Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Aktuell: Projekt der Universität Potsdam: "Jüdische Friedhöfe in Brandenburg"  

Jüdische Friedhöfe in Berlin und Brandenburg - Teil 2 Orte C - E

   

Cottbus (CB)  

Cottbus Friedhof 182.jpg (135752 Byte) Zu den Friedhöfen in Cottbus besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken   

   
   
   
Eberswalde (BAR)     

Eberswalde Friedhof 198.jpg (170269 Byte) Zu den Friedhöfen in Eberswalde besteht eine Unterseite (interner Link): hier anklicken   

   
   
   
Eisenhüttenstadt - Fürstenberg an der Oder (LOS)           
    
Zur Geschichte der Friedhöfe: Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst in Friedland beigesetzt. Ein eigener Friedhof wurde in Fürstenberg 1840 weit außerhalb der Stadt, hinter dem jetzigen Hauptpostamt angelegt (alter jüdischer Friedhof). Bis 1890 wurde er belegt. Von diesem Friedhof ist nichts mehr erhalten. 
Ein neuer jüdischer Friedhof wurde 1890 eingeweiht. Er umfasst eine Fläche von etwa 4 ar. Die letzte Beisetzung fand 1939 statt. In der NS-Zeit und danach wurde der Friedhof mehrfach geschändet und teilweise abgeräumt. Von den ursprünglich 20 bis 25 Steinen sind nur noch 15 erhalten. Der Friedhof steht unter Denkmalschutz (Verzeichnis der Denkmale des Landkreises Oder-Spree 030-03-13).
Auch im Januar 1993 wurde der Friedhof geschändet, wobei elf Grabsteine umgeworfen und einer mit einem Hakenkreuz beschmiert wurde. 
    
Lage des Friedhofes: Der neue Friedhof liegt am Kirchhofweg, gegenüber dem Oberstufenzentrum III, schräg gegenüber vom kommunalen Friedhof. 

Lage des jüdischen Friedhofes in Eisenhüttenstadt auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Oberstufenzentrum" oder "Friedhof,
 Fürstenberg" (der jüdische Friedhof ist mit einem Kreuzsymbol gegenüber dem Oberstufenzentrum eingetragen. 

Link: Website der Stadt Eisenhüttenstadt  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 89-90; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 322.
   
   
   
Erkner (LOS)               
    
 Auf dem kommunalen Friedhof der Stadt Erkner gibt es einige jüdische Gräber.    
    
Lage des Friedhofes: Kommunaler Friedhof an der Gerhart-Hauptmann-Straße.   

Lage des kommunalen Friedhofes in Erkner auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das 
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof, Erkner".

Link: Website der Stadt Erkner
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 334. 
    
    
    
Fehrbellin (OPR)          
    
 Der jüdische Friedhof in Fehrbelllin wurde 1825 bei der Kolonie "Im Sande" am Wege zur Schäferei angelegt. Der Friedhof wurde vermutlich nur bis um 1900 belegt, da bis dahin fast alle jüdischen Familien der Stadt verzogen waren. In der NS-Zeit oder danach wurde er zerstört und abgeräumt. 1988 waren nur noch ein Grabsteinsockel und viele Ziegelsteine vorhanden, die um einen kleinen Hügel vom 20 m Durchmesser liegen.  
    
Lage des Friedhofes: Der Friedhof liegt stadtauswärts Richtung Brumme, an der Brummer Straße etwa 300 m links in einer Senke (Dechtower Weg)       
    
Finsterwalde (EE)                  
    
 Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Finsterwalde ist nur wenig bekannt. Er überstand zwar die NS-Zeit, verwilderte jedoch bis 1950. Damals waren die Grabsteine noch vorhanden. 1950 wurde das Grundstück an zwei Privatpersonen als Baugrundstück für den Eigenheimbau vergeben. Seitdem sind die Grabsteine verschwunden.           
    
Lage des Friedhofes: Der Friedhof liegt beziehungsweise lag lag unmittelbar nördlich des Frankenaer Weges und unmittelbar westlich des Bahngleises/Westringes (östlich des Sportplatzes).   

