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zu den Synagogen in
Baden-Württemberg
Sulzburg
(Kreis Breisgau-Hochschwarzwald)
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen
Gemeinde (english
version)
Die Geschichte der Sulzburger jüdischen Gemeinde geht
möglicherweise in
die Zeit des frühen 15. Jahrhunderts zurück. Eine Quelle aus Colmar von
1409, in der von "den Juden ze Sultzberg" die Rede ist, wird als
Hinweis hierfür gewertet. Sicher waren Juden im 16. Jahrhundert in der
Stadt: 1528 wird über einen "in Sulzburg wohnenden Ysayas"
berichtet. 1540 gab es drei jüdische Familien in der Stadt. In
Geleitbriefen der vorderösterreichischen Regierung aus den Jahren 1543 bis 1545
werden gleichfalls Juden aus Sulzburg genannt. Sie lebten unter anderem vom
Geldverleih. 1546 wurde die Erlaubnis erteilt, "ein Schul oder Sinagog
uffrichten" zu dürfen. 1576 wird ein Rabbiner namens David genannt.
Bald nach
dem Tod des 1577 verstorbenen Markgrafen Karl II. von Baden-Durlach
beziehungsweise spätestens unter Margraf Georg Friedrich (1604-1622) wurden die
Juden jedoch aus Sulzburg vertrieben.
Erst unter der Regierung des Markgrafen Karl III. Wilhelm (1679-1738) entstand in Sulzburg dank
der von Joseph Günzburger, dem einflussreichen Vorsteher der Breisacher Juden,
erwirkten Aufnahme mehrerer jüdischen Familien im badischen Oberland und in der
Markgrafschaft Hochberg wiederum eine jüdische Gemeinde. 1716 gab es vier Familien in der
Stadt, 1739 waren es bereits dreizehn jüdische Haushaltungen. Von da an war
Sulzburg bis ins 19. Jahrhundert geistiges und kultisches Zentrum der Juden in
der Markgrafschaft. Seit 1727 war Sulzburg Rabbinatssitz: in diesem Jahr
zog der Rabbiner David Kahn aus Breisach nach Sulzburg, wo er und seine
Nachfolger bis 1886 als Landrabbiner der oberbadischen Juden amtierten.
Obwohl die Sulzburger Juden bis ins 19. Jahrhundert hinein
von dem ihnen erlaubten Getreide-, Wein-, Tabak- und Viehhandel unter durchaus
armseligen Bedingungen lebten, war ihr Anteil am Leben und an der Kultur der
Stadt schon damals beträchtlich.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen
Einwohner wie folgt: 1825 207 jüdische Einwohner, 1832 307, 1836 295, 1839
322, 1864 Höchstzahl von
416
Personen (ein Drittel der Stadtbevölkerung), 1871 349, 1875 313, 1880 296,
1885 261, 1890 253, 1895 208, 1900 191, 1910 136.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde u.a. eine Synagoge (s.u.),
eine jüdische Schule (im "Israelitischen Gemeindehaus",
Gustav-Weil-Straße 1 mit Wohnung des Kantors und Lehrers), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Zur Besorgung
religiöser Aufgaben der Gemeinde war neben dem Rabbiner ein Lehrer
angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl.
Ausschreibungen der Stelle auf der Textseite).
Lehrer in Sulzburg waren u.a. Simon Metzger (bis 1905), Samuel Strauß 1905 bis
1908 (danach bis 1937 Lehrer in Freiburg), Josef Bruchsaler (bis 1911). Eine jüdische Konfessionsschule wurde 1837 eingerichtet. Sie bestand bis 1866; das Gebäude am Klosterplatz 3 gegenüber der alten Klosterkirche ist erhalten. Ein Gemeindehaus war im Gebäude Mühlbachstraße
1 eingerichtet (heute Wohnhaus).
