Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Hockenheim (Rhein-Neckar-Kreis)   
Jüdische Geschichte / Betsaal/Synagoge  

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Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english version)   
      
In dem bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts zur Kurpfalz gehörenden Hockenheim bestand eine jüdische Gemeinde bis 1938/40. Ihre Entstehung geht in das 16./ Anfang des 18. Jahrhunderts zurück. 1510 hatte Pfalzgraf Ludwig V. dem Juden Samuel Abraham erlaubt, gegen einen Jahreszins von 6 Gulden in Hockenheim zu wohnen. 1548 waren zwei jüdische Familien am Ort (Familien des Samuel Abraham und seines Sohnes Moses).  
  
1722 und 1743 werden zwei jüdische Familien genannt, die mit Vieh, Pferden, Heu und Getreide handelten. 
  
Erst im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner zu: 1809 fünf jüdische Familien (Lazarus, Marx Lußheimer, Joseph Marx Salomon, Samuel und Hirsch Halle, alle waren arme Hausierhändler), 1825 46 jüdische Personen (2,7 % von insgesamt 1.724 Einwohnern), 1849 90 (2,9 % von 3.102), 1858 133 (4,1 % von 3.217), 1864 165, 1871 137, 1875 130 (3,1 % von 4.176), 1880 127 (2,9 % von 4,390), 1900 112 (1,9 % von 5.795), 1910 74 (1,0 % von 7.094). Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen die jüdischen Familien insbesondere durch den Handel mit Hopfen und Tabak sowie durch die Errichtung von Zigarrenfabriken zu einigem Wohlstand. Andere eröffneten Läden und Handelungen am Ort.       
    
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde eine Synagoge (s.u.), eine Religionsschule (kurzzeitig 1842/43 möglicherweise eine israelitische Konfessionsschule, s.u. Ausschreibung der Lehrerstelle 1842), ein rituelles Bad (zunächst im ehemaligen Haus Goth Ottostraße 7 - gegenüber der Synagoge, nach 1877 Badehäuschen im Synagogenhof, 1938 mit Synagoge zerstört) und einen Friedhof. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich als Vorbeter und Schochet tätig war (vgl. Ausschreibungen der Stelle unten). Die Gemeinde gehörte seit 1827 zum Rabbinatsbezirk Heidelberg. 
  
Im Ersten Weltkrieg fiel aus der Gemeinde Albert Türkheimer (geb. 19.12.1896 in Hockenheim, gef. 4.11.1918). Außerdem ist gefallen: Vizefeldwebel Ernst Lussheimer (geb. 4.2.1893 in Hockenheim, vor 1914 in Mannheim wohnhaft, gef. 5.10.1917).     
  
Um 1933 gehörten jüdischen Familien noch mehrere Textilgeschäfte, Viehhandlungen, ein Kaufhaus und Zigarrenfabriken. Im Einzelnen waren dies insbesondere: Viehhandlung Sally Adelsberger (Schwetzinger Straße 1), Zigarrenfabrik Halle & Bensinger (Parkstraße 1a, abgebrochen), Zigarrenfabrik J. Hockenheimer & Söhne (Bahnhofstraße 2), Textilgeschäft Hermann Maier (Untere Hauptstraße 8), Textilgeschäft Seligmann Türkheimer (Untere Hauptstraße 10), Kaufhaus Reichert, Inh. Leopold Wertheimer (Obere Hauptstraße / Ecke Rathausstraße; Geschäftsaufgabe 1937).  
 
1933 wurden 54 Personen in Hockenheim gezählt (0,5 % von insgesamt 9.662 Einwohnern). In den folgenden Jahren sind die meisten von ihnen auf Grund der Folgen des wirtschaftlichen Boykotts, der zunehmenden Entrechtung und der Repressalien vom Ort verzogen (u.a. Mannheim, Frankfurt, Köln) oder ausgewandert (in die USA u.a. Familie Isaak Loeb). Am 1. Januar 1938 wurden noch 35 jüdische Einwohner gezählt, am 1. Januar 1939 27, unmittelbar vor der Deportation nach Gurs im Oktober 1940 noch sieben. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die jüdischen Läden überfallen und geplündert, die Synagoge zerstört (s.u.). Von der Deportation nach Gurs wurden die Familie Hermann Mayer (Eltern und zwei Kinder) sowie das Ehepaar Jakob und Regina Baumgarten erfasst. In Hockenheim konnte nur der in sogenannter Mischehe verheiratete (seit 1940 getaufte) Moritz Adelsberger bleiben (Untere Hauptstraße 3). Er wurde jedoch gegen Ende des Krieges noch nach Theresienstadt verbracht (hat überlebt; 1945 nach Hockenheim zurückgekehrt).    
  
