Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Schwetzingen (Rhein-Neckar-Kreis) 
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge  
(erstellt unter Mitarbeit von Frank-Uwe Betz
/ Arbeitskreis Freundliches Schwetzingen - Verein für regionale Zeitgeschichte e.V.)  
     

Übersicht:  

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde  
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Aus dem jüdischen Gemeindeleben   
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen    
Zur Geschichte der Synagoge   
Fotos / Darstellungen  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  
Links und Literatur   

       

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)  
   
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Kurpfalz gehörenden Schwetzingen bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938. Ihre Entstehung geht in die Zeit des 17. Jahrhunderts zurück. Erstmals werden 1698 Juden am Ort genannt. 1722 gab es drei, 1743 vier jüdische Familien am Ort.  
   
Während der Zeit Schwetzingens als kurpfälzische Residenzstadt im 18. Jahrhundert gab es auch jüdische Hoffaktoren am Ort. Der bedeutendste unter ihnen war Ende des 18. Jahrhunderts Lazarus Raphael. Als Hauptverpflegungslieferant des Handelshauses Kaulla verpflegte er 1795 in umfangreicher Weise die Mannheimer Garnison auf Vorschuss, sodass er 1797 von der Heeresverwaltung 140.000 Gulden fordern konnte. In den folgenden Jahren erwarb er sich weitere große Verdienste in der Besorgung von Getreidevorräten für das Militär und die Bevölkerung, sodass er aus diesem Grund am 9. November 1808 das Bürgerrecht erhielt.       
    
Im 19. Jahrhundert entwickelte sich die Zahl jüdischer Einwohner wie folgt: 1801 fünf jüdische Familien, 1825 50 jüdische Einwohner (2,0 % von insgesamt 2.467 Einwohnern), 1875 103 (2,4 % von insgesamt 4277), höchste Zahl 1880 mit 119 Personen (2,6 % von 4.640), danach langsamer Rückgang auf 1900 107 jüdische Einwohner (1,7 % von 6.432), 1910 80 (1,0 % von 7,844). Die wirtschaftlichen Verhältnisse der jüdischen Einwohner waren seit Mitte des 19. Jahrhunderts gut.
   
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule, ein rituelles Bad und - seit 1893 - einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war. An jüdischen Lehrern sind bekannt: Josef Bamberger (Lehrer von 1811 bis 1818), Leopold Adler (1818-1824), Gabriel Mayer (1824-1826), Gabriel Lieben (1826-1828), Moritz Heß (1828-1833), Hermann Flehinger (1833-1841), Wolf Jakobi (1844-1847), Lazarus Bodenheimer (1847-1849), Isack Marx (1850-1886). Die längste Zeit von 1886 bis 1927 war Simon Eichstetter Lehrer, Vorbeter und Schochet in Schwetzingen, 1928-1939 Heinrich Bloch. 1827 wurde die Gemeinde dem Rabbinatsbezirk Heidelberg zugeteilt. 
 
Um 1924, als zur Gemeinde 73 Personen gehörten (0,8 % von insgesamt 9.341), waren die Vorsteher der Gemeinde Isaak Metzger, Leopold Springer und Zadik Mayer. Weiterhin war Hauptlehrer Simon Eichstetter als Lehrer, Vorbeter und Schochet tätig, als Rechner wird Johann Moos genannt. Eichstetter erteilte damals sieben jüdischen Kindern den Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen bestanden: ein Männer- und Frauenverein (1924 18 beziehungsweise 10 Mitglieder unter Leitung von Ludwig Springer), ein Israelitischer Wohltätigkeitsverein (1924 24 Mitglieder unter Leitung von Ludwig Springer), ein Israelitischer Jugendbund (1924 unter Leitung von Hauptlehrer Eichstetter), eine Ortsgruppe des Central-Vereins (1924 40 Mitglieder unter Leitung von Dr. Katzenstein). 1932 waren die Gemeindevorsteher Leopold Springer (1. Vors.), Siegfried Kaufmann (2. Vors.) und Moritz Rosenfeld (3. vors.). Als Lehrer und Kantor war als Nachfolger von Simon Eichstetter inzwischen Heinrich Bloch tätig. Er erteilte im Schuljahr 1931/32 14 Kindern den Religionsunterricht.       
  
An ehemaligen, bis nach 1933 bestehenden Dienstleistungs-, Handels- und Gewerbebetrieben im Besitz jüdischer Eigentümer sind bekannt: Maklergeschäft Max Bierig (Bruchhäuser Straße 11), Metzgerei Nathan Frank, Inh. Peter und Bertha Stein (Herzogstraße 22), Möbel- und Textilgeschäft Pinkas Gottlieb (Dreikönigstraße 25/Ecke Kleine Planken), Möbelgeschäft Louis Hanf, Inh. Moritz Rosenfeld (Mannheimer Straße 14), Zigarrenfabrik Heß und Monatt, Inh. Ernst Heß und Moses Monatt (Bismarckplatz), Rechtsanwalt Dr. Katzenstein (Schlossplatz 3), Metzgerei-Bedarfsartikel Siegfried Kaufmann (Heidelberger Straße 33), Lumpensortieranstalt Heinrich Ohlhausen und Söhne (Heidelberger Straße 29), Porzellan-, Steingutwaren- und Lumpenhandlung Gebr. Springer (Heidelberger Straße 12), Eisenwarengeschäft Edmund Vogel (Carl-Theodor-Straße 21), Textilgeschäft S. Wronker & Cie., Inh. I. Hirschfeld, später Geschw. Metzger (Carl-Theodor-Straße 16).
   
1933 lebten noch 79 (laut Lohrbächer s.Lit.: 89) jüdische Personen in der Stadt. Auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Repressalien und der Entrechtung verließen alsbald viele von ihnen die Stadt (1.1.1935 67 jüdische Einwohner, 1.1.1938 42, 1.1.1939 12). Seit Januar 1933 gab es in Schwetzingen - gemäß der Selbsteinschätzung im "Stürmer" - den vielleicht "schönsten Stürmerkasten im ganzen Reich", in dem Juden als auch "Judenknechte" angeprangert wurden. Der Herausgeber des "Stürmers", Julius Streicher, erhielt  - nach einem Besuch in Schwetzingen 1935 - ab 1936 aus der Stadt in jedem Frühjahr frischen Schwetzinger Spargel und Flieder geliefert. Streicher hielt 1936 in Schwetzingen eine Rede, zu der Tausende von Mitgliedern der Arbeitsfront in Sonderzügen herbeigebracht wurden. Zwischen 1936 und 1938 verließen 37 bisherige jüdische Einwohner die Stadt. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Häuser der noch in der Stadt lebenden jüdischen Familien vollständig demoliert. Die letzten fünf jüdischen Einwohner Schwetzingens (Frieda Bermann mit ihren Töchtern Therese, Else und Ruth sowie Flora Vogel) wurden am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert.  
      
Von den in Schwetzingen geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Thekla Bär geb. Marx (1868), Else Bermann (1919), Frieda Bermann geb. Frank (1883), Max Bermann (1915), Paula Bermann (1921), Therese Bermann (1911), Clara Bierig geb. Springer (1901), Theodor Frank (1882), Betty Hanf geb. Heimann (1865), Leni Jessel geb. Nathan (1892), Marianne Sofie Katzenstein (1912),  Bella Kaufmann geb. Frank (1859), Anna Levi (1897), Klara Lichtenauer geb. Levi (1892), Gustav Mayer (1891), Clementine Metzger (1879), Hedwig Metzger (1877), Jenny Metzger (1874), Max Ohlhausen (1891), Joseph Seidenberger (1866), Albert Springer (1907), Babette (Bertha) Stein geb. Frank (1895), Flora Vogel geb. Rothschild (1878).          
     