Von 1827 bis 1887 bestand ein Bezirksrabbinat in Sulzburg (zuständig
für die Gemeinden Kirchen, Lörrach, Müllheim und Sulzburg), dann wurde es nach Freiburg
verlegt. Das Rabbinat war zuletzt (unter Rabbiner Emanuel Dreyfuß, gest. 1866) entweder im
späteren Rathaus an der Hauptstraße oder im späteren Postgebäude
(Hauptstraße 64).
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Gefreiter Max
Bloch (geb. 7.12.1896 in Sulzburg, gef. 26.9.1916) und Hermann Kahn (geb.
25.5.1887 in Sulzburg, gest. 20.2.1919 in Gefangenschaft). Auf den Gefallenendenkmalen der Kriege 1870/71 und 1914 bis 1918 auf dem
"Graben" unterhalb des Stadttores südlich der Hauptstraße befinden sich auch die Namen der jüdischen
Gefallenen.
Um 1924, als zur jüdischen Gemeinde noch etwa 120 Personen gehörten
(dazu 4 in Staufen), waren die
Gemeindevorsteher Gustav Bloch, Max Weil, Hans Dukas und Harry Weil. Lehrer,
Kantor und Schochet war David Baracker. Als jüdischen Vereinen bestanden
u.a. der Israelitische Frauenverein (1886 gegründet; 1924/32 unter
Leitung von Auguste Dukas mit 48 Mitgliedern, 1932 29 Mitglieder; Zweck und
Arbeitsgebiet: Unterstützung Ortsansässiger und Kranker), die Jugendgruppe
zur Pflege jüdischer Geschichte und Literatur (1924 unter Leitung von
Leopold Jeremias mit 25 Mitgliedern) und eine Ortsgruppe des Central-Vereins
(1924 unter Leitung von Leopold Jeremias mit 30 Mitgliedern). 1932 waren
die Gemeindevorsteher Simon Dukas (1. Vors.), Hermann Dukas (2. Vors. und
Schatzmeister), Gustav Bloch (3. Vors.). Als Lehrer, Kantor und Schochet war
inzwischen Hugo Alperowitz in der Gemeinde tätig.
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Handels- und Gewerbebetrieben in
jüdischem Besitz sind bekannt (Auswahl): Lebensmittel und
Wollgeschäft der Familie Max Bloch, "Wolljüdele" (Hauptstraße 46),
Fischgeschäft von Familie Adolf Bloch, der "Fischjud" (Hauptstraße
52), jüdische Wirtschaft "Zum wilden Mann" (bis 1926; Ecke
Gustav-Weil-Straße/Ernst-Bark-Gasse 4), Textilgeschäft von Familie Leo Weil
(Hauptstraße 61), Textilgeschäft von Familie Samuel Kahn und Viehhandel
(Hauptstraße 66), Bauer Henri Weil und Kolonialwarenladen der Familie Henri
Weil (Hauptstraße 72), Textilgeschäft von Mathilde Kaufmann
(Hauptstraße 75), Bäckerei der Familie Berthold Bloch, der
"Bloch-Beck" (Gustav-Weil-Straße 10). Viehhandlung der Familie Leo
Louis Kahn (Gustav-Weil-Straße 20), Viehhandlung der Familie Gustav Bloch I
(Hauptstraße 55), Viehhandlung der Familie Luzian Günzburger (Hauptstraße
53), Familie Moses Bloch, zeitweise auch Zahnarztpraxis von Sohn Gustav Bloch
(Hauptstraße 70), Haus der Familie Leopold Kahn (Gustav-Weil-Straße zwischen 4
und 8, Haus existiert nicht mehr), Weinhandlung der Familie Jonas Dukas
(Hauptstraße 17), Weinhandlung der Familie Salomon Bloch (Hauptstraße 70), Weinhandlung
der Familie Simon Dukas (Hauptstraße 29), Weinhandlung der Familien Gustav und
Max Weil (Hauptstraße 43).
1933 wurden 94 jüdische Einwohner gezählt. In den folgenden Jahren
ist ein Teil von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der
zunehmenden Entrechtung und der Repressalien ausgewandert oder von Sulzburg
verzogen. Im Juli 1938 wurden noch 57 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt.
