Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Zu den Friedhöfen im Regierungsbezirk Schwaben  
    

Oettingen (Landkreis Donau-Ries) 
Jüdischer Friedhof  
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde   
    
Siehe Seite zur Synagoge in Oettingen (interner Link)    
    
    
Zur Geschichte des Friedhofes              
     
Im Mittelalter wurden die Toten der jüdischen Gemeinde Oettingens in Nördlingen beigesetzt, danach in Wallerstein. Der Oettinger jüdische Friedhof wurde erst 1850 während der Amtszeit des letzten Rabbiners von Oettingen (Meir Feuchtwang) angelegt. Die israelitische Kultusverwaltung der Gemeinde hatte die Anlegung des Friedhofes im April 1849 beim Stadtmagistrat beantragt, nachdem ein geeignetes Grundstück gekauft werden konnte. Der Friedhof liegt an der Mühlstraße, am Ortsrand in Richtung Dornstadt. Am Tahara-Haus (heute noch Wohnhaus) befindet sich eine Tafel mit dem Erbauungsjahr des Hauses. Nach einer neueren Zählung sind 319 Grabsteine erhalten, davon 36 Kindergrabsteine (Fläche des Friedhofes: 2420 qm). Der Friedhof ist von einer bis zu zwei Meter hohen Einfriedungsmauer umgeben, die durch zwei Eingangstore unterbrochen wird. Ein kleineres Tor führt zu dem bis heute bewohnten Taharahaus (Haus des Friedhofspflegers). Das größere, mit zwei Davidsternen verzierte Tor führt heute zu einem Drahtzaun mit Tor, der das Grundstück des Hauses und die unbelegte Fläche von der belegten Fläche abtrennt.
       
Am Taharahaus ist das Gebet beim Eintreten in den Friedhof im Anschluss an den Trauermonat (Schloschim = 30 Tage) angebracht:   

Übersetzung: "Gelobt seist du, Ewiger, unser Gott, König der Welt; er hat euch in Gerechtigkeit erschaffen, euch in Gerechtigkeit ernährt und erhalten, euch in Gerechtigkeit sterben lassen, er kennt euer aller Anzahl in Gerechtigkeit und wird euch wieder zum Leben zurückrufen in Gerechtigkeit. Gelobt seist du, Ewiger, der du die Toten wieder belebst".
(Übersetzung von M. J. Beihoff in: Kaddisch. Gebete und Gebräuche für die Seelengedächtnisfeier und für die Trauerzeit. Düsseldorf 1990 S. 40-41)   
   
   
Documentation Jewish Cemetery Oettingen (compiled by Rolf Hofmann, E-Mail)   

Jewish Cemetery Oettingen - Grave List  -  compiled by Rolf Hofmann in cooperation with Mario Jacoby (Israel) and Dr. Petra Ostenrieder (Oettingen) (pdf - download takes a while)
Jewish Cemetery Oettingen - Last name Index  (pdf)
Jewish Cemetery Oettingen - Map  (pdf)   
Jewish Cemetery Oettingen- Map - Display According to Sex (Male - Female - Children)  (pdf)   

    
    
Aus der Geschichte des Friedhofes  
Gesuch der Israelitischen Kultusverwaltung an den Stadtmagistrat Oettingen zur Anlage eines jüdischen Friedhofes (1849, Abschrift)   
(Aus:  Die Juden in Oettingen - ein Beitrag zur Heimatgeschichte. Oettinger Blätter Nr. 2 vom Januar 1989 S. 26; Scan erhalten von Peter Karl Müller)  

Oettingen Friedhof 1849.jpg (140883 Byte)"Oettingen, 27. April 1849. Vorschlag und Bitte der israelitischen Cultusverwaltung um Genehmigung zur Errichtung eines Begräbnisplatzes. 
Löblicher Stadtmagistrat!  
Es ist ein schon längst dringend gefühltes Bedürfnis der hiesigen israelitischen Gemeinde, einen eigenen Begräbnisplatz dahier zu besitzen, um jener für die Hinterbliebenen doppelt schmerzlichen und mißlichen Notwendigkeit, die Leichen auf drei Stunden weit transportieren zu müssen, gebührende Abhilfe zu leisten.   
Nachdem nun die Mittel zur Errichtung eines eigenen Begräbnisplatzes aufgebracht sind, hat man unter Vorbehalt der Genehmigung löblicher Behörde einen Acker von der Frau Josepha Pfau mit einem Tagwerk und 40 Dezimal am Lehminger Weg käuflich an sich gebracht und beabsichtigt, diesen Acker mit einer sechs Schuh hohen Mauer zu umgeben. 
Da diesem Untenehmen auch von Sanitätswegen ein Hindernis nicht entgegenstehen dürfte, so stellt man die gehorsamste Bitte, ein löblicher Stadt-Magistrat wolle zur Errichtung eines Begräbnisplatzes auf fraglichem Acker die Genehmigung erteilen.  
In der Hoffnung der Gewährung dieser Bitte harret gehorsamst die israelitische Cultusverwaltung.   
Isaac Gutmann    Abraham Michelbacher     Samson Schwab    Moses J. Gutmann     Bettmann      Amson Frohmann."   

