Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
zurück zur Übersicht "Synagogen in Rheinland-Pfalz"  
Zu den "Synagogen im Kreis Birkenfeld"    
   

Oberstein mit Idar (Stadt Idar-Oberstein, Kreis Birkenfeld) 
Jüdische Geschichte / Synagoge 

Übersicht:

bulletZur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
bulletBerichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
-  Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
-  Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben 
-  Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
-  Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
-  Kennkarte aus der NS-Zeit     
bulletZur Geschichte der Synagoge   
bulletFotos / Darstellungen  
bulletErinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
bulletLinks und Literatur   

   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)       
   
In Oberstein bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/42. Ihre Entstehung geht in das 17./18. Jahrhundert zurück. Erstmals werden Juden 1602 am Ort genannt.
Im benachbarten Idar lebten Juden seit der Zeit um 1700. Eine jüdische Gemeinde wurde von 14 Obersteiner Familien mit zusammen 68 Personen 1781 gegründet.  

Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl der jüdischen Einwohner wie folgt: in Oberstein 1808 44 jüdische Einwohner, in Idar 24. In beiden Orten zusammen 1865 34 jüdische Ehepaare, 1890 64 jüdische Einwohner, 1900 120, 1905 154, 1910 192 (1,2 % der Gesamteinwohnerschaft).
 
An Einrichtungen bestanden eine Synagoge (s.u.), eine jüdische Schule (jüdische Elementarschule, die als jüdische Privatschule geführt wurde; um 1895 wegen Schülermangels vorübergehend geschlossen, ab 1902 wieder betrieben), möglicherweise ein rituelles Bad und ein Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Um 1846/47 wird als Lehrer A. Frankenau genannt, vor 1876 Ferdinand genannt Mayer Eppstein, ab 1902/05 Joseph Lasker, um 1924 Lehrer Rosenberg, um 1932 Herbert Sach. 
 
Die Gemeinde gehörte zum Landrabbinat Birkenfeld mit Sitz in Hoppstädten. 
  
Von den Gemeindevorstehern werden u.a. genannt: um 1869 Hermann Stern, um 1924/34 Julius Wolff. 
   
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde: aus Oberstein Leutnant Dr. Leonhard Frank (geb. 12.8.1884 in Westerstede, gef. 8.7.1917), Ludwig Hirsch (geb. 13.8.1881 in Saarwellingen, gef. 23.4.1917), David Westheimer (geb. 13.10.1885 in Rimbach, gef. 29.3.1915); aus Idar keine Angaben. 
   
Um 1924, als zur jüdischen Gemeinde 82 Personen in Oberstein (0,8 % von ca. 10.000 Einwohnern) und 70 in Idar gehörten, waren die Gemeindevorsteher Julius Wolff, Siegmund Weingarten und Moritz Baer (letzterer aus Idar). Lehrer Rosenberg erteilte den damals 17 jüdischen Kinder der Gemeinde Religionsunterricht; 20 weitere Kinder erhielten den Religionsunterricht an den öffentlichen Schulen. An jüdischen Vereinen bestanden der Israelitische Frauenverein (1924 unter gemeinsamer Leitung der Frau von Franz Münster in Oberstein und der Frau von Moritz Baer in Idar mit 40 Mitgliedern; 1932 unter Leitung von Bertha Friedberg in Oberstein; Zweck und Arbeitsgebiet: Unterstützung der Ortsarmen), der Israelitische Bestattungsverein (1932 unter Leitung von Heinrich Eppstein in Oberstein, Zweck und Arbeitsgebiete: Unterstützung und Bestattungswesen), der Verein gegen Wanderbettelei (1924 unter gemeinsamer Leitung von Julius Wolff in Oberstein und Moritz Baer in Idar), der Jüdische Jugendverein (1924 unter Leitung der Frau von Max Wolff), eine Ortsgruppe des Centralvereins (C.V., 1932 unter Leitung von Benno Friedberg in Oberstein) sowie eine Ortsgruppe des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten (1932 unter Vorsitz von Ernst Salomon in Oberstein).  
1932 waren die Gemeindevorsteher Julius Stern (Oberstein, 1. Vors.), Nathan Baer (Idar, Beisitzer), Max Aronheim (Idar), Willi Emanuel (Oberstein), H. Bach (Oberstein), N. Grünewald (Idar). Als Lehrer und Kantor war inzwischen der schon genannte Herbert Sach angestellt. Im Schuljahr 1931/32 erteilte er 15 Kindern der Gemeinde den Religionsunterricht. 
Zur Gemeinde gehörten auch die in Tiefenstein lebenden jüdischen Personen.     
   
1933 lebten noch 129 jüdische Personen in der Stadt (in diesem Jahr erfolgte auch die Vereinigung von Idar und Oberstein zur Stadt Idar-Oberstein). In den folgenden Jahren ist ein Teil der jüdischen Gemeindeglieder auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert (Frankreich, USA, Palästina, Niederlande, England, Schweiz, Brasilien). Bereits im März 1933 kam es in Idar-Oberstein zu ersten gewaltsamen Ausschreitungen gegen Juden. Vier SA-Angehörige überfielen eine jüdische Familie in ihrem Haus. Beim Novemberpogrom 1938 wurden durch SA-Leute unter Führung von Obersturmführer Maaß und durch NSKK-Leute unter Anführer Robinson die Synagoge zerstört, jüdische Häuser und Wohnungen überfallen und demoliert (u.a. Metzgerei Bär, Haus des Edelsteinhändlers Max Aronheim, Haus von Alfred Neuhäuser, Arztpraxis und Wohnung Dr. Levi). Mehrere jüdische Gemeindeglieder wurden misshandelt, teilweise sehr schwer verletzt). Am 17. Mai 1939 wurden noch 35 jüdische Einwohner in der Stadt gezählt (dazu waren auf Grund der Nürnberger Gesetze von Verfolgungsmaßnahmen bedroht: in der NS-Sprache 12 "Mischlinge ersten Grades" und 14 "Mischlinge zweiten Grades"). Die letzten jüdischen Einwohner wurden 1943 deportiert.  
A
nmerkung: Im Anhang eine Übersicht, die vom Polizeiamt Idar-Oberstein am 9. März 1962 an den International Tracing Service in Arolsen geschickt wurden mit Angaben zu 110 jüdischen Personen aus Idar und Oberstein (pdf-Datei). 
     