Beim Novemberpogrom 1938 wurden alle jüdischen Männer verhaftet. Sie mussten
zu Fuß nach Müllheim ins Gefängnis marschieren, von dort aus kamen sie in das
KZ Dachau. Sämtliche jüdischen Wohn- und Geschäftshäuser sowie die Synagoge
und das jüdische Schulhaus wurden - vor allem durch in Bussen herbeigebrachte
Westwallarbeiter - schwer beschädigt und geplündert. Am 22. Oktober 1940
wurden 27 Sulzburger Juden in das KZ Gurs deportiert.
Nach den Deportationen in der NS-Zeit kamen von den
1933 in
Sulzburg wohnhaften 94 jüdischen Personen mindestens 22 ums Leben.
Links:
Gedenken in der Synagoge mit den Namen der 1933 in Sulzburg wohnhaften
jüdischen Personen und ihrem weiteren Schicksal.
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Persönlichkeiten.
Gustav Weil (1808 Sulzburg - 1889 Freiburg), Orientalist, 1831 an der
ägyptischen Ärzteschule in Kairo; 1835 Privatdozent, seit 1845
außerordentlicher Prof. in Heidelberg, 1861 ordentlicher Professor ebd;
verfasste zahlreiche Untersuchungen zur arabischen Literatur und islamischen Geschichte
(insbesondere auch die bedeutendste Übersetzung von "Tausendundeiner Nacht". Nach ihm ist die
"Gustav-Weil-Straße" benannt. Das Elternhaus von Gustav Weil
war in der Hauptstraße 67. Vgl. Wikipedia-Artikel
zu Gustav Weil
Ludwig David Kahn: Verfasser von "Die Geschichte der Juden von
Sulzburg"; sein Elternhaus (bis 1912) war in der Hauptstraße 28a. |
Zur Geschichte des Betsaals/der Synagoge
1543/44 erhielten die beiden
damals aufgenommen Juden Isayas und Jössli in ihren Schutzbriefen die
Erlaubnis, in ihren Wohnungen "eines jeden Jahres auf den langen Tag
(gemeint der Versöhnungstag) eine Schul oder Synagoge aufzurichten und dazu
einen Vorsinger oder Schulmeister zu halten, der sie, ihre Weiber, Kinder und
Gesinde, nach ihrem Gebrauch und ihrer Gewohnheit lehre, samt des Vorsingers
Weib und Kinder in ihren Behausungen bis zum Ausgang ihrer Schutzzeit". Auf
Sonntag Exaudi 1546 bewilligte Markgraf Ernst allen Sulzburger Juden dieses
Recht. Vermutlich wurde daraufhin ein Betsaal eingerichtet.
Nach der Wiederansiedlung im 18. Jahrhundert war wiederum
ein Betsaal vorhanden, bis 1822 eine Synagoge in der Mühlbachstrasse
(im Volksmund "Judengasse") erbaut werden konnte. Architekt dieser
Synagoge war Johann Ludwig Weinbrenner, ein Neffe des badischen Architekten
Friedrich Weinbrenner (Karlsruhe). Sie wurde in einem spätbarock-klassizistischen
Mischstil erbaut. Im Innern überwiegen klassizistische Stilmerkmale; die großen
Rundfenster im Obergeschoss nehmen ein barockes Elemente auf. Der
Eingangsbereich ist geprägt von einem vorgestellten, giebelbekrönten Portikus.
Der Innenraum wurde an drei Seiten von Emporen eingefasst, die durch zwei im
Innern des Gebäudes liegende hölzerne Wendeltreppen erschlossen sind. Zwischen
den Emporen ist der Innenraum mit einer hölzernen Tonne überwölbt. Da die
Empore durch eine regelmäßige Reihe von Pfeilern mit Kapitellen gestützt
wird, entsteht ein dreischiffiger Raum. Nach dem Urteil des Freiburger
Professors und Kreisbaumeisters Christoph Arnold vom 12. Oktober 1822 war die
neue Synagoge in Sulzburg "solid und meistermäßig" hergestellt,
deren "gründliche Ausführung" dem "Entrepreneur" zur Ehre
gereiche.
