Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Breisach (Kreis Breisgau-Hochschwarzwald) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Allgemeine Berichte  
Aus der Geschichte des Rabbinates in Breisach  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer der Gemeinde    
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Erinnerung an die Deportation nach Gurs im Oktober 1940    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen 
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 
Links und Literatur 

     

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)    
     
In der im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlichen Herrschaften gehörenden und von einem wechselvollen Schicksal gezeichneten Stadt Breisach bestand eine jüdische Gemeinde zunächst im Mittelalter. 1301 werden erstmals Juden genannt. Während der Judenverfolgung in der Pestzeit 1349 wurde die Gemeinde vernichtet. Seit 1376 ließen sich erneut Juden nieder. 1424 wurden sie ausgewiesen. 
  
Die Entstehung der neuzeitlichen Gemeinde geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Nach der Eroberung der Festung Breisach durch Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar im Dezember 1638 konnten Juden wieder in Breisach zuziehen. 1710 wurden bereits 30 jüdische Familien gezählt, die eine Gemeinde mit Rabbiner, Vorsänger und anderen Gemeindebediensteten bildeten. Bei der Zerstörung der Stadt durch die Franzosen brannten alle jüdischen Häuser nieder, was für einige Jahre zur völligen Verarmung der jüdischen Familien führte. 

1809 lebten wieder 85 jüdische Familien in der Stadt. Bis Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: 1825 438 jüdische Einwohner, 1832 533, 1836 567, 1839 Höchstzahl mit 572 Personen (15,5 % von insgesamt 3.050 Einwohnern), 1855 558 jüdische Einwohner, 1864 525, 1871 537, 1875 530, 1880 564 (17,3 % von 3.258), 1885 505, 1890 549, 1895 501, 1900 434 (12,3 % von 3.537), 1905 419, 1910 405 (11,5 % von 3.537). 
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge, eine jüdische Schule, ein rituelles Bad und einen Friedhof (zum alten und neuen Friedhof). Das rituelle Bad war im 18. Jahrhundert in einem Nebengebäude zur Synagoge untergebracht, später im Untergeschoss der Synagoge. Eine jüdische Konfessionsschule bestand von 1835 bis 1876. Sie wurde im ehemaligen Wirtshaus "Zum Sankt Peter" (Rheintorstraße 3) eingerichtet. Um 1850 hatte die Schule etwa 100 Schüler (bis 1853 Lehrer Halle; Das Gebäude diente zeitweise als jüdisches Armenspital und als jüdisches Gemeindehaus und als Kantorswohnung, zuletzt war nach der Zerstörung der Synagoge von 1938-40 hierin auch ein Betsaal eingerichtet. Nach 1940 wurde das Gebäude als Werkstatt, nach 1955 als Wohnhaus genutzt. Das 2000 vom "Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus" erworbene Gebäude ist seit 2003 als Gedenk- und Begegnungsstätte hergerichtet (siehe unten).  
  
Seit 1827 war Breisach Sitz eines Bezirksrabbinates, das 1885 nach Freiburg verlegt wurde.   
  
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: Robert Breisacher (geb. 15.4.1896 in Breisach, gef. 19.3.1918), Viktor Breisacher (geb. 1.4.1887 in Breisach, gef. 6.7.1018), Ludwig Fleursheimer (geb. 12.11.1898, gef. 12.5.1920), Ludwig J.S. Geismar (geb. 23.6.1894 in Breisach, gef. 7.8.1918), Joseph Kahn (geb. 23.5.1892 in Breisach, gef. 22.10.1914), Hugo Levy (geb. 24.1.1890 in Breisach, gef. 15.2.1916), Arthur Model (geb. 4.2.1882 in Breisach, gef. 25.5.1915), Emanuel Weil (geb. 4.9.1881 in Breisach, gef. 14.8.1916), Unteroffizier Martin Max Wurmser (geb. 14.11.1879 in Breisach, gest. 8.10.1914 in Gefangenschaft).  
  
Um 1925, als zur jüdischen Gemeinde noch 287 Personen gehörten, waren die Gemeindevorsteher: Victor Kleefeld, Leopold Dreyfuß, Salomon Kleefeld, Hermann Bähr, Julius Breisacher, Adolf Uffenheimer, Ferdinand Uffenheimer. Als Hauptlehrer war in der Gemeinde Elkan Strauß tätig, als Gemeindesekretär Jacob Rosenberg, als Rechner Bertold Levy, als Synagogendiener Hermann Greilsamer. Hauptlehrer Strauß erteilte den Religionsunterricht an der Volksschule in Breisach (für 13 jüdische Kinder) und an der Realschule (für 20 jüdische Kinder). An jüdischen Vereinen bestanden u.a. der Israelitische Männerkrankenverein (gegründet 1838; 1925 unter Vorsitz von Josef Frank, 1932 unter Vorsitz von Hugo Geismar mit 75 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung Kranker und Hilfsbedürftiger) und der Israelitische Frauenkrankenverein (gegründet 1832; 1925 unter Vorsitz der Frau von Victor Kleefeld; 1932 unter Vorsitz von Rosa Geismar-Uffenheimer mit 94 Mitgliedern; Zweck und Arbeitsgebiet: Krankenunterstützung). 1932 waren die Gemeindevorsteher Hermann Bähr (1. Vors., Neugasse), Leopold Dreifuß (2. Vors., Marktplatz) und Julius Rosenberg (Schriftführer, Judengasse). Als Lehrer, Kantor und Schochet war inzwischen Michael Eisemann tätig. Er erteilte im Schuljahr 1931/32 20 Kindern den Religionsunterricht.       
  
Im 20. Jahrhundert und bis nach 1933 waren zahlreiche Gewerbebetriebe am Ort im Besitz jüdischer Einwohner, darunter waren 1933 noch Eisenhandlungen, Holz- und Kohlenhandlungen, drei Haushaltswaren-, vier Textil-, zwei Kolonialwarengeschäfte, fünf Metzgereien, drei Mehl- und Getreidehandlungen, drei Gastwirtschaften und einige kleinere Läden. Im Einzelnen handelte es sich bei den ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden jüdischen Handels- und Gewerbebetrieben um die folgenden (großenteils kriegszerstört): Eisengroßhandlung Gebr. Bär (abgebrannt, Neutorstr.), Gasthaus 'Zum Schiff', Inh. David Bergheimer (Kupfertorplatz), Holz- und Kohlenhandlung Hermann Blozheimer (Kupfertorstraße), Holz- und Kohlenhandlung Salomon Blozheimer (Kupfertorstraße), Woll- und Weißwarengroßhandel Breisacher und Geismar (Rheintorstraße), Lebensmittelgeschäft und Haushaltwaren Leopold Breisacher (Fischerhalde), Lebensmittelgeschäft Luise Breisacher (Rheintorstraße), Textilgeschäft Karl Dreyfuß (zerstört, Rheinstraße), Herrenkonfektion Leopold Dreyfuß (abgebrannt, Marktplatz), Textilgeschäft Julius Dreyfuß (abgebrannt, Kupfertorstraße), Schuhgeschäft M. Dreyfuß Wwe. (abgebrannt, Kupfertorstraße), Metzgerei Josef Frank (abgebrannt, Neutorstraße), Lederhandlung Geismar-Offenheimer (Rheintorstraße), Eisengroßhandlung Alfred Geismar (Muggensturmstraße), Textil- und Reise-Versandgeschäft Hugo Geismar (Poststraße), Textilgeschäft Herbert Greilsamer (Rheintorstraße), Schneidermeister Hermann Greilsamer (abgebrannt, Bergstraße), Metzgerei Gustav Günzburger (Neutorstraße), Mehl- und Getreidehandlung Salomon Levy (abgebrannt, Richard-Müller-Straße), Metzgerei Max Levy (abgebrannt, Rheinstraße), Mehl- und Getreidehandlung Berthold Ley (Rheintorstraße), Mehl- und Getreidehandlung Abraham Mock (Rheintorstraße), Gasthaus "Zum Adler", Inh. Abraham Mock (Rheintorstraße), Gasthaus "Zum Bären", Inh. Emilie Schwab (Rheintorstraße), Spirituosenhandlung Emil Weil (abgebrannt, Gutgesellentorplatz), Textil- und Reisegeschäft Moritz Weil (Rheintorstraße), Eisenwaren Siegfried Weil (abgebrannt, Gutgesellentorplatz), Ledergroßhandlung Julius Weill (Rheintorstraße), Metzgerei David Wurmser (Kupfertorplatz).   
       

