Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Weiterswiller (Weitersweiler) (Dep. Bas Rhin /Alsace / Unterelsass) 
Jüdische Geschichte / Synagoge / Synagogue 

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde          
    
In Weiterswiller bestand eine jüdische Gemeinde bis Anfang der 1920er-Jahre. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis um 1870 lebten etwa 25 jüdische Familien am Ort. Bei der Volkszählung am 15. November 1784 waren es bereits 24 Familien mit zusammen 94 Personen. 
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof, der 1825 an der Route de Weinbourg angelegt wurde. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Die Gemeinde gehörte zum Rabbinat von Buchsweiler (Bouxwiller). 
  
1808 mussten die jüdischen Familien feste Familiennamen annehmen (Liste der Namen und Familien: hier anklicken) und dazu eine Erklärung nach dem Schema abgeben: "Vor uns dem Maire der Gemeinde von Weiterswiller, Kanton von Lützelstein, Gemeinde Bezirk von Zabern, Departement des Niederrheins, hat sich dargestellt XXX..., welcher erklärt hat den Namen YYY... zum Familien-Namen, und zu Vornamen den von ZZZ... anzunehmen, und hat mit uns unterzeichnet den ersten November 1808". 
   
Nach 1870 ging die Zahl der jüdischen Einwohner stark zurück. 1900 wurden noch 65 jüdische Einwohner gezählt, 1910 nochmals 90, 1936 nur noch 9. 
  
Um 1925 hatte sich die Gemeinde aufgelöst. Die letzten jüdischen Einwohner wurden 1940 in das KZ Gurs nach Südfrankreich deportiert.   
  
Von den in Weiterswiller geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Nanette Amselle (1875), Berthe Gerst geb. Samuel (1881), Celestine Grosz geb. Haenel (1875), Nelly Haenel (1912), Simon Haenel (1877), Armand Jacob (1883), Lucien Jacob (1885), Sarah Jacob (1889), Paul Joseph (1888), Celine Lazare geb. Levy (1887), Berthe Meyer (1878), Kurt Meyer (1922), Joachim Schuler (Schüler, 1880), Henri Samuel (1888), Jacques Samuel (1880), Zelie Samuel (), Arthur Joseph Weill (1877), Blanche Weil geb. Jacob (1898).   
   
Anmerkung: die im Gedenkbuch des Bundesarchives genannten Personen, die in dieser Liste aufgenommen sind, stammen aus diesem Weitersweiler / Weiterwiller und nicht aus dem pfälzischen Weitersweiler.    
 
Nach 1945 lebten nur einzelne jüdische Personen am Ort. 1953 wurde ein jüdische Einwohner gezählt. Für die religiöse Betreuung jüdischer Einwohner in Weiterswiller war seit 1950 das Rabbinat Saverne zuständig. 
   
   
  
 
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
   
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Aus einer Spendenliste für wohltätige Zwecke (1890) 

Weitersweiler Israelit 07081890.jpg (36661 Byte)Liste in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 7. August 1890: "Weitersweiler, durch Cain Schüler II., do.: Fanni Samuel und Ungenannt je 4 M., Rachel Samuel 2 M. 80 Pf., Ungenannt 1 M. 60 Pf., Gutel Hänel 1 M. 35 Pf., Adèle Meyer 1 M. 23 Pf., Henriette Blum und Sara Strauß je 1 M. 20 Pf., Rosalie Levi 1 M. 11 Pf., Mirjam Strauß 1 M. 08 Pf., Blumle Levi, Sara Hänel, Nannette Joseph, Mathilde Hänel und Rosalie Hänel je 1 M., Elise Mayer 50 Pf., Spende des Abraham Samuel 1 M. Zusammen 26 M. 07 Pf. = 32 Frcs. 60 ct."   

     
     
     
Zur Geschichte der Synagoge 
    
Die Synagoge wurde nach Plänen des Distriktarchitekten Louis Fürst von Saverne erbaut und am 7. Oktober 1868 eingeweiht. Auf Grund der zurückgegangenen Zahl der Gemeindeglieder wurde die Synagoge nur bis 1923 genutzt. 
    
Da sich nach 1945 keine jüdische Gemeinde am Ort mehr bildete, wurde das Gebäude 1950 an Privatleute verkauft. Der Aron Hakodesch (Toraschrein) wurde nach Mommenheim verbracht und nach Schließung der dortigen Synagoge nach Straßburg. Seit 1996 steht das Gebäude unter Denkmalschutz, das heißt im "inventaire préliminaire des monuments historiques".  
   
   
Adresse/Standort der Synagoge12 de la rue principale, 67521 Weiterswiller 
  
  
Fotos
(neuere Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 31.5.2004) 

Rue de Juifs  Weiterswiller Synagogue 100.jpg (42304 Byte) Weiterswiller Synagogue 101.jpg (31566 Byte)    
   Durchgang von der Rue Principal 
in die Rue des Juifs
     Straßenschild innerhalb 
des Durchganges
        
     
Historische Ansicht 
der Synagoge 
Weitersweiler1.jpg (42069 Byte) Weitersweiler2.jpg (46871 Byte)
  Die Abbildung der historischen Karte von Weitersweiler wurde mit freundlicher Genehmigung 
von Frantisek Bányai aus der Website www.judaica.cz übernommen. 
     
Das Synagogengebäude 
in den 1980er-Jahren  
Weiterswiller Synagogue 270.jpg (34401 Byte)
  Foto aus den 1980er-Jahren 
(Quelle: Rothé / Warschawski S. 143)  
     
Weiterswiller Synagogue 102.jpg (52542 Byte) Weiterswiller Synagogue 103.jpg (41853 Byte) Weiterwiller Synagogue 104.jpg (53941 Byte)
Die ehemalige Synagoge 
von Südosten  
Der ehemalige Eingangsbereich 
an der Westseite  
Blick von 
Südwesten  

     
    

Links und Literatur  

Links:

Website von Françoise Schunck über die Gemeinde Weiterswiller mit  
Ausführliche Darstellung der jüdischen Geschichte von Weiterswiller
Website der Gemeinde Weiterswiller    
Französische Informationsseite zur Synagoge in Weiterswiller        
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Weiterswiller (Seite noch nicht erstellt, interner Link)  
Verzeichnis des Ministère de la culture: hier anklicken 

Literatur:    

Alsace Lit 010.jpg (67412 Byte)Michel Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire. Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 143.  

   
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 30. Juni 2013