Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Weissenfels 15052013 049AA.jpg (71574 Byte) Weissenfels (Burgenlandkreis) 
Jüdische Geschichte / Jüdischer Friedhof  
  

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Weißenfels  
Texte zur jüdischen Geschichte in Weißenfels    
Fotos zur jüdischen Geschichte in Weißenfels  
Zur Geschichte des jüdischen Friedhofes  
Fotos des Friedhofes 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde in Weißenfels      
   
In Weißenfels bestand eine jüdische Gemeinde im Mittelalter und im 19./20. Jahrhundert.  
 
Eine möglicherweise  relativ große jüdische Gemeinde bestand in der Stadt bereits im Mittelalter, die durch die Judenverfolgungen in der Pestzeit 1349 zerstört worden ist. An der Nordseite der Marienkirche der Stadt erinnert daran bis heute eine Inschrift von ca. 1350: "...flagellatores fuerunt et iudei cremati sunt..." ("Geißler sind da gewesen und die Juden verbrannt worden"). Außer dieser Inschrift gibt es freilich keine urkundlichen Belege über eine jüdische Gemeinde in Weißenfels vor 1349/50, obwohl vermutet wird, dass bereits seit der Mitte des 11. Jahrhunderts jüdische Familien unterhalb des Schlosses in Weißenfels gelebt haben. Nach der Stadtgründung Ende des 12. Jahrhunderts wohnten dann Juden sehr wahrscheinlich innerhalb der Stadtmauern. Die Bedeutung der mittelalterlichen jüdischen Gemeinde dürfte bereits über die "Jüdenstraße" deutlich sein,  die bis heute wichtigste Straße in der Altstadt (Haupteinkaufsstraße / Fußgängerzone). 
   
1364 wurden zwei Juden eine Aufenthaltserlaubnis für Weißenfels erteilt, der erste sichere Beleg für eine jüdische Ansiedlung in der Stadt. Um 1385 gab es vermutlich (wieder) eine Synagoge in der Stadt. 1433 wurden die Juden im Zusammenhang mit den Hussitenkriegen ausgewiesen. Ihnen wurde vorgeworfen, mit den Hussiten gemeinsame Sache gemacht zu haben. 
 
In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts gab es zeitweise "Hofjuden" in der Residenzstadt Weißenfels.    
  
Im 19./20. Jahrhundert hatte die seit den 1860er-Jahren wieder  entstehende und 1884 begründete jüdische Gemeinde einen Betraum auf dem Grundstück Nordstraße 14 eingerichtet (Hintergebäude). Ende des 19. Jahrhunderts gab es in der Stadt etwa 25 Geschäfte / Gewerbebetriebe, die jüdischen Personen gehörten. 1895 wurden 90 jüdische Einwohner gezählt. Juden waren als Kaufleute, Vieh- und Pferdehändler sowie als Handwerker tätig. An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Betraum (seit der Zeit kurz vor dem Ersten Weltkrieg) im Hinterhaus der Nordstraße 14. Seit 1899 war auch eine kleine Religionsschule vorhanden. Die Gemeinde hatte einen Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter tätig war.  
  
Als langjähriger Lehrer und Vorbeter war Nathan Heß tätig, der 1922 gestorben ist (Grab im jüdischen Friedhof der Stadt, siehe unten). Sein Nachfolger war Simon Rau, der Ende 1939 noch aus Weißenfels mit seiner Familie über Holland in die USA emigrieren konnte. Dabei konnte er auch eine der beiden (von der Gestapo zunächst beschlagnahmten) Torarollen mitnehmen.  
  
Bis Anfang der 1930er-Jahre gehörten zu den in der Stadt bekannten und geschätzten jüdischen Bewohnern der Arzt Dr. Hermann Levi. 
  
1933 gehörten 165 Personen der jüdischen Gemeinde in Weißenfels an. Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts sind alsbald mehrere jüdische Familien von Weißenfels weggezogen. Die "Jüdenstraße" wurde bereits 1933 in "Adolf-Hitler-Straße" umbenannt.  Bereits 1933 wurde der Arzt Dr. Hermann Levi* von Nationalsozialisten geschlagen und misshandelt, worauf er sich entschied, mit seiner Familie nach Palästina zu emigrieren (gestorben 1939). Beim Novemberpogrom 1938 wurde der Betraum der Gemeinde verwüstet und Wohnungen jüdischer Familien demoliert. 1939 wurden nur noch 40 jüdische Einwohner gezählt. 
      
