Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Erfurt (Landeshauptstadt von Thüringen) 
Die jüdischen Friedhöfe

   
(Foto oben: Psalmvers in der Friedhofshalle über dem Rednerpult)     
    
   

Zur Geschichte der jüdischen Gemeinde                   
    
Siehe Seite zur Synagoge in Erfurt (interner Link)    
    
    
Zur Geschichte der Friedhöfe 
      
Mittelalter     
     
In Erfurt hatte bereits die mittelalterliche jüdische Gemeinde einen Friedhof, der im Norden der Stadt - vor dem Andreastor, nach dem Moritztor zu - lag. Nicht nur Erfurter, auch auswärtige Juden wurden auf ihm bestattet. Nach der Vertreibung der Juden im 15. Jahrhundert wurde der Friedhof zerstört (erstmals 1349; endgültige Aneignung des Friedhofsgrundstückes durch die Stadt nach der Vertreibung der zweiten jüdischen Gemeinde 1458). Auf dem Friedhofsgelände wurde ein großer Kornspeicher gebaut und u.a. dafür die Grabsteine zweckentfremdet. Eine Anzahl von Grabsteinen wurde bei Abriss- und Bauarbeiten seit dem 19. Jahrhundert aufgefunden und seinerzeit teilweise auf dem Friedhof Cyriakstraße aufgestellt. Nur ein Teil der im 19./20. Jahrhundert aufgefundenen Grabsteine ist noch erhalten.  
  
Fund mittelalterlicher Grabsteine (1880)   

Artikel in der "Allgemeinen Zeitung des Judentums " vom 9. März 1880: "Bei der Umlegung des Löbertores zu Erfurt ist wiederum eine als Mauerstein verwandte Mazewa (Grabstein) gefunden. Die gut erhaltene Inschrift zeigt ebenfalls einen jetzt seltenen Frauennamen JNNA Jenna. Die Jahreszahl ist 5052 (1292). Die im Keller der Lorenzschule entdeckte Mazewa lautet auf Minta bat Rabi Jehuda und ist von Jahre 5080 der Weltenära (1320). ... Dr. Jecheskel Caro, Rabbiner."   

   
Funde in 2011/12: Bei Grabungen auf einer Baustelle im Bereich zwischen Andreasstraße, Großer Ackerhofgasse und Moritzstraße wurden 20 weitere Teile mittelalterlicher Jüdischer Grabsteine aufgefunden, darunter der älteste noch existierende Grabstein aus dem Jahr 1259 für "Frau Dolze, Tochter des Herrn Ascher".  Insgesamt verfügt Erfurt nun über insgesamt 58 jüdische Grabsteine und Grabsteinfragmente aus dem Mittelalter. Drei von ihnen sind in der Alten Synagoge zu sehen. Die neu aufgefundenen Stücke werden zunächst im Steindepot des Angermuseums untergebracht. 
vgl. Artikel von Lydia Werner: "Weitere mittelalterliche jüdische Grabsteine in Erfurt entdeckt" in der Thüringischen Landeszeitung" vom 9. Februar 2012. 
Link zum Artikel.     
       

Oktober 2009:  Internetseite zum mittelalterlichen Friedhof Erfurts freigeschaltet  
  
Der bereits im 15. Jahrhundert in Erfurt zerstörte jüdische Friedhof an der heutigen Ackerhofsgasse ist jetzt mit einer virtuellen Darstellung auf der Webseite zum Jüdischen Leben in Erfurt präsent. Im Mittelalter forderte der jüdische Ritus, dass die Toten außerhalb des Wohnviertels bestattet wurden. 500 Meter vom jüdischen Viertel entfernt befand sich der Friedhof, der nach dessen Zerstörung mit einem heute noch stehenden städtischen Kornspeicher bebaut wurde. 
Die Tatsache, dass vielerorts in der Stadt Reste sowie vollständig erhaltene Grabsteine dieses Friedhofs gefunden wurden, so hatte man sie beim Kornspeicher oder beim Ausbau der Stadtbefestigung als Baumaterial genutzt, hat den Guten Ort wieder stärker in das Bewusstsein gebracht. Durch die Entfestigung im 19. Jahrhundert konnten einige dieser mittelalterlichen Grabsteine wieder freigelegt werden. 
Die Leiterin der Alten Synagoge Erfurt, Ines Beese, hatte die Idee dieser Art der Präsentation schon länger. Die Katalogisierung der Steine und die Übersetzung der Inschriften haben die Verwirklichung jetzt ermöglicht. Der Ort am damaligen Moritztor erscheint auf einem Stadtplan von 1675. Der interaktive Plan zeigt nicht nur den mittelalterlichen Friedhof und wichtige städtische Orientierungspunkte, wie den Dom und die Krämerbrücke. Hier sind auch weitere Orte erfasst, die sich mit jüdischen Begräbnis- und Trauerriten verbinden lassen. Exemplarisch für die 120 bekannten und 30 erhaltenen mittelalterlichen Grabsteine in Erfurt werden fünf der Steine aus dem 12. und 13. Jahrhundert abgebildet. Mit kurzen Hintergrundinformationen können die Nutzer Aspekte der jüdischen Bestattungskultur kennen lernen. 
Den Zugang zu diesen Informationen findet man auf der Homepage Jüdisches Leben Erfurt unter dem Stichwort "Mittelalterlicher jüdischer Friedhof" auf dem linken Seitenrand. Mit dem Öffnen dieser Unterseite erscheint rechts der Zugang zu dem virtuellen Friedhof. 
Auf der Webseite zum jüdischen Leben in Erfurt wurde gerade eine Computeranimation zu den Bauphasen der Alten Synagoge in Betrieb genommen. Die Seite wird durch diese ansprechend umgesetzten Ergänzungen zu einem wichtigen Informationspool auch über die mittelalterliche jüdische Kultusgemeinde.  
Direkter Link:  Mittelalterlicher jüdischer Friedhof in Erfurt     (Seite innerhalb von www.alte-synagoge.erfurt.de

