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Vallendar (Kreis
Mayen-Koblenz)
Jüdische Geschichte / Synagoge
Übersicht:
Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde (english
version)
In dem seit Beginn des 13. Jahrhunderts den Grafen von
Sayn gehörenden Ort Vallendar lebten jüdische Personen vereinzelt bereits im Mittelalter.
1333 stellte Graf Engelbert II. einem (weiteren?) Juden in Vallendar einen
Schutzbrief aus. Im 15. Jahrhundert erfolgten mehrere Aufnahmen durch den
Erzbischof von Trier, dem inzwischen ein Teil von Vallendar gehörte. 1486 wird
der bedeutende jüdische Tierarzt Ytzinger der Junge von Kronberg
(Cronenberg) in Vallendar
genannt (s.u.). 1487-93 lebte mindestens eine jüdische Person, 1499 mindestens zwei
jüdische Familien in der Stadt (mit drei Männern, vier Frauen und Gesinde).
Die beiden Familien wurden damals gegen eine Zahlung von 35 Gulden für den
Zeitraum von fünf Jahren aufgenommen. - Mehrfach werden im 15. Jahrhundert nach Vallendar benannte Juden in anderen
Städten genannt (u.a. 1498 in Rhens). Auch in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts lebten mehrere
jüdische Familien in Vallendar.
1768 hatten die in Vallendar lebenden Juden ein Schutzgeld in Höhe von 6 Rthlr
36 Alb zu zahlen, später werden Schutzgelder in Höhe von 7 Rthlr 12 Alb und 7
Rthlr 30 Alb. genannt. Die Schutzgelder erhielt hälftig der Graf von
Sayn-Wittgenstein und der Erzbischof von Trier.
Die Entstehung der neuzeitlichen jüdischen Gemeinde geht in das 18.
Jahrhundert zurück. 1781 werden vier jüdische Familien genannt. Gegen Ende
des 18. Jahrhunderts waren es zehn bis zwölf Familien mit zusammen etwa 50
Personen. Im 19. Jahrhundert nahm die Zahl der jüdischen Einwohner weiter zu:
1822 81 jüdische Einwohner, 1852 23 Familien mit 128 Personen, 1880 40
Familien, 1895 181 Personen, 1903 50 Familien mit etwa 200 Personen. Seit den
1920er-Jahren ging die Zahl der jüdischen Einwohner durch Aus- und Abwanderung
langsam zurück.
An Einrichtungen hatte die jüdische Gemeinde einen Betsaal, seit 1857
eine Synagoge (s.u.) mit daneben stehender Mikwe (rituelles Bad) sowie eine
Religionsschule bzw. zeitweise eine israelitische Elementarschule. Die Toten der jüdischen Gemeinde wurden im nahen Weitersburg
beigesetzt, seit 1920 auf einem eigenen Friedhof
in Vallendar. Zur Besorgung religiöser Aufgaben der Gemeinde war ein Lehrer angestellt, der zugleich
als Kantor und Schächter tätig war (vgl. unten Ausschreibungstexte für die
Stelle; 1921 wurde nur ein Schochet gesucht). 1825 besuchten die damals 30
schulpflichtigen jüdischen Kinder die christliche Schule am Ort und erhielten
dazuhin den Religionsunterricht durch einen vom Bonner Oberrabbiner dafür bestimmten
Lehrer. 1855 wurde eine israelitische Elementarschule in Vallendar eingerichtet,
nachdem mit Lehrer Leopold Dahl ein ausgebildeter Elementarlehrer vor Ort
war. Nach seiner Pensionierung folgten als Lehrer zwei holländische und von 1879
bis 1887 ein russischer Lehrer an der Schule. 1887 wurde der Schulbetrieb der
israelitischen Elementarschule eingestellt. Danach besuchten die jüdischen
Kinder wieder die christliche Schule am Ort und erhielten separat
Religionsunterricht durch den jüdischen Religionslehrer und Vorbeter. Um
1884/1907 unterrichtete Lehrer Tobias Kohn in Vallendar. Er unterrichte
teilweise auch in Nachbargemeinden und war zugleich Mohel (Beschneider). 1909 wird
als Lehrer Emil Silbermann in Vallendar genannt (in: "Der
Israelit" vom 26. August 1909 S. 17 und 23. September 1909 S. 17). Zwischen
1911 oder wenig später bis zu seinem Tod 1925 war als Vorbeter und Lehrer
Hermann Rieck (= Chaim Rick) in der Gemeinde.
Im Ersten Weltkrieg fielen aus der jüdischen Gemeinde Hugo Loeb (geb.
21.10.1893 in Vallendar, gef. 2.5.1915), Leopold Loeb (geb. 13.7.1893 in
Vallendar, gef. 26.2.1917), Siegfried Loeb (geb. 29.10.1887 in Vallendar, gef.
7.9.1914) und Adolf Scheie (Scheye, geb. 11.6.1884 in Vallendar, gef.
11.9.1916). Mit dem Eisernen Kreuz (EK II) wurden für ihren Kriegseinsatz
ausgezeichnet: Julius Salomon, Offiziers-Stellvertreter im
68. Infanterie-Regiment (in: "Jüdische Volkszeitung" vom 23. Oktober 1914
S. 6) sowie Felix Loeb, Unteroffizier beim Stabe der 15. Reservedivision
(in: "Israelitisches Familienblatt" vom 3. Juni 1915 S. 3). Der
Offiziersstellvertreter Victor Loeb aus Vallendar, 1914 im bayrischen
Landwehr-Infanterieregiment Nr. 5, wurde mit dem bayrischen
Militärverdienstkreuz zweiter Klasse mit Krone und Schwertern ausgezeichnet und
zum Leutnant der Landwehr befördert (in: "Dr. Bloch's österreichische
Wochenschrift" vom 1. Januar 1915 S. 5).
Um 1925, als etwa 200 Personen zur
jüdischen Gemeinde gehörten (3,33 % von insgesamt etwa 6.000 Einwohnern),
waren die Gemeindevorsteher Joseph Alexander I, Simon Salomon, Gottschalk
Herz, Julius Salomon. Der Repräsentanz gehörten an: Joseph Alexander
II, Joseph Salomon, Felix Loeb, Jakob Günther, Hermann Scheye, Benno Adler und
Siegmund Kallmann. Als "Lehrer, Schochet, Kantor und Prediger" war
Hugo Neumann angestellt. Er erteilte damals 17 schulpflichtigen jüdischen
Kindern den Religionsunterricht. An jüdischen Vereinen
bestanden ein Frauenverein (gegründet 1875, 1925 ca. 30 Mitglieder unter Fanny
Loeb, 1932 Berta Kallmann, Zweck: Unterstützung Hilfsbedürftiger und Kranker, Bestattung) und der Verein für jüdische Geschichte und Literatur (etwa 20
Mitglieder unter Lehrer Neumann).
1932 war erster Gemeindevorsitzender
Joseph Alexander (Seilerbahn), 2. Vors. Siegfried Seligmann (Kirchstraße 22),
3. Vors. Felix Loeb (Stockgasse). Zur Repräsentanz gehörten acht
Gemeindeglieder unter dem Vorsitz von Siegmund Kallmann (Hellenstraße) an. Wie
1925 war Hugo Neumann "Prediger, Lehrer, Kantor und Schochet".
Er erteilte 1932 12 Kindern aus der Gemeinde den Religionsunterricht. Die
Vorstandsarbeit geschah in verschiedenen Ausschüssen: Wohlfahrtsausschuss
(unter Abraham Seligmann), Friedhofsausschuss (unter Hermann Loeb),
Finanzausschuss (unter Leo Leb), Synagogenausschuss (unter Hermann Salomon und
Lous Wolfskehl), Schächtausschuss (unter Gottschalk Loeb) und der
Steuerausschuss (unter Max Loeb). Zur jüdischen Gemeinde gehörten auch die in
Mallendar und Niederwerk lebenden jüdischen Einwohner.
