Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Philippsburg mit Oberhausen (Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen) (Kreis Karlsruhe) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge  
  

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)      
    
In der früheren fürstbischöflich-speyerischen Residenz- und Festungsstadt Philippsburg (bis 1623: Udenheim) lebten Juden bereits im Mittelalter. In einem Verzeichnis von 1337 wird Udenheim als jüdischer Wohnort genannt.
  
Mit dem Ausbau der Burg Udenheim zur Reichs- und Grenzfestung im 17. Jahrhundert hielten sich im Gefolge der Marketender zahlreiche Juden in Philippsburg auf. So gab es nach dem (1668 erschienenen "Simplicissimus" des Hans Jakob Christoffel von Grimmelshausen) einen Juden in Philippsburg, der für den Romanhelden Pferd und Kleidung beschaffen musste. Über die Verdienste des Juden Vaiß von Philippsburg (vielleicht identisch im Simplicissimus genannten Juden) berichtet Berthold Rosenthal (siehe Artikel unten). Während der französischen Besatzung 1644 bis 1676 gab es keine Juden in der Stadt. 1683 waren es fünf jüdische Familien, mit denen die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde begann.  
  

In der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts war Philippsburg Sitz eines Rabbiners. 1721 gab es  8 jüdische Haushaltungen: Vorsteher Leeßer sowie die Familien des Elies, Abraham, Manhell, Pohr, Coschell, Gabriell und der Witwe Sorle. Auf Grund der Verlegung der Residenz nach Bruchsal ging die Zahl der Juden in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nochmals zurück: 1784 war nur eine jüdische Familie in der Stadt. 
   
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1810 10 jüdische Einwohner, 1825 24 (1,8 % von insgesamt 1.301), 1832 15, 1836 30, 1839 40, 1864 63, 1871 80, 1875 79 (3,3 % von insgesamt 2.407), 1885 70, 1895 67, 1900 57 (2,2 % von 2.546), 1910 51.  
  
Zur jüdischen Gemeinde in Philippsburg gehörten seit 1895 auch die in Oberhausen lebenden jüdischen Personen: Hier wurden seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts einige jüdische Einwohner gezählt (1890: 4, 1895 4, 1900 3, 1905 3, 1910: 10, 1925 7, 1932 4). An Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Personen gab es in Oberhausen die Zigarrenfabrik Hoeber-Mandelbaum (die in Mannheim lebenden Mitinhaber wurden 1911 zu Ehrenbürgern in Oberhausen ernannt, siehe Mitteilung unten) sowie bis nach 1933 die Viehhandlungen Siegfried Hene (Kolpingstraße 40) sowie die Sattlerei und Polsterei Benjamin Samuel (Marienstraße 32).
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden in Obergrombach, seit 1889 auf einem eigenen Friedhof beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Religionslehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Unter den Lehrern ist insbesondere Moritz Neuburger zu nennen, der von 1889 an fast 50 Jahre lang (bis 1938) als Lehrer, Vorbeter und Schochet der jüdischen Gemeinde tätig war. 1827 wurde die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Bruchsal zugeteilt. 

Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Moritz Faber (geb. 16.5.1876 in Mertloch, gef. 1.7.1916), Hugo Löb (geb. 27.4.1891 in Philippsburg, gef. 26.7.1916) und Unteroffizier Hugo Neuburger (geb. 23.5.1897 in Philippsburg, gef. 27.3.1918). Ihre Namen wurden nachträglich 1985 auf dem Gefallenendenkmal der Gemeinde eingetragen.  
  
Um 1924,
als 60 Personen der jüdischen Gemeinde angehörten (2,2 % von insgesamt etwa 2.800 Einwohnern), waren die Vorsteher der Gemeinde Samuel Gutmann, Karl Löb II und Heinrich Löb. Als Religionslehrer, Kantor und Schochet war Moritz Neuburger angestellt (bis 1938). Er unterrichtete damals fünf schulpflichtige jüdische Kinder in Religion. Er war auch für die Filialgemeinde in Graben zuständig. An jüdischen Vereinen bestand der Wohltätigkeitsverein Chewra Kadischa (1924 unter Leitung von Nathan Löb mit 14 Mitgliedern). Zur Gemeinde gehörten auch die damals sieben in Oberhausen lebenden jüdischen Einwohner (1932 noch vier). 1932 waren die Gemeindevorsteher weiterhin Samuel Gutmann und Karl Löb II, als 3. Vorsteher wird David Maier genannt, als Schatzmeister Nathan Löb. Im Schuljahr 1931/32 waren drei jüdische Kinder zu unterrichten.  
   