     
     
Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde 
 
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer  
      
Ausschreibung der Stelle des Religionslehrers und Vorsängers 1849     

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 7. November 1849 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Vakante Schulstellen
Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind ( und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen) verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Schwetzingen, diesseitigem Synagogenbezirks, ist zu besetzen.  
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats sich anher zu melden. 
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- oder Rabbinats-Kandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden"   

  
Auszeichnung für Lehrer Simon Eichstetter (1902)  
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Anmerkung: Simon Eichstetter (Foto links aus Lohrbächer s. Lit. S. 44) war Lehrer, Vorbeter und Schochet in Schwetzingen von 1886 bis 1927. Er ist am 14. Mai 1865 in Gissigheim geboren und besuchte das Lehrerseminar in Ettlingen. 1868 trat er seine erste Stelle an und wurde Religionslehrer der Gemeinde in Schwetzingen. Gleichzeitig unterrichtete er an den beiden Schwetzinger Privatschulen, der Höheren Töchterschule und dem Institut Marx (letzteres wurde 1895 der Höheren Töchterschule angeschlossen). Als 1910 die Höhere Töchterschule zu einer staatlichen Schule wurde, unterrichtete Eichstetter in ihr als Hauptlehrer, in und nach der Zeit des Ersten Weltkrieges auch als kommissarischer Schulleiter (bis 1921). 1923 bis 1927 unterrichtete er an der Volksschule Schwetzingen als Hauptlehrer. Eichstetter war hoch engagiert im jüdischen Gemeindeleben wie auch im kommunalen und allgemeinen Vereinsleben der Stadt (tätig im Vorstand mehrerer Vereine)    

Schwetzingen Israelit 17031902.jpg (84101 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 17. März 1902: "Aus Baden. Nach dem neuesten Verordnungsblatt des Großherzoglichen Oberrates der Israeliten wurde dem Religionslehrer Simon Eichstetter in Schwetzingen, welcher ein Familienbuch der dortigen israelitischen Gemeinde angelegt und als Einleitung dazu die geschichtliche Entwicklung des israelitischen Bevölkerungsteils der Stadt Schwetzingen, sowie der Einrichtungen der israelitischen Gemeinde dargestellt hat, für diese verdienstvolle Arbeit aus Mitteln des Weil'schen Vermächtnisses ein Preis, bestehend in Grätz' volkstümlicher Geschichte der Juden, in drei Prachtbänden, von der obersten jüdischen Religionsbehörde Badens, verliehen."    
   
Simon Eichstetter: Geschichte und Familienbuch der jüdischen Gemeinde in Schwetzingen (18. Jh. - 1927)
v.a. das Familienbuch aktualisiert von Heinrich Bloch (1928-1938. 
Digitalisate des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Transkription (2013) Frank-Uwe BetzLink zur eingestellten pdf-Datei   
Einführung zu dem Beitrag von Simon Eichstetter von Frank-Uwe Betz (2013; pdf-Datei)        

  
Zum Tod von Lehrer Simon Eichstetter (1927) 

Schwetzingen Friedhof 195.jpg (130958 Byte)Anmerkung: ein Artikel zu seinem Tod konnte in jüdischen Periodika (u.a. im "Israelit") noch nicht gefunden werden.
Aus einem Nachruf in der "Schwetzinger Zeitung" vom 17. Juni 1927: "Der Tod dieses sympathischen Lehrers und Erziehers, der so vielseitig ohne großen Aufhebens in der Öffentlichkeit wirkte, reißt eine Lücke in die Reihe der Persönlichkeiten unserer Stadt. Herr Eichstetter war eine von der stillen Seite des Lebens. Immer liebenswürdig, immer hilfsbereit, immer pflichtbewusst und voll redlichen Arbeitseifers, so steht das Bild des Verstorbenen vor uns. Er hatte viele Freunde in allen Schichten der Bevölkerung. Alle, die ihn kannten, betrauern seinen frühen Heimgang."  
Simon Eichstetter wurde im jüdischen Friedhof in Schwetzingen beigesetzt. 

   
  
Aus dem jüdischen Gemeindeleben  
Feier des Geburtstages des Großherzogs in der Synagoge in Schwetzingen (1839)  
Anmerkung: als damaliger Lehrer wird Hermann (Hirsch) Flehinger genannt, Lehrer in Schwetzingen von 1833 bis 1841. 

Schwetzingen IsrAnnalen 27091839.jpg (167021 Byte)Artikel in den "Israelitischen Annalen" vom 27. September 1839: "Schwetzingen, 30. August (1839). Die Feier des hohen Geburtstages unseres viel geliebten Großherzogs beschränkte sich bei den Israeliten Badens bis jetzt nur auf die Synagogen eines jeden Rabbinatssitzes, während die Israeliten der Dorfgemeinden ihre Gefühle für unseren väterlichen Landesherrn an diesem Tage nicht wie ihre christlichen Mitbürger durch würdige Feier dartun konnten. 
Diesem Mangel abzuhelfen, hat unser allgemein verehrter Geistlicher, Herr Bezirksrabbiner Fürst von Heidelberg, angeordnet, dass alljährlich außer zu Heidelberg, die Feier des allerhöchsten Geburtstages auch in einer anderen Synagoge des Rabbinats stattfinden solle, wobei die israelitische Schuljugend des ganzen Amtsbezirks die Feierlichkeit durch passende Choralgesänge zu heben habe, und für die diesjährige Feier ward die Synagoge dahier bestimmt. 
Diese Feier fand nun gestern in der hierzu mit Blumengewinden festlich ausgeschmückten Synagoge morgens um 10 Uhr statt. 
Zuerst sang die Schuljugend der Gemeinden Schwetzingen, Reilingen und Hockenheim, unterrichtet von den, wie im Übrigen, so auch im Gesangsunterricht tüchtigen Lehrers Bessels, Flehinger und Marx die von den Rabbinen angegebenen Psalmen 21. 45. 61. 63. 72 und einige von eben demselben bezeichnete Lieder in deutscher Sprache. Hierauf folgte ein angemessenes Gebet, und eine sehr gehaltvolle Rede des Herrn Bezirksrabbiners Fürst, worin derselbe mit eindringlichen Worten die Gemeinde (es wird an diesem Tage auch der Eid der Treue geschworen) zur Ergebenheit, Liebe und Anhänglichkeit aufforderte, die wir der hohen Milde, Weisheit und Gerechtigkeit unseres teuern Landesvaters schuldig seien, die Anhänglichkeit an unser viel geliebtes Vaterland an das Herz legte und den Segen des Himmels für Fürst und Vaterland erflehte. Der hieraus den Beschluss machende Choralgesang der Schuljugend gereichte, teils wegen der guten Auswahl der Gesänge, dem Herrn Rabbiner, welcher die Feierlichkeit leitete, teils wegen der sehr fleißigen Einübung, den erwähnten Lehrern zur großen Ehre bei der ganzen Versammlung, welche nicht nur aus Synagogenräten und israelitischen Bürgern des Bezirks bestand, sondern welcher auch die Geistlichkeit, löblicher Gemeinderat, sämtliche Amtspersonen und viele christliche Bürger beiwohnten."    