1933 - dem Jahr der nationalsozialistischen Machtergreifung - wurden 231 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt. Bereits im März 1933 kam es zu einem ersten Gewaltakt gegen jüdische Einwohner; mehrere wurden widerrechtlich in den Ortsarrest gebracht. In den folgenden Jahren verließ ein Teil der jüdischen Einwohner auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts sowie der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung die Stadt. Insgesamt 149 der jüdischen Einwohner konnten nach nach 1933 emigrieren (der Großteil in die USA). Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge niedergebrannt. Etwa 30 jüdische Männer wurden in das KZ Dachau verschleppt, wo Jakob Bernheim an den Folgen von Misshandlungen starb. Der Kantor und Religionslehrer Michael Eisemann machte in Dachau einen Suizidversuch. Er wurde gerettet, doch nahm er sich nach einer Magenoperation im Januar 1939 in einem Freiburger Krankenhaus das Leben. Nach der Einnahme des Elsass im Sommer 1940 ließ die Stadt Breisach de Rest der jüdischen Bevölkerung durch eigenmächtigen Beschluss nach Rufach im Elsass transportieren und in der dortigen Irrenanstalt unterbringen, von wo sie nach etwa vier Wochen auf höheren Befehl wieder zurückgebracht werden mussten. In der Zwischenzeit waren viele der jüdischen Wohnungen geplündert wurden. Am 22. Oktober 1940 wurden 34 jüdische Einwohner nach Gurs deportiert. Von den 1933 231 in der Stadt lebenden jüdischen Personen sind mindestens 68 ums Leben gekommen. Viele von ihnen waren von Breisach zuvor nach Freiburg oder in andere Städte umgezogen.   
      
Von den in Breisach geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Hermann Bähr (1878), David Bergheimer (1877), Emilie Bergheimer (1880), Jenny Bergheimer geb. Levi (1879), Jakob Bernheim (1867), Sabine Bernheim geb. Wurmser (1880), Auguste Bloch geb. Weil (1884), Ludwig Blozheimer (1895), Gustav Blum (1872) Ludwig Blum (1871), Benjamin Breisacher (1872), Fanny Breisacher (1876), Frieda Breisacher (1880), Korina Breisach (1885), Luise Breisacher (1878), Mathilde Breisacher (1872), Melanie Breisacher geb. Blozheimer (1881), Melanie Breisacher (1903), Robert Burgheimer (1882), Else Dreyfuß (1908), Marie Dreyfuß geb. Model (1863), Michael Eisemann (1894), Hedwig Helena Felsenstein (1884), Robertine Felsenstein geb. Uffenheimer (1879), Salomon Felsenstein (1871), Siegfried Fleursheimer (1864), Edmund Geismar (1889), Emma Geismar (1900), Hans Geismar (1858), Heinrich Geismar (1879), Hugo Geismar (1894), Lina Geismar geb. Josef (1889), Lina Geismar geb. Geismar (1889), Ludwig Geismar (1896), Max Geismar (1858), Max Geismar (1884), Rosalie (Rosa) Geismar geb. Uffenheimer (1879), Siegfried Geismar (1879), Theodor Geismar (1869), Theodor Geismar (1873), Theodor Geismar (1881), Wilhelm Geismar (1873), Wilhelm Geismar (1882), Camilla Greilsamer geb. Breisacher (1880), Fanny Greilsamer (1885), Julius Greilsamer (1805), Max Greilsamer (1877), Emil Grumbach (1868), Fanny Grumbach (), Ferdinand Grumbach (1871), Flora Grumbach (1903), Karoline Guggenheimer geb. Geismar (1878), Rosa Günzburger geb. Kleefeld (1876), Hilda Haberer geb. Wurmser (1886), Fanny Hecht geb. Bodenheimer (1889), Charlotte Heymann geb. Geismar (1885), Margot Edi Hochherr geb. Bähr (1911), Selma Hoffmann geb. Weinberg (1889), Claire (Cläre) Kahn geb. Geismar (1888), Selma Kassewitz geb. Greilsamer (1881), Hermann Kaufmann (1874), Jenny Kaufmann geb. Rothschild (1887), Babette Kindermann geb. Kahn (1885), Siegfried Kindermann (1879), Johanna Kleefeld (1904), Fanny Levi (1899), Bella Levy (1880), Erich Levy (1915), Hermann Levy (1879), Julie Levy geb. Epstein (1877), Julie Levy geb. Kahn (1883), Marie Levy (1875), Max Levy (1874), Rina Levy (1904), Rosa Levy (1905), Lina Lippmann geb. Kleefeld (1872), Erna Maier geb. Geismar (1903), Bella Mayer geb. Strauss (1890), Bertha Mayer geb. Geismar (1882), Abraham Mock (1870), Jenny Mock geb. Karlebach (1875), Lydia Model (1889), Simon Model (1874), Moses Müller (1856), Florine Nachmann geb. Blum (1874), Marie Mathilde Platz geb. Röderer (1880), Johanna Rosenberg geb. Rosenberger (1870), Julius Rosenberg (1900), Rosa Rosenberg (1861), Sophie Roth geb. Wurmser (1882), Hilda Strauß (1889), Josefin Strauß geb. Mock (1861), Julius Strauss (1892), Adolf Uffenheimer (1864), Anna Uffenheimer geb. Roos (1873), Flora Uffenheimer (1899), Jakob Uffenheimer (1860), Sitta Uffenheimer geb. Kaufmann (1893), Alfred Weil (1923), Berta Weil geb. Uffenheimer (1870), Bertha Weil geb. Greilsamer (1882), Betty Weil geb. Friedberger (1888), Elsa Weil geb. Wurmser (1890), Emil Weil (1883), Klara Weil geb. Model (1872), Leopoldine Weil geb. Kleefeld (1862), Luise Weil geb. Greilsheimer (1888), Melanie Weil (1885), Moritz Weil (1879), Siegfried Weil (1883), Max Weinberg (1884), Frieda Wertheimer geb. Uffenheimer (1872), Friedrich Wertheimer (1873), Helene Wertheimer geb. Kollmann (1888), Irma (Ida) Wertheimer geb. Geismar (1889), Klara Wertheimer geb. Geismar (1894), Balbine Wurmser geb. Levi (1897), Salomon Wurmser (1884), Tilly Wurmser (1891).                
   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Allgemeine Berichte    
Aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges (aus einem Beitrag von Berthold Rosenthal, 1926)  

