Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Barr (Dep. Bas-Rhin /Alsace / Unterelsass) 
Jüdische Geschichte / Synagogue / Synagoge

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte des Rabbinates in Barr    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

    

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
    
In Barr bestand eine jüdische Gemeinde im 19./20. Jahrhundert. Sie konstituierte sich erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts (1868).    
  
Die Zahl der jüdischen Einwohner entwickelte sich wie folgt: 1861 noch keine jüdischen Einwohner, 1870 49, 1900 125, 1910 124. Die jüdischen Haushaltsvorsteher waren als Kaufleute tätig (Textilhandlungen, Pferde- und Viehhandlungen, Getreidehandlungen, Drogeriemarkt) oder als Arbeiter und Angestellte tätig. Gabriel Acker betrieb die Chemiefabrik Mosses an der Avenue de la Gare.   
  
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule und ein rituelles Bad. Die Toten der Gemeinde wurden auf dem jüdischen Friedhof in Rosenweiler/Rosenwiller beigesetzt, bis unmittelbar bei evangelischen Kirche des Orte ein kleiner jüdischer Friedhof angelegt wurde (besteht nicht mehr!). Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der auch als Vorbeter und Schochet tätig war. 1910 wurde das Rabbinat von Dambach (Dambach-la-Ville) nach Barr verlegt, nachdem bereits 1902 Barr anstelle von Dambach als Rabbinatssitz genannt wurde (siehe Bericht von 1902). Der bisherige Rabbiner von Dambach - Dr. Joseph Bloch - wurde nun Rabbiner in Barr, wo er bis 1940 amtieren konnte.
 
1936 wurden noch 108 jüdische Einwohner in Barr gezählt. 1940 wurden unter der deutschen Besatzung die noch in Barr verbliebenen jüdischen Einwohner nach Südfrankreich deportiert.     
   
Von den in Barr geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem): Corinne Bloch geb. Moise (1885), Lucien Blum (1882), Achille Ellenbogen (1879), Alice Grumbach geb. Levy (), Ernestine Kahn (1889), Camil Lehmann (1870), Edith Levy (1910), Emile Isaac Lieber (1876), Justine Lieber geb. Lazard (1885), Jacob Strauss (1889), Julien Strauss (1889), Valerie Strauss (1881), Henri Weill (1933), Jacques Weill (1897), Lise (Liza) Weill (1940), Lucie Weill (1903), Roger Weill (1924), Marie Welnermann (1880), Jean Wolff (1915).   
   
Nach 1945 entstand wieder eine kleine jüdische Gemeinde in Barr, zu der 1953 etwa 12 Familien mit 41, 1965 46 Personen gehörten. Um 1980 wurde die jüdische Gemeinde aufgelöst, die Synagoge abgebrochen.          
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
   
Aus der Geschichte des Rabbinates in Barr  
Besetzung des Rabbinates Barr mit Rabbiner Dr. Josef Bloch (1902; Rabbiner in Barr bis 1940)  
Anmerkung: Rabbiner Dr. Joseph Bloch (geb. 1875 in Grussenheim, gest. 1970 in Haguenau) studierte an den Universitäten Straßburg und Berlin, 1898 bis 1901 am Rabbinerseminar in Berlin; 1902 bis 1910 war er Rabbiner in Dambach-la-Ville, bis der Rabbinatssitz 1910 nach Barr verlegt wurde, wo Dr. Bloch bis 1940 amtierte. In diesem Jahr floh es nach Chamalières, Auvergne und war bis 1945 Rabbiner der Flüchtlingsgemeinde in Clermont-Ferrand bei Chamalières und Dozent am dorthin von Paris verlegten Séminaire Israélite de France. Nach 1945 Rabbiner in Haguenau; 1960 Ruhestand.    

Quatzenheim Israelit 24021902.jpg (50143 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1902: "Straßburg, 18. Februar (1902). Es wird vielleicht nicht uninteressant sein, zu erfahren, dass unter den sechs Kandidaten, die dieses Jahr vom Rabbinerseminar in Berlin das Rabbinerdiplom erhielten, vier Elsässer sind. Diesen hat jetzt das unterelsässische Konsistorium die seit längerer Zeit unbesetzten Stellen übertragen und zwar sind ernannt die Herren Dr. Josef Bloch nach Barr, Camille Bloch nach Sulz unterm Wald, Max Guggenheim nach Quatzenheim und Dr. Sylvain Lehmann nach Schirrhofen-Bischweiler."     

