Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Aktuell: Projekt der Universität Potsdam: "Jüdische Friedhöfe in Brandenburg"    

  
Jüdische Friedhöfe in Brandenburg: Orte P - Z

Perleberg (PR)

Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Perleberg ist wenig bekannt. Der älteste auf dem Friedhof noch lesbare Stein datiert von 1866 (Selig Jacoby, gest. November 1866); die letzte Beisetzung fand im Februar 1928 statt. Der Friedhof wurde in der NS-Zeit teilweise zerstört. Nach 1945 wurde er - soweit möglich - wieder hergerichtet. Das etwa 10 ar große Gelände wird von einem Weg geteilt. Rechts stehen noch 19 Grabsteine. Gleichfalls ist ein Gedenkstein (Findling mit Aufschrift) zum Gedenken an die in der NS-Zeit umgekommenen Juden aufgestellt.
   
Im April 2001 wurde der Friedhof von vier Jugendlichen verwüstet. Im September 2004 kam es zu einer weiteren Schändung des Friedhofes, wobei vier Grabsteine umgestoßen und beschmiert wurden. Vier Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren wurden als Täter ausfindig gemacht. Ein weiteres Mal wurde der Friedhof im August 2008 geschändet - der Täter könnte im März 2009 gefasst werden: 

Pressemitteilung vom 20.8.2008: Jüdischer Friedhof: Unbekannte werfen Grabsteine um. Unbekannte haben auf dem jüdischen Friedhof in Perleberg (Prignitz) vier Grabsteine in der Nacht zu heute umgeworfen. Ein rechtsextremer Hintergrund der Tat könne nicht ausgeschlossen werden, sagte eine Polizeisprecherin. Bisher gebe es aber noch keine Hinweise in diese Richtung. Die Kriminalpolizei ermittelt wegen Störung der Totenruhe.
 
Artikel in der "Märkischen Allgemeinen" vom 14. März 2009 (Artikel): "Justiz: Antisemitische Straftäter festgenommen. 
NEURUPPIN - Wie die Staatsanwaltschaft Neuruppin gestern mitteilte, ist es am Donnerstag gelungen, mutmaßliche Täter von zwei antisemitisch motivierten Straftaten dingfest zu machen. Dabei handelt es sich um einen 22-jährigen Erwachsenen und einen 20-jährigen Heranwachsenden. Letzterem wird unter anderem zur Last gelegt, in der Nacht vom 19. zum 20. August 2008 den Jüdischen Friedhof in Perleberg geschändet zu haben. Er soll dort Grabsteine umgeworfen und Blumen aus Kübeln gerissen haben. 
Gemeinsam mit dem 22-Jährigen wird er verdächtigt, vom 4. zum 5. Juni 2008 einen Anschlag auf die Gedenkstätte für Opfer des Todesmarsches vom Konzentrationslager Sachsenhausen in Below (Belower Wald bei Wittstock) verübt zu haben. Die beiden hatten versucht, eine Scheibe der Gedenkstätte mit einem Vorschlaghammer einzuschlagen, was jedoch nicht gelang, weil die Scheibe aus Sicherheitsglas bestand. Da sie Gefahr liefen, entdeckt zu werden, flohen sie, ohne noch Schlimmeres anzurichten. 
Die Beschuldigten, von denen sich einer als "national eingestellt" bezeichnet, haben sich zu den Taten geständig eingelassen, zur Motivation aber keine Angaben gemacht. Es handelt es sich um einen Wittstocker und einen Perleberger. Beide stehen übrigens unter Bewährung. Sie sind der Perleberger Polizei einschlägig bekannt und schon mehrmals strafrechtlich in Erscheinung getreten. Gegen sie wurde gestern Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts der gemeinschaftlichen gemeinschädlichen Sachbeschädigung sowie der Störung der Totenruhe beantragt. (MAZ)     
Artikel von Dagmar Simons in der "Märkischen Allgemeinen" vom 20. März 2009 (Artikel):
JUSTIZ: "Sie sind rechtsextreme Chaoten" - Zwei junge Männer wurden gestern in Neuruppin zu Haftstrafen verurteilt. 
WITTSTOCK
- Freitag, der 13. war für den Perleberger Andreas B. und den Wittstocker Niklas H. kein Glückstag. An diesem Tag wurden die beiden festgenommen und sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Gestern wurden sie vom Neuruppiner Amtsgericht wegen gemeinschaftlicher Störung der Totenruhe und gemeinschädlicher Sachbeschädigung verurteilt: Andreas B. (20) zu einem Jahr, Niklas H. (22) zu zehn Monaten Haft. Damit entsprach das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Für die Richter stand fest, dass die beiden, nachdem sie einige Tage zuvor das Gelände der Mahn- und Gedenkstätte Belower Damm in Wittstock ausgekundschaftet hatten, in der Nacht zum 5. Juni vergangenen Jahres wiederkamen – bewaffnet mit einer Axt und einem Baseballschläger. Niklas H. schlug eine bepflanzte Blumenschale vor dem Mahnmal um. Andreas B. ging zum Museumsgebäude und schlug mindestens dreimal auf das Sicherheitsglas ein – das stand hielt. Als die Beleuchtung anging, suchten beide das Weite. Zweieinhalb Monate später begab sich Andreas B. zum jüdischen Friedhof in Perleberg, sprang über den Zaun, stieß vier Grabsteine um, riss Blumen aus einem Blumenkübel und verstreute sie. Bereits 2004 war er auf dem Friedhof in gleicher Weise gewesen. Dafür war er vom Gericht verwarnt worden. Der Besuch bei der Gedenkstätte sei spontan gewesen, sagte Andreas B. gestern. Er habe sich daran beteiligt, um nicht als "Weichei" dazustehen. Niklas H. dagegen wollte nach eigenen Angaben seinen persönlichen Frust dort abreagieren. Von spontan könne wohl nicht die Rede sein, wenn man Tage vorher das Gelände ausspioniere, so Staatsanwalt Torsten Lowitsch. Auch die von den Angeklagten vorgebrachten Motive konnten weder ihn noch das Gericht überzeugen. "Um seinen Frust abzureagieren, fährt man nicht von Wittstock zur elf Kilometer entfernten Gedenkstätte", so Lowitsch. "Sie sind rechtsextreme Chaoten und haben aus Überzeugung gehandelt. Deshalb sind Sie nicht zum nächsten Laden gegangen und haben dort die Scheiben eingeschlagen." Außerdem sprächen die bei den Angeklagten bei einer Hausdurchsuchung am 12. März gefundenen Gegenstände wie Baseballschläger, Quarzhandschuhe sowie Fahnen mit Keltenkreuz für ihre Gesinnung. Die will Niklas H. allerdings nach eigenen Angaben seit gestern aufgegeben haben. "Es waren ganz eindeutig rechtsextreme Motive", sagte der Vorsitzende Richter Gerhard Pries. Anders als die Verteidigung sah er keinen Grund, die Strafen zur Bewährung auszusetzen. Die Täter standen unter Bewährung, als sie die Gedenkstätte schändeten. Auch von aufrichtiger Reue sei bei ihnen nichts zu spüren gewesen, so Pries. "Sie bereuen nur, dass sie auf der Anklagebank sitzen." Das Gericht hob die Haftbefehle gestern auf. Die Angeklagten durften erst einmal nach Hause gehen und sind in Freiheit – bis die Aufforderung zum Haftantritt kommt.  

