Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Lausanne (VD, Schweiz)
Jüdische Geschichte / Synagoge 
(zu aktuellen Informationen siehe die Website der Communauté Israélite de Lausanne et du canton de Vaude unter http://www.cilv.ch/)  
      

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde aus den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens (um 1850 bis um 1930)   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen       
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

    
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

    
In Lausanne bestand eine jüdische Gemeinde bereits im Mittelalter. 1234 wird eine Judengasse ("rue auc Juifs") genannt (heute rue de l'Université).   
  
In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine neue jüdische Gemeinde gegründet. Als Jahr der Gemeindegründung wird teilweise 1848 angegeben, nachdem sich vier aus Elsass-Lothringen nach Lausanne eingewanderte Herren Schwab-Picard, Friedrich Maas und zwei Herren Weiler mit ihren Familien niedergelassen hatten. In den Gemeindebeschreibungen 1916/21 findet sich allerdings als Jahr der Gemeindegründung des Jahr 1860; dieses Jahr steht für die offizielle Gründung der jüdischen Gemeinde. 
    
In den ersten Jahren wuchs die Gemeinde nur langsam: 1865 wurden 15 jüdische Familien in Lausanne gezählt, die fast alle aus Elsass-Lothringen oder aus dem Surbtal (Endingen und Lengnau) zugewandert waren, 1888 gab es 134 jüdische Einwohner in der Stadt, 1900 bereits 473 (Angaben nach dem "Historischen Lexikon der Schweiz").       
    
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (Religionsschule), ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Beamter angestellt, die für den Religionsunterricht, den Gottesdienst (Kantor) und die Schechita zuständig war. So werden u.a. um 1916/21 als Beamter/Kantor A. Lehmann genannt, 1936 bis 1986 Zoltan Berkovitz. Die Gemeinde hatte in den ersten Jahrzehnten keinen eigenen Rabbiner, sondern wurde durch den Rabbiner aus Genf mitbetreut. Alsbald entfaltete sich ein reges jüdisches Gemeinde- und Vereinsleben (siehe Gemeindebeschreibungen von 1916/21). Das Spektrum reichte von Wohltätigkeitsvereinen bis zum Sportverein "Maccabi".      
 
1910 wurden 989 jüdische Einwohner in Lausanne gezählt, die allerdings nicht alle der jüdischen Gemeinde angehörten. 1916 lag die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder aus 125 Familien bei etwa 750 Personen, fünf Jahre (1912) später aus 130 Familien bei etwa 800 Personen. Dazu gab es damals etwa 500 bis 600 jüdische Einwohner in der Stadt, die nicht der jüdischen Gemeinde angehörten. Bis 1930 ging die Zahl der jüdischen Einwohner auf 818 zurück. 
 
Neben der Hauptgemeinde gab es seit etwa 1920 eine kleinere sefardische Gemeinde ("Minjan Sephardi", gegründet von David Abrahm Benjmain von Saloniki) mit einem Vorstand. 
 
Seit 1927 wurde ein eigener Rabbiner angestellt. Die Rabbiner in Lausanne waren: von 1927 bis 1936 Jules Ptaschek (1903 Wissembourg/Weißenburg, Elsass - 1981 Metz), 1936 bis 1946 Aron Schulmann, 1948 bis 1990 Georges Vadnai (gest. 2002, Grab auf dem jüdischen Friedhof).    
   
Nach der Zeit des Zweiten Weltkrieges stieg die Zahl der jüdischen Einwohner an auf 1.009 in 1950 und 1.394 in 1970. Grund für den Anstieg war die tatkräftige Unterstützung jüdischer Flüchtlinge, die unter der NS-Herrschaft ihre Heimat verlassen mussten oder Überlebende der Verfolgungszeit waren, durch die jüdische Gemeinde.  

Seit den 1970er-Jahren geht die Zahl der jüdischen Gemeindeglieder zurück: 1990 919 jüdische Einwohner, 2000 849. Zwischen 1950 und 1962 erfuhr die Gemeinde Zuwachs durch nordafrikanische Immigranten. 
 
Rabbiner seit 1986 waren Saadia Morali, Hervé Krieg und Alain Naccache.  
  
2008 schlossen sich die jüdischen Gemeinden Vevey-Montreux und Lausanne-Vaud zu einer gemeinsamen Gemeinde zusammen: Communauté Israélite de Lausanne et du Canton de Vaude (CILV). Aktuelle Informationen siehe die Website dieser Gemeinde: www.cilv.ch.         
      