Artikel in der "CV-Monatszeitschrift" (des "Central-Vereins") vom Februar 1926: "Noch ein Bild aus der Zeit des zu Ende gehenden Krieges: Im letzten Kriegsjahre (1648) beauftragte der Kommandant der Festung Breisach den Juden Mathias in Marckolsheim (Elsass), zur  Verpflegung französischer Truppen Vieh einzukaufen. In der Absicht, in der Gegend der Waldstätte (Waldshut) das Vieh zu beschaffen, machte sich Mathias auf den Weg. 'Bei dem Feuermörhell der Stadt Breisach' angekommen, traf er einen Baseler in seine Heimat reisenden Kaufmann, mit dem Mathias eine Strecke fuhr und ihm vorsichtshalber bei der Trennung sein Geld anvertraute. Auf seinem weiteren Weg begegnete ihm das Edelfräulein Masquin aus der Gegend von Weißenburg, das ihm, als es den Zweck seiner Reise erfuhr, mitteilte, es habe bei Bauern in Hertingen (bei Mülheim) Vieh eingestellt, welches aber schlecht gepflegt würde und deshalb verkäuflich wäre. Mathias fuhr nun über den Rhein und meldete sich sofort beim markgräflich badischen Obervogt in Rheinweiler, den er aber nicht zu Hause traf. Alsdann kaufte er das Vieh in Hertingen, unter der Bedingung, dass ihm die Tiere ins nächste elsässische Dorf gebracht werden müssen. Der Pfarrer, der Vogt und andere Bürger waren beim Handel zugegen. (Im Hinblick auf die späteren Angaben des Vogts ist dies zu erwähnen nötig). Der Pfarrer gab sich sogar als Verwalter des Viehs und Handels aus. Am anderen Tage reiste Mathias mit dem Pfarrer nach Basel, um ihm den Kaufpreis auszuzahlen. Bei Empfang des Geldes versicherte er, 'bei priesterlichen Ehren' Wort zu halten. Als Mathias aber an den verabredeten Ort kam, war das Vieh nicht eingetroffen. Die Verkäuferin benachrichtige ihn, sie habe das Vieh nach Rheinweiler treiben lassen; dort hätte es aber der markgräfliche Vogt beschlagnahmt, weil der Käufer ohne Geleit ins Badische eingedrungen und da sogar über Nacht geblieben sei. Der Vogt meldete den Vorfall der markgräflichen Regierung, die damals aus Sicherheitsgründen in Basel ihren Sitz hatte. Diese ordnete an, das Vieh müsse nach Oetlingen (bei Lörrach) gebracht werden, und der Vogt hätte den Juden nicht laufen lassen, sondern 'ihn am Kopf nehmen sollen, wonach sich in Zukunft zu richten sei'. Mathias meldete den Vorfall seinem Auftraggeber (sc. der Kommandant der Festung Breisach) und führte aus, er (Mathias) habe nichts Ungebührliches begangen, viel weniger sich einer Majestätsbeleidigung, deren er geziehen werde, schuldig gemacht, noch auch das Geleit gebrochen, 'als welches niemalen bei diesen Kriegszeiten gehalten und genommen worden, da man auch die Juden bei solchen nicht, wie in Friedenszeiten, schützen könne'. Er habe sich 'uff den erhaltenen königlichen (französischen) Schutz verlassen, durch welchen er bis anherr in der Markgrafschaft in allen Orten viel Jahr her sicherlich gehandelt und niemalen dergleichen einigen Juden zugemutet oder von seligem begehrt worden'. Mathias bat schließlich den Kommandanten, ihm behilflich zu sein, dass er 'entweder zu dem Vieh oder zu dem Geld, so ihm sonsten zu erstatten unmöglich wieder gelangen oder außer Schaden möge gesetzt werden.' Der Kommandant verlangte nun vom Vogt in Rheinweiler die Herausgabe des Viehs. Dieser erwiderte, nicht er habe die Beschlagnahme ausgesprochen, sondern der Markgraf, an den sich der Kommandant wenden möge; was auch geschah. Die markgräfliche Kanzlei antwortete dem Kommandanten von Breisach: Man wolle nicht annehmen, dass er willens sei, das Recht der Regierung zur Wegnahme des Viehs zu bestreiten. Indes sei man nicht gemeint, ihm das Vieh vorzuenthalten, vorausgesetzt. dass er den Juden zu der Regierungskanzlei schicke, damit man sich mit ihm vergleiche. Hiermit endigt die aktenmäßige Darstellung."       

  
   
Aus der Geschichte des Rabbinates in Breisach 
Bezirksrabbiner Reiß aus Breisach nimmt an der Frankfurter Rabbinerversammlung teil (1845) 
Anmerkung: es handelt sich um Rabbiner Moses Reiss (geb. 1802 in Karlsruhe, gest. 1878 in Breisach): nach dem Besuch der Karlsruhe Jeschiwa studierte er 1825/26 in Würzburg. Seit 1838 war er Bezirksrabbiner in Breisach. Er war verheiratet mit Babette geb. Burger.  

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. Juni 1845: "Aus Baden, 30. Mai (1845). Die Mitglieder des Synagogenbezirks Breisach und Emmendingen, welche bereits in ihrer unterm 26. März vorigen Jahres an die hohe zweite Ständekammer eingereichten und von letzterer mit verdientem Beifalle aufgenommenen Petition das dringende Bedürfnis einer zeitgemäßen Reform im Judentum ausgesprochen, haben nun auch unterm 18. dieses Monats mit Beizug sämtlicher israelitischer Vorsteher des Bezirks den Herrn Bezirksrabbiner Reiß von Breisach schriftlich aufgefordert, der im Juli dieses Jahres in Frankfurt am Main stattfindenden Rabbinerversammlung anzuwohnen. Derselbe hat unterm 26. dieses Monats seine Bereitwilligkeit zur Teilnahme an besagter Versammlung schriftlich zugesagt und zugleich beim großherzoglichen Oberrate um Urlaub zu diesem Behufe nachgesucht."   