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben in jüdischem Besitz sind bekannt: Eisen- und Manufakturwarenhandlung Gebr. Gutmann, Inh. Mathilde Faber (Weiße-Tor-Straße 3), Mehl- und Landsproduktenhandlung Jenny Gutmann (Kronenwerkstraße 9), Landesproduktenhandlung Samuel Gutmann (Söternstraße 19), Händler Karl Herrmann (Rote-Tor-Straße 11), Viehhandlung Heinrich Löb (Zeughausstraße 39), Zigarrenfabrik David Meier (hohe Scheune hinter Kronenwerkstraße 3), Viehhandlung Samuel Samuel (Söternstraße 27, abgebrochen).
  
1933 lebten noch 50 jüdische Personen in Philippsburg. Auf Grund der zunehmenden Repressalien und der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts verließen viele von ihnen in den folgenden Jahren den Ort, ein Teil konnte emigrieren. Drei der jüdischen Einwohner starben in den Jahren nach 1933 in ihrem Heimatort, 22 emigrierte in die USA, nach Luxemburg, England, Schweden und Italien. Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge angezündet (s.u.). Der jüdische Lehrer Moritz Neuburger wurde verhaftet und in das KZ Dachau eingeliefert. 1940 lebten noch 21 jüdische Personen in Philippsburg, die am 22. Oktober in das südfranzösische KZ Gurs deportiert wurden. Von ihnen haben sechs überlebt, drei starben im Lager Gurs, einer im Lager Noe; mindestens sechs wurden nach Auschwitz deportiert.      
   
Von den in Philippsburg geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Walter Berberich (1909), Max Bierig (1893), Berta Gutmann geb. Dreifuss (1873), Martha Gutmann (1909), Nathan Gutmann (1865), Betty Hess geb. Loeb (1865), Henrietta Holz geb. Gutmann (1875), Paula Kaufmann geb. Maier (1902), Sophie Levy geb. Gutmann (1872), Arthur Loeb (1889), Barbara (Babette) Löb (1860),  Flora Löb (1892), Hilda Loeb geb. Loeb (1893), Johanna Löb (1886), Karoline Löb geb. Löb (1886), Moritz Löb (1885), Pauline Löb (1875), Rosa Löb (1895), Sofie (Sara) Löb geb. Levy (1882), Nanette Neuburger geb. Holz (1867), Rebekka Neuburger (1902), Sally Neuburger (1902), Lotte Samuel (1912), Samuel Samuel (1888), Thekla Samuel geb. Hene (1882), Heinrich Wildmann (1888), Hugo Max Wildmann (1924), Rebekka Wildmann geb. Neuburger (1895).
   
Der ehemalige jüdische Lehrer Moritz Neuburger (geb. 1869; seit 1889 Lehrer in Philippsburg) überlebte im Exil in Frankreich. Er kehrte nach 1945 nach Heidelberg zurück und besuchte als Mitglied des Israelitischen Oberrats öfters seinen Heimatort. Er wurde 1954 auf dem jüdischen Friedhof als letzter beigesetzt. 
    
    
    

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1849 / 1850 / 1853 / 1855 / 1885 / 1889  

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 16. Juni 1849 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Philippsburg, Synagogenbezirkes Bruchsal, ist sogleich zu besetzen. 
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats sich alsbald bei der Bezirkssynagoge Bruchsal zu melden.  
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- und Rabbinatskandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 20. Februar 1850 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. nebst freier Wohnung und Akzidenzien, dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Philippsburg, Synagogenbezirks Bruchsal ist sogleich zu besetzen. 
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Philippsburg zu Bruchsal sich zu melden.  
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- und Rabbinatskandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 13. August 1853 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen. Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Philippsburg, Synagogenbezirks Bruchsal ist zu besetzen. 
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Bruchsal sich zu melden.  
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- und Rabbinatskandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."   
  