      
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde aus den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens (um 1850 bis um 1930) 
 
Allgemeine Berichte  
Gemeindebeschreibung von 1916 / 1921      

Gemeindebeschreibung im "Jüdischen Jahrbuch für die Schweiz" Jahrgang 1916 S. 199: "Lausanne. Seit dem Jahre 1860 besteht in Lausanne eine jüdische Gemeinde, welche heute 125 Gemeindemitglieder mit ca. 750 Seelen zählt. Außerdem wohnen in Lausanne noch ca. 600 Israeliten, die der Gemeinde nicht angehören. Vorstand. Charles Levy-Schwob, Präsident; Felix Seligmann, Vizepräsident; L. Levy-Hauser, Sekretär; Berthold Marx, Kassier, und Isidor Dreyfus als Beisitzer. Beamter: A. Lehmann, Kantor.  
Vereine: Société de bienfaisance des Dames israelite de Lausanne (Mme. Henry Bernheim), Société mutuelle la fraternelle (Isidor Dreyfus), Société de la cuisine des étudiants Juifs de Lausanne (Ch. Levy-Schwob), Société Etudiants Juifs Hatikva (Granovsky cand.jur.), Société Israel (Mr. Mognilowitsch), Société de Gymnastique 'Maccabi' (Is. Bernheim), Sefardi Section d'Israel (Mr. Jomtov, jur.), Caisse de Secours mutuels des étudiants (Mr. N. Epstein), Société des dames israélits (Mme. Maas), Société d'hommes (Gemillus Chasadim, Raph. Dreyfus), Sciété jeunes gens isreélite (Armand Wyler), Société du Cercle 'La mutualité' (Isaac Brunschwig), Société 'Briah' (stud.med. Rubinowitz). Société de cimetière (Ch. Levy-Schwob)."   
 
Lausanne JuedJbSchweiz 1921 S181.jpg (123014 Byte)Gemeindebeschreibung im "Jüdischen Jahrbuch für die Schweiz" Jahrgang 1921 S. 181: "Lausanne
Seit dem Jahre 1860 besteht in Lausanne eine jüdische Gemeinde, welche heute 130 Gemeindemitglieder mit ca. 800 Seelen zählt. Außerdem wohnen in Lausanne noch ca. 500 Israeliten, die der Gemeinde nicht angehören. Vorstand: Felix Seligmann, Président; Isaac Brunschwig, Viceprésident; Léon Picard-Bloch, Secrétair; Berthold Marx, Caissier; Isidore Dreyfus, Beisitzer. Beamter: A. Lehmann, Kantor.  
Vereine: Société de bienfaisance des Dames israélites de Lausanne (Mme. Henry Bernheim). - Société de Secours mutuels la Fraternelle (Isidor Dreyfus). - Société Etudiants Juifs Tikwa Israel (Granovsky cand jur.). - Société de Gymnastique 'Maccabi' (Is . Bernheim). - Caisse de Secours mutuels des étudiants. - Société 'Briah' (stud. méd. Rubinowitz). - Société de la jeunesse sportive israélite (Prédident: A. Elikan). Minjan Sephardi: Gegründet von David Abram Benjamin von Saloniki; Vorstand: Isaak Florentin, B.D. Benjamin und M. A. Amon. - Société Bene Am Jisroël (Präs. H. LIlienfeld)."      

   
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer / Kultusbeamten  

Anzeige des Kultusbeamten A. Lehmann (1902) 
    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 22. September 1902: "Achtung. Ein gebildetes französisch- und deutschsprechendes Mädchen sucht Stelle als Stütze der Hausfrau, Gouvernante oder bei größeren Kindern. Bescheidene Ansprüche. Zu erfragen bei A. Lehmann, Ministre isr., Lausanne, Suisse."         

   
Ausschreibung der Stelle eines Schochet (1908)
    

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. September 1908: "Achtung
Die israelitische Gemeinde Lausanne Schweiz sucht einen Schochet (unverheiratet bevorzugt), der in gleicher Zeit Schomer (Aufsichtsperson) in einer Metzgerei (die Schabbat und Feiertag geschlossen) sein muss und borschen kann befähigt den Kantor, wenn derselbe verhindert, einigermaßen ersetzen kann. Sich zu wenden an
A. Lehmann
, Ministre 157, Lausanne, Suisse."         