Lage: Der Friedhof liegt nördlich der Altstadt in der Sophienstraße.

Lage des jüdischen Friedhofes in Perleberg auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof, jüd.". 

Link: Website der Stadt Perleberg 
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 103; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 548-549.
  
   
   

Potsdam (P)   

Zur Geschichte des Friedhofes: Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden zunächst in Berlin beigesetzt. 1743 schenkte Friedrich II. den in Potsdam lebenden Juden ein Stück Land zur Anlage eines Friedhofes. Im Oktober 1743 konnte er eröffnet werden. 1801 wurde er mit einer festen Mauer umgeben (repariert/erneuert in den Jahren 1806, 1810, 1822, 1827 und 1835/36). Dazu ist eine einfache Leichenhalle erstellt worden (ersetzt durch Neubauten 1856 und 1881). Der Friedhof wurde mehrfach erweitet, zuletzt 1910 bis 1912. Damals wurde auch die bis heute bestehende Friedhofshalle erbaut (Architekten Bornstein und Kopp). Die Friedhofsfläche umfasst etwa 100 ar, wobei nur etwa die Hälfte der Fläche belegt ist. Der Friedhof ist insgesamt gut erhalten. 
Aus dem 18. Jahrhundert sind noch zahlreiche Steine vorhanden, darunter auch der älteste Grabstein für die am 25. Februar 1743 hier beigesetzte Frau "Edel". Auch die Gräber und Grabsteine vieler bekannter jüdischer Persönlichkeiten der Stadt sind erhalten. Insgesamt wurden im Zusammenhang mit einer Dokumentation von ca. 1990 522 Grabstätten gezählt. 1992 wurde der Friedhof durch ein dreiwöchiges Workcamp von Jugendlichen aus fünf Ländern hergerichtet.
Der Friedhof war bereits des öfteren Ziel rechtsradikaler Anschläge. U.a. fanden im Jahr 2000 zwei Anschläge statt. Anfang Januar 2001 wurde ein Brandanschlag auf die Friedhofshalle durchgeführt.  
In Presseberichten vom Dezember 2011 (Artikel in der "Märkischen Allgemeinen" vom 13. Dezember 2011 "Bald kein Platz für Gräber / Trauerhalle wird saniert", Link zum Artikel) wurde mitgeteilt, dass der Friedhof in absehbarer Zeit voll belegt ist. In Potsdam wurden in den vergangenen Jahren nicht nur Beisetzungen von Toten aus der Stadt, sondern auch aus Königs Wusterhausen, Brandenburg (Havel) und Bernau vorgenommen. Durchschnittlich waren dies zehn Beisetzungen pro Jahr (bei steigender Tendenz auf Grund der Demographie). Da höchstens noch ca. 80 Gräber angelegt werden könnten, dürfte der Friedhof in etwa fünf Jahre (ca. 2016) voll belegt sein. Eine Erweiterungsfläche wurde zunächst im Areal zwischen Puschkinallee, Nedlitzer Chaussee und der Straße "Am Pfingstberg" für möglich gehalten.  
2011/12 wurde die Kuppelhalle (Trauerhalle) des Friedhofes saniert. 
 
 
Neuer jüdischer Friedhof im Bereich des kommunalen Friedhofes (ab 2012).  
Nach Informationen vom Juni 2012 (Artikel in der "Märkischen Allgemeinen" vom 12. Juni 2012 "Stadt will jüdische Gräber auf kommunalem Friedhof einrichten", Link zum Artikel) wird ab August 2012 eine rituelle Beisetzung von jüdischen Verstorbenen auch auf dem kommunalen Friedhof möglich sein. Dafür ist ein Bereich im westlichen Teil des Friedhofes in der Heinrich-Mann-Allee vorgesehen, in dem bisher keine Beisetzungen stattgefunden haben. Bis zu den ersten Beisetzung muss die Fläche planiert und mit Hecken und Sträuchern bepflanzt werden.      
   
Lage: Der bisherige jüdische Friedhof liegt am nördlichen Rand von Potsdam am Westhang des "Pfingstberges" (bis Anfang des 19. Jahrhunderts "Eichberg", seit Anlegung des Friedhofes auch "Judenberg" genannt) hinter der russischen Kirche oberhalb des "Russischen Viertels" in der Nähe vom Belvedere; Adresse: Puschinallee 18. 
     
Link: Website der Stadt Potsdam 
Informationsseiten zum jüdischen Friedhof in Potsdam: Link 1, Link 2
Möglichkeiten der Führung über den Friedhof: siehe Seiten von Rosemarie Köhler
Literatur: Robert Kaelter: Geschichte der jüdischen Gemeinde zu Potsdam. Reprint. Edition Hentrich Berlin 1993; Martina Strehlen: Der jüdische Friedhof in Potsdam. Geschichte und älteste Grabsteininschriften [1743-1849]. Berlin 1992; Zeugnisse jüdischer Kultur S. 103-106; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 555-562; Brocke/Müller S. 221-222
.   
      