   
   
   
Der alte Friedhof an der Cyriakstraße (Belegung 1812 bis 1878)   
   

Anfang des 19. Jahrhunderts entstand wieder eine jüdische Gemeinde in der Stadt, die 1811/12 einen Friedhof vor dem Brühler Tor am Beginn der heutigen Cyriakstraße anlegen konnte. Der Friedhof wurde bis zur Anlage des neuen Friedhofes 1878 belegt. 1926 wurde der Friedhof schwer geschändet. Dabei wurden durch drei Jugendliche des "Wiking-Bundes" von den damals 130 vorhandenen Grabsteinen 95 umgestürzt oder stark beschädigt (siehe Berichte unten). 1938 wurde der Friedhof erneut verwüstet. 
1952 wurde das am südlichen Fuß des heutigen ega-Parkes gelegene Friedhofesgelände eingeebnet. Umbettungen und eine Rettung des Großteils der Grabsteine war nicht möglich. In den 1960er-Jahren wurden Garagen auf das Friedhofsgelände gestellt. Seit den 1990er-Jahren gab es Bemühungen zu einer würdigen Wiederherstellung des Friedhofgeländes. Ein Gedenkstein wurde 1996 an der Cyriakstraße - vor dem unbebauten Grundstück Nr. 3 - aufgestellt (Inschrift: "Der alte Friedhof der jüdischen Gemeinde Erfurt bestand an dieser Stelle bis 1952. Hier ruhen zahlreiche bedeutende Erfurter Juden. Wir erinnern. Freistaat Thüringen - Jüdische Landesgemeinde Thüringen - Landeshauptstadt Erfurt.") 
2009 wurde eine teilweise Rekonstruktion des Friedhofes vorgenommen.    
   
   
Der neue Friedhof (Belegung seit 1878)   
   
Zur Anlage eines neuen Friedhofes wurde 1871 ein Stück Land beim damaligen Schützenhaus gekauft. Seit 1873 wurde das an einem Hang gelegene Friedhofsgelände angelegt. 1878 erfolgte die erste Bestattung. Dieser Friedhof dient der Gemeinde noch heute als Begräbnisplatz. Das Grundstück umfasst etwa 100 ar und ist an der Straße von einer stabilen Mauer mit Holzzaun umgeben.
  
Vom Friedhofseingang führt eine Baumallee geradewegs zur Trauerhalle (Tahara-Halle, ein großer Backsteinbau mit einer Kuppel und Davidstern; hier stehen derzeit - mit einem Hinweisstein - noch 28 gerettete Steine vom Friedhof an der Cyriakstraße, darunter auch mittelalterliche; die Steine werden im Zusammenhang mit der Rekonstruktion des alten Friedhofes wieder dorthin zurückgebracht werden). Links vor der Trauerhalle befindet sich der am 12. September 1948 enthüllte Gedenkstein für die von 1933-1945 ermordeten Gemeindeangehörigen mit der Inschrift "In stillem Gedenken an unsere ermordeten Brüder und Schwestern 1933-1945". Rechts und links des großen Eingangsportals zur Trauerhalle findet sich jeweils ein Gedenkstein mit den Namen der im Ersten Weltkrieg aus der jüdischen Gemeinde gefallenen Soldaten. 
 
Links und rechts der Hauptallee des Friedhofes befinden sich zwei große Hauptabteilungen des Friedhofes mit über 800 Grabstellen. In beiden - durch Wege und Hecken mehrfach gegliederte - Abteilungen befinden sich alte und neuere Gräber. Vorne am Weg des linken Gräberfeldes befinden sich etwa 95 Kindergräber. Auf dem linken Feld liegt, durch eine Hecke abgetrennt, der jüngste Teil des Friedhofes, der seit Mitte der 1930er-Jahre bis heute belegt wird. 

