Baisingen Friedhof 154.jpg (62551 Byte)  Segnende Hände der Kohanim auf einem Grabstein in Baisingen


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Aufenau (Stadt Wächtersbach) mit Wirtheim (Gemeinde Biebergemünd) 
(beide Main-Kinzig-Kreis)
Jüdische Geschichte

Übersicht:

bulletZur jüdischen Geschichte am Ort 
bullet Einrichtungen der jüdischen Gemeinde    
bulletFotos / Darstellungen   
bulletLinks und Literatur   

   

Zur jüdischen Geschichte am Ort       
    
In Aufenau bestand eine kleine jüdische Gemeinde bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts. Juden lebten am Ort seit dem 17. Jahrhundert. Zur jüdischen Gemeinde in Aufenau gehörten auch die in Wirtheim lebenden jüdischen Personen.  
   
Um 1770 gab es sechs Schutzjuden - ein Einnahmenbericht aus diesem Jahr nennt folgende jüdische Einwohner und ihre damaligen Abgaben: Abraham – 6 Gulden; Löser – 6 Gulden; Michel – 11 Gulden; Debeln – 11 Gulden; Löb – 5,30 Gulden; Löser – 7,40 Gulden. Löser war als Schächter (Schochet) der jüdischen Familien tätig. Die jüdischen Familien zahlten gemeinsam 4 Gulden an die Ortsherrschaft für das Recht, Gebete abzuhalten, sowie 30 Kreuzer jährliche Grundgebühr für den Begräbnisplatz (Ackermann 1988f). 1773 wird Jud Isack von Aufenau genannt, der bei seinem Schwager Moses in Fischborn als Knecht tätig war und schließlich um Aufnahme in den Schutz in Kirchbracht bat, wo er die jüdische Witwe Rivka heiraten wollte (dazu s.u, den Beitrag von Nuphar Yishay).

1780 werden beim Verkauf der Herrschaft Aufenau vier Juden (mit ihren Familien) erwähnt: Michel, Löser, Samuel, Debeln (Deble) R. (HStAD F 2 nr 78). Dazu wird 1799 Jud Herz zu Aufenau erwähnt. Die jüdischen Familien verdienten ihren Lebensunterhalt als Händler mit Vieh und Landesprodukten. 1799 wurde der in Aufenau geborene Hertz in Lichenroth aufgenommen (HStAM, 108 d Birstein Nr. 112, Nr. 191).
        
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts ist die Familie Katzenberger in Aufenau dokumentiert. Die jüdischen Einwohner waren zunächst weiterhin Schutzjuden (HHStAW 365/3, Personenstandsregister jüdischer Einwohner, Aufenau). Eine Bestätigung dafür ergibt sich auch aus den Grabsteinen auf dem jüdischen Friedhof in Aufenau. Ab 1821 ist eine Familie Wassermann in den Aufenauer Registern nachweisbar, ebenfalls Schutzjuden. 
  
 
Einrichtungen der jüdischen Gemeinde 
 
An Einrichtungen der jüdischen Familien bestanden ein Betraum (s.o. 1770) in einem ihrer Häuser und ein Friedhof, der 1804 gemeinsam mit den in der Umgebung lebenden jüdischen Gemeinden/Familien angelegt wurde.  
  
   
Fotos   

Außer den Fotos zum Friedhof sind noch keine weiteren Abbildungen zur 
jüdischen Geschichte in Aufenau vorhanden.  
   
     

   
   
Links und Literatur  

Links:  

bulletWebsite der Stadt Wächtersbach  
bulletZur Seite über den jüdischen Friedhof in Aufenau (interner Link)   

Quellen:    

Hinweis auf online einsehbare Familienregister der jüdischen Gemeinde Aufenau mit umgebenden Orten 
In der Website des Hessischen Hauptstaatsarchivs (innerhalb Arcinsys Hessen) sind die erhaltenen Familienregister aus hessischen jüdischen Gemeinden einsehbar: 
Link zur Übersicht (nach Ortsalphabet) https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/llist?nodeid=g186590&page=1&reload=true&sorting=41              
Zu Aufenau sind vorhanden (auf der Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,3   Jüdische Personenstandsregister von Aufenau  1821 - 1870  
Enthält Geburtsregister 1821 - 1832,  Trauregister 1821  Sterberegister 1821 - 1863, 1870  
Enthält auch Angaben zu Personen aus Hesseldorf, Salmünster, Schliersbach, Wächtersbach, Wirtheim, Wittgenborn  
Dann auch: Verordnung zum Begräbnis auswärtiger Juden in Aufenau, 1826   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v2145910         
    
Zu Wirtheim sind vorhanden (auf der jeweiligen Unterseite zur Einsichtnahme weiter über "Digitalisate anzeigen"):    
HHStAW 365,824   Geburts- und Sterberegister der Juden von Wirtheim:  enthält jüdisches Sterberegister 1821 - 1848 und jüdisches Sterberegister 1822 - 1835   https://arcinsys.hessen.de/arcinsys/detailAction?detailid=v3942607         

Literatur:  

bulletPaul Arnsberg: Die jüdischen Gemeinden in Hessen. Anfang - Untergang - Neubeginn. 1971. Bd. I S. 51. 
bulletNuphar Yishay: Die Witwe Rivka aus Kirchbracht. Anfänge der jüdischen Ansiedlung in Kirchbracht und die Situation der Witwen in der Region Birstein im 18. Jahrhundert. Unveröffentlichter Beitrag. 40 S. 2026. Eingestellt als pdf-Datei.   
bulletdies.: Warum war Lazarus Kaufmann so zornig? 2026 40 S. Eingestellt als pdf-Datei

  
   

                   
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Stand: 31. Januar 2026