|
Eingangsseite
Aktuelle Informationen
Jahrestagungen von Alemannia Judaica
Die Mitglieder der
Arbeitsgemeinschaft
Jüdische Friedhöfe
(Frühere und bestehende) Synagogen
Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale
in der Region
Bestehende jüdische Gemeinden
in der Region
Jüdische Museen
FORSCHUNGS-
PROJEKTE
Literatur und Presseartikel
Adressliste
Digitale Postkarten
Links
| |
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"
zurück zur Übersicht "Synagogen in Rheinland-Pfalz"
Zu den Synagogen im
Kreis "Südliche Weinstraße" und Stadtkreis Landau
Pleisweiler (Gemeinde
Pleisweiler-Oberhofen, VG Bad Bergzabern, Kreis
Südliche Weinstraße)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Pleisweiler bestand eine jüdische
Gemeinde im 19. Jahrhundert. Ihre Entstehung geht in das 18. Jahrhundert zurück.
Bereits im 17. Jahrhundert gab es jüdische Personen am Ort, da Pleisweiler zum
Verband des jüdischen Friedhofes in Annweiler
gehörte. 1722 gab es zwei jüdische Familien am Ort. Seit Ende des 18.
Jahrhunderts stieg die Zahl der jüdischen Einwohner an.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1808 51 jüdische Einwohner (8,7 % der Gesamteinwohnerschaft), 1825
63 (8,2 %), 1847/48 26, 1875 22, 1893 20 (in fünf Familien), 1900 12 (von
insgesamt 749 Einwohnern).
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), zeitweise eine
Religionsschule und möglicherweise ein rituelles Bad. 1893 erhielten die damals
fünf jüdischen Kinder ihren Religionsunterricht in Bergzabern ("Statistisches
Jahrbuch des Deutsch-Israelitischen Gemeindebundes" 1893 S. 49).
Die Toten der Gemeinde wurden auf
dem jüdischen Friedhof in Ingenheim
beigesetzt.
Die Gemeinde gehörte zum Bezirksrabbinat in Landau.
Gemeindevorsteher waren 1893 A. Mayer, B. Meyer und F. Diehl.
Bereits seit Mitte des 19. Jahrhunderts zeichnete sich die Auflösung der
Gemeinde ab, die jedoch offiziell erst 1901 vollzogen wurde. Noch 1891/92
erscheint der Begriff "Israelitische Cultusgemeinde Pleisweiler" ("Spenden-Verzeichnisse
für alle Zweige jüdischer Wohltätigkeit" 1891 S. 101, 1892 S. 83). Nach 1901
gehörten die wenigen
noch am Ort lebenden jüdischen Personen zur Gemeinde in Bad
Bergzabern, zeitweise war auch eine Verbindung zur Gemeinde
Klingenmünster angedacht.
1924 wurde nur noch eine jüdische Person in Pleisweiler gezählt.
Von den in Pleisweiler geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Lina Frank geb. Diehl
(geb. 1885 in Pleisweiler, lebte später in Bad Bergzabern, ermordet nach
Deportation 1942 im Vernichtungslager Auschwitz).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Todesanzeige für Johanna Meyer Wwe. geb. Rink (1929)
Anzeige
im "Israelitischen Familienblatt" vom 14. März 1929:
"Unsere liebe Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Tante und Schwägerin
Frau Johanna Meyer Witwe geb. Rink
ist am 4. März 1929, morgens 10 Uhr, nach kurzem Krankenlager im 83.
Lebensjahre sanft verschieden.
Pleisweiler bei Bergzabern, Kaiserslautern, Karlsruhe, Ebernburg.
Justizrat Dr. Berthold Meyer, Notar, und Frau geb. Reiß
Zahnarzt Dr. Alfred Meyer u. Frau geb. Baer
Regina Gottlieb geb. Meyer
Josef Gottlieb u. 3 Enkel. |
Zur Geschichte der Synagoge
Zunächst war vermutlich ein Betraum in einem der jüdischen
Häuser vorhanden. Um 1830 wurde eine Synagoge in der
Schäfergasse errichtet. Von ihr ist nur wenig bekannt. Sie soll
Rundbogenfenster besessen haben. Wie lange die Synagoge in Pleisweiler als
solche für die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kleiner gewordene
jüdische Gemeinde genutzt wurde, ist nicht bekannt.
Nach dem Verkauf des Gebäudes wurde sie zu einem Wohnhaus umgebaut, dabei
grundlegend verändert, aufgestockt und durch einen Anbau erweitert.
Adresse/Standort der Synagoge: Schäfergasse
2
Fotos
Zur jüdischen
Geschichte in Pleisweiler sind noch keine Fotos oder Darstellungen
vorhanden;
über Hinweise oder Zusendungen freut sich der Webmaster der
"Alemannia Judaica"; Adresse siehe Eingangsseite. |
|
| |
|
|
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Alfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum
gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20.
Jahrhunderts. 1992. |
 | Otmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter
besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005.
S. 134 (mit weiteren Literaturangaben). |
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. (mit weiteren Literaturangaben).
|

vorherige Synagoge zur ersten Synagoge nächste Synagoge
|