    
    
Aus dem jüdischen Gemeinde- und Vereinsleben      
Feier zur Befreiung des Kanton Waad vom Kanton Bern mit städtischer Feier und jüdischem Gottesdienst (1898)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Februar 1898: "Lausanne, 2. Februar (1898). Noch nie hat die israelitische Gemeinde Lausanne ein so schönes Fest gefeiert, als am 24. vorigen Monats. Der Kanton Waad feierte nämlich das hundertjährige Fest der Befreiung vom Kanton Bern. Die hiesige jüdische Kolonie wurde zu dieser Feier durch eine Einladung der Obrigkeit eingeladen, um diesen Tag mit der Stadt zu feiern. Der sale centrale, der etwa 500 Personen aufnimmt, war bis auf den letzten Platz besetzt. Viele Christen haben am jüdischen Gottesdienst beigewohnt. Herr Oberrabbiner Dr. Wertheimer aus Genf, Professor an der dortigen Universität, hielt die Festrede, die sehr beifällig aufgenommen wurde. Herr Kantor Lehmann und der Chorverein leisteten Vorzügliches, die christlichen Mitbürger waren von der Feier ganz entzückt. L.B.S."     

  
  
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde 
Zum Tod von Lion A. Trachtenberg (1915)       

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 5. Februar 1915: "Wie uns aus Lausanne erst jetzt mitgeteilt wird, ist dort am 2. vorigen Monats Herr Lion A. Trachtenberg gestorben. Der Entschlafene, ein kenntnisreicher Mann, war fast ein halbes Jahrhundert ein fleißiger Mitarbeiter unseres Blattes. Er hat dem Schicksal unserer Glaubensgenossen in aller Herren Länder das wärmste Interesse entgegengebracht und in zahlreichen Briefen und Berichten, die in der 'Allgemeinen Zeitung des Judentums' zum Abdruck gelangt sind, seine innige Liebe zum Judentum bekundet. Wir verlieren in ihm einen treuen Freund und Mitarbeiter und werden sein Andenken stets in Ehren halten".      

   
Grabsteinsetzung für Professor Haffkine (1931)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Dezember 1931: "Lausanne. Hier fand am Sonntag, den 22. November, eine weihevolle Gedenkfeier aus Anlass der Setzung des Grabsteins für Professor Haffkine statt. Außer dem Präsidium der Gemeinde Lausanne und dem Gemeinderabbiner hielt noch als Vertreter des Hilfsvereins der deutschen Juden Herr Professor Dr. Eugen Mittwoch eine Ansprache."     

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen 
Mme. Salberg wirbt für ihr Israelitisches Mädchenpensionat (1900)
     

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. Februar 1900: "Israelitisches Mädchenpensionat, 
Lausanne (französische Schweiz). 
Eröffnung April. Gründliche Erlernung der französischen Sprache, Haushaltung, feine Umgangsformen, Klavier und Kunstgesang. 75 Mark pro Monat - inklusive Musik. Beste Referenzen. 
Mme. Salberg, Le Châlet. Rte de Pully."         

  
Anzeige des Metzgermeisters Maurice Elikann (1901)   

Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 12. August 1901: "Ein tüchtiger Metzgergeselle 
wird sofort gesucht. Fachkenntnis in der Wurstlerei unbedingt erforderlich. Schabbat und Feiertag geschlossen. Günstige Gelegenheit zur Erlernung der französischen Sprache. Reise wird vergütet. Lohn nach Übereinkunft. 
Maurice Elikann 
Koschere
Metzgerei und Wurstlerei. 
Lausanne (französische Schweiz) 
Nr. 12 rand St. Jean Nr. 12."      

    
 Werbung für das Mädchenpensionat für Mme. Balitzer-Maier (1916)     

Anzeige im "Jüdischen Jahrbuch für die Schweiz" Jahrgang 1916 S. 221: "Pensionnat Israélite de jeunes filles. 
Bonne Brese Lausanne (Suisse française)  
Mme Balitzer-Maier. Maison de tout Premier ordre. 
Prospectus et références à disposition".      

  
Werbung für das Pensionat für junge Damen der Melles Bloch (1916)     

Anzeige im "Jüdischen Jahrbuch für die Schweiz" Jahrgang 1916 S. 237: 
"Pensionnat israélite de 1er ordre pour demoiselles
Villa Sévigné :: Lausanne  Melles Bloch
Prospectus :: :: :: :: Références".    

