Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Baden-Baden (Stadtkreis) 
Jüdischer Friedhof

Jewish Cemetery - Cimetière juif  
  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde          
    
Siehe Seite zur Synagoge in Baden-Baden (interner Link)     
   
   
Zur Geschichte des Friedhofes         
    
Über Einrichtungen der jüdischen Gemeinde im 16. bis 18. Jahrhundert ist nichts bekannt. Die Toten der Gemeinde wurden zunächst in Kuppenheim beigesetzt. Hier befinden sich auch Gräber jüdischer Kurgäste, die in Baden-Baden verstarben. 1918 bis 1921 wurde ein jüdischer Friedhof im Stadtteil Lichtental angelegt, der sich innerhalb des dortigen allgemeinen Friedhofes an der Eckbergstraße befindet (Größe 23,81 ar). Er wird teilweise bis zur Gegenwart belegt. Auf ihm befinden sich eine Friedhofshalle und seit 1976 ein Gedenkstein für die zerstörte Synagoge. Nach 1945 wurde der Friedhof zweimal um angrenzende Grundstücke erweitert (zuletzt 2010).  
    
Anlage eines neuen jüdischen Friedhofes (Ende 2017/Mitte 2019): Nachdem der bisherige Friedhof fast komplett belegt war, erwarb die Israelitische Kultusgemeinde Baden-Baden Ende 2017 ein städtisches Grundstück, das an den Friedhof in Baden-Oos angrenzte, um dort einen neuen jüdischen Friedhof zu errichten. Doch wurden auf diesem Grundstück Überreste merowingischer Gräber gefunden und der Plan der Anlage eines Friedhofes in Baden-Oos aufgegeben. Im Februar 2019 erwarb die Israelitische Kultusgemeinde dann ein 26 ar großes Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden jüdischen Friedhof in Lichtental. Dieser wurde im Juni 2019 eingeweiht. 
   