     
       

Prenzlau (UM)

Zur Geschichte der Friedhöfe: In Prenzlau gab es bereits einen jüdischen Friedhof im Mittelalter. In einer Urkunde von 1355 wird ein "Joden kerkhoff" genannt, der damals vermutlich angelegt werden konnte. Er lag an der jetzigen Friedhofstraße, gegenüber dem heutigen Stadtfriedhof. Noch im 19. Jahrhundert nannte man hier ein Ackerstück "Gelen Kewer" (Kewer hebräisch = Grab). Wie lange dieser Friedhof belegt wurde, ist nicht bekannt. Es ist nichts mehr von diesem Friedhof erhalten.
1716 wurde ein jüdischer Friedhof im Bereich des heutigen Stadtparks (alter Friedhof) angelegt. Er wurde 1748, 1773, 1799, 1840 und 1846 erweitert. Beisetzungen fanden auf diesem Friedhof bis 1919 statt. 1935 wurde die jüdische Gemeinde von der Stadt aufgefordert, den Friedhof zu schließen und das Gelände zu räumen. 1938 wurde der Friedhof zerstört und die Steine als Straßenpflaster benutzt. Heute ist die Friedhofsfläche Teil des Stadtparkes.
1881 kaufte die jüdische Gemeinde am Stadtrand vor dem Schwedter Tor ein Grundstück zur Anlage eines neuen Friedhofes. Dieser wurde mit einer ersten Beisetzung 1896 eingeweiht. 1897 wurde eine Friedhofshalle gebaut.  Bis in die 1930er-Jahre wurden über 100 Beisetzungen vorgenommen. Die Friedhofsfläche umfasst 51 ar. Der Friedhof wurde 1938 geschändet, blieb jedoch im Wesentlichen erhalten. Nach 1945 wurden immer wieder Grabsteine gestohlen. Insgesamt ist der Friedhof jedoch relativ gut erhalten.

Lage: Der alte Friedhof liegt beziehungsweise lag beim Wasserturm. 
Der neue Friedhof befindet sich in der Puschkinstraße 60.

Lage des neuen jüdischen Friedhofes in Prenzlau auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof, jüd.". 

Link: Website der Stadt Prenzlau
Literatur: Germania Judaica II,2 S. 662f; III,2 S. 1152f; Zeugnisse jüdischer Kultur S. 106f; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 563-565. 
  
   
   

Pritzwalk (PR)

Zur Geschichte der Friedhöfe: In Pritzwalk bestand bereits im Mittelalter ein jüdischer Friedhof (1364 genannt). Möglicherweise ist er identisch mit dem im Stadtplan 1724 eingetragenen jüdischen Friedhof, der in östlicher Richtung vor dem alten Kemnitzer Tor lag. 
Im 18. oder 19. Jahrhundert wurde ein jüdischer Friedhof im östlichen Teil des Stadtfriedhofes angelegt. Dieser wurde in der NS-Zeit oder danach zerstört und abgeräumt und ist nach 1945 als Gedenkstätte gestaltet worden. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 1,5 ar. 1935 war die Fläche noch etwa 6 ar. Ein Gedenkstein ist vorhanden.

Lage: Der Friedhof liegt im östlichen Bereiches des kommunalen Friedhofes Pritzwalk.

Lage des jüdischen Friedhofes in Pritzwalk auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof, Pritzwalk" (der jüdische Friedhof liegt im östlichen Bereich dieses Friedhofes). 

Link: Website der Stadt Pritzwalk  
Literatur: Germania Judaica II,2 S. 664f; Zeugnisse jüdischer Kultur S. 107; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 565f.
  
   
   

Rathenow (HVL)

Zur Geschichte der Friedhöfe: Ein jüdische Friedhof konnte in Rathenow vermutlich im 18. Jahrhundert angelegt werden (alter jüdischer Friedhof). Er ist auf einem Stadtplan von 1802 eingetragen. Er wurde bis zum Anfang des 20.Jahrhunderts belegt. Vermutlich wurde er in der NS-Zeit oder danach zerstört und abgeräumt. Von ihm ist heute nichts mehr erhalten. 
Ein neuer jüdischer Friedhof entstand 1905. Bis 1942 wurde er belegt. In der NS-Zeit und danach wurde er zerstört und weitgehend abgeräumt. 1941 waren die Grabsteine durch sechs Jugendliche (des "Jungvolkes") zerstört und ein größeres Loch in die Umfassungsmauer des Friedhofes geschlagen worden. Nach 1945 ist er als schlichte Grünfläche hergerichtet worden. Etwa 13 Grabsteine sind erhalten, die 1993 auf einem Fundament entlang der Mauer aufgestellt wurden. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 20 ar. 

Lage: Der alte Friedhof lag am Südende der Goethestraße. Der neue Friedhof liegt an der Neu-Friedrichsdorfer Straße 17

Lage des jüdischen Friedhofes in Rathenow auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof, Neu-Friedrichsdorf". 

Link: Website der Stadt Rathenow  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 107; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 570-572.
  
   
   

Rossow bei Wittstock (OPR)

Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Rossow ist nur wenig bekannt. Er wurde bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts belegt (1855?). Bereits um 1920 wird er als "verfallen" bezeichnet. Um 1950 sollen noch etwa 30 Gräber sichtbar gewesen sein. 1989 waren noch Reste von zwei Grabsteinen vorhanden. Das Grundstück ist nicht von einer Mauer oder Hecke umgeben.

Lage: Der Friedhof liegt westlich des Ortes: vom Ortsausgang aus auf einem Waldweg von der Landstraße nach Wittstock zur Bahnstrecke, links im Wald.

Link: Website der Gemeinde Rossow (noch nicht vorhanden) 
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 107; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 580f.
   
    
   
Schenkendöbern (SPN)    

