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Fischborn mit
Kirchbracht und Mauswinkel (Gemeinde Birstein, Main-Kinzig-Kreis)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In Fischborn bestand eine jüdische
Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 18. Jahrhunderts
zurück. Zunächst gehörten die in Fischborn lebenden jüdischen Personen zur
Gemeinde in Birstein.
1715 gab es noch keine Juden in Fischborn. Wenig später (um 1720) konnten sich
der Jude Schlomo und seine Frau Chejle in Fischborn niederlassen. Schlomo hatte
den Status eines Schutzjuden in der Grafschaft Birstein erhalten. Von den in den
1720er-Jahren in Fischborn geborenen Söhnen Schlomos und Chejle erhielten
mindestens drei in den 1750er-Jahren den Status von Schutzjuden: Moses, Schieme
(Schimon) und Itzig (Isaak). Ihre Eltern starben 1756 (Schlomo) bzw. 1764 (Chejle).
Die jüdischen Familien lebten vom Handel mit Vieh und landwirtschaftlichen
Produkten.
Weitere Informationen zur Geschichte der jüdischen Familien im 18. Jahrhundert
siehe die Beiträge von Jürgen Ackermann und Nuphar Yishay (s.u. Literatur).
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie
folgt: 1816 35 jüdische Einwohner, 1835 36, 1842 41, 1853 60, 1861 62 (14,2 % von insgesamt 438
Einwohnern), 1871 48 (11,5 % von 416), 1885 37 (8,3 % von 447), 1901 36 (von
451), 1905 35 (7,9 %
von 446). Zur jüdischen Gemeinde gehörten auch die in Kirchbracht und Mauswinkel
lebenden jüdischen Personen. In Kirchbracht
wurden gezählt: 1816 20, 1835 28, 1842 40, 1853 56, 1861 38, 1905 35 jüdische Einwohner; in Mauswinkel
waren es 1816 sechs, 1835, 1842 und 1861 jeweils sieben, 1853 acht, 1905 noch vier jüdische Einwohner.
Die jüdischen Familienvorsteher waren als Viehhändler und Landwirte
tätig, einige betrieben Textilhandel und andere kleinere Handelsgeschäfte. Es
gab auch jüdische Handwerker. In
Mauswinkel gab es bis 1930 einen jüdischen Gastwirt (Max Meyer). Die jüdischen
Familien waren im Leben des Ortes völlig integriert. Salomon Weißbecker war im
Gemeinderat der politischen Gemeinde und zeitweise stellvertretender
Bürgermeister. Sein Sohn - Dr. Leopold Weißbecker - war Arzt in Frankfurt.
Salomon Rosenthal, der gleichfalls im Gemeinde rat war, veranlasste, dass 1914
in Fischborn eine Wasserleitung gebaut wurde.
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule
(Religionsschule mit Lehrerwohnung) und ein rituelles Bad (im Synagogengebäude). Die Toten der Gemeinde wurden im
jüdischen Friedhof in
Birstein beigesetzt. Zur
Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war im 19. Jahrhundert zeitweise ein
jüdischer Lehrer angestellt, der auch als Vorbeter und Schochet tätig
war. Um 1869/70 wird als Lehrer in Fischborn L. Rosenthal genannt. Als die Zahl
der jüdischen Gemeindeglieder zurückgegangen war, übernahm den Unterricht der
jüdische Lehrer aus Birstein, so um
1893/1903 Lehrer Schuster.
Die Gemeinde gehörte zum Rabbinatsbezirk Hanau.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Unteroffizier
Arthur Weißbecker (geb. 31.8.1897 in Fischborn, gef. 2.10.1917) und Simon
Weißbecker (geb. 23.6.1896 in Fischborn, gef. 1.4.1916) sowie Jakob Blumenthal
(geb. 15.9.1882 in Kirchbracht, gef. 9.8.1916). Die Namen der beiden Gefallenen
aus Fischborn wurden auf dem Kriegerdenkmal eingetragen (während der NS-Zeit
gestrichen).