Von den in Oberstein und Idar geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945", überarbeitet und ergänzt durch Reiner Schmitt): Clementine Aronheim geb. Neuhäuser (1869), Jenny Bachrach geb. Wolff (1873), Elise Bär geb. Herz (1862, vgl. Erinnerungsblatt des "Aktiven Museums Spielgasse" Wiesbaden), Franziska Bär (1867), Leo Bär (1886), Richard Bär (1901), Johanna van Beets geb. Bär (1883), Philipp Günter van Beets (1918), Walter van Beets (1922), Lotte Blank geb. Neuhäuser (1903), Isidor Dobrin (1882), Bernhard Emanuel (1877), Heinrich Eppstein (1877) Paula Eppstein geb. Oestreicher (1879), Kurt Friedmann (1908), Paula Gans geb. Rothschild (1890), Willi Hans Günzburger (1882), Irma Hedwig Gumpert geb. Heydt (1894), Emilie Heinemann-Hofmann geb. Bonnem (1885, vgl. Kennkarte unten), Hedwig Henschel geb. Bonem (1883), Martha Herrmann geb. Stern (1909), August Herz (1876), Ida Herz (1882), Karl Nathan Herz (1871), Bertha Hirsch (1906), Jenny Hirsch geb. Kaufmann (1883), Rosa Hirsch (1909), Wilhelm Hirsch (1878, Ehefrau der Jenny), Ida Kahn (1863), Ida Kassel geb. Lichtenauer (1882), Anna Rachel Kuflik (1912), Paul Lang (1888), Ella Levy (1890), Else (Elsa) Levy (1932), Hilde Levy geb. Schloss (1910), Moritz Levy (1897), Peter Emanuel Levy (1899), Rosalie Levy geb. Gottschalk (1873), Wilhelm Levy (1862), Dr. Wilhelm Levy (1894), August Lifmann (1860), Johanna Lypold geb. Poms (1910, Ehefrau des Kurt), Kurt Lypold (1908), Johanna Nassauer geb. Herz (1879), Hedwig Neuhäuser geb. Elias (um 1870/80: "Stolperstein" in Stuttgart-West, Rosenbergstraße 149), Hugo Neuhäuser (1876), Alfred Neuhäuser (1867), Margarete Neuschüler geb. Lindemeyer (1891), Rose(l) Oppenheimer geb. Adler (1892), Jenny Petsch geb. Bonnem (1879), Bertha Reif geb. Neuhäuser (1866. "Stolperstein" in Stuttgart-Ost, Libanonstraße 3), Emma Rothschild geb. Bonnem (1870), Ernst Salomon (1889), Ida Seligmann geb. Wolff (1875), Anny Spier geb. Bonnem (1881), Ernst Stein (1877), Harry Stern (1865), Helene Valfer geb. Herz (1873, "Stolperstein" in Berlin-Charlottenburg, Gotha-Allee 17), Max Weinberg (1901), Gretel Emilie Weiss geb. Petzall (1907), Eduard Wolf (?, Ehemann der Johanna), Arnold Wolff (1875), Ida Wolff geb. Berg (1880), Karl Julius Wolff (1872), Leo Wolff (1874), Paula Wolff geb. Lindemeyer (1888).    
 
Die in einigen Listen aufgeführte Adele Levy, Ehefrau von Dr. med. Wilhelm Levy, überlebte und kam 1945 wieder nach Idar-Oberstein zurück. Gleichfalls überlebt hat Flora Bär geb. Salomon (geb. 1905; Ehefrau von Leo Bär); sie konnte in die USA emigrieren, wo sie in zweiter Ehe Siegfried Schild geheiratet hat; sie starb 1987.      
    
1985 wurde ein Gedenkstein in der etwas abseits gelegenen Grünanlage Niederau errichtet. Er erinnert seitdem - jedoch ohne Namensnennung - an die in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgten Juden der Stadt. Seit August 2002 erinnert ein Gedenkstein in der Nähe des Heimatmuseums "an die deportierten und ermordeten Jüdischen Bürger der Stadt Idar-Oberstein 1933-1945" (siehe Foto unten). Dazu werden die Namen der ermordeten jüdischen Einwohner genannt. Ergänzt werde eine Informationstafel zur jüdischen Geschichte in Idar-Oberstein (siehe Foto unten).
Zu den in Idar-Oberstein verlegten "Stolpersteinen" siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Idar-Oberstein  

   
   
   
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
Allgemeine Berichte   

Artikel im "Israelitisches Familienblatt" vom 30. Dezember 1926: "Zur Geschichte der Juden im Nahetal.   Von Landrabbiner Alex Lewin.
Das romantische Nahetal, den meisten wohl nur von einer Schnellzugsfahrt Frankfurt-Saarbrücken-Metz-Paris bekannt, ist schon seit langem von Juden relativ stark besiedelt. Liegt es doch mitten zwischen den uralten Judengemeinden Metz, Trier und Worms. In Neunkirchen (Landesteil Birkenfeld), in dessen unmittelbarer Nähe die Nahe entspringt, wo 1763 Samuel Salomon am Hochgericht Schöffe war, dessen Nachkommen die Familien Neuhäuser und Steinfels noch heute in der Gegend wohnen, in Oberstein, in Sobernheim, Staudernheim, Kirn, Kreuznach bis Bingen sind sie seit Jahren ansässig. Und es ist heute möglich, die Stammbäume einzelner jüdischer Familien bis ins Mittelalter zurückzuführen. Die uns erhaltenen Amtsprotokolle geben uns einen guten Einblick in das Leben und Treiben der Juden. Mit Handel und Wandel werden wir oft in sehr instruktiver Weise bekannt gemacht. Hoch zu Ross mit Stiefelletten an den Füßen, die Tabakspfeife im Mund, ging der 1692 in Hoppstädten geborene und daselbst wohnhafte Jud Lazarus Sander feinem Handel mit Kühen, ... und ungegerbten Häuten nach. Er ist im Besitz des unteren Stockes eines Hauses, in dessen oberen Stockwerk der Michael Schmidt, seines Handwerks ein Nagelschmid wohnt. Die Küche haben sie gemeinsam, 'sie haben aber zwei Feuerherde darinnen'. Wenn es an ... fehlt, hilft der eine dem anderen aus. Bis spät in die Nacht ist bei Sanders christlicher Besuch. Die Männer spielen Karten. 
Auf den Märkten des nahen Birkenfeld treffen sich die Juden von Metz bis Kreuznach und darüber hinaus. Dazu bedarf es eines Geleitscheines von der Fürstl. sponheimschen Herrschaft auf vier Tage, doch dergestalt, dass sie sich in solcher Zeit 'geleitlich' halten. Da kauft der Jud Mosche Israel von Oberstein 1724 Vieh, um es auf die Märkte von Kirn oder Metz zu bringen, wenn es nicht, was öfters vorkam, unterwegs verendete. Ob er es dann noch tat, nachdem er am 28. November 1728, wie das Obersteiner Kirchenbuch stolz schreibt, nach wohlergangener Examination in einer volksreichen Versammlung getauft worden war und den Namen Christian Karl Reinhard Gottlieb erhalten hatte, davon wissen die Urkunden nichts. Nur das Kirchenbuch berichtet, dass er 1727 die Witwe Adolf Loch heiratete und am 14. Januar 1735 starb. Seine Kinder aus erster Ehe blieben Juden. Dafür sorgte der Schwiegervater Mayer. Sein Sohn Anschel Mansche wurde 1764 mit einer Strafe von 45 Kr. belegt, weil er am Gründonnerstag eine Kuh abgetan. Er kam glimpflicher davon als sein christlicher Verwandter Adolf Loch, der sich so voll Branntwein 'vollsoff', dass er am Sonntag mit brennender Tabakspfeife in die Kirche ging und den Mädchen den Rauch ins Gesicht blies, ein andermal während der Predigt die Pfeife stopfte. Er musste Abbitte leisten und 3 Reichstaler Strafe zahlen. Mächtiger und einflussreicher als die Grafen von Oberstein, in deren Territorium schon vor 1600 Juden ihren dauernden Wohnsitz hatten, waren die Wild- und Rheingrafen im benachbarten Kirn, die Nachkommen jenes in der Geschichte 'berüchtigten Emicho, der mit einem Haufen von Gesindel, an 12.000 Mann stark, beim ersten Kreuzzug über die Juden am Rhein hergefallen ist und eine große Zahl derselben in Mainz erschlagen hat'. Die bei den Kindern Israels stark in die Kreide Geratenen, fanden es auf diese Weise am leichtesten, Kapital und Zinsen abzutragen, so berichtet der Kirner Pfarrer Schneider.
Sie hatten eine andere bessere Methode sich an den Juden zu bereichere als ihr Ahne. Sie hielten sich mit Erlaubnis des Königs Albrecht Juden. Ihre günstige finanzielle Lage gründete sich besonders auf die Schutzjuden (Heidrich, Die Wildenburg). Das Verhältnis zwischen Juden und Christen scheint ganz erträglich gewesen zu sein. Die Juden waren bei Tanzmusiken gern gesehene Musikanten. In einer Schulordnung vom Jahre 1748 wird den Kindern zur Pflicht gemacht, jedermann, Juden und Christen, gute Zeit zu bieten. Natürlich durfte es auch im Wildgräflichen an Judenverfolgungen nicht fehlen. Die Alten zählen noch heute die Mekaumaus trephaus der Gegend auf. Die Austreibungen müssen um 1770 stattgefunden haben. Denn damals erscheinen plötzlich eine größere Anzahl von Familien aus der Rhein- und Wildgrafschaft in den Gebieten der Grafen von Oberstein und Söbern. Diese Verfolgungen kleinsten Stils waren aber lokal beschränkt. Denn noch 1796 stellen die Wildgrafen einen Judenschutzbrief für den ehrbaren Handelsjuden Gerson von Marienthal aus, um den dessen Schwiegervater Sabel aus Sien bereits im Dezember 1793 angesucht hatte. Wegen Benutzung von Licht, Holz und Wasser hat er sich mit der Gemeinde Sien abzufinden. Für den Schutz sind 'für die ersten drei Jahre - jährlich acht Gulden und also quartaliter zwei Gulden - zu zahlen. Die Judenschul ist immer ehrbar und so still als möglich zu halten. Der Einmarsch der Franzosen enthob die Grafen ihrer Verpflichtung, die Juden zu schützen. Erst 1798 wurde in der Grafschaft die Folter aufgehoben. Das Mittelalter war für die Nichtprivilegierten zu Ende. Bauern und Juden sind Bürger geworden, wie nachfolgende Urkunde vom Jahre 1802 zeigt:
Der Präfekt des Saar-Departements!