Juni 2009: Jüdischer Friedhof eingeweiht  
Schenkendoebern Friedhof 010.jpg (41667 Byte)Die sterblichen Überreste jüdischer KZ-Häftlinge finden ihre letzte Ruhe. (FOTO: DPA) 
Artikel in der "Mitteldeutschen Zeitung" vom 19.6.2009 (Artikel bei mz-web.de)    
"Friedhof für jüdische Opfer - Würdige Grabstätte in Brandenburg geweiht.
Ein jüdischer Friedhof mit den sterblichen Überresten eines Massengrabes von Opfern des KZ-Außenlagers Lieberose ist jetzt in der Gemeinde Schenkendöbern (Spree-Neiße) geweiht worden. Dort waren in den Jahren 1958 und 1971 in einer ehemaligen Kiesgrube bei Staakow Überreste von 589 Opfern gefunden worden. Obwohl die Gebeine geborgen wurden, blieb ein Teil zunächst unentdeckt. Ihre Weihe und Nachbestattung nahm der amtierende Rabbiner der Jüdischen Gemeinde Frankfurt / Main, Menachem Halevi Klein, vor. 
Die Gemeinde hatte auf Bitten des Zentralrates der Juden in Deutschland und der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten den Bereich um das Massengrab mit Mitteln des Landes in würdiger Form gestaltet. Im Februar 1945 hatte die SS bei der Auflösung des KZ-Außenlagers im Staakower Nachbarort Jamlitz (Dahme-Spreewald) 1 342 kranke und transportunfähige KZ-Häftlinge ermordet. Die 589 zumeist ungarischen und polnischen Juden wurden in einer Kiesgrube verscharrt. 
Nach den Überresten der verbliebenen 753 Opfer des Massakers soll weiter gesucht werden, nachdem eine dreiwöchige Suche in Jamlitz bis Mitte Mai erfolglos geblieben war. Dort sollen nach Zeugenaussagen die Leichen damals verscharrt worden sein. Gefunden wurden bisher Barackenreste, Kochgeschirr und Utensilien von Häftlingen. Das legt den Schluss nahe, dass man noch fündig werden kann. Das Lager Lieberose gehörte zum rund 200 Kilometer entfernten faschistischen KZ Sachsenhausen in Oranienburg (Oberhavel). DPA." 
Weitere Informationen: ausführlicher ist der Artikel von Sabine Steinbeiß in der "Märkischen Oderzeitung" vom 17. Juni 2009 (pdf-Datei) 
(zugesandt von Thomas Schmidt)   

 
    

Schwedt/Oder (UM)

Schwedt Friedhof 010.jpg (96486 Byte)Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Schwedt wurde bereits im 17. Jahrhundert angelegt. Bis 1709 wurden auch die in Angermünde verstorbenen Juden hier beigesetzt. Die Friedhofsfläche umfasst etwa 75 mal 25 m. Es sind noch 121 Grabsteine aus dem 18. bis 20. Jahrhundert erhalten (Stand 2004). Die ältesten Steine befinden sich im westlichen Teil des Friedhofes. Im Dezember 1942 wurde noch der Kaufmann Hugo Meinhardt (1872-1942) hier beigesetzt. Die Friedhofshalle ist gleichfalls erhalten.
Im Dezember 2000 wurde der Friedhof geschändet. Dabei wurde auf die Friedhofsmauer eine große SS-Rune gesprüht. Weitere Nazi-Symbole fanden sich auf einer gegenüberliegenden Hauswand. Im Sommer 2008 wurden Grabsteine restauriert; im Januar 2009 im im Oktober 2013 wurde der Friedhof erneut geschändet.    

Pressemitteilung vom 22.8.2008: Schwedt setzt Gräber auf jüdischem Friedhof instand
Schwedt (dpa/bb) - Auf dem jüdischen Friedhof Schwedt (Uckermark) werden durch Witterung beschädigte Gräber jetzt instand gesetzt. Eine Firma sei beauftragt noch in diesem Monat mit den notwendigen Arbeiten zu beginnen, teilte die Stadt heute mit. Grabsteine seien aufgrund ihres hohen Alters und durch Witterungseinflüsse an Fundamenten und Verankerungen beschädigt. Umgestürzte Grabsteine sollten aufgerichtet und befestigt werden. Die Maßnahme diene auch dem Erhalt des kulturhistorisch wertvollen Zeitzeugnisses. Zum Tag des offenen Denkmals, am 14. September, seien Führungen über den Friedhof vorgesehen, der im 17. Jahrhundert angelegt worden war.  
   
Pressemitteilung vom 16.10.2008: Schmierereien auf Jüdischem Friedhof in Schwedt entdeckt. 
Schwedt (Oder) (ddp-lbg). Der Jüdische Friedhof in Schwedt ist geschändet worden. Wie ein Polizeisprecher am Donnerstag mitteilte, wurden die Friedhofsmauer und die Rückseite eines Grabsteins beschmiert. Dort seien mit silberner Farbe die Buchstaben "FSK" aufgesprüht worden. Eine Polizeistreife hatte die Schmierereien am Mittwoch entdeckt. Anhaltspunkte für eine politisch motivierte Straftat gebe es bisher nicht, sagte der Sprecher. Die Polizei ermittle aber "in alle Richtungen". 
  
Pressemitteilung vom 26.01.2009:  Jüdischer Friedhof geschändet - Steine umgeworfen
Schwedt (dpa/bb) - Auf dem jüdischen Friedhof in Schwedt (Uckermark) sind elf Grabsteine umgeworfen worden. Ob diese Tat in der Nacht zu Sonntag einen politisch motivierten Hintergrund hat, kann die Polizei noch nicht sagen. Es werde in alle Richtungen ermittelt, teilte die Behörde am Montag. Die Polizei sucht Zeugen. Zur Höhe des Sachschadens konnten noch keine Angaben gemacht werden. Der Friedhof wurde im 17. Jahrhundert angelegt. Durch Witterung beschädigte Grabsteine waren im vergangenen Jahr instandgesetzt worden.  
 
Pressemitteilung vom 22. Oktober 2013: "Grabsteine auf Jüdischem Friedhof umgestoßen. 
Unbekannte Täter haben auf dem Jüdischen Friedhof in Schwedt (Uckermark) zehn Grabsteine umgestoßen. Dabei wurde einer der Steine erheblich beschädigt, teilte die Polizei am Dienstag mit. Die Polizei sucht Zeugen. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen. (dpa/bb). 

Lage: Der Friedhof liegt unweit des Bahnhofes in Richtung Gartz an der Helbigstraße 16 a.  

Lage des jüdischen Friedhofes in Schwedt auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das 
Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Jüdischer Friedhof" 

Links: Website der Stadt Schwedt/Oder    Website www.unteres-odertal.de mit Seite zum Friedhof Schwedt (hier auch das Foto oben links); Website des Gauß-Gymnasiums Schwedt: Darstellung der jüdischen Geschichte in Schwedt  mit zahlreichen Unterseiten, auch einige Fotos vom jüdischen Friedhof, dazu auch eine Panoramaansicht des Friedhofes
Hinweis: Gesamtdokumentation des Friedhofes Schwedt (Universität Potsdam - Zentrum für Jüdische Studien).  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 108; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 604f; Hans-Georg Eichler: Jüdischer Friedhof und jüdische Gemeinde zu Schwedt/Oder. Schwedter Jahresblätter 1982.  
Brigitte Heidenhain: Juden in Schwedt - Ihr Leben in der Stadt von 1672 bis 1942. Potsdam 2010.   
     