Als Gemeindevorsteher wird u.a. genannt: um 1868 Simon Weisbecker, um
1893/05 Herr Weißbecker.
Um 1924, als zur Gemeinde noch 28 Personen in Fischborn gehörten (6,8 % von
insgesamt 411; insgesamt gehörten zur Gemeinde 14 Familien), war
Gemeindevorsteher Salomon Rosenthal. Als Rechner wird Jacob Weißbecker genannt.
Die damals sechs schulpflichtigen Kinder der jüdischen Gemeinde erhielten ihren
Religionsunterricht an der jüdischen Volksschule in Birstein.
1932 war Gemeindevorsteher weiterhin Salomon Rosenthal. Lehrer der
jüdischen Kinder war weiterhin der Birsteiner Lehrer Samuel Levi. Im Schuljahr
1931/32 unterrichtete er aus der Gemeinde Fischborn sechs
Kinder.
1933 lebten noch 20 jüdische Personen in Fischborn. In
den folgenden Jahren ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts,
der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen (insbesondere nach Frankfurt) beziehungsweise ausgewandert.
Im Sommer 1938 wurde die Gemeinde aufgelöst. 1939 wurden noch 16
jüdische Einwohner am Ort gezählt. Der letzte jüdische Einwohner war Max
Meyer (ursprünglich Gastwirt in Mauswinkel, seit 1930 Bahnarbeiter)
Von den in Fischborn geborenen und/oder längere Zeit am Ort
wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hilda Baum (1896), Michael
(Michel) Baum (1883), Emma Berenz geb. Weißbecker (1890), Regina (Regine)
Blumenthal (1872), Else Franken geb. Weißbecker (1898), Emma Grünebaum geb.
Weißbecker (1890), Regina Katz geb. Strauss (1875), Karoline (Karolin) Levi
(1884), Kathinka Levi (1881), Adele Meyer geb. Weißbecker (1895), Ludwig
Rosenthal (1896), Minna Rothschild geb. Weißbecker (1893), Irma Viktor geb.
Rosenthal (1898), Jakob Weißbecker (1858), Salomon Weisbecker (1864).
Anmerkung: der Familienname "Weißbecker" wird häufig auch "Weisbecker"
geschrieben.
Link: Zur Geschichte von Salomon Weißbecker (1864) siehe Seite
im Gedenkbuchprojekt für die Opfer der Shoah aus Aachen e.V.
Aus Kirchbracht sind umgekommen: Isaak Blumenthal (1900), Jakob
Blumenthal (1878), Jeanette Blumenthal (1868), Regina (Regine) Blumenthal
(1872), Kathinka Halberstadt geb. Levy (1888), Moritz Levi (1892), Leopold Levy
(1886), Jettchen Löbenstein geb. Blumenthal (1877), Sara Rebekka Nieteckmann
geb. Blumenthal (1877), Isaak Strauß (1892), Selma Strauß geb. Levy (1884),
Bertha Wolf geb. Blumenthal (1883), Ingeborg Wolf (1926).
Aus Mauswinkel sind umgekommen: Siddi Levi (1927), Ilse Mayer (1923), Max
Meyer (1891).
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Aus der Geschichte der
jüdischen Gemeinde
Spendensammlungen in der Gemeinde (1868 / 1869 / 1870 /
1872)
Anmerkung: in jüdischen Gemeinden wurden regelmäßig Spendensammlungen für
unterschiedliche Zwecke durchgeführt und die Ergebnisse immer wieder in
jüdischen Periodika veröffentlicht.
Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 1. April 1868 - Sammlung "Zur
Unterstützung der notleidenden Glaubensgenossen in Preußen": "Durch
L. Rosenthal in Fischborn: L. Rosenthal, Lehrer in Fischborn, 1
fl., Michael Baum das. 2 fl. 42 kr., Simon Weisbecker 52 1/2 kr., Haium-Bär
Weisbecker 52 1/2 kr., Lazarus David 18 kr., Isack Strauß 24 kr., Wolf
Rosenthal 24 kr., Marjane Rosenthal 15 1/2 kr., Lazarus Strauß I. 9 kr.,
Lazarus Strauß II. 12 kr., Löb Levi 12 kr., Betti Klein 12 kr., Esther
Weisbecker 17 1/2 kr., Salomon Weisbecker 45 kr., Joel Blumenthal in
Kirchbracht 24 kr., Isack Blumenthal II. das. 30 kr., Manasse Blumenthal
12 kr., Salomon Blumenthal 30 kr., Markus Blumenthal 12 kr., Isack
Blumenthal III. 1 fl., Löser Blumenthals Witwe 1 fl. 18 kr., Gabriel
Blumenthal 12 kr., Moses Rosenthal 18 kr., Isack Blumenthal I. 12 kr.,
Gadaljah Blumenthal 12 kr., Regine Blumenthal 6 kr., Fanni Blumenthal 18 kr.,
zusammen 14 fl." |
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Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1869 - Sammlung "zur
Unterstützung unserer bedürftigen Glaubensgenossen an der russischen Grenze":
"Fischborn: Durch L. Rosenthal: Michael Baum 1 fl., Beim Aufrufen (zum
Lesen der) Thora von demselben 30 kr., Lehrer Rosenthal 1 fl., Moses
Strauß 18 kr., Lazarus David 18 kr., Simon Weisbecker 1 fl. 30 kr., Isak
Strauß 18 kr., Hajum Bär Weisbecker 1 fl. 30 kr., Salomon Weisbecker 1 fl.,
Wolf Rosenthal 1 fl., Lazarus Strauß 12 kr., Siesel Rosenthal zu
Mauswinkel 30 kr., Jakob Blumenthal III zu Kirchbracht 30 kr.,
Joel Blumenthal das. 1 fl-, Markus Blumenthal 1 fl., Salomon Blumenthal 30
kr., Jakob Blumenthal II 30 kr., Moses Katz, Bräutigam von Einartshausen 30
kr. Summa 13 fl." |
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Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. September 1869 - Sammlung "Zur
Unterstützung der notleidenden Glaubensgenossen in West-Russland":
"Durch L. Rosenthal, Lehrer in Fischborn bei der Hochzeit von S.
Weisbecker mit K. Grünebaum gesammelt 6 fl. 24 kr., abzüglich Porto 6 fl. 13
kr." |
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Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. Juni 1870 - Sammlung "Für die
Notleidenden im Heiligen Land": "Durch L. Rosenthal, Lehrer in
Fischborn : bei einer Mahlzeit anlässlich einer Beschneidung bei
Salomon Weisbecker in Fischborn gesammelt 5 fl. 2 kr., Michael Baum das. 1
fl., Frau Lehrer Rosenthal, Challageld 1 fl., zus. 7 st. 2 kr. ."
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Mitteilung
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. Februar 1872 - Sammlung "zur
Linderung der Hungersnot in Persien": "Gemeinde Fischborn b. Birstein:
Lazarus Straus I. 12 kr., Lazarus Straus II. 30 kr., Isaac Blumenthal 18 kr.,
Isaac Straus 12 kr., Simon Weisbecker 42 kr., Wolf Rosenthal 1 fl., Michael
Braun 35 kr., Heium Bär und Salomon Weisbecker 1 fl, zus. 4 fl. 29 kr." |
Auflösung der Gemeinde in der NS-Zeit
(1938)
Mitteilung
im "Israelitischen Familienblatt" vom 22. September 1938: "Fischborn
(Bezirk Hanau). Infolge Abwanderung besteht die Gemeinde nicht mehr." |
Einzelne
Mitteilungen zu Personen aus der jüdischen Gemeinde
- im "Jahresbericht Ostern 1915" der Realschule und des Lyzeums der
israelitischen Gemeinde in Frankfurt (Philanthropin), Hebelstraße 15/19: seit 6
Jahren Schüler der Realschule und hat die Schlussprüfung abgelegt: Siegfried
Rosenthal, geb. 21. April 1899, 15 Jahre alt, Vater ist Kaufmann in
Fischborn; Siegfried möchte auch Kaufmann werden.