   
Bezirksrabbiner Reiß möchte gottesdienstliche Reformen durchsetzen (1845)     

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 16. September 1845: "Breisach. Unser Rabbiner Reis hatte während der Frankfurter Rabbiner-Versammlung erklärt, er besuche selbige im Auftrage seiner Gemeinde, die gesonnen, die beliebten Reformen in der Synagoge und in den sonstigen religiösen Verhältnissen vorzunehmen. Von Frankfurt zurückgekehrt, hatte derselbe wirklich nichts Eiligeres zu tun, als den neugeformten Gottesdienst hier einführen zu wollen. Allein bald zeigte es sich, welches denn eigentlich die wahre Stimmung der Gemeinde sei. Nicht von Einzelnen, sondern von der Gesamtheit der Gemeinde wurde entschiedener Protest gegen dieses Treiben eingelegt. Rabbiner Reis, mit dieser Erklärung nicht zufrieden, wandte sich an die betreffende Behörde. Dieser Tage ist nun der Bescheid erfolgt, die Umgestaltung des Gottesdienstes gegen den Willen der Gemeinde sei unstatthaft; überhaupt habe der Rabbiner im synagogalen oder religiösen Leben keine Neuerungen vorzunehmen, bis selbige durch 'höhere Weisung' sanktioniert seien. So weit ist es gekommen, dass nur die Staatsbehörden uns gegen unsere eigenen Seelsorger schützen können. B."    


Kritik an Rabbiner Reiß sowie dessen Stellungnahme (1845)     

Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 21. Oktober 1845: "Redaktionelle Vorbemerkung: Folgend den Grundsätzen strenger Gerechtigkeit, deren die Orthodoxie sich besonders zu befleißigen, geben wir hier vorläufig nachstehende uns eingesandte Berichtigung des Rabbinen Reis, nicht zweifelnd, dass unser Korrespondent seine mitgeteilte Nachricht zu rechtfertigen wissen wird. Freilich veranlasst und dieselbe Gerechtigkeit jenes Schreiben des Herrn Rabbinen samt seinen 9 groben, orthographischen Schreib-, respektive Sprachfehlern zu geben, und zu gleicher Zeit den Herrn Rabbinen den Rat zu erteilen, statt des Gottesdienstes die Schnitzer in der deutschen Sprache zu reformieren und statt Rabbiner-Versammlungen lieber die Stunden für den Sprach-Unterricht zu besuchen. Sollte übrigens der Herr Rabbiner an der Wahrheit der Mitteilung zweifeln, sind wir gerne erbötig, das Original der zuständigen Behörde einzusenden. Die Redaktion.  
 
An die Redaktion des 'treuen Zions-Wächters' in Hamburg. Von dem treuen Zionswächter darf man erwarten, dass er auch nur treu die Wahrheit berichten, und daher ihm selbst, wenn anders ihm um seinen Namen ernst ist, erwünscht sein wird; dass lügenhafte Korrespondenzen und Korrespondenten entlarft (?) und bloßgestellt, nicht ferner mehr es wagen, niedrige Verleumdungen auszustreuen, und das lesende Publikum zum Beste (?!) zu haben. Gewiss wird daher die Redaktion mit Dank in ihre nächste Nummer aufnehmen, folgende: Berichtigung
No. 12 des Zionswächters teilt d. Rubrik Baden einen Artikel aus Breisach mit, welcher von (?!) Anfang bis zu (?!) Ende lediglich gemeine Erdichtungen, niedrige Lügen und Verleumdungen enthält.  
Breisach DtrZionswaechter 21101845a.jpg (144343 Byte) Es hat der Unterzeichnete in der Frankfurter Rabbinerversammlung (?) nie erklärt, dass seine Gemeinde gesonnen sei, jede beliebte Reform in der Synagoge und in den sonstigen Religiösen (?!) Verhältnissen anzunehmen; wohl aber, dass er, was auch seiner Zeit, der Wahrheit gemäß die öffentlichen Blätter berichteten, von den sämtlichen (?) Vorständen seines Bezirks zur Teilnahme an der Versammlung aufgefordert worden. ebenso ist es völlige Unwahrheit, dass ich jetzt bereits einen neugeformten Gottesdienst habe in der Synagoge einführen wollen, obgleich ich die moralische Verpflichtung keineswegs aus den Augen verlor, die Beschlüsse, zu welchen ich einstimmte, insofern die Umstände und Verhältnisse es gestatten, zu verwirklichen. Lüge ist daher gewiss, dass die Gemeinde auch nur Anlass gefunden hätte, hiegegen Protest einzulegen, noch viel weniger der Unterzeichnete, sich dagegen an die Behörde zu wenden, umsomehr dann niedrige Lüge und Verleumdung, dass von Letzterer (?!) bereits hierüber der angegebene Bescheide erfolgt sei. Dagegen darf ich in gewissenhafter Wahrheit versichern, dass wenn, was auch vielleicht in nicht sehr ferne Zeit der Fall sein dürfte, die Bezirkssynagoge entsprechende Reformen ins Leben zu rufen, sich entschließen würde, sie weder in der Gemeinde, noch bei den Behörden auf Hindernisse stoßen würde. 
Im Übrigen sind die verkappten Verleumder, welche ehr- und gewissenlos genug sind, nunmehr auch in öffentlichen Blättern ihre offenbaren Lügen auszustreuen, wie sie dies schon längst in ihren privatcorrespondenzen (??!) treiben, hier wohlbekannt, und charakterisieren sich hinlänglich durch den scheelsüchtigen heuchlerischen Stoßseufzer, am Ende jenes berüchtigten Lügenartikels von selbst. M. Reiß, Bezirksrabbiner.". 

   
Rabbiner Reiß kommt in Untersuchungshaft (1849)
    

Breisach DtrZionswaechter 21091849.jpg (36100 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der treue Zionswächter" vom 21. September 1849: "Breisach. Auch der hiesige Rabbiner Reiß ist wegen Beteiligung an den revolutionären Zuständen in Untersuchung und zugleich in Haft geraten...". 

  
  
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer der Gemeinde   
Nach der Zurruhesetzung von Hauptlehrer Halle wird die Stelle des Hauptlehrers an der israelitischen Volksschule neu ausgeschrieben (1853)      

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 3. August 1853 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen):  "Durch die erfolgte Zurruhesetzung des Hauptlehrers Halle in Breisach wurde die Hauptlehrerstelle an der dortigen israelitischen Volksschule erledigt.  Die berechtigten Bewerber um diese zur 4. Klasse gehörige Schulstelle mit einem festen Gehalte von 350 fl. nebst freier Dienstwohnung oder dem gesetzlichen Wertanschlage für solche und einem Schulgelde von 1 fl. 20 kr. für jedes Schulkind, bei ungefähr 100 Schülern, werden daher aufgefordert, sich nach Maßgabe der Verordnung vom 7. Juli 1836 unter Vorlage ihrer Aufnahmescheine und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel durch die betreffende Großherzogliche Bezirksschulvisitatur bei der großherzoglichen Bezirksschulvisitatur Breisach zu Oberrimsingen binnen 6 Wochen zu melden.  
Dabei wird jedoch bemerkt, dass sich die israelitische Oberschulbehörde vorbehalte, die zur Zeit erledigte Unterlehrerstelle bei der betreffenden Volksschule Breisach nach Umständen wieder zu besetzen, wobei in Gemäßheit des § 43 des Volksschulgesetzes vom 28. August 1835, über die Hälfte des Schulgeldes anderweitige Verfügung getroffen werden würde."        