Von den in Hockenheim geborenen und/oder längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Charlotte Adelsberger geb. Neu (1872), Frieda Adelsberger (1898), Jakob Adelsberger (1871), Wilhelm Adelsberger (1903), Johanna Bär geb. Wallerstein (1886), Ingeborg Charlotte Baumgarten (1920), Ludwig Baumgarten (1890), Regina Baumgarten geb. Durlacher (1882), Berta Bodenheimer geb. Hockenheimer (1875), Rosa Ellinger geb. Hockenheimer (1881), Jenny Fromm geb. Hockenheimer (1888), Jeanette Halle (1868), Flora Hockenhemer (1881, Foto des Grabsteines in Gurs siehe unten), Hermine Hockenheimer (1883), Robert Hockenheimer (1875), Selma Hockenheimer (1888), Gerda Kaufmann geb. Fleischhacker (1913), Theodor Krämer (1879), Lazarus Ludwig Lussheimer (1860), Hermann Maier (1885), Sara Mayer geb. Lussheimer (1856), Elise Nossbaum geb. Halle (1882), Sofie Weil geb. Lussheimer (1865), Leopold Wertheimer (1870).   
        
        
        

Berichte aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
 
   
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer 
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1842 / 1843 / 1849 / 1853      
        

Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 22. Juni 1842  (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Hoffenheim. [Dienstantrag.] Die mit dem Vorsängerdienste vereinigte Lehrstelle an der neu errichteten öffentlichen israelitischen Schule in Hoffenheim im Unterrheinkreise, mit welcher ein Gehalt von 140 fl. nebst freier Wohnung oder dem desfallsigen gesetzlichen Ersatzbetrag und einem Aversalvertrage von 20 fl. für Schulgelder, sowie die Nebengefällt des Vorsängerdienstes verbunden sind, ist zu besetzen. 
Die Bewerber um diese Stelle haben sich nach Maßgabe der hohen Ministerialverordnung vom 7. Juli 1836 (Regierungsblatt Nr. 38) durch ihre betreffenden großherzoglichen Bezirksschulvisitaturen bei der großherzoglichen Bezirksschulvisitatur Hoffenheim, unter Anfügung ihrer Rezeptionsscheine und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel innerhalb 6 Wochen zu melden. 
Karlsruhe, den 9. Juni 1842. Großherzoglicher Oberrat der Israeliten."   
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 14. Januar 1843 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): "Heidelberg. [Bekanntmachung.]. Bei der israelitischen Gemeinde zu Hockenheim, Amts Schwetzingen, ist die Lehrstelle für den Religionsunterricht der Jugend, mit welcher ein Gehalt von 70 fl., nebst freier Kost und Wohnung, sowie der Vorsängerdienst samt den davon abhängigen Gefällen verbunden ist, erledigt, und durch Übereinkunft mit der Gemeinde unter höherer Genehmigung zu besetzen. Die rezipierten israelitischen Schulkandidaten werden daher aufgefordert, unter Vorlage ihrer Rezeptionsurkunde und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, binnen 6 Wochen sich bei der Bezirkssynagoge Heidelberg zu melden. Auch wird bemerkt, dass im Falle sich weder Schul- noch Rabbinatskandidaten melden, andere inländische Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner, zur Bewerbung zugelassen werden. 
Heidelberg, den 3. Januar 1843. Großherzogliche Bezirkssynagoge."    
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 24. Oktober 1849 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): " Die mit einem festen Gehalte von 135 fl. und einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. für jedes die Religionsschule besuchende Kind ( und dem Vorsängerdienste samt den davon abhängigen Gefällen) verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Hockenheim, Synagogenbezirks Heidelberg, ist zu besetzen. 
Die berechtigten Bewerber um dieselbe werden daher aufgefordert, mit ihren Gesuchen unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats bei der Bezirkssynagoge Heidelberg sich zu melden.  
Bei dem Abgange von Meldungen von Schul- und Rabbinatskandidaten können auch andere inländische befähigte Subjekte, nach erstandener Prüfung bei dem Bezirksrabbiner zur Bewerbung zugelassen werden."   
 
Anzeige im "Großherzoglich Badischen Anzeige-Blatt für den See-Kreis" vom 24. September 1853 (Quelle: Stadtarchiv Donaueschingen): " Die mit einem festen Gehalte von 135 fl., einem jährlichen Schulgelde von 48 kr. mit dem Vorsängerdienste und dessen Gefällen verbundene Religionsschulstelle bei der israelitischen Gemeinde Hockenheim ist zu besetzen.  Bewerber um diese Stelle haben unter Vorlage ihrer Aufnahmeurkunden und der Zeugnisse über ihren sittlichen und religiösen Lebenswandel, sich binnen 6 Wochen mittelst des betreffenden Bezirksrabbinats anher zu melden. Sollten weder Schul- noch Rabbinatskandidaten sich um diese Stelle melden, so werden auch andere Inländer nach erstandener Prüfung bei diesseitigem Rabbinate zugelassen."   

     
     
Berichte zu einzelnen Personen aus der Gemeinde 
Goldene Hochzeit von Marx Krauer und seiner Frau (1901)   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 13. Juni 1901: "Hockenheim, 11. Juni (1901). Das Marx Krauer'sche Ehepaar hier, beging heute in guter Gesundheit und geistiger Frische das seltene Fest des goldenen Hochzeitsjubiläums. Obgleich die Feier nur im strengsten Familienkreise gehalten ward, vereinigten sich doch mit den 5 Kindern, 15 Enkeln und 5 Urenkeln, eine große Schar Freunde aus allen Gesellschaftsschichten, um dem würdigen Ehepaar die besten Wünsche und sinnigsten Ovationen darzubringen."  