    
Werbung  für das Knaben-Pensionat - Institut Bloch (1911 / 1916)    

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 12. Mai 1911: 
"Institut Bloch. Israelitisches Knaben - Pensionat. 
Lausanne (Französische Schweiz)."    
 
Anzeige im "Jüdischen Jahrbuch für die Schweiz" Jahrgang 1916 S. 238: "Institut Bloch - Lausanne. Knaben-Pensionat. 
Programm der öffentlichen Schulen. - Vorbereitung für alle Examen. - Erste Referenzen, sowie Prospekt zur Verfügung durch   
Das Direktorat."
       

      
      
      
Zur Geschichte der Synagoge     
   
Zunächst - um 1860 - wurden von den jüdischen Familien der Stadt Räumlichkeiten zur Abhaltung von Gottesdiensten gemietet.  
   
Im November 1898 konnte ein Raum im neu gebauten Maison Mercier gemietet und zu einer Synagoge ausgebaut werden.  
    
Einweihung einer Tora-Rolle (1902)    

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Januar 1902: "Lausanne (Schweiz). Am verflossenen Sabbat Chanukka hatten wir hier in unserer Synagoge ein schönes Fest. Herr A. Levy aus Morges hat der hiesigen Gemeinde zur Barmitzwoh seines ältesten Sohnes eines Sefer Thora gestiftet. Diese wurde an besagtem Tage eingeweiht. Zu dieser Feier wurde der Ober-Rabbiner Herr Wertheimer, hierher berufen. 
Einige Gesänge wurden von den Kindern der hiesigen Religionsschule, unter Leitung ihres Lehrers, Herrn Kantor Lehmann, meisterhaft vorgetragen. Dieselben erfreuten sichtlich sämtliche von Nah und Fern herbeigeeilten Zuhörer. 
Der Herr Oberrabbiner hielt eine dreiviertelsündige zu Herzen gehende Rede, in der er die Bedeutung des Tages und Festes auseinander setzte. Seine Rede erntete reichen Beifall. Mit einem von Herrn Lehmann vorgetragenen Bischulie endete die schöne Feier, die auf alle Zuhörer einen guten Eindruck machte."      

Der Wunsch zum Bau einer Synagoge bestand seit den 1880er-Jahren. Der für Lausanne zuständige Rabbiner Prof. Dr. Wertheimer (Genf) regte den Bau einer Synagoge an. Damals konnte das Projekt nicht weiter verfolgt werden, da der Gemeinde die notwendigen finanziellen Mittel fehlten. Auf Grund eines Vermächtnisses von Daniel Iffla Osiris, ein in Paris lebender Mäzen, in Höhe von 50.000 Francs konnte der Bau der Synagoge begonnen werden.  
      
Bedeutendes Vermächtnis zum Bau einer Synagoge (1907)       

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 29. März 1907: "Lausanne. Die hiesige jüdische Gemeinde erhielt die Mitteilung, dass der jüngst in Paris verstorbene Millionär Osiris ihr zum Bau einer Synagoge 50.000 Francs hinterlassen hat. Gelegentlich der Einweihung des 'Wilhelm Tell'-Denkmals, das er hier vor Jahren errichten ließ, hat er das Versprechen gegeben, das er nun in seinem Testamente eingelöst hat."         

Die Grundsteinlegung zum Bau der Synagoge war am 2. Oktober 1909. Aus diesem Anlass erschien der nachstehende Bericht über die Entwicklung der jüdischen Gemeinde:  
    
Grundsteinlegung für die Synagoge (1910)      

Artikel in "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. Januar 1910: "Lausanne, 24. Dezember (1909). Anlässlich der Grundsteinlegung für die neue Synagoge bringt die 'Tribune de Genève' einen kurzen Überblick über die Geschichte der hiesigen Gemeinde. Die israelitische Gemeinde Lausanne wurde 1848 durch die Herren Schwab-Picard, Friedrich Maas und zwei Herren Weiler begründet. Das erste war, einen Friedhof zu erwerben. Da die Gemeinde nur sehr langsam zunahm, währte es zehn Jahre, bis sie dies erreichte. Im Jahre 1858 erwarb sie das dafür bestimmte Terrain. Dieser Friedhof reichte bis 1905 aus. Gegenwärtig ist nur noch für zwei Gräber dort Platz. 1865 stellte die Gemeinde der ersten Vorbeter an. Als Rabbiner fungierte der Genfer Rabbiner, Professor Wertheimer. Seit 25 Jahren bekleidet Herr Lehmann das Amt des Vorbeters. 1903 wurde ein neuer Friedhof angekauft, der seit 1905 benutzt wird. Die Gemeinde wuchs allmählich an, sie umschließt gegenwärtig 116 Mitglieder. Für den Gottesdienst dienten bisher gemietete Räumlichkeiten. Das Legat des Herrn Osiris im Betrage von 50.000 Francs bildete den Grundstock für den Bau der Synagoge, die etwa 300.000 Francs kosten dürfte."       