Ungefähre Lage des jüdischen Friedhofes in Finsterwalde auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das "Straßenverzeichnis" weiter zu "Westring". Der jüdische Friedhof lag wie oben beschrieben an der Ecke Frankenaer Weg /Westring.

Link: Website der Stadt Finsterwalde    
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 338-339. 
    
    
    
Forst (Lausitz) (SPN, beziehungsweise Zasieki, PL)          
    
 Der jüdische Friedhof in Forst wurde um 1900 angelegt. Er liegt in dem heute polnischen Teil von Forst (Zasieki). In der NS-Zeit soll der Friedhof nicht geschändet worden sein. Bis um 1990 war der Friedhof jedoch verwüstet und zugewachsen. 1992 wurde er wieder - soweit möglich - hergerichtet. 
    
Lage des Friedhofes: Der Friedhof liegt an der ehemaligen Teplitzer Straße außerhalb der Neustadt.           
    
Fotos

Forst Friedhof 010.jpg (63140 Byte) Forst Friedhof 012.jpg (59090 Byte) Forst Friedhof 011.jpg (53317 Byte) Forst Friedhof 013.jpg (75843 Byte)
Teilansichten des Friedhofsgeländes    Grabstein für Hermann Goldschmidt (1881-1936)
   

Link: Website der Stadt Forst (Lausitz) 
Informationsseite "Geschichte der Juden in Forst" (von hier sind die obigen Fotos!)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 90; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 340-341.   
    
    
    
Frankfurt/Oder (FF)               
    
Zur Geschichte der Friedhöfe: Die mittelalterliche jüdische Gemeinde in Frankfurt/Oder brachte ihre Toten Ende des 13./Anfang des 14. Jahrhunderts zu einem jüdischen Friedhof - damals ein privates Grundstück einer Kaufmanns- und Ratsfamilie - bei der slavischen Siedlung Slivitz. Er lag vermutlich südöstlich, an den Berghängen der heutigen Stadt Slubice (Dammvorstadt). 
   
1399 erhielten die Juden der Stadt einen eigenen Friedhof, der in den folgenden Jahrhunderten trotz verschiedener Verfolgungen und Vertreibungen der Juden aus der Mark (1510/1571) nicht zerstört wurde. Er wurde bis 1490 und dann wieder von 1540 bis 1572 belegt. Der Friedhof wurde 1867 und 1919/20 erweitert. 1868 ist eine mit schwarzglasierten Steinen verkleidete Trauerhalle gebaut wurden, die im Februar 1944 bei einem Luftangriff zerstört wurde. 1937 konnte unter Aufsicht der Gestapo ein Ehrendenkmal für die Gefallenen des 1. Weltkrieges eingeweiht werden. Die letzte Beisetzung in der NS-Zeit fand am 11. Dezember 1944 statt. Ab Februar 1945 gehörte das Friedhofsgelände zum Bereich der Hauptkampflinien um Frankfurt. Auf dem Hauptweg zur Trauerhalle wurden gefallene deutsche Soldaten beerdigt.
  
Ende der 1970er-Jahre wurde der Friedhof von den polnischen Behörden vollständig abgeräumt und eingeebnet. Auf dem Gelände wurde ein Motel gebaut. Die Friedhofsfläche umfasste 207,37 ar. Seit den 1990er-Jahren gab es Bemühungen um eine Erneuerung des Friedhofes. Das Motek wurde abgebrochen. Im Mai 2008 wurde mit einer Gedenkzeremonie die Würde des Friedhofes wieder hergestellt. Das Grundstück wurde umzäunt und verschlossen. Es sind drei Gräbmäler (sowie Grabsteinfragmente) erhalten, darunter eines für Josef Meir, genannt Theomin, der seit 1781 Rabbiner der Frankfurter jüdischen Gemeinde war (Verfasser u.a. des Werkes 'Per megadim' = Die süße Frucht; eine Interpretation der koscheren Speiseregeln). Seit 2009 ist das Stadtarchiv im Besitz einer Kopie eines Belegungsbuches des Friedhofes für die Jahre von 1677 bis 1866, in dem etwa 1.200 Beisetzungen dokumentiert sind (siehe Artikel unten). Anfang 2014 wurde der Friedhof in die Denkmalsliste der Wojewodschaft Lubuskie aufgenommen. 
   