          

Schwedt/Oder - Vierraden (UM)

Vierraden Friedhof 011.jpg (111550 Byte) Informationen und Fotos siehe Unterseite zum jüdischen Friedhof Vierraden (interner Link)

        
     

Seelow (MOL)          
    
In Seelow kam es seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts zu jüdischen Niederlassen: 1737 wird der Schutzjude Wolff Levin genannt. 1901 lebten 20 jüdische Personen in der Stadt; eine jüdische Gemeinde wurde 1830 gebildet. 
Um das Jahr 1800 kauften die jüdischen Familien am Ort  ein Stück Land am Ende der Hinterstraße, um hier einen Friedhof anzulegen. Bis 1876 erfolgten auf dem Friedhof 80 Beisetzungen. 
1910 gab es nur noch sechs jüdische Einwohner in Seelow. 
Auf Grund der Zerstörungen in der NS-Zeit (vor allem 1938) beziehungsweise unmittelbar danach ist von dem jüdischen Friedhof nichts mehr erhalten. Damals sollen noch etwa 20 Grabsteine gestanden oder gelegen haben, die in der Nachkriegszeit abgeräumt wurden. 1949 bestanden Pläne, das Friedhofsgrundstück in einen zu schaffenden "Goethe-Park" zu integrieren, die jedoch nicht umgesetzt wurden. Der Friedhof wurde eingeebnet, zunächst als Ackerland benutzt und schließlich und in einem Parkplatz umgewandelt. Die Friedhofsfläche betrug etwa 6 ar. Im Bereich des Friedhofsgrundstückes befinden sich heute die Seelower Dachdecker GmbH (Hinterstraße 14) und die "Seelower Verkehrsgesellschaft" (SEVG, Hinterstraße 16).    
    
Lage: Der Friedhof liegt beziehungsweise lag im Bereich der heutigen Grundstücke Hinterstraße 14/16.     
   
Link: Website der Gemeinde Seelow  
Website transodra.online.net mit einer Seite "Zum Umgang mit jüdischen Spuren im Oderbruch (Barnim-Lebus)"      
Literatur: Brocke / Ruthenberg ( Schulenburg S. 610-611.     
  
  
   

Spremberg (SPN)

Zur Geschichte des Friedhofes: Über den jüdischen Friedhof in Spremberg ist wenig bekannt. Es lag unweit des kommunalen Friedhofes auf dem Georgenberg im Bereich des heutigen Stadtparks. Bis in die 1960er-Jahre sollen noch Grabsteine vorhanden gewesen sein. Der Friedhof wurde vermutlich um 1972 eingeebnet. Es haben sich keine Spuren erhalten. 

Lage: Der Friedhof liegt beziehungsweise lag auf dem Georgenberg.

Lage des jüdischen Friedhofes in Spremberg auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof, Georgenberg". 

Link: Website der Stadt Spremberg
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 615.
  
   
   

Stahnsdorf (PM)

Zur Geschichte des Friedhofes: Auf dem seit 1909 belegten Südwestkirchhof in Stahnsdorf bei Berlin sind - obwohl es sich nicht um einen jüdischen Friedhof handelt - auch eine Anzahl jüdischer Persönlichkeiten sowie jüdische "Opfer der Nazi-Willkür" beigesetzt.

Link: Seiten über den Südwestkirchhof in Stahnsdorf mit einer Seite über die "Opfer der Nazi-Willkür" (hier: Martin und Felicia Samter) 
  
   
   

Storkow (Mark) (LOS)

Storkow Friedhof 201005.jpg (88277 Byte) Informationen und Fotos siehe Unterseite zum jüdischen Friedhof Storkow (interner Link)


  
   
   

Strausberg (MOL)

Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Strausberg wurde spätestens im 18. Jahrhundert angelegt. 1782 wird erwähnt, dass die Strausberger Juden einen eigenen Friedhof vor dem Landsberger Tor hätten, "welchen Ort sie seit undenklichen Zeiten besitzen". Die Friedhofsfläche umfasst etwa 7,00 ar. Der Friedhof wurde erstmals 1938 heimgesucht, wobei von Jugendlichen Grabsteine zerschlagen wurden; ein Grabstein wurde in den nahe gelegenen Straussee geworfen. Nach 1945 wurde das Gelände stark verändert, indem es bis zur Oberkante der Friedhofsmauer aufgeschüttet wurde. Seit 1988 weist eine Gedenktafel auf den Friedhof hin. Es sind keine Grabsteine mehr erhalten.  

Herbst 2009: Arbeiten am Friedhof  
Artikel in der "Märkischen Oderzeitung" vom 19. November 2009 (Artikel): "Jüdischer Friedhof: Treppe wird abgerissen.  
Strausberg
(ufo) Nur kleine Veränderungen sollen noch am jüdischen Friedhof an der Karl-Liebknecht-Straße vorgenommen werden. Bürgermeister Hans Peter Thierfeld sagte im Hauptausschuss, für den geplanten Abriss der Treppe vor dem Bestattungsareal seien inzwischen Angebote eingeholt. Bis Ende November könnten die Arbeiten erledigt sein. 
Der Ausschuss für Bauen, Umwelt und Verkehr hatte sich bereits für den Abriss ausgesprochen. Schon mit dieser kleinen Maßnahme könne verhindert werden, dass Personen auf der Fläche sitzen, lärmen, spielen oder andere ihre Hunde Gassi führen. "Da liegen schließlich Tote", verdeutlichte Bauausschuss-Chef Jürgen Schmitz (offene Fraktion). Eine zunächst geplante Einfriedung des Areals stimme nicht mit dem Verständnis dieses Objekts überein, fügte er nach Gesprächen mit Vertretern des Landesverbandes der jüdischen Gemeinden Berlin-Brandenburg hinzu. Das ursprünglich für eine Einfriedung geplante Geld könne für den Abriss der Treppe genutzt werden, so Kämmerin Elke Stadeler. Zudem sei ein Förderantrag gestellt. Unter anderem soll die inzwischen abmontierte Tafel mit dem fehlerhaften Text, der von einer Zerstörung 1938 sprach, durch eine korrekte ersetzt werden. Regionalhistoriker Horst Klein arbeite derzeit an den Formulierungen."  
 