Feierlicher Empfang des badischen Großherzogs in Schwetzingen (1860) 

Schwetzingen Israelit 04071860.jpg (109179 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. Juli 1860: "Schwetzingen, im Juni. Als jüngst Seine Königliche Hoheit, der Großherzog von Baden, Schwetzingen und seinen weltberühmten Garten von Mannheim aus besuchte, wurde Höchstderselbe bei einer dort errichteten Ehrenpforte von der Gemeinde- und Staatsbehörde aufs freudigste empfangen. Drei festlich gekleidete Jungfrauen überreichten ein Gedicht und einen Blumenstrauß. Jene drei Mädchen wurden absichtlich von der Gemeindebehörde aus den drei Bekenntnissen: Israeliten, Katholiken und Protestanten, gewählt, um damit faktisch zu beweisen, wie in dieser Stadt jedes Vorurteil längst verschwunden sei."   

  
Austritt zweier Familien aus der jüdischen Gemeinde (1936)  

Schwetzingen Israelit 23121936.jpg (30150 Byte)Mitteilung in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Dezember 1936: "Mannheim. Das 'Israelitische Gemeindeblatt' in Mannheim vermerkt die Namen von zwei Familien mit insgesamt acht Personen, die aus der israelitischen Gemeinde in Schwetzingen ausgetreten sind."  



Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde  
Danksagung der Angehörigen nach dem Tod des Kaufmanns Joseph Friedlieb aus Mitau in Schwetzingen (1837)   

Schwetzingen AZJ 24031838.jpg (120237 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 24. März 1838: "Danksagung. Der am 23. Oktober vorigen Jahres im 32. Jahre seines Lebens zu Schwetzingen bei Heidelberg erfolgte Tod unseres innigst geliebten Mannes, Vaters und Bruders, des Kaufmanns Joseph Friedlieb legt uns die traurige, aber heilige Pflicht auf, allen denen, die dem in der Blüte seiner Jahre Verstorbenen seine körperlichen Schmerzen, von denen er in einem milderen Klima geheilt zu werden hoffte, durch Pflege und liebevolle Teilnahme lindern halfen, sowie denen, die ihm am Beerdigungstage die letzte Ehre erwiesen, besonders Seiner Hochwürden dem großherzoglich badischen Bezirksrabbiner Salomon Fürst zu Heidelberg, der an der Grabesstätte eine tief ergreifende, den Hingeschiedenen ehrende und die Hinterbliebenen tröstende Leichenrede hielt, und dem Herrn Abraham Seidenberger zu Schwetzingen, in dessen Hause der Verewigte lebte und starb, unsern herzlichsten gerührtesten Dank hierdurch öffentlich abzustatten. Möge ihnen der allbarmherzige himmlische Vater ihre edlen Bemühungen reichlich belohnen und sie in das Buch des Lebens und der wahren Glückseligkeit einschreiben, uns aber den unersetzlichen harten Verlust mit Geduld und Ergebung in seinen heiligen Willen ertragen helfen.
Mitau, im Januar 1838. Die hinterbliebene Witwe Adelhaide Friedlieb geb. Stillbach, nebst ihren beiden unmündigen Kindern und der Bruder des Verblichenen, Samuel Friedlieb, zugleich im Namen der übrigen Verwandten."   

 
Sophie Springer feiert ihren 70. Geburtstag (1937)  
Anmerkung: Sophie Springer geb. Strauss ist am 30. Mai 1867 in Binau geboren. Sie war mit dem Kaufmann Leopold Springer verheiratet; dieser war über 30 Jahre im Synagogenrat der jüdischen Gemeinde Schwetzingen. Am 10. November 1938 wurde die Wohnung der Familie in der Bruchhäuser Straße 11 verwüstet, Leopold Springer inhaftiert und in das KZ Dachau verschleppt. Am 28. März 1939 konnte Ehepaar Springer in die USA emigrieren, wo Leopold Springer 1947 verstarb. . 

Schwetzingen CV-Zeitung 27051937.jpg (10566 Byte)Mitteilung in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 27. Mai 1937: "Frau Sophie Springer (Schwetzingen) vollendet am 30. Mai ihr 70. Lebensjahr."  
  
Schwetzingen LSpringer 010.jpg (63676 Byte)Links: Leopold Springer und seine Frau Sophie geb. Strauss 1939 in Rotterdam kurz vor der erzwungenen Ausreise in das Exil (USA); Foto aus Lohrbächer s. Lit. S. 84. 

      
      
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Anzeige der Eisenhandlung Edmund Vogel (1912)    

Anzeige im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 9. August 1912: 
"Lehrling gesucht. 
Ich suche für meine Eisenhandlung einen braven Jungen mit guter Schulbildung, Sohn achtbarer Eltern, möglichst vom Lande (Süddeutscher bevorzugt) bis 1. Oktober 1912 in die Lehre. Offerten zu richten an 
Edmund Vogel, Eisenhandlung, 
Schwetzingen, Baden."         

   
Weitere Anzeigen 
(zur Verfügung gestellt von Frank-Uwe Betz, Schwetzingen)   

Schwetzingen Dok 186.jpg (73992 Byte) Schwetzingen Dok 188.jpg (128656 Byte) Schwetzingen Dok 187.jpg (132449 Byte)
Werbung der Viehhandlung Gebr. Levi Schwetzingen 
im "Heidelberger Tageblatt" vom 23. August 1906  
Anzeigen der Wronker-Filiale Schwetzingen in der "Schwetzinger Zeitung" vom 
30. Juni 1925 (li) und dem "Schwetzinger Tageblatt" vom 5. Dezember 1905 (re).  
     
Schwetzingen A Schwetzinger Zeitung  06121924.jpg (142086 Byte) Schwetzingen A Schwetzinger Zeitung  12121924.jpg (77824 Byte) Schwetzingen A Schwetzinger Zeitung  16121924.jpg (203707 Byte) Schwetzingen A Schwetzinger Zeitung  13121924.jpg (163379 Byte)
Anzeigen des Textilgeschäftes Pinkas Gottlieb 
in der "Schwetzinger Zeitung" vom 6./12.12.1924 
 
Anzeige der Buchdruckerei Albert Moch 
in der "Schwetzinger Zeitung" 
vom 16. Dezember 1924 
Anzeige der Wronker-Filiale Schwetzinger 
in der "Schwetzinger Zeitung" 
vom 13. Dezember 1924

    
    
    
Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge      
   
Im 18. Jahrhundert wurden gemeinsam mit den Juden aus Ketsch Gottesdienste in jüdischen Häusern Schwetzingens gefeiert. Zeitweise besuchten die Schwetzinger Juden auch die Gottesdienste in Ketsch. In Schwetzingen hatten der wohlhabende David Raphael Traumann und nach ihm sein Sohn Anselm Raphael Traumann der Gemeinde ein Zimmer in ihrem Haus als Betsaal überlassen. Nachdem Anselm sein Haus verkauft hatte, das zudem für die wachsende Zahl der Gemeindeglieder zu klein war, richteten am 14. Dezember 1807 fünf Schwetzinger Juden eine Eingabe an das Großherzogliche Amt Schwetzingen und baten um Unterstützung für den Bau einer Synagoge. Das Schreiben begann mit einem Rückblick: "Bekanntlich besaßen wir in unserer Judenschaft teils wegen Unvermögenheit der früheren Zeiten, teils wegen Schwäche der Familienzahl nie einen eigentümlich gemeinen Ort, allwo wir den [...] Gottesdienst verrichteten...". Deshalb baten die Schwetzinger Juden für den Bau einer Synagoge um Unterstützung aus den waldreichen Gemeinden der Umgebung, weil "wir aus erörterten Gründen von allen Materialien als Holz, Steine etc. noch alles bedürfen". Die Bitte, die das Amt Schwetzingen empfehlend an die Ortsvorstände der umliegenden Gemeinden weiterleitete, blieb nicht ungehört. Hockenheim war bereit, zwei Stamm Eichenholz abzugeben, Reilingen "aus Mangel an anderem Gehölz" vier Stamm Forlenholz, Altlußheim einen Stamm Eichenholz, Schwetzingen zwei Stamm Eichenholz und zwei Stamm Forlenholz, Neckarau einen Stamm Eichenholz, Plankstadt "ein Stämmlein" Eichenholz, Seckenheim einen Stamm Eichenholz.  
             