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 7. Februar 1855 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen):  "Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Phillipsburg, Synagogenbezirks Bruchsal, ist zu besetzen. 
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Bruchsal sich zu melden.  
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- und Rabbinatskandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."  
   
Philippsburg Israelit 16021885.jpg (50075 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Februar 1885: "Die mit freier Wohnung, einem festen Gehalt von 600 Mark und den üblichen Akzidenzien im Betrage von ca. 400 Mark verbundene Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schächters in Philippsburg soll baldigst wieder besetzt werden. Verheiratete Lehrer werden bevorzugt. Mit beglaubigten Zeugnissen versehene Meldungen sind unverzüglich an die unterzeichnete Stelle einzusenden. 
Bruchsal, 10. Februar 1887. Die Bezirkssynagoge."  
   
Philippsburg Israelit 01041889.jpg (51831 Byte) Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. April 1889: "Die mit freier Wohnung, festem Gehalt von 500 Mark und Nebeneinnahmen im Betrage von 400 Mark verbundene Stelle eines Religionslehrers, Kantors und Schächters in Philippsburg soll baldigst, womöglich mit einem unverheirateten, seminaristisch gebildeten Lehrer besetzt werden. Mit derselben ist der einen Beitrag von 250 Mark gewährende Filialdienst in Graben verbunden. Bewerbungen mit Zeugnissen in beglaubigter Abschrift belegt, sind an den Unterzeichneten zu richten. 
Bruchsal, 27. März 1889. Die Bezirkssynagoge: Dr. J. Eschelbacher".  

    
40-jähriges Ortsjubiläum von Lehrer Moritz Neuburger (1929)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Juli 1929: "Philippsburg, 8. Juli (1929). Am 15. Juli dieses Jahres kann Herr Lehrer Neuburger auf eine 50-jährige Tätigkeit in der hiesigen Israelitischen Gemeinde zurückblicken."    

  
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
"Während des Dreißigjährigen Krieges" - Ein Beitrag zur Heimatgeschichte der badischen Juden. Von Berthold Rosenthal