Die Einweihung des neuen jüdischen Friedhofes - Artikel von Michael Rudolphi in den "Badischen Neuesten Nachrichten" vom 19. Juni 2019 (Link zum Artikel):
Israelitische Kultusgemeinde weiht neuen jüdischen Friedhof in Baden-Baden ein.
Sieben Mal umrunden Mitglieder der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) Baden-Baden und deren Gäste den neuen Teil des jüdischen Friedhofs in Lichtental. Landesrabbiner Moshe Flomenmann und der hiesige Gemeinderabbiner Daniel Naftoli Surovtsev führen die Prozession an und beten dabei Psalmen. Surovtsev weist darauf hin, dass diese Zeremonie bei der Einweihung eines jüdischen Friedhofs vorgeschrieben ist. Zum Schluss streuen die Teilnehmer Erde, die der Rabbiner aus Israel mitgebracht hat, auf den geweihten Boden. Surovtsev erläutert, dass das zwar nicht zum jüdischen Brauchtum gehöre, aber eine schöne Geste bei diesem Festakt sei.
Die Ruhezeit ist unbegrenzt. Mit der Feier am Dienstagmorgen erfüllt sich für die IKG ein lange gehegter Wunsch. Die wachsende Jüdische Gemeinde benötigt seit Jahren mehr Platz, um ihre Toten zu bestatten. Der bisherige jüdische Friedhof auf dem Gelände des Lichtentaler Friedhofs in der Eckbergstraße reicht inzwischen nicht mehr aus. Einer der Gründe ist, dass die Ruhezeit nach jüdischen Glauben unbegrenzt ist.
Interkonfessionelles Feld ist geplant. Nach Auskunft von Rabbiner Surovtsev ist der jüdische Friedhof in Lichtental rund 100 Jahre alt. Seit dem Krieg habe die Gemeinde die Fläche bereits zwei Mal erweitert. Auf dem jetzt zugekauften Grundstück sei auch ein interkonfessionelles Feld geplant, um dort nicht-jüdische Ehegatten und Verwandte zu bestatten.
Verzögerungen durch archäologische Arbeiten. Oberbürgermeisterin Margret Mergen berichtete, dass Vertreter der IKG kurz nach ihrem Amtsantritt zu ihr gekommen seien, um mit ihr über eine Erweiterung des Friedhofs zu sprechen. Die Stadt habe sich mit der Jüdischen Gemeinde darauf verständigt, dafür eine Fläche auf dem Friedhof in Baden-Oos anzulegen, weil viele Mitglieder aus Rastatt kommen. Das Grundstück sei bereits an die IKG verkauft gewesen. Bei der Neugestaltung seien jedoch Überreste merowingischer Gräber aufgetaucht. Alle Beteiligten hätten sich deshalb darauf verständigt, nach einer anderen Fläche zu suchen, weil die archäologischen Arbeiten das Vorhaben verzögern würden. Im Februar dieses Jahres habe die IKG dann das rund 2 600 Quadratmeter große Grundstück in unmittelbarer Nachbarschaft zum bestehenden jüdischen Friedhof gekauft.
Der Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer. Mergen sieht in ihm ein besonderes Zeichen für den interkulturellen Umgang der Menschen miteinander. „Der Friedhof ist nicht nur ein Ort der Trauer, sondern auch des Mutes und der Zuversicht“, bekräftigt die Oberbürgermeisterin.
Jüdischer Friedhof als Haus des Lebens. Landesrabbiner Flomenmann nimmt diesen Gedanken auf. Ein jüdischer Friedhof habe viele Auflagen zu erfüllen und habe mehrere Bedeutungen. Er sei einerseits ein Haus der Gräber, aber auch ein Haus des Lebens. Die Juden glaubten nicht, dass das Leben mit dem Tod ende. Ein wesentlicher Glaubensinhalt sei die Auferstehung, weshalb die Toten mit den Füßen in Richtung Osten bestattet seien, um ihnen einst den Weg nach Jerusalem zu weisen. Ein jüdischer Friedhof ist Flomenmann zufolge deshalb immer auch eine Reflexion des Lebens.
Mit der heutigen Einweihung schreiben wir Geschichte und Zukunft. Für den Landesrabbiner steht fest: „Mit der heutigen Einweihung schreiben wir Geschichte und Zukunft.“ Diakon Stefan Lutz-Bachmann von der Katholischen Seelsorgeeinheit Baden-Baden freut sich, dass die Jüdische Gemeinde die religiöse Vielfalt in der Bäderstadt bereichere. Er ruft dazu auf, sich mutig gegen den wachsenden Antisemitismus zur Wehr zu setzen. Thomas Jammerthal, Dekan des Evangelischen Kirchenbezirks Baden-Baden und Rastatt, begrüßt es, dass die IKG sich immer mehr nach außen öffne und die ökumenische Zusammenarbeit suche. Eine wesentliche Gemeinsamkeit zwischen Juden- und Christentum sei: „Unsere Toten ruhen der Auferstehung entgegen.“
   
    
Hinweis: In den Personenstandregistern jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern im Hauptstaatsarchiv Stuttgart finden sich keine Familienregister aus Baden-Baden.      
    
    
Die Lage des Friedhofes in Baden-Lichtental  

BadenBaden FriedhofLage.jpg (184354 Byte) Lage des jüdischen Friedhofes Baden-Baden (durch Pfeil markiert) 
(Karte kann durch Anklicken vergrößert werden) 
(topographische Karte aus den 1970er-Jahren)  

   
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)   
    

Größere Kartenansicht     
   
   
Fotos
Neuere Fotos   

Plan und Fotos des Friedhofes
(Fotos: Rolf Hofmann, Aufnahmen 
vom September 2010)
Baden-Baden Friedhof 813.jpg (149444 Byte)   
    Der israelitische Teil ist links 
der Mitte eingetragen 
 