Zur Anlage eines neuen jüdischen Friedhofes stellte die Stadt 2008 ein Grundstück zur Verfügung. Der Friedhof wurde im Juni 2011 eingeweiht (siehe Presseartikel unten).  
  
Aus der Geschichte des Friedhofes  
Ein Kriegerdenkmal wird auf dem Friedhof eingeweiht (1920)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 17. September 1920: "Auf dem Jüdischen Friedhof zu Frankfurt a. Oder fand kürzlich die Enthüllung eines Kriegerdenkmals statt. Der Vorsitzende der Ortsgruppe des Vereins jüdischer Frontsoldaten übergab mit beredten Worten das Denkmal dem Schutz der Gemeinde. Alsdann hielt Rabbiner Dr. Salomowski die Gedenkrede, in der er auf das Heldentum und die Tapferkeit der jüdischen Soldaten hinwies".        

Neuere Berichte zum Friedhof    

Mai 2008: Überschrift eines Artikels aus der Märkischen Oderzeitung vom 16. Mai 2008: "Gebet für einen großen Rabbiner. Auf dem einstigen jüdischen Friedhof von Frankfurt (Oder) in Slubice fand gestern eine bemerkenswerte Zeremonie statt. 63 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Würde der Totenstätte jetzt wieder hergestellt.  Zu diesem Artikel aus der MOZ (pdf-Datei).
   
Dezember 2008: Pressemitteilung vom 2. Dezember 2008: Jüdischer Friedhof entsteht in Frankfurt (Oder) - Gemeinde unterzeichnet Kaufvertrag - Alter Friedhof liegt im heutigen Polen.  (Artikel zitiert aus www.berlinonline.de
Frankfurt (Oder) (ddp-lbg). In Frankfurt (Oder) wird wieder ein jüdischer Friedhof eingerichtet. Vertreter der Stadtverwaltung und des Brandenburger Landesverbandes der Jüdischen Gemeinden unterzeichneten am Dienstag den Kaufvertrag für ein 2800 Quadratmeter großes Grundstück in der Nähe des Hauptfriedhofs, wie ein Rathaussprecher am Dienstag mitteilte. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Es hieß lediglich, dass das Areal zum Marktwert veräußert werde. Mit dem neuen Friedhof soll der Tatsache Rechnung getragen werden, dass es seit zehn Jahren wieder eine Jüdische Gemeinde in Frankfurt gibt, wie es weiter heißt. Ihr gehören heute weit mehr als 200 Mitglieder an, hauptsächlich Einwanderer aus GUS-Republiken. Vor einigen Jahren hatte die Stadtverwaltung der Gemeinde bereits ein Gotteshaus zur Verfügung gestellt, in dem die Mitglieder unter anderem einen Betraum gestalteten. Im März dieses Jahres bekam die Gemeinde als erste in Brandenburg seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wieder eine eigene Thorarolle für Gottesdienste. Der ursprüngliche, bereits 1399 angelegte jüdische Friedhof von Frankfurt (Oder) gehört zu den ältesten dieser Anlagen in Europa und war bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts für Bestattungen genutzt worden. Nach 1945 kam das östlich der Oder gelegene Areal zur polnischen Stadt Slubice. Das verwilderte Gelände wurde in den 80er Jahren eingeebnet. Im Jahr 2004 übernahm die Jüdische Gemeinde Szczecin (Stettin) von der Stadt Slubice das lange Jahr im Privatbesitz befindliche Gelände. Kurz darauf wurden dort Gedenksteine für drei Frankfurter Rabbiner aufgestellt. Darunter ist der 1792 beigesetzte Joseph Teomin, der im 18. Jahrhundert in Frankfurt die Kommentare zu den jüdischen Speisegesetzen verfasst hatte. Die Initiative für die Einrichtung eines neuen Friedhofs war von Vertretern der 1998 wieder gegründeten Frankfurter Gemeinde ausgegangen, wie der Stadtsprecher weiter sagte. Sie hätten die Stadt gebeten, bei der Suche nach einem geeigneten Grundstück zu helfen. Im Juni stimmte der Hauptausschuss des Stadtparlaments dem Verkauf des ausgewählten Grundstücks zu. Für die Juden ist der Friedhof ebenso bedeutsam wie ihre Synagoge, er gilt als heiliger Ort. Im Hebräischen wird der jüdische Friedhof als «Haus des ewigen Lebens» oder «Haus der Ewigkeit» bezeichnet. Die Frankfurter Synagoge war 1938 zerstört worden. Im November 2006 hatte die Schändung des Gedenksteins für die Synagoge durch Jugendliche weithin für Entsetzen gesorgt."  
  