Am 15. Januar 1808 berichtete das Amt Schwetzingen den Stand der Dinge nach Karlsruhe und setzte sich dafür ein, dass der Bau der Synagoge genehmigt wird. Dabei konnte das Amt darauf hinweisen, dass ein Grundstück für 500 Gulden von der jüdischen Gemeinde bereits erworben sei. Auch habe die "gering bemittelte" Ketscher Judenschaft die Schwetzinger Synagoge nötig. Auch in Karlsruhe beurteilte man den Synagogenbau grundsätzlich positiv und konnte im Großherzoglich-Badischen Gemeinderats-Protokoll die Notiz festhalten, dass seine Königliche Hoheit am Bau der Synagoge "keinen Anstand nehmen" würde. Jedoch bat man um die Einsendung von Plänen und einen Baukostenvoranschlag, zumal "Schwetzingen ein Residenzort sei, wo auf ein anständiges Äußeres des Gebäudes vorzüglich Rücksicht zu nehmen sein werde". Dabei scheint es dann freilich geblieben zu sein. Das Bauvorhaben scheiterte damals, vermutlich aus finanziellen Gründen. So wurden die Gottesdienste weiter in Privathäusern abgehalten.  
           
Erst 1864 konnte eine erste "Synagoge" (Betsaal) in dem der jüdischen Gemeinde gehörenden Haus Invalidengasse 6 eingerichtet werden. Seitdem wurde die Invalidengasse (bis August 1934) "Synagogenstraße" genannt.  
        
Da dieser Betsaal in der Invalidengasse sich bei der weiter gestiegenen Zahl von Gemeindegliedern mit der Zeit als zu klein erwies, richtete die Gemeinde 1893 ein Spendenkonto für einen Synagogenneubau ein. Doch bis 1897 kam nur eine geringe Summe zusammen. Als an Rosch Ha-Schana (jüdisches Neujahrsfest) 1897 jedoch ein Gemeindemitglied beim Gottesdienst ohnmächtig wurde, machte man die beengten Verhältnisse dafür verantwortlich und forderte allgemein einen größeren Raum. Im November 1897 wurde beschlossen, die alte Synagoge abzubrechen und eine neue Synagoge zu erbauten. Auf der Suche nach einem Raum, den man übergangsweise als Synagoge nutzen konnte, hatte die Gemeinde alsbald Erfolg. Nachdem sich der Synagogenrat an das Großherzogliche Oberhofmarschallamt in Karlsruhe gewandt und darum gebeten hatte, einen Raum im Schloss zur Verfügung gestellt zu bekommen, war die Antwort der Behörde positiv; der jüdischen Gemeinde konnte mitgeteilt werden,  "dass wir die Einräumung des ersten (Vorsaales) im rechten Zirkelhause an die Israelitische Gemeinde zu fraglichem Zweck zunächst auf die Dauer eines Jahres genehmigen. [...] Ein Mietzins wird nicht beansprucht".        
           
Beschluss zum Neubau einer Synagoge (1897)  

Schwetzingen Israelit 25111897.jpg (132570 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. November 1897: "Aus Baden. Die früher ganz kleine israelitische Gemeinde in Schwetzingen hat durch Zuzug auswärtiger Israeliten so zugenommen, dass die seitherige alte Synagoge, bisher zu groß, jetzt eine Vergrößerung erfahren dürfte, zumal am jüngsten Rosch Haschana (Neujahrsfest) in Folge der schwülen Luft, eine Frau ohnmächtig geworden ist, sodass man am darauf folgenden Jom Kippur aus sanitären Rücksichten in einem gemieteten Saal den Gottesdienst abzuhalten verpflichtet war. Es wurde nun beschlossen, die alte Synagoge abzureißen und ein neues der jetzigen Gemeinde entsprechendes Gotteshaus zu erbauen. Für diese Zwischenzeit, Einreißen der alten und Wiederaufbau der neuen Synagoge, wurde die Erlaubnis von hoher Stelle erteilt, dass die Abhaltung des Gottesdienstes in einem Vorsaale des rechten Zirkelhauses im Großherzoglichen Schlosse in Schwetzingen stattfinden dürfe. Das Schloss befindet sich am Eingang des weltberühmten, viel besuchten Schwetzinger Schlossgartens. Solche hochherzigen Handlungen dürften der Mit- und Nachwelt nicht vorenthalten werden, weshalb ich deren Mitteilung den Lesern dieses geschätzten Blattes widme. W."  
 
Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. Dezember 1897: "Für die Zwischenzeit des Einreißens der alten und des Wiederaufbaues der neuen Synagoge in Schwetzingen wurde die Erlaubnis von hoher Stelle erteilt, dass die Abhaltung des Gottesdienstes in einem Vorsaale des rechten Zirkelhauses im großherzoglichen Schlosse in Schwetzingen stattfinden dürfe. Das Schloss befindet sich am Eingang des weltberühmten, vielbesuchten Schwetzinger Schlossgartens".     

  
Der israelitische Frauen- und der Männerverein übernahmen die Kosten der Einrichtung, insgesamt 1.470 RM, eine hohe Summe für die Verhältnisse der Schwetzinger Juden. Am 22. Januar 1898 wurde die - zunächst nur als Provisorium gedachte - Synagoge feierlich eingeweiht. Lehrer Simon Eichstetter hielt die Festansprache. Mehrmals bekam die Synagoge hohen Besuch, wie Lehrer Eichstetter in einem Rückblick 1901 berichtete: "Schon einige Male wurde unsere Synagoge durch den Besuch der Allerhöchsten Herrschaften, Großherzog Friedrich und Großherzogin Luise, beehrt. Am 16. Mai 1901 durchschritt Großherzog Friedrich anlässlich eines hier abgehaltenen Wohltätigkeitsfestes die Synagoge, welche festlich dekoriert war".   
  
Doch war dieser Betsaal im ersten Vorsaal des rechten Zirkelhauses nicht von Dauer. Bereits am 11. Juli 1901 erhielt der Synagogenrat ein Schreiben der Schlossverwaltung, in dem darum gebeten wurde, in den seitherigen Militär-Vereins-Saal im Schloss (dritter Saal im nördlichen Zirkel, Eingang von der Zeyherstraße her) umzuziehen. Das dahinter stehende Problem war, dass der bisherige Betsaal nur durch den Haupteingang des Schlossgartens erreicht werden konnte, was zu den Gottesdienstzeiten von fremden Personen dazu benutzt wurde, um unerlaubt in den Schlossgarten einzudringen. Daher wollte man einen Saal zur Verfügung stellen, der über einen Seiteneingang erreichbar war. Für den neuen Betsaal wurde ein Mietvertrag abgeschlossen. Jährlich waren dafür 200 RM zuzüglich 10 RM für ein daneben liegendes Gartenstück zu bezahlen. 
    