      
*Dr. Hermann Levi: Sein in Weißenfels am 6. Mai 1910 geborener Sohn Ernst Levi hat in Freiburg, Göttingen und Berlin Mathematik, Naturwissenschaft und Jura studiert. Er wurde 1933 an der Juristischen Fakultät der Friedrich-Wilhelms-Universität (heute: Humboldt-Universität in Berlin) promoviert. In Israel nannte er sich Benjamin nannte, war zunächst als Amtsrichter tätig, 1948 Präsident des Jerusalemer Distriktsgerichts und 1963 Mitglied des Obersten Gerichtshofes. Er war neben Mosche Landau und Itzchak Raven dritter Richter im Eichmann-Prozess. Von 1969 bis 1981 war Dr. Halevi Abgeordneter der Knesset, zuletzt als Vizepräsident. Nach ihm ist in Weißenfels eine Straße benannt (Dr. Benjamin HaLevi-Straße). 
 
Nach den Deportationen in der NS-Zeit sind von den in Weißenfels geborenen oder längere Zeit hier wohnhaften jüdischen Personen 66 umgekommen beziehungsweise wurden ermordet. Siehe die Nachweise über im Gedenkbuch des Bundesarchives:  http://www.bundesarchiv.de/gedenkbuch/directory.html.de.    
  
  
  
Hinweise: Ein Stadtrundgang zum Thema "Jüdisches Leben in Weißenfels" kann über die Touristinformation der Stadt gebucht werden: Dauer 1,5 Stunden 
Buchung unter Touristinformation Weißenfels  Tel.: 03443 / 307070. Preis 55,00 € (1-20 Personen; Feiertagszuschlag von 7,50 €).  
 
In Weißenfels ist der Verein  "Simon Rau-Zentrum e.V." seit April 2008 engagiert tätig in der Erinnerungsarbeit. Der Verein ist nach dem ehemaligen Lehrer und Kantor der jüdischen Gemeinde in Weißenfels benannt.  Vorsitzender: Enrico Kabisch.  Auf Initiative des Vereins wurde 2010 in der Stadt das Projekt Geschichtspfad umgesetzt. Gleichfalls wurden "Stolpersteine" in der Stadt verlegt (bis Juni 2014 über 20 Stolpersteine).  
Link zum Simon Rau-Zentrum: http://simonrauzentrum.wordpress.com/   
 
    
    
    
Texte zur jüdischen Geschichte in Weißenfels      
Die ersten in Weißenfels zugezogenen Familien suchen einen jüdischen Lehrer und Schächter (1863/64)     

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. November 1863: "Unterzeichneter sucht einen unverheirateten Religionslehrer und Schächter mit einem Gehalt bis 100 Thaler, freier Wohnung und Tisch. Darauf Reflektierende belieben bei frankierter Einsendung ihrer Zeugnisse sich zu wenden an 
Weißenfels, den 12. November 1863. D. PInner."        
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Dezember 1864: "Die Stelle eines unverheirateten gebildeten Lehrers und Schächters ist zum 1. Mai 1865 für drei Familien bei einem Gehalte von 100-120 Thaler pro anno nebst freier Wohnung und Kost und einigen Nebeneinkünften vakant. - 
Qualifizierte und darauf Reflektierende belieben bei frankierter Einsendung ihrer Zeugnisse sich zu wenden an   
Weißenfels   D. Pinner
."      

      
Anzeige des Herren-Garderobe-Geschäftes M. R. Gery, Weissenfels (1884)      

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 29. Januar 1884:  "Lehrling
Ein junger Mann achtbarer Eltern, mit den nötigen Schulkenntnissen, kann in mein 
Herren-Garderoben-Geschäft,
wenn auch sofort, Stellung finden.  
M. R. Gevy, Weissenfels.
"     

    
Ergebnis der Volkszählung 1895: In Weißenfels leben 90 jüdische Einwohner (1897)     