Frankfurt Oder Friedhof PA 200903.jpg (173273 Byte)Mai 2009: Artikel von Ralf Loock in der "Märkischen Oderzeitung" vom 2. Mai 2009: "Buch zum jüdischen Friedhof gefunden. Rund 1200 Beerdigungen von 1677 bis 1866 sind dokumentiert.  
Das Jüdische Museum in Frankfurt/Main hat dem Stadthistoriker Eckard Reiß aus Frankfurt (Oder) eine Kopie des Belegungsbuches des alten jüdischen Friedhofes in der Dammvorstadt, dem heutigen Slubice, zur Verfügung gestellt. Ein sensationeller Fund, wie Reiß sagt. Am Montag wird auf dem Friedhof Rabbiner Theomom gedacht. 
Zum weiteren Lesen: Artikel links anklicken.
Dank für die Zusendung der Artikel an Thomas Schmidt!   
  
Video zum jüdischen Friedhof  
 
  
Mai 2011: Artikel in der "Lausitzer Rundschau" vom 17. Mai 2011 (Artikel): "Unbekannter Toter von Havelteich identifiziert
Slubice Rabbiner zum Gedenken in Slubice Juden aus mehreren Ländern haben am Montag im polnischen Slubice an den 1792 gestorbenen Rabbiner Joseph Theomin erinnert. Am Montag waren zehn orthodoxe Rabbiner aus Israel und den USA zu der Zeremonie angereist.
Das Gelände des ehemaligen jüdischen Friedhofs der Stadt Frankfurt (Oder) liegt im benachbarten Slubice im heutigen Polen. Der einstige Friedhof gilt als eine der ältesten jüdischen Begräbnisstätten in Mitteleuropa."   

Lage: Der alte Friedhof lag auf der Ostseite der Oder außerhalb der Stadt (im Bereich des heute polnischen Slubice), jenseits der "Kuhburg" auf dem Judenberg in der Straßengabelung der Chausseen nach Reppen und Crossen.  
   