Philippsburg CVMonat 021926.jpg (515276 Byte)Artikel in der Monatsschrift des "Central-Vereins" - Februar 1926: - Auszüge, Philippsburg betreffend zitiert -
"Im 17. Jahrhundert gab es Zeiten, wo jeder Unterschied zwischen Juden und Christen, insbesondere die Ungleichheit ihrer Rechtslage, aufgehört hatte. Das war während des Dreißigjährigen Krieges. In den Ländern, in denen die Kriegsfurie wütete, war damals die Not eine allgemeine; Jude und Christ nahmen gleichmäßig an ihr teil. Kein Wunder, wenn alle, ohne Ausnahme, in erster Linie darauf bedacht waren, in diesem wirren durcheinander, in einer Zeit, in der jede gesellschaftliche Ordnung zu bestehen aufgehört hatte, ihr Leben zu erhalten und möglichst ihren persönlichen Vorteil zu wahren. Der Wahlspruch des Bauern in 'Wallensteins Lager': 'Nehmen sie uns das Unsere in Scheffeln, Müssen wir's wiederbekommen in Löffeln' war die allgemeine Losung und richtete sich nicht nur gegen die herumschweifenden Soldaten und Marodeure. Es ist eine Verkennung und Entstellung geschichtlicher Tatsachen, wenn man einseitig die Juden während dieser Zeit selbstsüchtiger Handlungen und unlauterer Ausnützung der allgemeinen Notlage beschuldigt.  
Besonders unsere Heimat wurde zu Beginn des unseligen Krieges, am meisten jedoch in seinen letzten Jahren schwer heimgesucht. Die beste Schilderung kultureller Zustände jener Zeit, Grimmelshausens trefflicher 'Simplicissimus', gibt ein getreues Spiegelbild der leiblichen und seelischen Nöte des zu Ende gehenden Krieges in unserer Heimat. Denn der Verfasser, der in den letzten Jahren des Krieges als Soldat das badische Land durchstreifte und nach Friedensschluss in Renchen lebte, hatte die Verheerung mit eigenen Augen mitangesehen. An mehreren Stellen seines Romans, der größtenteils des Dichters Erlebnisse schildert, lässt er auch Juden auftreten. So in der Reichsfestung Philippsburg, wo ein Jude beauftragt wird, für den ganz heruntergewirtschafteten Simplicissimus Pferde und Kleider zu beschaffen. Die Juden mussten den Soldaten ihre Beutestücke abkaufen und waren, um üblichen Folgen zu entgehen, darauf bedacht, diese Gegenstände im gegnerischen Lager wieder loszuwerden. Grimmelshausen bring hierfür folgendes Beispiel: 'Nach Mitternacht ritten wir (mit erbeuteten Pferden) weiter und kamen gegen Mittag an die äußersten Grenzen der Schweizer. Und dieweil wir uns lustig machten, schickte der Wirt nach zwei Juden, die uns die Pferde gleichsam nur um halb Geld abhandelten. Der Juden größte Frage war, ob die Pferde kaiserisch oder schwedisch gewesen, und als sie vernahmen, dass sie von den Weimarischen herkämen, sagten sie: 'So müssen wir solche nicht nach Basel, sondern in das Schwabenland zu den Bayerischen reiten', über welche große Kundschaft und Vertraulichkeit ich mich nicht wenig verwundern musste.'
...
Damit diesem Kulturbild das Gegenstück nicht fehle, sei noch von dem Juden Vehns (Vaiß) in Philippsburg - es mag dies der Jude von Philippsburg sein, den Grimmelshausen im 'Simplicissimus' erwähnt - berichtet: Vehns bat als bischöflich speyerischer Schutzjude bald nach Kriegsende den badischen Markgrafen um Bewilligung eines Jahresgeleits im badischen Ländchen und gab als besondere Begründung an: er sei, wie bekannt, während des Krieges für die badischen Untertanen, die viel in Philippsburg amtlich zu tun hatten, bei dem französischen Gubernatore und anderen hohen Offizieren eingetreten, er habe ihnen auch mit Geld vorgeholfen, einiges Interesse (Zins) aber daraus niemals empfangen, auch kein begehrt. Da sein Gesuch unbeantwortet blieb, legte er das Zeugnis einer Reihe von Gemeindeschultheißen vor, die folgendes bekundeten: Ihre Gemeinden hätten in der Zeit, da Philippsburg von den Franzosen besetzt war, viel unterschiedliche Lohndienste leisten müssen. Es sei vorgekommen, dass die Kontributionen nicht pünktlich entrichtet werden konnten, 'wodurch entweder wir oder gemeldete Bürgermeister mit Reiter oder Musketieren abgeholt, nach besagtem Philippsburg gefänglich geführt und daselbsten entweder arrestiert oder ins Gefängnis geführt worden sind'. In solchen Fällen sei nun Vaiß, der der französischen Sprache mächtig war, ihr Fürsprecher gewesen und habe ihnen alle Hilfe geleistet. Nach Beendigung des Krieges besorgte er den Gemeinden zur Abtragung ihrer Kriegsauflagen, in einer Zeit, wo sie 'in anderen Orten in schneller Eil kein Geld zu entlehnen gewusst hätten', die nötige Summe. Deshalb baten die Schultheißen von Linkenheim, Neureut, Schreck, Hochstetten, Graben, Liedolsheim und Russheim 'für gemeldeten Fleiß des Juden und für seine erzeugte Freundschaft' seinem Ersuchen zu entsprechen. Trotz alledem wurde das Gesuch abgelehnt."  

   
Antisemitenversammlung in Philippsburg (1891)  

Philippsburg Israelit 02111891.jpg (78711 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 2. November 1891: "Aus Baden. Es ist wirklich zu verwundern, wie die Antisemiten überall ihr kühnes Haupt emporheben, selbst da, wo Fürst und Regierung es offen dargetan haben, wie sehr ihnen an dem konfessionellen Frieden gelegen ist. So hat in neuester Zeit ein Bahnassistent versucht, die Saat der Zwietracht nach der Gemeinde Philippsburg zu säen. In einer Hetzversammlung wurden die Juden für alles Unheil, das in der Welt vorkommt, verantwortlich gemacht und so roh in den abschreckendsten Farben geschildert, zum größten Erstaunen der Philippsburger, die bisher an ihren israelitischen Mitbürgern so schlimme Eigenschaften nicht wahrgenommen hatten. Dies ist auch der Grund, dass die Urheber der Versammlung nur ein trauriges Fiasko machten."  