Bis 1914 konnte dieser Raum genutzt werden. Nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde in den Zirkelräumen des Schlosses ein Lazarett eingerichtet. Die jüdische Gemeinde fand eine neue Bleibe in einem Wirtschaftssaal, der allerdings erst hergerichtet werden musste. In der Zwischenzeit stellt das Gemeindeglied Zigarrenfabrikant Moses Monatt einen Raum in seiner neuerrichteten Zigarrenfabrik am Bismarckplatz zur Verfügung. 1917 konnte die Gemeinde in den Zirkelsaal zurückkehren. Übrigens sammelte die Gemeinde weiterhin Beiträge für den 1893 eingerichteten Synagogenbaufonds. Man hatte sich von den Plänen für eine Synagoge in Schwetzingen noch nicht verabschiedet.  
  
1933 begann die jüdische Gemeinde den Machtwechsel sofort zu spüren. Die NS-Partei sorgte dafür, dass der Betsaal im Schloss bereits im Frühjahr 1933 geräumt werden musste. Die SA wollte den Raum für sich haben und den Platz davor als Antreteplatz benutzen. Der jüdische Lehrer Heinrich Bloch konnte gemeinsam mit einem christlichen Jungen gerade noch die Kultgegenstände aus dem Raum retten. Die gesamte Einrichtung musste zurückgelassen werden. Der jüdischen Gemeinde wurde für einige Zeit die Kirche der Alt-Katholiken (im Ehrenhof des Schlosses) als Betsaal zugewiesen. Ende Juli 1933 musste auch dieser Raum geräumt werden.  Über die Hohen Feiertage im Herbst 1933 konnte man die Gottesdienste im Haus des Siegfried Kaufmann (Heidelberger Straße 33) abhalten. Zum Laubhüttenfest 1933 wurden zwei Zimmer im Haus des Kaufmanns Pinkas Gottlieb gemietet (Mannheimer Straße 41/Kleine Planken) und darin bis 1936 Gottesdienste gefeiert. Seitdem Pinkas Gottlieb 1936 sein Haus verkauft hatte, wurde der Betsaal in das Haus der Gebr. Springer (Heidelberger Straße 12, 1. Stock) verlegt.  
     
Beim Novemberpogrom 1938 drangen SA-Männer gewaltsam in den Betsaal in der Heidelberger Straße 12 ein. Das Klavier wurde zertrümmert, die Torarollen, Gebetbücher und andere Kultgegenstände wurden teilweise beschädigt und zerstört, teilweise durch das Fenster auf die Straße geworfen. Nach Abschluss des Zerstörungswerkes wurden die Trümmer auf der Straße zur Straßenkreuzung Heidelberger Straße/Mühlenstraße getragen, dort aufgeschichtet und angezündet. Die Torarollen gingen dabei in Flammen auf. Der Rest einer angebrannten Torarolle und einige Gebetbücher blieben erhalten und werden von der Stadtverwaltung verwahrt.  
      
Zur Erinnerung an die jüdische Gemeinde befindet sich seit 1978 ein Gedenkstein vor dem ehemaligen Synagogenraum am Schloss (Zeyherstraße). An dem Gebäude der alten Synagoge ist seit einigen Jahren eine Tafel zur Geschichte der jüdischen Betsäle in Schwetzingen angebracht.  
   
   
Fotos  
Historische Fotos:  

Historische Fotos zur Synagogengeschichte sind nicht bekannt, Hinweise bitte an den 
Webmaster von "Alemannia Judaica", E-Mail-Adresse siehe Eingangsseite 

   
Weitere historische Fotos 
(zur Verfügung gestellt von Frank-Uwe Betz, Schwetzingen; die Foto in der oberen Fotozeile vermutlich aus den 1930er-Jahren. Der Zeitungsverlag / die Buchdruckerei Albert Moch wurden in der NS-Zeit "arisiert". Die beiden Fotos in der zweiten Fotozeile wurden publiziert in: Frank-Uwe Betz: Schwetzingen - Stadt und Leute. Erfurt 3. Auflage 2011 S. 85 und 108).  
Schwetzingen Dok 180.jpg (67391 Byte) Schwetzingen Dok 181.jpg (63740 Byte)
Gebäude der "Schwetzinger Zeitung", Zeitungsverlag und
 Buchdruckerei Albert Moch, Carl-Theodor-Straße 1 
Blick auf dem Gebäude der "Schwetzinger Zeitung" 
auf den Schlossplatz  
   
Schwetzingen Dok 183.jpg (219909 Byte) Schwetzingen Dok 182.jpg (138627 Byte)
Mitglieder der Fußball-Jugendmannschaft des Jüdischen
 Sportvereins JSV Heidelberg im Jahr 1937. Vier von ihnen 
waren Schwetzinger: der erste und fünfte von links: 
Sali und Max Springer, rechts Max Bermann und 
unten rechts Friedrich Gottlieb. 
Militär vor dem Lorchschen Haus am Schlossplatz im Jahr 1938.
 Im selben Jahr wurde das Haus beim Novemberpogrom 1938
 überfallen. Die jüdischen Eigentümer wurden gezwungen, 
ihr Haus zu veräußern. Nach dem Krieg sollte es zum Haus 
der NSDAP umgebaut werden.  


Fotos nach 1945/Gegenwart: 
1. Die Synagoge von 1864 bis 1897: 

Fotos um 1985
(Foto: Hahn; Farbfoto vom 
Oktober 1988)

Schwetzingen Synagoge a01.jpg (57934 Byte) Schwetzingen Synagoge 183.jpg (47945 Byte)
  Von 1864 bis 1897 war der Betsaal in diesem Gebäude in der Invalidengasse 6 
   

Fotos 2003/04 
Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 14.10.2003; Foto links von J. Krüger, Karlsruhe, Aufnahmedatum 2004)

 
Schwetzingen Synagoge 211.jpg (34390 Byte) Schwetzingen Synagoge 156.jpg (34926 Byte) Schwetzingen Synagoge 155.jpg (50416 Byte)
Das Gebäude der ehemaligen (ersten) Synagoge der jüdischen Gemeinde Schwetzingen 
 
   Schwetzingen Synagoge 154.jpg (64576 Byte)   
Hinweis- und Informationstafel am Gebäude zur Geschichte der Synagoge/Betsäle in Schwetzingen 
     

Fotos 2011/16 
(Fotos links/Mitte: Michael Ohmsen, Aufnahmen vom Mai 2011; vgl. Website von M. Ohmsen mit Fotoseiten zu Schwetzingen
Foto rechts von 2016 von Stefan Haas) 

  
Schwetzingen Synagoge 831.jpg (77103 Byte) Schwetzingen Synagoge 830.jpg (155379 Byte)   Schwetzinger Synagogenstrasse 020.jpg (83436 Byte)
Das Gebäude der ersten Synagoge 
  
Hinweis- und Informationstafel 
  
  Hinweistafel am Straßenschild der Invalidenstraße:
 "Synagogenstraße bis 1934" 

  
  
2. Der Betsaal im Schwetzinger Schloss und die Gebäude, in denen noch in der NS-Zeit Gottesdienste gefeiert wurden: 

Foto um 1965
(Quelle: Hundsnurscher/ Taddey 
s. Lit. Abb.191)

Schwetzingen Synagoge 012.jpg (89028 Byte)   
   Dieser Teil des Schwetzinger Schlosses
 diente bis 1933 als Betsaal
  
