Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 

    
zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zu den Synagogen in Baden-Württemberg  

   
Baden-Baden
Betsaal/Synagoge der nach 1945 bestehenden Gemeinde 

 
(aktuelle Informationen siehe auf der Website der Israelitischen Kultusgemeinde www.ikg-bad-bad.de)      

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Links und Literatur   

  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde           
    
Zur Geschichte der Gemeinde und ihrer Synagoge vor 1938/40: hier anklicken     
    
1946 konnte eine kleine jüdische Gemeinde in Baden-Baden wiederbegründet werden, die mit einer Unterbrechung um 1980/90 bis zur Gegenwart besteht und in den vergangenen Jahren stark gewachsen ist (1992 25 Mitglieder, 2010: 668 Mitglieder). 
    
An Einrichtungen bestehen eine Synagoge (s.u.), ein jüdisches Gemeindezentrum (Sophienstraße) und ein Friedhof.  
    
    
    
Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge                
    
Im Herbst 1946 beging man gemeinsam mit den jüdischen Angehörigen des französischen Militärs die hohen Feiertage. Der Vorsitzende der Gemeinde Ferdinand Odenheimer hatte dies mit dem französischen Militärrabbiner Zerbib arrangiert. Im Haus Zerbibs fand der Rosch Haschana-Gottesdienst statt. Am Nachmittag des Tages versammelte Odenheimer alle Gemeindeglieder und die französischen Juden im Haus Rubens, dem ehemaligen jüdischen Frauen-Erholungsheim Badens, das damals als Erholungsheim für ehemalige KZ-Häftlinge verwendet wurde. Der Jom-Kippur-Gottesdienst fand im Kongresssaal des Kurhauses statt und vereinigte etwa 60 französische und deutsche Juden. Auch an diesem Tag traf man sich nachmittags im Haus Rubens. 
  
Bericht vom Herbst 1946 über die Anfänge jüdischen Gemeindelebens nach 1945    

Baden-Baden 1946.jpg (85957 Byte)"Baden-Baden. Die kleine jüdische Gemeinde Baden-Baden konnte in diesem Jahre die Rausch ha schana- und Jom-Kippur-Feiertage wieder festlich begehen. Der Vorsteher der Gemeinde, Herr Ferdinand Odenheimer, setzte sich vor den Feiertagen mit dem französischen Aumonier Rabbi Zerbib, der die französischen Juden der französischen Besatzungsbehörden betreut, in Verbindung und erreichte, dass ein Gemeinschaftsgottesdienst der deutschen und französischen Glaubensgenossen stattfinden konnte. Rausch ha schana fand im Hause des Rabbi der überaus feierliche Gottesdienst statt. Nach vielen Jahren schwerster Verfolgungen konnten unsere Brüder und Schwester wieder in würdiger Andacht beten und der Toravorlesung beiwohnen. Am Nachmittag des ersten Rausch ha schana-Tages versammelte Herr Odenheimer alle Gemeindeglieder zu einem geselligen Beisammensein im Haus Rubens, dem ehemaligen jüdischen Frauen-Erholungsheim Badens, zu dem auch Herr Rabbi Zerbib und seine Angehörigen geladen waren.
Der Jom-Kippur-Gottesdienst fand im Kongresssaal des Kurhauses statt und vereinigte zu einem erhebenden Gottesdienst etwa 60 französische und deutsche Juden. Anlässlich der Totenfeier hielt Herr Odenheimer, der zuerst die Namen der verstorbenen Badener und anderer Juden aufrief und dann der 6 Millionen jüdischer Naziopfer gedachte, eine sehr zu Herzen gehende Rede, die alle Teilnehmer tief bewegte. Herr Stargardter aus Hagen-Westfalen, zur Zeit Fast im KZ-Erholungsheim Haus Rubens, Baden-Baden, sprach dann schließend das traditionelle Kaddischgebet. Im Anschluss an den Gottesdienst fanden sich etwa 50 deutsche und französische Glaubensgenossen, einer Einladung des Rabbi Zerbib folgend, im Haus Rubens zu einem gemeinsamen "Anbeißen" ein. Die französischen Glaubensbrüder bereiteten den deutschen Juden einen herzlichen Empfang. Da für auserlesene Weine und sonstige Getränke reichlich gesorgt war, entwickelte sich schnell eine gehobene Stimmung, die nach Ansprachen der Herren Odenheimer und Stargardter, in denen u.a. der Dank an die französischen Brüder zum Ausdruck kam, zu einer herzlichen und brüderlichen Vereinigung führte.
Die Baden-Badener Gemeinde wird ihren französischen Brüdern, besonders aber Herrn Rabbi Zerbib für die Beweise ihrer Brüderlichkeit und Nächstenliebe stets zu danken wissen und den harmonisch verlaufenen Abend nicht vergessen."