     
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  

Die Mitinhaber der Zigarrenfabriken Hoeber-Mandelbaum werden in Oberhausen zu Ehrenbürgern ernannt (1911)
    
Anmerkung: im Gemeinderat der Gemeinde Oberhausen-Rheinhausen wurde am 27.9.2010 darüber diskutiert, im neuen Gewerbegebiet Hammelsäcker-Südzucker die innere Erschließungsstraße Hoeber-und-Mandelbaum-Straße zu nennen. Erinnert wurde daran, dass die beiden Fabrikanten mit ihrer Zigarrenfabrik zahlreiche Arbeitsplätze geschaffen haben. Nach einer Abstimmung im Gemeinderat erhielt von insgesamt vier Vorschlägen der Vorschlag "Hoeber-und-Mandelbaum-Straße" die Mehrheit. 

Mitteilung im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 13. Januar 1911: "Mannheim. Die Mitinhaber der Zigarrenfabriken Hoeber-Mandelbaum dahier wurden von der Gemeinde Oberhausen zu Ehrenbürgern ernannt."   
 
Informationen von Paul Theobald, Frankenthal vom 8.7.2016 und vom 8.10. zu den Zigarettenfabrikanten Gustav Mandelbaum und Theodor Höber
Gustav Mandelbaum
(geb. 28. Dezember 1847 in Frankenthal) war seit dem 25. Januar 1873 in Mannheim verheiratet mit Clementin(e) Rosette geb. Höber (geb. 17. Januar 1848 in Mannheim als Tochter von Wilhelm Höber und Sophie Maria Pauline geb. Hirschhorn). Gustav Mandelbaum war Zigarrenfabrikant wie auch Theodor Höber, der Bruder von Clementine; Theodor Höber ist am 7. Oktober 1846 in Mannheim geboren. 
Gustav Mandelbaum verstarb am 17. September 1903 in Mannheim, seine Ehefrau am 15. November 1917. Aus der Ehe von Gustav und Clementin(e) Rosette Mandelbaum geb. Höber gingen vier Kinder hervor: Wilhelm (geb. 22. April 1874 in Mannheim, nach den Deportationen der NS-Zeit umgekommen); Emma (geb. 20. Mai 1875 in Mannheim, verheiratet mit Robert Kahn); Karl (geb. 8. September 1877 in Mannheim; am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, umgekommen am 23. November 1941 im Lager Récébédou); Johanna (geb. 26. April 1879 in Mannheim, verheiratete Herz; wohnte mit Ehemann in Mainz, deportiert [mit Ehemann] von Darmstadt aus am 27. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt, wo sie am 2. Januar 1943 umgekommen ist). 
Theodor Höber war verheiratet mit Marie Jeanette geb. Nauen (geb. 6. August 1856). Die beiden hatten drei Kinder: Ernst, Helene (verh. Cohn) und Anna (verh. Strassburger). Theodor Höber starb am 19. Februar 1886 in Mannheim.      
Über die Verleihung der Ehrenbürgerwürde an die Fabrikanten Höber und Mandelbaum siehe auch Josef Rothmaier: Oberhausen-Rheinhausen - ein heimatgeschichtliches Lesebuch. Band II. 2. Auflage 2016. S. 88. Link.  

  
Zum Tod von Norbert Gutmann (1932)  

Philippsburg Israelit 21071932.jpg (71030 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Juli 1932: "Philippsburg (Baden), 15. Juli. Tiefste Trauer löste innerhalb unserer Gemeinde die Nachricht aus, dass ein Herzschlag dem Leben eines unterer treuesten Mitglieder, Herrn Norbert Gutmann, ein jähes Ende bereitete. Der Verstorbene, der nur ein Alter von 46 Jahren erreichte, war Inhaber des gleichnamigen Mehl- und Landesproduktengeschäftes. Sein Tod riss eine große Lücke in unsere Reihe. Er versah das Amt eines Hilfsvorbeters und war einer der besten und pünktlichsten Synagogenbesucher. An seiner Bahre entwarf Herr Lehrer Neuberger von hier ein getreues Lebensbild des Verstorbenen. Mit beredten und tief empfundenen Worten schilderte er dessen wahre Religiosität und sein festes Gottvertrauen. Die Wertschätzung, die er genoss, zeigte sich dann auch an der stattlichen Beteiligung bei der Beisetzung, die auch von Seiten der nichtjüdischen Bevölkerung kam. - Möge Gott den Hinterbliebenen Trost spenden und unsere kleine Gemeinde vor weiterem Verlust bewahren. Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens."