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Februar 1897: "Weißenfels, 7. Februar (1896). Nach der endgültigen Feststellung der Volkszählung vom 1. Dezember 1895 wohnen in der Provinz Sachsen unter 2.698.549 Einwohnern 7.850 Juden, und zwar im Regierungsbezirk Magdeburg 4.066, Merseburg 1.808 und Erfurt 1.976. Für die größeren Städte über 20.000 Einwohner stellt sich die Zahl der Juden folgendermaßen: Magdeburg unter 215.000 Einwohner - 2006 Juden, Halle 116.000 Einwohner - 1.046 Juden, Erfurt 80.000 Einwohner - 768 Juden, Halberstadt 42.000 Einwohner - 780 Juden, Mühlhausen 30.000 Einwohner - 220 Juden, Nordhausen 27.500 Einwohner - 489 Juden, Weißenfels 26.000 Einwohner - 90 Juden, Zeitz 25.000 Einwohner - 44 Juden, Aschersleben 24.000 Einwohner - 157 Juden, Eisleben 23.000 Einwohner - 130 Juden, Quedlinburg 22.000 Einwohner - 89 Juden, Naumburg 21.000 Einwohner - 16 Juden, Stendal 21.000 Einwohner - 100 Juden. - Der medizinische Verein in Jena hatte am schwarzen Brett seine Statuten angeschlagen, in denen der Passus enthalten war: 'Wir nehmen nicht auf Angehörige der mosaischen Religion.' Der derzeitige Prorektor, Professor Dr. Linck, ließ den Anschlag abnehmen. Nunmehr schlug der medizinische Verein an: 'Wir nehmen auf christliche Studenten deutscher Nation'. Auch dieser Anschlag wurde entfernt. Auf eingelegte Beschwerde des medizinischen Vereins an das Staatsministeriums wurde er von diesem an den akademischen Senat verwiesen. Dieser erklärt sich für unzuständig, im übrigen aber mit den Maßnahmen des Prorektors einverstanden. Der medizinische Verein will sich jetzt beschwerend an das Staatsministerium wenden."          


Ein aus der Religionsgemeinschaft ausgetretener Vater muss trotz Konfessionslosigkeit seine Kinder in den Religionsunterricht schicken (1894)    
Anmerkung: Ob es sich um einen aus der jüdischen Religionsgemeinschaft ausgetretenen Vater handelt, wird nicht gesagt. Da der Artikel in der jüdischen Zeitung "Der Israelit" erschien, könnte dies jedoch durchaus so sein.     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. August 1894: "Halle an der Saale, 12. August (1894). Ein Einwohner von Weißenfels, der aus der Religionsgemeinschaft ausgeschieden ist, wurde auf Antrag der Schulbehörde von der Polizeiverwaltung aufgefordert, seinem Sohne Religionsbücher zu kaufen, wogegen der Mann unter Berufung auf seine Konfessionslosigkeit Einspruch erhob und die Dispensation seiner Kinder vom Religionsunterricht verlangte. Der Kreisschulinspektor wie die Königliche Regierung zu Merseburg wiesen den Antrag zurück. Eine Dispensation könne erst dann eintreten, wenn der Nachweis erbracht sei, dass für den religiösen Unterricht anderweitig in ausreichender Weise gesorgt sei. Der Mann führte hierauf Beschwerde beim Kultusminister auf Grund des Artikels 12 der Preußischen Verfassung unter Berufung auf eine Erkenntnis des Landgerichts Halle. Der ihm gewordene Ministerialbescheid besagt aber, dass das Kammergericht in seinem Urteile vom 17. April vorigen Jahres zu dem schon früher ausgesprochenen Grundsatze zurückgekehrt sei, dass schulpflichtige Kinder ohne Rücksicht darauf, ob ihre Eltern der Kirche angehören oder nicht, also auch Kinder von Dissidenten, in einer Religion nach den Gesetzen des Landes erzogen werden müssen."     

    
    
    
Fotos zur jüdischen Geschichte in Weißenfels 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 15.5.2013)   

Inschrift an der Nordseite 
der Marienkirche 
(Foto: Touristinformation Weißenfels)  
Weissenfels Marienkirche Inschrift 010.jpg (14258 Byte)
  Die Inschrift von ca. 1350 bezeugt die Verbrennung der Juden der Stadt während der 
Judenverfolgung in der Pestzeit 
     

Seit April 2010 besteht ein "Geschichtspfad für Weißenfels", der die Geschichte der Stadt in der NS-Zeit darstellt. Der Geschichtspfad beschreibt an acht Standorten die Herrschaftspraxis der NS-Machthaber und die Entrechtung, Verfolgung und Vertreibung jüdischer Einwohner. Ebenso werden Ereignisse und Personen vorgestellt, die durch den Widerstand gegen und durch die Verfolgung der Nationalsozialisten hervorgetreten sind.    

