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Forschungsprojekte zur
jüdischen Geschichte
im süddeutschen Raum und angrenzenden Gebieten
Informationen für diese Seite
bitte an den Webmaster von Alemannia Judaica (Adresse siehe Eingangsseite)
Übersicht (neu eingestellte Projekte zuerst):
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Forschungsprojekte
zum Kaufhaus Knopf mit seinen verschiedenen Filialen
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Dissertationsprojekt
Umbenennung von "Judengassen" von Brigitte Mohn
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Forschung zur jüdischen Gemeinde
Eichstetten von Christina Weiblen
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Forschungsprojekt des Gesprächskreises ehemalige Synagoge
Haigerloch e.V.
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Forschungen
zur Geschichte der Juden in Riedlingen an der Donau durch Christoph
Knüppel
-
Dokumentation des jüdischen Friedhofes
Wallerstein (Rolf Hofmann, Stuttgart)
-
Forschungen zur "Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinden in
(Bruchsal-)Ober- und Untergrombach" (Dietmar Konanz,
Bruchsal)
-
Forschungsprojekt über die württembergische Judenpolitik während der frühen Neuzeit
durch Stefan Lang, Tübingen (abgeschlossen)
-
Dokumentation
des jüdischen Friedhofes in Reckendorf (Oberfranken/Kreis Bamberg)
-
Genisaprojekt
Veitshöchheim
-
Erforschung
der Geschichte der jüdischen Gemeinden in Wangen am Bodensee
(Gemeinde Öhningen, Kreis Konstanz; durch Helmut Fidler)
-
Forschungen
zur jüdischen Geschichte in Hüffenhardt
-
Link zum Forschungsprojekt
"Synagogen-Gedenkband Bayern"
Im Einzelnen:
 | Forschungsprojekte
zum Kaufhaus Knopf mit seinen verschiedenen Filialen
1) Arbeit von Bernd Serger, Freiburg
E-Mail .
Veranlasst durch den umstrittenen Abbruch der Überreste des einstigen Freiburger Stammhauses der jüdischen Warenhauskette Knopf, beschäftigt sich Bernd Serger seit 2011 intensiv mit der Geschichte dieses Unternehmens, das auf die vier Brüder Albert, Max, Moritz und Sally Knopf zurückgeht. Von 1881 an, als in Karlsruhe das Stammhaus von Max Knopf eröffnet wurde, zogen die Brüder vor allem in der Kaiserzeit ein Netz von mehr als 70 Filialen auf, das bis ins Rheinland und nach Bayern reichte, seinen Schwerpunkt aber in Südwestdeutschland, der Schweiz, in Elsaß-Lothringen, im Saarland und in Luxemburg hatte. Im Frühjahr 2014 soll in Freiburg eine Ausstellung diese bisher wenig bekannte Warenhauskette präsentieren, wobei auch die Warenhaus-Geschichte insgesamt dargestellt werden soll. Serger recherchiert aber auch für eine schriftliche Dokumentation des Knopf-Imperiums, das zwischen 1937 und 1939 durch die
"Arisierung" zerstört wurde – bis auf die Knopf-Kaufhäuser in der Schweiz (bis 1978) und das Restitutionsprojekt „Kaufhaus für Alle“ in Südbaden (bis 1983), an dem die Familie Knopf zur Hälfte beteiligt war. Bernd Serger, langjähriger leitender Redakteur der Badischen Zeitung und nun im Ruhestand, ist gemeinsam mit Karin-Anne Böttcher auch Autor des Buchs
"Es gab Juden in Reutlingen", das 2005 von der Stadt Reutlingen herausgegeben wurde. Er ist für jeden Hinweis zum Thema Knopf und jüdische Warenhäuser, ob in Text oder Bild, dankbar: Bernd Serger, Gartenstraße 14, 79098 Freiburg, 0761/7079244,
semikab[et]aol.com.