  
Juni 2011: Neuer jüdischer Friedhof eröffnet   

Artikel in der "Märkischen Oder-Zeitung" vom 27. Juni 2011 (Artikel mit 33 Fotos): "Jüdischer Friedhof in Frankfurt (Oder) eröffnet
Frankfurt (Oder)
(moz) Es war eine feierliche Eröffnung, die viele in Frankfurt (Oder) lebende Juden herbeigesehnt haben. Der bislang fehlende eigene Friedhof ist für ihre Religion von zentraler Bedeutung. Gestern wurde die Begräbnisstätte übergeben.
Shaul Nekrich hält ein Mikrofon, er spricht laut einige Gebete. Die Worte des Landesrabbiners schallen über die noch spärlich begrünte Fläche, die in den nächsten Jahren zur letzten Ruhestätte für Frankfurter Juden werden soll. Anschließend setzen sich die rund 100 Gäste in Bewegung. Sieben Mal wird der neue Friedhof umrundet, dann ist der heilige Akt abgeschlossen. Viele zur Eröffnung gekommene Menschen wirken erleichtert.
'Für uns waren die Bestattungen bislang ein großes Problem', sagt Volodymyr Levytzkyy, Vorsitzender der rund 200 Mitglieder starken jüdischen Gemeinde in der Oderstadt. Nach den Regeln ihrer Religion brauche jeder Verstorbene einen eigenen Platz und ein unbegrenztes Ruherecht. Dies könne auf kommunalen Friedhöfen nicht gewährleistet werden, da dort alte Gräber mitunter wieder für Bestattungen freigegeben werden.
Seit der Teilung der Oderstadt 1945 befindet sich die Begräbnisstätte auf polnischer Seite in Slubice. Sie wird längst nicht mehr benutzt, heute steht auf dem Areal ein Hotel. Viele Juden hätten ihre Angehörigen daher in Cottbus oder Potsdam beigesetzt, wo noch jüdische Friedhöfe existieren, sagt Levytzkyy. Oder die Begräbnisse seien auf dem Frankfurter Hauptfriedhof erfolgt. Jetzt habe man auf dem 2800 Quadratmeter großen Areal neben dem Hauptfriedhof genügend Platz für 250 Grabfelder. 'Auch Umbettungen hierher sind möglich', sagt er.
'Unsere Gelehrten sagen, dass dieses Land ein Stück des Landes Israel wird', sagt der Landesrabbiner Nekrich, der seit Ende des vergangenen Jahres im Amt ist. In der jüdischen Religion gelte ein Friedhof als ein 'Haus der Lebenden'. Das Leben werde nur als ein Zwischenstopp angesehen. 'Die andere Welt ist das Haus, das Stetige.' Deshalb müsse jede Gemeinde einen eigenen Begräbnisort besitzen. 'Und daher ist dieses Ereignis eines der wichtigsten der letzten Jahre in Brandenburg', meint der 32-Jährige.
Im jüdischen Glauben habe ein Friedhof eine noch größere Bedeutung als eine Synagoge, ergänzt Gennadi Kushnir, Vorsitzender des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden, der von einem 'denkwürdigen Tag' spricht. Nach seinen Kenntnissen ist der Frankfurter jüdische Friedhof nicht nur der erste, der seit dem Holocaust in Brandenburg errichtet wurde – er ist auch ein Novum in Ostdeutschland. Kushnir erinnert in seiner Ansprache auch an die Ankunft der ersten jüdischen Einwanderer, die vor rund 20 Jahren aus der früheren Sowjetunion nach Brandenburg kamen. 'Wir haben ein Leben ohne Angriffe und Diskriminierung gesucht und es hier gefunden. Trotz der Geschichte haben wir uns für dieses Land entschieden', betont er. Kushnir hofft künftig auf noch mehr Verständnis für seine Religion.
Auch die Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) nennt die bisherige Situation für jüdische Begräbnisse in der Stadt 'höchst unbefriedigend'. Nunmehr werde eine große Lücke geschlossen. Einen Großteil der Kosten in Höhe von 250 000 Euro für den Ankauf der Fläche sowie die Umgestaltung hat das Land übernommen. Derzeit gibt es Kunst zufolge neun jüdische Gemeinden mit rund 1500 Mitgliedern in Brandenburg. Allerdings existierten 60 verwaiste jüdische Friedhöfe im Land. Es sei wichtig, dass sich Schüler- und Jugendgruppen mit diesem Teil der Geschichte beschäftigen. So konnten zahlreiche Friedhöfe wieder in Ordnung gebracht werden.
Als nach der Zeremonie durch den Architekten der Schlüssel übergeben wurde, strahlt Levytzkyy. 'Wir haben es geschafft. Wir haben jetzt einen Friedhof', sagt der Gemeindevorsitzende. Nekrich hingegen verbindet seine Gebete mit dem Wunsch, dass der Platz so lange wie möglich leer bleibe."    
 