November 2011: Schändung des Friedhofes 
Pressemitteilung vom 7. November 2011: "Gedenkstein auf jüdischem Friedhof beschmiert
Strausberg
(dpa/bb) - Ein Gedenkstein auf dem Jüdischen Friedhof in Strausberg (Märkisch-Oderland) ist mit schwarzer Farbe beschmiert worden. Zudem wurde auch die Mauer, die das Grundstück des Gymnasiums begrenzt, mit volksverhetzenden Schriften und Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen beschmiert, wie die Polizei am Montag berichtete. Schrift und Symbole waren dort zum Teil etwa zwei Meter hoch. Die Beamten gehen davon aus, dass beide Taten in Zusammenhang stehen. Die Taten ereigneten sich bereits vom 28. zum 29. Oktober. Die Polizei sucht Zeugen. Sachdienliche Hinweise bitte an das Polizeirevier in Strausberg Tel. 03341-3300 oder jede andere Polizeidienststelle."  

Lage: Der Friedhof liegt am Straussee bei der Fähre (Karl-Liebknecht-Straße). Das Grundstück liegt erhöht an der Uferpromenade und ist von einer Feldsteinmauer umgeben. 

Lage des jüdischen Friedhofes in Strausberg auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über Straßenverzeichnis zu "Karl-Liebknecht-Straße, Strausberg" 

Link: Website der Stadt Strausberg 
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 110; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 628f.
  
   
   

Templin (UM)

Templin Friedhof 024.jpg (116302 Byte) Informationen und Fotos siehe Unterseite zum jüdischen Friedhof Templin (interner Link)
  
   
   

Trebbin (TF)

Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Trebbin wurde in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts angelegt. Die ältesten erhaltenen Steine stammen von 1848 (Hirsch Mühlendorf) und 1856 (Ulrike Lewinstein). Die letzte Beisetzung war 1938. Insgesamt sind 15 Grabsteine erhalten. Die Friedhofsfläche umfasst 1,60 ar. Der Friedhof ist von einer etwa 1 m hohen Ziegelmauer umgeben.

Lage: Der Friedhof liegt inmitten von Gartengrundstücken an der Bergstraße 7 (östliche Seite der Bergstraße hinter einem Privatgrundstück). Der Friedhof ist nicht öffentlich zugänglich.

Link: Website der Stadt Trebbin  
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 110; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 639f.
  
   
   

Treuenbrietzen (PM)

Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Treuenbrietzen bestand seit mindestens Anfang des 18. Jahrhundert. 1769 wird er als "Totenhof hiesiger Judenschaft" genannt und mitgeteilt, dass er bereits 1711 als Friedhof genutzt worden sei. Die letzte Bestattung war angeblich 1904. Bis 1940 waren noch etwa 20 Grabsteine vorhanden. Danach wurde der Platz zum Bau von Luftschutzbunkern freigegeben. 1951 war noch ein beschädigter Grabstein vorhanden. Einige Jahre später wurde der Friedhof zu einer Parkanlage umgestaltet (Rasenfläche). 2003 wurde ein Hinweis-/Gedenkstein aufgestellt. Im Heimatmuseum Treuenbrietzen befinden sich noch die Fragmente eines Grabsteines des jüdischen Friedhofes.

Lage: Der Friedhof lag beziehungsweise liegt an der südwestlichen Stadtumgrenzung (flacher Hang bzw. Rasenfläche zwischen Stadtmauerrest und ehemaligem Befestigungsgraben ("Kahnegraben").

Link: Website der Stadt Treuenbrietzen
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 111; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 640f.
  
   
   

Tröbitz (Amt Elsterland, EE)

Zur Geschichte des Friedhofes: 
Anfang April 1945 wurden Häftlinge aus dem Konzentrationslager Bergen-Belsen in Viehwaggons zur Vernichtung nach Theresienstadt deportiert. Durch die vorrückende Front irrte der Todeszug mit den aus mehr als 12 Ländern stammenden jüdischen Häftlingen 14 Tage ziellos durch Deutschland. Der Todeszug blieb am 20. April 1945 im Langennaundorfer Forst im heutigen Landkreis Elbe-Elster stehen, da die zerstörte Eisenbahnbrücke die Weiterfahrt verhindert hatte. Die Rote Armee befreite am 23. April 1945 über 2.500 todkranke Menschen aus den Viehwaggons. Unzählige Häftlinge waren bereits während der Fahrt an Flecktyphus gestorben. Die Toten aus dem Zug wurden in Massengräbern im Umkreis der Gemeinden Tröbitz und Schilda beigesetzt, so unter anderem am Bahnkilometer 101,6 bei Langennaundorf. Dort, im Wald direkt am Bahndamm, wurde am 23. April 1989 die Gedenkstätte für die jüdischen Opfer des Faschismus eingeweiht. Unter den in Tröbitz Verstorbenen des Deportationszuges war auch Rabbiner Dr. Zvi Koretz, der frühere Oberrabbiner von Saloniki.

Lage der Grabstätten: Eine zentrale Gedenkstätte (eingeweiht am 23.4.1989) befindet sich im Wald direkt am Bahndamm bei Bahnkilometer 101,6 bei einem der Massengräber. Ein weiteres Massengrab ist bei Bahnkilometer 106,7 in der Gemarkung Wildgrube. Im benachbarten Dorf Schilda befinden sich vier Einzelgräber. Auf dem jüdischen Ehrenfriedhof (1966 eingeweiht) an der Etapart-Straße/Schulstraße in Tröbitz befinden sich die Gemeinschaftsgräber von insgesamt 330 verstorbenen jüdischen früheren Häftlingen. Eine Gedenkstein zur Erinnerung an 79 jüdische Verstorbene befindet sich gleichfalls an der Schulstraße.

Troebitz Gedenktafel.jpg (45140 Byte)
Text der Mahntafel 

Link: Website des Amtes Elsterland/der Stadt Tröbitz    
Informationsseite mit Fotos zu dem Deportationszug ("Der verlorene Zug")
Berichte von Überlebenden über den Deportationszug: 1. Renate Laquer: Link; 2. Hans Goslar: Link; 3. Hanna Pick-Goslar: Link
Literatur: Felix Hermann Oestreicher: Ein jüdischer Arztkalender. Durch Westerbork und Bergen-Belsen nach Tröbitz. Konzentrationslager-Tagebuch 1943-1945. Konstanz 2000; Erika Arlt: Die jüdischen Gedenkstätten Tröbitz, Wildgrube, Langennaundorf und Schilda im Landkreis Elbe-Elster. Hg. vom Landkreis Elber-Elster (Kulturamt, 04916 Herzberg, Grochwitzer Str. 20).
Zeugnisse jüdischer Kultur S. 111; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 642-645. 