    
    
Die Lage des Friedhofes  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)  

Größere Kartenansicht   
   
   
   
Fotos
Historische Fotos
(Quelle: Th. Harburger: Inventarisierung jüdischer Kunst- und Kulturdenkmäler Bd. 3 S. 640-641; Originale in den Central Archives Jerusalem)

Oettingen Friedhof 010.jpg (63145 Byte) Oettingen Friedhof 011.jpg (58228 Byte)
Grabsteine aus den 1850er- und 1860er-Jahren. Aufnahmedatum: 22. November 1926


Neuere Fotos
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 12.3.2004)  

Oettingen Friedhof 106.jpg (44938 Byte) Oettingen Friedhof 107.jpg (70794 Byte) Oettingen Friedhof 114.jpg (30749 Byte)
Blick auf den an der Mühlstraße 
gelegenen Friedhof  
Das Eingangstor mit 
zwei Davidsternen  
Tafel am Taharahaus: "Erbauet im Jahre d.W.
 5611 (dann hebräisch: "Gottesfurcht wird die
 Tage verlängern
" mit Buchstabenmarkierung 
für 611) 1850"  
  
  
        
Oettingen Friedhof 115.jpg (51107 Byte) Oettingen Friedhof 102.jpg (88890 Byte) Oettingen Friedhof 101.jpg (106258 Byte)
Gebet beim Eintreten in den 
Friedhof (Text s.o.) 
Blick vom Friedhof 
zum Taharahaus 
Teilansicht
   
     
Oettingen Friedhof 100.jpg (65786 Byte) Oettingen Friedhof 104.jpg (73248 Byte) Oettingen Friedhof 113.jpg (76975 Byte)
Der hinter dieser Reihe sichtbare
 Drahtzaun trennt die unbelegte 
von der belegten Fläche 
Teilansichten des Friedhofes 
 
   
Oettingen Friedhof 112.jpg (70743 Byte) Oettingen Friedhof 111.jpg (69038 Byte) Oettingen Friedhof 110.jpg (65960 Byte)
Einzelne Grabsteine 
 
Oettingen Friedhof 108.jpg (74131 Byte) Oettingen Friedhof 103.jpg (66722 Byte) Oettingen Friedhof 109.jpg (74225 Byte)
Einzelne Grabsteine 
 
  Oettingen Friedhof 105.jpg (54481 Byte)  
     

   
    

Links und Literatur

Links:  

Website der Gemeinde Oettingen  
Zur Seite über die Synagoge in Oettingen (interner Link) 
Website "Jewish Genealogy in Bavarian Swabia" 
Website des Jüdisch Historischen Vereins Augsburg mit einer Seite über die Inschriften am Tahara Haus in Oettingen       

Literatur:  

Germania Judaica II,2 S. 623-625; III,2 S. 1061.
Dietrich Bösenberg: Jüdische Friedhöfe im Ries. Am 7. April 2003 gehaltenes Referat (Universität Ulm, Zentrum für allgemeine wissenschaftliche Weiterbildung. Arbeitskreis Nördlinger Ries). Dieses Referat ist online verfügbar: hier anklicken 
Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation der Bayerischen Landeszentrale für politische Bildungsarbeit. A 85. 1988. S. 260f.
Michael Trüger: Der jüdische Friedhof Oettingen/Schwaben. In: Der Landesverband der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern. Jg. 1996 11.Jg. Nr. 71 vom Dezember 1996 S. 12.    

Bericht vom Europäischer Tag der jüdischen Kultur am 4. September 2005 in Nördlingen und Oettingen mit Rundgängen über die Friedhöfe unter Begleitung von Rolf Hofmann (aus den Rieser Nachrichten vom 6.9.2005 S. 26):

Noerdlingen 2005 1.jpg (147088 Byte) Oettingen 2005 2.jpg (81095 Byte)

  
   

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 18. April 2014