|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia Judaica
Die Mitglieder der
Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und bestehende) Synagogen
Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale
in der Region
Bestehende jüdische Gemeinden
in der Region
Jüdische Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur und Presseartikel
Adressliste
Digitale Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zurück zur Übersicht "Synagogen in Rheinland-Pfalz"
Zur Übersicht "Synagogen im
Kreis Trier-Saarburg"
Welschbillig (VG
Trier-Land, Kreis Trier-Saarburg)
Jüdische Geschichte / Synagoge
(Abschnitt wurde erstellt von Stefan Roos,
Trier)
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Welschbillig bestand eine kleine jüdische
Gemeinde von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis nach 1933. Ihre
Entstehung geht auf das Jahr 1832 zurück. Damals ließ sich der
Handelsmann Salomon Levy aus Kordel in Welschbillig nieder. Bereits im 16.
Jahrhundert gab es Juden am Ort, wie aus einem Dokument vom 10. Juni 1583
geschlossen werden kann (zitiert in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5.
Oktober 1881 S. 1030).
Die Zahl der jüdischen Einwohner nahm bis in die 1880er-Jahre zu, als
sechs jüdische Familien mit insgesamt 42 Personen am Ort lebten. Nach 1900 ging
die Einwohnerzahl durch Abwanderung zurück. Im einzelnen waren es 1873 28
jüdische Einwohner, 1885 32, 1889 35, 1894 10, 1897/99 28, 1901 28, 1903 14,
1912 15
An Einrichtungen war ein Betsaal (genannt "Synagoge") vorhanden
(s.u.). Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst in Aach,
später in Butzweiler beigesetzt.
1933 lebten noch neun jüdische Personen in drei Familien am
Ort.
Von den in Welschbillig geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Amalie Baum geb. Joseph (1891), Clementine Klara Faure geb. Herschel
(1859), Jakob Herschel (1863), Jakob Joseph (1876), Babette Kahn (1880), Leon
Kahn (1865), Leon
Kahn (1881), Susanne Kahn (1876), Helene Levistein geb. Kahn (1900), Moritz Levy
(1886), Sara Mahnke
geb. Joseph (1883), Leo Schmitz (1906), Amalie Sommerfeld geb. Kahn (1879).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Die Frau von Bernhard Kahn sucht für ein Mädchen (ihre Tochter?) eine Stelle in
einem Haushalt (1896)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Juli 1896: "Israelitisches
Mädchen, welches gutbürgerlich kochen kann, alle Hausarbeiten versteht,
sucht Stelle. Offerten an Frau Bernhard Kahn, Welschbillig bei
Trier." |
Simon Kahn sucht für seinen Sohn
eine Bäckerlehrstelle (1896)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Dezember 1896: "Suche für meinen
Sohn Bäckerlehrstelle für gleich oder Frühjahr.
Simon Kahn, Welschbillig bei Trier." |
Verlobungsanzeige von Lena Kahn und
Julius Levistein (1928)
Anmerkung: Julius Levistein ist am 9. Mai 1893 in
Stadtlengsfeld/Thüringen) geboren als
Sohn von Meier Levistein und seiner Frau Lina Bella. Lena geb. Kahn ist
am 8. Juni 1900 in Welschbillig geboren. Die beiden hatten zwei Kinder: Hilde
(geb. 20. Februar 1929 in Münster) und Kurt (geb.13. Februar 1931 in
Münster). Die Familie lebte in Münster und in Neheim. Alle vier
Familienmitglieder wurden ab Dortmund Ende Juli 1942 in das Ghetto
Theresienstadt deportiert, im Januar 1943 weiter in das Vernichtungslager
Auschwitz und dort ermordet (für tot erklärt).
Die Familie wird genannt in der Übersicht zu Neheim in
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Arnsberg
sowie in Gedenktafeln in Arnsberg.
Anzeige
im "Israelitischen Familienblatt" vom 2. Februar 1928:
"Lena Kahn - Julius Levistein
Verlobte
Welschbillig Kreis Trier - Neheim/Ruhr /
Tiefenort/Werra |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst besuchten die Juden aus Butzweiler
und Welschbillig die Synagoge in Aach. Erst seit Anfang der 1860er-Jahre bestand
in Welschbillig ein eigener Betsaal, der durchgehend bis zu seiner Zerstörung
bei Novemberpogrom 1938, von den in Welschbillig und Sülm lebenden Juden genutzt wurde. Zeitweise haben auch die Juden aus Ralingen diesen Betsaal aufgesucht. Das Gebäude, in dem sich dieser Betsaal befand, steht heute noch. Bei älteren Leuten im Dorf ist das Haus immer noch als
"Synagoge“ bekannt
Adresse/Standort der Synagoge:
Fotos
(Quelle: Stefan Roos)
Tafel "Zum
Gedenken an die jüdischen Mitbürger Welchbilligs,
die bis zur ihrer
Deportation und Ermordung durch die
Nationalsozialisten das Leben in
unserer Gemeinde mitgeprägt haben". |
 |
|
| |
Die Tafel befindet sich
am Gemeindehaus |
|
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 67 (wenige Angaben im Abschnitt zu
"Aach", mit weiteren Literaturangaben; die zu 1808 gemachte Angabe
ist nicht korrekt - 1808 lebten noch keine jüdischen Personen in
Welschbillig).
|

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|