Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Meckesheim (Rhein-Neckar-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge 
(die Seite wurde erstellt unter Mitarbeit von Edith Wolber)   

Übersicht:

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Manuskript von Berthold Rosenthal, Mannheim (1937) zur jüdischen Geschichte in Meckesheim  
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen   
Links und Literatur   

      

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  (english version)        
    
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts gehörte Meckesheim zur Kurpfalz. Um 1700 wird mit Moses Marx aus Dilsberg erstmals ein Jude in Meckesheim ansässig. 1744 gab es bereits drei, 1809 sieben jüdische Haushalte. Die jüdische Gemeinde bestand bis zum Jahr 1937 und wurde am 12. Oktober desselben Jahres durch Beschluss des Badischen Staatsministeriums aufgelöst und der Nachbargemeinde Neidenstein zugeteilt. 
   
Im 19./20. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 40 jüdische Einwohner, 1843 52, 1875 63, höchste Zahl um 1880 mit 66 Personen, 1900 48.  1933 wurden 25 jüdische Einwohner gezählt, einschließlich des jüdischen Dienstpersonals. 1939 gab es noch fünf jüdische Einwohner, zwei davon waren jüdisches Dienstpersonal von auswärts.
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), ein rituelles Bad und einen Friedhof. Eine eigene jüdische Schule ist nicht belegt. Vermutlich besuchten die jüdischen Buben bis zur Aufhebung der Konfessionsschule im Jahr 1876 die jüdische Schule in Neidenstein, danach gemeinsam mit den Mädchen die Simultanschule in Meckesheim. Für die religiöse Unterweisung der Kinder und zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (siehe Stellenausschreibungen unten). 
   
Bei der Einteilung der jüdischen Gemeinden Badens in Rabbinatsbezirke im Jahr 1827 wurde Meckesheim anscheinend übersehen. Später zählte die Gemeinde zum Rabbinatsbezirk Heidelberg
   
Die jüdischen Familien lebten vom Handel mit Landesprodukten, Textilien, Leder, Eisenwaren und Vieh. Nach 1809 finden sich auch Berufsbezeichnungen wie Bäckermeister, Schuhmachermeister, Metzgermeister und Gastwirt. 1813 erhielt Isaak Neuberger die Concession zum Führen einer Judenwirtschaft in der Stickelsgasse. Diese jüdische Schankwirtschaft blieb bis 1907 im Familienbetrieb. Zahlreiche jüdische Hochzeiten aus Nah und Fern wurden in dieser Wirtschaft ausgerichtet, denn Meckesheim lag günstig an der neu errichteten Bahnlinie Heidelberg-Heilbronn. Zwischen 1900 und 1909 wurde eine weitere jüdische Gastwirtschaft, das Gasthaus zur Krone in der Mandelgasse, von Lina und Maier Kaufmann betrieben.
    
Um 1933 gab es noch folgende Handels- und Gewerbebetriebe im Besitz jüdischer Familien / Personen: Landesproduktenhandlung Moses Eisemann (Leopoldstraße 9 mit Lagerhalle Industriestraße 60, abgebrochen), Kolonialwarengeschäft und Altwaren Meier Kaufmann (Bahnhofstraße 7), Manufakturgeschäft Max Neuberger (Friedrichstraße 30), Kurzwarengeschäft Lina Stein (Friedrichstraße 1, abgebrochen), Viehhandlung Liebmann Kaufmann (Luisenstraße 54), Gasthaus zur Krone mit dem Wirt Heinrich Merkle in der Mandelgasse (die Mutter von Heinrich Merkle, Babette geb. Wormser, konvertierte für die Eheschließung 1886 zum Protestantismus; Heinrich Merkle galt deshalb in der Sprache der NS-Zeit als "Halbjude").
  
Zwischen 1910 und 1930 haben sich fast alle um die Jahrhundertwende Geborenen nach ihrer Ausbildung oder dem Studium in süddeutschen Großstädten niedergelassen. 
  