 
Lehrer H. Halle macht sich Gedanken über die Besserung der sozialen Not der Juden in Westrussland (1869)  
Anmerkung: es handelt sich vermutlich um den seit 1853 im Ruhestand befindlichen Lehrer Halle (siehe oben), da er von seiner Zeit als Lehrer in Endingen um 1816/17 berichtet und somit 1869 schon mindestens um die 80 Jahre alt gewesen ist..      

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. August 1869: "Alt-Breisach, 6. August (1869). In Bezug auf den so eindringlichen Aufruf, die Not unserer Brüder in Westrussland zu steuern vom 4. August dieses Jahres in Nr. 31, möchte ich auf einen Industriezweig aufmerksam machen, dessen Material sehr wohlfeil und allenthalben vorhanden ist, und wodurch Kindern*) von 8-10 Jahren schon ein Erwerbszweig eröffnet werden kann. Ich meine das Strohflechten und die Strohhut-Fabrikation.  
In den Notjahren 1816 und 1817 - ich war damals Normallehrer in Endingen in der Schweiz - wurde dieser Industriezweig in der Schweiz und auf dem Schwarzwald eingeführt und hat bis jetzt, nicht nur die ärmere Klasse vor Not bewahrt, sondern auch große Etablissements hervorgerufen, in welchen für Millionen Waren alljährlich angefertigt werden. Eine fernere Erwerbsquelle ist in dieser unfruchtbaren Gegend: die Bürsten-Fabrikation aus Borsten, Risshaaren, zähhen Wurzelfasern etc. etc. Diese Stoffe finden sich auch allenthalben vor und sind billig zu haben. Möge der Allgütige die Herzen erwecken, dass dieser Not gesteuert werde. H. Halle.   
*) Anmerkung der Redaktion: Man soll nie die Kinder der Schule entziehen; haben nur die Eltern lohnende Arbeit, so haben auch die Kinder Brot."  m            

  
   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde         
Erinnerung an die Auswanderungen im 19. Jahrhundert - Grabstein für Jacob Guggenheim aus Breisach in New Orleans (1831-1881)    
Anmerkung: das Foto wurde von Rolf Hofmann (Stuttgart) im April 1994 im 1860 eröffneten Hebrew Rest Cemetery in New Orleans, 2100 Pelopidas at Frenchman Street, near Elysian Fields and Gentilly Blvd., aufgenommen.       

Grabstein im "Hebrew Rest Cemetery" in New Orleans: 
"Hier ruht (hebräische Abkürzung)
Hier ruht Jacob Guggenheim
Geboren in Alt Breisach Baden den 10. Juni 1831 - 
gestorben den 21. November 1881. 
Friede seiner Asche. 
Seine Seele sei eingebunden in den Bund des Lebens
. "         

      
Schulkandidat Samuel Weil aus Breisach wird auf die Lehrerstelle an der öffentlichen israelitischen Schule in Feudenheim ernannt (1845)  
Anmerkung: Samuel Weil aus Breisach war seit 1840 Schulkandidat in Feudenheim, seit Errichtung der öffentlichen israelitischen Schule ebd. war er dort Lehrer bis 1869.    

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 6. August 1845 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Karlsruhe. [Bekanntmachung]. Die mit dem Vorsängerdienste vereinigte Lehrstelle an der neu errichteten öffentlichen Schule bei der israelitischen Gemeinde Feudenheim, Amtsbezirks Ladenburg, wurde dem bisherigen Religionsschullehrer und Vorsänger bei derselben, Schulkandidaten Samuel Weil von Breisach übertragen".   

 
Schulkandidat Bernhard Bär von Breisach erhält die Unterlehrerstelle an der israelitischen Volksschule Gailingen (1850)     

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 17. Juli 1850 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Die erledigte Unterlehrerstelle an der israelitischen Volksschule in Gailingen wurde dem Schulkandidaten Bernhard Bär von Breisach übertragen".   


Isaac Levy wird als Synagogenrats-Vorsteher gewählt (1905)     

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 17. Mai 1905: "Breisach in Baden. An die Stelle des jüngst verstorbenen Herrn Gidion Uffenheimer wurde Herr Isac Levy als Synagogenrats-Vorsteher gewählt."    

 
Goldene Hochzeit der Eheleute Isak Lazarus (1914)
   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 10. Juli 1914: "Die Eheleute Isak Lazarus in Breisach, Baden, feierten unter Anteilnahme der gesamten Bevölkerung ihres Heimatortes das Fest der goldenen Hochzeit. Auch der Großherzog ließ durch den Bürgermeister dem Jubelpaare ein schönes Geschenk überreichen."    

     

Kennkarte aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarte für Sara Kassewitz 
geb. Greilsamer, 
geboren in Breisach
 
 Breisach KK MZ Kassewitz Sara.jpg (91271 Byte)    
   Selma Sara Kassewitz geb. Greilsamer ist am 14. August 1881 in Breisach geboren. 
Sie lebte später in Mainz. Sie wurde am 27. September 1942 ab Darmstadt in das 
Ghetto Theresienstadt deportiert, wo sie am 17. Juli 1944 umgekommen ist.  
    

  
   
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Jüdische Pferdehändler auf dem Donaueschinger Pferdemarkt (Anzeigen von 1894)    

Anzeige im "Donaueschinger Wochenblatt" vom 10. März 1894 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen):  
"Wir besuchen den Donaueschinger Pferdemarkt wieder mit einem Transport Französischer Pferde. 
Leopold & Isak Levi, Pferdehändler aus Altbreisach."       

   
   
Erinnerung an die Deportation nach Gurs im Oktober 1940     

Breisach Gurs BK 020.jpg (121848 Byte) Grabstein für Jacob Uffenheimer (Grabstein im Hintergrund) auf dem Friedhof in Gurs.  
Jacob Uffenheimer ist am 8. August 1860 in Breisach geboren und lebte später in Freiburg. Er wurde am 20./22. Oktober 1940 in das südfranzösische Internierungslager Gurs deportiert, wo er im Februar 1941 umgekommen ist. 
(Foto: Bernhard Kukatzki)   

     
     
     
 
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge     
   
Im Mittelalter gab es kein separates Wohngebiet der jüdischen Familien. Um 1319/25 standen zehn jüdische Häuser in der Oberstadt (die meisten an der Ostseite der heutigen Radbrunnenallee zwischen Pfarrgasse und Tullagasse) und vier Häuser in der Unterstadt. Eine erste Synagoge (die 1533 erwähnte "Judenschule") lag am Westrand der Oberstadt in der heutigen Schulgasse. Da im 16. Jahrhundert keine Juden in der Stadt lebten, ist unklar, ob es sich um ein Bethaus aus der Zeit vor 1349 oder erst um 1400 handelt. 
   
Nach 1638 lebten die jüdischen Familien noch teilweise in der Oberstadt, zunehmend jedoch im Bereich der "Judengasse" (heutige Rheintorstraße) mit dem Gebiet um den Kupfertorplatz sowie der Sternenhofgasse. Um 1680 konnte wieder eine Synagoge eingerichtet werden. Sie wird in einer Beschwerde der Zünfte der Stadt über die Zunahme der Juden in Breisach 1681 erwähnt ("la Synagogue nouvellement Erigée à Brisac"). Möglicherweise ist diese Synagoge identisch mit dem auch im 18. Jahrhundert benützten Gotteshaus, das bereits am heutigen Synagogenplatz stand (früher Ecke Judengasse/Synagogengasse; die Judengasse wurde in der NS-Zeit zur "Rheintorstraße", die Synagogengasse zum "Klösterle"; 1998 umbenannt in "Am Synagogenplatz"). Bei der Zerstörung Breisachs durch die Franzosen 1793 wurde mit allen Judenhäusern auch die Synagoge ein Raub der Flammen. 
      