Mai 2014: Der jüdische Friedhof wird erweitert  
Pressemitteilung vom 26. Mai 2014 (dpa): "Jüdischer Friedhof in Erfurt wird erweitert. Mit 104 000 Euro unterstützt Thüringen die Erweiterung des Jüdischen Friedhofes in Erfurt. Die Jüdische Landesgemeinde möchte auf einer Hangfläche des Geländes Platz für weitere 400 Gräber schaffen, wie das Kulturministerium am Dienstag in Erfurt mitteilte. Nach der jüdischen Trauer- und Begräbniskultur ist jedes Grab ein Einzelgrab und für die Ewigkeit angelegt. Die Landesgemeinde hat derzeit knapp 800 Mitglieder. Mit Geld aus der Denkmalpflege soll zudem die historische Trauerhalle saniert werden."  

      
      
      
Aus der Geschichte der Friedhöfe  
     
Friedhofschändung im März 1926   

Erfurt CV 19031926a.jpg (431142 Byte)Artikel in der "CV-Zeitung" (Zeitschrift des "Central-Vereins" vom 19. März 1926: "Die Friedhofsschändung in Erfurt. 95 Grabsteine umgestürzt. - Ein Bild des Grauens und Entsetzens. - Vandalenstück des Wiking-Bundes. - Waffenfunde beim Sturmtruppführer des Wiking-Bundes. - Was der C.V. tut. - An die deutschen Frauen.  
Wie bereits in den Tageszeitungen kurz berichtet wurde, ist in der Nacht von Freitag, dem 12., zu Sonnabend, dem 13. März, der alte jüdische Friedhof in Erfurt von Mitgliedern des Wiking-Bundes verwüstet worden. Gleich am Morgen nach der Tat, die in Erfurt begreifliche Empörung ausgelöst hat, wurde der Syndikus des Landesverbandes Thüringen des Centralvereins vom Polizeipräsidium Erfurt benachrichtigt und zur Besichtigung der entweihten Stätte aufgefordert. Der Vorsitzende unseres Landesverbandes Thüringen, Rechtsanwalt Dr. Ludwig Freudenthal (Erfurt), und der Geschäftsführer des Landesverbandes, Leo Kamnitzer, als Vertreter des Centralvereins, sowie Rabbiner Dr. Schüftan, als Vertreter der Jüdischen Gemeinde Erfurt, sprachen sodann bei dem Polizeipräsidenten vor und wiesen in eindringlicher Unterredung auf das besonders gefährliche Treiben der antisemitischen Hetzer in Erfurt und Thüringen ausdrücklichst hin. 
Wir geben im nachstehenden den Bericht unseres Erfurter L.K.-Berichterstatters:   zum weiteren Lesen bitte Textabbildung anklicken.  
Erfurt CV 19031926b.jpg (254215 Byte)Der Bericht endet mit den Schlussbemerkungen: "...In den letzten Monaten schien es überall ruhiger zu werden und die Vernunft ein wenig die Oberhand zu gewinnen. Die furchtbare Kulturschande, die der Antisemitismus mit der Zerstörung des alten israelitischen Friedhofes in Erfurt aufzeigt, sollte die deutschen Mütter aufrütteln, um gemeinsam gegen die antisemitische Verhetzung vorzugehen. Denn hier zeigen sich ja erbarmungslos deutlich die Früchte des aus niedrigsten Regungen erwachsenen Judenhasses. Die bodenlose Unwissenheit, auf der die völkische Verseuchung gedeiht, muss durch Aufklärung in den Schulen, durch vorurteilsloses Aufzeigen der sittlichen Kraft jüdischer Kultur entgegengetreten werden.  
Heute sind positive Maßnahmen notwendig, damit sich nicht das antisemitische Gift in alle Turnvereine und Sportgruppen einschleicht, sodass wir unsere eigenen Kinder nicht mehr ausreichend schützen können. Die furchtbare Tat von Erfurt muss uns alle, Juden und Christen, aufrütteln, um Deutschland wieder von diesem Makel zu befreien."
  
Erfurt Israelit 25031926.jpg (136985 Byte)Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 25. März 1926: "Weiteres über die Schändung des jüdischen Friedhofs in Erfurt. Erfurt, 18. März (1926). Dem amtlichen Erfurter Polizeibericht über die bereits gemeldete Friedhofsschändung ist zu entnehmen: 'Der in Erfurt betriebene Antisemitismus hat eine Tat gezeitigt, die den Abscheu der ganzen Bevölkerung erregt. Der jüdische Friedhof an der Cyriakstraße ist von Rohlingen in vandalischer Weise zerstört worden und bietet ein Bild traurigster Verwüstung. Im ganzen wurden 95 (von 130) Grabdenkmälern umgeworfen oder stark geschädigt. Die Tat geschah in der Nacht zum Sonnabend. Etwa gegen 3 Uhr vormittags bemerkte der diensthabende Beamte auf seiner Streife das Treiben auf dem Friedhof und stellte im Stockfinstern die drei Täter, die sofort die Flucht ergriffen und von ihm schar verfolgt wurden. Es gelang ihm, einen Täten festzunehmen. Es war dies der Kaufmann Walter Laudien, Krämpferstraße 39 wohnhaft. Bei seiner Festnahme führte er, im Ärmel der Windjacke verborgen, einen 30 Zentimeter langen, feststehenden Dolch bei sich. Durch die energischen Ermittlungen der Kriminalpolizei gelang es, den zweiten Täter in der Person des Bankgehilfen Robert Bartholome, Stolbergstraße 59 wohnhaft, in der Wohnung des Wikingbundführers Kurt Wustmann festzunehmen. Der dritte Täter wurde in der Person des Handlungsgehilfen Kurt Seidenstücker ermittelt und in seiner Wohnung Nordhäuserstraße 106, festgenommen. Laudien und Bartholome sind die Einbrecher, die seinerzeit die Akten aus dem Polizeipräsidium stahlen. Sie sind eifrige Mitglieder des Wikingbundes. Auch der dritte Täter gehört dieser Organisation an. Die drei Festgenommenen sind am Montag dem Amtsgericht zugeführt worden." 
 