An den Bürger Hayem Herz zu Oberstein. Ich habe die Ehre, Bürger, Sie zu benachrichtigen, dass Sie zum Anklags- und Urteils-Geschworenen für das vierte Trimester 10. Jahres, so wie Sie es in der beigefügten General-Liste ersehen werden, ernannt sind.   Gruß!  B. Ormchville."  

    
     
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1864 / 1868 / 1869 / 1873 / 1898 / 1924 / 1934   
Anmerkung: 1873 wird noch ein Elementarlehrer für die israelitische Elementarschule am Ort gesucht, 1898 und 1924 /1934 ein Religionslehrer.   

Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 1. November 1864: "Die Stelle eines Lehrers und musikalisch gebildeten Vorbeters ist bei der israelitischen Gemeinde zu Oberstein sofort zu besetzen. Gehalt 300 Thaler. Meldungen nimmt der Unterzeichnete entgegen.  
Birkenfeld, den 24. Oktober 1864. Landrabbiner Goldmann."      
  
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. November 1868 (ohne Textabbildung): "In der Synagogengemeinde Oberstein wird Ende April die Stelle eines Lehrers und musikalisch gebildeten Vorbeters vakant. Fixer Gehalt 300 Thlr. Den Vorzug wird derjenige Bewerber erhalten, der in den Realfächern und neueren Sprachen, namentlich im Französischen Unterricht erheilen kann, wofür demselben weitere 200 Thlr. zugesichert werden. Meldungen nimmt der Unterzeichnete entgegen. Birkenfeld, den 3. November 1868.
Landrabbiner Goldmann."  
  
Anzeige in "Der israelitische Lehrer" vom 28. Juli 1869 (ohne Textabbildung): "Offene Lehrer- und Kantorstelle.
Die Stelle eines Lehrers und Kantors bei hiesiger Synagogen-Gemeinde ist zu besetzen. Je nach den Leistungsfähigkeiten des sich darum Bewerbenden wird ein fester Gehalt von 300 bis 350 Rthlr. damit verbunden, der jedoch durch Nebenunterricht in Musik, Französisch oder Englisch bedeutend erhöht werden kann.
Herren, die auf diese Stelle reflektieren, wollen mir gefälligst ihre Zeugnisse einsenden.
Oberstein, den 24. Juli 1869. Hermann Stern, Synagogen-Vorsteher."    
   
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 15. Januar 1873: "In der Synagogengemeinde Oberstein wird am 1. April dieses Jahres die Stelle eines geprüften Religions- und Elementarlehrers vakant. Derselbe hat auch den Vorbeterdienst zu versehen und einen Synagogenchor einzuüben und zu leiten. Gehalt 400 Thaler mit Aussicht auf definitive Anstellung. Meldungen von Zeugnissen über Befähigung und bisherige Führung begleitet, nimmt der Unterzeichnete entgegen. 
Birkenfeld
, den 5. Januar 1873. Goldmann, Landrabbiner."   
 
Anzeige in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. Juni 1873: "In der Synagogengemeinde Oberstein ist die Stelle eines geprüften Religions- und Elementarlehrers, der vorzüglich den Vorbeterdienst versehen muss, vakant und sofort zu besetzen. Gehalt 400 Thaler mit Aussicht auf definitive Anstellung und Gehaltserhöhung durch Alterszulagen bis zu 500 Thaler.  
Meldungen, von Zeugnissen über Befähigung und bisherige Führung begleitet, nimmt der Unterzeichnete entgegen. 
Birkenfeld, den 13. Juni 1873. Goldmann, Landrabbiner."     
 
Oberstein Israelit 16061898.jpg (54884 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. Juni 1898: "Die Gemeinde Oberstein - Idar sucht zum 15. Juli einen reichsangehörigen, seminaristisch gebildeten Kantor und Religionslehrer. Gehalt 1.000 Mark. Gelegenheit zu Nebenverdiensten. - Meldungen sind an Herrn Vorsteher Herz in Oberstein an der Nahe zu richten. 
Großherzogliches Landrabbinat, Birkenfeld."   
  
Oberstein CV-Ztg 17011924.jpg (43917 Byte)Anzeige in der Zeitschrift des Central-Vereins ("CV-Zeitung") vom 17. Januar 1924: "Zum Eintritt per 1. April dieses Jahres suchen wir einen seminaristisch gebildeten Kantor und Religionslehrer. Gehalt wertbeständig nach Übereinkunft. Musikalische gebildeten Herren bietet sich gutes Nebeneinkommen. 
Meldungen mit Lebenslauf und Zeugnissen erbeten. Der Vorstand der Synagogengemeinde Oberstein an der Nahe. I.A.: Julius Wolff, Vorsteher."    
 