  
   

Uebigau - Wahrenbrück (EE) 

Zur Geschichte des Friedhofes: Über die Geschichte des jüdischen Friedhofes in Uebigau/Elster ist nur wenig bekannt. Er wurde vermutlich mit der ersten Beisetzung im Juli 1839 eingeweiht. Die Daten der ersten vier Beerdigungen waren: 17.7.1839, 6.11.1841, 18.5.1848, 27.2.1853. Bereits 1964 war von den einzelnen Grabstätten kaum noch etwas erkennbar.

Lage: Der Friedhof liegt im Winkel zwischen der Wahrenbrücker Straße und dem Bahndamm.

Link: Website der Stadt Uebigau-Wahrenbrück  
Literatur: M. Raak: Uebigau, die Stadt an der Heerstraße. 1935 (enthält die angegebenen Daten und die Lage zum Friedhof); Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 646.
  
   
   

Wittenberge (PR)

Zur Geschichte des Friedhofes: Wann der jüdische Friedhof in Wittenberge angelegt wurde, ist nicht bekannt, vermutlich erst Ende des 19./Anfang des 20. Jahrhunderts. Der Friedhof lag ursprünglich an der Perleberger Straße am Krankenhaus. 1938 wurde er völlig zerstört und 1962 - soweit möglich - wieder hergerichtet. Dabei wurde ein Gedenkstein aufgestellt. 1969 wurden die Grabsteine im Zusammenhang mit einer Umgestaltung des alten Stadtfriedhofes in eine Parkanlage (Clara-Zetkin-Park) an einer Mauer aufgestellt. Vom ursprünglichen Friedhof ist nichts mehr erhalten. 

Lage: Der Friedhof lag beim alten städtischen Friedhof an der Perleberger Straße. Die erhaltenen Grabsteine befinden sich an einer Mauer des Clara-Zetkin-Parkes, jedoch nicht an Stelle des alten Friedhofes. 

Lage der jüdischen Grabsteine im Bereich des alten städtischen Friedhofes an der Perleberger Straße in Wittenberge auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Clara-Zetkin-Park" (die Lage des früheren jüdischen Friedhofes ist nicht eingetragen). 

Link: Website der Stadt Wittenberge
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 111f; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 665f.
  
   
   

Wittstock/Dosse (OPR)  

Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Wittstock wurde 1811 vor dem Kyritzer Tor angelegt und 1859 erweitert. Bereits 1811 wurde er mit einer Mauer umgeben, die erhalten ist. In der folgenden Zeit wurde auch eine Friedhofshalle gebaut, die gleichfalls erhalten ist und 1988 renoviert wurde. In der NS-Zeit wurde der Friedhof zerstört. 1952 ist er eingeebnet und in eine Gedenkstätte mit Gedenkstein umgewandelt worden. Es ist nur ein alter Grabstein erhalten. Die Friedhofsfläche beträgt etwa 2 ar. 

Lage: Der Friedhof liegt in der Nähe des Bahnhofes auf dem "Rosenplan".

Lage des jüdischen Friedhofes in Wittstock auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und über das Verzeichnis der "Behörden und öffentl. Einrichtungen" zu "Friedhof, Wittstock, Am Rosenplan". 

Link: Website der Stadt Wittstock
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 112; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 667f.


  
   
Wittstock/Dosse - Berlinchen (OPR) 

Über einen jüdischen Friedhof oder jüdische Grabstätten in Berlinchen liegen bislang keine Informationen vor. Einziger Hinweis ist die Erwähnung des Ortes in der Liste der International Association of Jewish Genealogical Societies (Cemetery Project): hier anklicken
  
   
   

Wriezen (MOL)

Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Wriezen konnte von den in der Stadt lebenden jüdischen Familien bereits 1730 auf der bürgerlichen Freiheit an der alten Schinderkute angelegt werden. Er wurde über 200 Jahre belegt (letzte Beisetzung 1940 von Kaufmann Leopold Bilski). Auf dem Friedhof wurden auch die verstorbenen Juden der Dörfer Letschin, Neutrebbin, Altreetz, Beauregard, Neubarnim, Neulewin, Sietzig sowie Haselberg und Prötzel beigesetzt. Der älteste lesbare Grabstein datiert von 1782. Trotz der Verwüstungen in der NS-Zeit sind 132 Grabsteine erhalten. Die Friedhofsfläche umfasst 16,30 ar. Der Friedhof wurde in den 1980er-Jahren sorgfältig renoviert. Er steht unter Denkmalschutz.
Anfang 1993 wurde der Friedhof von drei 14jährigen Jugendlichen geschändet (Grabsteine besprüht).

Lage: Der Friedhof liegt am Siedlungsweg (Flur 9, Flurstück 122/123).

Link: Website der Stadt Wriezen    
Hinweis: Gesamtdokumentation des Friedhofes Wriezen (Universität Potsdam - Zentrum für Jüdische Studien).
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 112f; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 670-674; Brocke/Müller S. 223.
Brigitte Heidenhain: Juden in Wriezen. Ihr Leben in der Stadt von 1677 bis 1940 und ihr Friedhof. Potsdam : Univ.-Verl., 2007. - 184 S. ISBN 978-3-939463-39-1.   Vorstellung der Publikation online  
  
   
   

Zehdenick (OHV)

Zehdenick Friedhof 212.jpg (55481 Byte) Informationen und Fotos siehe Unterseite zum jüdischen Friedhof Zehdenick (interner Link)

  
     

Zernitz-Lohm (OPR)

Zur Geschichte des Friedhofes: Im Februar 1945 hielt in der Nähe des Bahnhofes Zernitz ein Zug mit jüdischen KZ-Häftlingen, der versehentlich von amerikanischen Tieffliegern angegriffen wurde. Dabei verloren 48 jüdische Männer, Frauen und Kinder ihr Leben, die in einem Massengrab beigesetzt wurden. Dieses befindet sich südlich des Ortes am Waldrand. Eine nach Kriegsende angebrachte Hinweistafel enthält den hebräischen und deutschen Text: "Hier ruhen unsere durch Mörderhand gefallenen achtundvierzig Brüder und Schwestern aus dem KZ Theresienstadt".  Auf dem Friedhof befindet sich auch das Grab von Theodor Steigerwald (1898-1947) und seiner Frau. Steigerwald, der aus der jüdischen Gemeinde in Kyritz stammte, überlebte illegal in Zernitz. 