1803/04 wurde eine neue Synagoge gebaut, deren Pläne in den 1930er-Jahren noch im jüdischen Gemeindearchiv in Breisach lagen. Diese Synagoge war nach einigen Jahren für die stark wachsende Gemeinde zu klein und überdies reparaturbedürftig. Um 1830/40 wurde eine neue Synagoge erbaut, die um 1870/75 nochmals umgebaut und vergrößert. Zur Baugeschichte der Synagoge konnten keine Quellen gefunden werden.  
  
Beim Novemberpogrom 1938 brannte eine aus Freiburg kommende Sturmabteilung unter Leitung eines SA-Standartenführers die Synagoge nieder. Wenig später musste die Ruine auf Kosten der jüdischen Gemeinde abgebrochen werden. 
1938 bis 1940 konnte noch im jüdischen Gemeindehaus (s.u.) ein Betsaal eingerichtet werden.   
     
Am 20. Mai 1959 wurde am Synagogenplatz ein Gedenkstein eingeweiht. Bei der Veranstaltung sprachen Rabbiner Dr. Lothar Rothschild aus St. Gallen, Bürgermeister Bueb, ein Vertreter des Israelitischen Oberrates in Baden sowie Alexander Wurmser, einer der ehemaligen jüdischen Breisacher. Die Anlage des Synagogenplatzes als Gedenkstätte war ein gemeinsames Projekt der Breisacher Stadtverwaltung und des Oberrates der Israeliten Badens. 1968 wurde der Synagogenplatz zum 30. Jahrestag der Pogromnacht neu gestaltet. Auch zum 60. Jahrestag 1998 wurde der Platz nochmals völlig neu hergerichtet zu einer Gedenkstätte mit Markierungen und Hinweistafeln. Die Einweihung war am 10. November 1998.  
   
   
   
Fotos
1. Die Synagoge in der Judengasse    

Breisach Synagoge 180.jpg (52006 Byte) Breisach Synagoge 015.jpg (56472 Byte)
Judengasse in Breisach in den 1920er-Jahren. Links die Synagoge. Daran schließen
 sich die Häuser der Familien Levi, Moch, Burgheimer, Greilsheimer, Blum, 
S. Geismar und T. Geismar an. (Foto: D. Blum, Quelle: Frank, Legacy S.139).
Die Judengasse (heute "Rheintorstraße") 
um 1925, links die Synagoge 
(Quelle: Fahrer, Rundgang S. 36)
   
Breisach Synagoge 009.jpg (64411 Byte) Breisach Synagoge 008.jpg (65811 Byte) Breisach Synagoge 016.jpg (63374 Byte)
Beim Gottesdienst in der Synagoge
 (Quelle: Hundsnurscher/Taddey
 Abb. 22)
Breisach vor 1933: festlich gekleidete Gottesdienstbesucher verlassen die Synagoge
 (Quelle Foto links: Hundsnurscher/Taddey Abb. 25; 
Foto rechts: Fahrer, Rundgang S. 36)
   
Breisach Synagoge 181.jpg (83369 Byte)

Rechts: 
Die Zerstörung 
im November 1938

Breisach Synagoge 020.jpg (75116 Byte)
In der Synagoge
(Quelle: Frank, Legacy S. 6) 
      Synagogenbrand in Breisach in der
 Pogromnacht 1938 
(Quelle: Huggle S. 1)
   


Fotos nach 1945/Gegenwart:

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Breisach Synagoge 100.jpg (108438 Byte) Breisach Synagoge 101.jpg (106041 Byte)
  Der Synagogenplatz mit der 
Gestaltung von 1968
Der Gedenkstein 
von 1959
     
Fotos von 2001: Besichtigung des 1998
 neu gestalteten Synagogenplatzes bei der
  Jahrestagung von Alemannia Judaica
ajbrei7.jpg (94963 Byte) ajbrei10.jpg (93450 Byte)
(Fotos: Hahn) Schild am "Synagogenplatz" Blick über den Synagogenplatz
     
ajbrei12.jpg (86089 Byte) ajbrei11.jpg (78452 Byte) ajbrei8.jpg (68553 Byte)
Gedenksteine am 
ehemaligen Synagogenplatz
Hinweistafel zur 
Geschichte der Synagoge
Darstellung der ehemaligen 
Breisacher Synagoge
     
Fotos 2003/04:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 27.10.2003;
 mit *: J. Krüger, Karlsruhe, 2004)
Breisach Synagoge 150.jpg (103512 Byte) Breisach Synplatz 011.jpg (53269 Byte)
   Schild am "Synagogenplatz" Blick über den Synagogenplatz*
     
   Breisach Synplatz 010.jpg (57756 Byte) Breisach Synagoge 153.jpg (61595 Byte)
  Gedenkstein Hinweistafel


2. Das ehemalige jüdische Gemeindehaus ("Blaues Haus")

Zwei historische Aufnahmen aus den
 Jahren 1938/40 mit dem Betsaal 
sind erhalten 
(Quelle: Förderverein
Breisach105.jpg (97748 Byte) Breisach106.jpg (117660 Byte)
  Foto von 1940  Foto von 1940 
     
Zwei Fotos des ehemaligen
 jüdischen Gemeindehauses 
um 1985
 
(Fotos: Hahn)
BreisachGh1.jpg (83865 Byte) BreisachGh2.jpg (65623 Byte)
    Blick von der Rheintorstraße
 (Judengasse) 
 Eingang 
   
     
Fotos 2003: 
Einweihung des restaurierten
 Gemeindehauses 
(Quelle: Förderverein; Fotos untere Zeile:
 Hahn, Aufnahmedatum 27.10.2003)
Breisach Ghaus 060.jpg (123343 Byte) Breisach Ghaus 061.jpg (108085 Byte)
    Das Gemeindehaus nach Abschluss 
der Restaurierung 
Bei der Einweihungsfeier im Juni 2003 
vor dem Gemeindehaus 
     
Breisach BlHaus 150.jpg (47840 Byte) Breisach BlHaus 152.jpg (57680 Byte) Breisach BlHaus 151.jpg (45124 Byte)
        Eingangstür 
           
Andernorts entdeckt:
 im jüdischen Friedhof Leipzig 
Leipzig Friedhof 19052013 043.jpg (84443 Byte)  
   Grabstein für Rosa Gugenheim geb. Weil 
(1837 Alt-Breisach - 1911) und Samuel Gugenheim 
(1834 Alt-Breisach - 1929)  
 
     

Fotos von 2007 siehe bei den Fotos von der Jahrestagung der "Alemannia Judaica" am 6. und 7. Oktober 2007

    
    
 Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

Februar 2010: Heinz Levi (geb. 1931 in Breisach) besucht mit seiner Familie Breisach    
Artikel von Victoria Kampfmann in der "Badischen Zeitung" vom 27. Februar 2010 (Artikel): 
"Eine spannende Reise in die Kindheit
1938 musste Heinz Levi aus Deutschland fliehen /Jetzt besuchte er mit seiner Familie Breisach. 
BREISACH
. Eine Reise in die Vergangenheit wurde für Heinz Levi sein Besuch in Breisach. 1938 musste der Deutsche jüdischer Abstammung mit seiner Familie aus Nazi-Deutschland fliehen. Jetzt besuchte er Breisach wieder. Heinz Levi lebt seit den 50er Jahren in London. Dieser Tage kam er auf Anregung seines Sohnes Russell mit einem Großteil seiner Familie in die Münsterstadt..."  
  