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Die Tafel des "Geschichtspfades für Weißenfels" am Eingang der "Jüdenstraße'". In der Mitte Fotos von ehemaligen
 jüdischen Geschäften der Stadt. 
     
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 Straßenschild "Jüdenstraße"  Die auf das Mittelalter zurückgehende "Jüdenstraße" ist heute wichtigste Straße der Altstadt   
     
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Gebäude Nordstraße 14 mit Hinweistafel: ,In diesem Grundstück befand sich bis zur Zerstörung durch die Faschisten am 9. November 1938 der Gebetsraum der Jüdischen Gemeinde Weissenfels". Eine Tafel des Geschichtspfades für Weissenfels war hier gleichfalls vorhanden. Sie wurde jedoch bereits wenige Tage nach Eröffnung des Geschichtspfades im April 2010 zerstört. Das Gebäude steht bis heute im Hintergebäude zur Nordstraße 14 (Foto rechts aus einem Artikel in der "Jüdischen Allgemeinen", siehe unten). Der Lehrer und Kantor (zuletzt Simon Rau) wohnte im Vordergebäude der Nordstraße 14 und hatte von seiner Wohnung aus einen direkten Zugang zum Betraum.           
        
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Eine weitere Station des Geschichtspfades zur jüdischen Geschichte ist das Gebäude Schillerstraße 15, wo sich im Hinterhaus seit 1906 die Schuhfabrik der jüdisch-christlichen Familie Murr befand. 1935 stellte Friedrich Murr dem jüdischen Jugendbund von Weißenfels einen Raum auf seinem Fabrikgelände zur Verfügung. Nach der Zerstörung der Synagoge in der Nordstraße beim Novemberpogrom 1938 fanden auch das jüdische Gemeindeleben und die Gottesdienste in der Schillerstraße statt. Emma Murr wurde 1940 in das KZ Ravensbrück deportiert, 1942 in die "Euthanasie"-Anstalt Bernburg bei Dessau, wo sie ermordet wurde. Rudolf Murr wurde im April 1941 im KZ Neuengamme ermordet.  Die Tochter Rosel Schramm geb. Murr überlebte die NS-Zeit in einem Versteck auf dem Eisberg bei Weißenfels auf Grund ihrer "Mischehe" mit einem nichtjüdischen Ehepartner. Ihr Sohn Prof. Reinhard Schramm ist bis heute engagiert in der Erinnerungsarbeit der Stadt tätig.     
     
 Erinnerungen an die Familie 
von Dr. Levi 
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   Im Haus Merseburger Straße 12 war die
 Wohnung des Arztes Dr. Hermann Levi
  
Straßenschild - benannt nach dem Sohn 
von Dr. Hermann Levi: 
"Dr. Benjamin HaLevi-Straße" 

   
   
   
Zur Geschichte des Friedhofes   
   
 
Der jüdische Friedhof in Weißenfels ist ein Teil des allgemeinen städtischen Friedhofes. Das Grundstück zu seiner Anlage wurde 1883 von der jüdischen Gemeinde erworben. Noch im selben Jahr fand die erste Beisetzung statt. Es sind 58 Grabsteine erhalten, die 1987 teilweise als Kopien der alten Steine aufgestellt wurden. Diese waren stark verwittert; die hebräischen und deutschen Inschriften wurden übertragen. 

Auf dem städtischen Friedhof (erster Weg rechts hinter der Hauptkapelle) wurde auch die Asche von 229 russischen und ungarischen Juden beigesetzt, die im KZ Buchenwald umgekommen sind und im Krematorium Weißenfels verbrannt wurden. 1945 wurde für sie ein Mahnmal aufgestellt, auf dem auch die Namen von 24 Weißenfelser Juden eingetragen sind, die in der NS-Zeit ermordet wurden. 
   
   
Lage des Friedhofes    
  
Der Friedhof liegt innerhalb des städtischen Friedhofes an der Friedensstraße.   

Lage des jüdischen Friedhofes in Weißenfels auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über 
das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof" 
(der jüdische Friedhof ist nicht separat eingetragen). 