Artikel in der "Jüdischen Wochenzeitung für Kassel, Kurhessen und Waldeck" vom 8. Juli 1927: 
"Tafel der Schmach - 39 jüdische Friedhöfe in Deutschland geschändet.  
Berlin.
(J.T.A.) 'Der Schild', Zeitschrift des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten, bringt unter der Überschrift 'Tafel der Schmach' ein Verzeichnis von 39 Friedhofschändungen, die sich von November 1923 bis Mai 1927 in Deutschland ereignet haben. Hier die Namen der Orte und die Daten:  
1. Sandersleben (November 1923), 2. Schneidemühl (Januar 1924), 3. Sandersleben (März 1924), 4. Rhoden, 5. Wolfhagen - Hessen (April 1924), 6. Ribnitz / Mecklenburg (Mai 1924), 7. Villing (Juli 1924), 8. Regensburg (August 1924), 9. Hemer (November 1924), 10. Hersfeld (November 1924, 11. Kleinbardorf bei Königshofen, 12. Binswangen Bez. Augsburg (Juni 1924), 13. Hagen i.W. (Juni 1924), 14. Göttingen (August 1924), 15. Beverungen (Dezember 1924), 16. Köthen (Mai 1925), 17. Plauen i.V. (Juni 1924), 18. Alsbach a.d. Bergstraße, 19. Hockenheim / Baden (Januar 1925), 20. Löwenberg (Februar 1926), 21. Pflaumloch (März 1926), 22. Erfurt (März 1926), 23. Callies (April 1926), 24. Memmelsdorf / Oberfranken (Main 1926), 25. Altdamm/Pommern (Oktober 1926), 26. Breslau (Dezember 1926), 27. Bingen (Dezember 1926), 28. Ermetzhofen / Mittelfranken (Dezember 1926), 29. Kuppenheim / Baden (Januar 1927), 30. Kerpen / Rheinland (März 1927), 31. Neviges / Regierungsbezirk Düsseldorf (März 1927), 32. Hillesheim / Rheinhessen (April 1927), 33. Moers (April 1927), 34. Krefeld (April 1927), 35. Richelsdorf / Bezirk Kassel (April 1927(, 36. Ansbach (April 1927), 37. Regensburg (Mai 1927(, 38. Aufhausen bei Bopfingen (Main 1927), 39. Rülzheim / Rheinpfalz (Mai 1927)."  

  
Gerichtsurteile für die Friedhofschänder (März 1926)  

Erfurt CV 01041926.jpg (109372 Byte)Artikel in der "CV-Zeitung" vom 1. April 1926: "Schwere Bestrafung der Erfurter Friedhofsschänder. 2 Jahre, 6 Monate Gefängnis, 3 Jahre Ehrverlust. Drahtmeldung unseres L.K. Sonderberichterstatters. 
Erfurt, 30. März 1926. Unter ungeheurer Anteilnahme der Erfurter Bevölkerung fand heute vor dem hiesigen großen Schöffengericht die Verhandlung gegen die Friedhofschänder Walter Laudin, Robert Bartholomae und Seidenstücker statt. Die Täter waren geständig. Der Oberstaatsanwalt Eiteldinger, der die Untersuchung selbst geführt hatte, hatte die Höchststrafe von drei Jahren Gefängnis beantragt. Er führte in seiner Begründung aus, dass die Friedhofsschänder nicht nur das Ansehen Erfurts, sondern Deutschlands in der ganzen Welt geschädigt haben. Selbst eine ausländische Zeitung, die Genfer "Tribüne" berichtet über die Tat und 'den Vandalismus der Deutschen'. Es täte ihm leid, dass er in diesem Falle keine Prügelstrafe beantragen könne. Das Urteil des Gerichts wurde dann wie folgt verkündet: 
Die Angeklagten sind des Vergehens gegen § 304 in Tateinheit mit § 168 des Strafgesetzbuches schuldig. Bartholomae und Laudin werden mit je zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte auf drei Jahre, Seidenstücker zu einem Jahr sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Sämtliche Angeklagten werden zur Tragung der Kosten verurteilt. 
Vor dem Gerichtsgebäude warteten Hunderte von Menschen auf das Urteil. Die Polizei musste für Ordnung sorgen."    