    
Erinnerung an die Deportation in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Oktober 1940: Grabstein für Bertha Martha Gutmann geb. Dreifuss in Gurs        

Schmieheim Gurs BK 020.jpg (235589 Byte)Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für  
Bertha Martha Gutmann (statt Guttmann) geb. Dreifuss,  
geb. am 5. Juni 1867 in Schmieheim, später wohnhaft in Philippsburg, 
am 22. Oktober 19409 nach Gurs deportiert, wo sie am 18. Dezember 1940 umgekommen ist.    


   
Weitere Dokumente 

 Brief an Seligmann Gutmann 
in Philippsburg (1867)
(aus der Sammlung von Peter Karl Müller, Kirchheim/Ries)
Philippsburg Dok 010.jpg (134071 Byte) Philippsburg Dok 010a.jpg (97994 Byte)
   Der Brief wurde am 13. September 1867 von J. (Joel?) Wolf aus Rohrbach bei Heidelberg 
an Seligmann Gutmann in Philippsburg geschickt. 

    
    
    
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge

Über Einrichtungen der jüdischen Familien bis zum 18. Jahrhundert gibt es keine Informationen, wenngleich man in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts (Anwesenheit eines Rabbiners) von einem in der Stadt vorhandenen Betsaal ausgehen kann. 
 
Am Anfang des 18. Jahrhunderts werden die damals noch wenigen jüdischen Einwohner (1825 24, 1836 30, 1839 40 Personen) wiederum einen Betsaal in einem der jüdischen Häuser eingerichtet haben. Ende der 1830er-Jahre beschloss die langsam größer werdende jüdische Gemeinde, eine Synagoge zu bauen. 1840 konnte man ein geeignetes Anwesen an der Alten Kirchenstraße mit darauf stehenden Gebäuden erwerben. Es handelte sich um ein einstockiges Wohnhaus mit einer steinernen Stallung und einer Scheune, die bislang dem Ackermann Paul Walter und seiner Frau Anna gehörten. Den Kaufvertrag unterzeichnete am 10. September 1840 von Seiten der jüdischen Gemeinde deren damaliger Vorsteher Ullmann Löb. Vereinbart wurde, dass das Ehepaar Walter auf Ostern 1841 die Scheune und auf Pfingsten 1841 das Wohnhaus räumen sollte. Bis Ostern 1841 war auch die Bezahlung der ausgemachten Summe in Höhe von 1.000 Gulden fällig.  
   
Die Synagoge wurde, vermutlich bis zur Klärung der Finanzierungsfragen und der Bauausführung sowie der jeweiligen Genehmigung durch die Behörden erst im Jahre 1850 gebaut. Da offenbar keine Bauakten mehr vorhanden sind, können weitere Angaben nur auf Grund von Eintragungen im Lagerbuch der Stadt gemacht werden. 1901 standen auf dem 3,58 ar großen Grundstück (davon 2,61 ar Hofraite und 0,97 ar Hausgarten) ein einstöckiges Wohnhaus mit gewölbtem Keller und einer Dachwohnung, ein Anbau mit gewölbtem Keller, eine einstöckige Synagoge und ein Badhaus. Das Wohnhaus (im Lagerbuch auch als "Schulhaus" bezeichnet) war vermutlich das 1840 gekaufte Haus der Eheleute Walter. Es wurde von der jüdischen Gemeinde als Schule für den Religionsunterricht der Kinder und für die Lehrer-/Vorsängerwohnung genutzt. Bei der einstöckigen Synagoge handelte es wahrscheinlich um einen völligen Neubau oder um den Umbau eines der 1840 erworbenen Nebengebäude. Im "Badhaus" war das rituelle Bad untergebracht. Die Adresse des Grundstückes an der Ecke Weißetorstraße/Alte Kirchenstraße war 1932: Alte Kirchenstraße 17.  
  