Nach 1933 ist ein Teil der
jüdischen Gemeindeglieder (1933: 140 Personen) auf Grund der zunehmenden Entrechtung und der
Repressalien weggezogen beziehungsweise ausgewandert. Dennoch blieb ein
größerer Teil der jüdischen Gemeindeglieder trotz der Ereignisse beim Novemberpogrom
1938 in Vallendar. 1942 wurden die letzten 41 in der Stadt lebenden
jüdischen Personen deportiert.
Von den in Vallendar geborenen und/oder
längere Zeit am Ort wohnhaften jüdischen Personen sind in der NS-Zeit
umgekommen (Angaben nach den Listen von Yad
Vashem, Jerusalem und den Angaben des "Gedenkbuches
- Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen
Gewaltherrschaft in Deutschland 1933-1945"): Benno Adler (1883), Johanna Adler (1883),
Alfred Alexander (1900), Arnold
Alexander (1889), Hanna Alexander geb. Grünebaum (1883), Johanna Alexander geb.
Weil (1901), Joseph Alexander (1866), Karla (Carla) Alexander (1936), Rita
Alexander (1923), Berta (Herta) Cahn geb. Herz (1868), Julius Daniel (1888),
Sally Fischel (1890), Hermine Fleursheimer geb. Heli (1876), Rosa Frenkel (1883), Sabine
Goldschmitt geb. Nathan (1882),
Amalie Günther (1891), Gertrud Günther (1889), Julius Günther (1892), Olga
Günther geb. Loeb (1900), Rosel Hayum geb. Seligmann (1908), Johanna Heli (1891),
Max Heli (1888), Moritz Max Heli (1865), Frieda Herz (1891), Gottschalk Herz (1882), Martha Herz (1913), Selma
Jordan geb. Loeb (1887), Valentine Kaufmann geb. Salomon (1866), Erna Kombert
geb. Salomon (1900), Albert Loeb (1889), Arno Loeb (1925), Bertha Loeb (1875), Ernst Loeb
(1889), Erich Loeb (1919), Ernst Loeb (1889), Felix Alfred Loeb (1884), Ferdinand Loeb (1876),
Flora Loeb geb. Kahn (1898), Hedwig Loeb geb. Loeb (1882), Hertha Loeb geb.
Seligmann (1910), Hertha Loeb (1927), Julia Loeb (1866), Julius Löb (1897), Martha Loeb
(1927, vgl. Kennkarte unten),
Max Loeb (1872), Minna Loeb geb. Goldschmidt (1875), Moritz (Moses) Loeb (1883),
Otto Loeb (1905), Rudolf Loeb (1869), Ruth Loeb (1936), Sara Loeb geb. Staam (1866), Sophie Loeb (1880), Tilly Loeb geb. Grünebaum (1880),
Viktor Loeb (1885), Berta Mayer geb. Salomon (1874), Hermine Mayer (1876), Eva Meyer geb. Salomon
(1865),
Klara Moses geb. Loh (1879), Helene
Nathan geb. Hess (1875), Henriette Nathan geb. Loeb (1880), Isaak Nathan (1871),
Julie Nathan (1877), Leopold Nathan (1875), Leopold Nathan (1910), Rosa Nathan (1879), Karoline
(Lina, Betti)
Neumann geb. Heli (1883), Franziska Nussbaum geb. Scheye (1893), Karl Manfred
Östreicher (1921), Antonie Salomon (1872), Hermann Salomon
(1873), Josef Salomon (1884), Max Salomon (1876), Nettchen Salomon
geb. Levy (1875), Pauline Salomon geb. Winter (1893), Regina Salomon geb. Levy (1886), Rosa Salomon geb. Stern
(1891), Sally Salomon (1885), Anna Scheff (1890), Julius Scheye (1896), Max
Scheye (Scheije, 1895), Ida Schwarz geb. Nathan (1878), Heinrich Seligmann (1880), Milli
Seligmann geb. Wallheimer (1887), Rebecca Seligmann geb. Kaufmann (1875),
Salomon Seligmann (1875), Siegfried Seligmann (1862), Netta Strauß geb. Salomon
(1878), Fanny Waller (1867), Julie Wolf geb. Salomon (1866).
Seit den 1990er-Jahren erinnert ein Mahnmal unterhalb der katholische
Pfarrkirche an 99 deportierte Vallendarer Juden. In der Stadt wurden 2012,
2014 und 2015 "Stolpersteine" zur Erinnerung an einige der jüdischen Opfer der
NS-Zeit verlegt: so wurden im Februar 2014 wurden verlegt: vor dem Haus Hellenstraße 13
für den Viehhändler Sally Salomon und seine Frau Rosa geb. Stern; vor dem Haus
Hellenstraße 46 für Hermann Salomon (Inhaber einer Metzgerei) und Frau Nettchen geb. Levy sowie Leopold Nathan und seine Frau Helen geb. Hess; vor dem Haus
Rathausplatz 17 für Max Salomon (Metzger) und Frau Regina geb. Levy. Weitere
Information vgl. u.a. Wikipedia-Artikel
Liste der Stolpersteine in Vallendar.
Aus der Geschichte der jüdischen Gemeinde
Text der Hinweistafel auf dem jüdischen
Friedhof Weitersburg zur jüdischen Geschichte in Vallendar
"Zur Geschichte
der jüdischen Kultusgemeinde Vallendar-Weitersburg. Seit dem Jahr 1333 sind
jüdische Einwohner in den überlieferten Dokumenten erwähnt. Um 1900 bestand
die jüdische Kultusgemeinde aus rund 200 Mitgliedern. Hatte es bis 1863 noch
das Bestreben gegeben, die Bendorfer und Vallendarer jüdischen Familien zu
einer Kultusgemeinde zusammenzuschließen, so gab die fertig gestellte Synagoge
in Vallendar 1856 den Anlass, dass Vallendar zu einer selbst verwalteten
Kultusgemeinde wurde.
Der Neubau dieser Synagoge wurde vom damaligen Vallendarer Bürgermeister
Schmitz stark unterstützt: 'Von dem Grundsatz ausgehend, dass wir alle Brüder
sind, ermutigte ich die Juden, ich machte ihnen Vorschläge zur Erbauung einer
kleinen Synagoge."
Die Einweihung, bei der die Torarollen in feierlichem Umzug durch die Straßen
von Vallendar getragen wurden, erfolgte unter starker Beteiligung der Behörden,
der christlichen Religionsvertreter und der gesamten Vallendarer Bevölkerung.
Alle Dokumente berichten von einem guten Einvernehmen: Die Kinder besuchten
gemeinsam die Schulen am Ort, zwischen 1900 und 1920 war immer einer der
Vallendarer Stadtverordneten jüdischer Konfessionen, die jährlichen
Theateraufführungen des jüdischen Talmud-Tora-Vereins waren von Vallendarer
Bürgern sehr gut besucht, Juden gehörten selbstverständlich zu den Radfahr-, Turn-,
Ruder-, Gesangs- und sogar Karnevalsvereinen.