Oktober 2010Neuauflage der Lebenserinnerungen von Louis Dreyfuss  
Mitteilung des Fördervereins www.juedisches-leben-in-breisach.de vom 18. Oktober 2010 zur Buchvorstellung der Neuauflage: 
"Buchvorstellung der Neuauflage von Ludwig Dreyfuß’ Lebenserinnerungen 1933 – 1945 am Sonntag, 24. Oktober 2010 um 11.30 Uhr 
im Blauen Haus, Rheintorstr. 3. 

Ludwig Dreyfuß ist vielen Menschen in Breisach auch heute noch lebhaft in Erinnerung. Er war der erste Jude, der Breisach verließ – einige Tage nach dem Naziboykott der jüdischen Geschäfte m Mai 1933 – und der letzte von insgesamt drei jüdischen Männern, der 1964 in seine Heimatstadt zurückkehrte. Mit ihm kam seine Frau Mathilde Clorer, die während der Jahre der Verfolgung nicht von seiner Seite gewichen war. Vor 70 Jahren stand er außerhalb des Lagerzauns von Gurs, wo seine Mutter, seine Schwester und viele Freunde und Bekannte interniert waren.
Bis zu seinem Tod 1993 lebte Ludwig Dreyfuss in seiner Heimatstadt und half zunächst der Stadt und dann Historikern, Lehrern und Forschern bei der Aufgabe, die Geschichte der Breisacher Juden zu dokumentieren.
Im Learning Center des Jüdischen Museums in Berlin ist ihm ein Programm gewidmet und damit ein kleines Denkmal gesetzt.
Seine 1991 erschienenen Erinnerungen werden jetzt vom Hartung-Gorre Verlag Konstanz neu aufgelegt und im Blauen Haus vorgestellt."  
    
Juli 2011: Neue Informationstafel zum Verhältnis zwischen Christen und Juden im Mittelalter auf dem Münsterberg   
Am 2. Juli 2011 wurde eine dreisprachige Informationstafel auf dem Münsterberg aufgestellt. Der deutsche Text lautet: "Christen und Juden. Nur Kaufleute hatten das Privileg auf dem Breisacher Berg zu siedeln. Dies bestimmte ein Vertrag, der 1185 zwischen dem Basler Bischof Heinrich und König Heinrich VI. geschlossen wurde. Neben ihren christlichen Nachbarn genossen auch jüdische Geschäftsleute dieses Vorrecht. Smariant, der in einer 1301 ausgestellten Urkunde als Bürger der Reichsstadt bezeugt ist, und sein Nachbar Salmann von Bern gehörten zu jenen sieben jüdischen Hauseigentümern, die dem Breisacher Hofstättenverzeichnis von 1319 zufolge an 'des Reichs freier Straße' in nächster Nähe des Radbrunnens wohnten. der Geldverleiher Smariant besaß hier zwei nebeneinander gelegene Häuser, für die er dem Bischof von Basel jährlich zwei Solidi zinste. Das gewaltsame Ende der jüdischen Gemeinde erlebte er nicht mehr. 
Der folgenschweren Verleumdung der Juden als Brunnenvergifter fielen in den Pestjahren 1348-1350 fast alle jüdischen Gemeinden in Deutschland, der Schweiz und dem Elsass zum Opfer: Das Deutzer Memorbuch gedenkt des im Februar 1349 erlittenen Martyriums der Breisacher Juden: 'Gott möge gedenken der Ermordeten und Verbrannten der Gemeinden Basel, Ehnheim, Kaysersberg, Breisach, Sennheim und Rosheim mit den Seelen Abrahams, Isaaks, Jakobs, Saras, Rebekkas, Rahels und Leas und denen der anderen Gerechten, die im Garten Eden sind. Amen.'"    
Ansicht der Tafel mit den Texten in deutsch, englisch und französisch siehe eingestellte pdf-Datei (erhalten von Christiane Walesch-Schneller) .      
   
Breisach Hofstaetten Verzeichnis 1319.jpg (201854 Byte) Links: aus dem Hofstättenverzeichnis von 1319 mit der Markierung der Namen jüdischer Hauseigentümer (erhalten von Günter Boll). 
Von Günter Boll ist eingestellt ein auf das Hofstättenverzeichnis von 1319 bezogener Beitrag zur mittelalterlichen jüdischen Geschichte in Breisach: "Christen und Juden" (pdf-Datei).     
   
Breisach Ausstellung 2011.jpg (109081 Byte)Ausstellung im September/Oktober 2011

"Was blieb - Zeugnisse jüdischen Lebens in Breisach". 
Eine Ausstellung im Blauen Haus im September und Oktober 2011  
sonntags und mittwochs von 15 bis 18 Uhr.  
 
Weitere Informationen auf der Website von juedisches-leben-in-breisach.de  
 
Juni 2013: Das "Blaue Haus" in Breisach (ehemaliges jüdisches Gemeindehaus) feiert sein 10-jähriges Bestehen  
Eingestellt als pdf-Datei ein Bericht von Wolfgang Dästner über die Woche der Begegnung vom 23. bis 26. Juni 2013.  
 
November 2013: Gedenken zum 75. Jahrestag des Novemberpogroms 1938 - Anregung für die Verlegung von "Stolpersteinen" in Breisach 
Bekommt auch Breisach Stolpersteine? (veröffentlicht am Mo, 11. November 2013 17:39 Uhr auf badische-zeitung.de)   
 
Juli 2014: Die Verlegung von "Stolpersteinen" in Breisach ist für den Herbst 2014 geplant  
Stolpersteine für Breisach (veröffentlicht am Di, 22. Juli 2014 20:39 Uhr auf badische-zeitung.de)  
  
September 2014: Die "Stolpersteine" werden kontrovers diskutiert   
Stolpert Breisach über Stolpersteine? (veröffentlicht am Sa, 13. September 2014 09:51 Uhr auf badische-zeitung.de)  
Werden die Bürger der Stadt in die Diskussion eingebunden? (veröffentlicht am Sa, 13. September 2014 auf badische-zeitung.de) 
  
Dezember 2014: Schüler besuchen im Rahmen des Geschichtsunterrichtes das "Blaue Haus"    
Aus der Geschichte lernen (veröffentlicht am Sa, 20. Dezember 2014 auf badische-zeitung.de) 

    
     


Links und Literatur

Links:  