   
Der Coburger Herzog war indirekt Protektor der Erfurter Friedhofsschändung (1930)   
Anmerkung: die Rede ist von Carl Eduard Herzog von Sachsen-Coburg und Gotha (1884-1954), der auf Grund seiner zahlreichen Verbindungen mit dem NS-Regime auch als "Hitlers Herzog" bezeichnet wurde. Vgl. Wikipedia-Artikel.   

Artikel in der Zeitschrift "Der Israelit" vom 26. Juni 1930: "Erfurt. Die Enthüllungen über die nationalsozialistische Betätigung des Coburger Herzogshauses überraschen hier nicht. Weiß man doch hier, dass die Erfurter Friedhofsschänder dem 'Wiking-Bund' angehörten, der unter dem Protektorat des Herzogs von Coburg stand, somit war der Herzog indirekt Protektor der Erfurter Friedhofsschändung".     

   
   
Einzelne neuere Presseberichte    

Sommer 2009: Rekonstruktion des alten Friedhofes an der Cyriakstraße    
Artikel in der "Südthüringer Zeitung" vom 5. August 2009 (dpa): "Alter Jüdischer Friedhof in Erfurt wird rekonstruiert.
Der alte jüdische Friedhof in der Cyriakstraße in Erfurt wird 65 Jahre nach seiner Zerstörung rekonstruiert. Dazu will die Stadt am Donnerstag eine Gedenkstele zur Geschichte des 1811 eröffneten und 1944 durch die Nationalsozialisten zerstörten Friedhofs enthüllen. In der DDR wurden dort Garagen gebaut, für die Fundamente auch Grabreste verwendet. 'Für uns Juden ist ein Friedhof etwas Besonderes. Was dort über die Jahrzehnte geschehen ist, hat uns außerordentlich bedrückt', sagte der Vorsitzende der jüdischen Landesgemeinde Wolfgang Nossen der dpa. Die Grünanlage ist gestaltet, für die Sanierung der 24 erhaltenen Grabsteine fehlen noch 5000 Euro.
 
Artikel von Theresa Dunkel in der "Thüringer Landeszeitung" vom 3. August 2009 ( www.tlz.de; Artikel) :  Endlich letzte Ruhe gefunden
Erfurt.
(tlz) Ein Streifen Grün inmitten der Stadt, gerade unterhalb des egaparks - das ist alles was an den alten jüdischen Friedhof erinnert. Ein Mahnmal wurde hier bereits vor längerer Zeit aufgestellt - ein geringer, ja aber zumindest kleiner Trost für die Zerstörung der ersten jüdischen Grabstätte in Erfurt. 
71 Jahre ist das jetzt her. Der städtische Vorstand nannte es damals unberührt "Einebnung", heute sprechen wir von Glaubensverachtung einer Millionen-Bevölkerung. Laut jüdischer Religion ist der Friedhof nicht nur ein Platz an dem geliebte Verstorbene die letzte Ruhe finden, viel mehr ist es ein Ort an dem die Totenruhe ewig währt. Hier sollte nicht gebaggert, verlagert und erst recht nicht geebnet werden. Glaubenswidrig rollten Anfang der 60er doch die großen Baumaschinen auf der Grünfläche vor, setzten klotzige und fade Garagen auf das schmale Areal. Einige Grabsteine wurden auf den jüdischen Begräbnisplatz in der Werner-Seelenbinder Straße verfrachtet, andere dienten als Garagenfundament. Geschmacklos, aber Geschichte schreibt sich selten verhängnislos. 
Im Jahr 2000 dann ein langersehntes Aufatmen: Man wolle den Friedhof wieder sichtbar machen, so die damalige Ankündigung der Stadt. In Wahrheit tüftelten Verantwortliche schon Jahre vor ersten offiziellen Aussagen an neuen Ideen die historische Grabstätte attraktiv zu gestalten. "15 Jahre kämpfen wir mittlerweile für diesen Friedhof und für das Recht auf ewige Ruhe", erklärt Wolfgang Nossen, Vorsitzender der jüdischen Landesgemeinde Thüringen. Nach über einem Jahrzehnt steht er gestern, zur Einweihung der neu gestalteten Grünflächen, vor einem 2200 Quadratmeter großen Areal. Bei ihm ist Wolfgang Schwarz, Amtsleiter des städtischen Garten- und Friedhofsamts. "Der Weg hier her war nicht immer leicht", nickt er Wolfgang Nossen zu. "Vor allem die Aufteilung der Grundstücke hat ewig gedauert". Ein fortwährend schriftlicher Schlagabtausch über Besitz und Nichtbesitz von kleinen Splitterflächen in der Anlage habe alles so lang herausgezögert. Bald jedoch werde der Friedhof aber wieder mit Grabmalen versehen. 24 wurden damals gerettet und sollen noch dieses Jahr ihren alten Platz in der Cyriakstraße wieder bekommen. Bis dahin sind die Stücke beim Steinmetz, werden restauriert und herausgeputzt. Bald findet auch eine Stele neben ihnen ihren Platz. "Sie soll über die Geschichte des Friedhofs unterrichten", erklärt Schwarz, "damit wir ehren und nicht vergessen". 
Die neue Grünanlage des alten jüdischen Friedhofs in der Cyriakstraße wurde gestern feierlich übergeben. Die außergewöhnliche Gestaltung und die schlichte Bepflanzung ähnelt der von Gräberreihen"
    
