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im Elsass"
Bolsenheim (Dep. Bas-Rhin / Alsace / Unterelsass)
Jüdische Geschichte / Synagogue / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde
In Bolsenheim bestand eine jüdische
Gemeinde bis um 1870/1900. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts
zurück. 1784 wurden 12 jüdische Familien mit zusammen 50 Personen gezählt.
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1807 158 jüdische Einwohner, 1846 73, 1861 76, 1897/98 30 (in acht
Haushaltungen), 1900 11, 1910 7.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule
und ein rituelles Bad. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war -
vermutlich bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts - ein Lehrer angestellt, der
zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. Danach gab es noch zeitweise
einen Vorbeter/Kantor: um 1887/1899 wird als solcher J. Levy genannt.
Unter den Gemeindevorstehern wird um 1889/1899 Jacob Meyer (Meier) genannt.
An jüdischen Vereinen bestand eine Chewra Kadischa
(Beerdigungsverein, 1889/1899 genannt).
1936 wurden keine jüdischen
Einwohner mehr in Bolsenheim gezählt.
Von den in Bolsenheim geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): In den beiden Listen
werden keine aus Bolsenheim stammende Personen genannt.
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Berichte zu
einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Fahndung nach jüdischen Gaunern - u.a. Marx Dreyfuß
von Bolsenheim im Elsass - und zwei "Beihälterinnen" (1827)
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den
See-Kreis" von 1827 S. 735 (Quelle: Stadtarchiv
Donaueschingen): "Fahndung. Zufolge sicherer
Anzeige sollen 2 Beihälterinnen der dahier verhafteten, berüchtigten
jüdischen Gauner Marx Dreyfuß von Polzenheim im Elsaß (= Bolsenheim),
Isaak Itzig, auch Isaak Levi, volgo Fußgängerle, von Beuren bei
Paderborn, und Leopold Feinemann (vermutlich: Heinemann) von
Schlipsen (= Schlipsheim),
Königlich bayerischen Landgerichts Göggingen, im Großherzogtum Baden
herumziehen.
Wahrscheinlich besitzen dieselben Pässe oder sonstige Ausweise aus dem
Elsass; eine ist 25 bis 28 Jahre und die andere 20 bis 23 Jahre alt; beide
sind ziemlich wohlgewachsen und haben ein sauberes Aussehen. Die Eine hat
eine Gitarre bei sich, und beide treiben die Musik, nämlich Singen und
Gitarrespielen. Die Großherzoglichen Ämter und Ortsvorgesetzten
werden daher ersucht, auf die oben bezeichneten Weibsleute, besonders in
Gemeinden, wo Juden ansässig sind, genau fahnden, und sie im
Betretungsfall hierher liefern zu lassen zu wollen.
Kenzingen, am 6. Dezember 1827. Großherzoglich badisches Bezirksamt.
Wolfinger." |
Über den im Krieg 1870/71 verletzten
David Metzger aus Bolsenheim (1872)
Artikel
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 13. Februar 1872:
"Französische Soldaten jüdischer Religion... Liste der französischen
Soldaten jüdischer Religion während des Krieges 1870/71...
Metzger (David), aus Bolsenheim, Soldat im 31. Linienregiment,
bei Sedan verwundet...". |
Zur Geschichte der Synagoge
Die Synagoge in Bolsenheim wurde 1848 eingeweiht. Sie
ersetzte ein Gebäude, das 1779 erstellt worden war.
Über die Geschichte des Synagogengebäudes, das nicht mehr besteht, liegen nur
wenige Informationen vor.
Adresse/Standort der Synagoge: Rue du Stade
Fotos / Abbildungen
(obere Zeile: Rothé / Warschawski S. 63)
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| Plan zum Bau der Synagoge |
Längsschnitt |
Grundriss der Synagoge |
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Links und Literatur
Links:
Literatur:
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Michel
Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire.
Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 35.63.
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