Anzeige in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des Central-Vereins) vom 21. September 1934: "Zum Eintritt per 1. September dieses Jahres suchen wir einen seminaristisch gebildeten Kantor und Religionslehrer.
Gehalt nach Gruppe VII der Reichsbesoldungsordnung. Für musikalisch gebildeten Herrn bietet sich gutes Nebeneinkommen. Meldungen mit Lebenslauf und Zeugnissen erbeten. 
Synagogengemeinde Oberstein a.d. Nahe.
I.A.: Julius Wolff, Vorsteher."    

  
Lehrer A. Frankenau hat bei seinen Reformbemühungen unterschiedlichen Erfolg (1847) 
  
Anmerkung: 1847 vollzog sich ein Wechsel im Rabbinat von Dr. Einhorn (sehr reformfreundlich) zu Rabbiner Goldmann, der eher konservativ war; so wird im zweiten Artikel von 1847 der neue Rabbiner Goldmann kritisiert auf Grund eines nach Meinung des Schreibens ungerechtfertigten Eingreifen in die Reformbemühungen des Obersteiner Lehrers Frankenau.     

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit des 19. Jahrhunderts" vom 8. November 1846: "Die zweiten Festtage.
(Aus Oberstein, im Fürstentum Birkenfeld.) — Das Wort des Dichters: 'Rasch geht das Zeitenrad, ist gut gebahnt der Pfad', bewährt sich auch bei uns. Die seitherigen ernsten Bestrebungen unseres verehrten Herrn Rabbinen, Dr. Einhorn, wie die unseres sehr wackern und verdienstlichen Lehrers, A. Frankenau, haben einen totalen Umschwung unserer noch vor wenigen Jahren mit einer ägyptischen oder vielmehr polnischen Finsternis umhüllten religiösen Anschauung erzeugt, so dass wir sicher nicht die letzten sein werden, die den Aussprüchen der Rabbinerversammlung gehörige Folge leisten. Wir haben bereits den Anfang gemacht. Der jom tow scheni (der zweite Feiertag) hat nämlich auch bei uns seine Weihe und Geltung verloren. Zwar behielt Ersterer durch den Gottesdienst teilweise noch seinen festtäglichen Charakter, nach Beendigung desselben ging aber der größte Teil der Gemeinde den verschiedenartigsten Gewerken nach. Auch die übrigen Beschlüsse werden bei uns, wie in den übrigen jüdischen Gemeinten unseres Fürstentums allmählich praktischen Boden gewinnen, namentlich wird bei uns der Einführung der neuen Liturgie kein Hindernis im Wege stehen, da unser Gottesdienst schon deutsche Gesänge hat und am verflossenen Versöhnungstage auch mit vielen deutschen Gebeten ausgestattet wurde, die allseitigen Anklang fanden."    
 
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit des 19. Jahrhundert" vom 12. Dezember 1847: "Rabbiner Goldmann. (Aus dem Fürstentume Birkenfeld). Es ist nicht das erste Male, dass der Name dieses Ländchens dem Leser dieses Blattes vor Augen tritt, denn seitdem die Fortschrittspartei unter den Israeliten in den Versammlungen deutscher Rabbiner ihre Vertreter gefunden hat, ist auch auf uns Bewohner des Fürstentums Birkenfeld ein kleiner Teil des Ruhmes zurückgefallen, den sich unsere gelehrten und freisinnigen Rabbiner durch ihr aufrichtiges Streben für den Fortschritt erworben haben. So hat Wechsler zuerst es bei uns gewagt, in das Drachennest geheiligter Vorurteile hineinzugreifen und den Boden zu lockern, der zu seiner Zeit noch voll Unkraut war. - Der fleißige Sämann ward zu einem höhern Wirken im Norden abgerufen, aber Dr. Einhorn nahm sich der verlassenen Pflänzlinge an, und erwärmte sie mit dem ganzen Feuer seines für alles Schöne, Edle und Erhabene glühenden Herzens. Allein gerade das, was uns denselben so teuer machte, entriss uns ihn; er erhielt einen ehrenvollen Ruf in die Ferne und unser Aller Dankbarkeit begleitete ihn dahin. - Sein Nachfolger im Amte wurde Goldmann. Ferne sei es von uns, über diesen jungen Rabbiner vorschnell aburteilen zu wollen. Nur auf die Mittel wollen wir ihn aufmerksam machen, durch welche seine Vorgänger so wohltätig auf die Gemeinden unseres Fürstentums einzuwirken vermöchten. Diese waren, fester unerschütterlicher Mut, Selbstständigkeit und Ausdauer, nur durch sie wird Herr Goldmann auf der von seinen Vorgängern betretenen Bahn fortschreiten können. Zu dieser Andeutung sind wir durch folgende Tatsachen veranlasst. In Oberstein, einer sehr strebsamen Gemeinde, gelang es dortigem braven Lehrer Frankenau, dieselbe zu vermögen, dass sie sich mit der Einführung des dreijährigen Zyklus im Haphtorah vorlesen, einverstanden erklärt. Am Tage jedoch, vor der zu beginnenden Einrichtung, wird Lehrer Frankenau von Rabbiner Goldmann bedeutet, dieselbe noch ein Jahr zu verschieben, die Gemüter seien wohl noch nicht genügend vorbereitet auf diese wichtige Veränderung. Frankenau gehorchte natürlich seinem Vorgesetzten. Aber hat Herrn Rabbiner Goldmann denn auch voraus bedacht, dass er auf diese Weise zwischen Frankenau und seiner Gemeinde Misstrauen pflanzt? Konnte Herr Rabbiner Goldmann nicht die Möglichkeit voraussehen, dass, wenn er den Lehrer Frankenau nötigte, eine von ihm fest anberaumte Einrichtung als seinem Vorgesetzen widerstrebend, hinauszuschieben, die Gemeinde auf den Argwohn geraten könne, Frankenau habe in diesem und natürlich auch in andern Fällen aus angemaßter Machtvollkommenheit ohne Befugnis seiner Behörde gehandelt? Kurz, hat Herr Rabbiner Goldmann zufolge dieser Möglichkeiten, in seiner Handlungsweise nicht den Weg erkannt, allem künftigen desfallsigen Wirken Frankenaus in der Volksmeinung einen unübersteiglichen Damm entgegenzusetzen? Welche und wie viel durchgreifende Reformen werden wir wohl von dem Manne zu erwarten haben, der schon die oben erwähnte für so wichtig hält, dass er eine langjährige Vorbereitung für nötig erachtet. - Doch wie gesagt, wir wollen nicht voreilig urteilen, um später nicht beschämt gestehen zu müssen, wir waren ungerecht; Herr Goldmann ist ein würdiger Nachfolger seiner würdigen Vorgänger. St.m."     

