Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Waldgrehweiler (VG Alsenz-Obermoschel, Donnersbergkreis) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen   
bulletLinks und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde       
    
In Waldgrehweiler bestand eine jüdische Gemeinde bis 1893. Mindestens seit dem 18. Jahrhundert lebten Juden am Ort. 1718 wird ein "Schutzjude" Gerdon am Ort genannt, der sechs Gulden Schutzgeld zu bezahlen hatte. 1790 gab es eine jüdische Haushaltung ("Jud Manes Abraham").   
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1801 8 jüdische Einwohner (2,3 % der Gesamteinwohnerschaft), 1808 13, 1825 44 (9,7 %), 1848 Höchstzahl von 47 in elf Familien, 1875 28, 1900 5. 
  
1809/10 werden als jüdische Haushaltsvorsteher genannt: Abraham Schmidt (Gebrauchtwarenhändler), Salomon Schmidt (Gebrauchtwarenhändler), Abraham Strauß (Viehhändler), Abraham Strauß junior, Isaac Strauß (Viehhändler), Salomon Strauß (Händler).    

An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), nach mündlicher Überlieferung auch eine Mikwe (bei der Synagoge) und ein Schulraum. Die Toten der Gemeinde wurden zunächst auf dem jüdischen Friedhof in Teschenmoschel beigesetzt, seit 1830 (?) bestand ein jüdischer Friedhof in Waldgrehweiler.   
 
Nach der Auflösung der Gemeinde 1893 - auf Grund der zurückgegangenen Zahl der Gemeindeglieder - gehörten die noch in Waldgrehweiler lebenden jüdischen Personen zur Gemeinde in Teschenmoschel. Genaue Zahlen über die Jahre bis nach 1933 liegen nicht vor.  

    
Von den in Waldgrehweiler geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Frieda Hamburger geb. Schlachter (1885), Rosa Kling geb. Strauß (1861), Max Pfahler (1924), Ludwig Schlachter (1879), Martha Wald geb. Kling (1890), Johanna Weil geb. Frank (1875).    
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 

In jüdischen Periodika des 19./20. Jahrhunderts wurden noch keine Berichte zur jüdischen Geschichte in Waldgrehweiler gefunden. 

    
    
    
Zur Geschichte der Synagoge     
              
    
Eine Synagoge ("Judenschule") soll 1806 oder 1810 eingerichtet beziehungsweise erbaut worden sein, wobei die Angabe auf Grund der damals noch geringen Zahl der jüdischen Einwohner am Ort fragwürdig erscheint. Über die Geschichte der Synagoge in Waldgrehweiler ist nur wenig bekannt. Nach mündlicher Überlieferung befand sich bei der Synagoge ein rituelles Bad.  
    
Bei der Auflösung der jüdischen Gemeinde 1893 kamen zwei Torarollen in die Synagoge nach Teschenmoschel. Das Gebäude wurde von zwei jüdischen Privatmännern zum Preis von 1.425 ersteigert, später weiterverkauft. 
    
Das Synagogengebäude wurde in der Folgezeit als Scheune verwendet und in den 1950-Jahren abgebrochen.    
     
     
Adresse/Standort der Synagoge    Hauptstraße 32 (früher Klostereck; in diesem Bereich im Volksmund "Judengasse")  
     
     
Fotos   

  Das Gebäude der ehemaligen  Synagoge in Waldgrehweiler Ende der 1950er-Jahre 
(Quelle: Gemeinde Waldgrehweiler)   
  
Waldgrehweiler Synagoge 140.jpg (112244 Byte) Waldgrehweiler Synagoge 141.jpg (90243 Byte) Waldgrehweiler Synagoge 142.jpg (67531 Byte)
Bei der Synagoge handelt es sich um das Gebäude links: ein eingeschossiger 
Bruchsteinbau mit ziegelgedecktem Satteldach. 
Blick auf das Synagogengebäude, rechts 
der Mitte das Eingangstor  
     
Hebräische Portalinschrift 
(Quelle: Landesamt s. Lit. S. 377) 
Waldgrehweiler Synagoge 130.jpg (97822 Byte)
   Türsturz mit Portalinschrift der ehemaligen Synagoge, heute eingemauert im Haus Triftweg 4 
in Obermoschel. Inschrift aus Psalm 118,20: 
"Dies ist das Tor zum HERRN, Gerechte ziehen durch es hinein". 
      
     
Gedenken an die jüdische Gemeinde: das "Judeneck" in Waldgrehweiler 
Anmerkung: Zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde des Ortes gibt es die Grünanlage "Judeneck". Diese wurde im Frühjahr 2014 auf Initiative von Torsten Schlemmer von ihm im Auftrag der Ortsgemeinde geplant sowie ursprünglich als florales Schotterbeet gestaltet. Im Rahmen der freiwilligen Sozialaktion "Blue Sky" wurde die verwilderte Fläche zusammen mit Auszubildenden des Automobilzulieferers Johnson Controls Rockenhausen (heute Adient) unter Anleitung ihres Lehrmeisters Ingo Klein aus Waldgrehweiler gesäubert und pflanztauglich hergerichtet. Die Ortsgemeinde hat die Umfassungsmauern auf den Grundmauern der abgerissenen, alten jüdischen Gebäude mit deren steinernen Überresten mauern lassen. Durch das verheerende Jahrhunderthochwasser vom 20. September 2014 wurde die Fläche überflutet und stark beschädigt. Wegen der enormen Schlammanlandungen und Anspülung von Unkräutern ersetzte man 2018 die Basaltstein-Abdeckung durch pflegeleichteren Rindenmulch.
(Abbildungen/Fotos erhalten von Torsten Schlemmer)    
Waldgrehweiler - Das "Judeneck" auf der Flurkarte
von 1840, rechts mit Eintragung der Synagoge
 Das "Judeneck" im Frühjahr 2014; die Häuser des
18./19. Jahrhunderts sind teilweise abgebrochen
2014: Sozialaktion "Blue Sky" -
die Grünanlage "Judeneck" wird hergerichtet
     
Aktuelle Fotos vom "Judeneck" 
(2018)
  Ansichten der Grünanlage "Judeneck"
 
     
  Die Grünanlage mit der Informationstafel   

    
    
Links und Literatur

Links:  

bulletWebsite der Verbandsgemeinde Alsenz-Obermoschel      

Literatur:  

bulletAlfred Hans Kuby (Hrsg.): Pfälzisches Judentum gestern und heute. Beiträge zur Regionalgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. 1992. 
bulletOtmar Weber: Die Synagogen in der Pfalz von 1800 bis heute. Unter besonderer Berücksichtigung der Synagogen in der Südpfalz. Hg. von der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Pfalz in Landau. 2005. S. 156.   
bulletLandesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 377 (mit weiteren Literaturangaben). 

             
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 15. Oktober 2013