April 2010: Erneuerte Gedenkstätte wird eingeweiht   
Artikel von Renate Zunke in der "Märkischen Allgemeinen" vom 12. April 2010 (Artikel): "GESCHICHTE: Jetzt haben die Opfer einen Namen
65. Jahrestag des Beschusses eines Zuges mit KZ-Häftlingen / Neue Gedenkstätte in Zernitz
ZERNITZ -
Der Wunsch des ehemaligen KZ-Häftlings Gyorgy Dénes erfüllt sich am kommenden Freitag. Dann wird auf dem jüdischen Friedhof in Zernitz eine erneuerte Gedenkstätte mit den Namen von 45 jüdischen Opfern eingeweiht. Sie waren im Güterzug, der am 16. April 1945 in der Nähe des Zernitzer Bahnhofes beschossen wurde.
Zur Vorgeschichte: Im September 2008 war der Ungar Gyorgy Dénes das erste Mal auf Spurensuche am Ort des Geschehens. Gemeinsam mit seiner Frau Valerie, dem Israeli Moshe Golan und der Historikerin Martina Staats von der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten in Celle besuchte er den jüdischen Friedhof in Zernitz. Hier wurden vor 65 Jahren 48 Opfer des schrecklichen Ereignisses bestattet. Etwas später kam ein Gedenkstein hinzu. Sehr bewegt besichtigten Gyorgy Dénes und seine Begleiter 2008, dann noch einmal im Jahr darauf, nicht nur die Gedenkstätte in Zernitz, sondern auch den Ort des grausamen Geschehens in einem Wald an den Bahngleisen. Schon beim ersten Besuch stellte Dénes klar: Der 'verlorene Zug', der am 16. April 1945 in Zernitz von Tieffliegern beschossen wurde, kam aus dem KZ Bergen-Belsen und nicht aus Theresienstadt, wie auf dem Zernitzer Gedenkstein in hebräisch und deutsch zu lesen ist. Und er regte an, die Toten, die an einem Waldrand auf Kirchenland in Zernitz-Bahnhof ruhen, auf einer Tafel namentlich zu nennen. Martina Staats übergab damals dem Neustädter Amtsdirektor Ulrich Gerber eine Liste mit den 45 Namen.
Die sind nun auf eine Tafel graviert worden, die wiederum mit einer Bronzefolie bezogen wurde, eine Arbeit des Werbeateliers Angela Kauert aus Kampehl. Auf einer zweiten Tafel ist in ungarischer, hebräischer und deutscher Schrift zu lesen, was der Korrektur bedurfte, nämlich dass die Häftlinge aus Bergen-Belsen kamen und nach Theresienstadt gebracht wurden. Beide Tafeln rahmen den alten Stein ein, der unter Denkmalschutz steht. Die Mauern, an denen die Tafeln befestigt sind, erstellte die Neustädter Baufirma Jürgen Beer. Der Edelstahlbogen, der die Tafeln und den alten Gedenkstein überspannt, ist eine Arbeit der Stüdenitzer Firma Rahn. Finanziert wird die neue Gedenkstätte aus Mitteln der Kriegsgräberfürsorge, für die der Landkreis verantwortlich zeichnet. Und auch das Amt Neustadt leistet einen finanziellen Beitrag.
Der erste entscheidende Entwurf für die neue Gedenkstätte stammt von Astrid Baumgartner, Mitarbeiterin im technischen Denkmal Gaswerk, und hier im Auftrag des Amtes Neustadt verantwortlich für die Maßnahme 'Jüdischer Friedhof Zernitz'. In Zusammenarbeit und Abstimmung mit der Stiftung Gedenkstätten in Celle und Gyorgy Dénes wurde der Entwurf präzisiert. Ansprechpartner bei den Celler Gedenkstätten ist Thomas Kubetzky, der hier inzwischen die Aufgaben von Martina Staats übernommen hat.
Am 16. April wird nun gegen 11 Uhr ein Bus aus Bergen-Belsen mit Überlebenden und Angehörigen der Opfer jenes Ereignisses vor 65 Jahren erwartet. Darunter sind Gyorgy Dénes und seine Frau. Moshe Golan reist von Israel nach Bergen-Belsen, um hier in den Bus zu steigen. Der 1947 Geborene weiß aus Aufzeichnungen seiner verstorbenen Mutter, dass sie ebenfalls im Unglückszug war. Verletzt kam sie ins Kyritzer Krankenhaus. Hier befinden sich noch Aufzeichnungen über das Operationsgeschehen vom 16. April 1945. Doch wie erhofft konnte man auch anhand dieser alten Unterlagen nicht die Namen von drei bisher unbekannten Opfern ermitteln, die ebenfalls auf dem jüdischen Friedhof in Zernitz beigesetzt sind." 

Lage: Der Friedhof liegt südlich des Ortes am Waldrand.  

Link: Informationsseite zu Zernitz und Lohm    
Literatur: Zeugnisse jüdischer Kultur S. 116; Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 680. 
   
   
   

Ziesar (PM)

Zur Geschichte des Friedhofes: Der jüdische Friedhof in Ziesar besteht nicht mehr. Bis nach 1945 soll er eingefriedet gewesen sein. Nach einem Bericht von 1988 war er damals ein ungepflegter Rasenplatz mit einigen Bäumen. Es sind keine Grabsteine mehr vorhanden.

Lage:  

Link: Website der Gemeinde Ziesar  
Literatur: Brocke/Ruthenberg/Schulenburg S. 680-681. 
   
   
    

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Allgemeine Literatur:

Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer. Berlin 1992.
Herbert Sander: Jüdische Friedhöfe in der Mark Brandenburg. Malerei - Grafik - Fotografie. Buch zur Ausstellung in der Orangerie im Park Sanssouci 23. September bis 17. Oktober 1993.
Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994.
Michael Brocke/Christiane E. Müller: Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001.

   

   

   

 

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Stand: 17. Januar 2014