1876/77 wurde die Synagoge renoviert. Dabei wurde im
Untergeschoss ein rituelles Bad eingebaut. Der Sternenhimmel des Tonnengewölbes
verschwand zugunsten einer kassettenförmigen Deckenfassung. Auch die
Scherengitter der Emporen wurden entfernt. Mit einem Festgottesdienst feierte
die gesamte Sulzburger Bürgerschaft mit der israelitischen Gemeinde das in
neuem Glanz erstandene Gotteshaus. Auch in den folgenden Jahrzehnten wurden
immer wieder Renovierungen oder bauliche Verbesserungen durchgeführt. 1920
erhielt die Synagoge elektrisches Licht. Während der Wintermonate wurden die
Gottesdienste – um Heizmaterial zu sparen - teilweise im Israelitischen
Gemeindehaus (Mühlbachstraße 1) abgehalten, wo im Erdgeschoss zwei Räume zur
Nutzung als Betsaal eingerichtet waren.
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge schwer
demoliert. Über die Vorgänge an diesem Tag in Sulzburg liegen nähere
Informationen aus den Prozessakten der II. Strafkammer des Landgerichts Freiburg
vor. Bei diesem Prozess am 15. Dezember 1947 wurde der frühere Müllheimer
Kreisleiter Hugo Grüner als Drahtzieher der Aktionen in Abwesenheit verurteilt.
Schon am Nachmittag des 9. November 1938 hatte die Gendarmeriestation
Heitersheim, zu deren Postenbereich Sulzburg gehörte, vom Gendarmeriekreis Müllheim
den Auftrag erhalten, sämtliche Beamte am kommenden Morgen um 8 Uhr zum Rathaus
in Sulzburg zu beordern. Noch vor 6 Uhr fuhren am Morgen des 10. November
etliche Beteiligte des Pogroms, darunter zwei Gestapobeamte aus Müllheim, in
Sulzburg ein. Auch Kreisleiter Grüner erschien zusammen mit einigen "politischen
Leitern" und gab bekannt, dass etwas gegen die Juden geschehen müsse.
Zwischen 7.00 und 7.30 Uhr kamen mehrere Omnibusse von Westwallarbeitern zur
Durchführung der "Judenrazzia" nach Sulzburg. Nachdem die jüdischen
Männer inzwischen verhaftet und auf das Rathaus gebracht worden waren, drangen
die Westwallarbeiter in die jüdischen Häuser ein und begannen ihr Zerstörungs-
und Plünderungswerk. Sämtliche jüdischen Häuser sowie die Synagoge und die jüdische
Schule wurden schwer beschädigt und geplündert. Glücklicherweise konnte die
Synagoge nicht angezündet werden, da die Nachbarhäuser zu eng daneben standen.
1939 erwarb die politische Gemeinde das Synagogengebäude. Eine Turnhalle sollte
in ihr eingerichtet werden. Zeitweise wurde das Gebäude jedoch als Depot der
Universitätsbibliothek Freiburg genutzt. Nach dem Krieg wurde das Gebäude
beschlagnahmt und kam über die jüdische Vermögensverwaltung JRSO zunächst an
die jüdische Kultusgemeinde Südbaden zurück. 1954 wurde sie an einen
Privatmann für gewerbliche Zwecke verkauft. Danach diente das einstige
Gotteshaus als Lagerraum und Fabrikhalle.
Die Bemühungen um den Erhalt der Sulzburger Synagoge
gehen in die Zeit Anfang der 1960er-Jahre zurück. 1964 nahm sich ein
Freundeskreis um den aus Sulzburg stammenden jüdischen Bürger Hugo Bloch, München,
der Synagoge an. Es wurde vorgeschlagen, einen Betsaal, einen Vortragssaal und
ein Heimatmuseum in dem Gebäude einzurichten. Erste Besprechungen mit dem
Landratsamt und dem Landesdenkmalamt 1964 kamen ein Jahr später ins Stocken, da
sich der Besitzer weigerte, das Synagogengebäude zu verkaufen. 1974 sollte das
Gebäude wegen seines schlechten Zustandes abgebrochen werden. Das
Landesdenkmalamt, das bereits für 1965 einen Zuschuss vorgemerkt hatte, ergriff
die Initiative zum Erhalt der Synagoge. 1976 war der Besitzer zum Verkauf
bereit. 1977 kaufte die Gemeinde Sulzburg das Gebäude. Unter den Architekten
Edi Guggenheim und Wolfgang Hertel wurden die Restaurierungsarbeiten begonnen.