Da sich in Vallendar vor 1933 kein Anzeichen für einen rassistisch begründeten
Antisemitismus findet, können v.a. die ab 1935 eingeführten
Gesetzesveränderungen (z.B. 'Gesetz zum Schutz des deutschen Blutes und der
deutschen Ehre') für den schleichenden Entfremdungsprozess verantwortlich
gemacht werden." |
Aus der Geschichte der jüdischen Lehrer
Ausschreibungen der Stelle des Religionslehrers / Vorbeters / Schochet 1859 /
1862 / 1863 / 1871 / 1878 / 1911 / 1921
Anzeige in "Allgemeine
Zeitung des Judentums" vom 7. März 1859: "In Vallendar, einem
freundlichen Landstädtchen, 3/4 Stunden von Koblenz entfernt, ist die mit
einem reinen Einkommen von jährlich 200 Talern verbundene Stelle eines israelitischen
Religionslehrers, der zugleich das Schächten des Viehes ohne weitere
Entschädigung zu besorgen hat, erledigt.
Qualifizierte Bewerber um dieselbe werden eingeladen, sich unter Vorlage
ihrer Zeugnisse binnen 4 Wochen bei mir zu melden.
Vallendar, 1. März 1859. Der Bürgermeister Schmitz". |
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Anzeige
in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums" vom 8. Juli 1862:
"In Vallendar (Städtchen), 1 Stunde von Koblenz am Rhein, wird die
Stelle eines unverheirateten Religionslehrers, Vorbeters und Schächters
bis im Monat November vakant. Der Gehalt ist 200 Taler nebst 25 Talern
Nebeneinkünfte. Es wird hauptsächlich auf einen angenehmen Vorbeter
reflektiert. Anmeldungen bei Unterzeichnetem. Der Vorsteher Joseph Löb.
Vallendar bei Koblenz am Rhein." |
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Anzeige in der Zeitschrift
"Der Israelit" vom 23.12.1863: "In Vallendar
(Städtchen), 1 Stunde von Koblenz ist die Stelle eines Lehrers, Vorbeters
und Schächters vakant, der Gehalt ist 250 Taler. Der Eintritt kann sofort
geschehen. Anmeldungen bei unterzeichnetem Vorstand.
Vallendar, den 28. Oktober 1863 Samuel Nathan." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 15. März 1871:
"Vakanz. Die Synagogen-Gemeinde Vallendar am Rhein sucht einen
jüdischen konzessionierten Lehrer zu engagieren. De Funktionen bestehen
aus: 1. Religionslehrer, 2. Kantor, 3. Schochet. Der Gehalt beträgt 250
Taler ohne Nebeneinkommen, welches besonders in Betreff der Schechita
stark ist. Eintritt sofort. Qualifizierende, unverheiratete Bewerber
wollen sich unter Beifügung ihrer Atteste an den Unterzeichneten sofort
wenden. Reisekosten werden die Hälfte erstattet. S. Nathan,
Vorsteher." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 20. November 1878:
"Vakanz. Durch erfolgten Tod unseres früheren Lehrers ist die
Stelle der Synagogengemeinde Vallendar am Rhein anderweitig zu besetzen
und zwar durch einen unverehelichten gediegenen Mann. Die Funktionen sind
Religionslehrer, Kantor und Schochet. Gehalt pro anno 900 Mark mit 300 -
500 Mark und noch höher, je nach Kenntnisse, Nebeneinkommen. Bewerbungen
mit Referenzen sind an den Vorstand der Synagogengemeinde Vallendar am
Rhein franco zu richten. Reisespesen werden nur bei einem Engagement
erstattet und zwar für die Probereise." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 14. September 1911:
"Die hiesige Stelle als Lehrer, Vorbeter und Schochet ist per
sofort zu besetzen. Gehalt Mark 2.000. Ausführliche Bewerbungsschreiben
sind zu richten an Feist Loeb, Vallendar (Rhein). |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. August 1921:
"Wir suchen für unsere ziemlich umfangreiche Schechito einen
gewandten unverheiratete Schauchet. Derselbe kann im Nebenamt
kaufmännische Beschäftigung finden. Bewerber mit Referenzen orthodoxer
Rabbiner sind zu richten an den Vorsitzenden der Gemeinde Josef Alexander
I, in Vallendar bei Koblenz." |
Rabbiner Dr. Jacobs erteilt
Schiurim (religiöse Unterrichtsstunden für Jugendliche und Erwachsene) in Vallendar (1926)
Anmerkung: Rabbiner
Dr. Alfred Abraham Jacobs (letzter Rabbiner in
Kreuznach von 1927 bis 1938): geb. 1897
in Nuttlar, Westfalen, gest. 1972 in New York; nach Studium in Berlin (1922
Rabbinerexamen) 1924 Promotion in Würzburg; 1922 bis 1927 Lehrer an der
Talmud-Tauroh-Schule in Köln, danach Rabbiner in
Kreuznach; nach Novemberpogrom 1938 KZ
Dachau; 1939 in die USA emigriert; bis 1966 Hauslehrer für hebräische
Bibelkunde, Talmudwissenschaft und Religionsgesetz in Washington; ab 1966
Ruhestand in New York.
Mitteilung
in "Der Israelit" vom 19. Februar 1925: "In Düsseldorf unterrichtet Herr
Rabbiner Dr. Weyl die Jugend und die Erwachsenen, ohne sich Ferien zu
gönnen, von morgens bis abends. Er leistet damit das Beste und Notwendigste,
was der jüdischen Sache frommt. Herr Rabbiner Dr. Jacobs hält in
Vallendar Schiurim (Religiöse Unterrichtsstunden). Herr Dr.
Goldmann erteilt in mehreren Gemeinden Unterricht. Herr Lehrer Fein -
Boppard betreut die Jugend im
Regierungsbezirk Koblenz und im Hunsrück." |
Zum Tod von Lehrer Chajim Rick (Hermann Rieck, 1925)
Anmerkung: Chajim Rick wird sonst auch genannt als Hermann Rieck, nach unten
stehendem Bericht kam er als "Zögling der Wolochiner Jeschiwa" nach Deutschland
und ist dann möglicherweise in Mingolsheim (Datenbank jüdischer Lehrer in
Bayern) aufgewachsen. Er hat am Lehrerseminar in Linnich (Rheinprovinz) bzw.
Köln studiert und war von September 1901 bis 1911 Lehrer in
Harburg. Bei einer Verlobungsfeier von "Frl.
Selma Nebel in Harburg mit Herrn S. Rosenau aus Gunzenhausen" sammelte er im
April 1904 Geld zur Unterstützung des israelitischen Lehrerunterstützungsverein
"Achawa" ein. Als Mitglied des Lehrervereins Achawa wird Hermann Rieck
in Vallendar auch im "Rechenschaftsbericht" für das Jahr 1913 (1914) S. 43
genannt. Nach dem Bericht in "Mitteilungen des Israelitischen Lehrervereins
für Bayern" vom 16. Oktober 1925 S. 1 starb er in Vallendar nach langem Leiden
und hinterlíeß neben seiner Witwe noch drei Kinder.
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. September 1925: "Vallendar
am Rhein, 7. September (1925). Plötzlich verstarb der hiesige
langjährige Lehrer Chajim Rick. Er kam gerade aus Frankfurt, wohin er
übersiedeln wollte, nach der früheren Heimatgemeinde zurück, um
Angelegenheiten der Familie zu ordnen und fand hier, ungeahnt und
unerwartet, die letzte Heimat.