1933 lebten noch 23 jüdische Personen in Meckesheim, darunter auch jüdische Angestellte von auswärts. In den folgenden Jahren sind jüdische Bewohner und Bewohnerinnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien ausgewandert beziehungsweise in Großstädte verzogen. Insgesamt emigrierten neun jüdische Männer, Frauen und Kinder nach Holland. Sieben von ihnen wurden über Westerbork nach Auschwitz oder Mauthausen deportiert und ermordet. Acht Mitglieder der Familien Kaufmann und Stein wurden über Mannheim, Heidelberg oder Kippenheim nach Gurs deportiert oder über Stuttgart und Potsdam nach Auschwitz-Birkenau, Lublin oder Mauthausen. Die letzten drei jüdischen Einwohner wurden im Oktober 1940 von Meckesheim nach Gurs deportiert. Die Dorfkinder bekamen an diesem Tag schulfrei. Den Soldaten wurde per Feldpostbrief wenig später folgende Nachricht geschickt: "Unser liebes Meckesheim ist seit 14 Tagen judenfrei und wird es für ewige Zeiten bleiben." Familie Neuberger konnte mit vier Personen rechtzeitig nach Brasilien emigrieren. Die junge Irene Kaufmann emigrierte nach Palästina, ihr Bruder Bruno nach Südafrika, der Cousin Max Kaufmann nach USA. Johanna Eisemann fand mit ihrem Ehemann Zuflucht in Argentinien. Anna Stein und ihre kleine Tochter Margarete haben das Lager Theresienstadt überlebt und sind nach dem Ende der NS-Zeit nach Brasilien emigriert.
   
Von den in Meckesheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945")ach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945" und Archivrecherchen): Max Eisemann (1867), Ernst Eisemann (1893) sowie seine Ehefrau Ilse-Sophie Eisemann Zuckermann und die beiden Kinder Renate (1929) und Harald (1932); Jette Freund geb. Kaufmann (1879), Lina Kaufmann geb. Weil (1868), Ludwig, Liebmann Kaufmann (1871), Maier Kaufmann (1868), Max Kaufmann (1903), Rifka Kaufmann geb. Stahl (1874), Sophie Kaufmann (1874); Lina Stein geb. Neuberger (1876) mit ihren erwachsenen Kindern Julius Stein (1897), Alice Stein (1901), Heinz Stein (1907). 
Auch die jüdischen Hausangestellten der Familie Eisemann: Henriette Kiefer (Rheindürkheim), Flora Grombach (Breisach), Anna Lesem (Offenburg) und Fanny Fuld (Mannheim) wurden nach Gurs deportiert und in Auschwitz ermordet
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer   
Ausschreibungen der Stelle des Lehrers und Vorsängers (1845 / 1849 / 1853)    

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 8. Oktober 1845 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Heidelberg. [Bekanntmachung.]. Bei der israelitischen Gemeinde Meckesheim ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 135 fl., nebst freier Wohnung, sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen.  
Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich anher zu melden.  
Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Rabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden."   
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 3. Januar 1849 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen. 
Die mit einem festen Gehalte von 135 fl., freier Wohnung und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Meckesheim, Synagogenbezirks Heidelberg, ist zu besetzen. 
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Heidelberg sich zu melden.  
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- und Rabbinatskandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."  
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 30. Juli 1853 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen. Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind (und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Meckesheim ist zu besetzen. 
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats sich anher zu melden.  
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- und Rabbinatskandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."    

 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1879 / 1900 / 1903 (nur zu den Hohen Festtagen)   

Meckesheim Israelit 16041879.jpg (45922 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. April 1879: "Annonce. In hiesiger Gemeinde ist die Stelle des Lehrers und Vorsängers mit einem fixen Gehalte von Mark 600 und Nebeneinkünfte von Mark 250-300 zu besetzen. 
Nur Deutsche können Berücksichtigung finden und wollen Bewerbungen an Unterzeichneten gerichtet werden. 
Meckesheim bei Heidelberg, 13. April 1879. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde."   
  
Meckesheim Israelit 13091900.jpg (54354 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1900: "Religionsschulstelle
Die mit Vorsänger- und Schächterdienst verbundene Religionsschulstelle in Meckesheim ist zu besetzen. Gehalt 700 Mark, 400-500 Mark Nebeneinnahmen. Unverheiratete, seminaristisch gebildete Bewerber wollen ihre mit Zeugnisabschriften versehenen Meldungen richten an 
Die Bezirks-Synagoge Heidelberg: 
Dr. Pinkuß
." 
  