  
Alexander Alexander tritt nach 38 Jahren vom Amt des Bezirksältesten zurück und wird ausgezeichnet; Hermann Halle wird Nachfolger (1902)        

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. Dezember 1902: "Hockenheim, 15. Dezember (1902). Der durch die Folgen des Alters nötig gewordene Rücktritt des Herrn Alexander Alexander von hier, von den Würden eines Bezirksältesten, dessen Geschäfte er seit 38 Jahren mit Erfolg geführt hatte, gab unserem vielgeliebten Großherzoge Veranlassung, den Zurücktretenden mit dem Verdienstkreuze des hohen Ordens vom Zähringer Löwen zu dekorieren. Unser Bezirksrabbiner, Herr Dr. Pinkuß, übergab gestern persönlich in der Behausung des Ausgezeichneten die Ordensinsignien nebst Stiftungsurkunde und feierte die Verdienste des allgemein Verehrten in der würdigsten Weise. Während der Wirkungszeit von drei Rabbinen auf dem Heidelberger Rabbinate habe er sich durch Sachkenntnis, Schaffensfreudigkeit und liebevolles Entgegenkommen die Anerkennung des Großherzoglichen Oberrates der Israeliten, der Kollegen in der Bezirkssynagoge und sämtlicher Israeliten von Nah und Fern erworben.  
Der Dekorierte, umgeben von seiner Familie, einem Mitglied des Synagogenrats und dem israelitischen Lehrer, dankte, sichtlich gerührt, für die hohe Auszeichnung und für die in schöne Worte gekleidete Anerkennung seiner Leistungen und empfing eine große Schar Gratulanten. Er hatte auch die Ehre, den gestern zur Ortsbereisung hier gewesenen Oberamtmann empfangen zu können, der seine Freude zum Ausdruck brachte, dass ein so würdiger Mann, wie er allgemein höre, die verdiente Ehrung von Höchster Stelle erhalten hatte. 
Durch Erlass Großherzoglichen Oberrats der Israeliten wurde der Vorstand der hiesigen Gemeinde und Mitglied der israelitischen Landesssynode, Herr Fabrikant Hermann Halle, zum Bezirksältesten ernannt."      

 
Zum 70. Geburtstag von Hermann Halle (1910)  

Hockenheim FrfIsrFambl 09091910.jpg (156613 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 9. September 1910: "Hockenheim (Baden). In der hiesigen Zeitung lesen wir: 'Unser Mitbürger, Herr Hermann Halle, feiert heute in stiller, durch Krankheit bedingte Zurückgezogenheit seinen 70. Geburtstag. Der Großherzogliche Oberrat der Israeliten drückte in einem besonderen Schreiben die herzlichsten Glückwünsche aus und nahm gerne Veranlassung, die vielen Verdienste des Jubilars als Synagogenratsvorsteher der hiesigen Gemeinde, als Bezirksältester für den Bezirk Heidelberg und als Synodalmitglied rühmend hervorzuheben, dem Gefeierten vollständige Genesung und einen schönen Lebensabend wünschend. In gleichem herzlichen Tone war auch das Glückwunschschreiben des Bezirksrabbiners Dr. Pinkuß aus Heidelberg gestimmt. Der Bezirksälteste, Herr Ernst Carlebach - Heidelberg, gratulierte im Namen des Synagogenrats Heidelberg und in seinem eigenen Namen. Die Feier hätte gewiss einen außergewöhnlichen ehrenden Ausdruck gefunden, wenn die Familie nicht jede aufregende Feier verbeten hätte. Mit Rücksicht auf die erforderliche Schonung des Kranken, kommen hiermit die Glückwünsche der gesamten israelitischen Gemeinde und gewiss auch der gesamten Bürgerschaft Hockenheims, in derem Ehrenrate Herr Halle eine bevorzugte Stellung eingenommen hat, auf diesem Wege zum Ausdruck. Alle in dem Wunsche einer baldigen vollständigen Genesung!" 
  
Hockenheim AZJ 23091910.jpg (39004 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 23. September 1910: "Herr Hermann Halle in Hockenheim sprach dieser Tage zu seinem 70. Geburtstage der Großherzogliche Oberrat der Israeliten in einem besonderen Schreiben seine Glückwünsche aus und gedachte der Verdienste des Jubilars als Synagogenratsvorsteher der hiesigen Gemeinde, als Bezirksältester für den Bezirk Heidelberg und als Synodalmitglied."  

 
Zum Tod von Friederike Halle geb. Wallerstein (1912)  

Hockenheim FrfIsrFambl 22031912.jpg (36937 Byte)Artikel im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt" vom 22. März 1912: "Hockenheim (Baden). Frau Friederike Halle geb. Wallerstein, die Gattin unseres Bezirksältesten, wurde unter großer Beteiligung aus allen Kreisen der hiesigen Bevölkerung zur letzten Ruhestätte geleitet. Bezirksrabbiner Dr. Pinkus - Heidelberg würdigte am Grabe diese prächtige Frau in meisterhaften Worten."   

  
Zum Tod von Hermann Halle (1913)  

Hockenheim AZJ 31011913.jpg (30160 Byte)Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 31. Januar 1913: "In Hockenheim (Baden) verschied im 73. Lebensjahre Herr Hermann Halle, Bezirksältester und Vorsteher der jüdischen Gemeinde, Inhaber des Verdienstkreuzes vom Zähringer Löwen. Der Verstorbene erfreute sich in allen Kreisen der Bevölkerung höher Wertschätzung."   