Vgl. Beitrag von Bernd Serger "Der
scheue Gigant. Das jüdische Kaufhaus Knopf in Freiburg war Teil einer
bedeutenden Warenhauskette"
in: Chilli. Das Freiburger Stadtmagazin vom 13. September
2012. |
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2) Dissertation von John F. Mueller, University of Cambridge E-Mail
John F. Mueller schreibt: "Für eine Doktorarbeit an der Universität Cambridge unter Prof. Richard J. Evans zu den Waren- und Kaufhäusern der Familie Knopf suche ich Augenzeugen und Dokumente. Bitte wenden Sie sich an mich wenn Sie sich an einer der Knopf-Häuser erinnern!
Warenhaus Geschw. Knopf in Karlsruhe, Rastatt, Bruchsal und Pforzheim
Warenhaus Herm. Schmoller und Co., Mannheim und Karlsruhe
Kaufhaus Sally Knopf Freiburg, Lörrach, Emmendingen, Offenburg und Schopfheim
S. Knopf und Cie Basel, Luzern, Bern und Interlaken (später Knopf AG)
M. Knopf Straßburg und Colmar
Knopf Luxemburg
Beiträge werden namentlich genannt. Seien Sie bei einem internationalen Projekt zur deutschen Geschichte und Wiedergutmachung dabei!
Das Projekt wird von deutschen und britischen Einrichtungen unterstützt und ist bereits
ausgezeichnet".
siehe weitere Informationen auf der Website http://kaufhausknopf.blogspot.com/ |
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 | Dissertationsprojekt Umbenennung von Judengassen
von Brigitte Mohn
Das Dissertationsprojekt der Kulturwissenschaftlerin Brigitte Mohn M. A., Tübingen, untersucht den Umgang mit dem Straßennamen Judengasse in verschiedenen Städten und Gemeinden im 20. Jahrhundert vorrangig im Süddeutschland sowie im angrenzenden Ausland (Betreuung: Prof. Dr. Bernhard Tschofen, Ludwig-Uhland-Institut für Empirische Kulturwissenschaft, Universität Tübingen).
Im Fokus der Untersuchung stehen die Hintergründe, die im 20. Jahrhundert in einigen Gemeinden zur Umbenennung des historisch tradierten Namens „Judengasse“ führten, aber auch jene Fälle, in denen heute z. B. mit zusätzlichen Hinweisschildern an den früheren Straßennamen erinnert wird. Ebenso werden Rückbenennungen in den ursprünglichen Namen untersucht sowie erfolglose Rückbenennungsinitiativen. Zudem werden auch jene Fälle analysiert, bei welchen die Umbenennung einer Judengasse gefordert wurde oder wo der Straßenname in sonst einer Weise zur Diskussion stand, ohne dass es zu einer Umbenennung kam.
Hinweise zu Diskussionen um den historischen Straßennamen Judengasse bitte an:
Brigitte Mohn M.A. Rosenobelstraße 3 88662 Überlingen
E-Mail |
Christina Weiblen forscht seit 1992 (Betreuung Prof. H.
Haumann, Basel) zur ehemaligen jüdischen Gemeinde Eichstetten, hat 1995 eine
Staatsexamensarbeit zur Entwicklung der jüdischen Gemeinde im 18. und 19.
Jahrhundert erstellt und in Zusammenarbeit mit Dr. Ulrich Baumann, Berlin,
2000 einen zusammenfassenden Beitrag im zweiten Band der Chronik der Gemeinde
Eichstetten verfasst. Sie steht in Kontakt mit vielen Nachfahren der Gemeinde
und plant bei entsprechender Finanzierung, die Ergebnisse der bis dato 11
Jahre Forschung in einem großangelegten Website-Projekt der Öffentlichkeit
zugänglich zu machen. Informationen zu Finanzierungsmöglichkeiten sind
willkommen.
Literatur und Hinweise auf Presseartikel (vgl. die Angaben zum jüdischen
Friedhof Eichstetten):
 | Forschungsprojekt
des Gesprächskreises ehemalige Synagoge Haigerloch e.V.
(Rückfragen über den 2. Vorsitzenden Helmut J. Gabeli, Nonnenhof 3, 72401
Haigerloch, Tel. 07474/8383, Fax: 07474/916933, E-Mail)
Derzeit ist eine Studie zur jüdischen Volksschule in Haigerloch (1823-1939)
geplant.