     
Baden-Baden Friedhof 811.jpg (135488 Byte) Baden-Baden Friedhof 810.jpg (137562 Byte) Baden-Baden Friedhof 816.jpg (167941 Byte)
Teilansicht des terrassenförmig
 angelegten Friedhofes  
Grabstein für Clara Baer 
geb. Guggenheimer
 
(1877 Augsburg - 1927 Baden - Oos)  
Grabstein für Otto Mainzer, 
Fabrikdirektor (1875-1925) 
     
     
Baden-Baden Friedhof 817.jpg (106533 Byte) Baden-Baden Friedhof 814.jpg (66386 Byte) Baden-Baden Friedhof 815.jpg (90830 Byte) Baden-Baden Friedhof 812.jpg (88136 Byte)
Grabstein für 
Ferdinand Odenheimer (1885-1954) 
und Lina Odenheimer (1886-1970)  
 Grabstein für Dr. Max Lassmann
 (1898-1998) mit Rosenschmuck 
Grabstein für Kurt Dreyfuss 
(1903-1926)  
         
        
           
     
Der Friedhof im Spätsommer 2003
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 1.9.2003)     
 
BadenBaden Friedhof 150.jpg (33308 Byte) BadenBaden Friedhof 157.jpg (100871 Byte) BadenBaden Friedhof 152.jpg (81068 Byte)
Hinweisschild im allgemeinen 
Friedhof Lichtental 
Blick zum Friedhof innerhalb 
des allgemeinen Friedhofes 
Eingangstor
        
BadenBaden Friedhof 158.jpg (87545 Byte) BadenBaden Friedhof 159.jpg (95738 Byte) BadenBaden Friedhof 155.jpg (76858 Byte)
Blick zur Friedhofshalle  Gedenkstein für die zerstörte Synagoge 
     
BadenBaden Friedhof 161.jpg (83846 Byte) BadenBaden Friedhof 160.jpg (90901 Byte) BadenBaden Friedhof 156.jpg (83211 Byte)
Im älteren Teil: Gräber aus 
den 1930er-Jahren 
Im neuen Teil  Neueste Gräber (2003) - 
Besuch von Angehörigen 
 
      
BadenBaden Friedhof 153.jpg (84642 Byte) BadenBaden Friedhof 154.jpg (86207 Byte) BadenBaden Friedhof 151.jpg (92081 Byte)
    Grabstein für Jakov Winarski 
(gest. 1997) 
     
            
Der Friedhof im Herbst 2005 
(Fotos erhalten von Inge Laidig, Keltern; Aufnahmedatum 13.11.2005) 
     
Baden-Baden Friedhof 232.jpg (38208 Byte) Baden-Baden Friedhof 231.jpg (56688 Byte) Baden-Baden Friedhof 230.jpg (70452 Byte)
Davidstern am Eingangstor  Neuere Gräber  Grabstein für Leo Roth, Kantor (1921-2004) 

   
   
Ältere Fotos
(Fotos: Hahn, entstanden Mitte der 1980er-Jahre)  

BadenBaden Friedhof01.jpg (151603 Byte) BadenBaden Friedhof02.jpg (120163 Byte)  BadenBaden Friedhof05.jpg (109893 Byte)
   Blick zur Friedhofshalle    
      
BadenBaden Friedhof04.jpg (146850 Byte) BadenBaden Friedhof06.jpg (112647 Byte) BadenBaden Friedhof03.jpg (114364 Byte)
  Gedenkstein für die zerstörte Synagoge  

     
      

Links und Literatur

Links:  

bulletWebsite der Stadt Baden-Baden 
bullet Stadtführer Baden-Baden mit Seite zum jüdischen Friedhof der Stadt 
bulletWebsite des Zentralarchivs Heidelberg mit Informationen zum jüdischen Friedhof Baden-Baden  
bullet Zur Seite über die (1938 zerstörte) Synagoge in Baden-Baden (interner Link) 
bullet Zur Seite über die neue Synagoge (nach 1945) (interner Link)  

   
    

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 15. Oktober 2013