       
Erinnerung an die Deportation in das südfranzösische Internierungslager Gurs im Oktober 1940: Grabstein für Flora Hockenheimer in Gurs        

Hockenheim Gurs BK 020.jpg (149808 Byte)  Grabstein im Friedhof des ehemaligen Internierungslagers Gurs für 
Flora Hockenheimer  
geb. am 24. April 1881 in Hockenheim, später wohnhaft in Mannheim,  
am 22. Oktober 1940 nach Gurs deportiert, wo sie am 15. Januar 1941 umgekommen ist. 
(Foto: Bernhard Kukatzki)      

     
     
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen   
Anzeige des Manufakturwarengeschäftes Louis Wallerstein (1890)     

Hockenheim Israelit 28041890.jpg (44254 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 28. April 1890: "Lehrlings-Gesuch
Für mein Manufakturwaren-Geschäft suche per sofort unter günstigen Bedingungen einen jungen Mann in die Lehre. Kost und Wohnung im Hause. Sabbat und Festtage geschlossen. Selbstgeschriebene Offerten an
Louis Wallerstein, Hockenheim, Baden."      
  
Hockenheim Israelit 03051900.jpg (47562 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 3. Mai 1900: "Lehrlings-Gesuch. 
Für mein Manufakturwaren-Geschäft suche ich zum sofortigen Eintritt einen Lehrling 
mit guter Schulbildung unter günstigen Bedingungen. Kost und Wohnung frei im Hause. 
Selbstgeschriebene Offerten an 
Louis Wallerstein, Hockenheim
, Baden."     

  
Lehrlingssuche des Manufakturwaren-Geschäftes S. Türkheimer (1908)  

Hockenheim Israelit 26031908.jpg (40215 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. März 1908: "Suche auf Ostern für mein 
Manufakturwaren-Geschäft
einen 
Lehrling. 
S. Türkheimer Hockenheim
(Baden)."     

    
Weitere Anzeigen   
(zur Verfügung gestellt von Frank-Uwe Betz, Schwetzingen)    

  Schwetzingen Dok 184.jpg (63728 Byte) Schwetzingen Dok 185.jpg (68266 Byte)   
Werbeanzeigen der Viehhandlung Sally Adelsberger in Hockenheim aus der "Schwetzinger Zeitung" vom 2. Juni 1926 (links) 
und vom 10. März 1932 (rechts)   

   
   
Sonstiges
  
Verurteilung des Antisemiten Roth aus Hockenheim (1893)      

Hockenheim Israelit 23011893.jpg (32145 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. Januar 1893: "Mannheim, 17. Januar (1893). Der Antisemit Roth aus Hockenheim wurde heute vom Schwurgericht wegen Meineid nach siebenstündiger Verhandlung zu 2 Jahren Zuchthaus verurteilt. Die Mitangeklagten Kraus und Schränkler wurden freigesprochen."      

    
    
    

Zur Geschichte des Betsaales / der Synagoge
             
   
Am Anfang des 19. Jahrhunderts wird bereits ein Betsaal vorhanden gewesen sein, da 1802 als Vorsänger Hirsch Philippsohn genannt wird, der 1809 den Namen Hirsch Hall annahm. Möglicherweise befand sich dieser Betsaal damals schon im Haus des Jacob und Löw Alexander, die beide jedoch in einer Namensliste der Hockenheimer Juden von 1809 noch nicht genannt werden. 1833 wird jedenfalls berichtet, dass in deren Haus "schon lange Jahre hindurch" die Gebete verrichtet worden seien, der Platz aber jetzt "nicht mehr hinreicht".  
  
Um 1830 plante die jüdische Gemeinde den Bau einer Synagoge. Erstmals bat sie im Juli 1832 die Behörden um eine Baugenehmigung. Am 20. Dezember 1832 gab der Oberrat der Israeliten hierzu die Erlaubnis. Ein geeignetes Grundstück konnte bald gefunden werden. Nach einem Kostenvoranschlag musste die Gemeinde für die Synagoge etwa 1.845 Gulden aufbringen. Die Aufnahme eines Kredites in Höhe von 600 Gulden wurde vom Oberrat unter der Bedingung genehmigt, dass ein Tilgungsfonds eingerichtet werde. Im Januar 1833 erschienen die Vertreter der israelitischen Gemeinde beim Bezirksamt Schwetzingen und baten um baldige Bauerlaubnis und um die Zurückgabe der dem Bezirksamt schon einige Zeit zuvor überreichten Baupläne. Die Synagoge ist im Laufe des Jahres 1833 in der Ottostraße/Ecke Rathausstrasse erbaut worden. Kleinere Reparaturen wurden in den folgenden Jahrzehnten immer wieder ausgeführt. So wurde 1872 ein neues Eingangstor hergestellt.  
     