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 | Forschungen
zur Geschichte der Juden in Riedlingen an der Donau
Hieran arbeitet Christoph Knüppel (Herford).
Ergebnisse erscheinen im Beitrag von Christoph Knüppel: Zur Geschichte der
Juden in Riedlingen an der Donau. In: BC - Heimatkundliche Blätter für den
Kreis Biberach, Heft 1 2006. E-Mail
(ch.knueppel[at]t-online.de; Chr. Knüppel)
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 | Dokumentation
zum jüdischen Friedhofes Wallerstein durch Rolf Hofmann, Stuttgart. Fertigstellung der Gräberliste (von ca. 1000 Beigesetzten) zum
jüdischen Friedhof Wallerstein in englischer Sprache mit
familiengeschichtlichen Anmerkungen. Projekt in Kooperation mit Rachel Dror,
Stuttgart, David Birnbaum/Israel, Meir Jacoby und Ruth Litai-Jacoby/Israel. Informationen bei R. Hofmann,
vgl. die Seite von HarburgProject
(interner Link) E-Mail
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 | Forschungen
zur "Geschichte der ehemaligen jüdischen Gemeinden in (Bruchsal-)Ober-
und Untergrombach" durch Dietmar Konanz, Bruchsal
(Rückfragen: E-Mail).
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 | Stefan Lang, Tübingen (E-Mail),
hat 2003 sein Geschichtsstudium mit einer Arbeit über die jüdische
Ansiedlung unter den Herren von Rechberg zu Hohenrechberg im 16. Jh.
abgeschlossen; 2008 hat er abgeschlossen die bei Prof. Dr. Sönke Lorenz am
Institut für Geschichtliche Landeskunde der Universität Tübingen erstellte
Arbeit über
die württembergische
Judenpolitik während der frühen Neuzeit
Ausgrenzung und Koexistenz.
Judenpolitik und jüdisches Leben in Württemberg und im "Land zu
Schwaben" (1492–1650) Thorbecke Verlag
Sigmaringen 2008 432 S. Reihe: Schriften zur
südwestdeutschen Landeskunde. Bd. 63. ISBN-13:
9783799552639 ISBN-10: 3799552634 46,00 €
Inhalt: Nachdem die Juden im "Land zu Schwaben" während des 15. und frühen 16. Jahrhunderts aus den meisten Reichsstädten und Landesherrschaften vertrieben wurden, bildeten sich bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts neue Siedlungsstrukturen. In diesem Entwicklungsprozess war die Judenpolitik der Hegemonialmächte Württemberg und Habsburg-Vorderösterreich von zentraler Relevanz. Doch ebenso spielten Einrichtungen des Reiches, wie das Reichskammergericht, das kaiserliche Hofgericht Rottweil oder der Schwäbische Reichskreis wichtige Rollen für die jüdische Existenz zu dieser Zeit.
Auf breiter Quellenbasis und anhand ausgesuchter Beispielterritorien werden zudem rechtliche und wirtschaftliche Rahmenbedingungen im Alltag schwäbischer Juden ebenso wie ihre inneren Organisationsformen, ihr kulturelles Leben und ihre besondere Beziehung zum Kaiser dargestellt. Nicht zuletzt erfahren Hintergründe, Mechanismen und Auswirkungen frühneuzeitlicher Judenfeindschaft in Deutschland eine ausführliche Untersuchung.
Der Versuch einer Gesamtdarstellung der jüdischen Geschichte des frühneuzeitlichen Schwabens wurde bislang nicht unternommen. Die Verteilung der Gebiete Schwabens auf die heutigen Bundesländer Baden-Württemberg und Bayern hatte dazu geführt, dass sich die regionale jüdische Geschichte auf die jeweiligen Landeshistoriographien verteilte und ein gesamtschwäbischer Kontext kaum berücksichtigt wurde. Der geographische Schwerpunkt liegt daher auf den heutigen baden-württembergischen
"Regionen" Altwürttemberg, Ostwürttemberg, Hohenzollern und Oberschwaben sowie dem bayerischen Regierungsbezirk Schwaben mit ihren siedlungsräumlichen, wirtschaftlichen, konfessionellen und institutionellen Strukturen, aber ebenso auf dem Bild
"Schwabens" aus jüdischer Perspektive.