Oktober  2011: Sachbeschädigungen und Schmierereien  
Polizeimitteilung der Polizei Brandenburg vom 1. November 2011: "Frankfurt (Oder) - Am 31.10.11, gegen 01:00 Uhr, wurden von der Polizei im Bereich des jüdischen Friedhofes am Südring Sachbeschädigungen und Schmierereien festgestellt. So war ein Hinweisschild auf den Friedhof beschädigt und mit undefinierbaren Schriftzügen beschmiert worden. Am Eingangstor waren mehrere Aufkleber mit Schriftzügen angebracht, die auf einen rechtsradikalen Ursprung hindeuten.
Der polizeiliche Staatsschutz der Polizeidirektion Ost hat die Ermittlungen aufgenommen." 
 
Januar 2014: Der alte jüdische Friedhof erhält Denkmalschutz   
Artikel in der "Märkischen Onlinezeitung" vom 12. Februar 2014: "Denkmalschutz für jüdischen Friedhof.
Slubice
(ahe) Frankfurts alter jüdischer Friedhof steht jetzt unter Denkmalschutz. Das berichtet Slubices ehrenamtlicher Denkmalschützer Roland Semik. Die historische Anlage am Rande der ehemaligen Dammvorstadt, ist demnach in die Denkmalsliste der Wojewodschaft Lubuskie aufgenommen worden..." 
Link zum Artikel     

Link: Website der Stadt Frankfurt/Oder    
Bericht über den jüdischen Friedhof in der ehemaligen Dammvorstadt, jetzt das polnische Slubice.  
Kurzfilm über den jüdischen Friedhof - eingestellt bei Youtube    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 90-91; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 341-345.
Eckard Reiß: Kurze Geschichte des jüdischen Friedhofs Frankfurt (Oder), heute im polnischen Slubice gelegen. Online zugänglich über transodra-online.net   
Frankfurt Makom tov Lit 010.jpg (31575 Byte)Magdalena Abraham-Diefenbach (Hrsg.) / Eckard Reiß (Hrsg.): Makom tov - der gute Ort: Jüdischer Friedhof Frankfurt (Oder) / Slubice. Vergangenheitsverlag Berlin 2012. € 12,90.  Amazon.  
Dazu Artikel in "b2b-deutschland.de" vom 23. März 2012: "Frankfurts vergessener jüdischer Friedhof östlich der Oder. Hbbyhistoriker schildert Geschichte der Grabstätte in einem Buch..."  Link zum Artikel.    
   
   

   
    

Friedland (Niederlausitz) (LOS)            
    
Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Friedland (im Volksmund früher "Jüdisch Friedland" genannt) ist wenig bekannt. Er wurde vermutlich im 18. Jahrhundert bald nach Ansiedlung der ersten Juden (1709) angelegt. Bis 1814 wurden auf dem Friedhof auch die Toten der jüdischen Gemeinde Cottbus beigesetzt. Nach mehreren Erweiterungen umfasste die Friedhofsfläche ca. 19 ar. Auf Grund der Abwanderung der Juden aus Friedland soll der letzte jüdische Friedländer bereits in den 1860er-Jahren hier beigesetzt worden sein. Jedoch wurden bis Ende der 1920er-Jahre noch Juden aus anderen Orten (Lieberose) hier begraben. 1934 wurde der Friedhof von Teilnehmern der Reichsarbeitsdienst-Truppenführerschule auf der Burg Friedland verwüstet. Die Grabsteine wurden danach teilweise als Wegbefestigung zweckentfremdet. 
1988 wurde der Friedhof teilweise wieder hergerichtet (Friedhofsmauer, neues Eingangstor). Auf dem älteren Teil stehen heute noch vier Grabsteine, der jüngste von 1921 (Ida Wolff geb. Meyer). Eine Reihe weiterer Grabsteine aus Sandstein sind teilweise erhalten.  
       
Lage des Friedhofes: Der Friedhof liegt außerhalb der Stadt an der Beeskower Straße 30. 
      