Lehrer Rick kam vor vielen Jahren aus dem Osten als Zögling der
Woloschiner Jeschiwa nach Deutschland und eignete sich am Jüdischen
Lehrerseminar zu Köln sehr rasch profanes Wissen und gründliche
fachliche Ausbildung an. Dabei blieb er sein Leben lang unerschütterlich
in der tiefen Gottesfurcht der Jugend. Ein goldreiner Charakter,
ausgezeichnet mit Toragelehrsamkeit, weltlichem Wissen und tiefer
ehrlicher Frömmigkeit, versah er gewissenhaft den Lehrerdienst in
verschiedenen Gemeinden Deutschlands, in den letzten Jahrzehnten zu
Vallendar, wo er sich großer Beliebtheit erfreute. Beim Niedergange der
Gemeinde infolge des Krieges und der Nachkriegszeit, sah er sich, schon
alternd, in der Lage, anderswo eine neue Existenz aufzubauen, und es zog
ihn nach Frankfurt, wo er hoffte, die zweite Hälfte seines Lebens in Tora
und Gottesdienst verbringen zu können. Just war es ihm mit Hilfe von
Freunden gelungen, in Frankfurt eine Stelle zu erhalten, die ihm eine
Grundlage zur Existenz geboten hätte. Da fuhr er nach Hause zu seiner
Familie, um dort die letzte Ruhe zu finden. Erschütternd wirkte die Kunde
im Kreise der Frankfurter Freunde, die den Mann wegen seiner herrlichen
Eigenschaften achteten und liebten.
Chajim Rick hinterlässt Frau und mehrere in jüdischem Sinne bestens
erzogene, aber völlig unversorgte Kinder. Möge ihnen Gott seinen
Trost und seine Hilfe angedeihen lassen. Seine Seele sei eingebunden in
den Bund des Lebens." |
Lehrer Hermann Rieck sucht Lehrstelle für seinen Sohn (1922)
Anmerkung: Lehrer Rieck hat neben seinem Lehrergehalt offenbar noch durch eine
Tabakwaren-Großhandlung seinen Lebensunterhalt verdient.
Anzeige
in "Israelitisches Familienblatt" vom 21. Dezember 1922: "Suche für meinen
fünfzehnjährigen Sohn, kräftig und geweckt, welcher Mittel- und
Handelsschule absolviert,
Lehrstelle
in einem an Schabbat und an Feiertagen geschlossenen Geschäfte, mit Pension
und zahle eventuell teilweise Vergütung.
Hermann Rieck, Tabakwaren-Großhandlung, Vallendar am Rhein." |
Aus dem jüdischen Gemeindeleben
Spendenaufruf des Lehrers Tobias Kohn (1889)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 4. November 1889: "Aufruf!
Die unverheiratete Tochter eines unterer bedeutendsten Rabbiner bedarf
wegen ihres Gemütszustandes längere Zeit der ärztlichen Behandlung und
Pflege in einer israelitischen Anstalt. Da die Patientin ohne Mittel ist
und die Angehörigen ebenfalls nicht in der Lage sind, die Pensionskosten
der israelitischen Anstalt - so niedrig auch die Pflegekosten von
derselben bemessen wurden - zu zahlen, so wird nichts anderes übrig
bleiben, als die arme Patientin auf Kosten der Heimatgemeinde einer
Staatsanstalt zu überwiesen.
Dieses würde aber nicht nur der Heilung hinderlich sein, sondern es
würde auch den Angehörigen und namentlich der fromm erzogenen Patientin
selbst großen, die Genesung erschwerenden Kummer bereiten, wenn sie
gezwungen, unkoschere Speisen essen zu müssen.
Edeldenkende Glaubensgenossen werden deshalb flehentlich um Unterstützung
und Beiträge für die Pflegekosten in der jüdischen Anstalt
gebeten.
Tobias Kohn, Lehrer in Vallendar. Die Expedition des 'Israelit' und 'Jeschurun'
ist gerne bereit, Gaben in Empfang zu nehmen und weiter zu
befördern." |
Vortragsveranstaltung in der Synagoge (1919)
Artikel
in "Jüdische Rundschau" vom 13. Juni 1919: "Vallendar a. Rh. Am 18.
Mai sprach in der Synagoge vor den zahlreich erschienenen
Gemeindemitgliedern der Gemeinden Vallendar, Bendorf, Grenzhausen,
Immendorf, Herr Dr. Loeb aus Ahrweiler über 'Jüdische Aufgaben der
Gegenwart', ln der sich an den Vortrag anschließenden Diskussion unterstrich
Herr Lehrer Riek, Vallendar, die Ausführungen des
Vorredners, während Herr Lehrer Okansky, Bendorf, Stellung gegen jede
zionistische Regung nahm. An Spenden wurden etwa 700 M. gezeichnet. Es
besteht die Möglichkeit, in fast jedem jüdischen Haus eine N.-F.-Büchse
aufzustellen." |
Vortrag von
Rabbiner Dr. Wolf aus Köln in der Gemeinde (1927)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 18. August 1927: "Vallendar,
1. August (1927). Am letzten Sonntag hielt hier Herr Rabbiner Dr. Wolf,
Köln, einen Vortrag, der großen Eindruck auf alle Hörer machte. Die
hiesige Gemeinde weiß ihm vielen Dank für diesen ihr verschafften
Genuss." |
Kleine Mitteilungen aus dem jüdischen Gemeindeleben
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| - 1932: In der Rubrik "Wo Juden
unerwünscht sind - Judenfeindliche Hotels und Pensionen und ausgesprochen
'christliche Häuser'" wird aufgeführt: "Vallendar: A. Kobs" (in
"Israelitisches Familienblatt" vom 21. Juli 1932 S. 5).
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| - 1934: In Vallendar zeigte am 17.
April 1934 im Rahmen der "zionistischen Arbeit" Herr Kaiser-Blüth
(vermutlich Karl Kaiser-Blüth oder sein Bruder Julius Kaiser-Blüth aus Köln)
einen "Bildstreifen" (= Film) über "Tel Aviv" (in: "Jüdische Rundschau"
vom 15. Juni 1934 S. 13). |
| - 1934: in Vallendar hielt am 12. Juni
1934 im Rahmen der "zionistischen Arbeit" Herr Dr. Capell aus Düsseldorf
einen Vortrag über "Das deutsche Judentum vor der zionistschen Entscheidung"
(in "Jüdische Rundschau" vom 6. Juli 1934 S. 14). |
| - 1934: in Vallendar wurde - zusammen
mit Koblenz - eine "Makkabigruppe" gegründet (= jüdische Sportgruppe,
nachdem die jüdischen Jugendlichen nicht mehr in nichtjüdische Sportgruppen
aufgenommen wurden) (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 19. Juli 1934
S. 14, später genannt als "Makkabi Vallendar", u.a. in "Jüdische Rundschau"
vom 12. Oktober 1934 S. 11). |
| - 1935: Am 18. Dezember 1935 wurde in
Vallendar eine zionistische Arbeitsgemeinschaft gegründet, der 32
Gemeindemitglieder beitraten. Sie wird geleitet von Lehrer Neumann unter
Mitwirkung von Herbert Scheye (in: "Jüdische Rundschau" vom 24. Dezember
1935 S. 17). |
| - 1936: Verlobung (mit
Verlobungsanzeige) von Gretel Löb aus Vallendar und Lothar Bromberger
aus Altona im August 1936 (Empfang: Sonntag 26. August, Altona,
Eimsbüttelerstraße 24, von 11-2 Uhr) (in: "Israelitisches
Familienblatt" vom 27. August 1936 S. 6). |
| - 1936: Geburt (mit Geburtsanzeige)
von Tamara Scheye in Vallendar, Tochter von Herbert Scheye und Frau
("Das zweite Töchterchen ist angekommen") (Anzeige in "Israeliisches
Familienblatt" vom 18. August 1936 S. 10). |
| - 1936: Silberne Hochzeit von Benno
Adler und Frau Johanna geb. Grünebaum am 13. August 1936 in Vallendar
(in: "israelitisches Familienblatt" vom 13. August 1936). |
Berichte zu
einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
Über den jüdischen Tierarzt Ytzinger der Junge von Cronenberg (1486)
Aus einem Beitrag von Adolf Israel Kober:
Zur Geschichte der jüdischen Ärzte. In: Monatsschrift für Geschichte und
Wissenschaft des Judentums. Heft 1 Januar 1939 S. 305-312. Zitat von S. 310:
"Nach einer Notiz im Temporale (Anm. 25) des Erzbischofs Johann II. von
Trier erhielt der Jude Ytzinger der Junge von Cronenberg (Anm. 26) zu Anfang
des Jahres 1486 die Erlaubnis, sich als Pferdearzt in Vallendar (Anm. 27)
niederzulassen. Die Herrschaft Vallendar war damals im gemeinschaftlichen
Besitz Kurtriers und der Grafen von Sayn Wittgenstein (Anm. 28), des
Geschlechtes des S. 307 genannten Kölner Dompropstes. Dieser Umstand, die
Einmaligkeit des Auftauchens eines jüdischen Tierarztes und das zeitliche
Zusammentreffen machen es wahrscheinlich, daß Ytzinger mit dem 1487 nach
Köln gerufenen Tierarzt David identisch ist."