Intensive Überlegungen fanden zur künftigen Nutzung des Gebäudes statt. 1978
wurde die Anna-Hugo-Bloch-Stiftung mit der Aufgabe begründet, die israelitische
Kultusgemeinde in Sulzburg wieder zu beleben. Aus der ehemaligen Synagoge sollte
wieder ein jüdisches Gemeindezentrum werden. Da damals jedoch keine Aussichten
bestanden, dass in Sulzburg wieder eine jüdische Gemeinde entstehen konnte,
wurde der Plan nicht verwirklicht.
1979 wurde die ehemalige Synagoge in das
Schwerpunktprogramm Denkmalpflege des Landes Baden-Württemberg aufgenommen und
für ihre Wiederherstellung ein Zuschuss von 1,6 Millionen DM (= ca. 800.000
€) bewilligt. Bei den Restaurierungsarbeiten, die unter Federführung von
Prof. Wolfgang Stopfel vom Landesdenkmalamt Freiburg durchgeführt wurden,
sollte das Haus möglichst in den alten Zustand vor 1938 versetzt werden.
Restauriert wurden insbesondere die Außenfassade und der Eingangsbereich sowie
das rituelle Bad. Mit besonderer Sorgfalt wurden die Malereien im Innern
nachgezeichnet, insbesondere das mit Sternen ausgemalte blaue Himmelsgewölbe
der Decke. Ausstattungstücke wie Toraschrein und Lesepult wurden rekonstruiert.
Die Restaurierungsarbeiten konnten 1984 vorläufig abgeschlossen werden. Im
November 1984 wurde in einer Gedenkstunde das Haus als ein Haus der Begegnung für
Stadt und Umgebung eingeweiht. Weitere Restaurierungsarbeiten wurden bis Anfang
1995 schrittweise durchgeführt. Bei einer Veranstaltung zum Abschluss der
Renovierung Anfang Februar 1995 war auch der baden-württembergische Ministerpräsident
Erwin Teufel anwesend. Seit 1989 besteht der "Freundeskreis ehemalige
Synagoge Sulzburg", der für die inhaltliche Arbeit in der ehemaligen
Synagoge verantwortlich ist.
Jüdische Gottesdienste gab es in der ehemaligen Synagoge Sulzburgs
erstmals nach 1945 wieder im Herbst 2011, als die liberale jüdische
Gemeinde "Gescher" aus Freiburg zu Jom Kippur Gottesdienste in
Sulzburg abgehalten hat.
Fotos
Historische Fotos
(Quellen: links Ziwes, Badische Synagogen S. 41; Mitte: L.D.
