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Friedhöfe in der Region"
Zu den
Friedhöfen im Regierungsbezirk Schwaben
Wallerstein (Landkreis
Donau-Ries)
Jüdischer Friedhof
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
Siehe bei der Seite zur
Synagoge in Wallerstein (interner Link)
Zur Geschichte des Friedhofes
Der jüdische Friedhof in Wallerstein wurde ca. 1510 gegründet. Die
ältesten in der von dem jüdischen Lehrer Stein um 1890 verfassten
Gesamtdokumentation des Friedhofes noch lesbaren Grabsteine waren aus der Zeit
Ende des 16./Anfang des 17. Jahrhunderts. Spätestens nach dem Dreißigjährigen Krieg war dieser Friedhof der einzige zentrale jüdische
Begräbnisplatz in der Grafschaft Oettingen. Nur in Aufhausen
gab es einen weiteren Friedhof für die Teilgrafschaft Oettingen-Baldern.
Der Friedhof wurde erstmals 1926 schwer geschändet (zahlreiche Grabsteine
umgeworfen):
Schändung des Friedhofes 1926
Artikel in
der "Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" vom 7. August 1926:
"Wallerstein. Auf dem altehrwürdigen Friedhof in Wallerstein wurden
mehrere neu errichtete Grabsteine umgeworfen und beschädigt. Die
Staatsanwaltschaft hat wiederholt eine größere Belohnung für die
Ermittlung der Täter ausgesetzt. Leider konnte bis jetzt noch keine Spur
ermittelt werden." |
Die letzte Beisetzung auf dem Friedhof war am 4. Juni 1941. Der Friedhof wurde
in der NS-Zeit mehrfach schwer geschändet; gegen Ende des Krieges wurde ein
großer Teil der Grabstein abgeräumt und zerschlagen. Nach Kriegsende wurden
die noch erhaltenen Steine zurückgebracht und auf der abgeräumten Fläche
willkürlich aufgestellt. Eine Leichenhalle (Taharahaus), die sich
links des Eingangstures befand, wurde im Herbst 1974 abgebrochen, nachdem das
Dach auf Grund der Vernachlässigung des Gebäudes eingefallen war. Aus dieser
Zeit stammt auch das Eingangstor; vorher war Staketentor vorhanden.
Der Friedhof umfasst heute eine Fläche von 122,20 a (1972 wurde
Grünland mit der Fläche 15,30 a zur bestehenden Friedhofsfläche von 106,90
ar, Flurstück Nr. 2504 zugeschlagen). Er liegt
ca. 1 km östlich von Wallerstein inmitten von Wiesen und Feldern (erreichbar
über Wein- und Riegelstraße). Das Eingangstor weist zwei Magen David auf. Die erhaltenen
Grabsteine stehen verstreut, doch sind die heute leeren Flächen auch belegt
worden (Grabsteine sind versunken oder wurden in der NS-Zeit abgeräumt, s.u.; von
früher 900 Grabsteinen sind ca. 300 erhalten). Auffallend ist die in der Mitte
des östlichen Friedhofsteiles stehende Gruppe von fünf großen Gräbern (Rabbiner
Marx Michael Kohn und David Weiskopf sowie weibliche Angehörige der Familie). Gegenüber dem Eingang stehen
die großen Grabstätten des Michael Ries (Näheres zu ihm auf der Seite zu Hainsfarth) und seiner Mutter Gala.