1874
führte ein bezirksärztliches Gutachten der Synagoge zu Überlegungen, die Synagoge umzubauen. Der Bezirksarzt kam zum Ergebnis, dass der Betsaal für die damals regelmäßig erscheinenden 30 Männer ausreichend sei. Anders verhalte es sich jedoch mit der Frauenempore, die nur ein Viertel des Männerraumes ausmache. Der 2,10 m hohe, 10,80 m lange und etwa 2,70 m tiefe Raum mit seinen 25 Plätzen für Frauen sei nicht ausreichend, zumal nach den Informationen des Bezirksarztes 35 Frauen die Gottesdienste besuchen wollten. Vor allem sei die Luft auf der Frauenempore sehr schlecht. Die israelitische Gemeinde reagierte zunächst sehr zurückhaltend auf das Gutachten. Von einem Umbau der Frauenempore wollte man nichts wissen und obwohl man einräumte, dass der Raum "knapp eingeteilt" sei, hielt ihn dennoch für ausreichend. In den folgenden drei Jahren ergab sich dann doch eine Mehrheit in der Gemeinde für einen Umbau der Synagoge. Man hatte Pläne des Architekten G.A. Schilling anfertigen lassen und ließ diese im Februar 1877 von den Behörden genehmigen. Allerdings war der sich anschließende Umbau ein kostspieliges Unternehmen für die Gemeinde. Nur über ein Darlehen von 6.000 Mark ließ sich der Umbau finanzieren. 
      
Die Gasbeleuchtung wird in der Synagoge eingeführt - Leuchter abzugeben (1902)  

Hockenheim Israelit 24021902.jpg (60048 Byte)Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 24. Februar 1902: "Die israelitische Gemeinde Hockenheim (Baden) hat in Folge Einrichtung mit Gasbeleuchtung in der Synagoge, einen prachtvollen Broncekronleuchter nebst sechs doppelarmige Wandleuchter und zwei Kandelaber am Betpult, sehr gut erhalten, billigst abzugeben.  
Der Synagogenrat."  

In der Pogromnacht 1938 wurde die Synagoge am 10. November 1938 bis auf die Grundmauern niedergebrannt. Der Platz wurde mit der Verwaltung der Stadtwerke neu überbaut. Um 2000 wurde mit der Rathauserweiterung eine weitere Neubebauung des Grundstückes vorgenommen.   
     
Eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Synagoge wurde 1979 angebracht (auch am Neubau des Rathauses).  
     
     
     

Fotos/Darstellungen 
Historische Pläne vom Umbau 1877 des Architekten G.A. Schilling: 
(Die Pläne - Originale im Generallandesarchiv Karlsruhe 362/810 - sind veröffentlicht bei H. Huth s. Lit. S. 92f)

Hockenheim Synagoge 008.jpg (34202 Byte) Hockenheim Synagoge 005.jpg (65075 Byte) Hockenheim Synagoge 006.jpg (68037 Byte)
Lageplan der Synagoge im Bereich 
heutige Ottostraße/ Rathausstraße
 (mit Eintragung des Badhauses)
Synagoge Hoffenheim: 
Frontansicht von der 
Straßenseite
Hofansicht der 
Synagoge
  
     
  Hockenheim Synagoge 007.jpg (66989 Byte) Hockenheim Synagoge 004.jpg (87173 Byte)
  Schnitt durch die Synagoge 
hinter Straßenfassade
Längsschnitt entsprechend 
der Hofansicht
      
Historische Ansichtskarte 
mit Synagoge 
Hockenheim1.jpg (52871 Byte)
  Die Abbildung wurde mit freundlicher Genehmigung von Frantisek Bányai 
aus der Website www.judaica.cz übernommen.  
     
Hinweis: Ein Foto der Ottostraße mit der Synagoge vor November 1938, dazu ein Foto der Ottostraße in den 1960er-Jahren findet sich auch im Buch von Alfred Rupp / Erich Losert /Manfred Christ: Hockenheim in unvergessenen Bildern. Sutton Verlag Erfurt 2009. S. 13.  

  
Fotos nach 1945/Gegenwart:  

Fotos um 1985:
(Fotos: Hahn)
Hockenheim Synagoge 009.jpg (46540 Byte) Hockenheim Synagoge 010.jpg (21392 Byte)
Ecke Rathausstraße/ Ottostraße 
mit der neuen Bebauung 
Gedenktafel für die 
ehemalige Synagoge
     
Fotos 2003:
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 14.10.2003)
Hockenheim Synagoge 150.jpg (70970 Byte) Hockenheim Synagoge 152.jpg (64786 Byte) Hockenheim Synagoge 151.jpg (40498 Byte)
Blick auf den neuen Erweiterungsbau 
des Rathauses von der Rathausstraße 
Der neue Erweiterungsbau des Rathauses
 auf dem ehemaligen Synagogengrundstück
Die Gedenktafel ist 
dieselbe geblieben 
         
     

  
  
Erinnerungsarbeit vor Ort - einzelne Berichte   

November 2011: In Hockenheim sollen "Stolpersteine" verlegt werden    
Artikel von Hans Schuppel in der "Schwetzinger Zeitung" vom 23. November 2011: "AK 'Jüdische Geschichte': Projekt 'Stolpersteine' umsetzen. 
An Schicksal Hockenheimer Juden erinnern.
24 in Hockenheim geborene Juden wurden von den Nazis deportiert. 14 Opfer der Verfolgung unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft (1933-1945) hatten damals ihren Wohnsitz in Hockenheim. Ihnen soll mit sogenannten Stolpersteinen gedacht werden..."   
Link zum Artikel - auch eingestellt als pdf-Datei.      
  