Meckesheim Israelit 31081903.jpg (36945 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 31. August 1903
"Die Gemeinde Meckesheim bei Heidelberg sucht auf die hohen Festtage, Neujahr und Versöhnungsfest, einen 
Vorbeter

Der Vorsteher: J. Bachert."   

   
   
Manuskript von Berthold Rosenthal, Mannheim (geschrieben 1937) zur jüdischen Geschichte in Meckesheim mit Familienstammbäumen und einem Gräberverzeichnis des jüdischen Friedhofes in Meckesheim (auf Seite zum Friedhof)  
(Quelle: Guide to the papers of Berthold Rosenthal in the Leo Baeck Institute New York)  

Meckesheim Rosenthal B01.jpg (135694 Byte) Meckesheim Rosenthal B02.jpg (189253 Byte) Meckesheim Rosenthal B03.jpg (206435 Byte) Meckesheim Rosenthal B04.jpg (210772 Byte) Meckesheim Rosenthal B05.jpg (220434 Byte)
         
         
Meckesheim Rosenthal B06.jpg (202545 Byte) Meckesheim Rosenthal B07.jpg (218433 Byte) Meckesheim Rosenthal B08.jpg (164246 Byte) Meckesheim Rosenthal B09.jpg (200426 Byte) Meckesheim Rosenthal B10.jpg (207271 Byte)
      Stammbaum der Familien
 Bachert und Neuberger 
in Meckesheim 
Stammbaum der 
Familie Eisemann 
in Meckesheim 
         

    
   
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge                  
    
Aus der Zeit um 1700 stammte eine Torarolle, die sich noch 1937 in der Synagoge befand. Die Torarolle stammt mit großer Sicherheit von Moses Marx, dem ersten urkundlich erwähnten Juden, der sich in Meckesheim niederließ. Die Torarolle spricht dafür, dass es lange vor dem Bau der Synagoge einen Betsaal gegeben haben dürfte. 
   
1830
erhielt die israelitische Religionsgemeinde die Erlaubnis, das in der Waschküche eingerichtete Bad und die vorhandene Badestube im Haus des langjährigen Synagogenrates Eisemann auf dem Grundstück No 55 im Etter (Dorfmitte) als rituelles Reinigungsbad benutzen zu dürfen. In diesem Haus befand sich auch der Betsaal
  
1840
stellte der Meckesheimer Synagogenrat den Antrag zum Bau einer Synagoge. Wegen finanzieller Schwierigkeiten konnte der Synagogenbau mit der Mikwe (rituelles Reinigungsbad) erst um 1845 fertiggestellt werden. Die Meckesheimer Synagoge diente der jüdischen Landgemeinde 90 Jahre als Ort der Versammlung, des Gebets und des Unterrichts.
  
Durch Beschluss des Badischen Staatsministeriums vom 12. Oktober 1937 wurde die klein gewordene jüdische Gemeinde aufgelöst und die noch verbliebenen jüdischen Bewohner der Nachbargemeinde Neidenstein zugeteilt. Die Synagoge wurde Ende 1937 verkauft. Daher entging sie auch einer Zerstörung beim Novemberpogrom 1938. Seither wird das Gebäude als Wohnhaus (zunächst auch als Schreinerwerkstatt) genutzt.    
   
   
Adresse  / Synagogenstandort: Leopoldstraße 23   
   
   
Fotos 
Historische Fotos:  

Historische Fotos sind nicht bekannt, Hinweise bitte an den 
Webmaster von "Alemannia Judaica", E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite


Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Foto um 1965 (?)  Meckesheim Synagoge 100.jpg (97725 Byte)  
   Foto bei Hundsnurscher/Taddey (s.Lit.)
 vermutlich um 1965
  
     
Fotos Ende 1983
(Fotos: Hahn) 
Meckesheim Synagoge 120.jpg (88038 Byte) Meckesheim Synagoge 121.jpg (69839 Byte)
  Charakteristisch für das Gebäude von der Eingangsseite: zwei Eingänge, vermutlich 
einerseits zum Betsaal für die Männer und andererseits für die Empore der Frauen 
   
Fotos 1987 
(Sammlung Hahn, 
Fotograf: R. Rasemann)
Meckesheim Synagoge 203.jpg (73084 Byte) Meckesheim Synagoge 201.jpg (73905 Byte)
   Veränderungen am Gebäude: 
Die linke Eingangstür ist zugemauert 
Das Gebäude 
von Südosten 
     