- im "Israelitischen Familienblatt" vom 16. November 1922: Bernhard
Grünebaum und Emma geb. Weisbecker heiraten in Fischborn.
- im "Israelitischen Familienblatt" vom 24. Dezember 1925: Bernhard
Weisbecker in Fischborn feiert am 26. Dezember 1925 seinen 70. Geburtstag.
- im "Israelitischen Familienblatt" vom 5. Juli 1928: Jacob Weisbecker
in
Fischborn feiert am 9. Juli 1928 seinen 70. Geburtstag.
- in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. September 1929: Johanna
Blumenthal geb. Hain in Kirchbracht feiert am 18. September ihren 80.
Geburtstag.
- im "Israelitischen Familienblatt" vom 7. Februar 1935: Lena
Weißbecker in Fischborn feiert am 14. Februar 1935 ihren 70. Geburtstag.
- im "Israelitischen Familienblatt" vom 13. Februar 1936 und
"Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" Februar 1936 S. 192:
Sara Weißbecker geb. Nußbaum in Fischborn verstarb im 70. Lebensjahr.
- im "Israelitischen Familienblatt" vom 7. Juli 1938 S. 18 und im
"Gemeindeblatt der Israelitischen Gemeinde Frankfurt" Juli 1938 S. 19: Jakob
Weißbecker in Frankfurt, Hynspergstr. 3 (früher in Fischborn) feiert seinen
80. Geburtstag.
Anzeigen
jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige – Stellensuche für seinen Sohn
- von S. Baum (1900)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Oktober 1900: "Suche
für meinen Sohn, der 3 1/4 Jahr die Sattler- und Polsterarbeit gelernt,
gutes Zeugnis besitzt, gegen Lohn eine Stelle, wo Schabbat und Feiertag
frei ist.
Simon Baum,
Fischborn, Kr. Gelnhausen." |
Anzeige des Sattlermeisters M. Baum (1913)
Anzeige
im "Israelitischen Familienblatt" vom 30. Januar 1913: "Suche baldigst einen
jüngeren Gehilfen
für Sattler- und Polsterarbeit.
M. Baum, Fischborn (Kreis Gelnhausen)." |
Verlobungsanzeige von Irma Rosenthal und Moritz Viktor II. (1928)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 11. Oktober 1928:
"Irma Rosenthal - Moritz Viktor II. Verlobte.
Fischborn Kr. Gelnhausen - Rhina Hessen Nassau. Halbfeiertag von
Sukkot". |
Nach der Emigration: Verlobungsanzeige von Ella
Weisbecker und Albert Strauss (1941)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Aufbau"
vom 2. Januar 1942:
"Ella Weisbecker - Albert Strauss. Verlobte.
Früher Fischborn - Früher Frankfurt am Main.
325 E. 79th Street. - 600 W. 141 Street Apt. 44.
New York City. Silvester 1941." |
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Grab
von Albert Strauss und Ella geb. Weisbecker im Beth-El Cemetery in Paramus
Bergen County, New Jersey USA.
Quelle des Fotos:
https://de.findagrave.com/memorial/239155256/ella-strauss bzw.
https://de.findagrave.com/memorial/239155255/albert-strauss
Lebensdaten: Albert Strauss (Avraham ben Schmuel): 22. Oktober 1895 - 1.