Juli 2012: Rundgang auf den Spuren der jüdischen Geschichte     
Artikel von Anke Koob in der "Hockenheimer Tageszeitung" vom 20. Juli 2012: "Rundgang. Rund 80 Bürger begeben sich auf die Spuren jüdischer Geschichte. Stolpersteine sollen zum Opfergedenken installiert werden. Zeichen gegen das Vergessen setzen..."    
Link zum Artikel     
 
Oktober 2012: Zustimmung des Gemeinderates zur Verlegung von "Stolpersteinen" in Hockenheim 
Artikel von Harald Berlinghof in der "Rhein-Neckar-Zeitung" vom Oktober 2012: "Stolpersteine auch in Hockenheim 
Hockenheim. Knapp 700 Städte und Gemeinden - darunter die Stadt Mannheim - beteiligen sich mit inzwischen fast 35000 'Stolpersteinen' an einem Projekt, das an die Verfolgten und Opfer des Naziregimes erinnern soll. Nach dem Beschluss des Gemeinderats in seiner jüngsten Sitzung wird es auch in Hockenheim auf Gehwegen der Stadt solche Stolpersteine, über die man nur gedanklich, nicht real stolpern soll, geben.
Der Arbeitskreis Jüdische Geschichte sowie die Evangelische Kirchengemeinde, das Katholische Pfarramt St. Georg, die Evangelisch-methodistische Kirchengemeinde und die Arbeitsgemeinschaft christlicher Gemeinden hatten sich mit gleichlautenden Anträgen an die Stadtverwaltung gewandt, mit der Bitte, auch in der Rennstadt das Verlegen solcher Gedenksteine zu ermöglichen, die mit einer zehn auf zehn Zentimeter großen Messingplatte ebenerdig in das Gehwegpflaster eingelassen werden. Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig.
Alle Fraktionen im Gemeinderat zeigten sich grundsätzlich bereit, an dem Projekt teilzunehmen. 'Die Stolpersteine klagen nicht an, sie drängen sich nicht auf, sie wollen gefunden werden', betonte Markus Fuchs (CDU). Gabi Horn (FWV) sah darin einen wichtigen Beitrag gegen das Vergessen und Willi Keller (SPD) erklärte, dass "die Sozialdemokraten diese Maßnahme als Mahnung sehen, dass nie wieder Gewalt, Krieg und Vertreibung in Verbindung mit anderen menschenverachtenden Gräueltaten von einer deutschen Staatsmacht ausgehen darf". Michael Gelb (FDP) begrüßte das Projekt. "Wir geben den Opfern damit einen Namen". Und der Grüne Adolf Härdle betonte, dass man mit "vollem Herzen" diesem Antrag zustimmen werde. 
Dass am Ende doch kein einstimmiger Beschluss herauskam, lag an den beiden FWV-Gemeinderäten Heinz Seßler und Stefan Weber. Weber enthielt sich der Stimme und Seßler begründete seine Ablehnung damit, dass zwar Juden, religiös und politisch Verfolgten, Sinti und Roma sowie Andersdenken mit den Stolpersteinen gedacht werde, 'aber wer denkt an die Vertriebenenopfer und an andere Kriegsopfer?'
Allen Bürgern, die dies wünschen, soll die Stadtverwaltung die Genehmigung erteilen, an einem von ihnen ausgewählten Ort der Erinnerung - in der Regel vor dem letzten frei gewählten Wohnsitz des Opfers - Stolpersteine mit der Namensnennung des Opfers auf eigene Rechnung zu verlegen. Die Kosten je Stein belaufen sich auf 120 Euro. Das Einverständnis von Angehörigen der verfolgten Personen muss vorher eingeholt werden. Die jetzigen Eigentümer der betroffenen Häuser müssen nur informiert werden.
Teile des Gemeinderats hätten es lieber gesehen, wenn mit den Hauseigentümern ein Einverständnis erzielt werden müsste. Doch beschlossen wurde schließlich die Variante, in der nur die Informationspflicht gegenüber dem Eigentümer festgelegt ist."
Link zum Artikel    
Ähnlicher Artikel in der "Hockenheimer Tageszeitung" vom 25. Oktober 2012: "Breite Mehrheit ebnet Weg für 'Stolpersteine'...
Link zum Artikel
    