   
Verlegung des Rabbinats von Dambach nach Barr (1910)   

Barr Alsace Israelit 30121909.jpg (13408 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 30. Dezember 1909: "Barr im Elsass, 4. Dezember (1909). Der Gemeinderat erklärte sich mit der Verlegung des Rabbinats von Dambach nach Barr einverstanden."
 
Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 10. Dezember 1909: "Barr im Unter-Elsass. Der Gemeinderat erklärte sich mit der Verlegung des Rabbinats von Dambach nach Barr einverstanden. Barr hat 5.000 Einwohner, darunter 130 jüdische Seelen, während Dambach nur 2.500 Einwohner, darunter 100 jüdische Seelen hat."

     
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
Zum Tod von Rabbiner E. Roller (1900)

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 6. August 1900: "Vorletzten Donnertag, am Tag vor dem 1. Aw (= 26. Juli 1900, der 1. Aw, hier der Menchaem Aw = tröstender Aw, war am 27. Juli 1900) starb in Barr, Elsass, der Rabbiner E. Roller im 75. Lebensjahre, der Offizier d'Akademie und Verfasser mehrerer in hebräischer, französischer und deutscher Sprache verfassten Werke war. Die Beerdigung fand unter großer Beteiligung Freitag vormittags 11 Uhr statt. Die Leidenreden hielten der Oberrabbiner aus Straßburg und der benachbarte Rabbiner aus Oberehnheim, letzterer im Trauerhause, ersterer in der Synagoge. Der Verstorbene hinterlässt eine alte, unglückliche, trauernde Witwe und zwei untröstliche, unversorgte Töchter, deren die Stütze und der Ernährer entrissen worden ist. Hoffentlich wird sowohl die Gemeinde Barr, als auch das israelitische Konsistorium des Unter-Elsass den unglücklichen Zurückgebliebenen hilfreichen Beistand leisten!"  

  
  
  
Zur Geschichte der Synagoge            
    
1868 wurde zunächst ein Betraum eingerichtet. 1878 wurde die bis heute stehende Synagoge eingeweiht. 
 
Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg wurde das Gebäude verwüstet. 
 
Nach 1945 wurde die Synagoge  renoviert und 1950 wieder eingeweiht. Nach Auflösung der jüdischen Gemeinde wurde die Synagoge 1982 abgebrochen.  
 
Einige Reste - die Gebotstafeln und die Portalinschrift - sind erhalten und im Park der Elisa Stiftung in Straßburg aufgestellt. 
  
  
Adresse/Standort der Synagoge:              
   
  
Fotos 
(Quelle:  Fotos linke und mittlere Spalte: Rothé / Warschawski s.Lit. S. 57; rechte Spalte

Historische Ansichten der 
nicht mehr bestehenden Synagoge
Barr Synagogue 171.jpg (73229 Byte) Barr Synagoge 140.jpg (24953 Byte)
  Außenansichten der ehemaligen Synagoge in Barr: 1782 erbaut, 1982 abgebrochen
     
  Barr Synagogue 170.jpg (36275 Byte) Barr Synagogue 172.jpg (73239 Byte) Barr Synagoge 141.jpg (32057 Byte)
Glasfenster   Innenansichten: links Blick von der Frauenempore, rechts der Toraschrein  
     

    
     

Links und Literatur  

Links:  

Website der politischen Gemeinde Barr  
Französische Informationsseite zur Synagoge in Barr 

Literatur:  

Alsace Lit 010.jpg (67412 Byte)Michel Rothé / Max Warschawski: Les Synagogues d'Alsace et leur Histoire. Ed. 'Chalom Bisamme' Jerusalem 1992.  S. 41.  

   
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Barr, Bas-Rhin-dist. The Jewish community was established in the second half of the 19th century. A synagogue was inaugurated in 1878. In 1936, the community consisted of 108 members. During Worldwar II, the Jews were expelled from their homes and deported to the south of France. In 1950, the synagogue was renovated. The community numbered 46 members in 1965.   
     
       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 29. Januar 2014