     
Der bisherige jüdische Lehrer in Wittlich kann seine Stelle in Oberstein nicht antreten (1873) 

Anzeige in der "Jüdischen Volkszeitung" vom 18. Juni 1873: "Vakanz.
Nachdem Lehrer Jacob von der Walde in Wittlich Anfang März zur Übernahme der vakanten Religions- und Elementarstelle in hiesiger Synagogengemeinde mit dem Eintritte auf den 1. Juni sich verpflichtet hatte und noch Anfang Juni seinen Eintritt auf den 15. Juni verschob, weil er angeblich vorher noch Konfirmation und dergleichen vorzunehmen habe, brach derselbe durch sein Schreiben vom 8. Juni sein Wort, indem er unter nichtssagenden Gründen erklärt, die Stelle nicht annehmen zu können. Durch diesen Wortbruch, dessen Beurteilung wir der Öffentlichkeit anheim stellen, sehen wir uns veranlasst, Bewerber, welche unsere Stelle schleunigst antreten wollen, zur Meldung unter Vorlage ihrer Zeugnisse über Befähigung und seitherige Führung aufzufordern. Verlangt wird auch die Befähigung zum Kantordienste und zur Leitung und Einübung des Synagogenchors. Gehalt 350 Thlr. mit Aussicht auf Erhöhung und definitive Anstellung.
Oberstein, den 12. Juni 1873. Der Vorstand der Synagogengemeinde." 
 
Anzeige in der "Jüdischen Volkszeitung" vom 9. Juli 1873: "Zur Entgegnung und Berichtigung.
In der in Nr. 25 dieser Zeitung enthaltenen 'Vakanz, datiert Oberstein, den 12. Juni 1873', hat der Vorstand dortiger Gemeinde jedenfalls absichtlich unterlassen, anzugeben, wie ich mich denn eigentlich zur Übernahme genannter Stelle verpflichtet. Oder wusste der werte Vorstand nichts mehr von unserer mündlichen Absprache, noch von meinen an denselben, zu Händen des Herrn Hermann Stern, gerichteten Briefen? - Um Mitte März dieses Jahres war ich zur Probe in Oberstein. Nachdem ich den Freitagabendgottesdienst abgehalten, wollte der Vorsteher, Herr H. Stern, mit mir kontrahieren, was ich aber mit dem Bemerken ausschlug, ich könne das nicht, da mein Vertragsverhältnis in Wittlich noch bis zum 1. November dieses Jahres dauere. Bald darauf schrieb ich von hier nach Oberstein, dass die hiesige Gemeinde mich meines Kontraktes am 1. Juni entbinden würde, falls ich für einen geeigneten Stellvertreter sorgte. Mein Kollege Haas. z. Z. Lehrer in Springe in der Provinz Hannover, erklärte sich zur Übernahme hiesiger Stelle bereit, wurde aber leider durch eine sehr schwere Krankheit abgehalten, sein Versprechen zu erfüllen. Dies berichtete ich nach Oberstein. Darauf schrieb der hiesige Vorstand die Vakanz aus und ließ nach eingegangener Meldung einen Kollegen zur Abhaltung einer Probe hierher kommen. Ich teilte nun dem Vorstand zu Oberstein mit, dass ich gegen Mitte Juni eine Stelle antreten könnte, da der Vorstand meiner Gemeinde, zu dem ich in sehr intimem Verhältnisse stände, mich jedenfalls meines Kontraktes entbinden würde. Wider Erwarten wurde aber der sich hier am 7. Juni diesen Jahres präsentierende Kollege nicht engagiert, und erklärten mir der Vorsteher, Herr D. Mendel, und Schulvorstand, Herr W. Stulz, ich müsse bis zum 1. November diesen Jahres hier in Funktion bleiben. Genannte Herren werden zu jeder Zeit bereit sein, diese meine auf vollständiger Wahrheit beruhende Aussage zu bestätigen. Auf diese unterm 8. Juni diesen Jahres nach Oberstein gerichtete Mitteilung erhielt ich bis heute keine Antwort.
Ob ich nun wirkliche Verpflichtungen eingegangen, Wortbruch geübt und nichtssagende Gründe vorgebracht, überlasse auch ich der Beurteilung der geneigten Leser dieser Zeitung. Wohl aber werden die geehrten Leser dieser Zeitschrift, besonders meine Kollegen, einsehen, dass der Vorstand der Gemeinde Oberstein in seiner 'Vakanz, datiert Oberstein, den 12. Juni 1873,    den wirklichen Sachverhalt entstellt und von der Wahrheit abgewichen ist. 
Wittlich, den 29. Juni 1873. Jacob van der Walde, israelitischer Lehrer."    

  
Der jüdische Lehrer Eppstein wurde zum Landtagsabgeordneten in Oldenburg gewählt (1876)  
Anmerkung: es handelt sich um den Lehrer Ferdinand genannt Mayer Eppstein aus Hoppstädten. 

Oberstein Israelit 13091876.jpg (146326 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. September 1876: "Oberstein, Fürstentum Birkenfeld, 25. Juli (1876). Es dürfte nicht uninteressant für die Leser Ihres geschätzten Blattes sein zu erfahren, dass die Lehrer unseres Ländchens bei der Landtagswahl (es werden vier Abgeordnete von Birkenfeld zum Landtage gewählt) einen Lehrer zum Abgeordneten in Oldenburg durchgebracht haben; ja, ein Lehrer ist Landtagsabgeordneter und zudem ist dieser Lehrer noch - Jude. Das waren zwei dicke Steine des Anstoßes - Lehrer - Jude - allein wir waren rührig tätig, haben bei den Urwahlen getan, was wir tun konnten und brachten wir dabei so viele Lehrerurwähler durch, dass man nachher bei der Landtagswahl wohl ihnen einen Kandidaten zugestehen musste. Zwar war das erste Mal die Wahl dieses Lehrers verworfen worden, weil sich eine Urwahl als ungültig erwiesen, doch bei der am 21. dieses Monats stattgefundenen Ersatzwahl wurde der jüdische Lehrer Eppstein wieder gewählt; von den abgegebenen 62 Stimmen erhielt der Lehrer 36, ein Justizrat 24, ein Bürgermeister 2 Stimmen. Bemerken muss ich noch, dass uns trotz dieses glänzenden Resultats der Sieg nicht leicht gemacht wurde. Wohl lächelte man uns zu von ein und der anderen Seite, - sonst irgendwo charmiert die liberale Partei wohl ähnlich - wie viel aber da zu erwarten ist, hat die Erfahrung gelehrt; zu diesen passiven Freunden gesellten sich noch aktive Feinde, mehrere Bürgermeister hatten in ihren Bezirken die Ordre ausgegeben, ja keinen Lehrer zu wählen, aber trotz dieser starken Gegenagitation haben wir gesiegt und freuen uns daher doppelt dieses Sieges.  
Ich weiß nicht, ob es anderwärts schwerer sein sollte, Lehrer als Abgeordnete durchzubringen, glaube aber, anderwärts würden die Lehrer auch in den Abgeordnetenhäuser vertreten sein, wenn sie nur ernstlich wollten. (Päd.Zeitung)."    