August 2009: Anklage gegen zwei mutmaßliche Friedhofschänder (Tat war im November 2008)   
Pressemitteilung vom 24. August 2009 (AFP): " Anklage nach Schändung jüdischer Friedhöfe in Thüringen. 
Erfurt/Gotha
— Wegen der Schändung zweier jüdischer Friedhöfe in Thüringen ist Anklage gegen zwei Männer erhoben worden. Die beiden 47 und 32 Jahre alten Beschuldigten sollen in der Nacht zum 17. November am Haupteingang des jüdischen Friedhofs in Erfurt eine Gedenktafel mit Schweineblut übergossen haben, wie die Staatsanwaltschaft Erfurt mitteilte. Der ältere der beiden soll darüber hinaus in derselben Nacht in Gotha am Eingangstor zum dortigen jüdischen Friedhof einen blutüberströmten Schweinekopf am Davidstern aufgehängt haben. Daneben brachte er laut Anklage ein Stoffplakat mit volksverhetzenden Sprüchen an. Die am Amtsgericht Gotha erhobene Anklage wirft dem 47-Jährigen Störung der Totenruhe in zwei Fällen sowie Volksverhetzung und dem 32-Jährigen Störung der Totenruhe vor. Die nicht vorbestraften Männer bestreiten den Angaben zufolge die Vorwürfe.
 
Juni 2010: Verurteilung der beiden Friedhofschänder 
Presseartikel in der "Thüringer Allgemeinen" vom 17. Juni 2010: "Bewährungsstrafe für Friedhofs-Schänder in Erfurt und Gotha
(Link zum Artikel in thueringer-allgemeine.de; Artikel als pdf-Datei
 
März 2017: eine neue Informations-Stele wurde aufgestellt   
Artikel von Michael Reichel in der "Thüringer Allgemeinen" vom 16. März 2017: "Stele informiert über Neuen Jüdischen Friedhof in Erfurt
Erfurt (dpa/th) - Mehr als 900 Grabstätten beherbergt der Neue Jüdische Friedhof in Erfurt. 1878 wurden dort die ersten Toten bestattet, für die nach jüdischem Glauben die Totenruhe ewig währt. Heute werden dort der Vorsitzende der Jüdischen Landesgemeinde, Reinhard Schramm, und Erfurts Bürgermeisterin Tamara Thierbach (Linke) eine Informations-Stele eröffnen. Es ist der einzige jüdische Friedhof in Thüringen, wo derzeit Tote bestattet werden können.
Im 19. Jahrhundert war die jüdische Gemeinde in Erfurt rasch gewachsen, der bisherige Friedhof in der Cyriakstraße wurde zu klein für weitere Bestattungen. Nach intensiver Suche wurde in Absprache mit der Stadt im Süden Erfurts ein geeignetes Gelände gefunden. 1894 wurde die Leichenhalle im orientalischen Stil eingeweiht, in der die Toten rituell gewaschen und in ein weißes Totengewand gekleidet werden..."  

Link zum Artikel   

   
   
Lage der Friedhöfe: 
    
Mittelalterliche Friedhof (nicht erhalten, Gelände teilweise bebaut): zwischen Großer Ackerhofsgasse, Moritzwallstraße und Moritzstraße, direkt an die Andreasstraße (Rubenmarkt) angrenzend.
Alter Friedhof an der Cyriakstraße. 
Neuer Friedhof: Werner-Seelenbinder-Straße 3 (bei der Thüringenhalle).
   

Lage des neuen jüdischen Friedhofes in Erfurt auf dem dortigen Stadtplan: links anklicken 
und unter "Behörden und öffentl. Einrichtungen" weiterklicken zu "Friedhof, jüd."

    
   
Fotos
    

Aufnahmen von 1960 von Grabsteinen 
des alten Friedhofes an der Cyriakstraße 
Erfurt Friedhof 280.jpg (64151 Byte) Erfurt Friedhof 281.jpg (53401 Byte)
    Die vom zerstörten Friedhof an der Cyriakstraße geretteten Steine mit Gedenkstein, 
die im neuen Friedhof aufgestellt wurden.  
      