Anmerkungen: "25 Goerz, Regesten d. Erzbischöfe zu Trier, Trier 1861, S.
262.
26 Wahrscheinlich die heutige Wüstung Itzingen hei Altenbamberg und das Dorf
Cronenberg bei Lauterecken, beide nördliche Rheinpfalz. (Vgl. W. Fabricius,
Exläuterungen zum geschichtlichen Atlas d. Rheinprovinz VI: Die Herrschaften
d. unteren Nahegebietes, Bonn 1914, S. 77*f. u. 83* f.).
27 Auf dem rechten Rheinufer unterhalb Koblenz.
28 Goerz, S. 176, 228, 244 u. 278". |
Goldene Hochzeit des nach Philadelphia ausgewanderten Paares Jacob Loeb und Mina
geb. Harf (Jacob aus Vallendar, 1907)
Hinweis: das Grab von Jacob Loeb (geb. 2. März 1829, gest. 14. Januar 1920 in
Philadelphia) und das Grab von Amelia "Mina" Loeb (geb. 1836, gest. 1926) finden
sich im Adath Jeshurun Cemetery, Philadelphia, Pennsylvania/USA. Ihre Kinder
waren Henrietta Loeb (1865-1923), Louis Loeb (1872-1961), Carrie Loeb
(1874-1964) und Beulah Loeb (1876-1883).
Links:
https://de.findagrave.com/memorial/195503124/jacob-loeb und
https://de.findagrave.com/memorial/195503172/amelia-loeb
Mitteilung
im "Frankfurter Israelitischen Familienblatt - Neue jüdische Presse" vom 15.
März 1907: "Philadelphia. Ihre goldene Hochzeit feierten in
Rüstigkeit Herr Jacob Loeb und Frau Mina geb. Harf. Der Jubilar ist in
Vallendar am Rhein und die Jubilarin in
Seibersbach bei Kreuznach geboren." |
Grab
von Jacob Loeb (geb. 1829 in Vallendar, gest. 1920 in Philadelphia)
im Adath Jeshurun Cemetery in Philadelphia, PA/USA. |
Zum Tod von Sara Alexander geb. Cohn (1930)
Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 10. April 1930:
"Vallendar, 7. April (1930). Am Mittwoch, 4. Nissan (= 2.
April 1930), wurde hier Frau Alexander geb. Cohn zu Grabe getragen.
Einer frommen süd-bayerischen Rabbinerfamilie entsprossen, gründete sie
hier ein eigenes Heim und mit ihr zog nach dem Vorbilde ihres seligen
Vetters, Rabbiner Dr. Cohn - das Gedenken an den Gerechten ist zum
Segen - (Ichenhausen) treue
streng traditionelle Überlieferung ein, die sie auf allen Wegen pflegte.
Zwei Menschen fanden sich hier, die jeder an seinem Platze in gleicher
Weise für die Gesamtinteressen des Judentums gewirkt hatten. Jedoch
mancher tiefe Gram hat seine Furchen in der Verblichenen Lebensbild
gezogen und trotzdem hat sie, mit dem stillen Mut der Entsagung ihr
Geschick getragen, denn in ihrem Leben kannte sie nur Gottesfurcht und aus
dieser wurzelnde ehrenamtliche Arbeit ('Arbeit für den Himmel').
'Süß ist der Schlaf des Arbeiters, ob er wenig oder viel von dieser Welt
genieße.' Wenn irgend eine, so hat die edle Sara Alexander geb. Cohn - das
Andenken der Gerechten ist zum Segen - ein Anrecht auf diesen süßen,
ruhigen Schlaf, den wir im Monat Nissan durch keinen Klageton
stören dürfen. Doch im Friedhof konnte unser sehr geehrter Herr
Rabbiner Dr. Wolf als Freund der Verblichenen es nicht unterdrücken,
innerhalb seines Schiur auf die Edle hinzuweisen. Die ungewöhnliche
Teilnahme, mit der ihre ungezählten Freunde ihr Krankenbett direkt und im
Geiste umstanden, die Fülle der Nachfragen, die in den Monaten bangen
Wartens niemals nachgelassen haben, beweist, welch tiefe Wurzeln die Liebe
geschlagen hat, die von dieser Frau ausging, und die ihr nun
zurückströmte. In diesem Sinne wird ihr Andenken ein wahres und
gesegnetes bleiben. Ihre Seele sei eingebunden in den Bund des
Lebens." |
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Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. März 1931: "Schmerzerfüllt
teilen wir Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch mit, dass unsere
teure Mutter. Großmutter, Urgroßmutter, Schwester und Tante
Frau Rabbiner Fanny Cohn geb. Koschland
im 80. Lebensjahre sanft verschieden ist
Ichenhausen, Hamburg, Vallendar
den 25. Februar 1931
Die trauernden Hinterbliebenen." |
| Anmerkung: Fanny Cohn geb. Koschland war
die Witwe des Rabbiners in Ichenhausen Dr. Aron Cohn (gest. 1922), vgl.
Seite zu Ichenhausen. Fanny
ist am 13. Januar 1852 in Ichenhausen geboren als Tochter von Seligmann
Koschland (1816-1901) und der Sophie (Sprinz) geb. Hirsch (1823-1885). Die
oben genannte Sara Alexander geb. Cohn was die Kousine von Rabbiner Dr.
Cohn. |
70. Geburtstag des Gemeindevorsteher Joseph Alexander
(1936)
Artikel
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 5. März 1936: "Vallendar,
2. März (1936). Seinen 70. Geburtstag feierte unser verdienter erster
Vorsteher, Herr Joseph Alexander. Beim Schabbos-Festgottesdienst
zeigte Herr Lehrer Neumann in sinnreichen Worten auf, in welch'
vorbildlicher Weise der Jubilar in den 23 Jahren seiner ehrenamtlichen
Tätigkeit zum Besten der Gemeinde durch seine bewusst-jüdische
Einstellung im Sinne von Tora, Gottesdienst und Wohltätigkeit gewirkt
hat. Insbesondere kennzeichnete er, wie der Gefeierte sich für die
Errichtung und Erhaltung der Mikwoh einsetzte. (Alles Gute) bis 120
Jahre." |
Kleine Mitteilungen zu einzelnen Personen aus der jüdischen Gemeinde
| - 1911: als Mohel (Beschneider)
empfiehlt sich über eine Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 14.