Kahn, Geschichte bei S. 57)
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| Die Synagoge vor 1900 |
Innenansicht der Synagoge um
1920 |
Fotos nach 1945 und bis zur Gegenwart:
| Fotos aus den 1950er- bis 1970er-Jahren |
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Die ehemalige Synagoge um 1950
(Quelle: Ziwes, Badische
Synagogen S.82) |
Die ehemalige Synagoge
in den 1960er-Jahren |
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Synagoge in Sulzburg; rechts
ehemalige jüdische Gastwirtschaft
"Zum wilden Mann" |
Bauaufnahme 1977/78: Reste der
Zwischendecke und Empore (Quelle:
"Ich bin doch..." von I. Hecht
S. 31) |
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Fotos 1987 nach der
Restaurierung:
(Quelle Sammlung Hahn, Fotos: R. Rasemann) |
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| Außenansichten
der ehemaligen Synagoge |
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| Die renovierte Synagoge 1987 |
Die Gebotstafeln über dem First des
westlichen Giebels |
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Fotos Juli/August 2002 (Fotos F)
bzw. Januar 2003:
* Die mit (F) markierten Fotos sind mit freundlicher
Genehmigung von Norbert Floerken übernommen aus der Seite http://www.floerken.de/sulzburg/
Zum Bericht über die Exkursion Freiburger Studenten siehe Seite: http://omnibus.uni-freiburg.de/~post/szbg.html |
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| Eingang zur Synagoge (F)* |
Seitenfassade (F)* |
Blick zum Toraschrein (F)* |
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| Seitenfenster zur Straßenseite (F)* |
Decke - "Sternenhimmel" (F)* |
Frauenempore (F)* |
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Oberer Teil des ehemaligen
Toraschreines mit den
Gebotstafeln |
Gruppe von Studierenden aus Freiburg
beim gemeinsamen Foto
in der Synagoge |
Der Sternenhimmel
über dem Betsaal |
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Blick auf ehemaligen
Toraschrein |
Erklärungen in der ehemaligen Synagoge
durch Jost
Grosspietzsch |
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Fotos 2003
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.10.2003) |
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Ansichten der
ehemaligen Synagoge von der Straße |
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Die Gebotstafeln |
Das Eingangsportal |
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Fotos 2007
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 21.3.2007) |
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Schilder zur Synagoge und zur
ehemaligen jüdischen Gaststätte
"Zum Wilden Mann" |
"Gustav-Weil-Straße"
als Erinnerung
an den aus Sulzburg stammenden
Orientalisten |
Hinweise zur Geschichte der
Synagoge gegenüber dem Gebäude |
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| Blick von Norden |
Die Synagoge in der Abendsonne |
Das Eingangsportal |
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Der Sternenhimmel auf dem
Tonnengewölbe |
Blick zum Bereich des
Toraschreines und
dem darüber befindlichen Rundfenster |
Der Giebel über dem
säulengetragenen
Vordach vor dem Toraschrein |
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Auf der Empore mit
den Gittern |
Kapitell über
den Säulen |
In der Ausstellung: Plan der
ehemaligen
jüdischen Häuser der Stadt |
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| Aufnahmen von der
Frauenempore mit Blick zum ehemaligen Betsaal der Männer und zum Bereich
des Toraschreines |
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Gäste bei der Veranstaltung
am
21. März 2007 (Vorstellung des Buches
"Synagogen in
Baden-Württemberg" |
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Blick von der Gaststätte
"Zum Wilden
Mann" (rechts) zur ehemaligen Synagoge |
Hinweistafel
"Zum Wilden
Mann" |
Hinweise am Eingang
"Zum
Wilden Mann" |
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Werbung für den
Gasthof "Zum Wilden Mann" und für
für Sulzburg - Anzeige in der
Zeitschrift "Der Israelit" vom 23.
Juni 1904: "Koscher (hebräische Buchstaben links
und rechts obere Zeile).
Sulzburg bei Badenweiler
(Luftkurort).
Gasthof z. Wilden Mann. Inh.: Frau Levi Witwe.
Derselbe ist mit dichten Tannenwäldern umgeben und ist daher zur
schnellsten
Genesung für Brustleidende, Nervenkranke etc. etc. sehr
geeignet. Näheres durch
Die Obige." |
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Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Februar 2011:
Neue Einladung ehemaliger Sulzburger Juden für
Oktober 2011 |
Artikel von Volker Münch in der
"Badischen Zeitung" vom 12. Februar 2011 (Artikel):
"Viel Raum für Begegnungen
Die Stadt Sulzburg hat erneut ehemalige jüdische Mitbürger eingeladen / Treffen im Oktober / Kein starres Programm.