     

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn; Farbfotos 
vom Oktober 1988)

Schwetzingen Synagoge 010.jpg (80891 Byte) Schwetzingen Synagoge 180.jpg (55401 Byte)
  Der Betsaal war im Teil links der Mitte des Fotos (Seitenansicht im Vergleich 
mit der Aufnahme um 1965) bzw. beim Farbfoto etwas höheres Gebäude 
links des hereinragenden Baumes
   
  

 

Schwetzingen Synagoge 011.jpg (66883 Byte) Schwetzingen Synagoge 182.jpg (56781 Byte)
  In der Mitte befindet sich der 
Gedenkstein für die jüdische Gemeinde 
Gedenkstein für die ehemalige jüdische
 Gemeinde am Schloss (Zeyherstrasse) 
     
Schwetzingen Synagoge 181.jpg (57980 Byte)

Schwetzingen Synagoge 184.jpg (47085 Byte)

Schwetzingen Synagoge 071.jpg (40980 Byte)
1933-36 befand sich der Betsaal in 
diesem früher jüdischen Geschäfts- 
und Wohnhaus 
1936 bis 1938 war in diesem Haus der Betsaal (Heidelberger Straße  12, 1. Stock). 
Er wurde in der Pogromnacht demoliert 
  
   
   

Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 14.10.2003)

 
Schwetzingen Synagoge 150.jpg (76269 Byte) Schwetzingen Synagoge 151.jpg (97551 Byte) Schwetzingen Synagoge 152.jpg (79476 Byte)
Hinweistafel zum 
Gedenkstein am Schloss 
Blick auf den Schlossflügel, in dem sich 
der Betsaal befand; rechts des linken
 Baumes steht der Gedenkstein  
Gedenkstein für die ehemalige 
jüdische Gemeinde am Schloss
 (Zeyherstrasse)  
  
        

Gedenkstein mit der 
"steinernen Torarolle" und 
Hinweistafel im März 2010 
(Foto: Michael Ohmsen
Quelle: Fotoseite von M. Ohmsen
mit Seiten zu Schwetzingen)  

Schwetzingen Denkmal 410.jpg (381455 Byte) Schwetzingen Synagoge  571.jpg (402170 Byte)
    Bei den eingestellten Fotos handelt es sich um Fotos mit höherer Auflösung 
(bitte anklicken, Dateigröße 0,7 mb)  
      

Fotos Mai 2011
(Fotos: Michael Ohmsen, Quelle wie oben)  

   
Schwetzingen Hinweistafel 010.jpg (61466 Byte) Schwetzingen Betsaal 135.jpg (111557 Byte) Schwetzingen Betsaal 136.jpg (87328 Byte)
Hinweistafel  Blick auf das Schloss, in dem sich der Betraum befand, mit Gedenkstätte 
      

 Häuser der Beträume 1933 bis 1938 

     
Schwetzingen Betsaal 132.jpg (111805 Byte) Schwetzingen Betsaal 130.jpg (90948 Byte) Schwetzingen Betsaal 131.jpg (63987 Byte)
 Ehemaliges Haus von Siegfried Kaufmann - 
mit Betraum im Herbst 1933
(Heidelberger Straße 33) 
 Ehemaliges Haus von Pinkas Gottlieb
- mit Betraum Ende 1933 bis 1936
(Mannheimer Straße 41) 
 Ehemaliges Haus der Gebr. Springer
- mit Betraum, der beim Novemberpogrom
 1938 demoliert wurde 

       
     
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte  

1. Hinweis auf einige vor allem von Frank-Uwe Betz (Arbeitskreis Freundliches Schwetzingen - Verein für regionale Zeitgeschichte e.V.) erstellte Beiträge, die insbesondere Aspekte der NS-Geschichte und der Geschichte und Verfolgung der Schwetzinger Juden aufgreifen: 
Frank-Uwe Betz: Zwangsarbeit in Schwetzingen. Lager für ausländische Arbeiter zur Zeit des NS-Regimes (Reihe Geschichtswissenschaft, Bd. 45), Pfaffenweiler 1998. (Monographie - Buch)  
Frank-Uwe Betz: Schwetzingen - Stadt und Leute, Erfurt 2001, 2005 und 2011 (Bildband).  
Freiheit - Unterdrückung - Widerstand / Geschichte und Geschichten im Raum Schwetzingen 1848 - 1948, Berichte und Dokumente, Hg. Gewerkschaft ver.di Mannheim. Mannheim 2001 und 2005.  98 S.  
Frank-Uwe Betz/Anton Kobel: Gegenwart und Vergangenheit: Antisemitismus - Verfolgung - Zwangsarbeit. Nazizeit im Raum Schwetzingen. Texte und Dokumente, Mannheim 2004 und 2005. 132 S.  
Frank-Uwe Betz: Wie die Nazis gegen Verleger Moch hetzten/Die faktische Enteignung der Familie Moch im Dritten Reich, in: 125 Jahre Schwetzinger Zeitung, Sonderveröffentlichung der 'Schwetzinger Zeitung'/'Hockenheimer Tageszeitung' v. 9. 9. 2005, S. 28.
Frank-Uwe Betz: Ungewöhnlicher Neubeginn/Im Krieg erscheint 'Hakenkreuzbanner' - 1949 gründen Moch und Stemmle Zweckgemeinschaft, in: 125 Jahre Schwetzinger Zeitung, Sonderveröffentlichung der 'Schwetzinger Zeitung'/'Hockenheimer Tageszeitung' v. 9. 9. 2005, S. 29.
Frank-Uwe Betz: Wie die Jüdin Ruth Schwob aus ihrer Klasse ausgestoßen wurde. Zeitzeugengespräche (Teil 1): Am Rande der Gedenkstein-Einweihung sprachen wir mit ehemaligen jüdischen Mitbürgern über ihr Schicksal, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 5. 4. 2006.
Frank-Uwe Betz: Schreckliche Erinnerungen an Feuerschein der Nacht. Zeitzeugengespräche (Teil 2): Bei der Gedenkstein-Einweihung berichten ehemalige jüdische Mitbürger über ihr Schicksal, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 7. 4. 2006.
Frank-Uwe Betz: Lorch-Haus zur Parteizentrale gemacht. Ehemalige jüdische Mitbürger sprechen über ihre Familiengeschichte/Teil 3 und Ende, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 11. 4. 2006.
Frank-Uwe Betz: Wie der Ketscher Arzt Dr. Alfred Stern denunziert wurde. Serie zur Unterdrückung in der NS-Zeit (Teil 6): Als Sozialdemokrat und Jude verfolgt, nach Russland geflüchtet und dort als 'deutscher Spion' eingesperrt, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 21. 10. 2006.
Frank-Uwe Betz: Widerstand und Verfolgung zur NS-Zeit im Raum Schwetzingen, in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, Stuttgart 2007, S. 467-504.
Frank-Uwe Betz: Alfred Steins letzte Ruhe in der Heimatstadt. Israelitischer Friedhof: Nach 50 Jahren wurde erstmals wieder ein ehemaliger jüdischer Mitbürger in Schwetzingen beigesetzt, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 4. 3. 2008.
Frank-Uwe Betz: Denkmalpfleger und Buchautor. Vor 70 Jahren verstorben: Ein Rückblick auf das Leben und Wirken des Schwetzinger Ehrenbürgers Dr. Fritz Hirsch, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 17. 7. 2008.
Frank-Uwe Betz: Schwetzinger Stadtwanderungen. Führungen zu Leben und Leiden in der kurfürstlichen Residenz, Hg. ver.di Rhein-Neckar, Mannheim 2008.  64 S.  
Frank-Uwe Betz: ´Wir waren unschuldig, wir waren Kinder´, Eindrucksvolle Demonstration des Gedenkens an die Deportation nach Gurs/Vor 70 Jahren wurden die letzten noch hier lebenden Jüdinnen verschleppt, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 25. 10. 2010.
Frank-Uwe Betz: Der Familie und den Freunden ganz entrissen. Zeitzeugengespräch: Ruth Gogol erinnert sich anlässlich ihres Besuches in Schwetzingen an die furchtbaren Tage des Nationalsozialismus und die Leiden ihrer Familie, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 28. 10. 2010.
Frank-Uwe Betz: Spargel und junge Schwäne für Streicher. Aufarbeitung der Nazi-Zeit: Wie Anzeigen und Artikel der Schwetzinger Zeitung den Nazis missfielen / Nach der Arisierung wurde dem 'Stürmer'-Chef Spargel überreicht, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 25. 6. 2011.
Frank-Uwe Betz: Die Ohlhausen-Story (Teile 1-4): Der Aufstieg der Firma 'Ohlhausen & Söhne' - Wie eine jüdische Familie in Schwetzingen in der Nazizeit um ihren Besitz gebracht wurde und ausgebürgert wurde / Eine Dokumentation in vier Folgen, in: 'Schwetzinger Zeitung' v. 13.-16. 9. 2011.    
Frank-Uwe Betz: Transkription von: Simon Eichstetter: Geschichte und Familienbuch der jüdischen Gemeinde in Schwetzingen (18. Jh. - 1927)
v.a. das Familienbuch aktualisiert von Heinrich Bloch (1928-1938. 
Digitalisate des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Link zur eingestellten pdf-Datei    .  
    