Der zeitliche Rahmen erstreckt sich vom Ausgang des Mittelalters, als die Juden in Schwaben aus den meisten Reichsstädten und auch vielen Landesherrschaften, z.B. dem Herzogtum Württemberg, ausgewiesen wurden, bis zum Ende des 30jährigen Krieges, als sich neue Siedlungsstrukturen allmählich verfestigt hatten. Auch die traditionelle Beziehung der Juden zum Kaiser, dem sie bislang als
"Kammerknechte" unmittelbar zugeordnet waren, begann sich zu wandeln.
Der inhaltliche Zugriff auf Schwaben erfolgte mit dem Blick auf 1) die beiden Hegemonialmächte Württemberg und Habsburg, 2) die Institutionen des Reiches in Schwaben, allgemeine Themenkomplexe und Problemfelder sowie die Organisationen der Juden und 3) Beispielterritorien, die vor allem wegen einer günstigen Überlieferungssituation und der Größe der Judengemeinden ausgewählt wurden, aber neben ihrer unterschiedlichen Herrschaftsform – Reichsstadt (Esslingen), Grafschaft (Hohenzollern), verschiedene Niederadelsterritorien (Rechberg, Thumb zu Neuburg, Roth zu Orsenhausen) – weiter eine regionale, zeitliche und konfessionelle Streuung beinhalten.
Die Untersuchung von obrigkeitlicher Judenpolitik einerseits und jüdischer Existenz in Schwaben andererseits zeigte mit Fokus auf die Erforschung jüdischen Lebens in Südwestdeutschland aufgrund der dortigen territorialen Vielfalt sowie des Quellenreichtums sehr lohnenswert und konnte außerdem auf das Engste mit den aktuellen Forschungsbestrebungen zur Geschichte der deutschen Juden verknüpft werden. Zwischen den beiden Polen
"Judenpolitik" und "Jüdisches Leben" wurden innerhalb der vorliegenden Untersuchung folgende Hauptfragestellungen bearbeitet:
1) Wie vollzog sich die jüdische Siedlungsentwicklung im "Land zu
Schwaben" während des Untersuchungszeitraums und welche Hintergründe spielten dabei eine Rolle?
2) Inwieweit existierte in Schwaben überterritoriale Judenpolitik, wie wurde sie organisiert und welche Auswirkungen hatte sie?
3) Wie stellte sich die rechtliche Situation der Juden zwischen Reich und Territorium dar und wie entwickelte sie sich?
4) Welche wirtschaftlichen Möglichkeiten boten sich den Juden und in welchen ökonomischen Bereichen erfuhren sie Einschränkungen?
5) Wie gestaltete sich das innerjüdische Leben, das jüdische Selbstverständnis und die christlich-jüdische Koexistenz?
6) Welche gesellschaftlichen Gruppen transportierten Judenfeindschaft mit welcher Begründung und inwiefern besaßen antijüdische Stereotype Einflüsse auf die Judenpolitik?
Die Beantwortung dieser Fragen erfolgte auf der Grundlage einer ausführlichen Erhebung bislang nicht oder kaum genutzter Archivbestände aus etwa einem Dutzend vorrangig südwestdeutscher Archive.
Die Auswahl des überterritorialen Raumbegriffs des "Landes zu
Schwaben" erwies sich dabei als sehr gewinnbringend. Innerhalb dieses zeitgenössischen geografischen Rahmens, dessen räumliche und identifikationsstiftende Begrifflichkeit Christen wie Juden gleichermaßen benutzten, stellt vor allem der Abschnitt von etwa 1520 bis zum Ende des 30jährigen Krieges durchaus eine eigenständige Phase dar, die mehr als nur ein Nachhall des Mittelalters zu betrachten ist. Sie war geprägt durch Neuorientierung, Neuorganisation und eine Verbesserung der jüdischen Rechtsstellung. Neben einer innerjüdischen Organisation in Schwaben jenseits der Territorialgrenzen waren es die Einrichtungen des Reiches, die dabei als Klammer für Judenpolitik und jüdisches Leben dienten. Die Auswirkungen von Territorialisierung und Reichsreform auf die Juden in einer der zentralsten sowie vielfältigsten Landschaften des Reiches gestalteten sich in ihrer konkurrierenden wie ergänzenden Form besonders greifbar. Der territorienübergreifende Ansatz mit Einbeziehung der Reichsinstitutionen zeigt viele gemeinsame Entwicklungen, aber auch unterschiedliche Handlungsweisen innerhalb identischer Themenkomplexe: Ausgrenzung, Koexistenz oder das Bemühen um Konsensfindung.