Neuere Fotos des neuen Friedhofes
(Fotos: Hahn, Aufnahmedatum 24.8.2010) 
    
Erfurt Friedhof 300.jpg (144649 Byte) Erfurt Friedhof 299.jpg (120303 Byte) Erfurt Friedhof 298.jpg (75161 Byte)
Das Eingangstor  Hinweistafel zu den Öffnungszeiten  Kurzinformation zum Friedhof 
     
Erfurt Friedhof 260.jpg (167464 Byte) Erfurt Friedhof 261.jpg (171128 Byte) Erfurt Friedhof 262.jpg (151951 Byte)
Teilansichten des Friedhofes;  Das Foto rechts in hoher Auflösung    Grabstein links für Julius Kron und 
Mathilde geb. Prager, rechts für Joseph
 Liebmann
(1880-1931) mit Gedenkinschrift
 für die in Maidanek ermordete 
Minna Liebmann geb. Levy (1883-) 
       
        
     
      
Erfurt Friedhof 303.jpg (149881 Byte) Erfurt Friedhof 302.jpg (125725 Byte) Erfurt Friedhof 301.jpg (129800 Byte)
Grabsteine für (rechts) Direktor 
Dr. M.C. Wahl
(1829 in Sondershausen - 
1887 Erfurt) und Philippine Wahl 
geb. Czwarnikow (1831 in Sondershausen 
- 1908 in Charlottenburg)  
Monumentales Grabdenkmal 
für Isaac Lamm (Ritter des
 roten Adlerordens, 1825-1905)
 und Lina Lamm geb. Soldin  
  
Grabstein mit reicher Symbolik: "segnende
 Hände der Kohanim", aufgeschlagenes Buch
 (für einen Schriftkundigen) und Ehrenkranz
 mit Schleifen - für Moses Nussbaum 
(gest. 4.5.1881)
     
Erfurt Friedhof 263.jpg (138732 Byte) Erfurt Friedhof 264.jpg (144376 Byte) Erfurt Friedhof 265.jpg (153890 Byte)
Grabstein für 
Sara Hofmann geb. Sachsendorfer 
(1873 Ermershausen - 1932 Apolda) und 
Benjamin Hofmann (1868 - 1939)  
Grabstein für Moritz Stein (1884-1954) 
und Auguste Stein geb. Scharfenberg
 (1892-1958) mit Gedenkinschriften für 
in Maidanek ermordete Angehörige  
Neuere Grabsteine nach 1945, rechts 
für Siegfried Nussbaum (1896-1965)  
  
     
Erfurt Friedhof 267.jpg (107692 Byte) Erfurt Friedhof 276.jpg (137753 Byte) Erfurt Friedhof 275.jpg (89759 Byte)
Die Friedhofshalle (Betraum für Trauerfeiern und Taharahaus); 
Das Foto links in hoher Auflösung
.  
Eingangsportal   
   
     
Erfurt Friedhof 271.jpg (74686 Byte) Erfurt Friedhof 273.jpg (82108 Byte) Erfurt Friedhof 272.jpg (57347 Byte)
Rednerpult, darüber Bibelzitat aus Psalm 31,6: "In deine Hand empfehle ich meinen Geist,
 du hast mich erlöst, Ewiger, treue Gott"; das Foto links in hoher Auflösung    
Rundfenster 
in der Friedhofshalle
     
Erfurt Friedhof 274.jpg (115312 Byte) Erfurt Friedhof 269.jpg (95622 Byte) Erfurt Friedhof 270.jpg (89750 Byte)
Säulengang im 
Eingangsbereich  
Die Namen der im Ersten Weltkrieg aus Erfurt gefallenen jüdischen Soldaten 
rechts und links des Einganges zur Friedhofshalle  
       
Erfurt Friedhof 291.jpg (139101 Byte) Erfurt Friedhof 268.jpg (139334 Byte) Erfurt Friedhof 277.jpg (136624 Byte)
Grabstein links für Getta Eichenbronner 
geb. Lehmann (1877-1929), Mitte für
 Friedrike Wolff (1850-1929), rechts 
für Johanna Freimark geb. Lichtenauer
 (1854-1929)  
Gedenkstein: "In stillem Gedenken an 
unsere ermordeten Brüder und Schwestern
 1933-1945"; die hebräischen Worte 
sind Zitat aus Psalm 118,17: "Ich sterbe
 nicht, ich werde leben
"  
Grabstein für Rabbiner Dr. Max Schüftan
 (1887 in Namslau - 1936 in Erfurt) 
mit Gedenkinschrift für seine im 
KZ Auschwitz ermordete 
Frau Dina geb. Meyer  
       
Erfurt Friedhof 278.jpg (138165 Byte) Erfurt Friedhof 279.jpg (146069 Byte) Erfurt Friedhof 280.jpg (154041 Byte)
Grabstein für Rabbiner Dr. Moritz Salzberger
 (1844 Sabinez - Ungarn - 1929 Erfurt) 
und seine Frau Anna geb. Freyhan 
(1855 Breslau - 1932 Breslau)  
Teilansicht des Friedhofes; 
das Foto in hoher Auflösung  
Bereich mit 
Kindergräbern
         
          
           