Fotos:    

Friedland Friedhof 010.jpg (48922 Byte) Friedland Friedhof 011.jpg (55670 Byte)
Teilansichten des Friedhofes (Quelle s.u.)   

Link: Website der Gemeinde Friedland (Niederlausitz) mit einem Artikel von Dr. Krüger (Zeitschrift für die Geschichte der Juden 5/1934) über "Die jüdische Gemeinde zu Friedland"
Informationsseite: "Geschichte der Juden in Friedland" mit Fotos (s.o.) 
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 91f ; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 348.
   
   
   
Friesack (HVL)             
   
 Der jüdische Friedhof in Friesack ist möglicherweise noch im 18. Jahrhundert angelegt worden. Der älteste noch lesbare Stein ist von 1829 (Isaac Salomon). Der jüngste Stein ist von 1925. Der Friedhof liegt auf einem kleinen, künstlich wirkenden Hügel, der ungefähr einen halben bis einen Meter über dem ihm umgebenden Gelände liegt, vielleicht ein Hinweis auf eine Belegung des Friedhofes in zwei Schichten. Insgesamt sind noch 17 Grabsteine erhalten. Nach 1945 war der Friedhof in stark verwahrlostem Zustand. 1988 wurde er wieder hergerichtet.    
    
Lage des Friedhofes: Der Friedhof liegt am westlichen Rand der Stadt an der Landstraße nach Rhinow (Klessener Straße), hinter sieben zusammengewachsenen alten Eichen ("Siebenbrüdereiche") zwischen zwei landwirtschaftlichen Gehöften.           
    
Fotos (Quelle): 

Friesack Friedhof 010.jpg (17307 Byte) Friesack Friedhof 011.jpg (17293 Byte)
Teilansicht Grabstein für Julius und Goldine Salomon

Link: Website von Amt und Stadt Friesack   Weitere Private Homepage zu Friesack  mit Fotoseite zum Friedhof (Quelle für die obigen beiden Fotos)
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 92; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 349-351.
   
   
   
Fürstenwalde/Spree (LOS)             
   
 Von einem alten jüdischen Friedhof sind heute keine Spuren mehr erhalten. Er wurde bis zum Juli 1829 belegt und lag dicht neben dem Neuen Tor außerhalb der Stadtmauer. Um 1850 musste der Friedhof einem Sommerlokal der damaligen "Tivoli-Brauerei" weichen. Gegen 1860 wurden auch die Grabsteine beseitigt.
1829 wurde ein neuer jüdischer Friedhof angelegt. Er wurde 1928 erweitert. In der NS-Zeit und danach wurde der Friedhof mehrfach geschändet und weitgehend abgeräumt. Die letzten Grabsteine wurden in den 1980er-Jahren weggebracht. Es sind nur noch etwa 25 Grabsteine erhalten. Die ehemals vorhandene Friedhofshalle wurde in der NS-Zeit zerstört. 1988 wurde eine Gedenktafel an der Friedhofsmauer angebracht. Der jüdische Friedhof steht unter Denkmalschutz (Verzeichnis der Denkmale des Landkreises Oder-Spree 036-01-39).
Im Oktober 1995 und im Mai 1997 wurde der Friedhof geschändet (jeweils aufgesprühte rechtsradikale Parolen und Symbole).     
    
Lage des Friedhofes: Der (neue) Friedhof liegt an der Frankfurter Straße/Ecke Grünstraße. 

Lage des jüdischen Friedhofes in Fürstenwalde auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und 
über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof, jüd.". 

Link: Website der Stadt Fürstenwalde/Spree  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 93; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 351-353. 
     
     
     
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Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer. Berlin 1992.
Herbert Sander: Jüdische Friedhöfe in der Mark Brandenburg. Malerei - Grafik - Fotografie. Buch zur Ausstellung in der Orangerie im Park Sanssouci 23. September bis 17. Oktober 1993.
Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994.
Michael Brocke/Christiane E. Müller: Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001.

     
       

      

      

 

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Stand: 22. Januar 2017