November 1966
Ella Strauss geb. Weisbecker: 11. Juli 1900 - 11. Kimo 1986 |
Zur Geschichte der Synagoge
Weitere Informationen siehe Beitrag von Wolfgang Fritzsche
https://lagis.hessen.de/de/orte/synagogen-in-hessen/alle-eintraege/191_fischborn
Zunächst war ein Betraum in einem der jüdischen Häuser
vorhanden. Eigene Gottesdienste ("Privatversammlungen") wurden den
Fischborner Juden im 18. Jahrhundert durch den Fürst Wolfgang Ernst II.
"bei schlechtem Wetter" gestattet.
1858 erwarben die Fischborner Juden ein Haus, um darin eine Lehrerwohnung
usw. einzurichten. 1868 wurde - unter dem damaligen Gemeindevorsteher
Simon Weisbecker - daneben eine Synagoge errichtet. Sie hatte etwa 50
Plätze.
Wie lange in der Synagoge Gottesdienste abgehalten wurden, ist nicht bekannt. Anfang
der 1930er-Jahre war ein Betraum in einem Haus der Familie Rosenthal
eingerichtet, da die Synagoge in einem baulich schlechten Zustand
war.
Das Synagogengebäude blieb auch nach 1945 erhalten. Es wurde - zunächst
im Bereich der Schule und Lehrerwohnung - zu einem Wohnhaus umgebaut. Ein
weiterer, größerer Umbau erfolgte 2007 im Bereich des früheren Betsaales.
Durch den Umbau sollte der Charakter des Gebäudes als eine frühere Synagoge
(mit den hohen Fenstern) verdeutlicht werden.
Adresse/Standort der Synagoge: In
der Aue 2
Fotos
(Quelle: Altaras s. Lit. 2007² S. 90.328)
Die ehemalige Synagoge
in Fischborn |
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Nordwestseite der
ehemaligen Synagoge (mittlerer Teil des Gebäudekomplexes): links vor
dem
Umbau im Mai 2001; rechts nach dem Umbau 2007. Im rechten Teil des
Gebäudekomplexes
war die Lehrerwohnung und die Schule sowie der Eingang
zur Frauenempore, Schule,
Lehrerwohnung und Mikwe. Der Anbau links ist in
den 1930er-Jahren dazugekommen. |
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Blick auf die nordöstliche
Wand mit zwei
hohen Rundbogenfenstern (Mai 2001) |
Reste der Deckenbemalung
(Mai 2001) |
Schnitt der Innenwand
Nord-Ost-Seite |
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Die in Fischborn,
Kirchbracht und
Mauswinkel verstorbenen jüdischen
Personen wurden auf dem
jüdischen
Friedhof in Birstein
beigesetzt |
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Grabstein für
Abraham Meier
von Mauswinkel (1864-1920)
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Grabstein links
für Frau Rosenthal geb. Josef
(1870-1930), rechts für Simon Baum
(1855-1929), beide aus Fischborn |
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Links und Literatur
Links:
Quellen:
| Hinweis
auf online einsehbare Familienregister |
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs
(innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus
hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar:
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41
Zu Fischborn findet sich unter den Familienregistern zu Birstein
(auf der jeweiligen Unterseite zur
Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):
HHStAW 365,79 Geburtsregister der Juden von
Birstein 1826 - 1874 Enthält auch Personen aus Fischborn,
Helfersdorf, Hellstein, Obersotzbach, Udenhain, Unterreichenbach und
Untersotzbach
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3926558
HHStAW 365,81 Sterberegister der Juden von
Birstein 1826 - 1874 Enthält auch Personen aus Fischborn, Helfersdorf, Hellstein, Obersotzbach, Udenhain,
Unterreichenbach und Untersotzbach
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4971242
HHStAW 365,80 Trauregister der Juden von Birstein
1826 - 1874 Enthält auch Personen aus Fischborn, Helfersdorf,
Hellstein, Obersotzbach, Udenhain, Unterreichenbach und Untersotzbach
