Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Stadtlengsfeld (Wartburgkreis) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde          
     
Siehe Seite zur Synagoge in Stadtlengsfeld (interner Link)     
  
  
Zur Geschichte des Friedhofes               
    
Der jüdische  Friedhof in Stadtlengsfeld wurde nach Angaben von Lehrer Willy Katz (bis 1926 jüdischer Lehrer in Stadtlengsfeld) Anfang des 17. Jahrhunderts angelegt. Der Friedhof wurde bis zum 20. Jahrhundert mehrfach erweitert (insbesondere 1729 und zuletzt 1920). Es sind mindestens 600 Grabsteine erhalten. Der ältere Friedhofsbereich liegt auf einer gegenüber der Umgebung aufgeschütteten Fläche, sodass sich darunter auch noch ein oder zwei Schichten älterer Gräber als die noch erkennbaren Gräber / Grabsteine befinden könnten. 
   
Der langjährige Lehrer der jüdischen Gemeinde Stadtlengsfeld schrieb 1928 zur Geschichte des Friedhofes: "Anfang des 17. Jahrhunderts erwarben sie (sc. die Juden von Stadtlengsfeld) ein Stückchen Land am Fischbacher Weg zu einem Begräbnisplatz, für das sie jährlich 4 Gulden 30 Kreuzer als Lehnsbekenntnis zahlen mussten. 1729 kaufte die dortige Judenschaft zur Erweiterung ihres Begräbnisses ein Stück Acker für 65 Gulden rheinisch mit lehnsherrlichem Konsens hinzu 'und weil solches ad manus mortuas kommt, mit der Kondition und dem Vorbehalt, alle 12 Jahre einen Lehnsfall zu bezahlen und das Lehen aufs neue zu empfangen. Und so nun der ganze Begräbnisort, so alt als neu, ein Frei-Lehn, indem sie nicht die geringsten weitern onera als das jährliche Lehnsbekenntnis und quasi Schutzgeld dem Lehnsherrn davon zu entrichten haben, mithin muss solches nicht mit 7, sondern mit 10 pro Centum verlehnrechtet werden. Und so nun das Stück, alt und neu zusammen für 150 Gulden rechnet, tut auf jeden Fall und alle zwölf Jahre 15 Gulden, und weil sie den alten Begräbnisplatz bereits über 100 Jahre besessen und mittlerweile keine Lehnsrenovation stattgefunden, so wären wenigstens 8 Lehnsfälle und also 120 Gulden Lehnsgeld noch rückständig und nachzuzahlen.' (Eine Verjährung gab’s also nicht). Im Laufe der Zeit musste der Friedhof noch mehrfach vergrößert werden, zuletzt 1920. Eine weitere Vergrößerung ist für die Zukunft ausgeschlossen, da die Stadt über ihn hinausgewachsen, er ringsum von Häusern umgeben ist. "   
     
     
Lage des Friedhofes                
    
An der Straße "Roter Graben"; Schlüssel über Gemeindeverwaltung (Rathaus, 1. Stock Bauamt)  
     
     
Fotos 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum: 27.6.2011)         

Das äußere Eingangstor  
zur Straße Roter Graben  
Weg zwischen 
den Toren  
Das innere 
Eingangstor  
 Dieses Foto in hoher Auflösung        
     
Blicke über den Friedhof - vom Eingangstor kommend     Blick über den Friedhofe  
 Dieses Foto in hoher Auflösung      Dieses Foto in hoher Auflösung   
     
 Blick über den 
Friedhof 
 Grabstein mit Symbol der "Krone" 
(steht für ein Leben, das eine Krone 
verdient hat)  
 Teilansicht des 
Friedhofes  
     
    Dieses Foto in hoher Auflösung   
     
 Blick auf die umgebenden Häuser an der
 Straße "Roter Graben"; die Aufschüttung 
der Friedhofsfläche wird erkennbar  
 Teilansichten des Friedhofes 
  
     
 Teilansichten des Friedhofes    Grabstein für den Arzt 
Dr. Samuel Hess  
   
     
  Teilansichten des Friedhofes    Grabstein Mitte für "Nachum ben 
Elieser HaLevi Rosenblatt"  
   
     
 Teilansicht des 
Friedhofes  
 Grabstein rechts für 
Jonas Lebenstamm (gest. 1867)  
Grabstein links für Schadel Hecht, rechts 
für die Frau von Moses Huhn - 
Megele (?) geb. Rosenblatt   
      
     
 Grabsteine - Vorder- und Rückseite - für Abraham Sonder 
und seine Frau Sara geb. Koppel (?)   
 Grabstein links für Babette Bien 
geb. Lindner (1828-1908)  
     
 Grabstein links für Sara Huhn geb. 
Mosenthal (1837-1905), rechts für die 
Frau von Landrabbiner Dr. Wiesen: 
Ida geb. Berg (1865-1905)  
Grabstein links für Henriette Hess geb.
 Grünbaum, rechts für Rosalie Salzer geb.
 Rosenblatt, "Gattin des verst. Grossherzogl. Landrabbiner Dr. Salzer" (1850-1906)   
Grabstein links für Bertha Richheimer 
aus Dermbach (1878-1910), rechts für 
Louise Rothschild geb. Weiskopf (?)
 (1858-1912) 
     
 Grabstein links für Leopold Schloss
 (1852-1914) und Lina geb. Pfeiffer 
(1856 Burgpreppach-1913) sowie rechts
 dahinter für Marianne Ludwig (1847-1915) 
Grabstein links für den Gemeindevorsteher
 Jacob Huhn /1827-1910), rechts für 
Louis Huhn (1856-1920) und 
Babette Huhn (1872-1929) 
 Grabstein links für den Gerbermeister 
David Stiebel (1825-1908), rechts 
dahinter für Max Klaar 
(1875-1922)  
      
 Grabstein links für Sophie Huhn 
geb. Freudenthal (1837-1926), rechts für  
Isaac Huhn (1833-1908)  
 Grabstein für den prakt. Arzt 
Dr. Moritz Rehfeld (1862-1925?)
  
Grabstein für Meyer Stiebel 
(1829-1905) (?)
   
     
 Grabstein für Lina Levistein geb. Weiss
 (1862-1935) und Meier Levistein 
(1857-1933)  
 Grabstein links für Moses Grünbaum,
dahinter umgestürzte Steine 
und Grabsteinfragmente  
 umgestürzter Grabstein - 
etliche Steine  zeigen Spuren 
von Schändung / Zerstörung  
     
    
 Grabstein links für Fanny Sonder 
geb. Glückauf (1856-1935), rechts für
 (Lea Frau des Jehuda HaKohen) Baumgart
 (1832-1919)  
    
     

      
        

Links und Literatur  

Links:

Website der Stadt Stadtlengsfeld   

Zur Seite über die Synagoge in Stadtlengsfeld (interner Link)  

Literatur:  

Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer. Berlin 1992. S. 287-288.  
Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994. S. 616.  
Israel Schwierz: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de) 2007. Zum Download der Dokumentation (interner Link).     

     
     

                   
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Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 15. November 2014