Website der Stadt Breisach    
Website des Fördervereins: www.juedisches-leben-in-breisach.de   
Die Geschichte von Ralph Eisemann: hier anklicken, Näheres unter "Schicksale und Lebenswege" 
Zur Seite über den alten jüdischen Friedhof in Breisach (interner Link)  
Zur Seite über den neuen jüdischen Friedhof in Breisach (interner Link)                          

Quellen:    

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Breisach 
In der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart) sind die Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern einsehbar: https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
Zu Breisach sind vorhanden:    
J 386 Bü. 103  Breisach am Rhein  Geburten 1854 - 1877 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440618   
J 386 Bü. 104  Breisach am Rhein  Eheschließungen 1818 - 1863 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440619   
J 386 Bü. 105  Breisach am Rhein  Sterbefälle 1818 - 1862   http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440620   
J 386 Bü. 106  Breisach am Rhein  Sterbefälle 1863 - 1877   http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440621   
J 386 Bü. 107  Breisach am Rhein  Geburten 1817 - 1853  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440622   
J 386 Bü. 108  Breisach am Rhein  Eheschließungen 1863 - 1878 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440623   
J 386 Bü. 109  Breisach am Rhein  Sterbefälle 1864 - 1869 ?  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-440624  
Staatsarchiv Freiburg: 
L 10 Nr. 464   Breisach am Rhein Israelitische Gemeinde: Standesbücher 1814 - 1822 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-475815  
L 10 Nr. 465   Breisach am Rhein Israelitische Gemeinde: Standesbücher 1819 - 1826 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-475816   
L 10 Nr. 466   Breisach am Rhein Israelitische Gemeinde: Standesbücher 1827 - 1834 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-475817  
L 10 Nr. 467   Breisach am Rhein Israelitische Gemeinde: Standesbücher 1835 - 1840 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-475818    
L 10 Nr. 468   Breisach am Rhein Israelitische Gemeinde: Standesbücher 1841 - 1847 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-475819  
L 10 Nr. 469   Breisach am Rhein Israelitische Gemeinde: Standesbücher 1848 - 1854 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-475820   
L 10 Nr. 470   Breisach am Rhein Israelitische Gemeinde: Standesbücher 1855 - 1858 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-475821    
L 10 Nr. 471   Breisach am Rhein Israelitische Gemeinde: Standesbücher 1859 - 1864 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-475822    
L 10 Nr. 472   Breisach am Rhein Israelitische Gemeinde: Standesbücher 1865 - 1870 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=5-475823      

Literatur:

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 49-53.
Germania Judaica II,1 S. 124f. 
Günther Haselier: Geschichte der Stadt Breisach am Rhein in drei Bänden, jeweils Abschnitte in den Bänden II (Der Niedergang Breisachs: 1700 bis 1890, bes. S. 340ff: Anfänge der Judenemanzipation) und III (Der Sturz in den Abgrund. 1890 bis 1945). Breisach 1971 (Bd. II) und 1985 (Bd. III).
Michael Longerich: Judenverfolgungen in Baden im 14. Jh. Am Beispiel von Breisach, Endingen, Freiburg und Waldkirch, in: "s’Eige zeige". Jahrbuch des Landeskreises Emmendingen 4/1990 S. 33-46.
Louis Dreyfuss: Emigration – nur ein Wort? Konstanz 1991. Neuauflage 2010.   
Gebhard Klein: Breisach im Dritten Reich. Ein Versuch. 1995.
Elisabeth Kallfaß: Breisach Judengasse. Breisach 1993. 
Ursula Huggle: Urteile zu Gunsten der Angeklagten. Ein Prozess der Nachkriegszeit über die Pogromnacht von 1938 in Südbaden. in: Beiträge zur Landeskunde von Baden-Württemberg. Dezember 1999.
Hans David Blum: Juden in Breisach. Hg. Erhard Roy Wiehn. Konstanz 1998. 
Uwe Fahrer: Ein Rundgang durch das alte Breisach. Gudensberg-Gleichen 1999) 
Günter Boll: Die erste jüdische Gemeinde in Breisach am Rhein. in: Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins "Schau-ins-Land". 119. Jahresheft 2000. S. 55-60. 
ders.: Die Entstehung der letzten jüdischen Gemeinde in Breisach am Rhein. In: Zeitschrift des Breisgau-Geschichtsvereins "Schau-ins-Land". 119. Jahresheft 2000. S. 61-69.  
ders. (unveröffentlicht): Slichot - Bußgebete für das ganze Jahr nach dem elsässischen Ritus... Karlsruhe 1770. Abbildung der Publikation - nach Günter Boll handelt es sich vermutlich um Slichot aus Breisach. Eingestellt als pdf-Datei.      
ders. /Josef Arie Kornweitz: Das jüdische Gemeindehaus in Breisach am Rhein. Eine Annäherung. Hg. Förderverein ehemaliges jüdisches Gemeindehaus Breisach am Rhein e.V., Breisach 2000.  
ders. (unveröffentlicht): Entfremdung - Konflikte und Konversionen. Beitrag von 2010. Eingestellt als pdf-Datei.    
(darin: 1. über Rabbiner Isaak Weyl, der 1759 mit seiner Familie in Darmstadt konvertierte und nun Ludwig Wilhelm Weyland hieß; 2. über den Schultheiß der Breisgauischen Judenschaft David Günzburger, der 1752 in Freiburg konvertierte und nun Ferdinand Günzburger [Ginzburger] hieß; über den Bruder des unter 2. genannten Lehmann Günzburger, der 1770 in Breisach konvertierte und nun Johann Baptist Joseph Günzburger hieß).  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
Josef Arie Kornweitz/Christiane Walesch-Schneller/Günter Boll: Zone 30 - Rückkehr aus dem Exil. Hg. vom Förderverein Ehemaliges Jüdisches Gemeindehaus Breisach e.V.  2003. 
Frank Buch 01.jpg (51127 Byte)Werner L. Frank: Legacy: the Saga of a German-Jewish Family Across Time and Circumstance. Avotaynu Foundation, Inc. Bergenfield, N.J. 2003 (Chaper 4, Section 2: The History of the Families from Breisach p. 139-160) 

     
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Breisach (in Jewish sourced, Bizach, Brizche) Baden.  The Jewish settlement probably began in the early 14th century. All the Jews were burned alive in the Black Death persecutions of 1348-49. A letter of protection was granted by Duke Albert in 1446 and remained in effect for hundreds of years. The revived Jewish community, the only one in the region, maintained continous settlement until Worldwar II. The Jewish quarter was heavily damaged in the French invasion of 1793. In 1827-86, Breisach was the seat of the district rabbinate. A new synagogue and a second cemetery were opend in the 1830s, when the Jewish population reached a peak of 572 (total 3,050), and a Jewish elementary school operated in 1835-76. The majority of Jews were cattle traders. After Worldwar I the Jewish population dropped sharply, standing at 231 in 1933. By 1940, 157 Jews had left the town, most emigrating (many to nearby France). On Kristallnacht (9-10 November) the synagogue was burned down and 30 Jews were taken to the Dachau concentration camp. The last 34 Jews were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. Another 29 were deported from ther places of refuge after leaving Breisach. All perished, 31 of them in Auschwitz.   
   
     

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge 

      

 

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Stand: 01. Februar 2016