Juli 1910 S. 8: S. Mannheimer in Vallendar. |
| - 1921: Verlobung (mit
Verlobungsanzeige) von Flora Kahn von Mainz (Franziskanerstraße und
Felix Loeb von Vallendar im November 1921/Marcheschwan 5682(in:
"Israelitisches Familienblatt" vom 17. November 1921 S. 11)
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| - 1930: In: "Israelitisches
Familienblatt" vom 31. Juli 1930 S. 15 wird in der "Sportecke"
berichtet: "Ein hervorragender jüdischer Ruderer. Ein glänzender
Erfolg wurde dem jungen jüdischen Wassersportler Herbert Scheye aus
Vallendar (bei Koblenz) bei der Regatta in Gelsenkirchsn zuteil. Auch in
diesem Jahre konnte er sich die Meisterschaft Westdeutschlands im
Einer holen und sämtliche Konkurrenzen schlagen. Scheye ging mit 2
Bootslängen durchs Ziel vor Duisburg und stellte einen Rekord in der Zeit
von 2:27 Minuten auf." |
| - 1931: Barmizwa von
Erich Adler, Sohn von Benno Adler in Vallendar am Schabbat Paraschat
Emor (in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 23. April 1931 S. 8). |
| - 1931: Hochzeit am 30. August 1931
von Herta Forst aus Kastellaun mit
Siegfried Salomon aus Vallendar; Trauung am 30. August 1931 um 12.30 Uhr
in Bingen, Restaurant Bier (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 27.
August 1931 S. 5; die Verlobung der beiden wurde mitgeteilt in:
"Israelitisches Familienblatt" vom 18. Dezember 1930 S. 5). |
| - 1932: Verlobung von Karola
Salomon in Vallendar mit Ludi Mayer in Kobenz (in: "Israelitisches
Familienblatt" vom 15. Dezember 1932 S. 6). |
| - 1933: Hochzeit von Julius Oster aus
Uedem und Erna geb. Loeb aus Vallendar am 19. November 1933 (in:
"Israelitisches Familienblatt" vom 16. November 1933 S. 6).
|
| - 1934: Hochzeit von Herbert Scheye
aus Vallendar und Friedel geb. Seligmann aus
Kastellaun am 11. Februar 1934 (in:
"Israelitisches Familienblatt" vom 8. Februar 1934 S. 5). |
| - 1934: Verlobung (mit
Verlobungsanzeige) von Mally Oppenheimer aus
Usingen im Taunus mit Julius Kallmann von Vallendar im März 1934
(in: "Israelitisches Familienblatt vom 29. März 1934 S. 5). |
| - 1934: 90. Geburtstag von Sophie
Scheye in Vallendar am 3. Mai 1934 (in: "Israelitisches
Familienblatt" vom 3. Mai 1934 S. 15). |
| - 1934: Tod von Emma Salomon in
Vallendar, Frau von Jos. Salomo (Repräsentant der Gemeinde), gestorben
im Alter von 45 Jahren (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 9. August
1934 S. 15). |
| - 1934: Verlobung (mit
Verlobungsanzeige) von Lisel Salomon von Vallendar mit Walter Uhlmann
von Bad Driburg (Westfalen) (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 1.
November 1934 S. 6). |
| - 1935: Herbert Scheye aus
Vallendar hält im Gemeindesaal in Koblenz regelmäßig Vorträge über
Themen, die Palästina und den Zionismus behandeln (in: "Israelitisches
Familienblatt" vom 11. April 1935 S. 15). |
| - 1935: Verlobung (mit
Verlobungsanzeige) von Claire Loeb von Vallendar mit Alfred
Wassermann von Hamburg) im Juli 1935 (in: "Israelitisches Familienblatt"
vom 1. August 1935 S. 5). |
| - 1936: 70. Geburtstag von Joseph
Alexander in Vallendar (in: "Israelitisches Familienblatt" vom 5.
März 1936 S. 15). |
| - 1936: Todesanzeige für Fanny Loeb
geb. Baum in Vallendar, gest. im 77. Lebensjahr (in: "Jüdische
Rundschau" vom 30. Juni 1936 S. 8): Text der Anzeige: "Nach kurzem
Krankenlager entschlief heute unsere gute Mutter, Frau Fanny Loeb geb.
Baum im 77. Lebensjahr. Dr. Sally Loeb und Frau Walli geb. Tuch
Ernst Loeb. Vallendar am Rhein, Mönchen-Gladbach, 27. Juni 1936
|
| 1936: aus der Zeitschrift des "Reichsbundes
jüdischer Frontsoldaten e.V." "Der Schild" vom 24. Juli 1936 S. 3: "Frau
Ricka Loeb, Vallendar (Rh.), die Mutter unseres Kameraden Ferdinand
Loeb, die selbst Mitglied unserer Kriegsopfer-Abteilung Koblenz ist,
beging am 19. Juli ihren 80. Geburtstag. Frau Loeb, der wir unsere besten
Wünsche aussprechen, hat ihren Sohn Siegfried am 7. September 1914 an der
Marne verloren." |
Anzeigen jüdischer Gewerbebetriebe und Privatpersonen
Anzeige des Manufakturwarengeschäftes Max Stern (1921)
Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 7. Juli 1921: "Jüngere
Verkäuferin
für Manufakturwaren, sowie ein Lehrmädchen
aus achtbarer Familie, vom 1. August gesucht. Angebote mit Bild und
Gehaltsansprüchen bei freier Station erbeten.
Max Stern, Vallendar Manufaktur, Konfektion und Schuhwaren." |
Heiratsanzeige von Felix Loeb und Flora Loeb geb. Kahn (1922)
Anzeige in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 16. März 1922:
"Statt Karten!
Felix Loeb - Flora Loeb geb. Kahn. Vermählte.
Vallendar am Rhein - Mainz, Franziskanerstr. 1.
Trauung: Sonntag, den 19. März 1922, 1 Uhr in der Rhenusloge,
Mainz." |
Geburtsanzeige der Tochter von Felix Löb und Flora geb.
Kahn (1923)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juli 1923: "Gott
sei gepriesen. Die glückliche Geburt einer gesunden Tochter zeigen
hocherfreut an: Felix Löb und Frau Flora geb. Kahn. Vallendar (Rhein),
Stockgasse 1. 4. Aw 5683 / 17. Juli 1923." |
Bar Mizwa-Feier von Julius Rieck
(1925)
Aus den Familiennachrichten in der Zeitschrift "Der Israelit"
vom 12. November 1925; "Bar Mizwa zu Chaj Sara. Julius,
Sohn des seligen Lehrers Hermann Rieck, Vallendar am Rhein". |
Verlobungsanzeige für Sidi Rieck und Manuel Dasberg
(1929)
Anzeige
in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 21. März 1929:
"Statt Karten:
Sidi Rieck - Manuel Dasberg. Verlobte. Vallendar am Rhein - Dordrech
(Holland).
1. Adar Scheni 5689 (= 13. März 1929) |
Anzeige der Frau von Josef Salomon
(1933)
Anzeige
in "Israelitisches Familienblatt" vom 26. Januar 1933: "Junges Mädchen von
18 Jahren, heiteres Wesen im Haus und Küche erfahren, sucht zur
besseren Erlernung des Haushaltes, als Stütze und Gesellschaft der
Hausfrau passenden Wirkungskreis, ohne gegenseitige Vergütung, in nur
gutem Hause, wo Mädchen vorhanden. Angebote erbittet Frau Josef Salomon,
Vallendar (Rhein), Höhrerstraße 13." |
Todesanzeige für Bertha Kallmann
geb. Nathan (1933)
Anmerkung: Sigmund Kallmann ist am 11. November 1868 in Neuwied geboren. Er war
als Viehhändler in Vallendar tätig und verheiratet mit Bertha geb. Nathan. 1939
konnte er noch nach Südafrika (Kapstadt) emigrieren. Er starb am 20. April 1952
in Lusaka, Sambia.