Trotz des langsamen Rückgang der Zahl der jüdischen Gemeindeglieder in Philippsburg (1925/33 noch 50 Personen) wurden in der Synagoge bis 1938 Gottesdienste gefeiert, da auch die in einigen Orten der Umgebung lebenden jüdischen Familien die Synagoge in Philippsburg besuchten (unter anderem die die in Oberhausen, heute Oberhausen-Rheinhausen lebenden jüdischen Familien. 
  
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge von SA-Leuten aus Philippsburg und Bruchsal geplündert und angezündet. Die Feuerwehr war anwesend, schützte aber nur die Nachbargebäude. Vermutlich der einzige, der sich bei der Feuerwehr beschwerte, weil sie keine Anstalten zum Löschen machte, war der frühere, 1933 von den Nationalsozialisten abgesetzte Bürgermeister Oskar Zimmermann. Die Synagoge brannte völlig aus und blieb danach noch einige Wochen als Ruine stehen. Mit Kaufvertrag vom 8. Februar 1939 gingen das Grundstück und die Reste der Gebäude in den Besitz eines örtlichen Maurermeisters über. Von Seiten der Israelitischen Gemeinde unterzeichnete dabei Vorsteher Samuel Gutmann. Der Kaufpreis betrug 2.400 Gulden. Wenig später kam das Grundstück an die Firma Rodi & Wienenberger (Pforzheim), die auf einem Nachbargrundstück bereits längere Zeit eine Fabrikbetrieb hatte. Diese Firma war in der NS-Zeit für die Rüstungsindustrie tätig. Noch im Frühjahr 1939 wurde das Grundstück der ehemaligen Synagoge mit einem Erweiterungsbau von Rodi & Wienenberger überbaut. 
  
Die Fabrikanlagen der Firma Rodi & Wienenberger blieben bis in die 1970er-Jahre bestehen und wurden schließlich abgebrochen (die letzten Gebäude 1981). Am 26. November 1968 wurde eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Synagoge an dem an ihrer Stelle stehenden Gebäude angebracht. Rektor Willi Hartmann hielt die Gedenkrede. Für den Oberrat der Israeliten sprach Leopold Ransenberg. Gesangverein Liederkranz und die Kapelle des Musikvereins aus Philippsburg umrahmten musikalisch die Gedenkveranstaltung. Das Anwesen wurde einschließlich des ehemaligen Synagogengrundstückes in den 1980er-Jahren mit einer Wohnanlage völlig neu überbaut. Die Gedenktafel von 1968 wurde nach Fertigstellung der Wohnanlage an dem neuen Gebäude wieder angebracht.
   
   
   
Fotos 
Historische Fotos/Darstellungen: 

Historische Fotos sind nicht bekannt, eventuelle Hinweise bitte an den Webmaster von Alemannia Judaica, 
Adresse siehe Eingangsseite

       

Philippsburg Synagoge 005.jpg (18089 Byte)
Skizze der ehemaligen Synagoge in Philippsburg 
(Quelle: K. Odenwald)  

   
Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Foto um 1965
(Quelle: Hundsnurscher/Taddey 
s. Lit. Abb. 173 bzw. 
Hauptstaatsarchiv Stuttgart) 
Philippsburg Synagoge 005.jpg (72912 Byte)  Philippsburg Synagoge 016.jpg (53454 Byte)
   Bei dem abgebildeten Gebäude handelt es sich um einen Teil der ehemaligen
 Fabrikgebäude der Firma Rodi & Wienenberger, die an sich nichts mit der ehemaligen
 Synagoge zu tun haben. Von der genannten Firma wurde 1939 das Grundstück der ehemaligen Synagoge neu überbaut, das sich hinter diesem Gebäude an Stelle eines
 Verlängerungsbaus des etwas höheren Gebäudes (Foto rechts) befand. 
   