Die Einweihung der Synagoge war am 7. November 1910Ein Bericht hierzu konnte in jüdischen Periodika noch nicht gefunden werden. Die Synagoge wurde nach basilikalem Schema und in romanisch-byzantinischem Stil erbaut. Ihr Vorbild war der Tempel an der rue Buffault in Paris (1877).  
    
Unglück in der Synagoge (1912)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 7. Oktober 1912: "In der Synagoge zu Lausanne fiel ein großer Leuchter von der Decke herab. Glücklicherweise war kein Gottesdienst."        

   
   
Die Synagoge ist bis zur Gegenwart Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens in Lausanne beziehungsweise seit dem Zusammenschluss mit der Gemeinde Vevey-Montreux des Kantons Vaud. 2010 konnte das 100-jährige Jubiläum der Synagoge gefeiert werden.
   
   
Adresse/Standort der Synagoge  La très belle synagogue de Lausanne est située en haut de l'avenue de la Gare, à l'angle des avenues Juste-Olivier et Florimont. Elle peut être visitée par des groupes en prenant un rendez-vous préalable auprès du rabbin de la CILV au 021 311 71 68. 
    
    
Fotos
(Fotos: Hahn, Fotos vom 31.8.2008)    

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Blick auf die Synagoge
(Eingangsseite von Westen)  
Die Rosette und 
die Gebotstafeln  
Der Eingangsbereich  
   
     
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Ansichten der Synagoge von Südwesten beziehungsweise von Süden   Gebotstafeln und Kuppel  
Dieses Foto in hoher Auflösung     
      
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 Gedenktafeln   "Mein Haus wird ein Gebetshaus für 
alle Völker genannt werden"  
    
     Dieses Foto in hoher Auflösung  

       
      