Anzeige
in "israelitisches Familienblatt" vom 29. Juni 1933: "Am 15. Juni entschlief
sanft nach kurzem, schwerem Leiden im 60. Lebensjahr meine liebe Frau,
unsere gute Mutter, Großmutter, Schwester und Tante, Frau
Bertha Kallmann geb. Nathan
Namens der Trauernden Sigmund Kallmann
Vallendar a. Rh." |
Anzeige der Metzgerei Max und Josef
Salomon (1934)
Anzeige in "Israelitisches Familienblatt" vom 29. November 1934: "Für
Metzgereifiliale
wird tüchtiges, zuverlässiges Mädel, nicht über 32 Jahre, per sofort
gesucht. Auf schöne Erscheinung wird Wert gelegt. Offerten mit Lichtbild
erbeten an
Max und Josef Salomon,
Metzgerei Vallendar/Rhein." |
Todesanzeige für Salomon Kahn
(1938)
Anmerkung: die Namen von Felix Loeb und seiner Frau Flora geb. Kahn stehen in
der Liste der NS-Opfer aus Vallendar.
Anzeige
in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift der "Central-Vereins") vom 1. September
1938: "Am 25. August entschlief im Alter von 73 Jahren mein innigstgeliebter
Mann, unser treusorgender Vater, Schwiegervater, Großvater, Bruder, Schwager
und Onkel
Salomon Kahn
In tiefstem Schmerz
Liesbeth Kahn geb. Haagen
Felix Loeb u. Frau Flora geb. Kahn
Dr. iur. Josef Kahn 2 Enkelkinder.
Mainz a. Rh., Emmerich-Josef-Str. 31
Vallendar a. Rh., Frankfurt a. M." |
Pensionsangebot von Hermann Salomon
(1938)
Anzeige
im "Israelitischen Familienblatt" vom 1. September 1938:
"Älterer jüdischer Herr als Dauerpensionär
findet gute Aufnahme.
Hermann Salomon, Vallendar am Rhein, Hellenstraße 46". |
Werbung für einen
Erholungsaufenthalt in Vallendar noch 1938 - Anzeigen von Josef Salomon und von
S. Seligmann
Anmerkung: von Mai 1937 bis September 1938 finden sich regelmäßig Anzeigen in
verschiedenen jüdischen Periodika von Josef Salomon (bis Juli 1938) und von S.
Seligmann für ihre Privatpensionen. Beiden waren - bis zur erzwungenen Aufgabe
ihrer Geschäfte 1937 - Inhaber von Viehhandlungen. In einigen Ausgaben finden
sich Anzeigen - zusammen von beiden gemeinsam. Zu den Hohen Feiertagen im Herbst
1938 erschien die Anzeige das letzte Mal. Es gab zuvor Anzeigen wie:
- in der "CV-Zeitung" vom 27. Mai 1937: "Luoftkurort Vallendar -
Erholungsbedürftige, auch Kinder, finden bei guter Verpflegung liebevolle
Aufnahme. Mössige Preise, angenehmer Aufenthalt. S. Seligmann."
- in der "CV-Zeitung" vom 16. Juni 1938: "Luftkurort Vallendar am Rhein.
Angenehmen Aufenthalt finden Sie in gepflegtem Haushalt bei mäßigen Preisen,
auch für Dauergäste. Josef Salomon, Vallendar am Rhein, Höhrerstraße 14."
- in der "CV-Zeitung" vom 28. Juli 1938: "Luftkurort Vallendar am Rhein -
Privatpension. Erholungssuchende sowie Dauerpensionäre finden
bei guter reichlicher Verpflegung liebevolle Aufnahme bei S. Seligmann,
Vallendar am Rhein, KIrchstraße 9".
Anzeige
in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins") vom 15. September
1938:
"LUFTKURORT VALLENDAR AM RHEIN.
Privat-Pension
nimmt für die Feiertage noch Gäste auf. Herrlicher Aufenthalt, gute,
reichliche Kost bei S. Seligmann, Vallendar a. Rhein, Kirchstraße 9 —
Ia Referenzen" |
| Kennkarte
aus der NS-Zeit |
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Am 23. Juli 1938 wurde
durch den Reichsminister des Innern für bestimmte Gruppen von
Staatsangehörigen des Deutschen Reiches die Kennkartenpflicht
eingeführt. Die Kennkarten jüdischer Personen waren mit einem großen
Buchstaben "J" gekennzeichnet. Wer als "jüdisch"
galt, hatte das Reichsgesetzblatt vom 14. November 1935 ("Erste
Verordnung zum Reichsbürgergesetz") bestimmt.
Hinweis: für die nachfolgenden Kennkarten ist die Quelle: Zentralarchiv
zur Erforschung der Geschichte der Juden in Deutschland: Bestände:
Personenstandsregister: Archivaliensammlung Frankfurt: Abteilung IV:
Kennkarten, Mainz 1939" http://www.uni-heidelberg.de/institute/sonst/aj/STANDREG/FFM1/117-152.htm.
Anfragen bitte gegebenenfalls an zentralarchiv@uni-hd.de |
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Kennkarte
für die in Vallendar
geborene Martha Loeb |
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Kennkarte (Mainz 1941)
für Martha Irma Loeb (geb. 29. Juni 1927 in Vallendar),
Schülerin,
wohnhaft in Mainz, am 25. März 1942 deportiert ab Mainz - Darmstadt in
das Ghetto Piaski, umgekommen |
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Zur Geschichte der Synagoge
1795 wurde ein Betsaal in einem Haus in der Löhrgasse eingerichtet.
Über ein halbes Jahrhundert wurden in diesem Raum die Gottesdienste abgehalten.
Mitte des 19. Jahrhunderts entsprach dieser Betsaal allerdings nicht mehr den Anforderungen
der Gemeinde, zumal die Gemeindeglieder offenbar kaum mehr Platz in dem Raum
fanden. 1853 beschrieb der Bürgermeister den Betsaal als "kleines,
feuchtes und abgelegenes Zimmer". Auch dem Bürgermeister lag daran, dass
die jüdische Gemeinde zu einer Synagoge kam. Er unterstützte das Vorhaben,
zunächst über eine Kollekte eine Grundlage für die Finanzierung zu
schaffen.
1855 konnte die jüdische Gemeinde ein Grundstück in der Eulsgasse (heute Eulerstraße)
erwerben und
darauf 1856/57 eine Synagoge erstellte werden. Die Pläne zeichnete
Stadtbaumeister Herrmann Antonius Nebel aus Koblenz (Nebel war ein am
Mittelrhein und an der Mosel tätiger Architekt, der als Sohn des
Regierungsbauinspektors und Architekten Ferdinand Nebel am 31. Juli 1816 in
Koblenz geboren wurde. Ab 1848 war er als Stadtbaumeister in Koblenz tätig, wo
er am 23. Juli 1893 verstarb. Nähere Informationen unter:
https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Nebel).
Die Grundsteinlegung
der neuen Synagoge war am 18. April 1856. Der Text der in den Grundstein eingelegten Urkunde
lautete:
"Durch Hülfe und zur Verehrung Gottes hat die aus 21
unbemittelten Familien bestehende israelitische Gemeinde zu Vallendar teils aus
eigenen Mitteln, teils von einem von Herrn Alexander Bender hier aufgenommenen
Passiv-Kapital und teils aus dem Ertrage einer bei den Israeliten der
Rheinprovinz bewilligten Kollekte auf dem von Matthias Raffauf gekauften
Bauplatz in der Eulsgasse zu Vallendar eine neue Synagoge begründet, zu deren
Entstehung der zeitliche Bürgermeister Johann Friedrich Schmitz von Vallendar
und der israelitische Vorstand Bermann Scheye, David Götz und Joseph Loeb durch
Beistand Gottes tätig mitwirkten. Möge das Unternehmen dem Allmächtigen
wohlgefällt sein und den himmlischen Segen erhalten, um welchen wir alle
demütigst bitten ...".