Auch wenn manche Detailfrage zu den zahlreichen Territorien und zu einzelnen Judengemeinden Schwabens vielleicht erst zukünftig geklärt werden kann, ist es gelungen, größere Strukturen und Entwicklungsprozesse sichtbar zu machen. Die Siedlungsentwicklung nach den Vertreibungen des 15. und frühen 16. Jahrhunderts vollzog sich insofern, dass während des Untersuchungszeitraumes die Voraussetzungen geschaffen wurden, wo jüdisches Leben möglich war und wo nicht. Dabei hatte die Judenpolitik der großen Landesherrschaften wie Württemberg und Habsburg maßgeblichen Einfluss – ob durch eigene Ansiedlungen und Ausweisungen oder in ihrer Einflussnahme auf den niederen Adel. Nach 1648 folgten die Ansiedlungen größtenteils den im 16. Jahrhundert entstandenen Mustern. Dabei zeigte sich, dass es für die Rekonstruktion von Judenpolitik und jüdischem Leben höchst relevant ist, auch jene Territorien einzubeziehen, die keine Juden in ihren Gebieten duldeten. |
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Links:
Artikel über eine Präsentation des Buches von Stefan Lang in der
"Neuen Württembergischen Zeitung" vom 19. Februar
2009:
"Buch über Juden in Württemberg. Buch Stefan Langs in
Jebenhausen präsentiert."
Zum Lesen des Artikel bitte links anklicken |
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Dezember 2009:
Auszeichnung für Stefan Land mit dem
Geschichtspreis der BW-Bank:
Artikel von Margit Haas in der
"Südwestpresse" vom 11. Dezember 2009: "Historiker
aus Leidenschaft" (eingestellt als pdf-Datei) |
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 | Alexandra Binnenkade, Basel arbeitet im Blick auf eine Dissertation zum Thema
"Kontaktnahmen. Jüdisch-christlicher Alltag in Lengnau im 19.
Jahrhundert". Sie schreibt dazu: Anlässlich der 1200-Jahrfeier von 1998 konnten Besucherinnen und Besucher des "Historischen Marktes" in Lengnau Postkarten mit historischen Ansichten des gefeierten Dorfes kaufen. Die alten Postkarten zeigten, wie die Einheimischen den Durchreisenden und Auswärtigen ihr Dorf zu Beginn des 20. Jahrhunderts präsentieren wollten, welcher Blick ihnen am vorteilhaftesten erschien. Der "Gruß aus Lengnau" zeigt sieben gezeichnete Ansichten des Surbtaler Dorfes. Das, worauf die Lengnauerinnen und Lengnauer stolz waren, ist auf den ersten Blick ersichtlich: sie lebten an einem Ort mit jüdischer Kultur. Motive und Darstellung charakterisieren Lengnau als traditionsreich und wohlhabend. Zugleich weist der in idyllischer Landschaft gelegene Ort auf seine Fortschrittlichkeit hin.
Diese Postkarte illustriert einen Wandel: Während noch im 19. Jahrhundert dieselben symbolhaften Ansichten eher auf eine konflikthafte und nachteilige Sonderstellung verwiesen hätten, zeigten sie zu Beginn des 20. Jahrhunderts die präsentable Exotik des "Judendorfs" Lengnau.