    
    
    

Fotos des Friedhofes   
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 15.5.2013)    

 Gesamt- und Teilansichten 
des Friedhofes
 
Weissenfels 15052013 061.jpg (188541 Byte)  Weissenfels 15052013 027.jpg (202537 Byte)
  Das Foto in höherer Auflösung   Das Foto in höherer Auflösung 
     
  Weissenfels 15052013 038.jpg (200607 Byte) Weissenfels 15052013 050.jpg (199135 Byte)
   Das Foto in höherer Auflösung   Das Foto in höherer Auflösung  
     
Die einzelnen Grabsteine      
Weissenfels 15052013 004A.jpg (91730 Byte) Weissenfels 15052013 004B.jpg (83748 Byte) Weissenfels 15052013 005.jpg (179936 Byte)
Kindergrabstein für Gertrud Joske
 (6.2.1884 - 30.7.1892) und Fritz Joske 
(23.4.1888 - 3.8.1892) 
Grabstein für Ludwig Hirschberg 
(24.2.1868 - 19.7.1892) und Julius Hirschberg 
(17.7.1825 - 7.3.1893) 
Zwei durch Verwitterung fast 
unlesbar gewordene Grabsteine  

  
     
Weissenfels 15052013 006.jpg (177773 Byte) Weissenfels 15052013 010A.jpg (69488 Byte) Weissenfels 15052013 010B.jpg (73263 Byte)
Grabstein rechts verwittert; Grabstein links 
für Amalie Schwarz geb. Hirschberg 
(10.3.18.. - 30.3.1886) 
Grabstein für Abraham Hirschberg 
(13.12.1858 - 4.1.1898)  
  
Grabstein für Louis Löwenheim (22.4.1819 -
 11.6.1899) und Johanne Löwenheim 
geb. Märker (6.1.1825 - 2.9.1899)  
     
Weissenfels 15052013 011A.jpg (67693 Byte) Weissenfels 15052013 011B.jpg (83523 Byte) Weissenfels 15052013 011C.jpg (87096 Byte)
Grabstein für Gustav Daniel 
(4.8.1846 - 18.7.1898) 
Grabstein für Anna ...sohn geb. ...
( ); durch Verwitterung fast unlesbar  
Grabstein für Löb Schloss  
(10.11.1823 - 10.12.1895)  
     
Weissenfels 15052013 012A.jpg (92652 Byte) Weissenfels 15052013 012B.jpg (83662 Byte) Weissenfels 15052013 013.jpg (104148 Byte)
Grabstein für Louis Zuckerberg 
(26.6.1849 - 19.7.1903)  
Grabstein für Philipp Cohn 
(27.10.1845 - 15.3.1901)  
Durch Verwitterung kaum 
lesbarer (Kinder-)Grabstein  
     
Weissenfels 15052013 014A.jpg (104304 Byte) Weissenfels 15052013 014B.jpg (106892 Byte) Weissenfels 15052013 015.jpg (87508 Byte)
Grabstein für Johannes Friedländer 
(1.7.1876 - 15.3.1907)  
Grabstein für David Zotstein 
(1.11.1855 - 11.2.1904)  
Grabstein für Friederike Hirschberg geb.
 Schlesinger (10.5.1828 - 22.8.1903)  
     
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Grabstein für Luzie Kamp geb. Kirschstein
 (2.3.1888 - 12.8.1918)  
Grabstein für Georg Mendelsohn 
(20.10.1865 - 16.4.1918)  
Grabstein für Flora Cohn geb. Salinger 
(25.8.1848 - 11.12.1911)   
     
Weissenfels 15052013 018B.jpg (76177 Byte) Weissenfels 15052013 019.jpg (103917 Byte) Weissenfels 15052013 020.jpg (125930 Byte) Weissenfels 15052013 023.jpg (110335 Byte)
Grabstein für Anna Kirschstein geb. 
Kersten (31.12.1863 - 30.12.1907)  
Grabstein für Paul Scheyer  
Vorder- und Rückseite 
Grabstein für Bernhard Ludwig Reyersbach
 (13.8.1843 - 10.11.1921)  
     
Weissenfels 15052013 024.jpg (127472 Byte) Weissenfels 15052013 025.jpg (104933 Byte) Weissenfels 15052013 026.jpg (131199 Byte)
Grabstein für Kasriel Kallmann 
(21.1.1861 - 3.1.1921)  
  