Vom Arbeitskreis "Freundliches Schwetzingen - Verein für regionale Zeitgeschichte e.V." werden regelmäßige "Geschichtliche Spaziergänge" angeboten, u.a. "Auf den Spuren nationalsozialistischer Verfolgung der Juden, politischer Gegner und der Zwangsarbeiter".  

   

2. Hinweise auf einzelne weitere Presseartikel 
November 2005: Rundgang auf den Spuren der NS-Zeit und der jüdischen Geschichte mit dem "Arbeitskreis Freundliches Schwetzingen"  
Artikel von Sibylle M. Derr in der "Schwetzinger Zeitung" vom 8. November 2005 (Artikel): "Entlang der Achse der Verfolgung auf Spurensuche   Eine Stadtführung an die Orte der Opfer und Täter der NS-Zeit / Abschluss am Gedenkstein in der Zeyherstraße
Wie jedes Jahr, wenn sich der Tag der Reichsprogromnacht nähert, bietet der "Arbeitskreis Freundliches Schwetzingen" (AFS) einen Stadtpaziergang zu den Orten der Opfer und Täter des Nationalsozialismus an. Wider Erwarten fanden sich bei der von Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie der Verdi Mannheim mitveranstalteten Führung knapp zwei Dutzend Menschen ein, die sich unter Anleitung von Frank-Uwe Betz vom AFS über das andere Gesicht der Stadt zur Nazi-Zeit informieren wollten..."     
   
Oktober 2010: Gedenkveranstaltung zur Erinnerung an die Deportation nach Gurs   
Artikel im morgenweb.de (bzw. lokale Ausgabe: "Schwetzinger Zeitung") vom 19. Oktober 2010 (Artikel): 
"Gedenkveranstaltung: Stadt, Schulen und das "Theater am Puls" laden am Freitag zu einem Gedenkgang ein. 
Erinnerung an Deportation nach Gurs

Am 22. Oktober 2010 jährt sich die Deportation der badischen Jüdinnen und Juden nach Gurs zum 70. Mal. Aus diesem Anlass hat die Stadt in Zusammenarbeit mit Schuldekan i.R. Kurt Glöckler, Dekan i.R. Werner Schellenberg, den Schwetzinger Schulen und dem "Theater am Puls" eine öffentliche Gedenkveranstaltung unter dem Motto "Mit Gedächtnis in die Zukunft" gestaltet..."  
    
Dezember 2010: 2011 soll ein Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus errichtet werden      
Artikel von Volker Widdrat in der "Schwetzinger Zeitung" vom 2. Dezember 2010 (Artikel): 
"Gedenken: Stadt stellt bei Informationsveranstaltung im Palais Hirsch vier Vorschläge vor, wie an NS-Opfer erinnert werden könnte. OB soll Mahnmal im Blick haben..."     
 
seit Januar 2011: Diskussion um die Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus in Schwetzingen  
vgl. die Informationen auf der Website des Künstlers Michael Deiml: insbesondere: 
Einführende Seite und Konzeption der Gedenkstätte 
 
27. Januar 2013: Einweihung der Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus   
Am Holocaust-Gedenktag, 27. Januar 2013 wurde eine neue Gedenkstätte für die Opfer des Nationalsozialismus - "Spiegel der Geschichte" -  auf dem Platz zwischen Rathaus und "Hotel Adler Post" eingeweiht. An dieser Stelle stand ehemals das Wohnhaus der beiden jüdischen Familien Levi. An dem im Blick auf die neue Gedenkstätte ausgeschriebenen Wettbewerb hatten sch 72 Künstler beteiligt. Den 1. Preis erhielt Architekt Matthias Braun. Die Gedenkstätte besteht aus einer Gruppe von vier lebensgroßen Menschensilhouetten, die eine Familie darstellen. Die Figuren stehen symbolisch für die Opfer des Nationalsozialismus in Schwetzingen. Die Silhouetten sind aus spiegelpoliertem Edelstahl gearbeitet. Vor den Figuren befindet sich ein Hinweisschild aus Edelstahl, auf dem sich die Gedenkinschrift befindet: "Im Gedenken an die Schwetzinger Opfer des Nationalsozialismus und zur Mahnung an die Wahrung der Demokratie, der Menschenrechte und der Grundrechte. Für die Schwetzinger Bürgerschaft -. Der Gemeinderat und der Oberbürgermeisters am 27. Januar 2013". Auf den Spuren spiegeln sich die Details der Umgebung wider, also Schwetzingen, wo das Unrecht geschehen ist. Zugleich erkennt der Betrachter auch sein Spiegelbild auf der Figuren. Der Betrachter fragt sich, ob nicht auch er hätte damals ein Opfer des Unrechts sein können. Somit wird ein Bezug zwischen Betrachter, Denkmal und Umgebung hergestellt.    
   

Fotos vom Tag der Einweihung 
(Fotos: Michael Ohmsen, 
vgl. Website von M. Ohmsen mit Seiten zu Schwetzingen)   

   
Schwetzingen Gedenkstaette 201307.jpg (185044 Byte) Schwetzingen Gedenkstaette 201308.jpg (193857 Byte) Schwetzingen Gedenkstaette 201309.jpg (215856 Byte) Schwetzingen Gedenkstaette 201303.jpg (252583 Byte)
       
Schwetzingen Gedenkstaette 201304.jpg (124774 Byte) Schwetzingen Gedenkstaette 201305.jpg (350593 Byte) Schwetzingen Gedenkstaette 201306.jpg (300336 Byte)  
 
November 2016: Geschichtlicher Spaziergang "Verfolgte - Widerständige - Ausgebeutete zur Nazizeit in Schwetzingen"  
Zum Geschichtlichen Spaziergang am 5. November 2016 ist eine pdf-Datei eingestellt: Nähere Informationen zum Geschichtlichen Spaziergang.    