   
Lehrer und Kantor Joseph Lasker wird in sein Amt eingeführt 
-  Spenden jüdischer Familien für die Synagoge (1902)  

Oberstein AZJ 07111902.jpg (115391 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 7. November 1902: "Oberstein (Fürstentum Birkenfeld), 31. Oktober (1902). Mit dem Beginn des Monats Oktober übernahm das hiesige Lehramt und Kantorat der durch den Vorstand der Gemeinde einstimmig gewählte und durch das großherzogliche Landrabbinat bestätigte Lehrer und Kantor Herr Joseph Lasker, der seine Ausbildung an der unter Leitung des Herrn Direktor Dr. Holzmann stehenden Lehrerbildungsanstalt in Berlin erhalten hat. Am Hüttenfeste führte Herr Landesrabbiner Dr. Lewit bei Gelegenheit seines dortigen Amtierens Herrn Lehrer Lasker während des Hauptgottesdienstes in sein neues Amt ein und empfahl ihm unter herzlichen Begrüßungsworten und Segenswünschen sich in seiner Amtsführung als Leitwort vor Augen zu halten die Mahnung unserer alten Weisen (Baba mezia 1076): Erst schmücke dich selbst, dann erst kannst du auch andere schmücken! - Von dem opferfreudigen Sinn in unserer Gemeinde legt die Tatsache ein schönes Zeugnis ab, dass zwei Familien durch größere Geschenke zur Verschönerung der hiesigen Synagoge beigetragen haben. Herr Louis Liefmann ließ eine elektrische Beleuchtungseinrichtung mit allem Zubehör in der Synagoge anbringen, die bereits seit den hohen Festtagen in Tätigkeit ist, und ferner schenkten die Söhne des Herrn Synagogenvorstehers Jacob Wolff jr. Vorhänge für die großen Fenster der Synagoge."       

  
  
Berichte aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Einzelne Mitteilungen

-  1926: Vortrag von Lehrer Rosenberg aus Oberstein im Jüdischen Jugendverein M. Mendelssohn in Bad Kreuznach am 24. November 1926 über "Der Chassidismus - sein Wesen und seine Lehre" (in der Zeitschrift "Der Jugendbund" vom 4. November 1926 S. 7).
 
 
 
-  1938: Sprechstunden des "Centralvereins" ("Centralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens") im Gemeindezimmer der Synagoge in Oberstein u.a. am 19. Mai von 11.30 Uhr bis 13 Uhr (in "CV-Zeitung" vom 12. Mai 1938 S. 8) und ebd. am 17. Juli 1938 von 11.30 Uhr bis 13 Uhr (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 7. Juli 1938 S. 13) sowie zu anderen Terminen.   

      
    
Berichte zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde  
   
Auszeichnung für Gemeindevorsteher Jacob Wolff jun. (1907)       

Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom  26. Juli 1907: "Oberstein. Anlässlich der Feier des 50-jährigen Stiftungsfestes der hiesigen Turner-Feuerwehr wurde dem 1. Vorsteher unserer Gemeinde, Herrn Jacob Wolff jun., als Mitbegründer des Vereins vom Großherzig die Verdienstmedaille verliehen."            

 
Zur Familiengeschichte Eppstein 

Eingestellt ist ein Beitrag von Rolf Michael Mayer: Die Menora der Familie Eppstein in Idar-Oberstein. pdf-Datei - 2013 erstellt.     

  
  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen  
Anzeige des Warenhauses Weinberg & Levi (1900)  

Oberstein Israelit 08111900.jpg (52425 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 8. November 1900: "Wir suchen per sofort oder später für unsere Schuhabteilung eine tüchtige Verkäuferin, ein Lehrmädchen. 
Für die Abteilung Konfektion einen Lehrling. 
Für die Maßabteilung einen Sohn achtbarer Eltern, der Lust hat, das Schneiderhandwerk zu erlernen. Ferner tüchtiges Mädchen als Stütze der Hausfrau, das auch eventuell etwas koch kann. 
Weinberg & Levi, Warenhaus, Oberstein an der Nahe." 

   

Kennkarte aus der NS-Zeit            
               
Am 23. Juli 1938 wurde durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch" galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt. 
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände: Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV: Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm. Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de       
 
 Kennkarte der in Oberstein geborenen 
Emilie Heinemann-Hofmann geb. Bonnem 
 Idar-Oberstein KK MZ Emilie Heinemann.jpg (93142 Byte)   
  Kennkarte (ausgestellt in Mainz 1939) für Emilie Heinemann-Hofmann geb. Bonnem (geb. 1. Januar 1884
 in Oberstein), wohnhaft in Mainz, am 27. September 1942 deportiert ab Darmstadt in das
 Ghetto Theresienstadt, am 9. Oktober 1944 in das Vernichtungslager Auschwitz, ermordet     
 

     
     
  
   
Zur Geschichte der Synagoge    
   
Eine Synagoge wird 1780 genannt. Im Januar dieses Jahres hatten die Obersteiner Juden ein Haus gekauft, in dem sie einen Betsaal einrichten konnten. Die Synagoge wurde von den in Oberstein, Idar und Nahbollenbach lebenden jüdischen Personen besucht.  
  
Anfang des 19. Jahrhunderts war der bisherige Betsaal zu klein geworden. 1817 stellte die jüdische Gemeinde einen Antrag zum Bau einer neuen Synagoge. Der Antrag wurde zwar nicht genehmigt, doch erhielt die jüdische Gemeinde 1819 die Erlaubnis, das angekaufte Gerbhaus als Synagoge einzurichten. Der damalige Gemeindevorsteher Hayum Herz übernahm zu einem großen Teil die Kosten des Umbaus. 1833/34 wollten die in Idar lebenden Juden eine eigene Betstube einrichten. Elias Neuhäuser war bereit, einen Raum in seinem Haus dafür zur Verfügung zu stellen. Da bei einer Abspaltung jedoch beide Gemeinden nicht lebensfähig gewesen wären, bemühte sich 1834 der Hanauer Rabbiner Samson Felsenstein zwischen den jüdischen Familien beider Orte zu vermitteln, sodass die Idarer Juden weiterhin nach Oberstein zum Gottesdienst kamen.  
   
Nach der Mitte des 19. Jahrhunderts war auch der Betsaal im früheren Gerbhaus zu klein. Er hatte nur je 31 Plätze für Männer und Frauen. Seit 1865 plante die Gemeinde den Neubau einer Synagoge. Elf Jahre später konnte im Mai 1876 in der Austraße (damals "Auf der Au") mit den Bauarbeiten begonnen werden. Mit dem Bau kam die Gemeinde finanziell an ihre Grenzen. Von den Baukosten in Höhe von 40.209 Mark waren damals nur 6.000 Mark an Spenden der Gemeindeglieder vorhanden, 2.400 Mark gab es als staatlichen Zuschuss (siehe nachstehenden Bericht), 24.000 Mark mussten als Kredit aufgenommen werden. Die feierliche Einweihung der Synagoge war am 15. Dezember 1876.  
    