SULZBURG. Die Sulzburger erinnern sich gerne an die Begegnung mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern vor 23 Jahren. Auf Wunsch einiger Bürger und Stadträte wurden jetzt noch lebende ehemalige jüdische Sulzburger zu einem erneuten Aufenthalt im Oktober nach Sulzburg
eingeladen..." |
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| März 2011:
Bundestagsvizepräsidentin Kathrin Göring-Eckardt besucht die ehemalige
Synagoge |
Artikel in der "Badischen Zeitung" vom März 2011 (Artikel):
"Verhindern durch Erinnern. Vizepräsidentin in Synagoge.
SULZBURG (mps). Prominenten Besuch hatte das alte Residenzstädtchen Sulzburg am Donnerstag: Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags, Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), nutzte ihren Aufenthalt in Südbaden zu einer Besichtigung der alten Synagoge. Sie betonte, wie wichtig besonders für die Nachfolgegenerationen eine lebendige Erinnerungskultur sei..." |
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| September 2011:
Auf der Suche nach der Geschichte der Familie und
ihrer Vorfahren in Sulzburg (Familie Kahn) |
Artikel von Dorothea Scherle in der
"Badischen Zeitung" vom 3. September 2011 (Link
zum Artikel): "Auf der Suche nach Anna. Aus einer verwickelten
Familiengeschichte, die tief in die Abgründe des 20. Jahrhunderts
hineinreicht". (Artikel auch
als pdf-Datei eingestellt).
Ergänzend zum Artikel teilt uns Dorothea Scherle am 1.10.2011 mit,
dass sie die Todeserklärung ihres Großonkels Julius Kahn erhalten hat:
"Er wurde in Theresienstadt von SS erschlagen (eine Zeugin, die
selbst in der Festung von Theresienstadt inhaftiert war und es bei der
Arbeit in der Küche beobachtete, hat es meiner Tante nach dem Krieg
berichtet)". Julius Kahn war demnach in der Festung und nicht im
Ghetto Theresienstadt. Dies hatte seinen Grund darin, dass der Transport
am 4. Oktober 1944 aus dem Rheinland versehentlich in der Kleinen Festung
und nicht im Ghetto ankam, wodurch sich die brutale Art des Mordens
erklärt. |
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| Januar 2012:
Vorstellung einer neuen Publikation der
"Initiative Jüdische Spuren in Sulzburg" |
"Initiative Jüdische Spuren in Sulzburg:
Einladung
zur Vorstellung unseres ersten Heftes 'Ein Stadtrundgang'
aus der neuen Heftreihe Jüdische Spuren in Sulzburg
am Sonntag, 29. Januar 2012, um 11.30 Uhr
im Evangelischen Gemeindehaus in Sulzburg
mit Gesprächen bei Kaffee und Suppe." |
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| März 2012:
Rundgang zu den
"Jüdischen Spuren in Sulzburg" |
Artikel
in der "Badischen Zeitung" vom 13. März 2012: "Ein
überwältigendes Echo.
Beim Rundgang auf jüdischen Spuren durch die Stadt
Sulzburg..."
Link
zum Artikel.
Foto links (von Helga Posselt, erhalten über Günter Boll): "Mit
so viel Andrang hatte die Initiative 'Jüdische Spuren in Sulzburg nicht
gerechnet: Rund 150 Menschen kamen zum ersten Rundgang durch die
Stadt). |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica III,2 S. 1446. |
 | Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden.