  Meckesheim Synagoge 200.jpg (84984 Byte) Meckesheim Synagoge 202.jpg (79886 Byte)
  Das Gebäude von Süden 
   
Fotos 2003/04:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum
 14.10.2003 bzw. mit *) von 
J. Krüger, Karlsruhe Sommer 2004)
Meckesheim Syngoge 150.jpg (40578 Byte) Meckesheim Synagoge 191.jpg (42523 Byte)
  Blick auf die ehemalige Synagoge 
von der Leopoldstraße
Das Gebäude 
von Süden*
     
  Meckesheim Synagoge 190.jpg (38216 Byte) Meckesheim Syngoge 151.jpg (32163 Byte)
   Blickrichtung wie oben* Ostseite im Morgenlicht
     
Fotos Frühjahr 2011 
(Fotos: Michael Ohmsen, 
Aufnahmen vom März 2011) 
Meckesheim Synagoge 290.jpg (79754 Byte)  Meckesheim Synagoge 291.jpg (68583 Byte)
   Das Foto in höherer Auflösung 
auf der Fotoseite von M. Ohmsen 
 Das Foto in höherer Auflösung 
auf der Fotoseite von M. Ohmsen
     

    
   

Links und Literatur

Links: 

Website der Gemeinde Meckesheim 
Website der Realschule Waibstadt (Projekt Juden im Kraichgau) 
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Meckesheim (interner Link)   

Literatur:   

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 197-198. 
Friedrich Zimmermann: Ortsgeschichte des Kraichgaudorfes Meckesheim im Elsenztal. 1937. 
ders.: Die Juden in Meckesheim. Maschinenschriftlich 1936/37.  
Meckesheim Lit 20.jpg (44709 Byte) Edith Wolber: Jüdisches Leben in Meckesheim bis 1940. Die vergessene Geschichte eines Kraichgaudorfes. verlag regionalkultur Ubstadt-Weiher. 384 S. mit 249 Abb. ISBN 978-3-89735-909-3. € 27,80.   
Informationen auf Verlagsseite.  
Zu diesem Buch: Um 1700 ließen sich erstmals jüdische Familien in Meckesheim nieder. Die jüdische Landgemeinde bestand in den folgenden 200 Jahren aus wenigen Haushalten und zählte nie mehr als 63 Mitglieder. Die jüdische und die christliche Dorfbevölkerung lebten bis ins 20. Jahrhundert in relativ friedlicher Nachbarschaft: Die einen betrieben Handel, die anderen lebten von der Landwirtschaft und dem Handwerk. Das Zusammenleben änderte sich radikal, als 1930 ein NSDAP-Stützpunkt und die Hitlerjugend gegründet wurden. Einschüchterungen und Ausgrenzungen häuften sich. Die junge jüdische Bevölkerung suchte Schutz in der Anonymität der Großstädte. Einigen gelang die Emigration nach Übersee.
Am 22. Oktober 1940 erfolgte die Deportation der Zurückgebliebenen von Meckesheim nach Gurs. Insgesamt fanden sechzehn Kinder, Frauen und Männer, die entweder in Meckesheim geboren worden waren, gelebt oder eingeheiratet hatten, einen gewaltsamen Tod in den Vernichtungslagern...
Mit dem Buch soll daran erinnert werden, dass es eine Zeit gab, in der die Menschen im Dorf trotz unterschiedlicher Religionen und Überzeugungen relativ respektvoll und einvernehmlich miteinander lebten. Die vergessene Geschichte der christlich-jüdischen Nachbarschaften zeigt aber auch, wie fragil und instabil soziale Beziehungen sein können, wenn demokratische und christlich-humanis­tische Werte mit Füßen getreten werden
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Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel. 

Meckesheim  Baden. Jews arrived in 1700 and numbered 63 in 1875 (total 1,261) taking an active part in local life. A synagogue was built in 1830 and a cemetery was opened in 1896. In 1933, 17 Jews remained. Ten left in 1934-38, half emigrating, and five more left for Holland after Kristallnacht (9-10 November 1938). The last five Jews were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940, all perishing along with three deported to the camps from other places.
   
       

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 30. Mai 2016