Die Karte selbst gibt keine Hinweise auf die Autorenschaft dieser Postkarte. Doch es ist anzunehmen, dass sie nicht ausschließlich in jüdischen Geschäften verkauft wurde. Die jüdische Präsenz war ein Teil des Ganzen, mit dem sich auch die christliche Bevölkerung zu identifizieren schien. Dieses Ganze, die gemeinsame Kontakt-Kultur jüdisch-christlichen Alltags charakterisiert Lengnau. Der Wandel dieses Alltags im 19. Jahrhundert ist Thema meiner Dissertation und Teil des Forschungsprojektes "Vertraut und fremd zugleich. Juden in interkulturellen Beziehungen. Ein interdisziplinäres Projekt" unter der Leitung von Prof. H. Haumann, Prof. E. Stegemann und Prof. D. Simko, in Zusammenarbeit mit Ekaterina Emeliantseva und Svjatoslav Pacholkiv. Aus diesem Projekt entsteht derzeit ein Sammelband.
Konflikt und Kopräsenz:
Das
geht am einfachsten via E-Mail
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 | Dokumentation
des jüdischen Friedhofes Reckendorf /Ofr. durch ein Promotionsvorhaben an
der Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Ab dem Wintersemester 07/08 wird Frau Nicole Grom M.A. den jüdischen Friedhof
Reckendorf in ihrem Dissertationsprojekt dokumentieren. Betreut wird die Arbeit
durch Herrn Prof. em. Dr. Klaus Guth von der Otto-Friedrich-Universität
Bamberg/Forschungsstelle Landjudentum. Die Dokumentation soll neben der
erstmaligen vollständigen digitalen Erfassung der ca. 400 Grabsteine die hebräischen
Texte mit deutscher Übersetzung nebst Analyse des sprachlichen Befundes, eine
kunsthistorische Betrachtung der Steine und den Versuch einer genealogischen
Zuordnung, gestützt durch archivalische Quellen, liefern. Zudem stehen die
ehemalige jüdische Gemeinde Reckendorf selbst sowie deren Beziehungen zur jüdischen
Gemeinde Ebern, wo die Reckendorfer Juden bis gegen Ende des 18. Jhs. ihre Toten
bestatteten, im Fokus des Projekts. Die Dokumentation
intendiert zusammen mit der Auswertung des Datenmaterials eine
historisch-volkskundliche Mikroanalyse zu einer bedeutenden Judengemeinde in
Franken (heute im Landkreis Bamberg). Die Untersuchung wird interdisziplinär
durchgeführt. Informationen und Hinweise, z.B. von Nachkommen einstiger
Reckendorfer Juden, nimmt die Verfasserin unter der E-Mail-Adresse
sehr gerne entgegen."
|
 | Genisaprojekt Veitshöchheim
Da eine Genisa als wertvolle Informationsquelle für jüdisches Leben unbedingt systematisch erschlossen werden muss, wurde 1998 das
Genisaprojekt Veitshöchheim am Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim eingerichtet. Hier wurde 1986 einer der umfangreichsten Genisafunde geborgen. Ein repräsentativer Teil daraus ist die Grundlage für die Ausstellung im Jüdischen Kulturmuseum Veitshöchheim.
Der meist sehr schlechte Erhaltungszustand der unzähligen Fragmente war dafür verantwortlich, dass ein großer Teil des Materials oft kaum beachtet und nach der Bergung gleich wieder in Kartons verpackt abgestellt wurde.
In Veitshöchheim wird das komplette Material gesichtet, beschrieben, wenn möglich, näher bestimmt und nach einem einheitlichen Beschreibungsraster in einer Datenbank inventarisiert. Die Funde aus den Synagogen von
Veitshöchheim (Lkr. Würzburg), Urspringen
(Lkr. Main-Spessart), Goßmannsdorf
(Lkr. Würzburg), Gaukönigshofen
(Lkr. Würzburg), Altenschönbach
(Lkr. Kitzingen), Wiesenbronn (Lkr. Kitzingen), Kleinsteinach
(Lkr. Haßberge) und Memmelsdorf
(Lkr. Haßberge) sind inzwischen erstmals komplett durchgesehen und in der Datenbank erfasst. Zurzeit arbeiten die Mitarbeiter des Projekts daran, die Genisa von
Reckendorf (Lkr. Bamberg), die im Jüdischen Museum Franken aufbewahrt wird, zu erfassen.