Zur Situation der Juden im Fürstentum Birkenfeld, dabei Erwähnung der Unterstützung der staatlichen Unterstützung des Synagogenbaus (1882)  

Soetern AZJ 14031882.JPG (219698 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 14. März 1882: Aus dem Fürstentum Birkenfeld, im Februar (1882). Dem Lehrer Kohn zu Sötern wurde von unserem Großherzog (von Oldenburg) das Allgemeine Ehrenzeichen II. Klasse verliehen, und heißt es u.a. in dem desfallsigen Diplom: 
'Wir Nicolaus Friedrich Peter von Gottes Gnaden Großherzog von Oldenburg, Erbe von Norwegen, Herzog von Schleswig-Holstein, Stormaare, der Dithmarschen und Oldenburg, Fürst von Lübeck und Birkenfeld, Herr von Jever und Kniphausen etc.   Wir usw. haben uns bewogen gefunden, dem israelitischen Lehrer außer Dienst Michel Kohn von Sötern ein Zeichen Unserer Anerkennung seiner langjährigen musterhaften und segensreichen Lehrtätigkeit in der Gemeinde Sötern zu geben, und verleihen ihm daher das mit Unserm Haus- und Verdienst-Orden verbundene Allgemeine Ehrenzeichen II. Klasse.'   
Das Ehrenzeichen trägt die Inschrift: Ein Gott, ein Recht, eine Wahrheit. Treu diesem Wahlspruche wird in unserem Lande gehandelt und haben wir Juden in keiner Hinsicht Ursache, zu klagen. Wir sind in jeder Hinsicht den übrigen Bürgern gleichgestellt. Unser Landrabbiner, der seinen Sitz in Birkenfeld hat, hat in jeder Beziehung die gleiche Stellung, wie jeder andere Geistliche. Unsere Schulen sind da, wo die gesetzliche Kinderzahl ist, öffentliche und sind die Lehrer an denselben vom Staate angestellt. Die israelitischen Lehrer haben dieselben Rechte, wie jeder andere Lehrer. Wie schon in Nr. 1 dieser Zeitung gemeldet, bezieht der pensionierte Lehrer Kohn 1140 Mark Pension aus der Staatskasse. Zwei israelitische Lehrer-Witwen beziehen aus der Staats- und Lehrer-Witwen-Kasse ihr Witwengehalt. Um so recht zu zeigen, dass man dem Wahlspruche: 'Ein Gott, ein Recht etc.' nach handelt, muss ich noch Folgendes anführen. Es besteht für das Fürstenfeld Birkenfeld eine Stiftung der weiland Großherzogin Cäcilie aus dem Jahre 1844, aus welcher laut § 2 die Zinsen des Kapitals an bedürftige Lehrer-Witwen beider Konfessionen zu verteilen sind. Trotz  erhalten auch jetzt zwei jüdische Witwen diese Unterstützung. Zu Synagogenbauten erhalten die israelitischen Gemeinden von der Regierung dieselbe Unterstützung, wie jede andere Konfession. So erhielt die israelitische Gemeinde Oberstein vor einigen Jahren zum Synagogenbau eine Unterstützung von 2.400 Mark und die Gemeinde Bosen hat vor wenigen Wochen als Unterstützung zu ihrer nun unter Dach stehenden neuen Synagoge 750 Mark ausgezahlt erhalten. Zahlen beweisen und Tatsachen sprechen."  

Werbung der für die Synagogenbeleuchtung verantwortlichen Firma (1886)

Tuebingen Israelit 29031886.jpg (50893 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 29. März 1886: "Zulauf & Co.  Inhaber: Wilhelm und Josef Reinach. Mainz und Höchst am Main. 
Fabrik in allen Gas- und Wasserartikeln, Luster, Lampen, Ampeln, Suspensions, Hähnen, Closets, Badewannen etc. etc.   
Spezialität. Synagogenbeleuchtung.
Eingerichtet wurden von uns in allerletzter Zeit die Synagogen Zweibrücken, Saargemünd, Alzey, Oberstein, Tübingen, Meiningen etc. etc."    

Der Gottesdienst in der Synagoge Oberstein wurde instrumentalisch begleitet. Am 29. Juli 1886 berichtete die "Israelitische Wochenschrift für die religiösen und sozialen Interessen des Judentums" (S. 254: "Zu den jüdischen Gemeinden, in welchen Gottesdienst mit Orgel-, respektive Harmoniumbegleitung abgehalten wird, gehören auch Oberstein und Hoppstädten".   
 
In der Folgezeit wurden manche Veränderungen und Verschönerungen vorgenommen. 1902 übernahm Louis Liefmann die Kosten für die Einrichtung der elektrischen Beleuchtung in der Synagoge; die Söhne des Synagogenvorstehers Jacob Wolff jr. stifteten im selben Jahr Vorhänge für die großen Fenster der Synagoge. Aus Anlass des fünfzigjährigen Bestehens der Synagoge wurde 1926/27 eine gründliche Renovierung vorgenommen. Im März 1927 wurde das Jubiläum mit einer Wiedereinweihung der renovierten Synagoge gefeiert. 
    
Beim Novemberpogrom 1938 wurde die Synagoge durch SA- und NSKK-Trupps zerstört. Die Inneneinrichtung wurde mit Äxten völlig demoliert. Nahe dem Toraschrein wurde Feuer gelegt. Als Flammen und Qualm aus dem Dach der Synagoge schlugen, wurde die Feuerwehr gerufen, da die Nachbarhäuser in Gefahr standen, gleichfalls abzubrennen. Das teilweise ausgebrannte Gebäude erwarb die Stadt für 5.000 RM. Die Kreisgruppe Birkenfeld des Reichsluftschutzbundes sollte es übernehmen. Das Gebäude wurde teilweise renoviert und eine Zwischendecke zur Einrichtung einer Luftschutzschule eingebaut.   
  
Nach 1945 wurde das Dach erneuert (1948) und die Zwischendecke wieder entfernt. Im Zusammenhang mit dem Restitutionsverfahren kam das Gebäude 1950 zunächst an die jüdische Gemeinde Bad Kreuznach-Birkenfeld; 1952 wurde es von dieser an einen Schmuckfabrikanten verkauft. 1972 wurden die Mauern der ehemaligen Synagoge großenteils abgetragen, um an derselben Stelle einen Neubau zu errichten. Von der ehemaligen Synagoge war nach dem Umbau nichts mehr zu erkennen.  
      
      
Adresse/Standort der Synagoge:       Austraße 4      
      
      
Fotos  
(Quelle: Landesamt s. Lit. S. 193 [Synagogue Memorial Jerusalem]; Gedenkstein aus der Informationsseite zum Verein SCHALOM, siehe unter Links)  

Die Synagoge in Oberstein  Oberstein Synagoge 130.jpg (83245 Byte)   
  Ausschnitt aus einer Ortsansicht 
(vor 1938) 
 
     
 Hinweistafel für die ehemalige Synagoge
an ihrem Standort

(Fotos von 2026: Stefan Haas) 
   
   Text der Tafel: "Diese Treppe führte zum Huse Austraße 4, in dem sich von 1876 bis 1938 die Synagoge der 'Jüdischen Gemeinde von Oberstein - Idar' befand. Die Synagoge wurde in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938 von nationalsozialistischen Gewalttätern durch Brandlegung und Plünderung zerstört".
     