Erfurt Friedhof 290.jpg (151896 Byte) Erfurt Friedhof 288.jpg (165500 Byte) Erfurt Friedhof 289.jpg (138460 Byte)
Grabmonument links für Joh. Jaraczewsky
 geb. Auerbach (1846-1913) und 
Salli Jaraczewsky (1842-1921)  
Grabstein links für Julius Steinberger
 (1884-1937), rechts für Stadt-Veterinärrat
 Julius Ortenberger (1867-1937)  
Grabstein für Maier Hess (1849-1915),
 Amalie Hess geb. Nordheimer (1851-1927)
 und Alfred Hess (1879-1931)  
     
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Neuere Grabsteine 
1980er-/1990er-Jahre  
Grabsteine für (links): 
Benjamin Rosenblüth (1884-1926), 
Louis Gutmann aus Weimar (1875-1926)
 und David Rothfels (1844-1927)  
Grabstein mit "segnenden Händen der
 Kohanim" für Raphael Scharf-Katz
 (1917-1994) mit Gedenkinschriften für in
 der NS-Zeit ermordete Angehörige  
 
        
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Teilansicht des Friedhofes; 
im  Vordergrund Kindergräber  
Teilansicht des 
Friedhofes  
 
        
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Grabstein für Michael Liebmann
 (1816-1892)  
Grabstein für den im Ersten Weltkrieg
 gefallenen Leopold Wachtel (1893-1915)
(starb "den Heldentod fürs Vaterland")  
Grabstein für Sophie Frank 
geb. Rosenberger 
(1845 Schonungen - 1935 Saalfeld)   
    
        
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Grabstein für den Schriftsteller 
Robert S. Arndt aus Berlin 
(1857 - Erfurt 1893)   
Grabstein für Prof. Dr. med. Emil Klein
 (Universität Jena, 1873 Reichenberg -
 Böhmen - 1950 Weimar, Überlebender
 des KZ Theresienstadt)  
Grabstein für Max Hofmann aus 
Themar (1871 - 1886 in Jena)  
   
        
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Neue Abteilungen des Friedhofes mit Beisetzungen der vergangenen Jahre, teilweise noch ohne Grabsteine   
        
      
Fotos um 2004 
(neuere Fotos: Jürgen Hanke, Kronach)  
     
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Eingangstor Hinweistafel   Taharahaus / Friedhofshalle  
     
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Gedenktafeln für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges rechts und links des 
großen Eingangsportals der Trauerhalle  
Gedenkstein für die Ermordeten 
der NS-Zeit  
   
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Grabstein für Sara Hofmann 
geb. Sachsendorfer (1873-1932) und
 Benjamin Hofmann (1868-1939)  
Grabstein für den früheren
 Gemeindepräsidenten Raphael Scharf-Katz
 (1917-1994) mit Gedenkinschrift für 
in der NS-Zeit ermordete Angehörige 
und "segnenden Händen" der Kohanim  
Hinweisstein: "Gedenkstein - Hier stehen
 die übriggebliebenen Grabsteine vom
 Alten Friedhof in der Cyriakstrasse, der 
am 9. November 1938 - der Kristallnacht -
 zerstört worden ist."  
  

   
     

Links und Literatur  

Links:  

Website der Stadt Erfurt mit Seite zur Geschichte der Juden in Erfurt  
Website "Jüdisches Leben in Erfurt"  (www.alte-synagoge.erfurt.de)  
mit Unterseiten: zum mittelalterlichen Friedhof;  zum alten jüdischen Friedhof;  zum neuen jüdischen Friedhof
Informationsseite zur Jüdischen Landesgemeinde Thüringen   
Förderverein Alte und Kleine Synagoge Erfurt e.V.   
Zur Seite über die Synagoge in Erfurt  (interner Link)    

Literatur:  

Germania Judaica II,1 S. 215-224 (mit Foto des Grabsteines von Eleasar ben Kalonymos ha-Lewi, Erfurt 1288. Dieser Grabstein steht heute in der Vorhalle des Erfurter Angermuseums); III,1 S. 308-329 (mit Lit.). 
Zeugnisse jüdischer Kultur. Erinnerungsstätten in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Berlin, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Projektleitung: Kathrin Wolff. Gesamtredaktion: Cordula Führer. Berlin 1992. S. 266-270.
Michael Brocke/Christiane E. Müller: Haus des Lebens. Jüdische Friedhöfe in Deutschland. Leipzig 2001. S. 212-213.
Michael Brocke/Eckehart Ruthenberg/Kai Uwe Schulenburg: Stein und Name. Die jüdischen Friedhöfe in Ostdeutschland (Neue Bundesländer/DDR und Berlin). Berlin 1994.  
Israel Schwierz: Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in Thüringen. Eine Dokumentation - erstellt unter Mitarbeit von Johannes Mötsch. Hg. von der Landeszentrale für politische Bildung Thüringen ( www.lzt.thueringen.de) 2007. Zum Download der Dokumentation (interner Link) Zu Mühlhausen: S.  180-189.   

  

                   
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Stand: 17. März 2017