Grabstein für Max Zotstein (27.5.1901 - 14.12.1919) und Ernestine Zotstein 
(1859-1937) (siehe Pressebericht unten
Unlesbarer Grabstein -
 ohne Inschriftenplatte  
 
     
Weissenfels 15052013 028.jpg (131084 Byte) Weissenfels 15052013 029.jpg (122264 Byte) Weissenfels 15052013 030.jpg (178663 Byte)
Grabstein für den langjährigen Kultusbeamten
 (Lehrer, Kantor) Nathan Hess 
(31.12.1859 - 7.3.1922)  
Grabstein für Max Joske
 (3.3.1885 - 26.9.1922)  
  
Grabstein für Mathilde Joske geb. 
Löwenheim (2.11.1856 - 29.8.1931) und 
Emil Joske (1.9.1855 - 3.12.1933) 
     
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Grabstein für Lene Tasselkraut geb. 
Zellner (12.11.1875 - 16.9.1924)  
Grabstein für Georg Creutzberger 
(4.2.1853 - 13.2.1924)  
Grabstein für Aron Scheyer
 (9.9.1848 - 24.8.1923) 
     
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Grabstein für Regina Schloss geb. Rosenbaum
 (27.7.184. - 21.2.1927) und Karl Schloss
 (17.4.1853 - 3.11.1933)  
Grabstein für Richard Gumpel 
(13.4.1859 - 14.2.1926)  
  
Grabstein für Nathan Hofmann 
(30.6.1855 - 29.12.1925) 
   
     
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Grabstein für Anna Marie Schwarzmann 
geb. Bornschein (3.6.1894 - 21.6.1925)  
Grabstein für Martin Scheyer 
(24.1.1883 - 4.2.1927)    
Grabstein für Sigmund Mire
 (11.1.1886 - 29.3.1928)  
     
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Grabstein für Karl Kessler 
(28.2.1879 - 2.7.1928)  
Grabstein für Adolf Gutmann 
(6.6.1866 - 14.2.1934)  
Grabstein für Marta Schlegel geb. Taitzka
 (23.12.1882 - 3.1.1931)  
     
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Grabstein für Nathan Karlick 
(12.10.1875 - 18.8.1930)   
Grabstein für Bernd Wolfson (2.6.1938 - 16.11.1944), Max Wolfson (11.2.1901 - 10.x.1936)  
und Lisbeth Wolfson (14.9.1904 - 22.11.1996) 
     
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Grabstein für Rosel Stichler geb. Murr 
(10.8.1908 - 23.6.1990)  
 Grabstein Foto rechts (vermutlich für Gräber Foto links) für Arthur Schloß 
(18.6.1882 - 29.5.1943) 
und Anna Schloß geb. Lützgendorf (12.9.1888 - 20.3.1969)  
  
     
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Grabsteine mit verwitterten
 Inschriftenplatten  
Grab (?) ohne Grabstein   
  
     

   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

November 2012 / Januar 2013Ausstellung und Veranstaltungen des "Simon-Rau-Zentrums"     
Pressemitteilung des Ministeriums für Justiz und Gleichstellung vom 9. November 2012 über "Weißenfelser Justiz im Nationalsozialismus im Fokus" mit Informationen zu einer Ausstellung und Rahmenprogramm: Link zur Pressemitteilung.    
 
Juli 2014: Für einen beschädigten "Stolperstein" sammeln Schüler den erforderlichen Betrag 
Artikel von Birger Zentner in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 1.7.2014: "Spontane Aktion in Weißenfels Schüler sammeln Geld für Stolperstein. 
Ein Stolperstein in Weißenfels ist beschädigt und braucht Ersatz: Siebtklässler der Christophorusschule reagieren spontan und sammeln Spenden in der Stadt... "  
Link zum Artikel      
Anmerkung: der für Isaak Fränkel gesetzte "Stolperstein" wird am 8. September 2014 neu verlegt, dazu werden auch Stolpersteine für die sieben Mitglieder der Familie Kamm in der Naumburger Straße und für die Familie Hofmann in der Merseburger Straße verlegt.  
 