Die feierliche Einweihung der Synagoge war am 7. August 1857 durch
Oberrabbiner Dr. Schwarz aus Köln. Mit einer feierlichen Prozession wurden die
Torarollen vom alten Betsaal zur neuen Synagoge getragen.
Die Synagoge wurde als dreiachsiger Saalbau erstellt (Größe
ca. Länge 15,0 m x Breite 8,70 m x Höhe 11,15 m). Die Eingangsfassade (siehe Foto unten) zeigt gequaderte
Ecklisenen mit turmartigen Bruchsteinaufsätzen mit Zahnschnittfries.
Die Zerstörung der Synagoge in Vallendar kam mit dem Novemberpogrom 1938.
SA-Leute drangen während des Morgengottesdienstes am 10. November 1938 in die
Synagoge ein, schändeten und verwüsteten sie. Die anwesenden Männer mussten
in ihren Gebetsmänteln die 15 Torarollen zum Polizeipräsidium tragen. Am 12.
November wurde die Synagoge mit Stroh, Benzin und Petroleum in Brand gesetzt.
Das Gebäude brannte bis auf die Grundmauern ab. Die Torarollen wurden
mitverbrannt; die Ritualien wurden von der Gestapo beschlagnahmt.
1957 erwarb ein Schmiedemeister das Grundstück. Er baute die
Synagogenruine als Wohnhaus mit Werkstatt aus. Die Ruinenreste - vor allem die
Ostwand mit der erhaltenen Rosette - stehen seit 1991 unter
Denkmalschutz. Eine Gedenktafel ist vorhanden.
Adresse/Standort der Synagoge: Eulerstraße 3 (früher Eulsgasse genannt)
Fotos
Die zerstörte Synagoge
(Quelle: Landesamt s. Lit. S. 373) |
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Blick von Südwesten auf die
Westfassade
und die südliche Seitenwand |
Die Rosette an
der Ostfassade |
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Die Aufteilung des
Synagogengrundstückes |
Modell der
ehemaligen Vallendarer Synagoge (2015), erstellt im Auftrag eines
Vallendarer Heimatforschers von Hermann Orthey, Hachenburg (Modellbau mit
Pappe/Papier sowie Kunststein auf Platte); Grundlage waren die Fotos der
Synagogenruine aus der Nachkriegszeit sowie Beschreibungen aus
Katastergrundlagen sowie rekonstruierte Grundrisse. |
Foto oben von Adolf
Koenen
(1955, Ausschnitt) |
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Abbildungen aus der
Website der Stadt Vallendar |
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Das Synagogengrundstück
im Sommer 2006
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 17.8.2006) |
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Blick von der
Eulerstraße auf das ehemalige Synagogengrundstück |
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| Die Gedenktafel |
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"Zum Gedenken
an die früheren jüdischen Mitbürger und an die hier befindliche
Synagoge. Im Jahr 1987. Stadt Vallendar." |
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| Blick auf die
teilweise erhaltene Ostfassade der Synagoge |
dass., Quelle |
Erinnerungsarbeit
vor Ort - einzelne Berichte
| Februar 2014:
Verlegung von "Stolpersteinen" in
Vallendar |
Artikel in der "Rhein-Zeitung" vom
24. Februar 2014: "Stolpersteine in Vallendar erinnern an
jüdische Schicksale".
Link
zum Artikel |
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November 2023:
Erinnerung an den
Novemberpogrom 1938 |
Artikel in "Blick aktuell" vom 11. Dezember
2023: "IRSP Konrad Adenauer Vallendar nimmt an Gedenkfeier zur
Reichpogromnacht teil. Damit die Geschichte sich niemals wiederholt
Vallendar. Die Schülerinnen und Schüler der Integrativen Realschule plus
Vallendar nahmen an einer Gedenkfeier für die ermordeten jüdischen
Bürgerinnen und Bürger in der Reichspogromnacht und während des
Nationalsozialismus teil. Über 50 Schülerinnen und Schüler versammelten sich
am späten Nachmittag, um gemeinsam an die Gedenkstätte zu gehen. Dort fand
eine Gedenkfeier mit Vertretern der Kirchen, dem Stadtbürgermeister und
Mitgliedern der jüdischen Gemeinde statt. Es wurde nicht nur der Ermordeten
gedacht, sondern auch den aktuellen Geschehnissen Respekt gezollt, in der
Hoffnung auf Frieden. Die Schülerinnen und Schüler hatten in ihren Ethik-
und Religionskursen Wünsche und Visionen vorbereitet, die interreligiös
vorgetragen wurden. Dabei ging es nicht um eine Religionszugehörigkeit,
sondern vielmehr darum, an die Ermordeten zu erinnern und den Wunsch nach
Frieden auszudrücken. Gemeinsam wurden Kerzen entzündet und am Gedenkstein
niedergelegt, um Solidarität und Mitgefühl für die Opfer des
Nationalsozialismus auszudrücken. Dieser bewegende Moment wird allen
Teilnehmenden in Erinnerung bleiben. Die Integrative Realschule plus Konrad
Adenauer Vallendar legt großen Wert auf die Vermittlung von historischem
Wissen und die Förderung von Toleranz und Respekt. Die Teilnahme an der
Gedenkfeier ist ein wichtiger Bestandteil dieser Bemühungen. Die
Schülerinnen und Schüler sollen sich ihrer Verantwortung gegenüber der
Vergangenheit bewusst werden und dazu beitragen, dass sich solche
Gräueltaten niemals wiederholen."
Link zum Artikel |
Links und Literatur
Links:
Literatur:
 | Germania Judaica II,2 S. 850; III.2 S. 1528-1530. |
 | Bertram Resmini: Die jüdische Gemeinde in Vallendar
vor dem Aufkommen des Nationalsozialismus. In: SACHOR. Beiträge zur jüdischen Geschichte
in Rheinland-Pfalz. 3. Jahrgang. Ausgabe 2/1993, Heft Nr. 5. S. 52-56. Online
zugänglich (als pdf-Datei eingestellt, 7,2 MB). |
 | Hildburg-Helene Thill: Der Untergang der jüdischen
Gemeinde Vallendar. In: SACHOR. Beiträge zur jüdischen Geschichte
in Rheinland-Pfalz. 3. Jahrgang. Ausgabe 2/1993, Heft Nr. 5. S. 57-61. Online
zugänglich (als pdf-Datei eingestellt, 7,4 MB).
|
 | Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz/Staatliches Konservatoramt
des Saarlandes/ Synagogue Memorial Jerusalem (Hg.): "...und dies
ist die Pforte des Himmels". Synagogen in Rheinland-Pfalz und dem
Saarland. Mainz 2005. S. 373-374 (mit weiteren Literaturangaben).
|

Article from "The Encyclopedia of Jewish life Before and During the
Holocaust".
First published in 2001 by NEW
YORK UNIVERSITY PRESS; Copyright © 2001 by Yad
Vashem Jerusalem, Israel.
Vallendar Rhineland. Jews were present in the 15th
century. The modern community was formed in the 18h century and included four
protected Jews (Schutzjuden) in 1781. Officially constituted in 1865, the
community reached a peak in 1895 with 181 Jews. A new synagogue was erected in
1857 and a cemetery was opened in 1862. In 1933, 125 Jews remained, many
emigrating by November 1938. On Kristallnacht (9-10 November), the synagogue was
burned, Jewish homes and stores were vandalized, and Jewish men were arrested.
The last 40 Jews were deported to the death camps in 1942.

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