       
Gedenkstein und Informationstafel beim 
Heimatmuseum 
(Fotos von 2026: Stefan Haas)
     

   
   
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte 

Oktober 2011: Verlegung von "Stolpersteinen" in Idar   
Artikel in der "Rhein-Zeitung" vom 21. Oktober 2011: "Vier Stolpersteine sollen an Idarer Bürger erinnern, die von den Nazis deportiert wurden
Idar-Oberstein -
Vor drei Idarer Häusern, der Hauptstraße 148 und 176 sowie der Kobachstraße 11, verlegte der Kölner Künstler Gunter Demnig gestern Vormittag insgesamt vier Stolpersteine. Sie sollen an den jüdischen Bürger Hans Willi Günzburger, Georg Maus und das jüdische Ehepaar Dr. Wilhelm und Adele Levy erinnern. Alle vier wurden von den Nationalsozialisten deportiert. Der kranke Maus starb während des Transports, Günzburger wurde im Konzentrationslager Theresienstadt ermordet. Dr. Wilhelm Levy, der in der Kobachstraße eine ärztliche Praxis betrieb, die er 1938 wegen der Rassengesetze aufgeben musste, war beim Transport von Theresienstadt nach Auschwitz verschollen und wurde später für tot erklärt. Seine Frau Adele kehrte nach dem Krieg nach Idar zurück, wo sie 1977 im gleichen Haus als seelisch gebrochene Frau starb...".   
Link zum Artikel.     
 
Bis 2024: Verlegungen von "Stolpersteinen" in Idar-Oberstein gab es in Idar am 20. Oktober 2011 und am 19. März 2024, in Oberstein am 19. März 2013, 25. Juni 2016, 7. September 2022 und am 19. März 2024, in Tiefenstein am 19. März 2013 und am 26. Juni 2016 sowie in Nahbollenbach am 7. September 2022 und in Weierbach am 7. September 2022.  
Fotos aller in Idar-Oberstein verlegten Stolpersteine:  https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Stolpersteine_in_Idar-Oberstein?uselang=de 
Übersicht der "Stolpersteine" in Idar-Oberstein: https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Stolpersteine_in_Idar-Oberstein     

     


Links und Literatur  

Links: 

bulletWebsite der Stadt Idar-Oberstein     
bulletInformationsseite zum Verein SCHALOM - Begegnung mit dem Judentum e.V." in Idar-Oberstein 
Kontakt zum Verein (Vorsitzende Jutta Walber): Kontaktformular siehe Website des Vereins  

Literatur:  

bulletDorothee Meigen: Zur Geschichte der Juden in Idar-Oberstein. Birkenfeld 1986 (Schriftenreihe der Kreisvolkshochschule Birkenfeld Bd. 17). 
bulletAxel Redmer: Die "Reichskristallnacht" in Idar-Oberstein. Inn: Heimatkalender des Landkreises Birkenfeld 1982 S. 54-57. 
bulletders.: Staatenlos und vogelfrei. Widerstand, Verweigerung und Verfolgung von Menschen aus dem Bereich der oberen Nahe 1933 bis 1945. 1. Teil. Die Ausgebürgerten. 132 S. Birkenfeld 1993.   
bulletders.: Als die Synagoge brannte: die Reichspogromnacht in Idar-Oberstein. in: ders.: "Es sind nicht immer die Lauten stark...". Idar-Oberstein 1993 S. 97-105.  
bulletThomas Rössler-Schaake (Hrsg.): Jüdische Geschichten aus Idar-Oberstein. Ein Stadtführer, zusammengestellt von Schülerinnen und Schülern der Klasse GyW 97a des Wirtschaftsgymnasiums Idar-Oberstein. Idar-Oberstein 2000.  
bulletMax F. Salomon: Erinnerungen an jüdische Familien in Idar-Oberstein und Umgebung um 1933. In: Mitteilungen des Vereins für Heimatkunde im Landkreis Birkenfeld und der Heimatfreunde Oberstein. 59/1985 S. 77-94.     
bulletLandesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Mainz 2005. S. 193-194 (mit weiteren Literaturangaben).  
bulletReiner Schmitt: Gedenkbuch - Die Opfer der nationalsozialistischen Judenverfolgung aus den Orten des Birkenfelder Landes 1933-1945 (Abentheuer, Baumholder, Birkenfeld, Bosen, Gonnesweiler, Grumbach, Hoppstädten, Hottenbach, Idar-Oberstein, Nahbollenbach, Niedereisenbach, Oberreidenbach, Offenbach, Rhaunen, Ruthweiler, Sensweiler, Sien, Sötern, Stipshausen, Thallichtenberg, Weierbach). 332 S.  2011. 
bulletOberstein Lit 41.jpg (26889 Byte)ders.: Das jüdische Bethaus 1780-1876 und die Synagoge 1876-1938 in Oberstein/Nahe.  181 S.  2012.   
bullet Hinweis: die genannten Beiträge von Reiner Schmitt sind in der Stadtbibliothek Trier und im Landeshauptarchiv Koblenz zugänglich. Sie sind nicht im Druck erschienen. Über Fernleihe können die Publikationen aus der Stadtbibliothek Trier ausgeliehen werden. 
bulletRolf Michael Mayer: Die Menora der Familie Eppstein in Idar-Oberstein. pdf-Datei - 2013 erstellt (über den Link online zugänglich). 
  
bulletAuch in Weierbach (Martin-Weierbach) lebten zeitweise jüdische Familien. Vom jüdischen Handelsmann Isaak Kurz aus Martin-Weierbach (1857/61) liest man im nachfolgenden Beitrag: Hans-Werner Ziemer: Pferdekauf in Krebsweiler. Ein Vertrag aus den Jahren 1857 und 1861: In: SACHOR. Beiträge zur jüdischen Geschichte und zur Gedenkstättenarbeit in Rheinland-Pfalz. Hrsg. von Matthias Molitor und Hans-Eberhard Berkemann in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz. Erschienen im Verlag Matthias Ess in Bad Kreuznach. 6. Jahrgang, Ausgabe 2/96, Heft Nr. 12 S. 43.  
Dieser Beitrag ist auch online zugänglich (pdf-Datei).        

    
     


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Idar-Oberstein  Oldenburg. First mentioned in the 16th century, the Oberstein community attracted Jews expelled from Rhine towns and, while governed by the margrave of Baden, opened a synagogue in 1784. Numbering 68 in 1808, the Jews of Oberstein and Idar established a communal union. When those in Idar threatened to secede, Hanau's chief rabbi, Shimshon Felsenstein, reunited the community in 1834. Jews promoted new trades and industries (e.g., footwear, jewelry, textiles), and from 75 in 1865 their number grew to 151 (nearly 2 % of the total) in 1872. Toward the end of the century, the members began to drift away from Orthodoxy. Branches of the Central Union (C.V.), the Jewish Women's League, and the German Zionist Organization were active before Worldwar I. The Jewish population rose to 192 in 1910. During the Weimar Republic, the community declined to 129 in 1930 and the rate of intermarriage rose. Jewish cultural and social life intensified during the Nazi period. On Kristallnacht (9-10 November 1938) Jewish men aged 18-60 were detained. Stormtroopers looted and destroyed the synagogue, vandalized Jewish property, and savagely beat Jews. Emigration accelerated with about 20 leaving for England, 12 for the United States, eight for Palestine, and six (including a couple from Tiefenstein) for the Far East. Of the 34 Jews who remained in Idar, one committed suicide and 25 were deported (1940-45). Almost all perished in Auschwitz, the Theresienstadt ghetto, and other Nazi camps.  
     
      

                   
vorherige Synagoge  zur ersten Synagoge nächste Synagoge   

                   

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 09. August 2026