   
    

Links und Literatur 

Links: 

Website der Stadt Schwetzingen (beim "virtuellen Stadtrundgang" wird auch auf die alte Synagoge in der Invalidengasse und den Betsaal mit Gedenktafel am Schloss hingewiesen) 
Studienarbeit: Plan für ein jüdisches Gemeindezentrum in Schwetzingen  

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Dokumente der jüdischen Gemeinde Schwetzingen 
In der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart bzw. Staatsarchiv) sind die Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern einsehbar: https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
Zu Schwetzingen sind keine Personenstandsregister vorhanden; eingestellt ist:    
J 386 Bü. 517 Schwetzingen: "Geschichte der Juden von Schwetzingen" von Simon Eichstetter (Original-Manuskript)  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-446737   

Literatur: 

Simon Eichstetter: Geschichte und Familienbuch der jüdischen Gemeinde in Schwetzingen (18. Jh. - 1927)
v.a. das Familienbuch aktualisiert von Heinrich Bloch (1928-1938. 
Digitalisate des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Transkription (2013) Frank-Uwe Betz      Link zur eingestellten pdf-Datei               
Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 257-259. 
Albrecht Lohrbächer/Michael Rittmann: Sie gehörten zu uns – Geschichte und Schicksal der Schwetzinger Juden. Schriften des Stadtarchivs Schwetzingen 7 (1978).  
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 499-502.  
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
Schwetzingen Lit 2016.jpg (57367 Byte) Frank-Uwe Betz: Verfolgte - Widerständige - Ausgebeutete. Über die Nazizeit in der Region Schwetzingen - Hockenheim. Hrsg. vom Arbeitskreis Freundliches Schwetzingen - Verein für regionale Zeitgeschichte. Taschenbuch 176 S. Verlag Regionalkultur 2015. ISBN 978-3897359246. € 13.90.  Zum Inhalt: Marie Schäfer aus Schwetzingen äußerte sich zur Zeit des Zweiten Weltkriegs couragiert gegen 'Führer' und Krieg, wurde denunziert und von den Nazis in Berlin-Plötzensee hingerichtet. Es sind Fälle wie dieser, die das konkrete Funktionieren des NS-Regimes und Formen der Verfolgung exemplarisch verdeutlichen. Auch aus Schwetzingen, Hockenheim und den Gemeinden im Umland ist so von Mutigen zu berichten, die politischen Widerstand leisteten, sich widerständig und solidarisch verhielten.
Doch mehr noch ist auf das Leiden vieler Opfer der Nazis einzugehen. So geht es um die jüdischen Familien Adelsberger, Stern, Ohlhausen, die Eigentümer der Schwetzinger Zeitung, Moch, um 'Gemeinschaftsfremde', 'Euthanasie'-Opfer und die Ausbeutung von Zwangsarbeiter/innen auch in den Orten der Region.
Über fünfzig fundierte Beiträge über Gegebenheiten und Folgen des NS-Regimes „vor Ort“ werden nun in diesem Buch dargelegt. Die meisten davon basieren auf Artikeln von Frank-Uwe Betz, die er in den vergangenen über zehn Jahren in der 'Schwetzinger Zeitung' veröffentlichte, einige auf Zeitzeugen-Interviews mit jüdischen Verfolgten. Sie erhellen viele, oft lange verschwiegene Aspekte der NS-Stadt- und Ortsgeschichten.  
Kurt Glöckler: Sie hat ihr Leben, aber niemals ihre Würde verloren. Artikel über Flora Vogel und die Postkarten, die sie aus dem Lager Gurs geschrieben hat. Erschien in der "Schwetzinger Zeitung" vom 27. Oktober 2016: eingestellt als pdf-Datei
Dazu eingestellt: Textübertragung der Postkarten von Flora Vogel von Frank-Uwe Betz (pdf-Datei).   
Schwetzingen Lit 030.jpg (57076 Byte)Simon Eichstetter: Geschichte und Familienbuch der jüdischen Gemeinde von Schwetzingen. Transkription und Einführung von Frank-Uwe Betz. Hrsg. vom Arbeitskreis Freundliches Schwetzingen und Frank-Uwe Betz.
112 S. mit 37 Abb. und zahlreichen Tabellen, Broschur. Verlag Regional-Kultur Heidelberg - Ubstadt-Weiher - Neustadt a.d.W. usw.  2017.  ISBN 978-3-95505-020-7. 14,90 €. 
Informationen auf Verlagsseite: http://verlag-regionalkultur.de/detail/index/sArticle/995/sCategory/21    
Zum Inhalt: Es ist wohl eine Ironie der Geschichte, dass das einzige schriftliche Zeugnis der jüdischen Gemeinde Schwetzingens nur deshalb überliefert ist, weil die Nationalsozialisten es noch 1945 reproduzieren ließen. Während das von ihnen geraubte Original nach wie vor verschollen ist, liegt der gesamte Text dank der akribischen Arbeit von Frank-Uwe Betz mit dieser Ausgabe erstmals in gedruckter Form vor.
Es handelt sich dabei um handschriftliche Aufzeichnungen über die Geschichte dieser Gemeinde, die ihr Religionslehrer und spätere Hauptlehrer, Simon Eichstetter (1865–1927), hauptsächlich im Jahr 1901 verfasste. Zusätzlich hat er das dazu gehörende Familienbuch angelegt. Die Texte, zu denen auch eine kurze Geschichte Schwetzingens gehört, wurden ab 1928 von Eichstetters Nachfolger im Amt, Henri Bloch, fortgeschrieben.
Die vorliegende Transkription vermittelt somit einen authentischen Einblick in das Leben der aktiven Schwetzinger jüdischen Gemeinde und zeichnet ein bleibendes Bild ihrer Mitglieder und Einrichtungen. Sie wird ergänzt durch eine Einführung, die auf die nazistische Zerstörung dieser jüdischen Gemeinde, auf das Buch und seinen Verfasser, auf Gurs sowie auf den Umgang mit der NS-Vergangenheit und den jüdischen Opfern vor Ort eingeht.    

      
       


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Schwetzingen Baden.  The first Jews settled under the letter of protection given by Count Johann Wilhelm in 1698 to 125 Jewish families in the Palatinate. In 1795, the Court Jew and army supplier Raphael Lazarus Traumann, representing the wellknown Kaulla family, settled in Schwetzingen and became active in the local economy, with his descendants remaining a dominant force in community and commercial life up through the 20th century. The Jewish population grew to 119 in 1880 (total 4,640). In 1867, Karl Traumann served as commissioner of police. Antisemitism intensified in the Weimar period, with the Jewish cemetery (opened in 1893) desecrated many times, but a liberal reaction was also felt. In 1933, 79 Jews remained, with others subsequently arriving. Under the Nazis, the Jewish prayer hall was immediately impounded and Jewish communal prayer was thereafter confined to private homes. Most children were sent to Mannheim and Heidelberg for their schooling in the face if severe persecution in local schools. Throughout the period, 34 Jews emigrated and 53 left for other German cities. On Kristallnacht (9-10 November 1938), Jewish homes were heavily damaged and Jewish men were sent to the Dachau concentration camp and forced to sell their homes at token prices. Twenty-one Jews were left at the end of 1938. The last five Jews were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940. Another 15 were deported after leaving Schwetzingen, 18 perished in the camps.  
   
    

                   
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Stand: 23. Mai 2017