Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zur Übersicht über die jüdischen Friedhöfe im Saarland  
    

Tholey (Kreis St. Wendel) 
Jüdischer Friedhof 
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde        
      
Siehe Seite zur Synagoge in Tholey (interner Link) 
       
 
      
Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes      
      
Der jüdische Friedhof in Tholey wurde möglicherweise noch Ende des 18. Jahrhunderts, spätestens nach 1800 angelegt und bis in die 1930er-Jahre belegt. Zwischen 1935 und 1945 wurde er weitgehend zerstört.
      
Auf dem Friedhof ließ Dr. Walter Sender (siehe unten) nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Die Inschrift lautet:
"Zum Andenken an die aus hiesiger Gemeinde 1933-1945 Deportierten Emilie Kahn geb. Katz   Moses Isaak und Frau Bertha geb. Katz   Veronika und Helena Isaak   Max Götz und Frau Rosa geb. Hirsch   Kinder Anny und Margot Götz   Emma Bär geb. Löb   Julius Bär mit Frau und Kind   Frau Brünette Aach geb. Sender - alle aus Tholey".
     
     
Aus der Geschichte des Friedhofes
Schändung des Friedhofes 1876           

Tholey Israelit 02081876.jpg (49354 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. August 1876: "Lippstadt. In Lippstadt sind am 4. vorigen Monats abermals vier Grabsteine auf dem jüdischen Friedhof teilw beschädigt, teils zertrümmert worden. Nach Aussage eines Sachkundigen hat das Frevelwerk nur vermittels eines schweren Instrumentes von starker Hand ausgeführt werden können. Die jüdischen Friedhöfe in Werl, Ahlen, Bonn, Tholey u.a.m. wurden in neuerer Zeit auf ähnliche Weise wie in Lippstadt geschändet. Das sind die Früchte der bekannten Hetzschriften gegen die Juden."

      
      
Hinweis zu einer Dokumentation des Friedhofes
 

Epidat logo.jpg (7648 Byte)Das Salomon-Ludwig-Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte in Duisburg hat den Auftrag erhalten, alle jüdischen Friedhöfe des Saarlandes bildlich-textlich zu dokumentieren und vergleichend zu erforschen. Das Saarland zählt 16 Friedhöfe, darunter einige, die mehrere Jahrhunderte alt sind. Ihre Gefährdung durch die schnell fortschreitende Verwitterung der tonigen Sandsteine des 19. Jahrhunderts macht die Erarbeitung einer Zweitüberlieferung höchst dringlich. Die Ergebnisse der Arbeit werden auch im Internet zugänglich gemacht.  
Die Dokumentation zum jüdischen Friedhof in Tholey ist fertig erstellt: Link zur Dokumentation des Friedhofes Tholey           

   
   
Erinnerung an Walter Sender (1885-1961): der Walter-Sender-Platz vor dem Friedhof       
Anmerkung: in der Umgebung von St. Wendel gibt es mehrere "Orte gegen das Vergessen", die an die Geschichte jüdischer Personen im St. Wendeler Land erinnern sollen. Die Plätze tragen die Namen von Personen, die Opfer der Verfolgung geworden sind. Der Platz vor dem jüdischen Friedhof in Tholey ist nach Walter Sender benannt.     

Eine Gedenktafel am jüdischen Friedhof erinnert an Walter Sender   
Tholey Walter-Sender-Platz Tafel 01.jpg (230257 Byte)Aus der Inschrift der Gedenktafel: "Walter-Sender-Platz. Der am 10. Mai 1885 in Tholey geborene Walter Sender arbeitete nach dem Ende des 1. Weltkrieges als Rechtsanwalt und begann seine politische Tätigkeit als Sozialdemokrat. Bereits 1925 warnte er vor dem Nationalsozialismus. Nach der Saarabstimmung am 13. Januar 1935 flüchtete er mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Frankreich. Bis zum Kriegsausbruch konnte er in Paris arbeiten. Nach dem Einmarsch der deutschen Truppen versteckte er sich in den Bergen Südfrankreichs. Nur so konnte er als Jude der Verfolgung durch deutsche und französische Faschisten entgehen. Dr. Walter Sender ließ nach 1945 einen Gedenkstein für die Ermordeten der Synagogengemeinde Tholey errichten. Er starb am 29. August 1961 in Luzern." 
(Foto der Gedenktafel von Stefan Haas)      

   
   
   
Die Lage des Friedhofes
    
   
auf einer Anhöhe "Vor dem Varuswald" rechts im Wald an der Straße nach Theley (ausgeschildert zu "Kriegsgräberstätte", da die nicht belegte Fläche des jüdischen Friedhofes mit sowjetischen Zwangsarbeitern/-arbeiterinnen belegt wurde).  
   
   
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)  
   

Größere Kartenansicht   
    
    
Fotos   

Der Friedhof im Herbst 2004 
(Fotos: Hahn, 
Aufnahmedatum 5.11.2004)
Tholey Friedhof 206.jpg (73269 Byte) Tholey Friedhof 201.jpg (70253 Byte)
  Eingangstor zum Friedhof Teilansicht
      
Tholey Friedhof 205.jpg (67296 Byte) Tholey Friedhof 202.jpg (62118 Byte) Tholey Friedhof 200.jpg (70716 Byte)
    "Segnende Hände" der Kohanim Grabstein Familie Joseph
     
Tholey Friedhof 207.jpg (65026 Byte) Tholey Friedhof 820.jpg (269966 Byte)  Tholey Friedhof 203.jpg (61147 Byte)
Symbol der Palme Grabstein Albert und Sara Sender 
(Foto: Stefan Haas, 2012) 
 Gedenkstein für die aus Tholey in der
  NS-Zeit ermordeten Juden (Inschrift s.o.)
   
      
     
Der Friedhof im Sommer 2011 
(Fotos: Bärbel Theis, 
Aufnahmedatum: 16.7.2011)
Tholey Juli2011 140.jpg (534050 Byte) Tholey Juli2011 209.jpg (559273 Byte)
  Am Eingangstor zum Friedhof
     
Tholey Juli2011 176.jpg (483212 Byte) Tholey Juli2011 180.jpg (526346 Byte) Tholey Juli2011 142.jpg (562606 Byte)
Ansichten des Friedhofes - alle Aufnahmen sind in höherer Auflösung eingestellt
     

   
    

Links und Literatur

Website Gemeinde Tholey  
Infoseite zur Synagogengemeinde Saar (externer Link) 
Fotos zum jüdischen Friedhof in Tholey auch in der Website von Stefan Haas  
http://www.blitzlichtkabinett.de/lost-places/friedhofs-fotografie/friedhöfe-im-saarland/    

Literatur:  

Bodo Bost: Die Juden in Tholey. In: Michael Landau (Hrsg.): Damit es nicht vergessen wird. Beiträge zur Geschichte der Synagogengemeinden des Kreises St. Wendel. 1988 S. 65-83.

  
   

                    
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Stand: 23. Januar 2016