Im folgenden Jahr 1947 wurde auf Anordnung des französischen Militärs ein Betsaal in der Werderstrasse 2/Ecke Bühnenstrasse im ehemaligen Atelier des Bildhauer Joseph von Kopf eingerichtet. Dieser Betsaal stand nun den Besatzungsangehörigen und den jüdischen Einwohnern der Stadt zur Verfügung.   
        
Die Geschichte des Gebäudes Werderstraße 2 geht ins 19. Jahrhundert zurück. 1874 ließ Großherzog Friedrich I. dem im Kaiserreich hochgeschätzten und bekannten Bildhauer Joseph von Kopf ein Atelier bauen, ein eingeschossiger, spätklassizistischer Bau. Er schenkte es ihm mit der Verpflichtung, einmal im Jahr dort zu arbeiten. Bildhauer von Kopf wurde ein Anziehungspunkt des Kurortes und seiner finanzkräftigen Gäste. Der 1827 geborene von Kopf ist 1903 verstorben. 
       
Der Betsaal in der Werderstrasse wurde lange Zeit (um 1980/90) nicht benutzt, da kein Minjan zustande kam. Am 21. Mai 1992 wurde er jedoch neu eingeweiht und wird bis zur Gegenwart als Betsaal der jüdischen Gemeinde Baden-Baden genützt.  
     
     
     
Fotos 
Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos um 1985 
(Foto: Hahn)
BadenBaden Synagoge n01.jpg (95557 Byte)    
   Das Gebäude des Betsaales in der
 Werderstraße 2
  
     
Wiedereinweihung des 
Betsaales 1992  
BadenBaden Synagoge n02.jpg (111872 Byte) 
   Wiedereinweihung des renovierten Betsaales in der Werderstraße am 21. Mai 1992
 (Quelle: Schindler s. Lit. S. 196)
   
Fotos 2004
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 5.8.2004)
   
Baden-Baden Synagoge 514.jpg (78401 Byte) Baden-Baden Synagoge 513.jpg (55940 Byte) Baden-Baden Synagoge 512.jpg (31326 Byte)
Das Gebäude des Betsaales / Synagoge  Eingangsbereich
     
Fotos im Herbst 2011 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 4.10.2011)
   
Baden-Baden Synagoge 640.jpg (103753 Byte) Baden-Baden Synagoge 641.jpg (103401 Byte) Baden-Baden Synagoge 649.jpg (111634 Byte)
Das Gebäude des Betsaales / Synagoge   Inschrift aus Psalm 55,15: "...die wir
 zusammen zum Gotteshaus ziehen
 inmitten der Menge
Das Foto oben in hoher Auflösung  Das Foto oben in hoher Auflösung  
     
Baden-Baden Synagoge 648.jpg (75659 Byte) Baden-Baden Synagoge 646.jpg (73400 Byte) Baden-Baden Synagoge 643.jpg (61833 Byte) Baden-Baden Synagoge 647.jpg (85859 Byte)
Links über dem Eingang Zitat aus Haggai
 2,9: "(In diesem Jahr) und an diesem Ort
 werde ich Frieden geben"
mit Markierung
 des Jahres der Einweihung (5)708 = 1947/48;
rechts Mesusa am Eingang  
"Davidstern" über dem 
Leuchter in der Mitte 
des Betsaales 
Toraschrein mit Buchstaben K"T 
für "Keter Tora"
  
     
     
     
Baden-Baden Synagoge 642.jpg (91615 Byte) Baden-Baden Synagoge 645.jpg (92956 Byte) Baden-Baden Synagoge 644.jpg (82341 Byte)
Blick zum Toraschrein 
mit Vorlesepult
Blick in den Betraum von der
 Frauenempore
Blick über die 
Frauenempore 
Das Foto oben in hoher Auflösung  Das Foto oben in hoher Auflösung   
     
Baden-Baden Gemeindesaal 640.jpg (126537 Byte) Baden-Baden Gemeindesaal 641.jpg (131610 Byte) Baden-Baden Gemeindesaal 642.jpg (81700 Byte)
Der Gemeinderaum in der Sophienstraße   Erinnerung an Raoul Wallenberg, Retter
 vieler ungarischer Juden in der Shoa  
Das Foto oben in hoher Auflösung   Das Foto oben in hoher Auflösung 
     

   
      

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Baden-Baden  
Informationsseite über das frühere Atelier von Joseph von Knopf: hier anklicken   
Website der Israelitischen Kultusgemeinde Baden-Baden  

Literatur:

vgl. Literatur bei Baden-Baden Synagoge bis 1940
S. Rahner: Jüdische Gemeinde: Keine Gottesdienste, in: Badisches Tagblatt Baden-Baden 2. Oktober 1987.
Angelika Schindler: Der verbrannte Traum. Jüdische Bürger und Gäste in Baden-Baden. Bühl 1992.  

    
      

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge 

          

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 13. November 2013