1968. S. 266ff. |
 | Ludwig David Kahn: Die Geschichte der Juden von Sulzburg. Müllheim
1969. |
 | Ingeborg Hecht: Sulzburg. Ein Streifzug durch Geschichte und
Gegenwart. Freiburg 1985 (Reihe: Heimat im Bild). |
 | Bernd Michaelis: Die Geschichte der Juden in Sulzburg. 1987. |
 | Joachim Hahn: Synagogen in Baden-Württemberg. 1987. S. 68ff. |
 | Martin Bier: "Alles wirkliche Leben ist Begegnung". Eine
Ausarbeitung des Freundeskreises Ehemalige Synagoge Sulzburg für die
Besucher von ehemaliger Synagoge und Friedhof. 1991. |
 | Der Jüdische Friedhof in Sulzburg. Katalog zur Ausstellung. Hg.: Freie
Künstlergruppe Freiburg e.V., 1990. |
 | Haus-Bild-Stein: Skulpturen und Bilder von Bernd Völkle. Fotografien der
früheren Synagoge. Katalog zur Ausstellung mit Textbeiträgen von Gabriel Heim,
Wolfgang Heidenreich und Jost Grosspietsch. Sulzburg o.J. |
 | Spuren. Katalog zur Ausstellung J. Brodwolf 1990 in Sulzburg. Mit Beiträgen
über die Deportation der Sulzburger und Müllheimer Juden am 22.10.1940 von
Rolf Schuhbauer, Jost Grosspietsch und Wolfgang Heidenreich. |
 | Jacob Picard 1883-1967. Dichter des deutschen Landjudentums. Katalog zur
gleichnamigen Ausstellung in der ehemaligen Synagoge Sulzburg. Erarbeitet
von Manfred Bosch und Jost Grosspietsch. Freiburg 1992. |
 |
Die Stimme der Wörter der Bilder. Arbeiten von Gerta Haller,
Nikolaus Cybinski, Wolfgang Heidenreich und Jost Grosspietsch. 1996. |
 | "Ich bin doch geborener Sulzburger und
Deutscher". Text von Ingeborg Hecht. Hg. vom Freundeskreis Ehemalige
Synagoge Sulzburg e.V. 1994. |
 |
Franz-Josef Ziwes (Hg.): Badische Synagogen.
1997 S. 40-41 (Abschnitt zur Synagoge Sulzburg von Jost Grosspietsch). |
 |
Jüdisches Leben in Sulzburg
1900-1940. Eine Materialsammlung. Hrsg.: Freundeskreis der ehemaligen
Synagoge Sulzburg e.V. |
 |
Joachim
Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als
Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte
und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt,
Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial,
Jerusalem. Stuttgart 2007.
|
 |
Günter Boll (unveröffentlicht):
Hinweis auf ein 1725 in Frankfurt erschienenes hebräisches Gebetbuch "Slichot
für das ganze Jahr nach dem elsässischen Ritus", in dem Rabbiner
David Blum von Sulzburg als Gewährsmann genannt wird: eingestellt
als pdf-Datei. |
 |
Jüdische Spuren in Sulzburg. Ein
Stadtrundgang durch das Sulzburg der 30er-Jahre. Heft I der Heftreihe "Jüdische Spuren in Sulzburg". Hrsg. von der Initiative Jüdische
Spuren in Sulzburg 2011. Dazu Artikel in der "Badischen
Zeitung":
Namen, Biografien und Schicksale (veröffentlicht am 25. Februar 2012 auf badische-zeitung.de)
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Sulzburg Baden. Jews
arrived in the early 16th century and were expelled in 1615 with the rest of the
Jews of the region. The Jewish settlement was renewed in 1716 by four families
expelled from Switzerland and Alsace. From 1727 to 1827, Sulzburg was the seat
of the chief rabbinate of Upper Baden. Throughout the 18th and 19th centuries
the Kahn and Weil families stood at the head of the community. Gustav Weil
(1798-1889), the noted Orientalist, was the first Jewish lecturer to receive
tenure at Heidelberg University without converting. In 1823 a synagogue was
consecrated and at the Jewish elementary school English was taught to prepare
the young for emigration to the United States. Anti-Jewish rioting occured
during the revolutionary disturbances of 1848 and on the eve of Jewish
emancipation in 1862. The Jewish population grew steadily to a peak of 416 in
1864 (total 1,296) but then declined sharply, numbering 84 in 1933. Under the
Nazis the economic boycott was systematically enforced, with the licences of
Jewish cattle traders revoked and Jews forced to liquidate their businesses. On
Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue and cemetery were vandalized
and Jews were sent to the Dachau concentration camp. In all, 47 Jews emigrated
and ten moved to ohter German cities. The last 27 Jews were deported to the Gurs
concentration camp on 22 October 1940. Eight others were sent to concentration
camps after leaving Sulzburg. In all, 24 perished.

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