Artikel von Rolf Hofmann "Vom Aufstieg und Fall des
Landrabbinates - Mächtige Grabmale auf Wallersteiner Judenfriedhof erinnern an
einst hoch geachtete religiöse Oberhäupter" (DZ 30.4.1997): hier
anklicken
Plan
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Die Lage des jüdischen
Friedhofes Wallerstein
östlich des Ortes |
Fotos
Historische Aufnahmen
(Quelle für das obere Foto: Th. Harburger, Inventarisation jüdischer Kunst- und
Kulturdenkmäler in Bayern. Bd. 3 S. 765; Original des Dias in den Central
Archives Jerusalem; die historische Flugzeugaufnahme von Peter Karl
Müller, Kirchheim/Ries)
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Links: Grabstein des
Gemeindevorstehers Alexander (Sender) Michael Pflaum, Sohn des David Pflaum
von Pflaumloch (gest. 1831); Aufnahme vom 18.11.1926 |
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Historische
Flugzeugaufnahme von Wallerstein;
rechts Ausschnittsvergrößerung: der jüdische Friedhof. |
Fotos aus unterschiedlichen Jahreszeiten
(Fotos: R. Hofmann (mit * markiert), Stuttgart; HarburgProject,
Aufnahmedatum 1990er-Jahre; Hahn, Aufnahmedatum 12.3.2004 )
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| Eingangstor zum Friedhof |
Blick über den
Friedhof. Die Steine wurden nach Kriegsende willkürlich aufgestellt |
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| Die sogenannten Rabbinergräber:
auf linkem Foto von links: Rabbiner Weißkopfs Witwe Vogel, Rabbiner Kohns Tochter
Zipora,
Rabbiner David Weisskopf, Rabbiner Marx Michael Kohn, Rabbiner Kohns Witwe Judith |
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Detailansicht Grabstein für
Rabbiner David Weisskopf |
Detailansicht Grabstein für
Rabbiner Marx Michael Kohn |
Rabbiner Abraham Benjamin war unmittelbarer Vorgänger des Rabbiners Jakob Pinchas Katzenellenbogen
im Landrabbinat Oettingen |
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Teilansicht des Friedhofes mit
Grabstein des Rabbiners Abraham Wolf
(1763), vgl. Fotos rechts |
Grabstein von Menachem Mendel
Ettenheimer (1774-1853; Schwiegersohn des Rabbiners Baruch Loeb Steppacher) |
Grabstein des Alexander Pflaum
aus Pflaumloch (1774-1831), Großvater des Stuttgart Bankiers Alexander
von Pflaum |
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Teilansicht des Friedhofes:
Die Gräber der
Familie Wassermann |
Teilansicht des Friedhofes:
Grabsteingruppe Steppacher/
Ettenheimer im Hintergrund |
Teilansicht des Friedhofes: im
Vordergrund Grabsteine für Salomon Schulmann (1830-1888) und seine Frau
Fanny geb. Weinmann (1836-1910) |
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| Grabdenkmal für
Michael Ries aus San Francisco (siehe Text oben) |
Grabstein von Scheinle,
Tochter von Moses Oestreicher aus Oettingen (Oberteil eines Grabsteins aus
dem 18. Jahrhundert) |
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Grabstein von
Heinrich (Chaim) Koch
(gest. 1895) mit Levitenkanne |
Teilansichten des
Friedhofes |
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| Teilansichten des
Friedhofes |
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| Teilansichten des
Friedhofes |
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Ältere Fotos
(Fotos: Hahn, aufgenommen etwa 1987;
untere Zeile von R. Klotz, aufgenommen um 1970) |
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| Zwei Blick über
den Friedhof vom Eingangstor |
Blick zum Grabmal von Michael
Ries |
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| Die Rabbinergräber |
Teilansicht, im Hintergrund
die Rabbinergräber |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Rolf Hofmann: Der jüdische Friedhof von Wallerstein. Historischer
Hintergrund und neueste Forschungsergebnisse, in: Rieser
Kulturtage. Dokumentation Band XII/1998. S. 139-152. |
 | Michael Trüger: Zum Friedhof Wallerstein. In: Der Landesverband
der Israelit. Kultusgemeinden in Bayern 8. Jahrgang Heft 57, März 1993 S.
16. |
 | Gernot Römer: Ein Hainsfarther bekommt ein Denkmal in USA,
in: Schwäbische Juden, Leben und Leistungen aus zwei Jahrhunderten,
Augsburg 1990 (zu Michael Ries). |
 | Reinhard H. Seitz: Nathan Michael Ries / Michael
Reese (1815-1878), ein amerikanischer Pionier aus Hainsfarth, in Treml,
Manfred - Weigand, Wolf (Hg.): Geschichte und Kultur der Juden in Bayern.
Lebensläufe. München 1988, 135 - 142 (Veröffentlichungen zur Bayerischen
Geschichte und Kultur Nr. 18/88). |
 | Michael Schneeberger: Die Geschichte der Juden in Wallerstein.
Reihe: Jüdische Landgemeinden in Bayern (10). In: Jüdisches Leben in
Bayern. Mitteilungsblatt des Landesverbandes der Israelitischen
Kultusgemeinden in Bayern. 20. Jg. Nr. 97 April 2005 S. 30-39. |
 | Die obigen Angaben wurden teilweise mit Hilfe von Manuela Hofmann-Scherrers
erstellt. |

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