  
November 2013: In Hockenheim werden "Stolpersteine" verlegt    
Artikel von Hans Schuppel in der "Hockenheimer Zeitung" vom 14. Oktober 2013 (Link zum Artikel, nachfolgend nur teilweise zitiert): "Projekt 'Stolpersteine': Erste Gedenksteine werden am 7. November verlegt / Erinnerung an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft
Den Opfern wieder einen Namen geben.
Vier Jahre nach der ersten öffentlichen Forderung werden am Donnerstag, 7. November, die ersten Stolpersteine in Hockenheim verlegt. 24 in Hockenheim geborene Juden wurden von den Nazis deportiert. 14 Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft hatten damals ihren Wohnsitz in Hockenheim. Ihnen soll mit den sogenannten Stolpersteinen gedacht werden. Der eigentliche Ursprung der Initiative liegt weiter zurück: 1997, nach einer Lesung über das südfranzösische Internierungslager Gurs, bildete sich eine kleine Gruppe, um die Geschichte der Hockenheimer Juden aufzuarbeiten. Es folgten die Broschüre "Jüdisches Leben in Hockenheim", die Aufstellung eines Gedenksteins im Rathaus und weitere Aktionen wie ein sehr gut besuchter "Stolperrundgang"...
...Die ersten 17 Hockenheimer Stolpersteine, einer kostet 120 Euro, werden am Donnerstag, 7. November, an den letzten Wohnstätten der jüdischen Familien Adelsberger, Untere Hauptstraße 3, Adelsberger, Schwetzinger Straße 1, und Baumgarten/Fleischhacker, Schwetzinger Straße 12, sowie bei dem Zeugen Jehovas Werner Allenberger, Hildastraße 6, verlegt. Die erste Verlegung mit Gunter Demnig findet um 14 Uhr in der Unteren Hauptstraße 3 statt. Laut Klaus Brandenburger vom Arbeitskreis "Jüdische Geschichte in Hockenheim" begleiten Hockenheimer Schüler das Projekt.
Schulklassen sehr engagiert. Überhaupt nimmt das Thema "Juden in Hockenheim" bei den Schulen einen großen Stellenwert ein. So werden Schüler aus den Gauß-Klassen von Claus Ebner und Gudrun Hillen an die betroffenen Familien erinnern und die Bläserklasse der Realschule die Verlegung musikalisch begleiten..."     
  
August 2014: Schüler erstellen eine App zu den "Stolpersteinen"   
Artikel von Hanna Weber in der "Hockenheimer Zeitung" vom 2. August 2014: "Theodor-Heuss-Realschule: Verband Region Rhein-Neckar und Stadt würdigen App-Projekt der Klasse 7a zu Stolpersteinen
'Da habt ihr fürs Leben gelernt'

'Da habt ihr was mit Tiefgang gewählt. Alle Achtung!' Ralph Schlusche vom Verband Region Rhein-Neckar würdigte gestern eine ganz besondere Projektarbeit der Theodor-Heuss-Realschule: 27 Schüler der Klasse 7a hatten eine App rund um die Stolpersteine in der Stadt entwickelt - und dafür einen Preis des Verbands erhalten (wir berichteten). Zumindest ein Teil der Klasse war (trotz Ferien) beim Vor-Ort-Termin in der Unteren Hauptstraße 3 dabei und erklärte die Inhalte der Software für Mobilgeräte wie Smartphones oder Tablet-PCs. 'Es ist toll, wie ihr Geschichte mit allerneuester Technik verbunden habt', zeigte sich auch Oberbürgermeister Dieter Gummer begeistert. Die Schüler hätten sich sehr hohen Anforderungen gestellt und damit viel fürs Leben gelernt, sagte Schlusche. 'Und wenn ihr Freude am App-Programmieren gefunden habt, könnt ihr damit mal Geld verdienen...'
App-Wettbewerb. Bei dem regionalen Wettbewerb 'Spielend durch die Region! Zeigt uns eure Heimat als App!' des Verbandes Region Rhein-Neckar sollten 12- bis 21-Jährige Stadtführungen, Erlebnistouren, Rallyes oder Audioguides für ihre Stadt oder Gemeinde entwickeln. Es waren zwölf Beiträge eingegangen. Der Wettbewerb sei Teil des Binnenmarketings des Verbandes, so Direktor Ralph Schlusche. Damit solle die Region innerhalb der Region bekannter gemacht werden. Die App der Hockenheimer Schüler kann unter www.rhein-neckar-apps.de/onlineversion/main.html heruntergeladen werden. Unter www.stolpersteine.weebly.com hat die Klasse weitere Informationen sowie Fotos und Interviews rund um die Stolpersteine in der Rennstadt zusammengestellt, darunter auch Hintergründe zu den Namen auf den Steinen. hafi
Die Gruppe aus der Hockenheimer Realschule sei unter den Teilnehmern die einzige Gruppe mit Mädchen gewesen, merkte der Verbandsdirektor an. 'Und wir waren die einzigen, die als komplette Klasse dabei waren', fügte Lehrer Linh Thai hinzu, der das Projekt der IT-Profilklasse leitete..."  
Link zum Artikel      

  
   

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Hockenheim  
Zur Seite über den jüdischen Friedhof in Hockenheim (interner Link)  

Quellen:  

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Hockenheim 
In der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg (Hauptstaatsarchiv Stuttgart) sind die Personenstandsregister jüdischer Gemeinden in Württemberg, Baden und Hohenzollern einsehbar: https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=5632     
Zu Hockenheim sind vorhanden:    
J 386 Bü. 273  Hockenheim Gräberverzeichnis 1879 - 1938 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-445328   
J 386 Bü. 274  Hockenheim Geburten 1811 - 1870  Eheschließungen 1811 - 1868  Sterbefälle 1811 - 1870  http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=1-445329        
 
Hinweis auf die Dokumentation der jüdischen Grabsteine in Baden-Württemberg des Landesdenkmalamtes Baden-Württemberg   
Im Bestand  https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/olf/struktur.php?bestand=24368  auf der linken Seite bei "Hockenheim" über das "+" zu den einzelnen Grabsteinen; es sind 53 Grabsteine dokumentiert (mit Fotos).     
Im Bestand EL 228 b I Bü. 147 finden sich zum Friedhof Hockenheim Belegungsplan, Belegungslisten, Dokumentation Grabstein 1 bis 53 http://www.landesarchiv-bw.de/plink/?f=2-1899123       

Literatur:   

Franz Hundsnurscher/Gerhard Taddey: Die jüdischen Gemeinden in Baden. 1968. S. 133-134.  
Germania Judaica III,1 S. 564. 
    
