Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Neuruppin (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) 
Jüdische Friedhöfe 
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde      
   
Siehe Seite zur jüdischen Geschichte in Neuruppin:  https://www.uni-potsdam.de/de/juedische-friedhoefe/friedhof-neuruppin/geschichte-der-gemeinde.html           
   
   
Zur Geschichte des Friedhofes   
   
In Neu-Ruppin konnten sich - erstmals seit den Judenvertreibungen des 16. Jahrhunderts - seit Anfang des 19. Jahrhunderts wieder Juden ansiedeln (ab 1816 Joel Hirschfeld und seine Familie).
  
Ein erster jüdischer Friedhof wurde 1816 von Joel Hirschfeld auf dem Gelände der "Weinbergswiese" unweit des Rheinsberger Tores angelegt. Er wurde in den folgenden Jahren von den in Neuruppin zugezogenen jüdischen Familien belegt.
 
1829 musste ein neuer (= zweiter) jüdischer Friedhof angelegt werden, da die Stadt den Bereich des alten Friedhofes anders nutzen wollte. Dieser zweite Friedhof lag am Fuße es Weinberges in Richtung Alt-Ruppin. Die auf dem alten (ersten) Friedhof beigesetzten Toten wurden auf den neuen Friedhof umgebettet. Das Friedhofsgrundstück wurde bis in die 1870er-Jahre belegt. In der NS-Zeit wurde dieser Friedhof 1935 von den Nationalsozialisten konfisziert; die jüdische Gemeinde musste die Toten auf den neuen (dritten) jüdischen Friedhof umbetten. 
  
1879 erwarb die jüdische Gemeinde Ackerland von der evangelischen Kirchengemeinde - angrenzend an den 1853 angelegten evangelischen Friedhof der Stadt (einziger Friedhof der Stadt Neuruppin = Hauptfriedhof). Die jüdische Gemeinde grenzte ihren nun dritten Friedhof mit einer Ziegelmauer beziehungsweise mit einer Hecke gegenüber dem evangelischen Friedhof ab. Ein separater Eingang zum jüdischen Friedhof wurde von der heutigen Grenzstraße aus angelegt. Das Friedhofsgrundstück umfasst 12,8 ar. Der Friedhof wurde in der NS-Zeit (Pogromnacht 1938) geschändet und durch Bombenangriffe am 10. und 20. April 1945 weitgehend zerstört. Es sind noch 20 Grabsteine erhalten sowie die Reste der roten Ziegelwand. An der Ziegelwand ist ein Davidstern-Fries erhalten. Eine Skulptur "Ausgeliefert" erinnert an die ermordeten Neuruppiner Juden.    
  
Weitere Informationen zur Geschichte der jüdischen Friedhöfe https://www.uni-potsdam.de/de/juedische-friedhoefe/friedhof-neuruppin/geschichte-des-friedhofs.html  
   
   
Aus der Geschichte des Friedhofes 
Schändung des Friedhofes (1892)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 6. Mai 1892: "In Neuruppin ist der jüdische Friedhof von verbrecherischer Hand demoliert worden."           

    
    
Lage des Friedhofes 
    
Der Friedhof liegt nordwestlich angrenzend an den evangelischen Friedhof der Stadt Neuruppin (Hauptfriedhof) an der Gerhard-Hauptmann-Straße 61 (Hauptfriedhof Feld 6).   

Lage des jüdischen Friedhofes in Neuruppin auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
über das Verzeichnis der "Öffentl. Einrichtungen" zu "Hauptfriedhof, Neuruppin"; 
der jüdische Teil ist nicht gesondert eingetragen. 

   
   
   

Fotos 
(Fotos: Hans-Peter Laqueur; die Grabsteinnummern und Sterbejahre nach der Dokumentation https://www.uni-potsdam.de/db/zeik-service/jf/liste.php?fh=12)    

     
Reste der Friedhofsmauer, an der nach der
Auflösung des alten Friedhofes vermutlich
Grabsteine angebracht waren. 
  Blick über das
Friedhofsgrundstück
  
Teilansicht des Friedhofes mit den
Grabsteinen G 15-20
  
     
   
 Die Grabsteine und Steinfragmente
im südwestlichen Teil des Friedhofes: von links
G1 für Friedmann Friedenthal (1893)
G 2 für Emma Herzfeld (1922)
G 3 für Adolf und Käte Friedenthal (1925/30)
G 4 für Wolf Mendelssohn (1908)
dazu die Fragmente G 5-14 (Namen unten)
 Die Grabsteine der Familie Silberstein:
G 17 für Henriette Silberstein (1882)
G 18 für Samuel Josef Silberstein (1888)
G 20 für Rosalie Silberstein (1888)
 links davon (auf Foto nicht erkennbar)
liegen G 15, 16,19 
  (Namen unten) 
 Der Gedenkstein mit der Inschrift:
"Die Reste des jüdischen Friedhofes
Neuruppin sind in besonderer Weise
heilig und unantastbar.
Dieser Ort wurde unter dem NS-Regime
geschändet und durch Luftangriffe verwüstet."
 
     

Außer den oben genannten lesbaren Grabsteinen sind noch vorhanden (Grabsteine/Grabsteinfragmente): G 5 für Lore Isaack (1910), G 6 für unbekannt, G 7 für Mosche ...; G 8 für Johanna Heimann (1880), G 9 für Reinhold Maark (1885), G 10 für Caroline Silberstein (1871), G 11 für Wally Isaack (1887), G 12 für Paula Isaack (1883), G 13 für Henriette Lippmann, G 14 für unbekannt, G 15 für Samuel Zacharias (1906), G 16 für Johanna Jacoby (1924), G 19 für Isidor Zöllner (1909), G 22 für unbekannt.  

   
    

Links und Literatur 

Links: 

bullet Website der Stadt Neuruppin 
bullet Informationen zur jüdischen Geschichte in Neuruppin   
bulletWikipedia-Artikel   https://de.wikipedia.org/wiki/Jüdischer_Friedhof_(Neuruppin)  
bulletWebsite juedische-friedhoefe.info zum jüdischen Friedhof Neuruppin  https://www.juedische-friedhoefe.info/friedhoefe-nach-regionen/brandenburg/oberhavel/neuruppin.html                     
bulletInformationen zum evangelischen und jüdischen Friedhof Neuruppin auf einer Seite der Website kirchenkreis-wittstock-ruppin.de (Internetarchiv)  

Literatur:   

bulletUwe Schürmann: Die jüdischen Friedhöfe in Neuruppin. In: Mitteilungsblatt des Historischen Vereins der Grafschaft Ruppin e.V. Heft 8. August 1997. S. 25-39. 
bulletLinda Schössow: Juden in Neuruppin. In: Mitteilungsblatt des Historischen Vereins der Grafschaft Ruppin e.V. Heft 15 November 2004" 

  
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 15. Oktober 2013