Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


Eingangsseite

Aktuelle Informationen

Jahrestagungen von Alemannia Judaica

Die Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Jüdische Friedhöfe 

(Frühere und bestehende) Synagogen

Übersicht: Jüdische Kulturdenkmale in der Region

Bestehende jüdische Gemeinden in der Region

Jüdische Museen

FORSCHUNGS-
PROJEKTE

Literatur und Presseartikel

Adressliste

Digitale Postkarten

Links

 


zurück zur Übersicht "Synagogen in der Region"  
Zurück zur Übersicht "Jüdische Friedhöfe in Thüringen"
   
  

Weimar (Kreisstadt, Thüringen) 
Jüdischer Friedhof

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde

Siehe Seite zur jüdischen Geschichte in Weimar (interner Link)    
  

Zur Geschichte des Friedhofes  

Der jüdische Friedhof wurde 1774 auf Veranlassung des Hofjuden Jacob Elkan angelegt. 1775 wurde er erstmals mit einem verstorbenen "Töchterlein" des Jacob Elkan belegt. 1805 wurde Jacob Elkan beigesetzt. 1808 wurde die Friedhofsfläche durch Gabriel Ulmann (1743-1816) um ein weiteres Grundstück erweitert. Nach der letzten Beisetzung von Caroline Elkan 1890, deren Erben nach England verzogen, verfiel der Friedhof. Bereits Anfang der 1930er-Jahre lagen die Grabsteine - teilweise zerschlagen - am Boden. 
  
Außer den Familien Elkan, Ulmann, Löser, Callmann und Lichtenstein wurden die im 19./20. Jahrhundert verstorbenen jüdischen Einwohner Weimars auf verschiedenen anderen jüdischen Friedhöfen Thüringens beerdigt, teilweise an den Herkunftsorten der jüdischen Einwohner, teilweise in Erfurt oder auf dem allgemeinen Hauptfriedhof in Weimar (Berkaer Straße). Hier befindet sich u.a. das unter Denkmalschutz stehende Grab des jüdischen Hofkapellmeisters Eduard Lassen.   
   
Der Friedhof an der Leibnizallee ging in nichtjüdischen Besitz über und wurde bis Anfang der 1980er-Jahre als Obstgarten genutzt. Einige unter der Erde verborgene Grabsteine blieben erhalten, die anderen Grabsteine wurden zerstört. Auf Grund des Engagements der Weimarer Historikerin Eva Schmidt kam es um 1980 zur Rettung der noch erhaltenen Grabsteine und Grabsteinfragmente. 1983 wurde der Friedhof als Mahnmal und Gedenkstätte wieder hergerichtet und am 20. November 1983 neu eingeweiht. 
  
Das Friedhofsgrundstück auf der Flur 38 (Flurstück 244) umfasste ursprünglich 9,26 ar, geblieben ist nur eine kleine Fläche von 2,35 ar. Nach Beschreibung von Schwierz (s. Lit.) aus den 1980er-Jahren ist der Friedhof "umgeben ... rechts des Eingangs mit einem Lattenzaun, gegenüber dem Eingang mit einem Maschendrahtzaun (erlaubt den Blick auf den früheren Teil des Friedhofes), auf der rechten Friedhofsseite mit der Original-Steinmauer, auf der linken mit einer Garagenmauer; Teil der Ostmauer erhalten; zwei Torpfosten mit originalem schmiedeeisernem Tor als Eingang zum Friedhof vorhanden".        
 
1983 wurde eine Holztafel neben dem wieder aufgefundenen schmiedeeisernen Eingangstor angebracht mit der Inschrift: 
"Begräbnisplatz seit 1775. Wiedererrichtung und übergeben am 45. Jahrestag der faschistischen Pogromnacht, dem Beginn des Leidensweges unzähliger jüdischer Mitbürger".   
 
Die Holztafel wurde vor einigen Jahren ersetzt durch eine neue Tafel mit der Inschrift: 
"Jüdischer Friedhof - Gedenkstätte. Begräbnisplatz der einstigen jüdischen Gemeinde seit 1775. 
1983 wiederrichtet. Im Gedenken an die Pogromnacht des 9. November 1938. 
Jüdische Landesgemeinde Thüringen - Stadt Weimar." 
  
 
Auf den städtischen Friedhof wurden nach Kriegsende auch einige der noch in Weimar gestorbenen ehemaligen KZ-Häftlinge aus Buchenwald beigesetzt, darunter der jüdische Häftling Josef Cygler (gest. 1.8.1945 im städtischen Krankenhaus Weimar; Grab in der Mitte des Gräberfeldes Abt. 14 Süd).     
  
  

Lage des Friedhofes   

An der Leibnizallee / Ecke Musäusstraße     
    

Lage des jüdischen Friedhofes in Weimar auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken und unter 
"Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd."

 
  
     
Link zu den Google-Maps  
(der grüne Pfeil markiert die Lage des Friedhofes)   
  

Größere Kartenansicht   
           

        
Fotos
 
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 24.8.2010)

Weimar Friedhof 157.jpg (169554 Byte) Weimar Friedhof 150.jpg (166639 Byte) Weimar Friedhof 151.jpg (142018 Byte)
Blick auf den Friedhof Das Eingangstor  Die Hinweistafel
      
Weimar Friedhof 153.jpg (172800 Byte) Weimar Friedhof 154.jpg (122165 Byte) Weimar Friedhof 155.jpg (134325 Byte)
Blick über den Friedhof mit den 
erhaltenen Grabsteinen; in der
Mitte der Grabstein für Julius Elkan   
Grabstein für "Meir ben Jaakow" 
(nur hebräisch beschriftet; Symbol der
 Krone [des guten Namens])
"Hier ruhet August Callmann..." 
(1806-1869)
   
      
Weimar Friedhof 156.jpg (129610 Byte) Weimar Friedhof 152.jpg (136056 Byte)   
Kaum lesbar: "Hier ruht in Gott 
Lewi Lichtenstein..." (?)
Gedenkstein: "Den Lebenden zur Mahnung. Zum Gedenken an die jüdischen Opfer des Faschismus 1933-1945. 20. Nov. 1983 - 14. Kislew 5744"    
 
     

   
   

Links und Literatur

Links:

Website der Stadt Weimar      

Literatur:  

Eva Schmidt: Jüdische Familien im Weimar der Klassik und Nachklassik und ihr Friedhof. In: Weimarer Schriften Heft 8/1984 und Heft 48/1993.   
Israel Schwierz: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de) 2007. Zum Download der Dokumentation (interner Link). Zu Weimar S. 264-269. 
Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Berlin 1992. S. 290-291.     
       
 
 

    

                    
vorheriger Friedhof     zum ersten Friedhof     

            

 

Senden Sie E-Mail mit Fragen oder Kommentaren zu dieser Website an Alemannia Judaica (E-Mail-Adresse auf der Eingangsseite)
Copyright © 2003 Alemannia Judaica - Arbeitsgemeinschaft für die Erforschung der Geschichte der Juden im süddeutschen und angrenzenden Raum
Stand: 03. Juli 2011