Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Epfig (Dep. Bas-Rhin / Alsace / Unterelsass) 
Jüdische Geschichte   /   Synagogue / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde    
  
In Epfig bestand eine jüdische Gemeinde bis 1940. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurück. Um 1613 werden die Juden (Familienvorstände) Moßen und Hirtz am Ort genannt. 1784 wurden 12 jüdische Familien mit zusammen 68 Personen in Epfig gezählt.
 
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1807 120 jüdische Einwohner, 1846 200, 1861 178, 1870 145, 1900 58, 1910 39.  
 
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (zeitweise jüdische Elementarschule) und ein rituelles Bad. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Rosenweiler / Rosenwiller beigesetzt. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der vermutlich zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (mit der Ausschreibung 1878 s.u. wird allerdings nur ein Elementarlehrer gesucht; 1904 wird als  Kantor A. Kerber genannt, siehe Todesanzeige für den Gemeindevorsteher M. Siegel). Die Gemeinde gehörte zum Rabbinat Dambach, ab 1910 zum Rabbinat Barr.     
   
1936 lebten noch 22 jüdische Personen am Ort. Diejenigen unter ihnen, die nicht mehr rechtzeitig auswandern konnten, wurden unter der deutschen Besatzung 1940 nach Südfrankreich deportiert. 
 
  
Von den in Epfig geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Camille Bloch (1867), Gabrielle Cerf geb. Klein (1893), Eugene Meyer (1896), Helene Weill geb. Bloch (1897), Joseph Weill (1890), Joseph Weill (1900), Milly (Mili) Weil (1931), Pierre Weill (1926), Raymond Weill (1929), Rene Weill (1933).  

Gedenkblätter aus der
 Gedenkstätte Yad Vashem Jerusalem  
Epfig Dok YV010.jpg (115851 Byte) Epfig Dok YV011.jpg (96856 Byte) Epfig Dok YV012.jpg (102525 Byte)
Gedenkblatte für Helene Weill
 geb. Bloch 
Gedenkblatt für 
Raymond Weill 
Gedenkblatt für 
Joseph Weill 

  
Nach 1945 kehrten nur wenige jüdische Einwohner zurück. 1953 gab es drei jüdische Haushaltungen mit zusammen acht Personen.     
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibung der Stelle des Elementarlehrers 1878

Epfig Israelit 27021878.jpg (38465 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 27. Februar 1878: "Die Stelle eines geprüften Elementarlehrers, mit einem jährlichen Gehalt von circa 1.200 Mark nebst freier Wohnung und Heizung, ist bei hiesiger Gemeinde baldigst zu besetzen.  
Bewerber wollen sich an den Vorstand dieser Gemeinde melden.  
Epfig (im Elsass)."   

 
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Todesanzeige für Gemeindevorsteher M. Siegel (1904)      

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 9. Mai 1904:  
"Am 21. April dieses Jahres verschied in Walk, Unter-Elsass 
Herr M. Siegel, Vorsteher der israelitischen Gemeinde

Mit ihm ist nicht nur ein guter Jehudi, sondern auch ein Wohltäter der Armen und besonders Beschützer der notleidenden Ausländer zu Grabe getragen worden. 
Ehre seinem Andenken.  

i.A. Kantor A. Kerber. Epfig, Unter-Elsass".     

     
     
     
 
Zur Geschichte der Synagoge       
   
Zunächst war ein Betsaal oder eine erste Synagoge vorhanden. 
  
1826 wurde eine neue Synagoge erbaut. Sie wurde 1869 durch den Architekten Antoine Ringeisen restauriert. Vermutlich wurden bis in die 1930er-Jahre in dem Gebäude Gottesdienste abgehalten. 
 
Das Gebäude ist erhalten, ist in Privatbesitz und wird als landwirtschaftliches Lagergebäude verwendet. Es handelt sich um ein charakteristisches Synagogegebäude mit einem Halbwalmdach. 
   
Adresse/Standort der Synagoge:    33 rue du Castel   
   
   
Fotos   

Das Synagogengebäude in den
 1980er-Jahren 
(Quelle: Rothé/Warschawski S. 72-73)
Epfig Synagogue 120.jpg (159183 Byte) Epfig Synagogue 121.jpg (135479 Byte)
   'Außenansicht von Westen
mit dem Eingangsportal 
 Innenansicht mit Blick zum Bereich
 des früheren Toraschreines
     

   
   

Links und Literatur   

Links:  

Website der politischen Gemeinde Epfig 
Französische Informationsseite zur Synagoge in Epfig 
Verzeichnis des Ministère de la culture mit Informationen zur Synagoge Epfig       

Literatur:  

Alsace Lit 010.jpg (67412 Byte)Michel Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire. Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992. S. 34.72-73.         

            

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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 17. Mai 2013