Das Projekt wird geleitet von Dr. Martina Edelmann, wissenschaftliche Mitarbeiterinnen sind Elisabeth Singer
M.A. und Beate Weinhold. Die finanzielle Förderung erfolgt durch die Gemeinde Veitshöchheim, die Bezirke Unter- und Oberfranken und die Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern.
Die Datenbank steht allen Interessierten offen. Solange noch keine online Version verfügbar ist, bitten wir alle Interessierten, sich per
E-Mail an das Genisaprojekt (E-Mail) zu wenden.
Durch die Inventarisierungsarbeiten des Genisaprojekts lassen sich Aussagen über den Gesamtbestand einer Genisa und deren Inhalte gewinnen. Auf die bisherigen Ergebnisse weist die Ausstellung
"Abgelegt" hin, die im Juni 2009 am Jüdischen Kulturmuseum in Veitshöchheim eröffnet wurde.
Genisaprojekt Veitshöchheim
c/o Jüdisches Kulturmuseum Veitshöchheim
Erwin-Vornberger-Platz D – 97209 Veitshöchheim
Telefon: 0931/9802754 Fax: 0931/9802876
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 | Eingestellt im November 2012:
Erforschung
der Geschichte der jüdischen Gemeinde in Wangen am Bodensee (Gemeinde
Öhningen, Kreis Konstanz; durch Helmut Fidler)
Der Historiker Helmut Fidler erarbeitet eine Gesamtdarstellung der Geschichte der jüdischen Gemeinde in
Wangen am Bodensee (Halbinsel Höri, heute Ortsteil von Öhningen). Schwerpunkte der Untersuchung sind die Herkunft der in Wangen ansässig gewordenen Juden, das wirtschaftliche und soziale Zusammenleben mit den christlichen Nachbarn sowie die Frage, wohin sie das Dorf verlassen haben und welche beruflichen Wege sie eingeschlagen haben. Hinweise zu aus Wangen gebürtigen Juden sind ihm daher jederzeit willkommen.
Kontakt zu Helmut Fidler über E-Mail
hfidler[et]web.de
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2015/2017:
Hinweis auf Forschungen zur jüdischen
Geschichte in Hüffenhardt - 2018: Bucherscheinung |
Der Künstler und Theologe Thomas Siegmann, der im Münsterland und Hamburg lebt, betreibt eine umfassendere Recherche zur Erforschung der Geschichte der jüdischen Gemeinde Hüffenhardt/Neckar-Odenwald-Kreis als Lokalstudie zur Geschichte des Landjudentums in Nordbaden von der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts bis zur NS Zeit. Die jüdischen Familien waren durch verwandtschaftliche Verhältnisse, geschäftliche Beziehungen oder gewachsene Geschichte mit vielen Orten im Kraichgau und Odenwald verbunden (z.B.:
Wollenberg, Heinsheim,
Sinsheim, Richen,
Hemsbach, Waibstadt,
Buchen oder Michelfeld). Daneben gab es Verbindungen etwa nach
Mannheim, Heilbronn und
Karlsruhe. Es werden noch Fotos, Postkarten, Einträge in Poesiealben, alte Rechnungsquittungen jüdischer Geschäfte und generell relevante Dokumente für Hüffenhardt gesucht. Im Besonderen Fotos der ehemaligen Synagoge/Betsaal Reisengasse 15 Ecke Bohnengasse bzw. Straßenaufnahmen der Reisengasse vor 1938, auf dem das Gebäude zu erkennen ist. Alle Informationen werden vertraulich behandelt. Das zur Verfügung gestellte Material geht nach Auswertung an seine Besitzer zurück. Hinweise und Unterstützung ist sehr willkommen. In 2017 sollen die Ergebnisse in einer dokumentierenden Publikation der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
Kontakt zu Thomas Siegmann über E-Mail: ARGONAUTIKA-Editionen@gmx.de
Artikel oben von Simon Gajer in der "Heilbronner Stimme" vom 6.
Oktober 2016: "Ein Parkplatz, wo einst die Synagoge stand.
Hüffenhardt. Theologe Thomas Siegmann erforscht das jüdische Leben in
der Gemeinde" |
2018
erschien als Ergebnis der Recherchen von Thomas Siegmann das unten
genannte Buch zur jüdischen Geschichte in Hüffenhardt. |
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