Einzelne Presseberichte 

September 2010: 100-jähriges Bestehen der Synagoge 
Artikel von Gilbert Salem in "24heures.ch" vom 4. September 2010 (Artikel): "La Synagogue de Lausanne, «ghetto libre» et centenaire 
1910 | L’édifice qui surplombe le carrefour de Georgette a été bâti grâce à un banquier bordelais.
Le 7 novembre de cette année-là, au sud-ouest de la place Saint-François, est inauguré un singulier édifice romano-byzantin sur un tertre dominant un vignoble faubourien. Les édiles sont présents, en retrait, avec une pudeur toute protestante et une barbe moins fournie que les officiants. Ces derniers, coiffés d’une calotte ourlée de fil d’or, sont des citoyens vaudois de confession juive. Ils vont enfin pouvoir prier dans un lieu assez vaste. Et dans une contrée très chrétienne qui les respecte depuis des siècles.
La présence d’israélites dans le Pays de Vaud, souvent de provenance alsacienne, remonte au Moyen Age. On sait qu’ils avaient déjà une part active dans notre vie économique et sociale, sans subir de discriminations notoires. S’ils n’ont jamais été confinés dans des ghettos, des documents mentionnent dès 1234 une «rue aux Juifs» à Lausanne (l’actuelle rue de l’ Université), dénomination courante dans plusieurs autres villes de Suisse et d’Europe: ces citoyens y regroupaient leurs commerces variés sans pour autant y habiter. Mais, belle ironie de l’histoire, s’ils n’ont jamais été contraints par nos autorités à résider ensemble, ils l’ont fait délibérément, par esprit de fraternité, depuis qu’un mécène français permit d’ériger à leur intention, il y a juste cent ans, la première synagogue de la capitale vaudoise.
Une des plus belles de Suisse (lire ci-dessous). Ce qui faisait dire au regretté Georges Vadnaï, son grand rabbin charismatique et philosophe durant quarante-cinq ans, décédé en 2002: «Le quartier de Georgette est devenu un ghetto juif, mais un ghetto libre.»
Auparavant, les membres de la Communauté israélite de Lausanne (CIL), fondée en 1848, priaient dans l’appartement privé de l’un d’entre eux. Puis dans un local du Grand-Saint-Jean, qu’elle louait. Or un afflux imprévu d’immigrés juifs d’Europe orientale rendit impérieuse la disposition d’un lieu de culte plus spacieux et permanent. La CIL n’étant pas riche à millions, leur affaire fut résolue par la providence (ou par le Dieu d’Isaac lui-même), qui leur envoya le secours d’un banquier milliardaire au grand cœur.
Intéressante, la personnalité de Daniel Iffla-Osiris (1824-1907): un juif français établi à Bordeaux, très patriote. La défaite de Sedan en 1870 l’a tant éprouvé, et l’accueil fait par la Suisse à l’armée des Bourbaki, la même année, tant consolé et réjoui, qu’il lègue par testament deux fonds importants à la ville de Lausanne. Le premier pour l’érection d’une statue de Guillaume Tell devant le Tribunal de Montbenon – elle y est encore, ainsi qu’une petite chapelle insolite au nord-ouest de l’esplanade.
La seconde somme, de 50.000 francs, doit permettre à la CIL de construire une synagogue en bonne et due forme. A condition que le temple ressemblât trait pour trait à celui que le sieur Osiris avait déjà financé en 1877 à Paris, rue Buffault, dans le IXe.
Les derniers vœux de ce bienfaiteur atypique ont été respectés. Cent ans après, en novembre 2010, une journée officielle israélite lui réitérera de la reconnaissance par des manifestations communales, cantonales et fédérales.*
La CIL est devenue la CILV, soit la Communauté israélite de Lausanne et du canton de Vaud. www.cilv.ch 
Majesté basilicale et secrets d’un temple juif
Il n’y a plus de vignes à Georgette, mais un croisement stratégique de la circulation routière. La synagogue qui la surplombe a été conçue dès 1909 sur un plan basilical par les architectes Charles Bonjour, Oscar Oulevey et Adrien van Dorsser. Elle évoquerait une pièce montée pâtissière s’il n’y avait sévèrement l’étoile de David au cœur de sa grande rose, et au faîte de l’arche centrale, les tables de Moïse. 
Par toute saison, des pèlerins juifs internationaux y pénètrent en groupes pour admirer les lignes pures de la nef et des bas-côtés, la surabondance des baies et lucarnes que des mosaïstes ont serties de diaprures. Si l’on n’est pas juif, peut-on visiter le ventre de ce majestueux mastodonte en pierre rosée, que bordent de hauts bouleaux et un lierre déferlant jusque sur les murs des maisons voisines? Des journées «portes ouvertes» programmées le permettent. Or on n’y entre pas comme dans un moulin. Patte blanche et kippa exigées. Plus un sauf-conduit qu’il n’est pas difficile de décrocher si on est poli.
La synagogue de Lausanne doit conserver jalousement des secrets trop anciens pour être divulgués. Mais on y respirerait partout un encens doux, conciliateur, provenant d’une terre sacrée et universelle."     
 
 

       


Links und Literatur

Links:  

Website der Jüdischen Gemeinde Lausanne  
Geschichte zur jüdischen Gemeinde Lausanne in der Reihe factsheet - Beitrag von Mark Elikan  (pdf-Datei)    

Literatur:  

Anne Weill-Levy: Communauté Israelite de Lausanne. 1848-1948. Lausanne Mai 1998. Beitrag online zugänglich.     
dies.: Regards sur la vie d'une communauté juive, 1947-2007. Lausanne 2007. 
David Ripoll / Dave Lüthi: D'un Orient a l'autre: les synagogues de Geneve et Lausanne. In: Kunst und Architektur in der Schweiz 56 2005 Nr. 2 S. 34-40.   
Ron Epstein-Mil:   Die Synagogen der Schweiz. Bauten zwischen Emanzipation, Assimilation und Akkulturation. Fotografien von Michael Richter  
Beiträge zur Geschichte und Kultur der Juden in der Schweiz. Schriftenreihe des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebunds, Band 13. 2008. S. 213-220  (hier auch weitere Quellen und Literatur).   

    

                   
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Stand: 15. Juni 2015