Fotos um 1985
(Fotos: Hahn) 
Philippsburg Synagoge 010.jpg (70359 Byte)  Philippsburg Synagoge 011.jpg (76929 Byte) 
    Neubebauung des obigen Grundstückes an der Ecke Weißetorstraße / Alte Kirchenstraße
 Ende 1983: das kleine Haus links ist noch erhalten (siehe Foto oben) 
   
Fotos 2003
(Fotos: Hahn, 
Aufnahmedatum 9.12.2003)
Philippsburg Synagoge 150.jpg (43658 Byte) Philippsburg Synagoge 153.jpg (47316 Byte)
    Die Neubebauung am früheren Synagogenstandort 
       
    Philippsburg Synagoge 151.jpg (40780 Byte) Philippsburg Synagoge 910.jpg (100200 Byte)
     Die Gedenktafel rechts oberhalb des Einganges (Haus Nr. 14) mit einer 
Skizze der Philippsburger Synagoge  (Foto rechts von Michael Ohmsen) 
  Hinweis: Zwei Fotos - in höherer Auflösung - vom Frühjahr 2011 auf der Fotoseite 
von Michael Ohmsen mit einer Seite zu Philippsburg 
      
     
Denkmal für die Gefallenen 
des Ersten Weltkrieges 
(Fotos von Michael Ohmsen, Mai 2011)
Philippsburg Denkmal 061.jpg (173071 Byte) Philippsburg Denkmal 060.jpg (94764 Byte)
  Auf dem Denkmal stehen seit 1985 (nachgetragen) auch die Namen der drei 
jüdischen Gefallenen aus Philippsburg: Moritz Faber, Hugo Löb und Hugo Neuburger;
diese Fotos in hoher Auflösung über die Fotoseite von Michael Ohmsen.
     

   
     

Links und Literatur 

Links: 

Website der Stadt Philippsburg (unter "Geschichte" auch kurzer Hinweis auf jüdische Geschichte vor Ort) 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof Philippsburg (interner Link)     
Bericht über die Geschichte der Juden in Philippsburg auf einer Seite des Copernicus-Gymnasiums in Philippsburg: hier anklicken  

Quellen:   

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Philippsburg 
In der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart) sind die Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern einsehbar: https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
Zu Philippsburg sind vorhanden 
J 386 Bü. 484  Philippsburg  Sterbefälle 1890 - 1920 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446702    
J 386 Bü. 485  Philippsburg  Geburten 1813 - 1868  Sterbefälle 1818 - 1889  Eheschließungen 1834 - 1868 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446703      
    
Hinweis auf die Dokumentation der jüdischen Grabsteine in Baden-Württemberg des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg   
Im Bestand  https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=24368  auf der linken Seite bei "Huttenheim" über das "+" zu den einzelnen Grabsteinen; es sind 47 Grabsteine dokumentiert (mit Fotos).     
Im Bestand EL 228 b I Bü. 245 finden sich zum Friedhof Huttenheim - Philippsburg Belegungsplan, Belegungslisten und eine Dokumentation Grabstein 1 bis 47   http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-1907247         

 Literatur: 

Germania Judaica II,2 S. 655-656. 
Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 237ff (die hier zur Synagogengeschichte, vor allem im Blick auf das Novemberpogrom 1938 und die Zeit nach 1938/45 gemachten Angaben konnten nicht bestätigt werden und entsprechen nach eindeutigen Zeugenaussagen nicht den Tatsachen).  
Konrad Odenwald: Das Schicksal der jüdischen Synagogengemeinde Philippsburg, in: Heimatbuch Philippsburg. S. 194-204. 
Pinkas Hakehillot. Encyclopaedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany. Württemberg - Hohenzollern - Baden. Ed. Joseph Walk. Hg. von Yad Vashem. Jerusalem 1986 (hebräisch) S. 421-423. 
Jürgen Stude: Geschichte der Juden im Landkreis Karlsruhe. Karlsruhe 1990. 
Mündliche Angaben von Ekkehard Zimmermann, Philippsburg. 

  
    


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Philippsburg. The 14th century Jewish community was destroyed in the Black Death persecutions of 1348-49. Jews were again present in the first half of the 17th century, but most left when the seat of the bishopric was transferred to Bruchsal in 1723. Many again left in the second half of the 18th century. The community revived in the 19th century, reaching a population of 94 in 1842. In 1933, 45 Jews remained. Among their businesses were a big wholesale firm for farm produce, a cigarette factory and a printing press. Most Jewish businesses were closed and by November 1938 11 Jews had left Germany. Another eight left after Kristallnacht (9-10 November 1938), when the synagogue was set on fire. On 22 October 1940, the last 21 Jews werde deported to the Gurs concentration camp, where 15 perished. 
  
    

                   
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Stand: 01. Dezember 2016