August 2014: Nachkommen am Grab von Max Zotstein  
Artikel von Holger Zimmer in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 2. September 2014: "Israelischer DJ auf Spurensuche. Israeli besucht Friedhof und legt beim Schlossfest auf.  
15 Jahre nach seinem Großvater kommt Snir Markus nach Weißenfels und legt im Schloss bei einer Disco auf. Der DJ aus Israel verbindet mit der Stadt vieles. Die Tante seines Großvaters lebte dort bis die Nazis sie deportierten und ermordeten..." 
Link zum Artikel       

 
   

Links und Literatur 

Links:     

Website der Stadt Weißenfels  
Link zum Simon Rau-Zentraum      
Presseartikel:   
- Artikel in der Mitteldeutschen Zeitung vom 18. Mai 2010: "Erinnerung an jüdische SchicksaleLink zum Artikel  (der Artikel informiert über den "Geschichtspfad")  
- Artikel von Reinhard Schramm: "Er stammte aus Weißenfels". Über Benjamin Halevi (Ernst Levi) - Richter im Eichmann-Prozess. Einzusehen über die Website von antifa.  
- Artikel von Carsten Dippel in der "Jüdischen Allgemeinen": "Überdauert im Hinterhof. Ein Verein möchte die alte Synagoge zum Begegnungszentrum machen".    Link zum Artikel.   
- Artikel von Reinhard Schramm in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 8. Juni 2011:  "Voreingenommen" seit der Kindheit. Vor 50 Jahren begann Prozess gegen Eichmann. Der Weißenfelser Halevi war einer der Richter..." Link zum Artikel.    
- Artikel in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 2. April 2013: "Familie Levi entkommt Terror..." Link zum Artikel    
- Artikel von Birger Zentner in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 28. Januar 2014: "Jahrelanges Puzzle ist nun gelöst. Zwei Handgriffe einer Thorarolle aus der jüdischen Synagoge Weißenfels sind jetzt - nach rund 75 Jahren - in die Stadt zurückgekehrt. Enrico Kabisch vom Simon-Rau-Zentrum kennt die wechselvolle Geschichte dieser beiden Gegenstände..."  Link zum Artikel     

Literatur:   

Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer. Berlin 1992. S. 208-209.    
Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. S. 658-659. 
Silke Künzel: Die Juden in Weißenfels von der Stadtgründung bis zum Jahre 1945. Teil 1 in "Weißenfelser Heimatbote" 3. Jahrgang 1994 S. 85-87; Teil 2 in ebd. S. 114-116; Teil 3 in ebd. 4. Jahrgang 1995 S. 53-56.   
Maike Lämmerhirt: Juden in den wettinischen Herrschaftsgebieten. Recht, Verwaltung und Wirtschaft im Spätmittelalter. Böhlau-Verlag Köln / Weimar / Wien. 2007. S. 37-40. 
Weissenfels Lit 020.jpg (24557 Byte)Reinhart Schramm: "Ich will leben..." Die Juden von Weißenfels. Böhlau-Verlag 2001. TB 194 S.  ISBN 13-978-3412127008.  
Zum Inhalt:  Auch in Weißenfels, einer kleinen mitteldeutschen Stadt, nahmen in der Zeit des Nationalsozialismus die Entrechtung und Isolierung, die Verfolgung und Vertreibung der jüdischen Mitbürger stetig zu und mündeten schließlich in die völlige Vernichtung der blühenden jüdischen Gemeinde. Anhand von Briefen, Fotos und Berichten von Zeitzeugen rekonstruiert dieses Buch das Schicksal der Weißenfelser Juden im 20. Jahrhundert. Im Mittelpunkt steht die Familie Murr, die eine Schuhfabrik am Ort besaß. Auch das Schicksal der wenigen Überlebenden nach dem Ende des Dritten Reiches wird erzählt. Die Geschichte der Stadt Weißenfels im Nationalsozialismus steht exemplarisch für viele andere deutsche Städte. An ihrem Beispiel zeigt sich die Herrschaftspraxis der Diktatur, in der die Angst und Hilflosigkeit der Opfer in bedrückender Weise auf die Machtbesessenheit, Skrupellosigkeit oder bürokratische Kälte der Täter prallte. Reinhard Schramm ist Professor an der Technischen Universität Ilmenau und Stellvertretender Vorsitzender der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen.  

         
     
      

                   
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Stand: 28. Oktober 2014