhofsgrundstück blieb jedoch unbebaut. Am Grundstück ist seit einigen Jahren die Aufstellung eines Gedenksteines geplant, jedoch noch nicht verwirklicht. 
    
Seit 2009 bestehen konkrete Pläne für eine würdige Herrichtung des alten Friedhofsgrundstückes (siehe nachstehender Artikel)

August 2009: Pläne für ein Ende der jahrzehntelangen Schändung des alten Friedhofes  
Schmalkalden Friedhof PA 0809.jpg (177859 Byte) Artikel von Heide Sobotka in der "Jüdischen Allgemeinen" vom 20. August 2009 mit Foto von Wolfgang Benkert: 'Auch : "Auf ewig. Schmalkalden. Landesgemeinde unterstützt Sanierung des jüdischen Friedhofs. Viel ist von den rund 640 Jahren jüdischen Lebens im thüringischen Schmalkalden nicht übrig geblieben. Nur das alte Schulhaus mit Mikwe an der Nährstiller Straße 3 und der angrenzende jüdische Friedhof, der schon zu DDR-Zeiten asphaltiert wurde und nicht mehr als Grabstätte zu erkennen war. Das Haus ist unansehnlich geworden. Bis vor einigen Jahren war es noch bewohnt. Vor Kurzem zog die letzte Mieterin aus.  
Die Stadt am Südwesthang des Thüringer Waldes hatte nun ein Problemeckchen mehr. Das soll jetzt beseitigt werden. Die Asphaltdecke wurde bereits im Juni beseitigt. 13.000 Euro bewilligte der Stadtrat dafür. Allerdings nicht einstimmig, wie der parteilose Bürgermeister Thomas Kaminski feststellt. 'Nicht alle Stadträte waren der Meinung, dass wir das machen sollten, doch ich denke, es war ein wichtiges Zeichen vonseiten der Stadt', sagte der Bürgermeister.   
Das erkennt auch der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, Wolfgang Nossen. Seit Jahren verhandelt Nossen mit Schmalkalder Bürgermeistern vor allem über den Friedhof, der in den 60er-Jahren zu 60 Prozent versiegelt wurde und als Parkplatz für einen Supermarkt diente. 'Kaminski war für mein Argument, dass doch wohl keiner wolle, dass auf den Gräbern der Angehörigen Autos parkten, aufgeschlossen.' Als der junge Bürgermeister vorschlug, dass man die alte Schule und dort ein Jüdisches Museum einrichten könne, war Nossen einverstanden. 'Finanzieren können wir das allerdings nicht', betont der Landesvorsitzende. Von den vorsichtige geschätzten 500.000 Euro wolle die Gemeinde zehn Prozent übernehmen. Man müsse überlegen, ob nicht Gelder aus dem Konjunkturprogramm oder aus der Städtebauförderung beantragt werden könnten.  
Ab September soll ein Architekt eine Bestandsaufnahme für die Sanierung erstellen. Auf die Grünfläche, in deren Mitte eine 700 Jahre alte Eiche steht, möchte Nossen zehn bis 15 alte Grabsteine der ursprünglich 128 Steine zurückbringen lassen, die bei der Versiegelung des Grundes 1962 auf den neuen Friedhof im Eichelbach umgesetzt worden waren. 'Der Ort soll schließlich auch eine gewisse Würde ausstrahlen', sagt Nossen. Mit ersten Planungen rechnet er erst für 2010." 
Der Artikel wurde von Jürgen Hanke, Kronach zugesandt. 

    
    
Der neue Friedhof     

Der neue jüdische Friedhof wurde nach 1895 angelegt und 1897/98 erstmals belegt. Die Belegung des Friedhofes erfolgte in den folgenden Jahrzehnten in vier Reihen. Es wurden insgesamt 58 Grabstätten angelegt. Die letzten vier Beisetzungen waren im Zeitraum zwischen November 1938 und September 1941 (Willi Meier, gest. 24. September 1941 war der letzte Beigesetzte). Dieser neue Friedhof umfasst eine Fläche von 38,77 ar. Ein Denkmal im unteren Teil des Friedhofes erinnert daran, dass die Steine des alten Friedhofes (s.o.) hierher verbracht wurden. Der Friedhof wurde 1988 nach einigen Jahrzehnten der Verwahrlosung instandgesetzt; seitdem ist auch ein neues Eingangstor vorhanden.   
  
  
Lage der Friedhöfe:         
   
Alter Friedhof: Hinter dem Haus Näherstiller Straße 3 (ehemalige jüdisches Schulhaus), vom "Festplatz" zugänglich. 
Neuer Friedhof: Am Eichelbach unmittelbar neben/unterhalb des kommunalen Friedhofes.   
   
   
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 14.8.2005)   

Der alte Friedhof   Schmalkalden Friedhof a100.jpg (89545 Byte) Schmalkalden Friedhof a101.jpg (84800 Byte)
   Blick über das (eingeebnete) Gelände 
des alten Friedhofes  
Die alte Eiche
   
         
Der neue Friedhof   Schmalkalden Friedhof 106.jpg (87829 Byte) Schmalkalden Friedhof 108.jpg (86021 Byte)
   Das Eingangstor   Denkmal mit Hinweis auf die vom 
alten Friedhof umgesetzten Steine 
  
        
Schmalkalden Friedhof 105.jpg (79769 Byte) Schmalkalden Friedhof 103.jpg (84582 Byte) Schmalkalden Friedhof 104.jpg (81832 Byte)
Grabsteinreihen mit den umgesetzten Steinen vom alten Friedhof  
 
Schmalkalden Friedhof 101.jpg (85984 Byte) Schmalkalden Friedhof 102.jpg (86526 Byte) Schmalkalden Friedhof 100.jpg (92626 Byte)
   Gräber des neuen Friedhofes  
   
Schmalkalden Friedhof 107.jpg (94279 Byte) Schmalkalden Friedhof 140.jpg (63604 Byte)    
Grabstein für Emma Hahn 
geb. Mandel (1867-1927)  
Danksagung aus dem Schmalkalder
 Tageblatt Br. 271 vom 18.11.1895
 anlässlich der Beisetzung von 
Emanuel Blüth (1845-1895)  
    
 
       

    
    

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Schmalkalden  
Zur Seite über die Synagoge in Schmalkalden (interner Link)  

Literatur:  

Kurt Pappenheim. Die jüdische Gemeinde Schmalkalden und ihr Ende im Holocaust. Band 4 der von Hans Nothnagel herausgegebenen Reihe: Juden in Südthüringen - geschützt und gejagt. Eine Sammlung jüdischer Lokalchroniken in sechs Bänden. Verlag Buchhaus Suhl. Informationen bei www.juden-in-suedthueringen.de/Index.html 
Dagmar Günther/Wieland Otto/Ute Simon: Dokumentation Jüdischer Friedhof Eichelbach. Erstellt im Auftrag des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege Erfurt. 1995-1997 (unveröffentlicht).  
Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer. Berlin 1992.   
Israel Schwierz: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de) 2007. Zum Download der Dokumentation (interner Link). S. 233-238.    

              

                

                   
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Stand: 14. Mai 2013