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4101077
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Zu Fischborn findet sich unter den
Familienregistern zu Eckardroth:
HHStAW 365,136 Verzeichnis der jüdischen Söhne in der
Synagogengemeinde in Eckardroth mit Angabe von Geburtsdatum und
Beruf 1808 - 1823; darin auch Birstein, Fischborn,
Helfersdorf, Hellstein, Ober-Reichenbach, Unterreichenbach,
Untersotzbach https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289745
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Zu Fischborn mit Kirchbracht und Mauswinkel sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur
Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):
HHStAW 365,173 Geburtsregister der Juden von Fischborn
1837 - 1857; enthält auch Angaben zu Kirchbracht und
Mauswinkel https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v5494583
HHStAW 365,169 Sterberegister der Juden von Fischborn
1838 - 1873; enthält auch Angaben zu Kirchbracht und Mauswinkel
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v1230089
HHStAW 365,170 Trauregister der Juden von Fischborn 1839
- 1873; enthält auch Angaben zu Kirchbracht und Mauswinkel https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v289748
HHStAW 365,172 Geburtsregister der zur Synagogengemeinde
Fischborn gehörigen Juden von Kirchbracht 1851 - 1860 https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3031381
HHStAW 365,171 Geburtsregister der Juden von Fischborn
1857 - 1874; enthält auch Kirchbracht und Mauswinkel
https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v4782866
|
Literatur:
 | Paul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang -
Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 176-177. |
 | Kein Abschnitt zu Fischborn in: Thea Altaras: Synagogen in Hessen. Was geschah seit
1945? 1988 und dies.: Das jüdische Rituelle Tauchbad und: Synagogen in
Hessen. Was geschah seit 1945 Teil II. 1994. |
 | dies.: Neubearbeitung der beiden Bände. 2007² S.
328. |
 | Kein Abschnitt zu Fischborn in: Studienkreis Deutscher Widerstand
(Hg.):
Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu Stätten des Widerstandes und der
Verfolgung 1933-1945. Hessen I Regierungsbezirk Darmstadt. 1995. |
 | Pinkas Hakehillot: Encyclopedia of Jewish
Communities from their foundation till after the Holocaust. Germany Volume
III: Hesse - Hesse-Nassau - Frankfurt. Hg. von Yad Vashem 1992
(hebräisch) S. 538-539. |
 | Jürgen Ackermann: Juden in Fischborn, Kirchbracht
und Mauswinkel im 19. Jahrhundert. In: Geschichte der Großgemeinde
Birstein. 1992. Abschnitt 9.4.5.2
Eingestellt als pdf-Datei. |
 | ders.: Die Juden in und um Birstein im 17. und 18.
Jahrhundert. In: Zeitschrift des Vereins für hessische Geschichte und
Landeskunde Kassel. 93. 1988. Eingestellt
als pdf-Datei. |
 | Wolfgang Fritzsche: Darstellung der jüdischen
Geschichte von Fischborn mit Fotos zum Synagogengebäude usw.
https://lagis.hessen.de/de/orte/synagogen-in-hessen/alle-eintraege/191_fischborn
|
 | Nuphar Yishay: Die Hochzeiten der Cousinen, Chejle
und Chejle, im Dorf Fischborn im 18. Jahrhundert. Wie beeinflusste die
rechtliche Institution der Schutzjuden die Heiratsmuster der Juden in der
Region Birstein. Unveröffentlicher Beitrag. 28 S. 2026.
Eingestellt als pdf-Datei.
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Fischborn
Hesse-Nassau. Established in 1823, the community numbered 62 (14 % of the total)
in 1861, built a synagogue in 1868, and drew members from Kirchbracht and
Mauswinkel. Most of the 20 Jews who remained in 1933 went to Frankfurt
(1939-49); 11 perished in the Holocaust.

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