Ernst Brauch: Das Schicksal der Hockenheimer Juden. In: Hockenheim. Stadt im Auf- und Umbruch. 1965 S. 185-194.
Hinweis: Die Veröffentlichung des Buches "Hockenheim - Stadt im Auf- und Umbruch" erfolgte im Jahr 1933! 1965 waren bei einer Neuauflage zeitbedingte Veränderungen erforderlich: "Als ich 1933 die Geschichte der Hockenheimer Juden zum ersten Mal veröffentlichte, ... (konnte ich nicht) wissen, welche Folgerungen vielleicht aus Abschnitten gezogen werden mochten, die wahrheitsgemäß auch das Negative im Wirtschaftsleben der Juden schilderten. Ob man sie als 'moralische Handhabe' für das ungesetzliche und unmenschliche Tun mitbenutzte, kann niemand sagen, aber bedrückend bleibt es doch."
Im ersten Satz nach der Zwischenüberschrift „Die 'Endlösung' der Judenfrage“ heißt es: "Bis zur 'Kristallnacht' am 8./9. November 1938 hat man den Juden nichts in den Weg gelegt." Über "Arier", "reinrassige Juden" oder das "Schicksal", nach Auschwitz "zu kommen": "Frieda und Wilhelm Adelsberger kamen im August 1942 nach Auschwitz. Moritz Adelsberger bewahrte seine Ehe mit einer Arierin vor dem gleichen Schicksal." "Ludwig Baumgarten - kein reinrassiger Jude - begleitete seine Ehefrau geb. Durlacher und zwei Kinder nach Gurs. Ihr Schicksal ist unbekannt."   
Auf Grund der NS-Vergangenheit von Ernst Brauch (1902-1974;
 seinerzeit Gewerbelehrers, Heimatforscher und Leiter der
 Schwetzinger Volkshochschule) wurde anlässlich seines 
100. Geburtstages im Jahr 2002 eine kontroverse 
Debatte geführt (vgl. Dokumente rechts).  
Schwetzingen PA Brauch 01.jpg (458342 Byte) Schwetzingen PA Brauch 02.jpg (250316 Byte) Schwetzingen PA Brauch 03.jpg (246739 Byte)

  

Walter A. Loeb: Lass dir die Fremde zur Heimat – aber nie die Heimat zur Fremde werden, in: Dokumentation der Stadt Hockenheim zum 1200jährigen Bestehen. 1969. S.70-71.  

Hans Huth: Die Kunstdenkmäler des Landkreises Mannheim, in: Die Kunstdenkmäler Badens X,3 (1967) S. 85.92-93.    

Margit Meyer-Düttingdorf/Felicitas Offenloch-Brandenburger: Jüdisches Leben in Hockenheim - ein Teil unserer Stadtgeschichte. Hg. zum Tag des offenen Denkmals am 13.9.1998 vom "Arbeitskreis Jüdische Geschichte in Hockenheim".
Bezug über die Herausgeberinnen: Margit Meyer-Düttingdorf, Obere Hauptstraße 24, 68766 Hockenheim, E-Mail; Felicitas Offenloch-Brandenburger, Murgweg 6, 68766 Hockenheim.  
Joseph Walk (Hrsg.): Württemberg - Hohenzollern - Baden. Reihe: Pinkas Hakehillot. Encyclopedia of Jewish Communities from their foundation till after the Holocaust (hebräisch). Yad Vashem Jerusalem 1986. S. 307-308.       
synagogenbuch-1.jpg (32869 Byte)Joachim Hahn / Jürgen Krüger: "Hier ist nichts anderes als Gottes Haus...". Synagogen in Baden-Württemberg. Band 1: Geschichte und Architektur. Band 2: Orte und Einrichtungen. Hg. von Rüdiger Schmidt, Badische Landesbibliothek, Karlsruhe und Meier Schwarz, Synagogue Memorial, Jerusalem. Stuttgart 2007.    
  
  

  

     
      


 

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the Holocaust". 
First published in 2001 by NEW YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad Vashem Jerusalem, Israel.

Hockenheim  Baden. The first Jews settled in 1510. The community began to grow in the 19th century. A small synagogue was built in 1833 and a Jewish elementary school operated in 1820-43. The Jewish population reached a peak of 137 in 1871 (about 3 % of the total). Antisemitism increased in the 1890s and in der post-worldwar I period. In 1933, 52 Jews remained. Jewish cigarette factories, employing 800 workers, continued to operate until 1938. By that time, ten Jews had emigrated and 13 had left for other German cities. On Kristallnacht (9-10 November 1938), the synagogue was burned down by the SA and Jewish men were detained in the Dachau concentration camp. Another 19 left by the end of 1939. The last six Jews were deported to the Gurs concentration camp on 22 October 1940 while ten of those who had fled to other German cities were also dispatched to the camps. 
   
      

                   
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Stand: 07. März 2016